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Chinas Reichtumsgef=E4lle scheidet die Geister

Wirtschaft braucht ausgabenfreudige Konsumenten

Seit Deng Xiaoping dem Reichwerden das kommunistische Stigma genommen hat,=
=20
fr=F6nen die Chinesen wieder ihren ausgepr=E4gten Gesch=E4ftstalenten.=
 W=E4hrend=20
den Traditionalisten das wachsende Reichtumsgef=E4lle ein Dorn im Auge ist,=
=20
rufen die Modernisierer nach einer weiteren St=E4rkung der Kaufkraft.

Peking, im September

Nicht weniger als eine Billion US-Dollar sollen, laut einem Hongkonger=20
Chinaexperten, die privaten Sparguthaben der Festlandchinesen ausmachen.=20
Auf die Gesamtbev=F6lkerung von rund 1,3 Milliarden umgerechnet, ist dies=
 pro=20
Haushalt keine enorme Summe, doch f=FCr eine mit deflation=E4ren Trends=20
k=E4mpfende chinesische Wirtschaft w=E4re eine ausgabenfreudigere=20
Konsumentenschaft, die einen Teil ihres Sparhafens leert, ein sehr=20
wichtiges Stimulans. In der makro=F6konomischen Diskussion in China nimmt=20
deshalb die Debatte um die F=F6rderung und Mobilisierung der Kaufkraft der=
=20
privaten Haushalte derzeit einen wichtigen Stellenwert ein. Wer China f=FCr=
=20
eine monolithische Gesellschaft h=E4lt, tut gut daran, einen Blick in die=20
unz=E4hligen wissenschaftlichen und kommerziellen Bulletins und=
 Zeitschriften=20
zu werfen, die sich wirtschafts- und gesellschaftspolitischer Themen=
 annehmen.

Vertrauen in den Markt
Dem =ABChina Daily=BB entnimmt man einen Kommentar unter dem resoluten Titel=
=20
=ABDen st=E4dtischen Konsum f=F6rdern=BB. Man trifft die Autorin, Qi=
 Jingmei, die=20
an einem staatlichen Institut arbeitet, und erh=E4lt eine kompetente=20
Erl=E4uterung der Ideen, die hinter dem Artikel stehen. Zu den=20
Fehlkalkulationen etlicher ausl=E4ndischer Investoren geh=F6rt es,=
 =FCberrissene=20
Erwartungen in das chinesische Marktpotenzial zu haben. In zahlreichen=20
Industriebereichen ist es nicht die Binnennachfrage, sondern sind es die in=
=20
den letzten zwei Jahrzehnten ph=E4nomenal gestiegenen Exporte, die f=FCr=
 Umsatz=20
und Profit sorgen. Diese Auslandsabh=E4ngigkeit bereitet den Protagonisten=
=20
einer durchgreifenden Modernisierung der chinesischen Wirtschaft angesichts=
=20
einer volatilen Weltkonjunktur wachsende Sorgen. Naheliegend ist deshalb=20
die von Qi Jingmei verfochtene Idee einer beschleunigten St=E4rkung des=20
st=E4dtischen Konsums. Auch wenn die Entwicklung der l=E4ndlichen Einkommen=
=20
nicht vernachl=E4ssigt werden d=FCrfe, sei angesichts der Tatsache, dass 60%=
=20
bis 70% des nationalen Konsums im urbanen Kontext erfolgen, die F=F6rderung=
=20
der st=E4dtischen Einkommen die wirksamste Methode, den Konsum rasch zu=20
steigern.
Um dieses Ziel zu erreichen, schl=E4gt Qi Jingmei eine Erh=F6hung der=20
Beamteneinkommen, Erleichterungen bei Konsumkrediten und eine=20
Intensivierung der Armutsbek=E4mpfung in den St=E4dten vor. Die L=F6hne der=
=20
Staatsbeamten sind in den letzten Jahren mehrfach heraufgesetzt worden,=20
doch gebe es weiterhin einen kr=E4ftigen Nachholbedarf, der angesichts der=
=20
Tatsache, dass das fiskalische Aufkommen in den letzten Jahren st=E4rker=20
gewachsen ist als das Bruttoinlandprodukt, auch durchaus finanzierbar sei.=
=20
Den Konsum l=E4hmende Ungewissheiten sollen durch eine Verbesserung der=20
Arbeitslosenversicherung und durch die resolute Bek=E4mpfung der st=E4dtisch=
en=20
Armut beseitigt werden. Schliesslich sollen durch den Ausbau des=20
Konsumkreditsystems die Verbraucher aus der Reserve gelockt werden. Qi=20
Jingmei anerkennt, dass sich die Einkommensschere weiter =F6ffnen wird,=
 meint=20
aber in Anlehnung an die Reformpolitik Deng Xiaopings, dass diese=20
Entwicklung erheblich mehr positive als negative Folgen habe. Noch sei die=
=20
Einkommenspyramide zu spitz, und es m=FCsse eine zahlen- und kaufkraftm=E4ss=
ig=20
starke Mittelschicht geschaffen werde.

Sorge um die Stabilit=E4t
Deutlich andere Akzente setzt der Kommentator Hua Hua in einem mit =ABSteuer=
n=20
sollten den wachsenden Einkommensunterschied reduzieren=BB betitelten=20
Artikel. Der Autor beginnt mit der f=FCr ihn provokanten Nachricht, dass=20
unl=E4ngst an einem Pekinger Autosalon Bentley-Modelle zum Preis von =FCber=
=20
einer Million US-Dollar einheimische Abnehmer gefunden h=E4tten. =ABIn einer=
=20
Gesellschaft, die einst durch hohe =F6konomische Gleichheit gepr=E4gt war=BB=
,=20
m=FCssten die neu entstehenden Einkommensunterschiede =ABGrund f=FCr ernste=
 Sorge=20
sein=BB. Zwar anerkennt der Autor, dass sich die Entwicklung eines modernen=
=20
und starken China ohne Einkommensdifferenzierungen nicht realisieren lasse.=
=20
F=FCr mehr und bessere Leistung sei h=F6here Entl=F6hnung gerechtfertigt,=
 =E4hnlich=20
einem sportlichen Wettbewerb, in dem, solange er unter fairen Bedingungen=20
abgehalten wird, die Verlierer die Auszeichnung der Gewinner akzeptieren.=20
Problematisch seien indessen die Korruption und die Nutzniesser von=20
regulatorischen L=FCcken im Transitionsprozess von der Plan- zur=20
Marktwirtschaft. Vor diesem Hintergrund erfolgt ein Pl=E4doyer f=FCr eine=20
=DCberholung des Steuersystems, insbesondere der Einkommenssteuer, die in=20
ihrer jetzigen Form =ABbeim Einkommensausgleich keine Wirksamkeit zeige=BB.=
=20
Nimmt man dazu die im gleichen Artikel beklagte =ABz=FCgellose=20
Steuerhinterziehung bei Grossverdienern=BB hinzu, so sind die klassisch=20
sozialdemokratischen Vorstellungen einer mit ausgepr=E4gten=20
Umverteilungsanspr=FCchen untermauerten Steuerpolitik unverkennbar.
Das Bild der Meinungsvielfalt wird schliesslich abgerundet durch einen=20
Beitrag in einer vor kurzem erschienenen Publikation des Instituts f=FCr=20
Weltwirtschaft und Politik der Chinesischen Akademie der=20
Sozialwissenschaften. In einem insgesamt sehr informativen Artikel setzt=20
sich der Vizedirektor der geldpolitischen Kommission der Zentralbank, Yi=20
Gang, mit der Frage auseinander, ob die Weltwirtschaft derzeit mit einer=20
=ABR=FCckkehr der Depression=BB konfrontiert ist. Zur=FCckgreifend auf die=
 These=20
von Marx, dass jede Krise des Kapitalismus noch schwerwiegender ist als die=
=20
vorangehende, analysiert Yi Gang die gegenw=E4rtigen Schwierigkeiten auch=
 mit=20
einem Seitenblick auf die Weltwirtschaftskrise der dreissiger Jahre. Das=20
Verschwinden der Planwirtschaften in Russland und China akzentuiere nach=20
einer anf=E4nglichen Aufholphase noch das Problem der =DCberkapazit=E4ten,=
 indem=20
diese Volkswirtschaften sich nun ebenfalls von der fr=FCheren,=20
systembedingten Verwaltung von Knappheit verabschiedet h=E4tten. Vor diesem=
=20
Hintergrund schaffe die Globalisierung die wachsende Gefahr, dass=20
=ABweltweite =DCberkapazit=E4ten zu einer potenziellen Epidemie werden=BB.=
 F=FCr=20
China sieht der Autor unter diesen Umst=E4nden aber weder eine=20
planwirtschaftliche noch eine keynesianische L=F6sung als sinnvoll an,=20
sondern vielmehr eine =ABproaktive Fiskalpolitik, die vornehmlich eine=20
Reduktion der Steuern umfasst=BB, ein L=F6sungsansatz, der auch die volle=20
Zustimmung Thatchers und Reagans gefunden h=E4tte.



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=20
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Japan und Nordkorea auf Ann=E4herungskurs
Kim Jong Il gesteht erstmals Entf=FChrungen ein
An einem historischen Gipfel in Pjongjang haben sich Japan und Nordkorea=20
darauf geeinigt, ihre Gespr=E4che zur Normalisierung der bilateralen=20
Beziehungen ab kommendem Oktober wieder aufzunehmen. Zuvor hatte Nordkoreas=
=20
Diktator Kim Jong Il =FCberraschend das Eingest=E4ndnis gemacht, dass sein=
 Land=20
vor Jahrzehnten elf japanische Staatsangeh=F6rige entf=FChrt hat. Nur vier=
 von=20
ihnen sollen noch am Leben sein.
tf. Tokio, 17.September
An einem historischen Gipfeltreffen in Pjongjang haben sich am Dienstag der=
=20
nordkoreanische Diktator Kim Jong Il und der japanische Ministerpr=E4sident=
=20
Junichiro Koizumi darauf geeinigt, die seit zwei Jahren unterbrochenen=20
Gespr=E4che =FCber eine Normalisierung der bilateralen Beziehungen ab=
 Oktober=20
wieder aufzunehmen. Den Weg hierzu geebnet hatten einerseits das=20
=FCberraschende Eingest=E4ndnis von Kim Jong Il, dass Nordkorea in den=
 sp=E4ten=20
siebziger und fr=FChen achtziger Jahren japanische Staatsangeh=F6rige=
 entf=FChrt=20
hat, und eine Entschuldigung f=FCr dieses Vergehen. Anderseits entschuldigte=
=20
sich der japanische Ministerpr=E4sident f=FCr Nippons Kolonialherrschaft=
 =FCber=20
Korea in den Jahren 1910 bis 1945 und stellte zudem die Finanzierung=20
nordkoreanischer Entwicklungsprojekte in Aussicht. Koizumi unterstrich an=20
einer Pressekonferenz in Pjongjang, dass der Ann=E4herungskurs nicht allein=
=20
den bilateralen Interessen der beiden L=E4nder diene, sondern =FCber eine=20
Stabilisierung der Region auch den weltweiten Frieden f=F6rdere.
=DCberraschendes Eingest=E4ndnis
Koizumi war am Dienstagmorgen als erster japanischer Regierungschef zu=20
einer Visite in Nordkorea eingetroffen. Er wurde am Flughafen Pjongjangs=20
weder mit milit=E4rischem Zeremoniell noch pers=F6nlich von Kim Jong Il=20
willkommen geheissen, sondern fuhr schnurstracks in ein G=E4stehaus der=20
nordkoreanischen Regierung, wo die Verhandlungen stattfanden. In deren=20
Mittelpunkt stand die Kl=E4rung des Schicksals von elf vermissten Japanern,=
=20
die aus der Sicht Japans zu Spionagezwecken nach Nordkorea entf=FChrt worden=
=20
waren. Die unberechenbaren Herrscher in Pjongjang hatten bis anhin immer=20
vehement abgestritten, etwas mit dem Verschwinden dieser Personen zu tun zu=
=20
haben oder sie entf=FChrt zu haben. Das offene Eingest=E4ndnis von Kim Jong=
 Il=20
kommt daher ebenso =FCberraschend, wie es in seiner Konsequenz schockieren=
=20
muss: Nach nordkoreanischen Angaben sind von den elf Entf=FChrten n=E4mlich=
=20
sechs Personen nicht mehr am Leben, wobei =FCber die genauen Todesumst=E4nde=
=20
nichts bekannt wurde. Vier Personen sollen noch am Leben sein, w=E4hrend das=
=20
Verbleiben eines Entf=FChrten ungekl=E4rt bleibt. Die Eltern und=20
Familienangeh=F6rigen der Vermissten standen am Dienstag praktisch w=E4hrend=
=20
des ganzen Tages im medialen Scheinwerferlicht unz=E4hliger japanischer=20
Fernsehkameras - so auch, nachdem zahlreiche von ihnen die tragische=20
Nachricht vom Tod ihrer Familienmitglieder erfahren hatten.
Kim machte f=FCr die Entf=FChrungen Spezialeinheiten des Geheimdienstes=20
verantwortlich und versicherte, dass die involvierten Personen bestraft=20
worden seien. Die Entf=FChrungen, die nie mehr vorkommen w=FCrden, seien=
 =ABsehr=20
bedauerlich=BB, und er wolle sich daf=FCr =ABaufrichtig entschuldigen=BB,=
 wird Kim,=20
der sich den Medien nicht stellen wollte, von einem japanischen=20
Regierungsvertreter zitiert. Aber auch Koizumi kam um entschuldigende Worte=
=20
nicht herum, namentlich f=FCr Nippons brutale Kolonialherrschaft =FCber=
 Korea;=20
er hielt sich dabei eng an jenen Wortlaut, den zu diesem Zweck bereits der=
=20
ehemalige japanische Premierminister Murayama im Jahre 1995 verwendet=20
hatte. Anstelle der von Nordkorea geforderten Reparationszahlungen=20
offerierte Japan zudem die Finanzierung spezifischer=20
Entwicklungshilfeprojekte und humanit=E4re Hilfe f=FCr den am Rande des=20
wirtschaftlichen Kollapses stehenden Hungerstaat. Welchen finanziellen=20
Umfang diese Unterst=FCtzung haben wird, soll im Rahmen der=20
Normalisierungsgespr=E4che aushandelt werden.
Verl=E4ngertes Raketentest-Moratorium
Angesichts der Dominanz der in den vergangenen Wochen von Japans Medien ins=
=20
Scheinwerferlicht ger=FCckten Entf=FChrungsf=E4lle r=FCckten=
 sicherheitspolitische=20
Themen in den Hintergrund des Treffens. In der gemeinsamen=20
Abschlusserkl=E4rung ist aber zumindest der Wille Nordkoreas festgehalten,=
=20
das im vergangenen Jahr beschlossene Raketentest-Moratorium =FCber das Jahr=
=20
2003 hinaus auf unbestimmte Zeit zu verl=E4ngern. Mit Blick auf Nordkoreas=
=20
Nuklearprogramm will man sich angeblich k=FCnftig auch in Pjongjang an=20
internationale Vereinbarungen halten; bei der seit Jahren unerwiderten=20
Forderung nach Inspektionen der heimischen Atomanlagen durch die=20
Internationale Atomenergieagentur (IAEA) konnte gleichwohl kein Fortschritt=
=20
erzielt werden. =DCber Koizumi liess Kim Jong Il an die Adresse Amerikas=20
indessen ausrichten, dass die T=FCren f=FCr den sicherheitspolitischen=
 Dialog=20
allen offen stehen, also auch den USA.
Es ist jedoch ein offenes Geheimnis, dass Japans Ann=E4herungsversuche=20
gegen=FCber Nordkorea von der amerikanischen Regierung nicht ohne Misstrauen=
=20
beobachtet werden. In Washington, wo man erst zu einem vergleichsweise=20
sp=E4ten Zeitpunkt =FCber die Reise Koizumis informiert worden war, zeigte=
 man=20
sich vor dem Treffen besorgt, dass Tokio die angestrengte Normalisierung=20
allzu einseitig von Eingest=E4ndnissen beim bilateralen Dossier der=20
entf=FChrten Japaner abh=E4ngig machen w=FCrde, dass also das milit=E4rische=
=20
Drohpotenzial Nordkoreas im aussenpolitischen Kalk=FCl Tokios zu wenig stark=
=20
gewichtet w=FCrde. Diese Bef=FCrchtung war nicht unbegr=FCndet. Der nahe an=
=20
Volkes Stimme politisierende und in aussenpolitischen Belangen eher=20
unerfahrene Koizumi wusste, dass f=FCr seine innenpolitische Standfestigkeit=
=20
Fortschritte bei den Entf=FChrungsf=E4llen weit wichtiger sind als=
 Fortschritte=20
auf sicherheitspolitischem Gebiet.
Der Unmut Amerikas hat aber eine weitere Ursache: Von Washington in die=20
=ABAchse des B=F6sen=BB eingereiht, ist es die offensichtliche und nicht=
 ohne=20
Erfolg praktizierte Strategie Nordkoreas, =FCber eine engere Anbindung an=20
S=FCdkorea und Japan die potenziellen Spannungen zwischen den USA einerseits=
=20
und deren wichtigsten B=FCndnispartnern in Ostasien anderseits zu erh=F6hen.=
=20
Der j=FCngst wieder mit =FCberraschend hohem Tempo forcierte Ann=E4herungsku=
rs=20
gegen=FCber Seoul - beispielsweise mit Fortschritten auf dem Weg zu einer=20
gemeinsamen Eisenbahnverbindung - ist ebenso vor dem Hintergrund dieses=20
Bestrebens Pjongjangs zu sehen wie die am Dienstag zu beobachtenden Ans=E4tz=
e=20
in Richtung einer Vers=F6hnung mit Japan.



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Japans Problem mit seinem Image

Die Japaner tun sich mit dem Fall vom Podest des Musterknaben der=20
Weltwirtschaft schwer. Sie haben M=FChe, ihre nach wie vor betr=E4chtlichen=
=20
St=E4rken herauszukehren.

Tokio

In vielen westlichen L=E4ndern w=E4chst das Interesse an der japanischen=
 Kultur=20
und Lebensweise, und nicht nur Sushi-Restaurants, sondern auch=20
Ausstellungen zum Land der aufgehenden Sonne geniessen wachsende=20
Popularit=E4t. Gleichzeitig f=E4llt das Urteil =FCber die Zukunft Japans=
 immer=20
d=FCsterer aus. Die Pessimisten dominieren nicht nicht nur bei=20
Rating-Agenturen, bei Anlageberatern und in den Medien. Schwarz sehen auch=
=20
Sicherheitspolitiker und Strategen, die Japan in einem unaufhaltsamen=20
Abstieg und das benachbarte China gleichzeitig im machtvollen Aufstieg=
 w=E4hnen.
Einiges an diesen Beurteilungen beruht auf Fakten, von der langj=E4hrigen=20
Stagnation der japanischen Wirtschaft =FCber die ungesunde demographische=20
Entwicklung des Landes bis zu Umfragen, laut denen immer mehr Japaner=20
selbst an ihrer Zukunft zweifeln. Doch so, wie es falsch war, in den=20
achtziger Jahren der Welt zu predigen, sie habe die Japaner zum Vorbild zu=
=20
nehmen, so ist es heute verfehlt, das Land als Sanierungsfall abzuschreiben.
Die ung=FCnstige Wirtschaftsentwicklung hat die Reiselust insbesondere der=
=20
j=FCngeren Japaner nicht zu d=E4mpfen vermocht. Noch nie haben so viele=
 Japaner=20
fremde L=E4nder, Menschen und Sitten mit eigenen Augen wahrnehmen k=F6nnen.=
 Wie=20
zuletzt im Falle Afghanistans zeigen die japanischen Medien wachsendes=20
Interesse am Geschehen in der Welt. In den Buchgesch=E4ften ist man stets=
 von=20
neuem erstaunt, welche Vielfalt an ausl=E4ndischer Fachliteratur und=20
Belletristik =FCbersetzt wird. Selbst die Essgewohnheiten haben sich so=20
nachhaltig ver=E4ndert, dass Sicherheitsbewusste bef=FCrchten, das Land habe=
=20
sich bei der Nahrungsmittelversorgung zu sehr von Importen abh=E4ngig=20
gemacht. Fremdes ist =FCber die Jahre hinweg immer sichtbarer geworden. Ganz=
=20
abgesehen von der globalen Vernetzung der japanischen Wirtschaft, kann also=
=20
keine Rede sein von einer Isolation der Inselnation.
Trotz alldem nimmt der fremde Beobachter, wann immer er sich mit Japanern=20
=FCber die Rolle ihres Landes in der Welt auseinandersetzen m=F6chte, eine=
=20
eigenartige Unf=E4higkeit wahr, die Stellung Japans selbstbewusst zu=20
artikulieren. Zuweilen scheint es so, als ob es zwischen den scharfen T=F6ne=
n=20
des Tokioter Gouverneurs Shintaro Ishihara, der mit seinem h=E4ufig=
 provokant=20
ge=E4usserten Nationalstolz der schweigenden Mehrheit seiner Landsleute aus=
=20
dem Herzen sprechen d=FCrfte, und der h=F6flichen, aber dezidierten=
 Weigerung,=20
sich zu einem Urteil bewegen zu lassen, keine Zwischenstufe gebe. Ein Teil=
=20
dieser Zur=FCckhaltung mag zu den allgemein =FCblichen Umgangsformen in=
 Japan=20
geh=F6ren, doch dar=FCber hinaus macht man immer wieder die Erfahrung, dass=
 die=20
F=E4higkeit, die eigenen St=E4rken imagewirksam zu verkaufen, schwach=20
entwickelt ist.
Am willkommensten ist Japanern im Umgang mit Fremden der Fall, wo dessen=20
Eindr=FCcke zu wortreicher Bewunderung Anlass geben. Es kann dies der Fuji=
 an=20
einem sonnenklaren Herbsttag sein, ein neuer Roboter im Sony-Schaufenster,=
=20
der heilige Schrein von Ise, das Werk eines ber=FChmten T=F6pfers oder die=
=20
gelungene Durchf=FChrung eines Grossanlasses wie unl=E4ngst der=20
Fussball-Weltmeisterschaft. Zur Bl=FCtezeit des =ABjapanischen Modells=BB=
 war=20
dieser Zustand quasi dauernd gegeben. Es konnte gar nicht anders sein, als=
=20
dass die westlichen Industriestaaten, wenn auch mit einem Schuss Neid, den=
=20
Japanern f=FCr das Geleistete Lob und Bewunderung zollten.
Nach dem Platzen der Spekulationsblase wendete sich indessen das Blatt=20
dramatisch, und seit den fr=FChen neunziger Jahren h=E4tte Japan sich=20
eigentlich bei der F=F6rderung seines Images in der Welt gr=FCndlich am=
 Riemen=20
ziehen m=FCssen. Doch da der Abschwung vorerst relativ gut aufgefangen wurde=
=20
und da die eigenen Produkte weiterhin auf den Weltm=E4rkten reissenden=
 Absatz=20
fanden, zeigte sich die neue Herausforderung als nicht so vordringlich.
Das Herabstufen der japanischen Kreditw=FCrdigkeit auf das Niveau von=20
Botswana, ausgerechnet durch amerikanische Rating-Agenturen, k=F6nnte als=20
heilsamer Schock wirken. Einzelne Politiker haben allerdings bereits in der=
=20
gewohnten Manier reagiert, indem sie sich mit rassistischen Untert=F6nen=20
dar=FCber emp=F6rten, dass ihr Land =FCberhaupt mit diesem bedeutungslosen=
=20
Kleinstaat im afrikanischen Niemandsland verglichen werde. Stattdessen w=E4r=
e=20
es an der Zeit, sich darauf zu besinnen, wie der Welt=F6ffentlichkeit die=20
eigenen St=E4rken klar gemacht werden k=F6nnen. Das Platzen der=20
Spekulationsblase hat zwar die Immobilien- und Aktienpreise einbrechen=20
lassen; bei wichtigen Indikatoren, von den Devisenreserven und der=20
Sparquote =FCber die Innovationskraft und Wettbewerbsf=E4higkeit seiner=20
Industrie bis hin zur Disziplin und Stabilit=E4t seiner Gesellschaft, geh=F6=
rt=20
Japan jedoch weiterhin zur Weltspitze.



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=20
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Nordkorea plant Wirtschafts-Sonderzone

Ein chinesischer Multimillion=E4r als Chef
Mit der Einrichtung einer kapitalistischen Wirtschafts-Sonderzone an der=20
Grenze zu China versucht Nordkorea, das chinesische Modell zu kopieren. Die=
=20
k=FChnen Pl=E4ne des chinesischen Chefmanagers der Sonderzone =E4hneln=
 indessen=20
eher Luftschl=F6ssern.

omn. Peking, Ende September
Noch ist Sinuiju in der Nordwestecke Nordkoreas eine triste Gegend mit=20
bloss einer Handvoll Industriebetrieben. Ein paar Chemiewerke gibt es hier,=
=20
abgewirtschaftete Metallbuden und marode Nahrungsmittelfabriken. Die=20
Produktionsanlagen sind =FCberwiegend veraltet, die Wirtschaftlichkeit=20
gering, weil es wie =FCberall im Land an allem fehlt - an Rohstoffen,=20
Ausr=FCstungen und an einem effizienten Management. Nicht einmal gen=FCgend=
=20
sauberes Trinkwasser findet sich. Der einzige Vorteil des St=E4dtchens: Es=
=20
liegt an der Grenze zu China.
Kapitalistischer Leuchtturm
An der erfolgreichen Wirtschaftsentwicklung, die jenseits der Grenze vor=20
zwei Jahrzehnten mit der Einrichtung von vier kapitalistischen=20
Sonder-Wirtschaftszonen begonnen hat, findet das Regime Kim Jong Il nun=20
aber offenbar Gefallen. Vor zwei Wochen entschied Nordkorea, auf einer=20
Fl=E4che von knapp 100 km 2 in Sinuiju eine Sonder-Verwaltungszone nach dem=
=20
Muster von Shenzhen in S=FCdchina einzurichten, wo mit ausl=E4ndischem=
 Kapital=20
und westlichem Management produziert werden soll. Als Chef der=20
marktwirtschaftlichen Enklave am Yalu-Fluss stellte sich dieser Tage Yang=20
Bin vor. Der 39-j=E4hrige Chinese war einst Marineoffizier. Er wurde in den=
=20
Niederlanden ausgebildet und ist Multimillion=E4r. Nach den Pl=E4nen des=20
erfahrenen Unternehmers soll ein internationales Wirtschafts- und=20
Finanzzentrum entstehen, das sich mit Hongkong und London messen kann und=20
das zum Leuchtturm f=FCr das ganze stalinistisch regierte Land werden soll.=
=20
=ABEs wird eine v=F6llig kapitalistische Region sein=BB, versprach der=
 umtriebige=20
Manager, der seine Hunderte von Millionen Dollar mit dem Export von=20
Orchideen und mit Immobiliengesch=E4ften gescheffelt hat und von der=20
Finanzzeitschrift =ABForbes=BB als zweitreichster Mann Chinas bezeichnet=
 wurde.
Internationale Investoren will Yang Bin mit niedrigen Bodenpreisen und=20
billigen Arbeitskr=E4ften anlocken, aber auch mit Steuernachl=E4ssen und der=
=20
logistisch und touristisch attraktiven Lage an der=20
chinesisch-nordkoreanischen Grenze. Die Zone werde mit einer Mauer vom Rest=
=20
Nordkoreas abgetrennt und ohne Einmischung der Regierung in Pjongjang=20
funktionieren, versprach Yang. An ihrer Spitze werde eine gesetzgebende=20
Versammlung stehen, die sich zur H=E4lfte aus Nordkoreanern zusammensetze=
 und=20
zur anderen H=E4lfte aus Vertretern aus dem Ausland (China, Hongkong,=
 Taiwan,=20
Europa und USA). Angeblich soll es auch ein von Pjongjang unabh=E4ngiges=20
Justizwesen geben, mit einem obersten Richter aus Europa. Als W=E4hrung will=
=20
Yang Bin entweder den chinesischen Yuan oder den US-Dollar einf=FChren. Die=
=20
Gesch=E4ftssprachen w=FCrden Koreanisch, Chinesisch und Englisch sein. Die=
=20
derzeit in der Zone lebenden rund 500000 Menschen will er umsiedeln und=20
durch 200000 Arbeiter aus dem Landesinneren und aus China ersetzen.
Im Zeichen einer =D6ffnung
=ABDieses Experiment muss gelingen, denn das nordkoreanische Volk kann sich=
=20
in einer Zeit wirtschaftlichen Zerfalles ein Scheitern nicht leisten=BB,=20
meinte Yang Bin, der sich durchaus f=FCr f=E4hig h=E4lt, den Erfolg der=20
Sonderzone zu garantieren: Immerhin sei er chinesischer Herkunft, B=FCrger=
=20
der Europ=E4ischen Union und k=F6nne sich auf die engen Beziehungen zwischen=
=20
Nordkorea und China st=FCtzen. Die Sprecherin des Aussenministeriums in=20
Peking hat die Einrichtung der Sonderzone am anderen Ufer des Grenzflusses=
=20
zwar begr=FCsst, aber offen gelassen, ob China bereit ist, sich an dem=20
abenteuerlich anmutenden Experiment zu beteiligen.
Die desolate Wirtschaftslage, aber auch die zunehmende Isolation und der=20
Druck aus den USA haben das stalinistische Regime Nordkoreas zu=20
Reformans=E4tzen gezwungen, die seit dem Fr=FChjahr eine Reihe drastischer=
=20
Schritte ausl=F6sten. Erstmals wurden f=FCr die einheimische Bev=F6lkerung=
=20
massive Lohnerh=F6hungen, aber auch Preissteigerungen verf=FCgt und freie=20
M=E4rkte zugelassen. Nach der Wiederaufnahme des Dialogs mit dem S=FCden=
 wurden=20
neue Verwandtenbesuche zwischen Nord und S=FCd vereinbart. In diesen Tagen=
=20
haben beide Seiten mit der Wiederherstellung von zwei Eisenbahnverbindungen=
=20
begonnen und angefangen, entlang der grenznahen Strecken die Minen zu=20
r=E4umen. Erstmals kam es k=FCrzlich auch zu Kontakten zwischen=
 Parlamentariern=20
Nord- und S=FCdkoreas. =D6ffnung signalisiert das Land auch gegen=FCber dem=
=20
Westen. Beim Besuch des japanischen Premiers Koizumi in Nordkorea hatte=20
sich Kim Jong Il erstmals =FCberhaupt =F6ffentlich entschuldigt - f=FCr die=
=20
Entf=FChrung japanischer Staatsb=FCrger zu Spionagezwecken unter der=
 Herrschaft=20
seines Vaters Kim Il Sung. Koizumi wiederum hatte formell die Okkupation=20
Koreas durch sein Land bedauert und weitere Gespr=E4che =FCber die=20
Normalisierung der Beziehungen angek=FCndigt.





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Der K=F6nig =FCbernimmt in Nepal die Macht

Relative Ruhe nach der Entlassung der Regierung Deuba
Die Macht=FCbernahme durch den K=F6nig hat in Nepal bisher nur ged=E4mpfte=
=20
Reaktionen hervorgerufen. Die wichtigsten politischen Parteien bezeichnen=20
den Schritt als Verfassungsbruch. Zahlreiche Stimmen aus dem Volk sehen in=
=20
ihm jedoch einen m=F6glichen Ausweg aus der Verfassungskrise, in welche das=
=20
Land - nach der Aufl=F6sung des Parlaments und der Verschiebung der Wahlen -=
=20
geraten ist.

By. Delhi, 6.Oktober

Der nepalesische K=F6nig Gyanendra hat in der Nacht vom Freitag die=
 Regierung=20
abgesetzt und die Macht im Staat =FCbernommen. In einer Radio- und=20
Fernsehansprache erkl=E4rte er, Premierminister Deuba sei =ABunf=E4hig=BB=
 gewesen,=20
Parlamentswahlen durchzuf=FChren, und er werde daher f=FCr eine gewisse Zeit=
=20
die Exekutivgewalt =FCbernehmen. Gyanendra, der seit etwas =FCber einem Jahr=
 im=20
Amt ist, behauptete, im Rahmen der Verfassung zu handeln, und versicherte=20
seinen Landsleuten, weiterhin den demokratischen Idealen nachleben zu=20
wollen. Er werde seine Aufgabe im Interesse der nationalen Einheit und=20
Souver=E4nit=E4t wahrnehmen.
Unterschiedliche Reaktionen
Das Staatsoberhaupt forderte die Parteien auf, ihm Personen f=FCr den=20
Ministerrat vorzuschlagen, solange sie nicht Kandidaten f=FCr einen=20
Parlamentssitz seien. Seine Regierung werde Recht und Ordnung=20
wiederherstellen und Wahlen durchf=FChren. Die Exekutivgewalt werde so lange=
=20
bei ihm bleiben, f=FCgte er doppeldeutig hinzu, bis die n=F6tigen=20
Voraussetzungen erf=FCllt seien.
Der abgesetzte Premierminister hatte dem K=F6nig keine 24 Stunden zuvor=
 einen=20
Regierungsbeschluss zur Unterschrift vorgelegt, der eine Verschiebung der=20
f=FCr den 13.November geplanten Parlamentswahl um ein Jahr vorsah. Deuba war=
=20
damit der Empfehlung eines Allparteien-Gremiums gefolgt. Dieses war zum=20
Schluss gelangt, dass die Ausrufung eines =ABGeneralstreiks=BB durch die=20
maoistische Guerilla f=FCr den vorgesehenen Wahltag ein Klima der Angst=20
geschaffen habe, das keinen normalen Urnengang zugelassen h=E4tte. Die=20
Reaktionen auf die Absetzung der Regierung waren am Wochenende ged=E4mpft,=
 je=20
nach Kommentaren aus Schock oder Erleichterung. Einige hundert=20
Demonstranten zogen zum K=F6nigspalast, um ihr Einverst=E4ndnis mit dem=
 K=F6nig=20
auszudr=FCcken, w=E4hrend sich vor dem Haus des Premierministers ebenfalls=
 eine=20
kleine Gruppe von Anh=E4ngern versammelte. Auch die Zeitungen und die=20
Parteien reagierten unterschiedlich. Die RPP, eine ehemalige=20
Regierungspartei, unterst=FCtzte den Schritt, w=E4hrend die zwei Faktionen=
 der=20
Regierungspartei und die kommunistische Opposition das Vorgehen als=20
verfassungswidrig bezeichneten. Ein ehemaliger Oberster Richter und=20
Mitautor der Verfassung schloss sich diesem Urteil an.
Ger=FCchte =FCber eine Macht=FCbernahme durch den Palast machten in Katmandu=
=20
schon seit mehreren Monaten die Runde. Sie wurden noch verst=E4rkt durch die=
=20
Aufl=F6sung des Parlaments im Mai, 18 Monate vor Ende der Legislatur. Deuba=
=20
hatte das Parlament aufgel=F6st als der Kampf gegen die Maoisten einen=20
H=F6hepunkt erreicht hatte. Schon damals stellte sich die Frage, ob Wahlen=
 in=20
einem solchen Umfeld m=F6glich seien. Nach der Verschiebung des Urnengangs=
=20
befindet sich das Land nun in einer Verfassungskrise. Deuba wird weitherum=
=20
vorgeworfen, aus R=FCcksicht auf sein politisches =DCberleben die Krise=20
provoziert zu haben, weil Rivalenk=E4mpfe innerhalb des Nepali Congress=
 seine=20
Regierung bedrohten.
Der jahrelange Streit zwischen und innerhalb der Parteien hatte die=20
Parteiendemokratie im Land in Verruf gebracht. Nach der Revolution von 1990=
=20
hatte das K=F6nigshaus seine absolute Macht eingeb=FCsst, doch es gelang=
 nicht,=20
diese in Parlament und Regierung zu stabilisieren. H=E4ufige=20
Regierungswechsel l=E4hmten alle Anstrengungen zur L=F6sung der=20
wirtschaftlichen Not des Landes. Sie waren einer der Gr=FCnde, welche die=20
radikale marxistisch-leninistische KP in den Untergrund trieben.
Wachsende Popularit=E4t des K=F6nigshauses
Die Ineffizienz der Politiker liess auch die Popularit=E4t des K=F6nigshause=
s=20
wieder steigen, die es in der Vorrevolutionszeit weitgehend eingeb=FCsst=20
hatte. Bereits K=F6nig Birendra hatte sich gut in die Rolle eines=20
konstitutionellen Monarchen eingef=FCgt und die religi=F6s abgesicherte=20
Legitimit=E4t des K=F6nigshauses wieder gest=E4rkt. Der K=F6nigsmord im Juni=
=20
letzten Jahres hatte die Institution der Monarchie pl=F6tzlich wieder in=20
Frage gestellt. Seitdem ist es Nachfolger Gyanendra jedoch gelungen, die=20
Vorw=FCrfe des Machtmissbrauchs zum Verstummen zu bringen. Im Gegensatz zu=
=20
den zerstrittenen und korrupten Politikern erschien der Palast wieder als=20
Hort der Stabilit=E4t und Kontinuit=E4t. Gyanendra baute zweifellos auf=
 diesen=20
Goodwill, als er sich entschloss, die Politiker-Clique in die W=FCste zu=20
schicken und die Macht an sich zu reissen.
Noch ist unklar, wie sich der Coup auf die von den Maoisten angezettelte=20
Bauernrevolte auswirken wird, die nun schon sechs Jahre andauert und =FCber=
=20
5000 Opfer gefordert hat. Die Abschaffung der Monarchie ist eine der=20
Grundforderungen der Maoisten, und in einer Stellungnahme lehnten die=20
Rebellen entsprechend die Macht=FCbernahme des K=F6nigs ab und riefen das=
 Volk=20
zum Aufstand auf. Dem K=F6nig sagt man eine harte Haltung gegen=FCber den=20
Maoisten nach. Er soll eine milit=E4rische L=F6sung des Problems einer=20
politischen vorziehen. Die Armee, die dem Oberbefehl des K=F6nigs untersteht=
=20
und dessen Offizierskaste bis auf den letzten Mann royalistisch ist, hatte=
=20
sich jahrelang dagegen gewehrt, in den Guerillakrieg hineingezogen zu=20
werden. Seit sie im letzten November aber direkt ins Visier der Rebellen=20
geraten ist, geht sie mit grosser H=E4rte gegen diese vor, bisher allerdings=
=20
ohne nennenswerten Erfolg.



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Der =ABTakenaka-Schock=BB h=E4lt an

Japans B=F6rse auf Sinkflug - hoher Druck auf Bankaktien

tf. Tokio, 7.Oktober

Die Aussicht auf eine =ABharte Landung=BB f=FCr Japans Finanzsektor hat=
 Tokios=20
Aktienmarkt auch am Montag herbe Kursverluste beschert. Der 225 Werte=20
umfassende Nikkei-Index setzte seinen Sinkflug fort und schloss um 3,8%=20
tiefer bei 8688 Punkten; es ist dies der tiefste Indexstand seit Juni 1983.=
=20
Dass die Nerven an Japans Aktienmarkt blank zu liegen scheinen, ist nicht=20
allein mit der Abschw=E4chung der US-Konjunktur und den Kriegswolken =FCber=
 dem=20
Persischen Golf zu erkl=E4ren. Auch der vor einer Woche neu ernannte=20
Staatsminister f=FCr Finanzdienstleistungen, Heizo Takenaka, tr=E4gt das=20
Seinige zur angespannten Stimmung bei. Dem reformfreudigen Minister werden=
=20
beim Kampf gegen die Problemkredite in Japans Bankbilanzen beherzte Taten=20
zugetraut. In kurzer Frist d=FCrfte eine =ABharte Landung=BB des hiesigen=20
Finanzsektors indessen vor allem die Anzahl Firmenzusammenbr=FCche, die=20
Arbeitslosenquote und den deflation=E4ren Druck erh=F6hen.
Kein Schutz durch Gr=F6sse
Takenaka unternahm am Montag wenig, um solche Bef=FCrchtungen abzuschw=E4che=
n.=20
Im Gegenteil: In einem Interview gegen=FCber dem Nachrichtenmagazin=20
=ABNewsweek=BB betonte er, dass Japans vier Grossbanken, die mitunter zu den=
=20
gr=F6ssten Finanzh=E4usern der Welt geh=F6ren, nach Ansicht der japanischen=
=20
Regierung nicht als =ABtoo big to fail=BB zu bezeichnen seien. Diese f=FCr=
 einen=20
=D6konomen eigentlich wenig =FCberraschende Einsch=E4tzung wirkt aus dem=
 Mund=20
eines japanischen Wirtschaftsministers gleichwohl =FCberraschend und=20
erfrischend zugleich. Die Botschaft trug aber nicht dazu bei, um die=20
nerv=F6sen H=E4ndler zu beruhigen. Investoren beeilten sich vielmehr, ihre=
=20
Engagements in Finanztiteln weiter abzubauen, und der Subindex f=FCr=20
Bankvaloren b=FCsste am Montag =FCber 5% ein.
Zweifel an =DCberlebensf=E4higkeit
Dass es Japans Regierung mit einer radikalen Aufr=E4umaktion in Japans=20
Bankbilanzen in der Tat ernst sein k=F6nnte, versuchte Takenaka bereits am=
=20
Wochenende bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu untermauern. Er k=FCndigt=
e=20
an, dass Japans Regierung Grosskonzerne nicht l=E4nger vor dem Kollaps=
 retten=20
werde, falls solche Unternehmen nicht ihre operative =DCberlebensf=E4higkeit=
=20
unter Beweis stellen k=F6nnten. Auch diese =C4usserung sollte in einer=20
funktionierenden Marktwirtschaft eigentlich keine grossen Wellen ausl=F6sen.=
=20
Wenn sie es in Japan dennoch tut, zeigt dies nicht zuletzt, wie stark in=20
der Erwartungshaltung der Marktakteure der rettende Einsatz des Staates=20
bereits verinnerlicht ist. Zu den grossen Tagesverlierern z=E4hlten am=
 Montag=20
daher vor allem die stark =FCberschuldeten Firmen aus den Problembereichen=
=20
Bau, Immobilien und Einzelhandel.



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Japans Bankreform im Wechselbad

Takenaka und Koizumi zwischen den Fronten

tf. Tokio, 7.Oktober

Japan muss bei der anstehenden Bankenreform eine heikle Gratwanderung=20
beschreiten. Einerseits w=E4re es w=FCnschenswert und seit Jahren=
 =FCberf=E4llig,=20
im Rahmen eines radikalen Schrittes ein f=FCr allemal s=E4mtliche faulen=20
Kredite aus den Bankbilanzen abzuschreiben und den st=E4rksten unter Japans=
=20
Finanzh=E4usern in der Folge einen unbelasteten Neuanfang zu erm=F6glichen.=
=20
Anderseits droht bei einer allzu aggressiven =ABTabula-rasa-Aktion=BB in=
 kurzer=20
Frist der unkontrollierbare Zusammenbruch zahlloser Unternehmen aus=20
Industrie und Finanz und eine gef=E4hrliche Destabilisierung des -=
 eigentlich=20
zu st=E4rkenden - Bankensektors. Das eine ohne das andere ist kaum=20
vorstellbar; der heikle Zielkonflikt mit Blick auf Nippons=20
wirtschaftspolitische Optionen ist am Montag in geradezu exemplarischer=20
Weise zum Ausdruck gekommen.

Kompromisslos
Zun=E4chst lag es am neuen Staatsminister f=FCr Finanzdienstleistungen,=
 Heizo=20
Takenaka, in die Rolle des kompromisslosen Reformers zu schl=FCpfen. In=
 einem=20
Interview gegen=FCber dem amerikanischen Nachrichtenmagazin =ABNewsweek=BB=
=20
k=FCndigte der neue starke Mann in Japans Kabinett bei der sich in=20
Ausarbeitung befindenden Finanzreform eine harte Haltung an. Takenaka=20
betonte, dass selbst Nippons Grossbanken nach Ansicht der Regierung nicht=20
als =ABtoo big to fail=BB zu bezeichnen seien, dass also keine der hiesigen=
=20
Banken so gross sei, dass ihr allenfalls drohender Kollaps staatlicherseits=
=20
verhindert werden m=FCsste. Diese Einsch=E4tzung beunruhigte namentlich an=
=20
Tokios Aktienmarkt, wo man sich in den vergangenen Jahren an die=20
Zuverl=E4ssigkeit staatlicher Rettungsdienste f=FCr strauchelnde=
 Grosskonzerne=20
gew=F6hnt hatte. In einem Marktumfeld, in dem der Nikkei-225-Index auf den=
=20
tiefsten Stand seit dem Juni 1983 abst=FCrzte, standen in Erwartung von=20
Takenakas kompromissloser Reformpolitik und einer entsprechend =ABharten=20
Landung=BB des Finanzsektors vor allem Bankvaloren auf den Verkaufslisten.

Kompromissbereit
In die Rolle des bereits etwas nachsichtigeren Politikers schl=FCpfte am=20
Montagabend demgegen=FCber Ministerpr=E4sident Junichiro Koizumi. Gegen=FCbe=
r=20
Journalisten gab er, wenig =FCberraschend, bekannt, dass die vollumf=E4nglic=
he=20
Staatsgarantie f=FCr Sichteinlagen bei Banken nun tats=E4chlich =FCber den=
=20
kommenden April hinaus um zwei weitere Jahre verl=E4ngert werde. Kollabiert=
=20
also ein japanisches Bankhaus, so verliert ein Bankkunde weiterhin keinen=20
einzigen Yen seiner Sichteinlage. Regierungspl=E4ne hatten eigentlich=20
vorgesehen, den staatlichen Schutz ab dem April 2003 auf 10 Mio. Yen zu=20
beschr=E4nken. Der neuerliche Aufschub dieser Reform ist einer=20
risikogerechteren Allokation von Spargeldern nat=FCrlich wenig f=F6rderlich.=
=20
Gemindert wird dadurch aber zumindest die Gefahr einer panikartigen=20
Aufl=F6sung von Bankkonti bei angeschlagenen Finanzh=E4usern. Koizumi=20
unterstrich denn auch, dass die Verl=E4ngerung der Staatshaftung notwendig=
=20
sei f=FCr eine geordnete Forcierung des Abbaus fauler Kredite. Und auch der=
=20
vermeintliche Hardliner Takenaka, der sich der Notwendigkeit einer=20
Abfederung von Bankreformen sehr wohl bewusst ist, gab sich am Abend von=20
der sanfteren Seite und lobte die Verl=E4ngerung des staatlichen=20
Einlagenschutzes als Beitrag zur Stabilisierung des Finanzsystems.



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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] cinesische mauer
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Weiteres Teilst=FCck der Chinesischen Mauer gefunden

Peking, 9.Okt. (ap)

         Im Nordwesten Chinas ist ein 80 Kilometer langes Teilst=FCck der=20
Chinesischen Mauer entdeckt worden, das jahrhundertelang versch=FCttet war.=
=20
Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Mittwoch berichtete, befindet=
=20
sich der bisher unter Sandmengen begrabene Abschnitt am S=FCdhang des Berges=
=20
Helan in der Region Ningxia, etwa 40 Kilometer westlich der Stadt Yinchuan.=
=20
Dieses Mauerst=FCck war laut dem Bericht im Jahr 1531 errichtet worden. Bei=
=20
Reparaturarbeiten im Jahr 1540 kamen drei Wacht=FCrme hinzu. Der=20
wiederentdeckte Teil der Mauer ist sieben Meter hoch und am Boden sechs=20
sowie an der Spitze drei Meter breit. An seinen Seiten finden sich sieben=20
Entw=E4sserungsgr=E4ben und Gel=E4nder. Erst im August hatten Arch=E4ologen=
 bekannt=20
gegeben, sie h=E4tten im Nordwesten Chinas 2000 Jahre alte Mauerabschnitte=
=20
wiederentdeckt. Die Chinesische Mauer ist nach Sch=E4tzungen bis zu 6000=20
Kilometer lang.



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=20
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Todesurteile in China in Haftstrafen umgewandelt

Sektenf=FChrer verurteilt

Peking, 10.Okt. (dpa)

Die Todesurteile gegen f=FCnf f=FChrende Mitglieder einer christlichen Sekte=
 in=20
China sind in dreimal lebenslange Haft und zwei 15-j=E4hrige Haftstrafen=20
umgewandelt worden. Die Neuverhandlung vor dem Mittleren Volksgericht der=20
Stadt Jingmen (Provinz Hubei) gegen insgesamt 17 Mitglieder der=20
=ABS=FCdchinesischen Kirche=BB dauerte zwei Tage, wie das=
 Informationszentrum f=FCr=20
Demokratie und Menschenrechte in Hongkong berichtete. Das Gericht habe den=
=20
Vorwurf der Bildung eines =ABillegalen Kults=BB zur Untergrabung der Gesetze=
=20
fallengelassen. Vier Angeklagte seien deswegen als unschuldig freigelassen=
=20
worden. Die Neuverhandlung war n=F6tig geworden, weil das oberste Gericht=
 der=20
Provinz im Berufungsverfahren die Urteile wegen Mangels an Beweisen=20
verworfen hatte.
Die f=FCnf Anf=FChrer sind nun wegen vors=E4tzlicher K=F6rperverletzung=
 verurteilt=20
worden. Dem F=FChrer der Kirche, Gong Shenliang, wurde zus=E4tzlich=20
Vergewaltigung zur Last gelegt. Alle Verurteilten legten erneut Berufung=
 ein.
Dass die Anklage wegen eines =ABillegalen Kults=BB fallengelassen wurde, ist=
=20
ungew=F6hnlich, da die =ABS=FCdchinesische Kirche=BB zuvor entsprechend=
 eingestuft=20
worden war. Mit diesem Vorwurf gehen die chinesischen Beh=F6rden h=E4ufig=
 gegen=20
christliche Gruppen ausserhalb der staatlich kontrollierten =ABPatriotischen=
=20
Kirche=BB oder auch gegen Falun-Gong-Mitglieder vor.





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Hongkongs Wirtschaft braucht neue Impulse

Wachstumspotenziale im Perlflussdelta

F=FCnf Jahre nach der R=FCckkehr nach China sieht sich Hongkong mit dem=
 zweiten=20
Wirtschaftsabschwung konfrontiert. W=E4hrend Chinas rapide Modernisierung=20
Hongkongs Standortvorteile immer kleiner werden l=E4sst, bieten sich neue=20
Wachstumsm=F6glichkeiten durch eine intensivere Integration mit der=20
festlandchinesischen Nachbarschaft.

us. Peking, im Oktober

Kaum eine Woche vergeht, ohne dass in Schanghai ein neues Nobelrestaurant=20
er=F6ffnet wird. In einer spektakul=E4ren Villa aus den zwanziger Jahren=
 trifft=20
man den Manager, der mit sichtlichem Stolz eine der j=FCngsten Novit=E4ten=
 in=20
der Schanghaier Unterhaltungs-Szene leitet. Es stellt sich heraus, dass der=
=20
junge Mann aus Hongkong zugewandert ist. F=FCr seine Vaterstadt sieht er=
 eine=20
d=FCstere Zukunft. Diesmal handle es sich nicht um einen =FCblichen=
 Abschwung=20
im Konjunkturzyklus. Vielmehr gehe es um weitreichende strukturelle=20
Verlagerungen. =ABImmer mehr Hongkonger investieren auf dem Festland, und=20
dieses Geld wird Hongkongs Wirtschaftskreislauf entzogen.=BB Die Zahl der=20
neuen Riesenkomplexe, die in Peking und Schanghai aus dem Boden schiessen=20
und bei denen Hongkonger entweder als Generalunternehmer oder als K=E4ufer=
=20
von B=FCros und Eigentumswohnungen engagiert sind, scheint diese These vom=
=20
Kapitalabfluss zu best=E4tigen.

Vergleich mit Schanghai
Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, w=E4hrend dessen Hongkong von den=20
Japanern heimgesucht worden war, hat die Stadt mehrere tiefgreifende=20
=F6konomische und soziale Mutationen erfolgreich bestanden. L=E4ngst=
 vergessen=20
sind die Zeiten, da Hongkong Standort f=FCr Billigst-Industrien war. Mit der=
=20
Ende der siebziger Jahre von Deng Xiaoping verf=FCgten wirtschaftlichen=20
=D6ffnung Chinas verschwanden diese Unternehmen auf das benachbarte=
 Festland,=20
wo die Lohn- und Produktionskosten einen Bruchteil des Hongkonger Niveaus=20
ausmachten. Rasch passten sich die Hongkonger an die neuen Verh=E4ltnisse an=
=20
und liessen ihre Hafenstadt zum Transitzentrum f=FCr den expandierenden=20
China-Handel werden. Noch bis in die fr=FChen neunziger Jahre hinein war die=
=20
Infrastruktur auf dem Festland selbst in den fortschrittlicheren Regionen=20
nicht mit dem zu vergleichen, was Hongkong zu bieten hatte. Hongkong ist in=
=20
den letzten Jahren zwar nicht stillgestanden, aber die Dynamik des=20
Festlands hat den Vorsprung der Stadt dennoch schwinden lassen. Als=20
Hongkong 1997 nach China zur=FCckkehrte, aber unter der Formel =ABein Land,=
=20
zwei Systeme=BB seine rechtsstaatliche und =F6konomische Eigenst=E4ndigkeit=
=20
wahren konnte, sahen viele im Finanzdienstleistungsbereich eine brillante=20
Zukunft f=FCr Hongkong, die indessen schon bald von der Asien-Krise=20
verd=FCstert wurde. Im Herbst 1998 wurde Hongkong von dieser Krise so heftig=
=20
gebeutelt, dass die Beh=F6rden sich zu massiven St=FCtzk=E4ufen an der B=F6r=
se=20
veranlasst sahen.
Die Meinungen =FCber die Konkurrenz von Schanghai gehen weit auseinander.=
 Die=20
einen sehen Hongkongs geringe fiskalische Belastung von Einkommen und=20
Unternehmen, sein einfaches und transparentes Steuerregime, seine=20
institutionelle und rechtsstaatliche Stabilit=E4t sowie die dort=
 angesiedelte=20
Expertise eines internationalen Finanzzentrums als Standortvorteile, mit=20
denen Schanghai noch lange nicht werde mithalten k=F6nnen. B=F6rsenskandale=
 und=20
weitverbreitete Korruption in China st=FCtzen diese Meinung. Anderseits=20
spricht der Zufluss ausl=E4ndischer Direktinvestitionen (FDI) eine andere=20
Sprache. Gem=E4ss einer unl=E4ngst von der Hongkong and Shanghai Bank=20
ver=F6ffentlichten Studie setzt sich in Hongkong der seit 2000 anhaltende=20
Abfluss von FDI fort, w=E4hrend anderseits das Volumen von FDI in China=20
weiterhin stark w=E4chst. Chinas Beitritt zur WTO f=F6rdert diese=
 Entwicklung=20
zus=E4tzlich. F=FCr Hongkongs Wirtschaft ist dies ein gef=E4hrlicher Trend,=
 da=20
ein Abfluss von FDI bei Hongkongs Currency-Board-System automatisch eine=20
Reduktion der Geldmenge zur Folge hat.

Blick in die Nachbarschaft
Mancher Hongkonger =ABTycoon=BB stammt urspr=FCnglich aus Schanghai, was=
 eine=20
Diversifikation dorthin nicht nur erleichtert, sondern dank alten=20
Klan-Verbindungen auch attraktiv werden l=E4sst. Doch Herausforderungen=20
drohen Hongkong auch von der n=E4heren Nachbarschaft. Nachdem vor zwei=20
Jahrzehnten die industrielle Fertigung sich aufs benachbarte Festland=20
abgesetzt hatte, werden in j=FCngster Zeit auch Arbeitspl=E4tze im=20
Dienstleistungssektor ins nahe Shenzhen verlagert. Aus Kostengr=FCnden=20
siedeln Banken, Versicherer, Handelsfirmen und andere Dienstleister immer=20
mehr Jobs, die nicht an der Betriebsfront gebraucht werden, auf dem=20
Festland an.
Vor diesem Hintergrund kann eine realistische Analyse der Hongkonger=20
Zukunftsaussichten an seiner beschleunigten Integration ins chinesische=20
Hinterland nicht vorbeif=FChren. In der Provinz Guangdong werden rund 40%=
 der=20
chinesischen Exporte produziert. Diese gigantische Wirtschaftsmaschinerie=20
generiert eine Reihe von Bed=FCrfnissen, die Hongkong zugute kommen k=F6nnen=
.=20
Am offensichtlichsten ist seine Rolle als Tor von und nach China, wobei=20
allerdings auch hier mit dem Ausbau der Infrastruktur im Perlflussdelta der=
=20
Wettbewerb h=E4rter wird und die im weltweiten Vergleich sehr hohen=20
Hafengeb=FChren im technologisch zwar vorz=FCglichen Hongkonger Hafen=
 zunehmend=20
abschreckend wirken k=F6nnen. Noch gibt es Stimmen, die vor einer=20
=F6konomischen Integration Hongkongs ins Hinterland warnen, sei es aus=20
politischen Gr=FCnden, sei es, weil eine Erosion des eigenst=E4ndigen=20
Charakters der ehemaligen britischen Kolonie bef=FCrchtet wird. Doch=20
angesichts einer Wirtschaftslage, die eine pragmatische Haltung gebietet,=20
werden die skeptischen Stimmen rarer.
Kurzfristig gibt es im Tourismus enorme Potenziale. Hongkong ist f=FCr viele=
=20
Chinesen, die zum ersten Mal die Luft im =ABAusland=BB schnuppern wollen,=
 eine=20
verlockende Destination. L=E4ngerfristig b=F6ten sich aber auch zahlreiche=
=20
Synergien auf dem Immobilienmarkt, mit dem es derzeit nicht zum Besten=20
steht. Festlandchinesische Nachfrage k=F6nnte hier wichtige Impulse geben,=
=20
wof=FCr allerdings eine verst=E4rkte =D6ffnung Hongkongs gegen=FCber dem=
 Festland=20
Voraussetzung ist.





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=20
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Weiteres Aum-Mitglied in Japan zum Tode verurteilt

Tokio, 11.Okt. (afp)
  Ein Bezirksgericht in Tokio hat am Freitag ein weiteres hochrangiges=20
Mitglied der Aum-Sekte zum Tode verurteilt. Nach siebenj=E4hrigen=20
Verhandlungen befand das Gericht den 42-j=E4hrigen Biochemiker Seiichi Endo=
=20
f=FCr mitschuldig an den t=F6dlichen Nervengiftanschl=E4gen der Sekte im=
 Juni=20
1994 und M=E4rz 1995. Bei dem Anschlag 1994 in der zentraljapanischen Stadt=
=20
Matsumoto mit Sarin waren sieben Personen get=F6tet worden. Der Anschlag ein=
=20
Jahr sp=E4ter in der Tokioter U-Bahn forderte zw=F6lf Todesopfer und=
 Tausende=20
von Verletzten. Endo war in der selbsternannten Regierung der Aum-Sekte=20
=ABGesundheits- und Sozialminister=BB. Er ist das neunte Sekten-Mitglied,=
 das=20
wegen seiner Beteiligung an den t=F6dlichen Attentaten die Todesstrafe=20
erhielt. Der Experte f=FCr Gentechnik und Virologie hatte bei der=
 Entwicklung=20
von Sarin, Anthrax und anderer Gifte f=FCr die Sekte eine Schl=FCsselrolle=
=20
gespielt.

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Japans Notenbank auf dem Posten

Skizze zur L=F6sung des Banken-Kreditproblems
Japans Zentralbank hat in einem Bericht zum Problem fauler Bankkredite die=
=20
Regierung erneut dazu aufgefordert, bei drohender Unterkapitalisierung der=
=20
Banken Kapitalspritzen der =F6ffentlichen Hand in Erw=E4gung zu ziehen. Im=
 Fall=20
einer systemischen Finanzkrise stellt die Notenbank in Aussicht, als=20
=ABlender of last resort=BB bereitzustehen. Seit langem scheinen Zentralbank=
=20
und Regierung in =E4hnlicher Tonlage zu sprechen.

tf. Tokio, 11.Oktober
Japans Zentralbank (Bank of Japan) hat am Freitag in einem mit Spannung=20
erwarteten Bericht eine Lagebeurteilung zu dem sich versch=E4rfenden Problem=
=20
notleidender Kredite bei Gesch=E4ftsbanken vorgelegt. Sie erh=F6ht darin=
 zwar=20
den Druck auf Banken und Regierung, l=E4ngst f=E4llige Massnahmen zur=20
Eliminierung fauler Kredite endlich in Angriff zu nehmen. Nach Monaten=20
gegenseitiger Schuldzuweisungen zwischen Zentralbank und Regierung sind von=
=20
den W=E4hrungsh=FCtern aber auch vers=F6hnlichere T=F6ne zu vernehmen. So=
 wird=20
betont, dass beide Seiten gemeinsam und pr=E4ventiv die Entstehung einer=20
Finanzkrise verhindern m=FCssten. Sollte sich Japan dennoch mit dem Risiko=
=20
einer systemischen Finanzkrise konfrontiert sehen, werde die Bank of Japan=
=20
als =ABlender of last resort=BB bereitstehen. Von der Regierung fordert das=
=20
Institut Kapitalspritzen der =F6ffentlichen Hand f=FCr Gesch=E4ftsbanken in=
=20
Erw=E4gung zu ziehen, falls der Abbau von Problemkrediten zu einer=20
Unterkapitalisierung der Institute f=FChrt. Eine staatliche=
 Rekapitalisierung=20
habe indessen so zu erfolgen, dass die Anreize zur St=E4rkung der=20
Wettbewerbsf=E4higkeit nicht relativiert w=FCrden.
In fremden G=E4rten
Eigentlich muss es eher sonderbar anmuten, dass eine Zentralbank mit einem=
=20
Zust=E4ndigkeitsbereich, der - naheliegenderweise - auf die Geldpolitik=20
fokussiert ist, einen Bericht zur Reform privater Gesch=E4ftsbanken vorlegt;=
=20
auch in Japan besitzt die Zentralbank keine formale Vollmacht f=FCr solches=
=20
Tun. Sp=E4testens nachdem die Bank of Japan Mitte September aber ihren=
 ebenso=20
=FCberraschenden wie unorthodoxen Entscheid bekanntgegeben hatte, direkt aus=
=20
den Best=E4nden der Gesch=E4ftsbanken Aktien zu erwerben, wozu sie auf Grund=
=20
ihres Mandates ebenfalls nicht befugt ist, musste aber klar sein, dass=20
Nippons Zentralbank ihre Befugnisse vergleichsweise grossz=FCgig=20
interpretiert. Sie tut dies nicht ohne Erfolg. Jedenfalls war der Plan von=
=20
Aktienk=E4ufen nicht zuletzt als Weckruf an die Adresse der=20
Finanzaufsichtsbeh=F6rde (FSA) gedacht, das Problem fauler Bankkredite=20
endlich beherzter einer L=F6sung zuzuf=FChren. Dass der auf diese Weise=20
kritisierte FSA-Chef im Rahmen einer Kabinettsumbildung durch einen=20
reformfreudigeren Minister, n=E4mlich durch Heizo Takenaka, ersetzt wurde,=
=20
ist wohl zu einem nicht zu untersch=E4tzenden Teil auch dem un=FCblichen=20
Vorstoss der Bank of Japan zuzuschreiben. Ob es nun dank Takenaka k=FCnftig=
=20
zu einer entspannteren Zusammenarbeit zwischen Zentralbank und FSA kommen=20
wird, bleibt zwar offen. Japans neuer =ABSuper-Minister=BB betonte am=
 Freitag=20
aber zumindest, dass bei der unter seiner Federf=FChrung auszuarbeitenden=20
Bankenreform, die eventuell noch im Verlauf der kommenden Woche der=20
=D6ffentlichkeit pr=E4sentiert werden soll, der Bericht der Zentralbank=
 sicher=20
ber=FCcksichtigt werde.
Viel zu kritisieren haben d=FCrfte Takenaka an diesem Bericht kaum. Die=20
Vorschl=E4ge entsprechen gr=F6sstenteils jenen Forderungen, die er selber=
 seit=20
Tagen st=E4ndig wiederholt. So fordert auch die Zentralbank, in einem ersten=
=20
Schritt zun=E4chst Problemkredite gem=E4ss den effektiven Ausfallrisiken=20
strenger zu klassifizieren. Parallel dazu m=FCssten die R=FCckstellungen f=
=FCr=20
potenzielle Kreditverluste angepasst werden, wobei die Gesch=E4ftsbanken zur=
=20
Verwendung neuerer Methoden des Kreditrisiko-Managements ermuntert werden.=
=20
Nach Verbuchung entsprechender R=FCckstellungen seien die Kredite=20
schliesslich aus den Bilanzen zu entsorgen. Die Zentralbank unterstreicht=20
in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit eines funktionierenden=20
Sekund=E4rmarktes f=FCr Problemkredite, der den Banken auch Anhaltspunkte=
 zur=20
angemessenen R=FCckstellungspolitik liefere. Die bisweilen diskutierte=20
Anregung, der staatlichen Auffanggesellschaft Resolution and Collection=20
Corp. (RCC) den Aufkauf von Problemkrediten zu Preisen =FCber dem Marktwert=
=20
zu erlauben, findet sich nicht in den Vorschl=E4gen der Zentralbank. Auch=20
Takenaka kann sich f=FCr eine solche L=F6sung, die einer indirekten=20
Subventionierung maroder Kreditportefeuilles gleichk=E4me und zudem die=20
St=E4rkung eines Sekund=E4rmarktes f=FCr Problemkredite verunm=F6glichte,=
 nicht=20
erw=E4rmen.
Ein Ertragsproblem
Letztlich ist das Problem fauler Kredite aus Sicht der Zentralbank aber vor=
=20
allem ein Problem ungen=FCgender Wettbewerbsf=E4higkeit der Banken. Zur=20
St=E4rkung des gesamten Finanzsystems sei es daher n=F6tig, dass die Banken=
=20
ihre Ertragskraft verbesserten, um langfristig wieder ihre Rolle als=20
effiziente Finanzintermedi=E4re aus=FCben zu k=F6nnen. Das bedinge=
 einerseits=20
Restrukturierungen, Konsolidierungen und Kostensenkungen. Notwendig sei=20
anderseits auch eine Kreditpolitik mit Zinss=E4tzen, die das Ausfallrisiko=
=20
der Ausleihungen ad=E4quat spiegle, zumal die momentan erwirtschafteten=20
Ertr=E4ge nicht einmal zur Deckung der Kreditkosten ausreichten. Der=20
entsprechende Handlungsbedarf ist aus Sicht der Zentralbank aus drei=20
Gr=FCnden besonders dringend: Erstens w=FCrden die strukturellen Umw=E4lzung=
en in=20
der Finanz- und Wirtschaftswelt st=E4ndig neue Problemkredite generieren;=
 das=20
Problem fauler Kredite sei also mitnichten eine blosse Sp=E4tfolge des=20
Platzens der =ABAsset-Bubble=BB. Zweitens verharrten die Margen, die Japans=
=20
Banken bei ihrem Kreditgesch=E4ft verbuchen, trotz h=F6heren Problemkrediten=
=20
auf anhaltend tiefem Niveau. Und drittens schliesslich k=F6nnten angesichts=
=20
der schwachen Verfassung der Aktienm=E4rkte auch unrealisierte Gewinne auf=
=20
Aktienbest=E4nden nicht l=E4nger als Puffer f=FCr die erlittenen=
 Kreditverluste=20
genutzt werden.



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=20
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Die Aktienkaufspl=E4ne der BoJ

tf.
Die Bank of Japan (BoJ) hat am Freitag Details zu ihrem Mitte September=20
=FCberraschend angek=FCndigten Plan erl=E4utert, direkt aus den Best=E4nden=
 von=20
Gesch=E4ftsbanken Aktien zu erwerben. Um die Gesch=E4ftsbanken von den=20
Volatilit=E4ten der B=F6rse unabh=E4ngiger zu machen, sollen Aktien im=
 Gesamtwert=20
von 2Bio.Yen zu Marktpreisen erworben werden. Die unorthodoxe Aktion soll=20
=ABbaldm=F6glichst=BB starten und bis September 2003 beendet sein; sollten=
 bis zu=20
diesem Datum die get=E4tigten K=E4ufe unter 2Bio.Yen liegen, wird die Frist=
 um=20
ein Jahr verl=E4ngert. Die erworbenen Papiere sollen nicht vor September=
 2007=20
wiederverkauft werden; bis Ende September 2017 will man s=E4mtliche Aktien=
=20
abgestossen haben. Die f=FCr Verk=E4ufe ihrer Wertpapierbest=E4nde in Frage=
=20
kommenden Finanzh=E4user sind jene, deren Aktienportefeuille die H=F6he des=
=20
Kernkapitals (Tier 1) =FCbersteigt; pro Bank sind die Verk=E4ufe auf 500=
 Mrd.=20
Yen beschr=E4nkt. Erwerben will die Zentralbank nur Valoren kotierter=20
Unternehmen, die mindestens ein Kredit-Rating von BBB- aufweisen.
Der un=FCbliche Einsatz der Zentralbank d=FCrfte gem=E4ss Marktbeobachtern=
 wenig=20
zur Verbesserung der Finanzlage bei den Banken beitragen. Zum einen=20
erscheint der Betrag von 2 Bio. Yen als allzu bescheiden. Zum anderen=20
k=F6nnen Gesch=E4ftsbanken ihre =FCbersch=FCssigen Aktienbest=E4nde auch=
 anderweitig=20
zu Marktpreisen abstossen - und mehr als Marktpreise will selbst die Bank=20
of Japan nicht zahlen.



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Kampf der Mobilsysteme in Japan

Fehlstart f=FCr NTT Docomo bei Breitbanddiensten

Der japanische Mobilfunkbetreiber NTT Docomo hat mit seinem=20
=ABi-mode=BB-Datendienst weltweit f=FCr Schlagzeilen gesorgt. Bei seinem=
 Start in=20
die dritte Mobilfunkgeneration ist bisher der Erfolg ausgeblieben. Sehr=20
viel schneller hat sich dagegen der auf einer anderen Technologie fussende=
=20
Breitbanddienst von KDDI auf dem Markt durchgesetzt. Das muss f=FCr die=20
Zukunft aber noch nichts bedeuten.

wm. Tokio, im Oktober
Das Handy ist auch in Japan allgegenw=E4rtig. Doch selten wird man dadurch=
=20
gest=F6rt, zumal Telefongespr=E4che beispielsweise in der U-Bahn untersagt=
=20
sind. Gleichwohl werden die Mobiltelefone auch dort h=E4ufig verwendet. Das=
=20
Ger=E4t befindet sich aber nicht am Ohr, sondern es ist als Terminal f=FCr=
=20
Daten=FCbermittlungen im Einsatz. Auf diesem Gebiet gilt die=
 Mobilfunktochter=20
des ehemaligen Telekom-Monopolisten NTT als Trendsetter. NTT Docomo hatte=20
im Februar 1999 den Datendienst =ABi-mode=BB eingef=FChrt. W=E4hrend sich=
 WAP -=20
eine Technologie, welche ebenfalls den Zugang zum Internet =FCber das Handy=
=20
erm=F6glichen sollte - in Europa zum Flop wurde, trat =ABi-mode=BB einen=20
eindr=FCcklichen Siegeszug an. Nur knapp ein halbes Jahr nach der Lancierung=
=20
(Februar 1999) lag die Zahl der Abonnenten bei 1Mio., nach 13 Monaten bei=20
5Mio. und nach anderthalb Jahren bei 10 Mio. Heute weist =ABi-mode=BB 34,8=
 Mio.=20
eingeschriebene Kunden auf, das ist knapp die H=E4lfte von allen japanischen=
=20
Handy-Besitzern.

Erfolg mit =ABi-mode=BB, M=FChe mit Foma
Der Siegeszug von =ABi-mode=BB erfolgte trotz geringer=20
=DCbermittlungsgeschwindigkeit. Mit einer Bandbreite von 9,6 kbps waren die=
=20
Dienste - z.B. Mail, Informationen =FCber Zugsverbindungen oder =ABmobile=20
banking=BB - nicht schneller verf=FCgbar als =FCber eine traditionelle=20
GSM-Verbindung in Europa. Erst im Fr=FChling 2002 wurde die Bandbreite auf=
=20
28,8 kbps erh=F6ht. Bereits zuvor hatte NTT Docomo den Startschuss f=FCr den=
=20
neuesten Dienst der dritten Generation abgegeben. Unter dem Markennamen=20
Foma (=ABFreedom of Mobile Multimedia Access=BB) werden Bandbreiten von bis=
 zu=20
384 kbps (=ABbest effort=BB bei =ABpacket switching=BB bzw. 64 kbps bei=
 =ABcircuit=20
switching=BB) angeboten. Der Start dieses Dienstes h=E4tte eigentlich im Mai=
=20
2001 erfolgen sollen. Schliesslich kam es wegen technischer Schwierigkeiten=
=20
im Oktober vergangenen Jahres zu einem =ABsoft launch=BB. Wie aus der=20
beistehenden Tabelle ersichtlich ist, verlief der Start harzig und wurde=20
das Ziel von 150000 Abonnenten im M=E4rz 2002 deutlich verfehlt. Selbst=
 heute=20
ist diese Zahl noch nicht erreicht. Daf=FCr gibt es verschiedene Gr=FCnde.=
 So=20
ist der Foma-Service noch nicht =FCberall verf=FCgbar, vor allem aber nicht=
 mit=20
dem bisherigen System kompatibel; die Foma-Abonnenten brauchen also zurzeit=
=20
in gewissen Gebieten noch ein zweites Handy. Im Weiteren haben die neuen=20
Ger=E4te eine deutlich geringere Batterie-Laufzeit, als die Japaner bisher=
=20
gewohnt waren. Vor allem den Nachteil der fehlenden=20
R=FCckw=E4rts-Kompatibilit=E4t kennt ein neuer Dienst der =ABau group=BB=20
(Mobilfunktochter von KDDI) nicht, der seit April angeboten wird und=20
ebenfalls deutlich h=F6here Bandbreiten als bisher aufweist, n=E4mlich bis=
 144=20
kbps (=ABbest effort=BB). Diese L=F6sung, welche gem=E4ss KDDI ebenfalls der=
=20
dritten Generation (3G) zugerechnet werden kann, basiert auf dem System=20
CDMA2000 1x der US-Firma Qualcomm, w=E4hrend sich NTT Docomo und der dritte=
=20
Mobilfunkanbieter des Landes, die von Vodafone beherrschte J-phone, sich=20
auf W-CDMA abst=FCtzen. Die Aufnahme des neuesten Angebotes von KDDI im=
 Markt=20
ist sehr freundlich ausgefallen (vgl. Tabelle), auch wenn dabei zu=20
ber=FCcksichtigen ist, dass ein ansehnlicher Teil des Abonnentenzuwachses=
 auf=20
eine Migration von anderen Diensten der =ABau group=BB zur=FCckzuf=FChren=
 ist.=20
Entscheidend f=FCr den relativ gr=F6sseren Erfolg d=FCrfte auch sein, dass=
 mehr=20
neue Handsets zu besseren Preisen f=FCr die Ausn=FCtzung der schnelleren=20
Dienste angeboten werden als bei Foma.

Handys mit Kamera als Renner
Im Gegensatz zu Europa werden in Japan keine Mobiltelefone mit der Marke=20
des Herstellers vertrieben, sondern ausschliesslich solche mit dem Brand=20
des Service-Providers. Bei der Lancierung neuer Modelle wird dann meist=20
auch mit den allenfalls neuen Funktionalit=E4ten geworben. Das beste=
 Beispiel=20
aus j=FCngster Zeit sind die mit digitalen Kameras ausgestatteten Handys von=
=20
J-phone, welche unter der Marke =ABsha mail=BB vermarktet werden. Von diesen=
=20
Ger=E4ten aufgenommene Farbbilder k=F6nnen als Mails direkt an andere=20
Mobiltelefone oder an regul=E4re E-Mail-Adressen verschickt werden. Seit der=
=20
Lancierung dieser Produktekategorie im Juni 2001 sind von J-phone bereits=20
mehr als 6Mio. dieser Ger=E4te abgesetzt worden. Es er=FCbrigt sich wohl=20
anzuf=FChren, dass die anderen beiden Service-Provider ebenfalls auf diesen=
=20
Zug aufgesprungen sind; aber der Branding-Vorteil liegt bei J-phone.
Generell f=E4llt in Japan die Konzentration der Dienste-Anbieter auf die=20
Anpreisung von konkreten Services auf. Technologie oder Bandbreiten werden=
=20
kaum je in den Vordergrund geschoben, oft nicht einmal genannt. Darin liegt=
=20
m=F6glicherweise ein Geheimnis des Erfolges in der Daten=FCbermittlung im=20
Vergleich etwa zu Europa, wo die Diskussion viel st=E4rker um Akronyme wie=
=20
GPRS, EDGE oder UMTS kreist. Selbst =FCber die Konkurrenz der 3G-Techniken=
=20
wird in Japan recht wenig Aufheben gemacht, obwohl es weltweit nur wenige=20
L=E4nder gibt, in denen zwei verschiedene Systeme zur Anwendung kommen. Das=
=20
vorab auch in Korea und in den Vereinigten Staaten verwendete CDMA2000 1x=20
hat zurzeit auf Grund der geringeren Investitionsbed=FCrfnisse, der=
 kleineren=20
Herstellkosten f=FCr die Handys (vgl. Kasten) und der Kompatibilit=E4t zur=
=20
zweiten Generation einen Startvorteil, doch glaubt man, dass langfristig=20
W-CDMA =FCberlegene Z=FCge aufweist. Der langsame Beginn von Foma in Japan=
=20
spricht nicht unbedingt dagegen, zumal der aus technologischer Sicht etwas=
=20
zu fr=FChe Start nicht zuletzt auf Kapazit=E4tsprobleme bei den angestammten=
=20
Diensten von NTT Docomo zur=FCckzuf=FChren war. Allein auf Grund des hohen=
=20
Marktanteils (knapp 60%) von NTT Docomo ist zu gegebener Zeit jedoch wohl=20
eine grosse Migrationswelle von =ABi-mode=BB zu Foma zu erwarten.



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=20
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Entf=FChrte Japaner auf Besuch in der Heimat

Nordkorea beh=E4lt die Kinder als menschliches Pfand

F=FCnf vor 24 Jahren durch nordkoreanische Agenten entf=FChrte Japaner haben=
=20
erstmals wieder heimischen Boden betreten. Die R=FCckkehrer bleiben aber nur=
=20
kurze Zeit in Japan. Ihre Kinder mussten sie als menschliches Pfand in=20
Nordkorea zur=FCcklassen. Zahlreiche Fragen rund um die verschleppten=
 Japaner=20
bleiben ungekl=E4rt, und die Bev=F6lkerung beurteilt eine Ann=E4herung an=20
Pjongjang zusehends skeptisch.

tf. Tokio, 15. Oktober
Erstmals seit 24 Jahren haben am Dienstag f=FCnf von Nordkorea verschleppte=
=20
Japaner wieder heimischen Boden betreten d=FCrfen. Am fr=FChen Nachmittag=20
trafen sie mit einer Sondermaschine auf dem Tokioter Flughafen Haneda ein=20
und wurden dort in ergreifender Weise von ihren Familienangeh=F6rigen=20
empfangen, die sie seit ihrer gewaltsamen Entf=FChrung im Jahre 1978 nie=
 mehr=20
zu Gesicht bekommen hatten. Willkommen geheissen wurden sie aber auch von=20
den Angeh=F6rigen jener acht verschleppten Japaner, die laut=
 nordkoreanischen=20
Angaben nicht mehr am Leben sein sollen. =DCber deren Schicksal kann=20
weiterhin nur spekuliert werden. Jedenfalls t=F6nen die von nordkoreanischer=
=20
Seite angegebenen Todesumst=E4nde =E4hnlich unglaubw=FCrdig, wie die=
 Begr=FCndung=20
verlogen wirkt, weshalb am Dienstag die f=FCnf Heimkehrer - zwei Ehepaare=
 und=20
eine mit einem ehemaligen amerikanischen Soldaten verheiratete Frau - nicht=
=20
ihre Kinder mit auf die Heimreise nehmen durften. So betonte man in=20
Nordkorea, dass die insgesamt sechs Kinder ihre Eltern nicht h=E4tten=20
begleiten wollen und dass die Eltern zu diesem Schritt psychologisch auch=20
nicht in der Lage gewesen seien. N=E4her an der Wahrheit liegt die=
 Vermutung,=20
dass das menschenverachtende Regime die Kinder als menschliches Pfand im=20
eigenen Land zur=FCckbehalten wollte.

Keine kritischen Kommentare
Die R=FCckkehr der f=FCnf Japaner, die heute zwischen 43 und 47 Jahre alt=
 sind,=20
ist denn auch bloss eine R=FCckkehr auf Zeit. In rund zwei Wochen werden sie=
=20
wieder den Flug nach Nordkorea antreten m=FCssen. =D6ffentliche und=
 kritische=20
Kommentare der Heimkehrer zu ihrer Entf=FChrung und zu ihrem Leben in=20
Nordkorea sind vor diesem Hintergrund kaum zu erwarten. An einer=20
Pressekonferenz hielten sie bloss fest, dass sie froh seien, wieder in=20
ihrem Heimatland zu sein, und dass es ihnen leid tue, dass ihr Verschwinden=
=20
den Angeh=F6rigen Angst verursacht habe. Nach ihrer Ankunft auf dem=
 Flughafen=20
fuhren die f=FCnf Japaner, die an ihrem Revers ein Emblem mit der Flagge=20
Nordkoreas trugen, mit Familienangeh=F6rigen in ein Tokioter Hotel. Am=20
Donnerstag werden sie in ihre Heimatorte, die sich an der Nordk=FCste Japans=
=20
befinden, weiterreisen. Japans Medien haben zwar versprochen, die=20
Heimkehrer w=E4hrend ihres kurzen Aufenthaltes in Ruhe zu lassen. Ob sie es=
=20
tun werden, bleibt aber zumindest zweifelhaft. So besch=E4ftigt deren=20
Schicksal die hiesige =D6ffentlichkeit seit Wochen wie kein anderes Thema.=
=20
Kaum eine Nachrichtensendung, die nicht mit neuen Spekulationen und=20
Vermutungen aufwartet, kaum eine Zeitschrift, in der nicht neue Einblicke=20
ins Familienalbum gew=E4hrt werden und in der Angeh=F6rige und Freunde nicht=
=20
ihre vager werdenden Erinnerungen aufrollen.

Mysteri=F6se Todesumst=E4nde
Ausgel=F6st wurde dies alles durch das historische Gipfeltreffen zwischen=20
Nordkoreas Diktator Kim Jong Il und Japans Ministerpr=E4sident Junichiro=20
Koizumi Mitte September in Pjongjang. Kim gestand damals zur =DCberraschung=
=20
praktisch aller politischen Beobachter ein, dass =ABirregeleitete=BB=
 Elemente=20
des nordkoreanischen Geheimdienstes in den sp=E4ten siebziger und fr=FChen=
=20
achtziger Jahren insgesamt dreizehn Japaner entf=FChrt hatten, und zwar zur=
=20
Ausbildung eigener Spione in japanischer Sprache und japanischer=20
Lebensweise. Er entschuldigte sich hierf=FCr und versprach, dass =C4hnliches=
=20
nie mehr geschehen werde. Das Eingest=E4ndnis =F6ffnete die T=FCre f=FCr die=
=20
Ank=FCndigung von Verhandlungen =FCber eine Normalisierung der bilateralen=
=20
Beziehungen, von der sich Kim vor allem dringend n=F6tige Wirtschaftshilfe=
=20
erhofft. Eine erste Verhandlungsrunde wird Ende Oktober in Malaysias=20
Hauptstadt Kuala Lumpur stattfinden. Koizumi betonte am Dienstag, dass der=
=20
vollst=E4ndigen Kl=E4rung der Entf=FChrungsf=E4lle bei diesen Gespr=E4chen=
=20
allerh=F6chste Priorit=E4t zukommen werde und dass die R=FCckkehr der f=FCnf=
=20
Japaner nur als ein erster Schritt auf diesem Weg zu betrachten sei.
Japans Premierminister hat auf Grund seiner ebenso mutigen wie riskanten=20
Initiative gegen=FCber Nordkorea im Inland zwar einen enormen=20
Popularit=E4tsschub erhalten. Das =E4ndert aber wenig daran, dass ein=
 Grossteil=20
der Bev=F6lkerung die politische Ann=E4herung an eine Diktatur, die ihre=20
terroristischen Aktivit=E4ten offen eingesteht, mit sehr gemischten Gef=FChl=
en=20
beurteilt. Eine Umfrage der landesweit gr=F6ssten Tageszeitung, =ABYomiuri=
=BB,=20
zeigte unl=E4ngst, dass 90 Prozent aller Befragten eine vollst=E4ndige=
 Kl=E4rung=20
der Entf=FChrungsf=E4lle als zwingende Voraussetzung f=FCr die Aufnahme=20
diplomatischer Beziehungen betrachten. Von einer solchen Kl=E4rung ist man=
=20
dieser Tage aber noch weit entfernt. Zahlreiche Fragen bleiben=20
unbeantwortet, namentlich hinsichtlich der Umst=E4nde des Todes der acht=20
Verstorbenen. Ihr durchschnittliches Todesalter betrug nur gerade 32,6=20
Jahre, was selbst in dem von Hunger geplagten Land, das nur =FCber eine=20
rudiment=E4re Gesundheitsversorgung verf=FCgt, ein verd=E4chtig fr=FChes=
 Ableben=20
bedeutet. Nach Nordkoreas Darlegung sind zwei der Verschleppten auf Grund=20
einer defekten Heizanlage durch Kohlenmonoxid-Vergiftungen gestorben, zwei=
=20
erlagen den Folgen von Autounf=E4llen, ein verheiratetes Paar starb trotz=20
jugendlichem Alter an Herzproblemen, ein Mann erlag einem Leberleiden,=20
w=E4hrend eine junge Frau wegen schwerer Depressionen freiwillig aus dem=20
Leben schied.
Beweise f=FCr diese Todesursachen bleibt man schuldig. Eine Obduktion der=20
Leichen sei leider nicht mehr m=F6glich, heisst es in Pjongjang, da sechs=
 der=20
acht Gr=E4ber durch =DCberschwemmungen weggesp=FClt worden seien. Die=
 sterblichen=20
=DCberreste eines anderen Opfers sollen zudem zweimal verbrannt worden sein,=
=20
wobei die zweite Kremation just an jenem Tag stattfand, an dem Koizumi=20
seine Staatsvisite in Nordkorea ank=FCndigte. Zu befriedigen verm=F6gen=
 diese=20
Erkl=E4rungen nicht. Da ausserdem zwei der Entf=FChrten an demselben Tag=20
verstorben sein sollen, kann es kaum =FCberraschen, dass in Japan niemand an=
=20
nat=FCrliche Todesursachen glauben mag. W=E4hrend sich Familienangeh=F6rige=
=20
angesichts fehlender Gegenbeweise an die Hoffnung klammern, dass die=20
Vermissten vielleicht doch noch am Leben sein k=F6nnten, geht die grosse=20
Mehrheit davon aus, dass Nordkoreas Herrscher die Entf=FChrungsopfer=20
kaltbl=FCtig ermorden liess.
Umstritten ist aber nicht allein das Schicksal der Verstorbenen. Unklar=20
bleibt letztlich auch, wie viele Japaner von Nordkorea entf=FChrt worden=20
sind. Die Zahl d=FCrfte weit =FCber den offiziellen dreizehn liegen.=
 Japanische=20
B=FCrgerbewegungen sprechen von =FCber f=FCnfzig Entf=FChrten, wobei derzeit=
=20
zahllose Vermisstendossiers aus den Polizeiarchiven geholt und auf=20
Anhaltspunkte hin =FCberpr=FCft werden, die auf eine Entf=FChrung schliessen=
=20
lassen k=F6nnten.

Heikle Ann=E4herung an Pjongjang
Angesichts dieses tiefen Misstrauens pr=E4sentiert sich der verfolgte=20
Ann=E4herungskurs gegen=FCber Nordkorea f=FCr Japans Regierung als ein=
 h=F6chst=20
diffiziler Akt. Dass neben dem bilateralen Thema der Entf=FChrungsf=E4lle=
 vor=20
allem die sicherheitspolitische Bedrohung durch das hochger=FCstete und=20
unberechenbare Regime ein Argument f=FCr eine Entspannung des bilateralen=20
Verh=E4ltnisses sein k=F6nnte, scheint dabei f=FCr Japans aussenpolitisch=
 wenig=20
interessierte Bev=F6lkerung bestenfalls ein Randthema zu sein. In den Medien=
=20
wird die milit=E4rische Bedrohung jedenfalls nur untergewichtig=
 thematisiert.=20
In Japans Regierung weiss man zudem, dass ein sicherheitspolitischer Dialog=
=20
mit Pjongjang ohne eine konziliantere Haltung der Vereinigten Staaten, die=
=20
Nordkorea nach wie vor zur =ABAchse des B=F6sen=BB z=E4hlen, ein wenig=20
aussichtsreiches Unterfangen bleiben muss.
An Washingtons harter Haltung d=FCrfte sich in naher Zukunft aber kaum etwas=
=20
=E4ndern. Klar gemacht hat dies vor wenig mehr als einer Woche der Besuch=
 des=20
amerikanischen Sondergesandten James Kelly in Nordkorea. Kelly machte=20
seinen Gespr=E4chspartnern deutlich, dass ohne eine Einstellung der=20
Entwicklung und des Exports von Massenvernichtungswaffen und ohne Zugang=20
internationaler Inspektoren zu den vermuteten Nuklearanlagen an einen=20
Dialog mit den USA nicht zu denken sei. In Pjongjang zeigte man sich ob=20
dieser Position sichtlich beleidigt und protestierte nach der Abreise des=20
Gesandten gegen das =ABarrogante und anmassende=BB Gebaren des Amerikaners -=
=20
von Entkrampfung also keine Spur, was auch den Handlungsspielraum Tokios=20
markant einengen d=FCrfte.


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Besorgte Reaktionen in Japan und S=FCdkorea

Nordkoreas Nuklearprogramm behindert die Ann=E4herung
tf. Tokio, 17.Oktober

Die japanische und die s=FCdkoreanische Regierung haben die nordkoreanischen=
=20
Herrscher am Donnerstag dazu aufgefordert, ihr Atomwaffenprogramm=20
einzustellen und sich an internationale R=FCstungsvereinbarungen zu halten.=
=20
Zuvor war aus Washington bekannt geworden, dass Nordkorea in Gespr=E4chen=
 mit=20
einem amerikanischen Sondergesandten Anfang Oktober in Pjongjang auf Grund=
=20
dr=FCckender Beweislast =FCberraschend das Eingest=E4ndnis gemacht hat, dass=
 das=20
Land =FCber ein geheimes Atomwaffenprogramm verf=FCge. Ein 1994=
 unterzeichnetes=20
Abkommen, in dem sich Nordkorea gegen=FCber den USA verpflichtete, keine=20
Atomwaffen zu entwickeln, um im Gegenzug zwei vom Westen finanzierte=20
Kernkraftwerke zur friedlichen Nutzung von Atomenergie zu erhalten, sei von=
=20
Nordkorea als nichtig bezeichnet worden, hiess es von amerikanischer Seite.=
=20
Wenngleich Milit=E4rexperten kaum Zweifel an der Existenz eines=20
nordkoreanischen Atomwaffenprogramms hegten, kommt das Eingest=E4ndnis doch=
=20
namentlich f=FCr Japan und S=FCdkorea zu einem =E4usserst unpassenden=
 Zeitpunkt.

Japan will Fortf=FChrung des Dialogs
So hat sich Japans Regierung nach dem Gipfeltreffen zwischen=20
Premierminister Junichiro Koizumi und Nordkoreas Diktator Kim Jong Il Mitte=
=20
September in Pjongjang auf einen vorsichtigen Kurs der Ann=E4herung an den=
=20
kommunistischen Staat begeben. Zumindest in der Frage der von Nordkorea zu=
=20
Spionagezwecken entf=FChrten Japaner konnten dabei erste Erfolge verzeichnet=
=20
werden. Koizumi betonte am Donnerstag, dass die auf Ende Oktober=20
angesetzten Verhandlungen =FCber eine Normalisierung der bilateralen=20
Beziehungen plangem=E4ss in Angriff genommen w=FCrden. Er werde die=
 Gegenseite=20
aber dazu auffordern, Massnahmen zu ergreifen, damit Verd=E4chtigungen,=20
Nordkorea verf=FCge =FCber ein Nuklearprogramm, nicht mehr auftauchten. Der=
=20
Kabinettssekret=E4r Yasuo Fukuda f=FCgte an, dass Japan eine Fortsetzung des=
=20
Dialogs als das beste Mittel betrachte, um Nordkorea zum Einlenken zu=20
bewegen. Er unterstrich, dass eine Normalisierung der bilateralen=20
Beziehungen und die Gew=E4hrung von Wirtschaftshilfe nur denkbar seien, wenn=
=20
sich Nordkorea auch an sicherheitspolitische Vereinbarungen halte.

R=FCckschlag f=FCr =ABSonnenscheinpolitik=BB
Das kaum mehr in Zweifel zu ziehende Atomwaffenprogramm beim n=F6rdlichen=20
Nachbarn bedeutet aber auch f=FCr S=FCdkoreas Pr=E4sidenten Kim Dae Jung,=
 dessen=20
Nachfolger Mitte Dezember gew=E4hlt wird, einen weiteren herben R=FCckschlag=
.=20
Das nicht unbegr=FCndete Misstrauen der s=FCdkoreanischen Bev=F6lkerung=
 gegen=FCber=20
den Versprechen und Zusagen aus Pjongjang d=FCrfte noch st=E4rker werden,=
 und=20
akzentuieren d=FCrfte sich somit vor allem die Kritik an der von Kim mit=
 viel=20
Konzilianz gegen=FCber dem Norden vorangetriebenen =ABSonnenscheinpolitik=BB=
.=20
Dennoch protestierte am Donnerstag auch S=FCdkoreas Regierung in=20
unzweideutiger Weise gegen Nordkoreas Nuklearprogramm. Ein=20
Regierungssprecher betonte, dass der Pr=E4sident die nordkoreanischen=20
Bem=FChungen zur Entwicklung von Atomwaffen sehr ernst nehme und er die=20
Meinung vertrete, dass ein solches Waffenprogramm unter keinen Umst=E4nden=
=20
toleriert werden k=F6nne. Ein Vertreter des s=FCdkoreanischen=20
Aussenministeriums k=FCndigte an, dass man f=FCr eine friedliche L=F6sung=
 des=20
Problems eine engere Kooperation mit den USA und Japan anstreben werde.


Grosse Beunruhigung der EU
lts. (Br=FCssel) =ABWir sind =E4usserst beunruhigt=BB - mit diesen Worten=
 hat der=20
Sprecher des EU-Aussenkommissars Patten am Donnerstag das betr=FCgerische=20
Verhalten Nordkoreas kommentiert. Falls sich die Meldungen best=E4tigten,=20
werde das =ABschwerwiegende Konsequenzen=BB haben. Zusammen mit den USA,=
 Japan=20
und S=FCdkorea geh=F6rt seit 1997 auch die EU der Korean Energy Development=
=20
Organisation (Kedo) an. Das Kedo-Konsortium wurde 1995 gegr=FCndet, um den=
=20
Bau von zwei Leichtwasserreaktoren und die Lieferung von Heiz=F6l als=20
Energieersatz f=FCr die ausser Betrieb gesetzten alten Atomreaktoren zu=20
finanzieren. Nach Angaben der Kommission beteiligte sich die EU zwischen=20
1997 und 2001 mit 95 Millionen Euro, und Br=FCssel verpflichtete sich bis=20
Ende 2005 zu weiteren j=E4hrlichen Zahlungen von 20 Millionen Euro. Die EU=
=20
beteiligt sich mit den USA vor allem an der Co-Finanzierung des Heiz=F6ls.=
=20
Der krasse Vertrauensbruch Pjongjangs bringt die EU politisch in=20
Verlegenheit. In bewusster Abgrenzung zur Bush-Administration, die=20
Nordkorea zur =ABAchse des B=F6sen=BB z=E4hlt und auf Distanz h=E4lt, suchte=
 Br=FCssel=20
den Dialog und die Ann=E4herung und nahm 2001 ostentativ diplomatische=20
Beziehungen zu Pjongjang auf.



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=20
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Grosse Beunruhigung der EU

lts. (Br=FCssel)
  =ABWir sind =E4usserst beunruhigt=BB - mit diesen Worten hat der Sprecher=
 des=20
EU-Aussenkommissars Patten am Donnerstag das betr=FCgerische Verhalten=20
Nordkoreas kommentiert. Falls sich die Meldungen best=E4tigten, werde das=20
=ABschwerwiegende Konsequenzen=BB haben. Zusammen mit den USA, Japan und=20
S=FCdkorea geh=F6rt seit 1997 auch die EU der Korean Energy Development=20
Organisation (Kedo) an. Das Kedo-Konsortium wurde 1995 gegr=FCndet, um den=
=20
Bau von zwei Leichtwasserreaktoren und die Lieferung von Heiz=F6l als=20
Energieersatz f=FCr die ausser Betrieb gesetzten alten Atomreaktoren zu=20
finanzieren. Nach Angaben der Kommission beteiligte sich die EU zwischen=20
1997 und 2001 mit 95 Millionen Euro, und Br=FCssel verpflichtete sich bis=20
Ende 2005 zu weiteren j=E4hrlichen Zahlungen von 20 Millionen Euro. Die EU=
=20
beteiligt sich mit den USA vor allem an der Co-Finanzierung des Heiz=F6ls.=
=20
Der krasse Vertrauensbruch Pjongjangs bringt die EU politisch in=20
Verlegenheit. In bewusster Abgrenzung zur Bush-Administration, die=20
Nordkorea zur =ABAchse des B=F6sen=BB z=E4hlt und auf Distanz h=E4lt, suchte=
 Br=FCssel=20
den Dialog und die Ann=E4herung und nahm 2001 ostentativ diplomatische=20
Beziehungen zu Pjongjang auf.

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=20
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Auch die Chinesen tr=E4umen vom eigenen Auto

Lukrative Perspektiven mit etwelchen Risiken
Was den =D6kologen ein Albtraum sein muss, bedeutete f=FCr die=
 Autohersteller=20
die Erf=FCllung aller W=FCnsche: 1,3 Milliarden Chinesen mit einem=20
Personenwagenbestand von westlichen Dimensionen. Nichts ist unm=F6glich im=
=20
Reich der Mitte, doch offen muss bleiben, ob am Ende vom riesigen=20
Marktpotenzial in erster Linie die mit Milliarden-Investitionen=20
angetretenen Ausl=E4nder profitieren werden.

us. Peking, im Oktober

Wie der andere Gigant Asiens, Indien, hatte auch China nach dem Zweiten=20
Weltkrieg verf=FCgt, dass der Bau von Automobilen, im Besonderen die=20
Herstellung von Personenwagen, f=FCr den Aufbau der nationalen Wirtschaft=20
keine Bedeutung besitze. Die Inder warfen diese Politik schliesslich in den=
=20
sp=E4ten achtziger Jahren =FCber Bord, und die Chinesen sind ihnen in=
 j=FCngster=20
Zeit gefolgt und werden die Inder voraussichtlich schon bald =FCberholen.=20
Noch 1980 hatte die ganze Volksrepublik China einen Autobestand von bloss=20
1,7 Mio. Einheiten, wovon rund 1,5Mio. Lastwagen und Busse waren. W=E4hrend=
=20
damals bloss hohe Parteikader von einem schwarzen Dienstwagen tr=E4umen=20
konnten, dr=E4ngeln sich heute Herr und Frau Chang in den Ausstellungsr=E4um=
en=20
um die neusten Modelle, die von einer rasch wachsenden Industrie auf den=20
Markt gebracht werden. Noch immer ist der Kauf eines Personenwagens (PW)=20
ein ausserordentlich teures Unterfangen, das nur f=FCr eine kleine=
 Minderheit=20
m=F6glich ist. Doch mit der Hilfe von Konsumkrediten kann die potenzielle=20
K=E4uferschaft rasch in die zweistelligen Millionenzahlen wachsen.

Investitionssch=FCbe
Offizi=F6se Statistiken weisen aus, dass im vergangenen Jahr in China 2,37=
=20
Mio. Autos verkauft wurden, entsprechend einem Zuwachs gegen=FCber dem=20
Vorjahr von 13%. Rund 720000 Fahrzeuge waren PW, was im Vorjahresvergleich=
=20
ein Plus von gar 18,3% bedeutet. Gem=E4ss Angaben von Automotive Resources=
=20
Asia sollte im laufenden Jahr ein Absatz von 900000 St=FCck erreichbar sein.=
=20
Im internationalen Vergleich sind dies keine umwerfenden Zahlen; in Spanien=
=20
z.B., dessen Bev=F6lkerung ganze 4% der chinesischen Population ausmacht,=20
wurden im vergangenen Jahr 1,4Mio.PW verkauft. Doch die grossen=20
Autohersteller dieser Welt, die sich in China engagieren, gehen nicht vom=20
Status quo aus, sondern schauen in die Zukunft. Am Pekinger Autosalon im=20
vergangenen Juni liess der Star unter den japanischen Auto-Managern,=20
Nissans Carlos Ghosn, verlauten, dass China heute bez=FCglich=20
Marktentwicklung geographisch die erste Priorit=E4t seiner Gesellschaft sei.=
=20
Der s=FCdkoreanische Konzern Hyundai sieht bis zum Jahr 2010 seinen eigenen=
=20
Jahresausstoss in China bei 500000 Wagen, und General Motors ist gem=E4ss=20
einem Bericht der =ABSouth China Morning Post=BB dabei, rund 1,8Mrd. US-$ in=
=20
China zu investieren. Seit in den fr=FChen achtziger Jahren VW, Chrysler und=
=20
Peugeot Joint Ventures etabliert hatten, sollen bereits mehr als 5 Mrd.$ an=
=20
Auslandsinvestitionen in die chinesische Autoindustrie geflossen sein.
Die Investitionssch=FCbe, die sich derzeit noch zu beschleunigen scheinen,=
=20
gehen zu einem guten Teil auf die von Ministerpr=E4sident Zhu Rongji in den=
=20
letzten Jahren konsequent verfolgten wirtschaftspolitischen Priorit=E4ten=20
zur=FCck: Das Zur=FCckdr=E4ngen der arbeitsintensiven und schwer defizit=E4r=
en=20
Staatsindustrie soll mit einem raschen Ausbau der privaten Unternehmen in=20
neuen, grossenteils auch mit moderner ausl=E4ndischer Technologie=
 arbeitenden=20
Industriezweigen einhergehen. Ein Schl=FCsselelement dieser Strategie ist=
 die=20
F=F6rderung des privaten Konsums. Im Grunde genommen schwebt Zhu Rongji das=
=20
vor, was nach dem Zweiten Weltkrieg das sogenannte Wirtschaftswunder=20
Deutschlands und Japans gepr=E4gt hat. Immer mehr Chinesen sollen ihr=20
Eigenheim und ihren Wagen besitzen. Noch ist man davon weit entfernt, doch=
=20
die Entwicklung geht mit Riesenschritten in diese Richtung. W=E4hrend man=
 auf=20
den Strassen Pekings und Shanghais noch immer =FCberwiegend Taxis sieht,=20
stieg im letzten Jahr der Anteil der von privaten Kunden get=E4tigten=20
PW-K=E4ufe auf rund 30%. Vor einem Jahrzehnt hatte dieser Anteil noch=20
praktisch bei null gelegen. Zur beschleunigten Entwicklung des privaten=20
Autobesitzes tr=E4gt auch bei, dass durch Chinas Beitritt zur=20
Welthandelsorganisation (WTO) Z=F6lle und Preise reduziert worden sind.

Strategische Bedeutung
Viele Beobachter des chinesischen Automobilsektors zeichnen ein rosiges=20
Bild der Zukunft und rechnen bis zum Ende des laufenden Jahrzehnts mit=20
einem j=E4hrlichen PW-Absatz von 2 Mio. Einheiten. General Motors geht davon=
=20
aus, dass China bis 2025 der drittgr=F6sste Automarkt der Welt sein wird.=20
Gleichzeitig sieht der Konzern, dass sich bis zu diesem Zeitpunkt nur noch=
=20
drei grosse Anbieter auf dem Markt werden behaupten k=F6nnen. Heute gibt es=
=20
=FCber 120 verschiedene Produzenten, was bedeutet, dass sich in den=
 kommenden=20
Jahren ein scharfer und verlustreicher Konsolidierungsprozess wird=20
abspielen m=FCssen, bei dem auch die meisten Ausl=E4nder, die in den letzten=
=20
Jahren mit grossen Erwartungen in China eingestiegen sind, auf der Strecke=
=20
bleiben werden.
In der Entwicklung des chinesischen Automobilmarkts gibt es eine Reihe von=
=20
Risikofaktoren, die teilweise spezifisch industrieller Natur sind,=20
teilweise aber auch mit den besonderen chinesischen Verh=E4ltnissen im=20
Allgemeinen zu tun haben. Zieht man wiederum Indien zum Vergleich heran, so=
=20
leidet China einerseits daran, dass seine Mittelschicht in der kurzen Zeit=
=20
seit Deng Xiaopings Wirtschaftsreformen noch nicht dasselbe Kapital hat=20
=E4ufnen k=F6nnen, das in Indien vorhanden ist. Anderseits ist China vor=
 allem=20
durch die Autobahnen und eine Reihe von grossst=E4dtischen Verkehrsnetzen=20
unvergleichlich viel besser auf eine Zunahme des Privatverkehrs vorbereitet=
=20
als Indien. Allerdings gibt es in den dynamischen St=E4dten wie Shanghai,=20
Peking und Guangchou inzwischen einen S=E4ttigungsgrad im Strassenverkehr,=
=20
der jenen Stimmen Auftrieb verleiht, welche der Regierung nahelegen, in=20
ihrer Verkehrspolitik dem =F6ffentlichen Verkehr, vor allem dem Bau von=20
U-Bahn-Systemen, den Vorrang vor dem Privatverkehr zu geben. Dass ein=20
solcher drastischer Kurswechsel erfolgen d=FCrfte, ist indessen eher=20
fraglich. Die Autoproduktion geh=F6rt nicht nur zur Strategie einer=20
nachhaltigen F=F6rderung des Wirtschaftswachstums durch den einheimischen=20
Privatkonsum, sondern sie ist auch von strategischer Bedeutung. China sieht=
=20
wie Indien, dass kleinere L=E4nder wie S=FCdkorea und Japan aus der=20
Autoproduktion in den letzten Jahrzehnten erhebliche Reichtums- und=20
Innovationssch=FCbe erzeugt haben. Letztlich geht es ja nicht nur um die=20
eigentliche Autoproduktion, sondern auch um eine Reihe von=20
Zulieferindustrien. Es ist gerade diese unbestreitbare strategische=20
Bedeutung der Autoindustrie, die erwarten l=E4sst, dass sich China auf Dauer=
=20
nicht mit Joint Ventures mit ausl=E4ndischen Partnern zufrieden geben wird.=
=20
Absehbar ist durchaus auch der Aufbau einer eigenst=E4ndigen Autoindustrie,=
=20
die sich dann =FCber kurz oder lang zu einem m=E4chtigen, weltweit t=E4tigen=
=20
Akteur entwickeln wird.



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=20
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Tibetische Nonne aus der Haft entlassen

Geste Pekings gegen=FCber den USA

us. Peking, 18.Oktober

Laut der Mitteilung einer in den USA angesiedelten=20
Menschenrechtsorganisation ist am Donnerstag die buddhistische tibetische=20
Nonne Ngawang Sangdol vorzeitig aus dem Gef=E4ngnis entlassen worden. Die=20
Freilassung soll vom =F6rtlichen Gericht in Lhasa angeordnet und von h=F6her=
en=20
Instanzen in Peking abgesegnet worden sein. Bisher war zu der Meldung aus=20
Peking noch keine offizielle Best=E4tigung zu erhalten. Die 25-j=E4hrige,=
 aus=20
der tibetischen Kapitale Lhasa stammende Ngawang Sangdol wurde wegen =ABgute=
n=20
Benehmens=BB neun Jahre vor der Verb=FCssung ihrer gesamten Strafe in=
 Freiheit=20
gesetzt. Sie war 1992 wegen des =ABVerbreitens von konterrevolution=E4rer=20
Propaganda=BB zu drei Jahren Freiheitsentzug verurteilt worden. Die Strafe=
=20
wurde in der Folge dreimal wegen =ABkonterrevolution=E4rer Vergehen im=20
Gef=E4ngnis=BB verl=E4ngert. 1998 hatte die Nonne beim Besuch einer=
 Delegation=20
der Europ=E4ischen Union protibetische Slogans gerufen. Mehrere europ=E4isch=
e=20
Regierungschefs und ein Dutzend amerikanischer Kongressabgeordneter haben=20
sich im Laufe der Jahre in Peking f=FCr deren Freilassung eingesetzt.

Der Haftentlassung d=FCrfte weitergehende politische Bedeutung zukommen. Die=
=20
Freilassung erfolgt kurz vor dem USA-Besuch von Pr=E4sident Jiang Zemin.=20
Diesem wird n=E4chste Woche die Ehre eines Gipfeltreffens mit Pr=E4sident=
 Bush=20
auf dessen Ranch in Texas zuteil. Bereits in der Vergangenheit sind=20
wiederholt vor hohen chinesischen Amerikabesuchen politische Gefangene=20
freigelassen worden. Peking weiss, dass Bush, der wie ein grosser Teil der=
=20
amerikanischen Republikaner einem profunden Christentum huldigt, an den=20
Repressalien der chinesischen Beh=F6rden gegen religi=F6se Institutionen und=
=20
religi=F6se Aktivisten besonderen Anstoss nimmt. Dar=FCber hinaus ist die=20
vorzeitige Haftentlassung von Ngawang Sangdol auch im Zusammenhang mit=20
anderen Bewegungen zu sehen, die in j=FCngster Zeit in der Tibetfrage zu=20
beobachten waren. In den vergangenen zw=F6lf Monaten sind von den 18=20
tibetischen Gefangenen, die vom State Department vor Jahresfrist an einem=20
Menschenrechtsdialog in Washington aufgelistet worden waren, 9 aus dem=20
Gef=E4ngnis entlassen worden. Zweimal sind Abgesandte des Dalai Lama in den=
=20
letzten Monaten in China empfangen worden, erst in Peking und danach im=20
vergangenen September gar in Tibet. Es gibt auch Spekulationen, dass diese=
=20
Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Generationenwechsel am bevorstehenden=
=20
Kongress der Kommunistischen Partei Chinas zu sehen seien.

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=20
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Sorge Chinas um die regionale Stabilit=E4t

Lakonische Stellungnahme zu Pjongjangs Eingest=E4ndnis

us. Peking, 18.Oktober

Die offizielle Stellungnahme des chinesischen Aussenministeriums zur=20
Meldung =FCber Nordkoreas Nuklearprogramm, die in der Region wie eine Bombe=
=20
eingeschlagen hat, ist ziemlich lakonisch ausgefallen. China habe =ABum des=
=20
Friedens und der Stabilit=E4t willen immer die Denuklearisierung der=20
koreanischen Halbinsel unterst=FCtzt=BB. Peking w=FCnsche, dass die=
 Angelegenheit=20
auf friedlichem Wege durch Dialog und Konsultation beigelegt werde. Das=20
Eingest=E4ndnis Nordkoreas konfrontiert Peking, das seine Rolle als=20
verantwortungsbewusste F=FChrungsmacht in Ostasien sieht, mit einer Reihe=20
politischer Schwierigkeiten.

Politische Konsequenzen
Auch wenn die USA derzeit durch die Irak-Krise stark absorbiert sind und=20
deshalb ein Interesse daran haben, das Bekanntwerden des nordkoreanischen=20
Kernwaffenprogramms nicht in eine schwere Krise ausarten zu lassen, tr=E4gt=
=20
die ganze Angelegenheit doch zu einer akuten Destabilisierung in Ostasien=20
bei. Zum Ersten f=FChrt diese Entwicklung zu der aus chinesischer Sicht=
 wenig=20
erw=FCnschten Konsequenz, dass S=FCdkorea und Japan angesichts einer wieder=
=20
handgreiflicheren nordkoreanischen Bedrohung n=E4her an Washington=20
heranr=FCcken. Von der regierungskritischen Presse in S=FCdkorea wird denn=
 auch=20
ein besonders d=FCsteres Bild gemalt, was im Vorfeld der Anfang Dezember=20
anstehenden Pr=E4sidentschaftswahlen voraussichtlich dem konservativen,=20
amerikafreundlichen Oppositionskandidaten kr=E4ftigen Auftrieb geben d=FCrft=
e.
Zum Zweiten schafft die Krise neue Optionen f=FCr die amerikanische Pr=E4sen=
z=20
in der Region. Nordkorea geh=F6rt f=FCr Bush zur =ABAchse des B=F6sen=BB.=
 Wenn im=20
Falle des Iraks Massenvernichtungswaffen ein Kriegsgrund sind, so k=F6nnte=
=20
dereinst auch die nukleare Intransigenz Pjongjangs zu einem Kriegsgrund in=
=20
Chinas unmittelbarer Nachbarschaft werden. Zum Dritten muss Peking eine=20
neuerliche Versch=E4rfung der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel=20
beunruhigen. Eine drastische Reduktion insbesondere der s=FCdkoreanischen=20
Nahrungsmittelhilfe wird den rasanten wirtschaftlichen Niedergang des=20
Nordens weiter beschleunigen und damit das Problem der nordkoreanischen=20
Fl=FCchtlinge, die nach China zu entkommen suchen, weiter akzentuieren.

US-Emiss=E4re zu Gespr=E4chen in Peking
Dar=FCber hinaus sieht sich Peking mit einem amerikanischen Argwohn=20
konfrontiert, der neue Nahrung erhalten hat. In sicherheitspolitischen=20
Kreisen der USA gibt es etliche, die davon ausgehen, dass China zusammen=20
mit Russland Nordkorea bei seinem nuklearen Programm geholfen hat. Der=20
amerikanische Unterstaatssekret=E4r John Bolton, der f=FCr R=FCstungskontrol=
le=20
zust=E4ndig ist, und der amerikanische Nordkorea-Emiss=E4r James Kelly, die=
 am=20
Freitag in Peking Gespr=E4che f=FChrten, d=FCrften die Chinesen zur=
 Einstellung=20
der vermuteten geheimen Unterst=FCtzung des nordkoreanischen=
 Nuklearprogramms=20
gedr=E4ngt haben. Nicht nur von chinesischer Seite, sondern auch von manchen=
=20
regionalen Sicherheitsexperten wird jedoch ins Feld gef=FChrt, dass die=20
Nordkoreaner im Wesentlichen von aus der ehemaligen Sowjetunion=20
angeheuerten Wissenschaftern Unterst=FCtzung erhalten haben. Jedenfalls gibt=
=20
es keine konkreten Belege f=FCr ein chinesisches Engagement.
In einem ganzseitigen Artikel in der Zeitung =ABChina Daily=BB hatte am=20
Donnerstag der chinesische Vizeaussenminister Wang Guangya hervorgehoben,=20
dass China auf dem nuklearen Gebiet =ABstrikte Kontrollen=BB aus=FCbe. =ABBi=
s heute=20
hat es in China noch keinen illegalen Transfer von spaltbarem Material=20
gegeben.=BB Das aus China ausgef=FChrte Kernmaterial diene nur der=
 Verwendung=20
zu friedlichen Zwecken und werde zudem unter die Schutzbestimmungen der=20
Internationalen Atomenergieagentur gestellt.



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=20
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Chinesischer Dissident schwimmt nach Taiwan

Taipeh, 17.Okt. (ap)

Ein chinesischer Dissident ist zu einer taiwanischen Insel geschwommen und=
=20
hat dort um politisches Asyl gebeten. Die Beh=F6rden erkl=E4rten am=
 Mittwoch,=20
der 45-j=E4hrige Tang Yuanjun habe in dieser Woche die Insel Tan Tan=20
erreicht. Er werde dort von der K=FCstenwache festgehalten. Staatsanwalt Hsu=
=20
Hsi Hsiang sagte, die Ermittler wollten den Mann erst =FCberpr=FCfen, bevor=
=20
sein Antrag den Einwanderungsbeh=F6rden =FCbergeben werde. Tang ist Mitglied=
=20
der Chinesischen Demokratischen Partei. Er war 1989 wegen Beteiligung an=20
Protesten gegen die Regierung zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. 1997 kam=
=20
er frei, als die Beh=F6rden seine Strafe verk=FCrzten.



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Japans Regierungschef l=E4sst viele Fragen offen

Wenig erhellende Rede Koizumis im Parlament

tf. Tokio, 18.Oktober

Der japanische Ministerpr=E4sident Junichiro Koizumi hat am Freitag zur=20
Er=F6ffnung einer knapp zweimonatigen ausserordentlichen Parlamentssession=
=20
eine Programmrede gehalten. Es war die mit Abstand k=FCrzeste, die er je vor=
=20
den Abgeordneten gehalten hat. Auch der Inhalt war wenig erhellend.=20
Zahlreiche brisante Fragen blieben in der Rede unbeantwortet, namentlich=20
jene mit Blick auf den heiklen Ann=E4herungskurs gegen=FCber Nordkorea oder=
 die=20
anstehenden Reformen im Wirtschaftsbereich. So lieferte Koizumi kaum=20
Hinweise darauf, wie das am Vortag bekannt gewordene nordkoreanische=20
Atomwaffenprogramm die auf Ende Oktober angesetzten Verhandlungen =FCber=
 eine=20
Normalisierung der bilateralen Beziehungen beeinflussen wird.

Sicherheitspolitische Randbemerkung
Der Premierminister zeigte gegen=FCber dem unberechenbaren Regime vielmehr=
=20
noch einigen Goodwill und betonte, dass er Mitte September bei seinem=20
Besuch in Pjongjang zur =DCberzeugung gekommen sei, dass der nordkoreanische=
=20
Staatsf=FChrer Kim Jong Il eine umfassende Kl=E4rung zahlreicher offener=
 Fragen=20
anstrebe, wozu auch sicherheitspolitische Themen wie Nordkoreas=20
Raketenprogramm oder das Problem nuklearer Waffen geh=F6rten. Im Vergleich=
 zu=20
dieser milit=E4rischen Randbemerkung verwendete Koizumi ungleich mehr Zeit=
=20
f=FCr Kommentare zum Schicksal der von Nordkorea zu Spionagezwecken=20
entf=FChrten Japaner, einem emotionsgeladenen Thema, mit dem er bei der=20
Bev=F6lkerung mehr Punkte erzielen kann als mit Fortschritten auf=20
sicherheitspolitischem Gebiet. Im Zentrum japanischer Regierungspolitik=20
steht aber ohnehin selten die Aussenpolitik. Und daran d=FCrfte sich=20
angesichts der schweren Wirtschaftskrise auch in den kommenden Monaten=20
wenig =E4ndern. Der Ministerpr=E4sident unterstrich, dass dem Aufschwung der=
=20
heimischen =D6konomie in einem zusehends schwieriger werdenden Umfeld die=20
wichtigste Bedeutung zukomme. Dazu m=FCssten im kommenden Halbjahr die=20
Reformen im Finanzbereich mit h=F6herem Tempo angegangen werden. Mit=20
konkreten Angaben, wie dies bewerkstelligt werden soll, geizte der=20
Regierungschef. Als Ziel gab er vor, das Bankenproblem - und somit das=20
Problem fauler Kredite - bis Ende des Fiskaljahres 2004 zu l=F6sen; eine=20
Marschtabelle f=FCr den Weg zu diesem Ziel soll im Verlauf der kommenden=20
Woche vorgestellt werden.

Steuersenkungen
Beim Kampf gegen die Deflation zeigt sich der Premierminister =FCberzeugt,=
=20
dass die Regierung und die Zentralbank, die sich in den vergangenen Monaten=
=20
allzu oft in den Haaren gelegen waren, k=FCnftig geeint voranschreiten=20
werden. Auf die Beine helfen sollen der angeschlagenen Wirtschaft zudem=20
Steuersenkungen. Deren Umfang bleibt ebenfalls unklar; die Erleichterungen=
=20
sollen aber auf jeden Fall mehr als eine Billion Yen ausmachen. Wenn aus=20
der Programmrede eine konkrete Erkenntnis zu ziehen ist, dann jene, dass=20
sich Koizumi in diesen sowohl politisch als auch wirtschaftlich unsicheren=
=20
Zeiten m=F6glichst viele Optionen offen halten will.



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Neue H=E4rte Japans gegen=FCber Nordkorea

Tokio in einem aussenpolitischen Dilemma

Japans Regierung will angesichts des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms=20
den Druck auf Nordkoreas Regime erh=F6hen und dabei eng mit den USA=20
kooperieren. Die Ausgangslage f=FCr die kommende Woche beginnenden Gespr=E4c=
he=20
=FCber eine Normalisierung von Japans Beziehungen zu Nordkorea wird dadurch=
=20
zusehends komplexer. Gr=F6sser werden aber auch die innenpolitischen Risiken=
=20
f=FCr Ministerpr=E4sident Koizumi.

tf. Tokio, 21.Oktober
Die Enth=FCllungen =FCber Nordkoreas Atomwaffenprogramm zwingen Japans=20
Regierung zu einer Anpassung ihres unl=E4ngst in Angriff genommenen=20
Vers=F6hnungskurses gegen=FCber dem stalinistischen Regime. Wie Japans=20
Aussenministerin Yoriko Kawaguchi am Montag in Tokio dem amerikanischen=20
Sondergesandten James Kelly zusicherte, wird es ohne Fortschritte auf=20
sicherheitspolitischem Gebiet keine Normalisierung des bilateralen=20
Verh=E4ltnisses zwischen Japan und Nordkorea geben. Kelly hatte zuvor=
 bereits=20
in China und S=FCdkorea f=FCr eine Unterst=FCtzung der amerikanischen=
 Strategie=20
geworben, Nordkorea mittels massiven diplomatischen Drucks zur sofortigen=20
Aufgabe seines Atomwaffenprogramms zu dr=E4ngen. Kawaguchi sicherte dem=20
amerikanischen Emiss=E4r die volle Unterst=FCtzung Japans zu und=
 unterstrich,=20
dass in enger Kooperation mit den Vereinigten Staaten eine friedliche=20
L=F6sung des Problems angestrebt werde.

Eine Enth=FCllung zur Unzeit
Die vergangene Woche publik gemachte Enth=FCllung =FCber Nordkoreas=20
Atomwaffenprogramm ist f=FCr Japans Regierung zu einem denkbar ung=FCnstigen=
=20
Zeitpunkt gekommen. Die beiden L=E4nder hatten sich erst Mitte September am=
=20
historischen Gipfeltreffen zwischen Japans Ministerpr=E4sident Koizumi und=
=20
Nordkoreas Diktator Kim Jong Il in Pjongjang darauf geeinigt, Gespr=E4che=20
=FCber eine Normalisierung der zwischenstaatlichen Beziehungen aufzunehmen.=
=20
Eine erste zweit=E4gige Runde solcher Gespr=E4che soll in einer Woche in=20
Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur stattfinden. Bis vor kurzem schien die=20
Traktandenliste f=FCr dieses Treffen vergleichsweise kompakt und=20
=FCbersichtlich. So hatte Japans Regierung immer klar betont, dass eine=20
vollumf=E4ngliche Kl=E4rung des Schicksals der von Nordkorea zu=
 Spionagezwecken=20
verschleppten Japaner, von denen zahlreiche unter mysteri=F6sen Umst=E4nden=
 ums=20
Leben gekommen sind, ganz klar im Mittelpunkt der Normalisierungsgespr=E4che=
=20
stehen werde.
Diese Position l=E4sst sich nach dem Eingest=E4ndnis Pjongjangs, in=
 Verletzung=20
internationaler Vereinbarungen seit Jahren ein geheimes Atomprogramm zu=20
betreiben, nicht l=E4nger aufrechterhalten. Sicherheitspolitische Bedenken=
=20
werden daher in Kuala Lumpur ein mindestens ebenso grosses Gewicht haben=20
m=FCssen wie das mit viel Emotionen verbundene Thema der entf=FChrten=
 Japaner,=20
das bei Japans aussenpolitisch meist wenig interessierter W=E4hlerschaft auf=
=20
deutlich gr=F6sseres Interesse st=F6sst als Spekulationen =FCber Nordkoreas=
=20
Waffenarsenal. W=FCrde Tokio ein Entgegenkommen gegen=FCber Nordkorea, etwa=
 die=20
Gew=E4hrung von Wirtschaftshilfe, allein vom bilateralen Streitpunkt der=20
Entf=FChrungsf=E4lle abh=E4ngig machen, k=E4me dies einer Br=FCskierung des=
=20
wichtigsten Allianzpartners, der USA, gleich. An einer solchen Provokation=
=20
kann Japan auf Grund der neuen milit=E4rischen Bedrohungslage nicht gelegen=
=20
sein. Unbequeme Tatsache f=FCr Japan ist daher, dass man in den anstehenden=
=20
Verhandlungen nicht allein mit Nordkorea, sondern vor allem auch mit den=20
USA nach einer f=FCr alle Parteien akzeptablen L=F6sung suchen muss; die=20
bilaterale Verhandlungsrunde mutiert faktisch zu einem trilateralen Prozess.

Heimische und ausl=E4ndische Anspr=FCche
Zwar gewinnen die Verhandlungen dadurch an politischem Gewicht. Auf Grund=20
der komplexer gewordenen Ausgangslage wird der Spielraum f=FCr Japan aber=20
auch zusehends enger. Kleiner wird vor allem die Chance, dass Koizumi bei=20
den vielen ungekl=E4rten Fragen im Zusammenhang mit dem Schicksal der=20
entf=FChrten Japaner die Gegenseite wird zu neuen Eingest=E4ndnissen bewegen=
=20
k=F6nnen. Es ist dies ein Thema, mit dem der Regierungschef durch sein=20
offensives Agieren viel pers=F6nliches Prestige verbunden hat. Eine=20
umfassende Kl=E4rung der Entf=FChrungsf=E4lle, die von Japans Medien seit=
 Wochen=20
mit kaum zu =FCberbietendem Sinn f=FCr Dramatik erforscht werden, ist daher=
 f=FCr=20
die innenpolitische Standfestigkeit des Ministerpr=E4sidenten von enormer=20
Bedeutung.
Aber nicht allein der Clinch zwischen den Anspr=FCchen der USA und jenen der=
=20
japanischen Bev=F6lkerung verkompliziert die Ausgangslage der anstehenden=20
Verhandlungen. Hinzu kommt, dass die von Koizumi in Pjongjang=20
unterzeichnete Deklaration, in der Nordkorea wider besseres Wissen die=20
Einhaltung aller internationalen sicherheitspolitischen Vereinbarungen=20
versprochen hat, dieser Tage f=FCr viele Japaner beinahe schon zynisch=20
anmutet. Schliesslich dauerte es nur gerade rund einen Monat, bis die erste=
=20
Vertragsverletzung durch die nordkoreanische Seite bekannt wurde. Das=20
grunds=E4tzliche Misstrauen der japanischen Bev=F6lkerung gegen=FCber einer=
=20
Vers=F6hnung mit dem unberechenbaren Regime ist dadurch kaum kleiner=
 geworden.



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=20
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Eklat um Japans Bankenreform

LDP-Barone opponieren gegen die Regierungspl=E4ne

Die Arbeiten zu der in Japan mit Spannung erwarteten Bankenreform haben am=
=20
Dienstag einen j=E4hen R=FCckschlag erlebt. Vertreter der weitaus=
 gewichtigsten=20
Partei, n=E4mlich der Liberaldemokraten (LDP), haben einen Reformentwurf der=
=20
Regierung =FCberraschend zur=FCckgewiesen. Japans vermeintlicher=20
=ABSuperminister=BB, Heizo Takenaka, d=FCrfte kaum an einer Verw=E4sserung=
 seiner=20
Reformpl=E4ne vorbeikommen.

tf. Tokio, 22.Oktober
Bei der in Japan mit viel Spannung erwarteten Bankenreform ist es zu einem=
=20
Eklat gekommen: Die Ver=F6ffentlichung eines f=FCr Dienstag angek=FCndigten=
=20
Regierungsentwurfs, der die Grundpfeiler der anstehenden Reform h=E4tte=20
aufzeigen sollen, musste in den sp=E4ten Abendstunden =FCberraschend auf ein=
=20
unbestimmtes Datum Ende Oktober verschoben werden. Gem=E4ss regierungsnahen=
=20
Quellen hatten Vertreter der Liberaldemokratischen Partei (LDP) gegen die=20
Reformideen opponiert, da sie wohl f=FCr die hiesigen Banken, die mit einem=
=20
Berg fauler Kredite k=E4mpfen, mit allzu schmerzhaften Konsequenzen=
 verbunden=20
gewesen w=E4ren. Japans neuer Chef der Finanzaufsichtsbeh=F6rde (FSA), Heizo=
=20
Takenaka, hatte die LDP-Vertreter vergeblich von seinen Pl=E4nen zu=20
=FCberzeugen versucht.

Takenaka unter Beschuss
F=FCr Regierungschef Junichiro Koizumi bedeutet dies eine klare Niederlage .=
=20
Koizumi hatte im Rahmen einer Ende September vorgenommenen=20
Kabinettsumbildung Takenaka zu seinem eigentlichen =ABSuperminister=BB=20
auserkoren und ihm die zwei wichtigsten Wirtschaftsposten in Personalunion=
=20
anvertraut. Dazu geh=F6rte auch die Leitung der FSA und somit die=20
Orchestrierung der anstehenden Bankenreform. Dass Takenaka, der als=20
beurlaubter Wirtschaftsprofessor keiner Partei angeh=F6rt, im Kampf gegen=20
parteipolitische Partikularinteressen kein leichtes Spiel haben w=FCrde, war=
=20
zu erwarten. Altgediente Parteibarone der LDP machten aus ihrer Abneigung=20
gegen=FCber dem Empork=F6mmling, der sich nicht, wie sonst =FCblich, mit=20
parteipolitischer Kleinarbeit und mit viel Sitzleder auf seinen=20
Ministerposten vorgek=E4mpft hatte, kein Geheimnis. Dass der reformfreudige=
=20
=D6konom im hiesigen Finanzdickicht zudem beherzt aufr=E4umen wollte, was=
 nicht=20
ohne zahllose Konkurse =FCberschuldeter Unternehmen m=F6glich ist, trug ihm=
 in=20
diesen Kreisen kaum zus=E4tzliche Sympathien ein.
Viel war in den vergangenen Wochen =FCber die Reformpl=E4ne Takenakas=20
spekuliert worden. Seine Bemerkung, dass in Japan keine Bank als =ABtoo big=
=20
to fail=BB zu betrachten sei, l=F6ste an der B=F6rse einen lang anhaltenden=
=20
Kurssturz aus, den Analytiker schon bald griffig als =ABTakenaka-Schock=BB=
=20
etikettierten. Obschon seine Bemerkung wohl etwas =FCberinterpretiert worden=
=20
war, zumal der angeblich so unerschrockene Reformer schon wenige Wochen=20
sp=E4ter einen staatlich unterst=FCtzten Rettungsdienst f=FCr die marode=20
Einzelhandelskette Daiei lobte, wurde ihm doch am ehesten ein=20
tiefgreifendes Umpfl=FCgen des Bankensektors zugetraut. Am Aktienmarkt=20
stellte man sich jedenfalls zusehends auf das Szenario einer =ABharten=20
Landung=BB ein, was naheliegenderweise prim=E4r den Valoren von=
 Finanzh=E4usern=20
arg zusetzte. Dass es Takenaka mit seinen Reformpl=E4nen in der Tat ernst=20
war, demonstrierte er vor allem mit der personellen Zusammensetzung jener=20
Arbeitsgruppe, die unter seinem Vorsitz die Bankenreform ausarbeiten=20
sollte. So fanden sich im Team nicht nur zahlreiche Nichtpolitiker;=20
rekrutiert wurden auch Hardliner, die es nicht zuletzt mit apokalyptisch=20
anmutenden Kommentaren zum hiesigen Finanzmarkt zu Ber=FChmtheit gebracht=20
hatten.

Ein Vertrauensverlust
So viel Unorthodoxie ist in Japans politischem System nicht jedermanns=20
Sache. Koizumi musste dies am Dienstag auch im Parlament erleben, wo der=20
Aufstieg Takenakas zum starken Mann in Koizumis Kabinett das Thema=20
kritischer Voten darstellte. Namentlich der einflussreiche Generalsekret=E4r=
=20
der LDP-Abgeordneten im Oberhaus, Mikio Aoki, zeigte wenig Freude daran,=20
dass nun an der Politikerkaste vorbei eine =ABkleine Anzahl privater=20
Experten=BB =FCber Japans =F6konomische Geschicke bestimmen w=FCrde - eine=
 klare=20
Anspielung auf die von Takenaka zusammengestellte Arbeitsgruppe. F=FCr die=
=20
Regierung d=FCrfte es vor diesem Hintergrund nicht einfach sein, die=20
verunsicherten Akteure des Finanzmarktes davon zu =FCberzeugen, dass trotz=
=20
dem Aufb=E4umen unzufriedener LDP- Barone die angek=FCndigten Reformen=20
planm=E4ssig voranschreiten. Dass n=E4mlich vor allem die Bankenreform nur=
 in=20
stark verw=E4sserter Form politisch durchsetzbar sein d=FCrfte, ist nach dem=
=20
j=FCngsten Eklat in Nippons verkrustetem Politsystem immer wahrscheinlicher=
=20
geworden.



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=20
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Japan

Nissan mit steilem Gewinnwachstum. Der drittgr=F6sste japanische=20
Automobilhersteller erwartet im per Ende September abgeschlossenen Halbjahr=
=20
einen gegen=FCber der Vorjahresperiode um 84% h=F6heren Betriebsgewinn von=
 348=20
Mrd. Yen. Dies wird u.a. auf den Erfolg mit neuen Modellen und auf tiefere=
=20
Beschaffungskosten zur=FCckgef=FChrt. Bei einem Umsatz von 3,28 Bio. Yen=20
resultierte eine Betriebsmarge von 10,6%. Der Einfluss des Wechselkurses=20
sei =ABminimal=BB gewesen. Vor dem Hintergrund der deutlich =FCber den=20
Markterwartungen liegenden Semesterwerten wird die Prognose f=FCr den=20
Betriebsgewinn im Gesamtjahr um 30% auf 720 Mrd. Yen nach oben korrigiert.=
 tf.



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Japans Exportdynamik verliert an Schwung

tf. Tokio, 24. Oktober

In Japan scheint der momentan mit Abstand wichtigste Konjunkturmotor,=20
n=E4mlich die Exportentwicklung, zusehends an Antrieb zu verlieren. Zwar=20
vermochten die Ausfuhren Nippons im September gegen=FCber dem Vorjahr im=20
sechsten Monat in Folge zuzulegen, und zwar um 6,9%. Die damit=20
einhergehende Zunahme des Handels=FCberschusses um 1,1% entsprach jedoch dem=
=20
schw=E4chsten Plus seit M=E4rz laufenden Jahres, wie j=FCngste Statistiken=
 des=20
Finanzministeriums zeigen. Im Vergleich mit dem Vormonat August gaben die=20
Exporte saisonbereinigt zudem um 2,3% nach, womit sich die Ausfuhren seit=20
nunmehr vier Monaten schon r=FCckl=E4ufig entwickeln. Konjunkturauguren=
 gehen=20
davon aus, dass Japans Handels=FCbersch=FCsse gegen Ende des laufenden=
 Jahres=20
wieder abnehmen d=FCrften.

Wenn dennoch niemand einen steilen Exporteinbruch prognostiziert, dann vor=
=20
allem dank der robusten Nachfrage nach japanischen G=FCtern in den=20
asiatischen Nachbarl=E4ndern. Die regional stark unterschiedliche=
 Entwicklung=20
zeigt sich mit Blick auf das erste Halbjahr des laufenden Fiskaljahres=20
2002/03 besonders deutlich: So stiegen die Ausfuhren nach Asien zwischen=20
April und September um 14,9%, wobei allein die Ausfuhren nach China um=20
33,8% zulegten. Die Exporte in die USA gingen demgegen=FCber trotz=20
ungebrochen dynamischen Fahrzeugausfuhren um 0,5% zur=FCck, derweil die=20
Ausfuhren in die L=E4nder der EU um 0,1% nachgaben. Der Handels=FCberschuss=
=20
Japans im Halbjahr per Ende September stieg vor dem Hintergrund eines=20
Exportanstiegs um 6,5% und eines Importr=FCckganges um 1,3% insgesamt um=20
56,8% auf 5,1 Bio. Yen.



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Verhaftung in Japan wegen Mordes

Einen Tag nach der Ermordung eines japanischen Oppositionspolitikers hat=20
die Polizei am Samstag einen Rechtsradikalen verhaftet. Wie Medien unter=20
Berufung auf Ermittlungsbeh=F6rden berichteten, hat sich der mutmassliche=20
T=E4ter am Morgen der Polizei gestellt und ein Gest=E4ndnis abgelegt. Der=20
61-j=E4hrige Abgeordnete der oppositionellen Demokraten Koki Ishii war am=20
Freitag vor seinem Wohnhaus in Tokio erstochen worden. (dpa)


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Chinas Wirtschaft braucht den Rechtsstaat

=DCberf=E4llige Abkehr von Willk=FCr und Patronage

Soll der Kampf gegen Korruption und Wirtschaftskriminalit=E4t, der auch vor=
=20
dem Hintergrund eines wachsenden Reichtumsgef=E4lles zu einer Priorit=E4t=
 der=20
chinesischen Regierung geworden ist, dauerhafte Erfolge zeitigen, so gibt=20
es zur raschen Etablierung einer funktionierenden rechtsstaatlichen Ordnung=
=20
keine Alternative.

us. Peking, im Oktober
Chinesische Unternehmer und Repr=E4sentanten von ausl=E4ndischen Firmen in=
=20
China beklagen sich zu Recht, dass in vielen westlichen Medien ein recht=20
einseitiges Chinabild gepflegt wird. Kritisiert wird insbesondere, dass=20
politischen M=E4ngeln des herrschenden Systems im Vergleich mit den=20
wirtschaftlichen Errungenschaften allzu viel Gewicht gegeben werde und dass=
=20
dadurch die bemerkenswerte Modernisierung, die weite Teile Chinas und=20
seiner Bev=F6lkerung in den letzten zwei Jahrzehnten durchlaufen haben,=
 unter=20
den Tisch falle. Von Menschen- und B=FCrgerrechtsorganisationen wiederum=
 wird=20
kritisiert, dass die Unternehmerschaft ihre Augen vor politischen=20
Missst=E4nden verschliesse und einem idealisierten Chinabild anh=E4nge, das=
=20
insbesondere die Stabilit=E4t des Landes =FCbersch=E4tze. W=E4hrend =FCber=
 den=20
konkreten Kurs der politischen Modernisierung Chinas, die gerade wegen der=
=20
durch die wirtschaftlichen Erfolge bedingten, weitreichenden sozialen=20
Ver=E4nderungen nicht zu umgehen sein wird, grosse und berechtigte=20
Meinungsunterschiede bestehen, sollte es =FCber den dringlichen Bedarf an=
 dem=20
Rechtsstaat wohl kaum Divergenzen geben.

Cocktail von Neid und Emp=F6rung
Zu den wichtigsten Lektionen der langen chinesischen Geschichte geh=F6rt,=20
dass im Reich der Mitte keine Dynastien, keine Regime =FCberleben k=F6nnen,=
=20
wenn sie von grossen Teilen der Bev=F6lkerung als korrupt empfunden und im=
=20
Alltag auch als korrupt erfahren werden. Ebenso lehrt die Geschichte nicht=
=20
nur Chinas, dass ein eskalierendes Reichtumsgef=E4lle, das zu einem=
 wichtigen=20
Teil aus kriminellen Gesch=E4ftspraktiken und Steuerhinterziehung=
 resultiert,=20
=FCber kurz oder lang heftige soziale und politische Konvulsionen zur Folge=
=20
haben wird. Chinas F=FChrer wissen darum und sind sich bewusst, dass mit=20
wachsendem Wohlstand und einer dynamischen Wirtschaft das Potenzial f=FCr=20
Korruption und kriminelle Bereicherung kr=E4ftig zunimmt. Kommt hierzu noch=
=20
die protzige Zurschaustellung von Reichtum, die neureichen Gesellschaften=20
in besonderem Masse eigen ist, so entsteht ein gef=E4hrlicher Cocktail von=
=20
Neid und berechtigter Emp=F6rung. Schliesslich befindet sich die=20
Volksrepublik China in der paradoxen Situation, dass, w=E4hrend in der=20
chinesischen Gesellschaft traditionell die Solidarit=E4t auf die Familie und=
=20
den Klan und nicht auf die weitere Gemeinschaft ausgerichtet ist und diese=
=20
Fokussierung durch den neuen Reichtum nat=FCrlich noch kr=E4ftigen Auftrieb=
=20
erh=E4lt, die formell geltende Staatsideologie nach wie vor dem=20
kommunistischen Gleichheitsverst=E4ndnis huldigt. Dies wird getan, selbst=20
wenn die praktische Bedeutung des Gedankens von Egalit=E9 durch das Konzept=
=20
vom =ABSozialismus mit chinesischem Gesicht=BB in den letzten zwei=
 Jahrzehnten=20
kr=E4ftig relativiert worden ist.

Kein Freipass
Es l=E4sst sich gegen diese bedenklichen Entwicklungen mit Einsch=FCchterung=
=20
und Bestrafung vorgehen, zwei Wege, die in den letzten Jahren auch=20
wiederholt von den chinesischen Beh=F6rden gegen=FCber korrupten und=20
kriminellen Wirtschaftsakteuren beschritten worden sind. Kaum jemand wird=20
bestreiten, dass es insbesondere Ministerpr=E4sident Zhu Rongji mit seinem=
=20
Kampf gegen die Korruption sehr ernst ist. Der dezidierte Reformer, der die=
=20
historische =D6ffnung des charismatischen Deng Xiaoping in der wenig=20
glamour=F6sen Alltagsarbeit fortgesetzt und verankert hat, weiss, dass das=
=20
Reformwerk bedroht ist, wenn es seinen Gegnern, die als maoistische=20
Strukturkonservative innerhalb der KPC noch immer =FCber Einfluss verf=FCgen=
,=20
gelingt, die Reformen als einen Freipass f=FCr reine Selbstbereicherung zu=
=20
diskreditieren. Nichts w=FCrde den Feinden der Wirtschaftsreformen besser=20
zupass kommen, als dass sie dem Hauptharst der KPC, der unter der F=FChrung=
=20
von Jiang Zemin den Pragmatikern zuzurechnen ist, nahelegen k=F6nnten, dass=
=20
Dengs Slogan =ABReich zu werden, ist wunderbar=BB dem Land moralischen=
 Zerfall=20
und der KPC die Erosion der Macht bescheren k=F6nnte.

Berechenbarkeit als Nahziel
Dass Vorzeigeunternehmer =FCber Nacht zu S=FCndenb=F6cken werden k=F6nnen,=
 dass=20
Machtverlagerungen im Parteiapparat auch Prot=E9g=E9s in der Wirtschaft in=
 der=20
Versenkung, wenn nicht im Gef=E4ngnis verschwinden lassen k=F6nnen, dass=20
Steuers=FCnder an den Pranger gestellt werden und dass das lange geduldete=
=20
Dolce Vita von Seilschaften pl=F6tzlich zum Gang vor den Scharfrichter=
 f=FChren=20
kann, dies alles kann nicht zu einer gesunden Konsolidierung nach den=20
Sturm-und-Drang-Jahren der Wiederentdeckung des chinesischen=20
Unternehmergeists beitragen. Im Gegenteil, die Erfahrung zeigt, dass, wo=20
das Risiko von fehlbarem und korruptem Verhalten steigt, dieses nicht=20
=FCberwunden, sondern noch verwegener und noch sch=E4dlicher wird. Nun=
 m=FCssen=20
die Millionen noch schneller hereinkommen und aus dem Land geschafft=20
werden. Dass Chinas Wirtschaftsreformer aus verschiedenen Gr=FCnden vor=20
drastischen politischen Ver=E4nderungen zur=FCckschrecken, l=E4sst sich=20
angesichts der schwierigen sozialen und kulturellen Rahmenbedingungen im=20
Riesenreich der Mitte nachvollziehen. Gelingt es ihnen nicht, als Nahziel=20
zumindest mehr Berechenbarkeit in das chinesische Rechts- und=20
Verwaltungssystem zu bringen, so gef=E4hrden sie das Reformwerk selbst.
Es liegt die Errichtung eines Rechtsstaats indessen nicht nur im Interesse=
=20
der chinesischen Unternehmer, sondern auch in jenem der ausl=E4ndischen=20
Investoren. Mit fortschreitender Globalisierung haben arrogante indische=20
B=FCrokraten ihren Wahn ablegen m=FCssen, Indien k=F6nne sich so benehmen,=
 als ob=20
es f=FCr multinationale Unternehmen das einzige lohnende Investitionsziel=20
sei. In =E4hnlichem Sinne muss sich die chinesische Regierung bewusst=
 werden,=20
dass mit der wachsenden Komplexit=E4t der chinesischen Wirtschaft, die nicht=
=20
zuletzt auch die Qualit=E4t der erw=FCnschten ausl=E4ndischen=
 Direktinvestitionen=20
erh=F6hen muss, auch der Risikobeitrag, den ein ausl=E4ndischer Investor zu=
=20
seinem eigenen Schutz bei einem Engagement in China abverlangen muss,=20
drastisch w=E4chst. Wo der ausl=E4ndische Partner indessen rundherum auf=20
Willk=FCr und Patronage st=F6sst, wo er um seine Patente f=FCrchten muss und=
 wo=20
er auf keine verl=E4ssliche Schiedsgerichtsbarkeit z=E4hlen kann, da wird er=
=20
naturgem=E4ss beim Technologietransfer h=F6chst vorsichtig sein, sich das=20
eingegangene Engagement durch extrem hohe, kurzfristige Profite vergelten=20
lassen oder gar beides zugleich anstreben. Dem Interesse des Gastlandes=20
jedenfalls wird dies alles nicht dienen. Die neue F=FChrungsriege, die beim=
=20
bevorstehenden Parteitag der KPC die Z=FCgel =FCbernehmen wird, sieht sich=
 mit=20
einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert. Will sie die in der Tat=20
spektakul=E4ren wirtschaftlichen Erfolge ihrer Vorg=E4nger fortsetzen, so=
 wird=20
die Einf=FChrung des Rechtsstaats zu einem vordringlichen Reformziel werden=
=20
m=FCssen.


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=20
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China w=E4hlt nur im Einkaufszentrum

Auch unter einer neuen KP-F=FChrung werden Ideologie und Realit=E4t=
 auseinander=20
klaffen
Am n=E4chsten Freitag entscheiden Chinas Kommunisten an ihrem Parteitag =FCb=
er=20
eine neue F=FChrung. Die Partei =FCbt zwar die absolute Macht aus, doch ihre=
=20
Ideologie erweist sich als l=E4ngst =FCberholt.

Urs Schoettli, Peking

Schanghais modernstes Vergn=FCgungsviertel, das Londons Covent Garden wie=20
eine Dritte-Welt-Szenerie erscheinen l=E4sst, liegt in unmittelbarer N=E4he=
 der=20
St=E4tte, wo 1921 die Kommunistische Partei Chinas (KPC) gegr=FCndet wurde.=
=20
Damals kontrollierten ausl=E4ndische M=E4chte das =ABS=FCndenbabel=
 Ostasiens=BB. Bis=20
zum 1. Oktober 1949, als Mao vom Tor des Himmlischen Friedens in Peking die=
=20
Volksrepublik China ausrufen konnte, sollten f=FCr die KPC entbehrungsreiche=
=20
Jahre vergehen. Einmal im Besitz der unumschr=E4nkten Macht, bescherte der=
=20
Vater des neuen China seinen Landsleuten anstatt des Paradieses der=20
Werkt=E4tigen eine Reihe von monumentalen Verheerungen.

Kein Volk von Schafen
Nach seinem Tod und der Vertreibung der omin=F6sen Viererbande entfesselte=
=20
Deng Xiaoping mit seinen Wirtschaftsreformen die Tatkraft des=20
Milliardenvolkes. Jene, die gehofft hatten, dass nun auch die Zeit der=20
Demokratie anbrechen werde, die der Gr=FCnder der chinesischen Republik, Sun=
=20
Yat-sen, in seinem Programm als Selbstverst=E4ndlichkeit betrachtet hatte,=
=20
erlebten am 4. Juni 1989 beim Massaker auf Pekings Tiananmen-Platz ein=20
blutiges Erwachen.
Am 16. Parteikongress, der am kommenden Freitag in Peking beginnt, tritt=20
nun jene F=FChrung in den Ruhestand, die im Gefolge dieser noch immer nicht=
=20
bew=E4ltigten Z=E4sur an die Macht kam. Sie hat =FCber ein China geherrscht,=
 das=20
w=E4hrend der letzten zehn Jahre beispiellosen wirtschaftlichen und sozialen=
=20
Ver=E4nderungen unterworfen wurde.
Wenn es etwas gibt, in dem sich Chinesen und Schweizer auff=E4llig gleichen,=
=20
dann ist es das Misstrauen gegen =ABdie da oben=BB. Wer die Bewohner des=
 Reichs=20
der Mitte als folgsame Herdentiere betrachtet, liegt v=F6llig falsch. Im=20
Grunde genommen verbirgt sich in jedem Chinesen ein heimlicher Anarchist.=20
Er w=FCnscht sich jede Obrigkeit, die ihn in seinem h=E4ufig die Grenzen der=
=20
Legalit=E4t streifenden Treiben hindert, zum Teufel. Und wo ihn diese=20
Obrigkeit nicht zur Rechenschaft ziehen kann, schl=E4gt er ihr gerne ein=20
Schnippchen.
Demonstriert bekommt man dies, als ein Taxifahrer beim Anblick eines=20
Polizisten in Unfl=E4tigkeiten ausbricht und mit seiner Gestik zu verstehen=
=20
gibt, dass eigentlich alle Ordnungsh=FCter korrupt seien und erschossen=20
geh=F6rten. Ein anderer Taxifahrer gibt einem beim Vorbeifahren vor=20
Zhongnanhai, der exklusiven Enklave der chinesischen F=FChrung, deutlich zu=
=20
verstehen, dass er auf Li Peng, Jiang Zemin und Zhu Rongji keine grossen=20
St=FCcke h=E4lt.
Von grossen Erwartungen ist unter den einfachen Menschen vor dem Parteitag=
=20
=FCberhaupt nichts zu sp=FCren. Ein Beamter lacht etwas versch=E4mt, als man=
 ihn=20
auf das Ereignis anspricht. Ein Angestellter meint, dass ihn das Ganze=20
nicht interessiere, und ein Hochschullehrer betont, auf die Bedeutung des=20
Kongresses angesprochen, beinahe =E4rgerlich, dass er kein Kommunist sei und=
=20
mit dem Anlass nichts am Hut habe. Die meisten wissen, dass eine neue=20
F=FChrung bestellt werden wird, doch angesichts der Tatsache, dass in China=
=20
das Privatleben von Politikern tabu ist, hat man keine klare Vorstellungen=
=20
=FCber die Pers=F6nlichkeit des Neuen an der Parteispitze.
So gibt es keine Anekdoten =FCber Hu Jintao, den voraussichtlichen=
 Nachfolger=20
des Parteichefs Jiang, zu kolportieren. Spekulationen =FCber Rochaden und=20
=FCber die Absichten von Jiang geben sich vor allem die in der Kapitale=20
ans=E4ssigen Ausl=E4nder hin. Insbesondere die ausl=E4ndischen Journalisten,=
 von=20
denen gem=E4ss Angaben des Pressezentrums rund 500 dem Kongress beiwohnen=20
werden, suchen den Mangel an harten Fakten mit allerlei=20
Verschw=F6rungstheorien zu =FCberdecken.

Ideologische D=FCrre
Den Ideologen wird der Parteitag wenig bieten k=F6nnen. Jiang will als sein=
=20
Erbe hinterlassen, dass die Partei offener wird gegen=FCber=20
Bev=F6lkerungsschichten, die nicht zur klassischen Klientel einer=20
marxistischen Partei geh=F6ren. Seine Theorie von den =ABdrei=20
Repr=E4sentationen=BB, die auch die Aufnahme von Unternehmern als Mitglieder=
=20
erm=F6glicht, soll im Parteiprogramm festgeschrieben werden. Ob mit oder=
 ohne=20
Jiangs Namensnennung, scheint derzeit noch offen.
Manchem gestandenen Kommunisten m=F6gen bei diesem Revisionismus die Haare=
 zu=20
Berg stehen. Doch Jiang hat die objektive Realit=E4t, von der die=20
marxistischen Theoretiker bekanntlich gerne sprechen, eindeutig auf seiner=
=20
Seite. Insbesondere in den St=E4dten und in den reichen Provinzen hat das=20
heutige China immer weniger mit einer kommunistischen Volksrepublik und=20
daf=FCr immer mehr mit dem realen Kapitalismus zu tun. Deng hat mit seinem=
=20
=F6konomischen Pragmatismus der Ideologie den Todesstoss versetzt.
Die Menschen, die sich Dengs Theorem =ABReich zu werden, ist wunderbar=BB zu=
=20
eigen gemacht haben, erwarten von der Partei und ihrer F=FChrung, dass sie=
=20
die Ordnung im Land sicherstellt und den ununterbrochenen Zuwachs des=20
privaten Wohlstands erm=F6glicht. Fragt sich bloss, wie krisenresistent ein=
=20
Zustand sein kann, bei dem die Partei alle Macht beh=E4lt und die B=FCrger=
 sich=20
mit der Wahlfreiheit in Einkaufszentren begn=FCgen m=FCssen.


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Nimmt China der Welt die Arbeit weg?

Das Reich der Mitte sorgt f=FCr Deflations=E4ngste

F=FCr die einen ist China einer der Wachstumsmotoren der Weltwirtschaft, f=
=FCr=20
die andern treibt Chinas gigantische Billigstproduktions-Maschinerie die=20
ganze Welt in die Deflation. Die alte Furcht vor der =ABgelben Gefahr=BB=
 droht=20
die enormen Chancen zu verdr=E4ngen, die ein prosperierendes China f=FCr die=
=20
Weltwirtschaft bereith=E4lt.

us. Peking, imNovember
Einer Mitteilung des International Iron and Steel Institute (IISI) war vor=
=20
kurzem zu entnehmen, dass China im kommenden Jahr mehr als einen Viertel=20
der gesamten Weltproduktion von Stahl absorbieren wird. 1995 verbrauchte=20
das Land 13,5Mio.t, 2003 werden es 215Mio.t von den weltweit produzierten=20
841Mio.t Stahl sein. Traditionell ist der Stahlverbrauch ein guter=20
Indikator f=FCr die industrielle Entwicklung eines Landes. Der Chef=F6konom=
 des=20
Internationalen W=E4hrungsfonds (IMF), Kenneth Rogoff, streicht die Dynamik=
=20
der chinesischen Wirtschaft heraus und bezeichnet im j=FCngsten IMF-Bericht=
=20
=FCber die Aussichten der Wirtschaft weltweit Chinas anhaltend starkes=20
Wirtschaftswachstum als =ABpositiv f=FCr die Weltwirtschaft=BB. In den=
 kommenden=20
Jahrzehnten werde sich China zu einer =E4hnlichen Lokomotive des Wachstums=
=20
entwickeln, wie es im letzten Jahrzehnt die USA gewesen seien.

Durchzogene WTO-Bilanz
Rogoff untermauert seine positive Einsch=E4tzung mit der =D6ffnung von=
 Chinas=20
M=E4rkten im Gefolge des Beitritts zur Welthandelsorganisation (WTO). Von=20
anderer Seite klingt es allerdings nicht so euphorisch. Ein Jahr nach=20
Chinas Aufnahme in die WTO ziehen der United States-China Business Council=
=20
und die amerikanische Handelskammer eine durchzogene Bilanz. Es wird Peking=
=20
zugute gehalten, dass es sich ernsthaft um die Implementierung der durch=20
den WTO-Beitritt n=F6tig gewordenen Reformen bem=FChe, jedoch einger=E4umt,=
 dass=20
es vor allem auf der regionalen Ebene sowie bei der Staatsb=FCrokratie noch=
=20
erhebliche Probleme gebe. Bem=E4ngelt wird, dass allzu h=E4ufig die=
 bestehenden=20
Regeln zuungunsten der ausl=E4ndischen Unternehmen ausgelegt w=FCrden.=
 Grosse=20
Defizite werden vor allem bei der =D6ffnung von Chinas Markt f=FCr=
 Agrarimporte=20
ausgemacht. Anderseits nutze Peking mehr und mehr die Regeln der WTO gegen=
=20
Dumping, um seine verletzlichen Industrien zu sch=FCtzen. Dies sei vor allem=
=20
der Fall im Chemiesektor. Schliesslich beklagt sich die US-Handelskammer=20
auch =FCber massive Verletzungen beim Copyright, Marken- und Patentschutz=
 und=20
=FCber eine allzu langsame =D6ffnung des Finanzsektors.
Die Daten des bilateralen Handels zwischen den USA und China st=FCtzen die=
=20
Skepsis. Die amerikanische Wirtschaft hatte sich stark f=FCr den=
 chinesischen=20
WTO-Beitritt eingesetzt, doch hat dieser bisher nicht zu der von den=20
US-Unternehmen erhofften Belebung der Exporte ins Reich der Mitte gef=FChrt.=
=20
F=FCr die ersten acht Monate des laufenden Jahres weisen chinesische=20
Statistiken zwar beim bilateralen Handelsvolumen gegen=FCber dem Vorjahr=
 eine=20
Zunahme von 14,6% auf 60,2 Mrd. US-$ aus, doch w=E4hrend die chinesischen=20
Exporte um massive 22,7% wuchsen, bildeten sich die chinesischen Einfuhren=
=20
aus den USA um 1,7% zur=FCck. Es resultierte ein chinesischer=20
Handelsbilanz=FCberschuss von 25,8 Mrd. US-$, wobei amerikanische Angaben=20
noch erheblich h=F6her liegen, da sie auch chinesische G=FCter erfassen, die=
=20
durch Hongkong und andere Transitstationen in die USA gelangen. Experten=20
erwarten f=FCr 2002 bei einem Handelsvolumen von 92 Mrd. US-$ einen=20
chinesischen =DCberschuss von rund 38 Mrd. US-$, der einem Rekord=
 gleichk=E4me.

Billige Arbeitskr=E4fte
Von zahlreichen Unternehmen, die sich mit Produktionsst=E4tten in China=20
niedergelassen haben, sind Klagen =FCber Rechtsunsicherheit, beh=F6rdliche=
=20
Willk=FCr, mangelnde Transparenz und unfairen Wettbewerb zu h=F6ren. Viele=
=20
sehen sich wegen einer =E4usserst freiz=FCgigen Lizenzvergabe pl=F6tzlich=
 mit=20
einer erheblich st=E4rkeren Konkurrenz konfrontiert, als zum Zeitpunkt der=
=20
Produktionsaufnahme absehbar war. Auch k=F6nnen die Absatzchancen durch=20
abrupte =C4nderungen in der Steuerpolitik drastisch reduziert werden, wie=
 das=20
in der Vergangenheit die Autoindustrie erfahren musste. Am schlimmsten ist=
=20
aber die geradezu endemische Imitationslust der Chinesen. Kommt ein neues=20
Produkt bei den chinesischen K=E4ufern gut an, so kann man davon ausgehen,=
=20
dass innert k=FCrzester Zeit Nachahmungen auftauchen, die erheblich=
 g=FCnstiger=20
angeboten werden. So stellt sich schliesslich bei manchem ausl=E4ndischen=20
Investor in China heraus, dass die Profite =FCber die Produktion nicht f=FCr=
=20
den chinesischen Markt, sondern f=FCr den Export hereingeholt werden m=FCsse=
n.
Chinas Standortvorteil Nummer eins ist und bleibt die praktisch unbegrenzte=
=20
Verf=FCgbarkeit billiger Arbeitskr=E4fte. Dies wiederum n=E4hrt die=
 Bef=FCrchtung,=20
dass, da sich in China die meisten G=FCter erheblich billiger herstellen=20
lassen als sowohl in den westlichen Industriestaaten wie auch in den=20
osteurop=E4ischen und asiatischen Schwellenl=E4ndern, das Land der Welt die=
=20
Arbeitspl=E4tze nimmt. Noch verst=E4rkt wird diese Furcht dadurch, dass sich=
=20
China nicht mehr mit dem Export von Spielwaren, Plasticprodukten und=20
anderem Billigzeug zufriedengibt. Ein Schulbeispiel ist Haier, der=20
Hersteller von dauerhaften Konsumg=FCtern wie Waschmaschinen und=20
Eisschr=E4nken. Haier ist inzwischen selbst auf dem schwierigen US-Markt=
 sehr=20
erfolgreich. Dar=FCber hinaus erobern sich chinesische Hersteller die sehr=
=20
preisbewussten aufstrebenden Mittelschichten in Entwicklungsl=E4ndern.

=ABWerkstatt der Welt=BB
China ist also auf dem besten Weg, zur =ABWerkstatt der Welt=BB zu werden.=
 Es=20
ist dies nichts Neues in der Wirtschaftsgeschichte, man denke nur an den=20
Beginn der Industrialisierung, als Grossbritannien der =ABworkshop=BB der=
 Welt=20
war, man denke aber auch an die Schwierigkeiten, die der Westen im 18. und=
=20
19.Jahrhundert hatte, die rasch wachsenden Defizite im Handel mit China=20
auszugleichen. Da man nichts produzierte, was die Chinesen unbedingt=20
importieren mussten, griff man schliesslich zum Opium, das zu einem der=20
traurigsten Kapitel in der neueren asiatischen Geschichte f=FChren sollte.
Konjunkturelle und strukturelle Produktionsverlagerungen, die zur Natur der=
=20
Weltwirtschaft geh=F6ren, sind Wasser auf die M=FChlen von Protektionisten.=
=20
Stattdessen sollten sie Grund zu neuer Innovationslust und=20
Risikobereitschaft sein, beides Voraussetzungen einer gesunden Wirtschaft.=
=20
Unter diesem Blickwinkel ist die rasante Entwicklung Chinas eine riesige=20
Chance f=FCr den Freihandel. Ein wohlhabendes China schafft enorme neue=20
M=E4rkte f=FCr Qualit=E4tsprodukte aus den westlichen Industriestaaten. Wie=
 alle=20
Menschen neigen auch die Chinesen, haben sie einmal einen gewissen=20
Lebensstandard erreicht, zum Prestigekonsum. Dann will man eben eine echte=
=20
Schweizer Uhr oder eine modische Handtasche =ABmade in Italy=BB. Man macht=
=20
Ferien im Ausland oder leistet sich gar f=FCr den Spr=F6ssling eine=
 Ausbildung=20
in Europa oder den USA. Die Optionen sind unersch=F6pflich. Aus dieser=20
Perspektive sind auch die amerikanischen Klagen =FCber das bilaterale=20
Aussenhandelsdefizit cum grano salis zu nehmen. Die Exporte der USA ins=20
Reich der Mitte k=F6nnten viel umfangreicher sein, g=E4be es nicht =E4ussers=
t=20
restriktive Regeln beim Export von Hochtechnologie. Ein Handelspotenzial=20
l=E4sst sich aber nicht voll aussch=F6pfen, wo der Partner stets als=20
potenzieller Feind behandelt wird.



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=20
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Sinkender =DCberschuss in Japans Leistungsbilanz

Trendwende wegen schwacher Exporte

tf. Tokio, 11. November

Die nachlassende Exportdynamik der japanischen Volkswirtschaft hinterl=E4sst=
=20
in der Zahlungsbilanz deutliche Spuren. Erstmals seit einem Jahr hat sich=20
deren =DCberschuss im September wieder verkleinert, und zwar um 6,8% auf=
 1,17=20
Bio. Yen. F=FCr das erste Semester des laufenden Fiskaljahres (April bis=20
September) sieht die Bilanz noch deutlich positiver aus: Vor allem dank=20
markant steigenden Ausfuhren in asiatische Nachbarl=E4nder konnte ein=
 Anstieg=20
des Leistungsbilanz=FCberschusses gegen=FCber derselben Vorjahresperiode um=
=20
42,5% auf 6,96 Bio. Yen registriert werden; der positive Handelsbilanzsaldo=
=20
vermochte dabei im Halbjahr einen Sprung um 41,3% auf 6,00 Bio. Yen zu=20
verzeichnen.
Die Trendwende beim Leistungsbilanz=FCberschuss verdeutlicht, dass die=20
Exportwirtschaft ihre Rolle als Konjunkturmotor - und somit als Korrektiv=20
zur anhaltend schwachen Inlandnachfrage - kaum noch l=E4nger auszu=FCben=20
vermag. Die entsprechenden Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftliche=20
Erholung d=FCrften sich auch in den f=FCr kommenden Mittwoch angek=FCndigten=
=20
Daten zum Bruttoinlandprodukt (BIP) im Quartal per Ende September spiegeln.=
=20
Zwar erwarten die meisten Auguren ein leichtes Plus des BIP im=20
Berichtszeitraum. Nicht wenige =D6konomen bef=FCrchten indessen, dass=
 bereits=20
im Quartal per Ende Dezember wieder ein r=FCckl=E4ufiges BIP verzeichnet=
 werden=20
muss, nicht zuletzt mit Blick auf die schwache Nachfrage aus den=20
Vereinigten Staaten, dem nach wie vor wichtigsten Handelspartner Japans.


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=20
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Japan

Die =DCbernahme durch Roche belastet Chugai. Die seit Anfang Oktober zu=
 50,1%=20
vom Schweizer Pharmakonzern Roche kontrollierte Chugai Pharmaceutical hat=20
im 1. Semester (per Ende September) in =DCbereinstimmung mit unl=E4ngst=20
revidierten Erwartungswerten (vgl. NZZ vom 22. 10. 02) einen Verlust von=20
26,2 Mrd. Yen erlitten; in der vergleichbaren Vorjahresperiode hatte ein=20
Gewinn von 9,1 Mrd. Yen resultiert. Das operative Ergebnis ging von 16,4=20
Mrd. auf 12,1 Mrd. Yen zur=FCck. Im Zusammenhang mit der =DCbernahme durch=
=20
Roche schreibt das weiterhin eigenst=E4ndig an Tokios B=F6rse kotierte=20
Unternehmen einen ausserordentlichen Verlust von 16,6 Mrd. Yen; 13,4 Mrd.=20
Yen davon sind auf eine neue Verbuchungspraxis bei Pensionskassengeldern=20
zur=FCckzuf=FChren. Der Semesterumsatz ging um 7,8% auf 99,7 Mrd. Yen=
 zur=FCck.=20
Negativ ins Gewicht fielen dabei vor allem die um 18% schw=E4cheren Verk=E4u=
fe=20
von rezeptfrei erh=E4ltlichen Produkten. F=FCr das volle Gesch=E4ftsjahr=
 stellt=20
Chugai unver=E4ndert einen Reinverlust von 20 (i. V. Gewinn von 14,6) Mrd.=
=20
Yen und einen um 11% h=F6heren Umsatz von 235 Mrd. Yen in Aussicht.
  tf.


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Reichtumsgef=E4lle und Arbeitslosigkeit nehmen zu

Neben dem Generationenwechsel an der Parteispitze steht der 16.Parteitag=20
der KP Chinas im Zeichen der massiven sozialen und =F6konomischen=20
Umw=E4lzungen, die in China w=E4hrend der letzten zehn Jahre in Gang=
 gekommen=20
sind. Die Dynamik des Wandels setzt mit wachsendem Reichtumsgef=E4lle und=20
steigender Arbeitslosigkeit die F=FChrung der Partei unter massiven=
 Erfolgszwang.

us. Tokio, 11.November

Die Kommunistische Partei Chinas (KPC) sieht sich mit einer Herausforderung=
=20
konfrontiert, die f=FCr westliche Regierungsparteien zum Alltag geh=F6rt,=
 die=20
aber in China seit der Etablierung der Volksrepublik im Herbst 1949=20
pr=E4zedenzlos ist. Seit Deng Xiaoping mit seiner historischen Reise in den=
=20
S=FCden vor zehn Jahren das Signal f=FCr die Freisetzung der=
 unternehmerischen=20
Dynamik gab, haben Dutzende von Millionen in China einen Wohlstandszuwachs=
=20
erfahren, von dem sie zuvor nur hatten tr=E4umen k=F6nnen. Doch der=20
wirtschaftliche Erfolg hat nicht nur neue Begehrlichkeiten, sondern auch=20
neue Probleme geschaffen, die f=FCr wachsende Unzufriedenheit sorgen. Da die=
=20
KPC ihre Herrschaft nicht durch Wahlen legitimieren l=E4sst, drohen die=20
Gefahren, die aus einer Akkumulierung von Frustrationen und Entt=E4uschungen=
=20
erwachsen k=F6nnen, f=FCr das System umso destabilisierender zu werden. Der=
=20
abtretende Parteichef, Jiang Zemin, hat versucht, den neuen=20
sozio=F6konomischen Realit=E4ten gerecht zu werden mit einer =D6ffnung der=
 Partei=20
f=FCr Unternehmer sowie mit der Propagierung des Ziels, in China bis zum=
 Jahr=20
2020 eine moderne Wohlstandsgesellschaft zu errichten.

Rekord bei den Auslandsinvestitionen
Im Grunde genommen ist mit Deng Xiaopings Wirtschaftsreformen ein Tiger=20
freigesetzt worden, den die Parteibonzen nicht mehr kontrollieren k=F6nnen.=
=20
Ihr Hauptaugenmerk muss sich darauf richten, bei dem wilden Ritt nicht=20
abgeworfen und zertrampelt zu werden. Ein Indiz f=FCr diese prek=E4ren=20
Verh=E4ltnisse ist der Versuch der Regierung, um jeden Preis ein Absinken=
 der=20
chinesischen Wirtschaft in die Deflation zu vermeiden. Mit bemerkenswerter=
=20
Offenheit anerkennen Partei- und Regierungsvertreter einige =F6konomische=20
Schwierigkeiten w=E4hrend der 13-j=E4hrigen Herrschaft von Jiang Zemin,=20
zun=E4chst die hohe Inflation und danach die Auswirkungen der Asien-Krise.=
=20
Gleichzeitig wird jedoch herausgestrichen, dass alle diese Schwierigkeiten=
=20
auch erfolgreich bew=E4ltigt wurden. Entsprechend optimistisch gab sich vor=
=20
Medienvertretern der Vorsitzende der staatlichen Planungskommission, Zeng=20
Peiyan. F=FCr das laufende Jahr erwartet er ein Bruttoinlandprodukt, das=20
erstmals die Schwelle von 10000 Mrd. Yuan (rund 1200 Mrd. US-$)=20
=FCberschreiten wird. Gegen=FCber dem Vorjahr entspr=E4che dies einem=
 Wachstum um=20
8%. F=FCr 2002 sieht Zeng das Aussenhandelsvolumen bei 600 Mrd. US-$. Bei=
 den=20
Auslandsinvestitionen wird ein Rekordbetrag von =FCber 50 Mrd. US-$=
 erwartet.
Li Rongrong, Vorsitzender der staatlichen Wirtschafts- und=20
Handelskommission, die sich mit der Restrukturierung der chinesischen=20
Wirtschaft befasst, betonte gegen=FCber den Medien, dass die Zahl der=20
Staatsbetriebe weiter abnehmen und dass man den verbleibenden Staatssektor=
=20
tief greifenden Reformen unterziehen werde. Bei der Frage, ob bei der=20
Finanzierung die staatlichen Betriebe gegen=FCber privaten nicht gewisse=20
Vorteile gen=F6ssen, gab Li zu bedenken, dass die Staatsbetriebe im Rahmen=
=20
der Restrukturierungen eine Reihe von Verpflichtungen im sozialpolitischen=
=20
Bereich zu erf=FCllen h=E4tten, die bei der Privatwirtschaft nicht anfielen.=
 Li=20
betonte allerdings, dass die Banken keine generelle Verpflichtung zur Hilfe=
=20
an die Staatsbetriebe h=E4tten: =ABJedes Unternehmen wird nach seinem Wert=
=20
beurteilt, und alle werden gleich behandelt.=BB Mit Chinas Beitritt zur=20
Welthandelsorganisation (WTO) gelte diese Gleichbehandlung auch f=FCr=20
ausl=E4ndische Unternehmen.

Sorgen mit der Stabilit=E4t
Neben den =ABdrei Vertretungen=BB, gem=E4ss welchen die Partei f=FCr=
 Unternehmer=20
und weitere Schichten ge=F6ffnet werden soll, die nicht der traditionellen=
=20
Arbeiter- und Bauernschaft angeh=F6ren, wird von Parteivertretern immer=20
wieder das Ziel der Errichtung einer Wohlstandsgesellschaft=20
herausgestrichen. Offensichtlich soll damit der Blick auf eine Zukunft=20
gelenkt werden, in welcher die bei allen bisherigen Erfolgen=20
fortbestehenden, schwerwiegenden M=E4ngel =FCberwunden sein werden. Zu=
 diesen=20
M=E4ngeln geh=F6ren in erster Linie die wachsende Arbeitslosigkeit und ein=
=20
eskalierendes Reichtumsgef=E4lle. Anvisiert werden f=FCr 2020 ein j=E4hrlich=
es=20
Pro-Kopf-Einkommen von 3000 US-$ und ein Anteil der St=E4dter an der=20
Gesamtbev=F6lkerung von =FCber 50%. Nicht nur zwischen den verschiedenen=20
Bev=F6lkerungsschichten, sondern auch zwischen den Regionen des riesigen=20
Landes sollen die Unterschiede drastisch reduziert werden.
Besondere Sorge bereitet der Parteif=FChrung die wachsende Arbeitslosigkeit.=
=20
Sozialminister Zhang Zuoyi und Zhang Junjiu, ein f=FChrender Exponent des=20
chinesischen Gewerkschaftsbundes, mussten ihren zun=E4chst recht=20
optimistischen Pr=E4sentationen im Verlauf der Befragung durch=20
Medienvertreter doch ziemlich ern=FCchternde Evaluationen der Lage auf dem=
=20
Arbeitsmarkt folgen lassen. Die urspr=FCngliche Arbeitslosenquote von bloss=
=20
3,9% erh=F6hte sich auf 7%, da auch diejenigen ber=FCcksichtigt wurden, die=
=20
durch die Restrukturierung von Staatsbetrieben ihre Arbeit verloren und=20
bisher noch keine neue Stelle gefunden haben. Von 1998 bis ins laufende=20
Jahr sind rund 26 Mio. Arbeitnehmer von Staatsbetrieben entlassen worden.=20
17 Mio. sollen auf verschiedenen Wegen wieder eine Arbeit gefunden haben.=20
Noch bedenklicher wird die Situation auf dem Arbeitsmarkt allerdings, wenn=
=20
man das Dutzende von Millionen umfassende Kontingent der Wanderarbeiter=20
ber=FCcksichtigt. Diese w=FCrden, so Zhang Zuoyi, nicht unter der=
 arbeitenden=20
Bev=F6lkerung und demzufolge auch nicht unter den Arbeitslosen erfasst. Der=
=20
sonst sehr zur=FCckhaltende Minister liess immerhin das Wort von einer=20
=ABdramatischen Lage=BB auf dem Arbeitsmarkt fallen.

Soziale Unrast
Vom Gewerkschaftsvertreter war jenseits der =FCblichen Floskeln, zu denen=20
auch die Versicherung geh=F6rte, dass die f=FChrende Klasse in China nach=
 wie=20
vor die Arbeiterschaft sei, indirekt zu vernehmen, dass sich die=20
Gewerkschaft mit neuen Herausforderungen konfrontiert sieht. Auf der einen=
=20
Seite stellte Zhang Junjiu dezidiert in Abrede, dass es in China Personen=20
gebe, die wegen Arbeitsprotesten in Haft sitzen. Anderseits bestritt er=20
weder, dass es Rastlosigkeit gibt, noch, dass in zahlreichen privaten=20
Firmen mit oder ohne ausl=E4ndische Beteiligung die Grundrechte der=20
Arbeitnehmer nicht respektiert werden. Jedenfalls ist aus der verbreiteten=
=20
Besorgnis =FCber die Entwicklungen am Arbeitsmarkt auch herauszuh=F6ren,=
 dass,=20
sollten wieder konservativere Elemente innerhalb der KP Auftrieb bekommen,=
=20
die soziale Frage wohl zur Hauptangriffsfl=E4che der Reformer werden wird.



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Sch=E4rfere Rhetorik Nordkoreas gegen Japan

Drohung mit der Wiederaufnahme von Raketentests

tf. Tokio, 17. November

Nordkorea hat am Wochenende seine Rhetorik gegen=FCber Japan versch=E4rft=
 und=20
erneut mit der Wiederaufnahme von Raketentests gedroht. Das kommunistische=
=20
Regime wirft Japan vor, seine Versprechen in der sogenannten=20
Pjongjang-Deklaration, die Mitte September beim Gipfeltreffen der F=FChrer=
=20
beider L=E4nder unterzeichnet worden war, nicht einzuhalten. Vor diesem=20
Hintergrund sehe Nordkorea keinen Grund, mit Blick auf das Moratorium f=FCr=
=20
neue Raketentests l=E4nger =ABGrossmut=BB zu zeigen, zitierte die staatliche=
=20
Nachrichtenagentur am Samstag einen Sprecher des Aussenministeriums. Die=20
Armee und die Bev=F6lkerung Nordkoreas seien dar=FCber emp=F6rt, so die=20
Agenturmeldung, dass Japan wegen =ABdes Themas einiger weniger entf=FChrter=
=20
Japaner=BB in versessener Weise eine =ABSchmierenkampagne=BB gegen Nordkorea=
 in=20
Gang setze, sich gleichzeitig aber weigere, seine beispiellosen Verbrechen=
=20
gegen das koreanische Volk im Zusammenhang mit der japanischen Besetzung=20
der Koreanischen Halbinsel (1910-1945) offen zu legen.
Nordkoreas Diktator Kim Jong Il hatte beim Besuch von Japans=20
Ministerpr=E4sident Koizumi in Pjongjang Mitte September unter anderem die=
=20
Zusage gemacht, ein urspr=FCnglich bis 2003 befristetes Moratorium f=FCr=20
Raketentests =FCber dieses Datum hinaus zu verl=E4ngern. Erste Gespr=E4che=
 =FCber=20
eine Normalisierung der bilateralen Beziehungen, von der sich Nordkoreas=20
Staatsf=FChrung vor allem dringend ben=F6tigte Finanzhilfe in Milliardenh=F6=
he=20
erhofft, waren Ende Oktober indessen ergebnislos verlaufen. Der Ann=E4herung=
=20
zwischen den beiden Staaten steht Nordkoreas Eingest=E4ndnis im Weg,=
 entgegen=20
internationalen Vereinbarungen weiterhin an einem Atomwaffenprogramm=20
besch=E4ftigt zu sein. Tokio fordert vor einer allf=E4lligen Normalisierung=
 der=20
Beziehungen - und somit vor der Gew=E4hrung von Finanzhilfe - die Beendigung=
=20
dieses Programms; in Nordkorea will man derweil =FCber sicherheitspolitische=
=20
Themen lediglich mit den Vereinigten Staaten verhandeln.
Anderseits haben sich in den vergangenen Wochen auch die Fronten beim=20
Streit um das Schicksal der von Nordkorea vor rund 24 Jahren zu=20
Spionagezwecken entf=FChrten Japaner immer mehr verh=E4rtet. 5 =FCberlebende=
n=20
Entf=FChrungsopfern war Mitte Oktober erstmals die R=FCckkehr in die Heimat=
=20
bewilligt worden, wobei sie ihre Kinder - und in einem Fall auch den=20
Ehemann - in Nordkorea zur=FCcklassen mussten. Wenngleich sich die beiden=20
Staaten urspr=FCnglich darauf geeinigt hatten, dass die Heimkehrer nach=
 knapp=20
zwei Wochen wieder nach Nordkorea zu ihren Familien zur=FCckreisen werden,=
=20
befinden sich die Entf=FChrten nach =FCber einem Monat noch immer in Japan.=
=20
Grund hierf=FCr ist vor allem die Weigerung Nordkoreas, die Familien der=20
Entf=FChrungsopfer ebenfalls nach Japan ausreisen zu lassen, damit diese=
 hier=20
frei =FCber ihre Zukunft entscheiden k=F6nnen. Ein japanischer=20
Regierungssprecher betonte am Sonntag erneut, dass es ohne ein solches=20
Versprechen Nordkoreas nicht zu einer zweiten Runde von=20
Normalisierungsgespr=E4chen kommen werde.


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Architektonischer Erneuerungsprozess in Peking

Eine abgeschabte Stahlkugel zertr=FCmmert noch die letzten grauen=20
H=E4userst=FCmpfe, als das alte, von engen Gassen gepr=E4gte Viertel neben=
 der=20
Verbotenen Stadt schon einer Mondlandschaft gleicht. Ein solcher Anblick=20
ist in Peking durchaus nicht ungew=F6hnlich. Die sanit=E4ren Verh=E4ltnisse=
 seien=20
eben unertr=E4glich gewesen, heisst es wie =FCblich, und =FCberdies sei=
 wegen des=20
Platzmangels in der Innenstadt der Abbruch der einst=F6ckigen Geb=E4ude=20
unvermeidlich. Sanierungen werden so gut wie nie in Betracht gezogen,=20
stattdessen wird grossfl=E4chig abgerissen.
W=E4hrend die neueste und bisher radikalste Modernisierungswelle Peking=20
=FCberrollt, ist es das Ziel der Planer, aus der chinesischen Hauptstadt bis=
=20
zum Beginn der Olympischen Spiele 2008 eine Metropole zu machen, die sich=20
vor Paris und New York nicht sch=E4men muss. Dass sie dabei vor lauter=20
=DCbereifer die Spuren der Vergangenheit ausl=F6schen, veranschaulicht ihren=
=20
oft unreflektierten Begriff von Moderne und ein unfruchtbares Verh=E4ltnis=
=20
zur Tradition des eigenen Landes. Doch das neue Peking, das an die Stelle=20
der alten Nachbarschaften tritt, ist alles andere als =FCberzeugend.

Architektonischer Selbstmord
Nur wenige Schritte vom Kaiserpalast entfernt f=FChrt eine schmale Strasse=
=20
durch ein rotes Tor in ein Gitter alter Gassen, ges=E4umt von grauen=20
Ziegelh=E4usern, die nicht nur zwei langlebige Dynastien =FCberdauert,=
 sondern=20
auch Revolution, Krieg und B=FCrgerkrieg =FCberstanden haben. Hinter den=
 alten=20
Mauern verbergen sich die f=FCr Peking typischen =ABSiheyuan=BB, die=
 Wohnanlagen=20
der alten Oberschicht. Abgeschirmt vom zudringlichen Blick, waren die alten=
=20
Gem=E4uer um schattige H=F6fe angeordnet, in denen sich die Aristokraten=
 einst=20
dem L=E4rm der Stadt entzogen. Nach gut 50 Jahren sozialistischer=20
Siedlungspolitik und einem rasanten Bev=F6lkerungszuwachs ist das alte=20
Oberklassenidyll l=E4ngst pass=E9. Die Geb=E4ude, obwohl =FCbernutzt und=20
heruntergekommen, stehen noch. Aber nicht mehr lange. Die alten Mauern=20
werden alle vom gleichen hastig hingeschmierten Zeichen verunziert: =ABchai=
=BB=20
- Abriss.
Die Beh=F6rden agieren oft unkoordiniert und r=FCcksichtslos. Als die=
 Bewohner=20
des Nanchizi-Distrikts am Morgen des 14. Mai auf die Strasse traten, wurden=
=20
sie von einem Plakat =FCberrascht, das sie =FCber die Zukunft ihres Bezirks=
=20
informierte: Innerhalb eines Monats h=E4tten sie ihre Wohnungen zu r=E4umen,=
=20
denn der Abriss des alten Viertels sei beschlossene Sache. Dass die=20
Bezirksverwaltung hinter dem Projekt stand, stellte sich erst heraus,=20
nachdem sich Angestellte der mit dem Abriss betrauten Firmen gegen den=20
Willen der Anrainer Zutritt in die Wohnungen verschafft hatten. Wenig=20
sp=E4ter wurde mit dem Abriss des alten Viertels begonnen, obwohl das=20
st=E4dtische Hauptplanungsamt den Nanchizi-Bezirk erst vor zwei Jahren=20
zusammen mit 24 weiteren Nachbarschaften unter Denkmalschutz gestellt=20
hatte. Dass der Abriss des historischen Viertels, von unbefugter Stelle=20
eingeleitet und mit nicht ganz legalen Methoden durchgef=FChrt, keinen=20
Skandal ausl=F6ste, spricht B=E4nde =FCber den Zustand der =F6ffentlichen=
 Meinung=20
in der Volksrepublik China. Die Zerst=F6rung des Bezirks setzt ein=20
Fragezeichen hinter das Schicksal der anderen f=FCr sch=FCtzenswert=
 befundenen=20
Ensembles.
Der brachiale Umgang mit dem historischen Erbe Pekings hat Tradition. In=20
der st=FCrmischen Aufbauphase nach der kommunistischen Staatsgr=FCndung 1949=
=20
stiessen die Advokaten einer behutsamen Stadtentwicklung bei den=20
Fetischisten der sozialistischen Moderne auf taube Ohren. Mao wollte 10 000=
=20
Fabrikschlote =FCber Pekings D=E4chern rauchen sehen. Riesige Schneisen=
 wurden=20
durch die Stadt geschlagen, und die Nord-S=FCd-Achse, die seit Jahrhunderten=
=20
den nach geomantischen Kriterien geordneten Grundriss Pekings bestimmt=20
hatte, wurde zerst=F6rt, um den Tiananmen, den Platz des Himmlischen=20
Friedens, zu einem monstr=F6sen Aufmarschplatz auszuwalzen. Die bis dahin=20
vollst=E4ndig erhaltenen Stadtmauern wurden abgebrochen, die Tr=FCmmer=
 halfen=20
beim Aufbau der Fabriken und Wohnh=E4user des neuen China. Nun aber werden=
=20
die wenigen verbliebenen Bruchst=FCcke in eine 1,5 Kilometer lange=20
Mauerrekonstruktion eingef=FCgt - doch die alten Fragmente reichen nicht=
 aus,=20
um auch nur die Fassade des neuen Denkmals zu bedecken.

Schwindende Lebensart
Was an traditioneller Architektur den ideologisch motivierten Kahlschlag=20
jener Jahre =FCberstanden hat, f=E4llt heute einem neureichen Chic zum=
 Opfer.=20
Die Idee einer =ABneutralen Moderne=BB, auf die etwa das Schweizer=20
Architekturb=FCro Burckhardt & Partner mit seinem Entwurf f=FCr ein von=20
Medienw=E4nden umgebenes Olympiastadion setzt, das im Jahr 2008 vollendet=20
sein soll, ist die Ausnahme. Unterdessen verschwindet mit dem alten=20
=ABhutong=BB, dem typischen Gewirr schmaler Gassen und kleiner Wohnh=F6fe,=
 die=20
Lebensart der einfachen Leute. Kleinhandel, Restaurants, Werkst=E4tten am=20
Strassenrand, Barbiere, Nachbarschaftstreffs, Gark=FCchen und dergleichen=20
mehr pr=E4gen das Leben in den alten Vierteln. Der ganze Handel und Wandel,=
=20
genauso wie die engen nachbarschaftlichen Beziehungen, h=E4ngt von der=20
kleinteiligen Raumordnung, dem Wohnzimmercharakter der Gassen und den=20
niedrigen Mieten ab. Dabei hat die nachbarschaftliche N=E4he ihre Kehrseite,=
=20
und es gibt einen Grund f=FCr das niedrige Niveau der Mietpreise: Die H=E4us=
er=20
br=F6ckeln vor sich hin, der Wohnraum ist knapp bemessen, die sanit=E4ren=20
Verh=E4ltnisse sind schlecht. Daher stehen viele Bewohner dem Umzug in neue,=
=20
komfortablere Wohnungen durchaus aufgeschlossen gegen=FCber.
Selbst wenn die alten Viertel saniert werden w=FCrden, h=E4tte sich die=20
Bev=F6lkerungsstruktur drastisch zu =E4ndern: Die Instandsetzung ist teuer,=
 und=20
das Geld m=FCsste durch die Mietpreise hereingeholt werden. Dass ein solches=
=20
Sanierungsprogramm profitabel sein kann, hat sich im Schanghaier=20
Duolun-Bezirk gezeigt; ein Investorenkonsortium rang der Stadtregierung die=
=20
Entwicklungsrechte f=FCr ein historisches Stadtquartier mit=20
Kolonialarchitektur ab, das zu einem schicken Szeneviertel umgebaut werden=
=20
soll. In Peking ist man f=FCr solche Experimente nicht zu haben.
Mit einem einzigen B=FCroblock ist in Peking n=E4mlich kurzfristig mehr Geld=
 zu=20
verdienen als mit einem ganzen, kostspielig in Hinblick auf Wohnen,=20
Einzelhandel und Tourismus sanierten Stadtviertel. Ausserdem entspricht=20
behutsame Modernisierung einfach nicht dem Geschmack der neuen=20
unternehmerischen Oberschicht. Seit dem Beginn der =D6ffnungspolitik 1978=
 und=20
dem darauf folgenden Wirtschaftsboom ist sie darauf aus, ihren Immobilien=20
einen m=F6glichst modernen und westlichen Look zu verleihen. Es gelten die=
=20
Devisen: Je h=F6her, desto moderner, je glitzernder, desto westlicher. Doch=
=20
weil das begehrte High-Tech-Design kostspielig ist, wird oft herk=F6mmliche=
=20
Ziegelbauweise mit kosmetischen Tricks zur Techno-Architektur umfrisiert.=20
Das Ergebnis sind unehrliche Bauwerke, die Material, Struktur und Funktion=
=20
konsequent verleugnen, um Opulenz oder Leichtigkeit vorzuspielen.
W=E4hrend die alte Stadt einer ungl=FCckseligen Allianz aus technokratischem=
=20
Modernisierungswillen, einem schwer belasteten Verh=E4ltnis zur Tradition,=
=20
materiellen Zw=E4ngen, Mangel an Sachverstand und handfesten Geldinteressen=
=20
zum Opfer f=E4llt, k=F6nnen die wenigen gegl=FCckten Beispiele moderner=
 Baukunst=20
das Stadtbild nicht pr=E4gen. Auch monumentale Solit=E4re wie das=
 futuristische=20
Nationaltheater unweit des Tiananmen, ein 300-Millionen-Dollar-Projekt des=
=20
Franzosen Paul Andreu, leisten einen eher zweifelhaften Beitrag zur Gestalt=
=20
der Stadt. Die Aufmerksamkeit der Planer richtet sich weiterhin auf die=20
westliche Baukunst. Die gilt es nach Peking zu verpflanzen: ein beinahe=20
Frankenstein'sches Unterfangen, durch das sich die Stadt unter dem von=20
anachronistischer Zukunftseuphorie getr=FCbten Blick postkommunistischer=20
Sozialingenieure in eine urbane Vollprothese zu verwandeln droht.


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Mehr Auslauf in China f=FCr Auslandsbanken

us. Peking, 20. November

Die chinesische Zentralbank hat am Mittwoch verlauten lassen, dass vom=20
kommenden 1. Dezember an ausl=E4ndische Banken in f=FCnf weiteren=
 chinesischen=20
St=E4dten Gesch=E4fte in Yuan t=E4tigen d=FCrfen. Im Gefolge von Chinas=
 Beitritt=20
zur Welthandelsorganisation (WTO) im Dezember 2001 waren bereits Schanghai,=
=20
Shenzhen, Dalian und Tientsin f=FCr die Gesch=E4ftst=E4tigkeit ausl=E4ndisch=
er=20
Banken ge=F6ffnet worden. Bei den f=FCnf neuen Orten handelt es sich um=20
Guangzhou, Tsingtao, Nanjing, Wuhan und um die s=FCdchinesische Provinzstadt=
=20
Zuhai. Urspr=FCnglich war letztere Stadt erst drei Jahre nach dem=20
WTO-Beitritt zur =D6ffnung vorgesehen gewesen. Die Zentralbank bezeichnet=20
ihren Schritt als Beweis, dass es ihr mit der =D6ffnung Chinas Ernst ist.=20
Gem=E4ss Statistiken der Zentralbank gab es per Ende September in China 181=
=20
Niederlassungen ausl=E4ndischer Banken, von denen 45 zur Gesch=E4ftst=E4tigk=
eit=20
in der Inlandw=E4hrung lizenziert waren.


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Unruhe auf Japans Oppositionsb=E4nken

R=FCcktritt des Pr=E4sidenten der Demokratischen Partei

tf. Tokio, 3. Dezember

Der Pr=E4sident von Japans gr=F6sster Oppositionsgruppierung, Yukio=
 Hatoyama,=20
hat sich am Dienstag dem parteiinternen Druck gebeugt und auf Mitte=20
Dezember seinen R=FCcktritt von der Spitze der Demokratischen Partei Japans=
=20
(DPJ) bekannt gegeben. Hatoyama hatte Ende vergangener Woche seine=20
Parteikollegen mit dem Vorschlag ver=E4rgert, sich zur St=E4rkung der=20
oppositionellen Kr=E4fte mit der Liberalen Partei zusammenzuschliessen.=20
Anstoss nahm man weniger am Inhalt des Vorschlages. So geh=F6rt in Japan vor=
=20
dem Hintergrund der erdr=FCckenden Dominanz der Liberaldemokratischen Partei=
=20
(LDP), die seit 1955 fast ununterbrochen regiert, die Debatte =FCber eine=20
Neub=FCndelung der Oppositionsparteien praktisch zum politischen=20
Dauerbrenner. Sauer aufgestossen war den Parlamentariern der DPJ jedoch,=20
dass sie von ihrem Parteichef =FCber die Fusionspl=E4ne, die den Weg zur=20
Etablierung eines Zweiparteiensystems ebnen sollen, nicht im Vornherein=20
geb=FChrend aufgekl=E4rt worden waren.
Hatoyama, der bereits seit =FCber drei Jahren das Parteipr=E4sidium innehat,=
=20
steht schon geraume Zeit unter massiver Kritik. So ist es ihm nicht=20
gelungen, den kontinuierlichen Abstieg der Partei in die politische=20
Bedeutungslosigkeit aufzuhalten. Wenngleich die regierende=20
Dreiparteienkoalition unter F=FChrung der LDP angesichts der schweren=20
Wirtschaftskrise und des politischen Reformstaus mehr als genug=20
Angriffsfl=E4che b=F6te, hat die gr=F6sste Oppositionspartei hieraus=
 keinerlei=20
politisches Kapital schlagen k=F6nnen. Das mag zum einen am Parteichef=20
liegen, zumal Hatoyama jegliches Charisma abgeht, was sich vor allem beim=20
rhetorischen Schlagabtausch mit dem Regierungschef Junichiro Koizumi=20
deutlich manifestiert. Zum anderen fehlt es der Partei aber vor allem auch=
=20
an einem klar erkennbaren Profil. Die Parteimitglieder, zu denen=20
klassenk=E4mpferische Sozialisten ebenso z=E4hlen wie konservative=20
Nationalisten, vereint vor allem der Wunsch, endlich die LDP an der=20
Regierungsspitze abzul=F6sen.
Die Idee einer Neub=FCndelung der oppositionellen Kr=E4fte ist mit dem=20
erzwungenen Abgang von Hatoyama kaum gestorben. Die Regierungskoalition=20
muss sich deshalb aber noch keine grossen Sorgen machen. Gel=E4nge es=
 n=E4mlich=20
der Demokratischen Partei, die vier wichtigsten Oppositionsgruppen f=FCr=20
einen Zusammenschluss zu gewinnen, w=FCrde diese Allianz im einflussreichen=
=20
Unterhaus momentan nur gerade 184 der insgesamt 480 Sitze kontrollieren;=20
124 davon entfielen auf die DPJ. Die LDP mit 241 Sitzen verm=F6chte diese=20
Gruppierung also noch immer problemlos zu =FCberstimmen. Hatoyamas=
 Nachfolger=20
an der Parteispitze muss sich somit einiges mehr einfallen lassen. Wem=20
diese Aufgabe zufallen wird, ist zwar noch unklar. Als Favorit wird von=20
politischen Beobachtern aber vor allem der ehemalige Generalsekret=E4r der=
=20
Partei, Naoto Kan, genannt. Kan, der eher dem linken Parteifl=FCgel=20
zuzuordnen ist, hatte bereits im vergangenen September f=FCr das=20
Parteipr=E4sidium kandidiert; er war damals nur =E4usserst knapp Hatoyama=20
unterlegen.


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Ausl=E4nder attackieren Japans Handel

Markteintritt auch des Metro-Konzerns

tf. Tokio, 4. Dezember
Mit hohem Tempo dr=E4ngen ausl=E4ndische Handelskonzerne auf den japanischen=
=20
Markt: Vor drei Jahren wagte der US-Grossh=E4ndler Costco Wholesale den=20
ersten Schritt, vor zwei Jahren folgte der franz=F6sische Konkurrent=20
Carrefour, im Mai des laufenden Jahres gab die amerikanische Wal-Mart=20
Stores eine strategische Beteiligung an der japanischen Supermarktkette=20
Seiyu bekannt, und seit Mittwoch verf=FCgt auch der deutsche Handelskonzern=
=20
Metro =FCber eine Adresse in Japan. =D6stlich von Tokio er=F6ffnete das=20
Unternehmen in Chiba seinen ersten Cash-&-Carry-Markt, und zwar im Rahmen=20
eines Joint Venture mit dem japanischen Handelshaus Marubeni. Der heimische=
=20
Partner, der am Gemeinschaftsunternehmen einen Anteil von 20% besitzt, mag=
=20
momentan zwar mit schweren Finanzproblemen k=E4mpfen; den Einstieg in den=20
neuen Markt wollte Metro dennoch nicht ohne ein Unternehmen wagen, das=20
zumindest mit den lokalen Markt- undVertriebsstrukturen vertraut ist.
Die Vorsicht von Metro hat gute Gr=FCnde. So ist die Gesch=E4ftsentwicklung=
 bei=20
den Konkurrenten Carrefour und Costco in der Startphase deutlich hinter den=
=20
eigenen Zielvorgaben zur=FCckgeblieben. Carrefour musste schmerzhaft=20
erfahren, dass ein in Europa erprobtes Gesch=E4ftsmodell nicht zwingend auch=
=20
in Japan funktionieren muss. Bloss tiefe Preise waren f=FCr Japans=20
anspruchsvollen Konsumenten noch lange nicht Kaufgrund genug, erst recht=20
nicht, wenn sich die Produkteauswahl auf eine allzu schmale Palette=20
beschr=E4nkte und bei Carrefour auch keine luxuri=F6sen Markenprodukte zu=20
finden waren, wie man dies in Japan von einem franz=F6sischen Anbieter=20
eigentlich erwartet h=E4tte. Carrefour hat die Lektion gelernt und die=20
Produktepalette radikal umgekrempelt. Bei Metro weiss man daher um die=20
Bedeutung eines l=E4nderspezifischen Ansatzes. In Japan, wo Nahrungsmittel=
=20
t=E4glich frisch eingekauft werden, will das deutsche Unternehmen daher auf=
=20
Frischprodukte heimischer Produzenten fokussieren.
Eher unjapanisch ist demgegen=FCber die Idee des=20
Cash-&-Carry-Abholgrosshandels, bei dem Grosskunden nur bei Barzahlung und=
=20
nur bei direkter Mitnahme der Ware beliefert werden. Hier kommt Metro eine=
=20
eigentliche Pionierrolle zu. Das Marktpotenzial m=FCsste eigentlich gross=20
sein, namentlich mit Blick auf Japans sonst sehr intransparentes und=20
kostenintensives Verteilsystem. So hat das Investment-Haus Merrill Lynch=20
(Japan) unl=E4ngst berechnet, dass in Nippon 66% aller Grossh=E4ndler weder=
=20
einen Produzenten noch einen Einzelh=E4ndler als direkten Kunden haben,=20
sondern ausschliesslich mit anderen Grossh=E4ndlern gesch=E4ften. Welche=20
Kostenersparnisse mit einer Entschlackung dieser extrem vielstufigen=20
Vertriebslogistik einhergehen k=F6nnen, hat in der Autobranche Carlos Ghosn=
=20
mit der Sanierung des Nissan-Konzerns erfolgreich demonstriert. Die=20
Umgehung der zahllosen Zwischenh=E4ndler und somit eine direktere Verbindung=
=20
des Produzenten mit dem Grosskunden er=F6ffnet aber auch Japans stark=20
fragmentiertem Grosshandel grosse Sparpotenziale.


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Neuer Oppositionsf=FChrer in Japan

Die Demokratische Partei in der Krise

tf. Tokio, 10. Dezember

Japans gr=F6sste Oppositionspartei, die Demokratische Partei (DPJ), hat am=
=20
Dienstag einen neuen Pr=E4sidenten gew=E4hlt. Der zerstritten und=
 desorientiert=20
wirkenden DPJ soll nun der 56-j=E4hrige Naoto Kan wieder auf die Beine=20
helfen. Er tritt die Nachfolge von Yukio Hatoyama an, unter dessen=20
schwacher F=FChrung die Partei in den vergangenen drei Jahren kontinuierlich=
=20
an politischem Einfluss verloren hat.
Auf Kan, der sich als scharfz=FCngiger Debattierer wohltuend vom fade und=20
harmlos agierenden Hatoyama unterscheidet, wartet ein geh=F6riges St=FCck=20
Arbeit. In zahlreiche Faktionen zersplittert und ohne klar erkennbares=20
Profil unterscheidet sich die DPJ kaum von der in Japan =FCberm=E4chtigen=20
Liberaldemokratischen Partei (LDP). F=FCr die Abl=F6sung der=
 Regierungspartei=20
von den Schalthebeln der Macht sind dies =E4usserst ung=FCnstige=20
Voraussetzungen. Als ernst zu nehmende Alternative zur LDP wird die DPJ in=
=20
ihrem heutigen Zustand jedenfalls von kaum jemandem betrachtet.
All diese Schw=E4chen kennt kaum jemand besser als Kan. Als ehemaliger=20
Pr=E4sident und Generalsekret=E4r der Partei ist er mit dem komplizierten=20
Innenleben der DPJ bestens vertraut. Ins neue Amt bringt Kan, der innerhalb=
=20
des von ihm nun angef=FChrten Zweckverbandes eher zum linken Fl=FCgel=
 geh=F6rt,=20
aber auch etwas Regierungserfahrung. In der Koalitionsregierung Hashimoto=20
hat er sich 1996 als mutiger Gesundheitsminister profiliert. Einen Namen=20
machte er sich dabei vor allem bei der Aufdeckung jahrelanger Vertuschungen=
=20
seines Ministeriums im Zusammenhang mit der Infizierung von Blutern durch=20
HIV-verseuchte Blutkonserven. Dies trug ihm in der Bev=F6lkerung grossen=20
Respekt ein und st=E4rkte seinen Ruf als unerschrockener K=E4mpfer gegen das=
=20
Establishment im Allgemeinen und gegen die verkrustete=20
Ministerialb=FCrokratie im Speziellen.


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Konsolidierung bei Japans Handelsh=E4usern

Holding von Nissho Iwai und Nichimen

tf. Tokio, 11. Dezember

In Japan schliessen sich zwei mit hohen Schulden k=E4mpfende Handelsh=E4user=
=20
zusammen. Am Mittwoch gaben die landesweite Nummer sechs, die Nissho Iwai=20
Corp., und die Nummer acht, die Nichimen Corp., bekannt, ab dem April 2003=
=20
neu unter einem gemeinsamen Holdingdach zu firmieren. Der Zusammenschluss=20
soll mittels eines Aktientausches abgewickelt werden. Da die blosse=20
Addition zweier Angeschlagener noch keinen Gesunden ergibt, hofft man vor=20
allem auf viel frisches Kapital aus dem In- und Ausland. Um Hilfe=20
angegangen wird dabei nicht nur die heimische Hausbank, UFJ Holdings,=20
sondern auch das amerikanische Investmenthaus Lehman Brothers Holdings.=20
Diese beiden Institute sollen der neuen Holding, so das Ziel, eine=20
Finanzspritze von insgesamt =FCber 200 Mrd. Yen verabreichen. Gem=E4ss=20
Firmenangaben hat man dabei namentlich von Lehman Brothers bereits=20
ermutigende Signale erhalten. Zur Ertragsst=E4rkung beitragen sollen aber=20
auch Restrukturierungsmassnahmen, die bei den beiden Handelsh=E4usern bis=
 zum=20
M=E4rz 2004 zu einem R=FCckgang der weltweiten Besch=E4ftigtenzahl von heute=
 21=20
000 auf 17 000 und zu einem Abbau der Anzahl Tochtergesellschaften von 430=
=20
auf 300 f=FChren werden. Dank diesen Massnahmen will man die Kosten in den=
=20
kommenden zwei Jahren um rund 80 Mrd. Yen senken.
Zur finanziellen Gesundung d=FCrfte die neue Holding, deren Name und deren=
=20
F=FChrungsstruktur noch nicht bestimmt sind, wohl auch am Abstossen=20
unrentabler Gesch=E4ftsbereiche nicht vorbeikommen, was ein Blick in die=20
Bilanzen verdeutlicht. W=E4hrend Nissho Iwai per Ende September Schulden im=
=20
Umfang von 1,83 Bio. Yen plagten, summierten sich die Verbindlichkeiten bei=
=20
Nichimen auf immerhin 955 Mrd. Yen.


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Sirenent=F6ne =FCber der Taiwan-Strasse

Taiwans IT-Firmen dr=E4ngen nach Festland-China

Von unserem Korrespondenten in Japan, Thomas Fuster
Der Verlockung einer Produktionsst=E4tte auf dem chinesischen Festland=
 wollen=20
immer weniger taiwanische Firmen widerstehen, auch nicht die=20
Chip-Hersteller. In einer heiklen Gratwanderung versucht die Regierung, die=
=20
Absatzbewegungen halbwegs unter Kontrolle zu halten. Langfristig d=FCrfte=
 sie=20
dabei aber auf verlorenem Posten stehen.

Taipeh, im November
Der Industrie- und Wissenschaftspark Hsinchu erinnert den Besucher in der=20
Tat an einen Park. Baumreihen s=E4umen die breiten Strassen der 630 Hektaren=
=20
grossen Anlage, die als eigentliches Herzst=FCck von Taiwans=20
High-Tech-Industrie bezeichnet werden kann. Und was in der hektischen=20
Hauptstadt Taipeh, die rund eine Autostunde n=F6rdlich von Hsinchu liegt,=
 nur=20
allzu selten das Auge erfreut, n=E4mlich sorgsam arrangierte Gr=FCnfl=E4chen=
,=20
gibt es hier schon fast im =DCberfluss. Dennoch, so richtig geniessen kann=
=20
Randy Yen, Vizedirektor des Wissenschaftsparks, den sch=F6nen Ausblick aus=
=20
seinem B=FCro im achten Stock des Verwaltungsgeb=E4udes schon lange nicht=
 mehr.=20
Die weltweite Krise der IT-Branche hat bei den 322 hier ans=E4ssigen=20
Unternehmen tiefe Spuren hinterlassen. Um 34% auf rund 20 Mrd. US-$ seien=20
die von den insgesamt 98 000 Mitarbeitern erwirtschafteten Ums=E4tze im=20
vergangenen Jahr eingebrochen, erkl=E4rt er, und im laufenden Jahr sei=20
bestenfalls mit Einnahmen auf Vorjahresniveau zu rechnen.

Die Besucher aus China
Kein Zweifel, der 1980 gegr=FCndete Park sieht sich mit grossen=20
Herausforderungen konfrontiert. Nicht alle haben nur mit der angespannten=20
Branchenkonjunktur zu tun. Auch das chinesische Festland, das auf die=20
hiesigen Unternehmen wie ein riesiger Magnet wirkt, erschwert die Arbeit=20
von Yen. Die =F6konomischen Bande zwischen den beiden Seiten der=20
Taiwan-Strasse werden zusehends enger, und schon heute rangieren nicht mehr=
=20
die USA als wichtigster Exportmarkt der in Hsinchu ans=E4ssigen Firmen. Ein=
=20
gr=F6sserer Teil der Ausfuhren ist vielmehr f=FCr Hongkong bestimmt, von wo=
 die=20
Ware meist direkt auf das Festland weitergeleitet wird. Da stellt sich=20
angesichts der geographischen, aber auch der kulturellen N=E4he f=FCr immer=
=20
mehr Firmen die Frage, warum man nicht gleich direkt auf dem Festland=20
produziert. Da es seit dem Ende des chinesischen B=FCrgerkriegs im Jahr 1949=
=20
noch immer keinen direkten Handelsverkehr zwischen Taiwan und China gibt,=20
liesse sich so die umst=E4ndliche und kostspielige Umleitung des=20
Warentransportes =FCber einen dritten Ort - meistens Hongkong - vermeiden.=
=20
Kommt hinzu, dass im kommunistischen China das kapitalistische Gesch=E4ft=
 mit=20
der Standortwerbung l=E4ngst in Perfektion beherrscht wird. An attraktiven=
=20
Anreizen steuerlicher oder sonstiger Art fehlt es jedenfalls kaum.
Er erinnere sich noch gut, blickt Yen zur=FCck, wie vor neun Jahren G=E4ste=
 aus=20
China dem Industriepark einen Besuch abgestattet h=E4tten. Die Besucher=20
h=E4tten sich fleissig Notizen gemacht und sich besonders f=FCr die den=
 Firmen=20
gebotenen Sonderverg=FCnstigungen interessiert. =ABSie lernten ihre Lektion=
=20
rasch=BB, meint Yen. Die in China j=FCngst entstandenen Industrieparks seien=
=20
jedenfalls zu einem grossen Teil Kopien des in Hsinchu praktizierten=20
Betriebsmodells, vor allem jene um Shanghai. Beim blossen Abkupfern=20
beliessen es die Besucher aber nicht. Teilweise werden interessierten=20
Firmen heute in Chinas Industrieparks Anreize geboten, mit denen man auf=20
Taiwan schlicht nicht mehr mithalten kann, etwa das Versprechen, w=E4hrend=
 20=20
Jahren keine Miete bezahlen zu m=FCssen. Viele taiwanische Firmen wollen=20
diesen Sirenenkl=E4ngen nicht l=E4nger widerstehen - gef=E4hrlich viele, wie=
=20
einige Beobachter anmerken. Momentan sei gegen=FCber China eine fast schon=
=20
blinde Euphorie feststellbar, zeigt sich jedenfalls ein Gesch=E4ftsmann aus=
=20
Taipeh =FCberzeugt: =ABViele wagen den Sprung auf das Festland vor allem=20
deshalb, weil es der Nachbar auch tut. Eine klare Strategie oder=20
Risikoabsch=E4tzung ist bei diesen Nachahmern selten erkennbar.=BB In der=20
ganzen Euphorie gehe gerne vergessen, dass Taiwan mit Blick auf sein=20
stabiles politisches System und seine Rechtssicherheit noch immer =FCber=20
gewichtige Vorteile verf=FCge.

Die Regierung versucht das Unm=F6gliche
Von solchen Vorteilen versucht nat=FCrlich auch die Regierung von Pr=E4siden=
t=20
Chen Shui-bian, die in wirtschaftlichen Fragen nicht immer ganz sattelfest=
=20
agiert, die Unternehmen zu =FCberzeugen - mit bisweilen eher bescheidenem=20
Erfolg. Versucht wird daher gleichzeitig, den Exodus heimischer Firmen=20
zumindest etwas unter Kontrolle zu bringen, vor allem jenen der=20
High-Tech-Unternehmen. Zahlreiche Politiker, die in der =F6konomischen=20
Ann=E4herung gegen=FCber dem Festland in erster Linie eine Bedrohung der=20
nationalen Sicherheit und der taiwanischen Identit=E4t erkennen, warnen=20
davor, dass die High-Tech-Industrie viel zu wichtig sei, als dass deren=20
Auszug tatenlos hingenommen werden d=FCrfe. Das boomende China, dessen=20
politische F=FChrung Taiwan noch immer als abtr=FCnnige Provinz bezeichnet,=
=20
soll nicht durch Zufuhr hochwertiger Technik zus=E4tzlich gef=F6rdert=
 werden,=20
nicht zuletzt angesichts der milit=E4rischen Bedrohungslage. Auf der=20
Gegenseite k=E4mpfen die Technologiefirmen f=FCr eine freie Wahl ihrer=20
Investitionsstandorte. Sie fordern von der Regierung, den Strukturwandel=20
nicht durch regulatorische Schranken k=FCnstlich zu verz=F6gern. Wenn man=
 auf=20
dem Festland nicht schnell Pr=E4senz markiere, so ihre Bef=FCrchtung, t=E4te=
n=20
dies eben Firmen aus andern L=E4ndern - wohl kaum zum Vorteil Taiwans. Sie=
=20
untermauern ihre Forderung mit Branchensch=E4tzungen, wonach Chinas Bedarf=
 an=20
integrierten Schaltkreisen bis ins Jahr 2005 um rund das Dreifache steigen=
=20
d=FCrfte.

Der Politik einen Schritt voraus
Entfacht hat sich der politische Streit =FCber taiwanische Investitionen in=
=20
China, die von Experten auf rund 80 Mrd. US-$ gesch=E4tzt werden, vor allem=
=20
an der Frage, ob auch Chip-Herstellern der Schritt =FCber die Taiwan-Strasse=
=20
gestattet werden soll. Im vergangenen Fr=FChjahr hat die Regierung nach=20
langem Ringen einen Entscheid gef=E4llt, der die heikle Gratwanderung=20
deutlich zum Ausdruck bringt. So wurde zwar das generelle Verbot f=FCr=20
Direktinvestitionen von Chip-Produzenten auf dem Festland aufgehoben. Bis=20
ins Jahr 2005 will man aber, erstens, nur gerade drei Fabriken mit=20
sogenannten 8-Zoll-Wafers bewilligen. In Frage kommen, zweitens, nur=20
Unternehmen, die in Taiwan bereits in 12-Zoll-Wafer-Fabriken mit der=20
Produktion h=F6herwertiger Chip begonnen haben. Auslagern darf man also nur=
=20
alte Fabriken - eine Einschr=E4nkung, die sicherstellen soll, dass das=20
eigentliche Herz der kapitalintensiven Industrie in Taiwan bleibt. Ob dies=
=20
langfristig gelingen wird, bleibt zwar ungewiss. Auf dem Schreibtisch der=20
Regierung liegt aber bereits der erste Antrag von Taiwan Semiconductor=20
Manufacturing (TSMC), dem weltgr=F6ssten Auftragsproduzenten von Chip. TSMC,=
=20
deren rasantes Wachstum in Hsinchu begann, will in den kommenden vier=20
Jahren 1 Mrd. US-$ in China investieren, und zwar in einem Industriepark=20
nahe Shanghai.
Als =ABkonservative Kompromisspolitik=BB beurteilt Eric Tang, Vizepr=E4siden=
t des=20
ebenfalls in Hsinchu produzierenden Chip-Herstellers Powerchip=20
Semiconductor Corp. (PSC), das Agieren der Regierung. Solche Politik mache=
=20
vielleicht kurzfristig Sinn, langfristig sei eine st=E4rkere =D6ffnung=20
gegen=FCber dem Festland aber unausweichlich. =ABIn f=FCnf Jahren wird China=
 nach=20
den USA der weltweit zweitgr=F6sste IT-Markt sein - das kann auch von der=20
Regierung nicht ignoriert werden.=BB Tang betont, dass taiwanische=20
Chip-Produzenten sowieso schon weltweit t=E4tig seien, da d=FCrfe das=20
chinesische Festland, das eine riesige Marktchance darstelle, nicht l=E4nger=
=20
als Sonderfall behandelt werden. Er weiss, dass die hiesigen Unternehmer=20
dem regulatorischen Eifer der Politiker ohnehin immer einen Schritt=20
vorauseilen. So gibt es zahllose M=F6glichkeiten zur Umgehung der=
 staatlichen=20
Investitionsbeschr=E4nkungen, etwa =FCber die Gr=FCndung von Niederlassungen=
 in=20
Drittl=E4ndern. =ABWenn eine Firma wirklich aufs Festland will, findet sie=
 auch=20
einen Weg dorthin=BB, betont auch ein taiwanischer Unternehmer. =ABWohl der=
=20
kleinste Teil der sch=E4tzungsweise 50 000 in China t=E4tigen taiwanischen=
=20
Unternehmen=BB, so seine =DCberzeugung, =ABhat sich an alle offiziellen=20
Dienstwege gehalten.=BB In Taiwan seien die Schlausten schliesslich noch=20
immer in der Gesch=E4ftswelt zu finden gewesen, w=E4hrend in der Politik nur=
=20
die zweite Wahl landete. =ABWie um alles in der Welt=BB, lacht der=20
selbstbewusste Unternehmer, =ABwollen da die Zweitschlausten pl=F6tzlich die=
=20
Schlausten kontrollieren?=BB


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Amerikanisch-japanischer Schulterschluss

Gemeinsame Politik gegen=FCber Nordkorea

Die Vereinigten Staaten und Japan bem=FChen sich, Spannungen abzubauen, die=
=20
in den vergangenen Monaten wegen der Politik gegen=FCber Nordkorea=
 entstanden=20
sind. Nach einer Zusammenkunft in Washington erkl=E4rten Staatssekret=E4r=20
Powell und die japanische Aussenministerin Yoriko Kawaguchi, es gebe keine=
=20
Differenzen.

br=FC. Washington, 17. Dezember
Die Vereinigten Staaten und Japan haben sich auf eine Politik gegen=FCber=20
Nordkorea verst=E4ndigt, die darauf abzielt, Pjongjang zu zwingen, die=20
Entwicklung von Atomwaffen aufzugeben. Bis dahin solle es mit dem=20
kommunistischen Land keine Verhandlungen geben, und ihm soll auch keine=20
wirtschaftliche Hilfe zugestanden werden. Darauf haben sich Staatssekret=E4r=
=20
Powell und die japanische Aussenministerin Yoriko Kawaguchi an einer=20
Konferenz in Washington verst=E4ndigt.

Kursschwankungen
Zwischen den beiden Regierungen gebe es keine Differenzen, erkl=E4rte die=20
japanische Besucherin, w=E4hrend Powell feststellte, die beidseitigen=20
Positionen seien identisch. Ziel des Treffens in der amerikanischen=20
Hauptstadt, an dem auch der stellvertretende amerikanische=20
Verteidigungsminister, Paul Wolfowitz, sowie der Staatsminister im=20
japanischen Verteidigungsministerium, Shigeru Ishabi, teilnahmen, war es,=20
Spannungen beseitigen, die sich in den letzten Monaten aufgebaut hatten.
Die Differenzen hatten im Oktober begonnen, als die Amerikaner enth=FCllten,=
=20
dass Nordkorea in Bruch der Vereinbarung von 1994 an einem Programm zur=20
Anreicherung von Uran arbeite. W=E4hrend Washington auf die Bekanntgabe, die=
=20
von Pjongjang best=E4tigt wurde, mit einer harten Linie reagierte, schloss=
=20
sich Tokio zun=E4chst einer weicheren Politik an, wie sie auch von S=FCdkore=
a,=20
China und Russland verfolgt wurde.
Dabei wurde die Fortsetzung der Wirtschaftshilfe f=FCr Nordkorea=
 bef=FCrwortet,=20
w=E4hrend gleichzeitig nach einer L=F6sung f=FCr das nukleare Problem=
 gesucht=20
werden sollte. Trotz dem Einschwenken auf den amerikanischen Kurs gebe es=20
aber in Japan weiterhin starke politische Kr=E4fte, die bef=FCrchten, dass=
=20
diese Politik die Krise versch=E4rfen k=F6nnte, heisst es. Der fr=FChere=20
amerikanische Pr=E4sident Clinton, w=E4hrend dessen Amtszeit die=
 Vereinbarung=20
mit Nordkorea getroffen worden war, hat dieser Tage mitgeteilt, damals sei=
=20
ein Angriff auf die nordkoreanischen Reaktoren erwogen, dann aber doch=20
verworfen worden.

Eine Drohung aus Pjongjang
Am Montag hatte die Regierung in Pjongjang mitgeteilt, sie sei willens,=20
=FCber die Einstellung ihres Atomprogramms zu verhandeln, wenn Washington=
 zum=20
Abschluss eines Nichtangriffspaktes bereit w=E4re. Dies sei der einzige Weg,=
=20
um einen Krieg auf der koreanischen Halbinsel zu vermeiden. Aussenminister=
=20
Powell wies diesen Vorschlag nachdr=FCcklich zur=FCck, wiederholte aber,=
 dass=20
die Vereinigten Staaten keine Pl=E4ne h=E4tten, milit=E4risch gegen=
 Nordkorea=20
vorzugehen.
Im Hintergrund des Kriegs der Worte steht nach Ansicht politischer=20
Beobachter in Washington die Absicht, Einfluss auf die Pr=E4sidentenwahlen=
 in=20
S=FCdkorea zu nehmen, die am Donnerstag stattfinden. Dabei stehen sich der=
=20
Kandidat Roh Moo Hyun der Regierungspartei, der die auf Ausgleich mit=20
Nordkorea gerichtete =ABSonnenschein=BB-Politik des gegenw=E4rtigen=
 Pr=E4sidenten=20
Kim Dae Jung, der sich nicht wieder zur Wahl stellen kann, fortsetzen will,=
=20
w=E4hrend sein Gegenkandidat Lee Hoi Chang diese Politik als verfehlt=20
bezeichnet und entschiedener auftreten will. Trotz offizieller=20
Zur=FCckhaltung gegen=FCber der Entscheidung der s=FCdkoreanischen W=E4hler=
 gibt es=20
in Washington wenig Zweifel, dass die Administration Bush einen Sieg Lees=20
bevorzugen w=FCrde.

Wunsch nach einer Raketenabwehr
Die japanischen Besucher teilten ihren Gastgebern mit, sie seien an der=20
Entwicklung eines Raketenabwehrsystems interessiert, das ihr Land vor=20
Angriffen durch Nordkorea und andere L=E4nder sch=FCtzen k=F6nnte. Dar=FCber=
 hinaus=20
wurde auch die amerikanische Irakpolitik diskutiert, die von den Japanern=20
grunds=E4tzlich unterst=FCtzt wird.
Aussenministerin Kawaguchi machte aber deutlich, dass Japan eine=20
Entscheidung des Uno-Sicherheitsrates vor dem Beginn milit=E4rischer=
 Aktionen=20
w=FCnscht. Powell sagte, die beiden L=E4nder arbeiteten sehr eng zusammen;=
 aber=20
es sei nat=FCrlich Sache der japanischen Regierung und des japanischen=20
Volkes, dar=FCber zu befinden, wie sie auf die Entwicklung im Irak=20
reagierten. Am Golfkrieg 1991 hatte Japan sich nicht direkt beteiligt, aber=
=20
mehrere Milliarden Dollar zur Verf=FCgung gestellt.


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Finanzpolitische Dilemmata in Japan

Ein Budgetentwurf zur Unzufriedenheit aller
Trotz erkennbarem Sparwillen muss Japan seine Staatsausgaben zu einem=20
st=E4ndig gr=F6sseren Anteil =FCber die Neuverschuldung finanzieren. Der=20
Budgetentwurf f=FCr das neue Fiskaljahr spiegelt den schwierigen Versuch,=
 den=20
anstehenden Schuldenabbau durch Beif=FCgung einer Prise=20
Konjunkturstimulierung etwas bek=F6mmlicher zu machen.

tf. Tokio, 23. Dezember

Japans Wirtschaftspolitiker sind nicht zu beneiden. Zum einen kommt die=20
Konjunktur seit Jahren nicht vom Fleck, was Rufe nach stimulierender=20
Finanzpolitik lauter werden l=E4sst. Zum anderen entwickelt die=20
Staatsverschuldung eine gef=E4hrliche Eigendynamik, was eine Beschneidung=
 der=20
Ausgaben unausweichlich macht. Vor solchem Hintergrund ein Budget zu=20
erstellen, ist kein einfach Ding. Das Finanzministerium versucht deshalb=20
zumindest, den Grad der Unzufriedenheit etwas ausgeglichen zu halten. Der=20
Budgetentwurf f=FCr das Fiskaljahr 2003/04 (per Ende M=E4rz), der vom=
 Kabinett=20
heute Dienstag verabschiedet wird, sieht einen Ausgabenrahmen praktisch auf=
=20
Vorjahresniveau vor (vgl. Tabelle). Zu schimpfen haben daher alle ein=20
bisschen. W=E4hrend ausgabenfreudige Politiker das Zahlenwerk als=20
Austerity-Budget ablehnen, das der Konjunktur keinerlei Antrieb zu=20
verleihen verm=F6ge, bedauern sparsame Parlamentarier, dass einmal mehr die=
=20
Chance verpasst worden sei, mutige Massnahmen zum Abbau des Schuldenberges=
=20
zu ergreifen.

Steil sinkende Steuereinnahmen
Der konjunkturstimulierende Effekt des Budgets d=FCrfte wohl in der Tat=20
bescheiden sein. Wenn n=E4mlich der Ausgabenrahmen im neuen Fiskaljahr minim=
=20
=FCber dem Vorjahresniveau zu stehen kommt, dann prim=E4r wegen der Kosten=
 f=FCr=20
soziale Sicherheit, die in Japans stark =FCberalterter Gesellschaft wie von=
=20
selbst steigen. Bei =F6ffentlichen Bauauftr=E4gen wird dagegen erneut der=20
Sparhebel angesetzt. Dabei ist es durchaus als Fortschritt zu werten, dass=
=20
anstelle der fl=E4chendeckenden Betonierung zahlloser Flussl=E4ufe und=20
H=FCgelketten k=FCnftig mit etwas mehr Feinsinn und Fokus gebaut werden=
 soll.=20
Erh=F6ht werden etwa die Ausgaben f=FCr st=E4dtische Entwicklung,=
 beispielsweise=20
die Verbesserung der Flughafeninfrastruktur. Ebenfalls in die richtige=20
Richtung zielen die in Aussicht gestellten Anpassungen des Steuersystems;=20
die vorgesehenen Steuerk=FCrzungen um 1,8 Bio. Yen d=FCrften der Konjunktur=
=20
aber kaum grossen R=FCckenwind verleihen.
Dass sich die Regierung mit Steuergeschenken schwer tut, ist=20
nachvollziehbar. Um =FCber 10% d=FCrften in Japans von Deflation geplagter=
=20
Wirtschaft im kommenden Finanzjahr n=E4mlich die Steuereinnahmen sinken. Da=
=20
bleibt wenig Spielraum f=FCr Grossz=FCgigkeit, zumal die Steuereinnahmen=20
ohnehin nur noch rund die H=E4lfte des gesamten Budgetrahmens spiegeln.=
 Japan=20
muss seine Finanzmittel deshalb immer st=E4rker =FCber die Neuverschuldung=
=20
hereinholen. Die Neuemission von Staatsanleihen wird auf =FCber 36 Bio. Yen=
=20
gesch=E4tzt. Das von Ministerpr=E4sident Junichiro Koizumi noch vor=
 Jahresfrist=20
gemachte Versprechen, die Neuverschuldung unter 30 Bio. Yen zu halten, kann=
=20
also nicht eingehalten werden. Erstmals =FCberhaupt wird damit der Anteil=
 neu=20
ausgegebener Staatsanleihen an den Gesamteinnahmen deutlich =FCber der Marke=
=20
von 40% zu liegen kommen.

Schuldenweltmeister Japan
Die Summe ausstehender langfristiger Schuldverschreibungen d=FCrfte im=20
Verlauf des kommenden Fiskaljahres rund 137% des Bruttoinlandproduktes=20
(BIP) ausmachen. Dass diese Quote leicht unter dem Vorjahresniveau liegt,=20
verdankt sich allein der Auslagerung der Ausleihungen des Postsystems in=20
eine neue - aber weiterhin staatlich betriebene - Gesellschaft. Am Wachstum=
=20
des Schuldenberges und an der unr=FChmlichen Spitzenposition Japans im=20
internationalen Schuldenwettbewerb =E4ndert dies wenig.
Wirft man einen Blick in die Statistiken der Organisation f=FCr=20
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), erscheint im=20
Vergleich mit Japan selbst Italien (Anteil der Staatsschulden am BIP: 110%)=
=20
als finanzpolitischer Musterknabe - von Frankreich (67%), Deutschland (62%)=
=20
oder den USA (61%) ganz zu schweigen. Dass Japans Schulden trotz=20
rekordtiefen Zinsen praktisch ausschliesslich durch inl=E4ndische Geldgeber=
=20
finanziert werden, ist ein schwacher Trost, ebenso die dem Budgetentwurf=20
zugrunde gelegten Wachstumssch=E4tzungen. So rechnet die Regierung im=20
kommenden Fiskaljahr angesichts der hartn=E4ckigen Deflation mit einem=20
weiteren R=FCckgang des nominalen BIP um 0,2%; in realen Werten wird ein=20
bescheidenes Plus um 0,6% in Aussicht gestellt.


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frohe und ruhige Feiertage w=FCnsche ich, mit dieser kleinen Geschichte

Es war einmal ein reicher und m=E4chtiger K=F6nig. Er lebte in einem grossen=
=20
Schloss und hatte drei T=F6chter. Alle drei waren sch=F6n, doch die j=FCngst=
e war=20
die allersch=F6nste. Sie hiess Liduschka und war von reinem Herzen, klug und=
=20
bescheiden.
Liduschka verbrachte die meiste Zeit in ihrem Garten, wo sie sich an ihren=
=20
Blumen freute, und wo sie mit den V=F6geln sprach; denn Liduschka verstand=
=20
ihre Sprache. Die V=F6gel hatten sie auch gern und folgten ihr nach, wohin=
=20
sie immer ging. Bei allen Leuten war Liduschka so beliebt, dass ihre beiden=
=20
Schwestern neidisch wurden. Bald konnten sie ihre Eifersucht nicht l=E4nger=
=20
verbergen. Eines Tages traten sie vor den K=F6nig und sagten ihm, dass=20
Liduschka ihn nicht liebe. =ABDenn wenn sie dich liebte=BB, sagten sie,=
 =ABw=FCrde=20
sie den Schmuck und die herrlichen Edelsteine, die du ihr geschenkt hast,=20
tragen. Sie w=FCrde stolz darauf sein. Liduschka aber tr=E4gt den Schmuck=
 nie!=BB
Zuerst wollte der K=F6nig nicht glauben, dass seine Liduschka ihn nicht=20
liebe. Weil er aber die Klagen seiner zwei =E4lteren T=F6chter immer wieder=
=20
h=F6ren musste, rief er schliesslich alle drei T=F6chter zu sich.
=ABWie sehr liebst du mich?=BB fragte der K=F6nig die =E4lteste Tochter.
=ABSo sehr wie das Gold, mein Vater=BB, war die Antwort.
=ABGut=BB, sagte der K=F6nig und fragte die zweite Tochter:
=ABUnd du, wie sehr liebst du deinen Vater?=BB - =ABSo sehr wie Silber und=
=20
Edelsteine=BB, antwortete die zweite Tochter, ohne zu z=F6gern. =ABGut=BB,=
 sprach=20
der K=F6nig. =ABUnd nun sag du, Liduschka, wie sehr liebst du deinen=20
k=F6niglichen Vater?=BB
=ABDu bist mir das Liebste auf der Welt. Ich habe dich lieber als alle=20
Sch=E4tze der Erde, sogar lieber als Salz=BB, rief Liduschka und wollte=
 ihren=20
Vater umarmen. Doch der K=F6nig hielt sie zur=FCck.
=ABLieber als Salz, sagst du? So ist dir dein Vater nicht mehr wert als eine=
=20
Handvoll Salz? Jetzt erkenne ich, dass deine Schwestern recht hatten. Du=20
liebst deinen Vater nicht!=BB schrie der K=F6nig zornig. =ABIch werde dir=
 eine=20
Handvoll Salz geben, und damit verl=E4sst du mein Schloss! Ich will dich=20
nicht mehr sehen!=BB
Der K=F6nig jagte Liduschka zum Tor hinaus und rief mit grimmigem Lachen=20
hinter ihr her: =ABIch erlaube dir erst dann zur=FCckzukehren, wenn das Salz=
=20
mehr Wert besitzt als Gold und Edelsteine!=BB
Liduschka verliess das Schloss. Der Wald war dunkel und tief. Die Zweige=20
beugten sich bis zur Erde hinab. Liduschka hatte sich im Wald verirrt und=20
konnte keinen Weg mehr finden. Sie war sehr traurig, dass ihr Vater sie=20
nicht verstanden, sondern weggeschickt hatte.

Als die Nacht kam, glaubte Liduschka, niemals mehr einen Weg zu finden, der=
=20
sie aus dem unheimlichen Wald f=FChren w=FCrde. Mit dem S=E4cklein Salz in=
 der=20
Hand stolperte sie =FCber Steine und Baumwurzeln. Dornige Str=E4ucher=
 zerrissen=20
ihr Kleid. Liduschka war m=FCde und ersch=F6pft; sie wusste nicht, was sie=
 tun=20
sollte. Pl=F6tzlich drang durch die tiefe Stille ein fernes Zwitschern zu=20
ihr. Liduschka horchte auf: Das Zwitschern kam n=E4her und n=E4her - und da=
 sah=20
sie alle ihre treuen Freunde, die V=F6gel aus ihrem Garten, auf sich=
 zuflattern.
Die V=F6gel hatten lange und vergeblich im Garten auf Liduschka gewartet.=
 Als=20
sie nicht kam, flogen sie aus, um ihre kleine Freundin zu suchen.=20
Liduschkas Freude war gross =FCber das unvermutete Wiedersehen. Der Vogel=
 mit=20
den blauen Fl=FCgeln kannte den Wald sehr genau. Er flog vor Liduschka her=
=20
und zeigte ihr den Weg. Nach gar nicht langer Zeit kam Liduschka zu einer=20
alten, einsamen H=FCtte. Es war dunkle Nacht, aber aus dem Schornstein stieg=
=20
weisser Rauch, und hinter den Fenstern brannte eine Lampe. Liduschka dankte=
=20
ihren Freunden f=FCr die Hilfe, dann klopfte sie zaghaft an die T=FCr.
=ABKomm doch herein, Liduschka, ich warte schon lange auf dich=BB, sagte=
 eine=20
alte, gebeugte Frau, w=E4hrenddem sie die T=FCre =F6ffnete. =ABIch kenne=
 deine=20
Schwestern und weiss, was dir geschah.=BB Als Liduschka eingetreten war,=20
stellte die Alte einen Topf auf das offene Feuer. In den Topf goss sie=20
Wasser, und in das Wasser sch=FCttete sie seltsame Kr=E4uter.
Es war genau Mitternacht, da stoben Funken aus dem Feuer, drei Dampfwolken=
=20
quollen aus dem Topf und stiegen zu den dicken Balken an der Decke auf. Die=
=20
Alte beugte sich tief =FCber das Gebr=E4u und sprach: =ABDu hast Salz=20
verachtet  kein Salz f=FCr dich!=BB Aus dem Topf stieg wieder eine graue=20
Dampfwolke. =ABIhr seid zu hochm=FCtig geworden - ihr habt Liduschka weh=20
getan  ihr sollt leiden!=BB
Dann war Stille, und Liduschka h=F6rte nur das Knistern der Zweige im Feuer.=
=20
Lange noch stand die Alte vor der Feuerstelle; schliesslich sagte sie: =ABIh=
r=20
habt Salz verachtet  ihr bekommt kein Salz!=BB

In der selben Nacht wurde die Salzkarawane in den dunklen W=E4ldern an der=
=20
Grenze des K=F6nigreiches von R=E4ubern =FCberfallen und ausgepl=FCndert.
Auf dem Schloss aber gab der K=F6nig mit seinen beiden T=F6chtern grosse=20
Festessen, und alle assen, als w=E4re nichts geschehen. Das Salz jedoch ging=
=20
langsam zu Ende. Eines Tages meldeten die K=F6che, dass die letzten=20
Salzvorr=E4te aufgebraucht seien und kein neues Salz mehr eingetroffen sei.=
=20
Der K=F6nig k=FCmmerte sich nicht um ihr Reden. Von nun an assen sie nur=
 noch=20
S=FCssigkeiten. Die K=F6nigst=F6chter freuten sich dar=FCber, denn sie=
 liebten=20
S=FCssigkeiten. Und so assen sie Torten, Schlagsahne, Bonbons, Ananas; nur=
=20
noch S=FCssigkeiten! Der K=F6nig befahl inzwischen, dass die n=E4chste=20
Salzkarawane von bewaffneten Wachen begleitet werden solle.
Und so geschah es. Vor und hinter den Salztr=E4gern gingen W=E4chter,=20
ausger=FCstet mit Schildern und Lanzen. Als sie aber zu den Bergen kamen,=
 war=20
der Himmel grau und finster. Bevor die Karawane den Gipfel erreicht hatte,=
=20
str=F6mte aus den schweren Wolken ein dichter Regen. Es=20
regnete  regnete  regnete, und die Waffen der W=E4chter waren machtlos: Das=
=20
Salz schmolz, und kein einziges K=F6rnchen erreichte das K=F6nigreich. Alles=
=20
geschah, wie es die gute Alte herbeigeschworen hatte.
=ABDas macht nichts=BB, sagte der K=F6nig, =ABwir haben doch gute K=F6che,=
 die k=F6nnen=20
unsere Speisen auch ohne Salz zubereiten.=BB Und sie assen weiter=20
S=FCssigkeiten. Aber nicht mehr lange, denn bald schon begannen dem K=F6nig=
 die=20
Z=E4hne zu schmerzen, und den beiden T=F6chtern wurde schlecht, wenn sie die=
=20
Kuchen nur sahen.
=ABUnternehmt etwas! Lasst euch etwas einfallen!=BB rief der K=F6nig=
 beunruhigt.=20
- Die K=F6che liessen sich etwas einfallen:
Sie formten die s=FCssen Kuchen zu Schinken und das Marzipan zu W=FCrstchen.=
=20
Der K=F6nig freute sich sehr, als er sah, welch leckere Speisen die Diener=
=20
brachten. Aber ach! Wie gross war die Entt=E4uschung, als er in den=20
sogenannten Schinken biss!
Alles wieder nur S=FCssigkeiten! Die Unruhe des K=F6nigs wurde gr=F6sser. Er=
 rief=20
wieder alle K=F6che zu sich und versprach dem eine Belohnung, der eine=20
kr=E4ftige Mahlzeit zubereiten k=F6nne. Aber er h=F6rte nur die eine=
 Antwort:=20
=ABGib uns Salz! Ohne Salz geht es nicht.=BB
Und so schickte der K=F6nig Herolde ins ganze Land. =ABF=FCr ein S=E4cklein=
 Salz=20
bekommt ihr ein gleich grosses S=E4cklein Gold!=BB riefen die Herolde in=
 jedem=20
Dorf. Aber niemand wollte tauschen. Der K=F6nig bot zweimal, dreimal,=
 neunmal=20
soviel Gold, aber niemand wollte die letzte Handvoll Salz hergeben. Ohne=20
Gold hatten die Leute schon immer gelebt, aber sie wussten, dass sie ohne=20
Salz nicht leben k=F6nnten. Erfolglos kehrten die Herolde zur=FCck. Jetzt=
 war=20
der K=F6nig verzweifelt. Er ging nicht aus, er ass nicht und er schlief=20
nicht. Er wusste nicht, was er tun sollte. Schon lange hatte der K=F6nig=
 nach=20
seiner Liduschka suchen lassen; aber sie war wie vom Erdboden verschluckt.=
=20
Nirgendwo gab es auch nur eine Spur. Niemand hatte sie gesehen. Jetzt war=20
der K=F6nig nicht nur verzweifelt, er war auch tieftraurig. Zum Zeichen=20
seiner grossen Traurigkeit liess er das Schloss schwarz anstreichen.
Alle Bewohner des Schlosses waren krank, aber am schlimmsten litten die=20
zwei Schwestern. Viele =C4rzte kamen herbeigeeilt. Vergeblich. Keiner konnte=
=20
helfen. Die Schwestern bereuten nun, was sie Liduschka angetan hatten.=20
Vergeblich! Ach, k=E4me sie doch zur=FCck!
=ABIhr habt meine kleine Tochter noch nicht gefunden?=BB sagte der K=F6nig=
=20
traurig zu seinen Herolden. =ABSo bringt mir wenigstens jemanden, der meine=
=20
beiden anderen T=F6chter heilen kann. Er soll das halbe K=F6nigreich=
 bekommen!=BB
Im ganzen Land wurden die Worte des K=F6nigs ausgerufen. Und von =FCberallhe=
r=20
kamen Doktoren, Zauberer, Kr=E4uterhexen, Wahrsager und auch einfache Leute.=
=20
Vergeblich! Keine Salbe, keine Zauberformel und kein Hexenspruch half. Den=
=20
T=F6chtern ging es immer schlechter; sie wurden immer schw=E4cher, denn sie=
=20
konnten keine s=FCssen Speisen mehr ertragen. Nur Salz konnte helfen, aber=
 es=20
gab im ganzen Land nicht ein K=F6rnchen mehr davon.
Auch der K=F6nig musste jetzt im Bett bleiben. Seine Z=E4hne wackelten,=
 seine=20
Beine wollten ihn nicht mehr tragen; nachts =FCberfielen ihn schreckliche=20
Tr=E4ume. Auch er hatte jede Hoffnung verloren.
Dann, eines Tages, als niemand mehr an Rettung glaubte, erschienen vor dem=
=20
Tor des Schlosses zwei Fremde: eine alte Frau und ein M=E4dchen. Niemand=20
kannte sie. Sie klopften an das schwere, eiserne Tor und baten um Einlass,=
=20
denn sie wollten dem K=F6nig helfen. Niemand glaubte, dass sie helfen=20
k=F6nnten; aber die W=E4chter waren schwach und gleichg=FCltig und liessen=
 sie ein.
Die alte Frau und das kleine M=E4dchen gingen durch die S=E4le des=
 Schlosses.=20
Dann standen sie vor dem K=F6nig. Die Alte verbeugte sich, und das M=E4dchen=
=20
trat einen Schritt vor -in der Hand das Beutelchen mit Salz. Es war=20
dasselbe S=E4cklein, das der K=F6nig Liduschka gegeben, als er sie vom=
 Schloss=20
gewiesen hatte. Der K=F6nig sah das M=E4dchen an und erkannte Liduschka! Er=
=20
umarmte sie und bat sie mit Tr=E4nen in den Augen um Verzeihung. Aber=20
Liduschka hatte ihm schon lange verziehen. Sie lehnte ihren Kopf an seine=20
Schultern, gl=FCcklich, wieder bei ihm zu sein.
Dann wandte sie sich um. Sie wollte dem Vater die gute Alte vorstellen.=20
Doch da war niemand mehr! Nachdem die Alte geholfen hatte, das Unrecht=20
wiedergutzumachen, war sie verschwunden. Niemand hat sie jemals wieder=
 gesehen.
Der Zauberspruch der Alten verlor jetzt seine Wirkung, und die erste=20
Karawane mit Salz kam ins Land. Das ganze K=F6nigreich freute sich! Es gab=
=20
wieder gesalzene Speisen, und Volk, K=F6nig und K=F6nigst=F6chter erholten=
 sich=20
rasch und wurden wieder gesund und kr=E4ftig.
Die beiden =E4lteren T=F6chter aber hatten ein schlechtes Gewissen. Sie=20
sch=E4mten sich vor ihrer kleinen Schwester. Doch als Liduschka ihnen die=20
H=E4nde entgegenstreckte, eilten sie zu ihr und baten sie um Verzeihung.=
 Aber=20
auch ihnen hatte Liduschka schon lange vergeben. Nun sassen sie wieder alle=
=20
drei gl=FCcklich beisammen an der Seite ihres k=F6niglichen Vaters.


ihr
horst schwickerath

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=20
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Peking nimmt Hongkong an die Kandare

Kontroverse um Gesetze zur Staatssicherheit

In Hongkong haben sich die Meinungen um die neuen Gesetze zur=20
Staatssicherheit polarisiert. Was f=FCr die Beh=F6rden eine Aktualisierung=
 der=20
bereits vorhandenen Bestimmungen ist, erregt unter Juristen, Journalisten,=
=20
Demokraten und zunehmend auch in Wirtschaftskreisen Sorge um die Zukunft=20
der rechtlichen Selbst=E4ndigkeit Hongkongs.

us. Hongkong, Ende Dezember
Als Hongkong am 1. Juli 1997 von der britischen Kolonie zur administrativen=
=20
Sonderregion der Volksrepublik China mutierte, ist auch das in den=20
vorangegangenen Jahren ausgearbeitete Grundgesetz in Kraft getreten. Gem=E4s=
s=20
der von Deng Xiaoping entworfenen Formel =ABEin Land, zwei Systeme=BB gilt=
 in=20
Hongkong w=E4hrend f=FCnfzig Jahren nach der R=FCckkehr unter die=
 chinesische=20
Souver=E4nit=E4t das eigene, massgeblich durch das britische=
 Gewohnheitsrecht=20
gepr=E4gte Rechtssystem. In Hongkongs Miniverfassung legt der Artikel 23=20
fest, dass Hongkong in eigener Regie Gesetze zu erlassen hat, welche =ABjede=
=20
Handlung von Verrat, Sezession, Aufruhr und Subversion gegen die=20
Zentralregierung oder den Diebstahl von Staatsgeheimnissen untersagen=BB.=20
Ende September unterbreiteten die Beh=F6rden ihre Vorstellungen =FCber die=
 zu=20
erlassenden Gesetze der =D6ffentlichkeit und luden zu Stellungnahmen ein.=
 Die=20
dreimonatige Vernehmlassungsperiode ist am 24. Dezember abgelaufen. Die=20
Gesetzesentw=FCrfe sollen Anfang Jahr der Legislativversammlung zur=20
Verabschiedung unterbreitet werden.

Kritik am Vorgehen
Dass mehr als f=FCnf Jahre seit Hongkongs R=FCckkehr nach China verstrichen=
=20
sind, ehe die Beh=F6rden sich an das heikle Thema der Sicherheitsgesetze=20
machten, erkl=E4ren einige Hongkonger mit dem obrigkeitlichen Bem=FChen, die=
=20
Bev=F6lkerung nicht unn=F6tigerweise zu verunsichern. Schliesslich soll=
 Peking=20
darauf gedrungen haben, endlich die Gesetze zu verabschieden. Sie sollen=20
bis zum n=E4chsten Juli unter Dach und Fach sein. Erste, sehr verhaltene=20
Reaktionen auf die beh=F6rdlichen Vorschl=E4ge schienen zun=E4chst die=20
Richtigkeit der Verz=F6gerungstaktik zu best=E4tigen. Offensichtlich waren=
 die=20
von wachsenden Wirtschaftssorgen geplagten Hongkonger mit anderem=20
besch=E4ftigt, als sich von den Vorschl=E4gen zur Bek=E4mpfung von Aufruhr=
 und=20
Subversion in Aufregung versetzen zu lassen. Diese Passivit=E4t ist indessen=
=20
in den letzten acht Wochen rasch geschwunden. Die Medien sind voll von=20
Stellungnahmen f=FCr und gegen die beh=F6rdlichen Verlautbarungen. Kritik=20
erfolgt aus den verschiedensten Kreisen, und Mitte Dezember brachten auch=20
die einfachen Hongkonger mit Demonstrationen f=FCr und gegen die Vorschl=E4g=
e=20
ihre Meinung zum Ausdruck, wobei die Gegner erheblich mehr Leute auf die=20
Strasse zu bringen vermochten.
Abgesehen von substanziellen Vorbehalten gegen=FCber dem Inhalt der Gesetze=
=20
gibt es auch scharfe Kritik am Vorgehen der Beh=F6rden. Indem sich diese in=
=20
einer so wichtigen Sache auf eine sehr allgemein gehaltene=20
Absichtserkl=E4rung beschr=E4nkt und keine ausgearbeitete Gesetzesvorlage=20
unterbreitet haben, n=E4hrten sie den ohnehin vorhandenen Argwohn =FCber=
 ihre=20
wahren Intentionen noch zus=E4tzlich. Beh=F6rdenvertreter, allen voran die=
=20
Justizsekret=E4rin, Elsie Leung, die Sekret=E4rin f=FCr Sicherheit, Regina=
 Ip,=20
und der Generalstaatsanwalt, Robert Allcock, wurden nicht m=FCde, darauf zu=
=20
verweisen, dass auch nach Einbringen der Gesetzestexte in der Legislative=20
noch ausreichend Gelegenheit f=FCr Diskussion und =C4nderungen best=FCnde.=
 Die=20
Kritiker f=FChrten dagegen ins Feld, dass die Regierung von der Legislative,=
=20
von deren Abgeordneten nur eine Minderheit direkt gew=E4hlt wurde und in der=
=20
die prochinesischen Kr=E4fte eine deutliche Mehrheit besitzen, nicht=20
herausgefordert werde. Es k=F6nne nicht angehen, dass in einer so wichtigen=
=20
Angelegenheit die Regierung der =D6ffentlichkeit nichts anderes als ein Fait=
=20
accompli unterbreite.
Peking muss die Polarisierung der =F6ffentlichen Meinung, die durch das=20
ungeschickte Vorgehen der Hongkonger Administration noch akzentuiert worden=
=20
ist, sehr unliebsam sein. Sie best=E4rkt einmal mehr den Eindruck, dass der=
=20
Chief Executive, Tung Chee-hwa, und seine =FCberwiegend aus B=FCrokraten=20
bestehende Crew unter der Hongkonger Bev=F6lkerung nur eine beschr=E4nkte=20
Vertrauensbasis besitzen. Tung Chee-hwa, der am 1. Juli als Pekings Mann=20
seine zweite f=FCnfj=E4hrige Amtsperiode in Angriff genommen hat, stellt=
 sich,=20
wie auch seine anhaltend tiefen Beliebtheitswerte in den Meinungsumfragen=20
beweisen, immer mehr als eine Hypothek heraus.

Beschwichtigung durch die Regierung
Die fr=FChere unabh=E4ngige Abgeordnete Christine Loh bringt die Problematik=
=20
auf den Punkt: =ABDas Ziel muss sein, die Aufgabe mit minimalem Schaden f=FC=
r=20
die Formel =8BEin Land, zwei Systeme=9B zu erledigen und sicherzustellen,=
 dass=20
die Bef=FCrchtungen der Leute zerstreut werden.=BB Gem=E4ss den allgemeinen=
=20
Vorgaben der Regierung sollen die bestehenden gesetzlichen Regelungen =FCber=
=20
Verrat aktualisiert und pr=E4zisiert werden. Ferner soll neu das Vergehen=
 der=20
Sezession aufgenommen werden, um den =ABSchutz der territorialen=20
Unversehrtheit und die Einheit des Landes zu gew=E4hrleisten=BB. Als Drittes=
=20
sollen die bereits vorhandenen Vorkehrungen gegen die Anstiftung zum=20
Aufruhr pr=E4zisiert werden. Die geltenden Gesetze subsumierten den=20
gewaltsamen Sturz der Regierung unter Verrat. Nun soll die Subversion als=20
Verbrechen strafbar gemacht werden. Diese wird als =ABBedrohung oder Umsturz=
=20
der Regierung der Volksrepublik China und als Aufhebung des durch die=20
Verfassung der Volksrepublik geschaffenen Staatssystems=BB definiert.
Ebenfalls neu eingef=FChrt werden soll das Vergehen der =ABunbewilligten und=
=20
sch=E4dlichen Ver=F6ffentlichung von klassifizierten Informationen, die man=
=20
durch unberechtigten Zugang erhalten hat=BB. Zu den Staatsgeheimnissen=20
geh=F6ren ausdr=FCcklich auch Informationen =FCber die Beziehungen der=
 Hongkonger=20
Beh=F6rden mit der Zentralregierung in Peking. Schliesslich sollen die=20
Zugeh=F6rigkeit und die Unterst=FCtzung von Organisationen unter Strafe=20
gestellt werden, deren Ziele Subversion, Spionage, Aufruhr und Sezession=20
sind oder die solche Straftaten bereits begangen haben oder mit einer in=20
der Volksrepublik China verbotenen Organisation verbunden sind. Da es in=20
Hongkong im Unterschied zu China keine Todesstrafe gibt, droht als Maximum=
=20
eine lebensl=E4ngliche Gef=E4ngnisstrafe.
Die Regierung betont, dass sie nicht die Absicht habe, die bestehenden=20
Freiheiten einzuschr=E4nken oder Gesetze vorzulegen, die im Konflikt mit dem=
=20
Rechtsstaat st=FCnden. Laut Regina Ip, die in der Hongkonger Administration=
=20
f=FCr die =F6ffentliche Sicherheit zust=E4ndig ist und als=
 Hauptprotagonistin der=20
neuen Gesetze unter besonders intensiven Beschuss kam, gleichen die=20
angestrebten Ausnahmekompetenzen f=FCr die Hongkonger Polizei dem, was in=20
anderen Staaten mit Gewohnheitsrecht g=E4ngig sei. Es gehe in keiner Weise=
=20
darum, die Geltung der in der Volksrepublik China bestehenden Gesetze auf=20
Hongkong auszudehnen. F=FCr den Generalstaatsanwalt Allcock wird auch in=20
Zukunft die Pressefreiheit voll gew=E4hrleistet sein. Ferner werde sich an=
=20
der bisherigen Praxis, dass es an den Gerichten liege, Verfehlungen=20
festzustellen, nichts =E4ndern. Schliesslich habe man bei der Definition der=
=20
gesch=FCtzten Information nur die bisherige Regelung, welche die Beziehungen=
=20
zu Grossbritannien betroffen hatte, an den neuen Souver=E4n in Peking=
 angepasst.

Sorgen und Bef=FCrchtungen
Woher die tief reichenden Bef=FCrchtungen der Kritiker kommen, l=E4sst sich=
 an=20
der Beschwichtigung von Allcock auf den Punkt bringen. F=FCr die Gegner der=
=20
neuen Sicherheitsgesetze liegt das Entscheidende eben darin, dass man es=20
w=E4hrend der Kolonialzeit in London mit einer demokratisch gew=E4hlten=20
Regierung zu tun hatte, w=E4hrend es in Peking weder Rechtsstaat noch=20
Demokratie gibt. Wer die Praxis von Diktaturen und totalit=E4ren Regimen vor=
=20
Augen hat, muss bei Subversion, staatlicher Sicherheit und=20
Staatsgeheimnissen stets an die v=F6llige Recht- und Schutzlosigkeit des=20
einzelnen B=FCrgers gegen=FCber dem Staatsapparat denken. Daraus erw=E4chst=
 denn=20
auch eine Reihe ganz konkreter Bef=FCrchtungen. Man ist =FCberzeugt davon,=
 dass=20
es Peking und seinen Hongkonger F=FCrsprechern letztlich um nichts anderes=
=20
geht, als unliebsame Bewegungen, Dissidenten und politische Anliegen, die=20
von der Tolerierung der Aktivit=E4ten von Falun Gong bis zur Bef=FCrwortung=
 von=20
Taiwans Unabh=E4ngigkeit reichen, auch in Hongkong mit einem Bannstrahl=20
belegen zu k=F6nnen.
Man erinnert sich daran, dass der Pekinger F=FChrung die Welle der=20
Solidarit=E4t, welche die Hongkonger mit den Manifestanten auf Pekings=20
Tiananmen-Platz demonstriert hatten, schwer aufgestossen war. Gerade in=20
Erinnerung an diese heroischen Tage machen denn auch viele Gegner der neuen=
=20
Gesetze dem Chief Executive und seinen Mitstreitern zum Vorwurf, dass sie=20
gegen=FCber Peking schon seit je einen vorauseilenden Gehorsam gepflegt=20
h=E4tten. Zun=E4chst geht es den Kritikern der Regierung um eine=
 Grundsatzfrage=20
des Rechtssystems. Die Hongkonger Anwaltskammer bezeichnet die neuen=20
Gesetze als einen Zusammenstoss von Rechtssystemen. Erstmals werde das=20
Gewohnheitsrecht, das Hongkong nachhaltig gepr=E4gt hat, mit der in der=20
Volksrepublik seit 53 Jahren geltenden Herrschaft durch Dekrete vermengt.=20
Hongkongs prominentester Kritiker des Pekinger Regimes, Martin Lee, meint=20
schlicht, dass mit der Einf=FChrung der Sicherheitsgesetze Pekings Kontrolle=
=20
=FCber Hongkong vollst=E4ndig sein werde. Von Rechtssachverst=E4ndigen wird=
 ins=20
Feld gef=FChrt, dass bei der Beurteilung der vorgeschlagenen Massnahmen=
 nicht=20
nur das Verhalten der heutigen Beh=F6rden in Betracht gezogen werden d=FCrfe=
,=20
sondern dass man auch die Zukunft im Auge zu behalten habe. In der=20
Vergangenheit seien die sicherheitsrelevanten Gesetze mit =E4usserster=20
Zur=FCckhaltung ausgelegt und angewendet worden. Dies k=F6nne man unter den=
=20
Auspizien Pekings nicht mehr f=FCr selbstverst=E4ndlich nehmen. Die=
 Hongkonger=20
Regierung verschaffe sich ein Instrument, mit dem sie bei Bedarf die=20
Erosion von Grundrechten betreiben k=F6nne.
Besonders scharfe Kritik bekommt die Regierung aus Journalistenkreisen zu=20
h=F6ren. Die neuen Vorschriften zur Wahrung von Staatsgeheimnissen sowie zur=
=20
Bek=E4mpfung von Subversion und Sezession k=F6nnten, so meint Cliff Baile,=
 der=20
Vorsitzende des Ausschusses f=FCr Pressefreiheit der Hongkonger=20
Journalistenvereinigung, eine verheerende Auswirkung auf die Medienfreiheit=
=20
haben. Die Berichterstattung und die Kommentierung von Themen, die - wie=20
die Unabh=E4ngigkeit Taiwans oder Tibets - aus der Sicht Pekings als Aufruf=
=20
zur Sezession zu verstehen sind, w=FCrden beinahe zwangsl=E4ufig zur=20
Selbstzensur veranlassen. Die Vertreterin der Juristengemeinschaft in der=20
Legislative, Margaret Ng, bezeichnet die Vorschl=E4ge als =ABdrakonische=20
Massnahmen, welche die Freiheiten der Hongkonger bedrohen=BB.

Bedenken in Wirtschaftskreisen
W=E4hrend die Opposition des neuen Oberhirten der Hongkonger Katholiken,=20
Bischof Joseph Zen, den hartgesottenen Protagonisten der neuen=20
Sicherheitsgesetze wohl kaum schlaflose N=E4chte bereiten wird, ist die=20
Kritik aus Wirtschaftskreisen schon ernsthafterer Natur. Deutliche=20
Bedenken, die sowohl von der britischen als auch der amerikanischen=20
Handelskammer in Hongkong ge=E4ussert wurden, m=F6gen als fremde=
 Einflussnahme=20
beiseite geschoben werden, obschon Hongkong gerade in der heutigen labilen=
=20
Wirtschaftssituation sehr viel an seinem Bild in Amerika gelegen sein muss.=
=20
Schwerwiegend ist die Kritik von David Li, dem Vorstandsvorsitzenden der=20
Bank of East Asia, der in der Legislative den Bankensektor vertritt. Li=20
fordert die Unterbreitung von ausformulierten Gesetzesvorlagen, mit denen=20
die Verunsicherung und die Polarisierung, die Hongkong seit vielen Wochen=20
plagen, beseitigt werden k=F6nnten.
Eines d=FCrfte den Bef=FCrwortern und Gegnern der neuen Sicherheitsgesetze=
 klar=20
sein. Peking hat das Signal setzen lassen, dass es, wenn es um zentrale=20
Fragen der nationalen Sicherheit geht, Hongkong st=E4rker an die Kandare=20
nehmen wird. Letztlich kommt darin auch zum Ausdruck, wie eng das Schicksal=
=20
der einstigen Kolonie seit dem 1. Juli 1997 mit dem Geschehen und den=20
Machtverh=E4ltnissen in Peking verbunden ist.


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=20
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Wenn Asien erwacht

Japans Reichtum entzieht sich dem Zugriff der Wall Street

Von Urs Schoettli
Seit Jahren bl=E4st die internationale Finanzwelt, unterst=FCtzt von den=20
angels=E4chsischen Medien, zum Sturm auf die Festung Japan. Nicht nur der=20
immense materielle Reichtum des Landes, sondern auch seine feste=20
Verankerung in einer eigenst=E4ndigen Kultur haben die Angriffe bisher=20
scheitern lassen. An Japans Beispiel l=E4sst sich zeigen, dass die=20
Globalisierung nicht zwangsl=E4ufig zum Monopol der westlichen Zivilisation=
=20
f=FChrt, sondern dass sie vielmehr der kulturellen Multipolarit=E4t der Welt=
=20
frischen Auftrieb gibt.
Aus der fern=F6stlichen Perspektive sind Weltwirtschaftsforen in=
 europ=E4ischen=20
Kurorten und Strassenschlachten von Globalisierungsgegnern in westlichen=20
Kapitalen im gleichen Masse von dem entfernt, was die Globalisierung in der=
=20
realen Welt bewirkt und bewegt. W=E4hrend die einen erhoffen und die andern=
=20
bef=FCrchten, dass eine amerikanisierte Kaste von Managern, Investoren und=
=20
Beratern die Welt =FCbernehmen wird, profitieren in einer zunehmend=20
fragmentierten Welt in Wahrheit diejenigen von der Globalisierung am=20
meisten, die mit westlichen Werten nichts am Hut haben, ja sie h=E4ufig=
 nicht=20
nur verachten, sondern auch offen bek=E4mpfen.
Es ist in diesen bewegten Zeiten aufschlussreich, die britische Zeitschrift=
=20
=ABEconomist=BB zu lesen. Das Magazin stand in den goldenen neunziger Jahren=
 an=20
der Front der Protagonisten eines neuen rationalen Zeitalters, in dem=20
endlich der Weltfriede durch den Sieg der Triade von Marktwirtschaft,=20
Freihandel und Rechtsstaat realisiert werden w=FCrde. Nun bricht, geradezu=
=20
emblematisch eingeleitet durch den 11. September 2001, diese ganze Welt in=
=20
sich zusammen. Stets neue Bedrohungen pr=E4gen die Titelseiten des=20
=ABEconomist=BB. Mit dem eindimensionalen Fortschrittsdenken des Westens=
 l=E4sst=20
sich die militante islamische Renaissance in ihrer vollen Bedeutung f=FCr=20
eine scheinbar s=E4kularisierte Welt schlicht nicht verstehen. Der globale=
=20
Terrorismus ersch=FCttert den f=FCr den durch Erl=F6sungsreligionen=
 gepr=E4gten=20
Westen so wichtigen Glauben an den Sieg des Guten =FCber das B=F6se. Es ist=
 ein=20
Glaube, der mit dem Zerfall der von Ronald Reagan als =ABReich des B=F6sen=
=BB=20
stigmatisierten Sowjetunion vor nicht allzu langer Zeit einmal mehr=20
best=E4tigt worden zu sein schien. Als ob dem nicht genug w=E4re, droht mit=
 dem=20
unaufhaltsamen Aufstieg Chinas zur Werkst=E4tte der Welt erstmals seit 1930=
=20
wieder das Gespenst einer durch globale Deflation ausgel=F6sten=20
Weltwirtschaftskrise.

Alte und neue Konfrontationen
Das uns=E4glich brutale 20. Jahrhundert vermochte es, sich kurz vor=20
Torschluss noch einen vers=F6hnlichen Ausklang zu verschaffen. Es endete mit=
=20
der durchaus plausiblen Aussicht, dass die Werte einer westlich gepr=E4gten,=
=20
liberalen Ordnung in Politik und Wirtschaft endg=FCltig die Oberhand=
 gewonnen=20
hatten. Allenfalls galt es, noch ein paar Nachhutgefechte auszutragen, aber=
=20
die Monumentalschlachten mit dem Kommunismus und dem Nationalsozialismus=20
waren siegreich =FCberstanden. Doch die Euphorie, die zu Beginn des 3.=20
Jahrtausends die Menschen auf den Weltfrieden anstossen liess, wurde schon=
=20
bald wieder durch die aus der Weltgeschichte nur allzu bekannte Furcht vor=
=20
Krieg und Not abgel=F6st. Einmal mehr sieht sich der aufgekl=E4rt liberale=
=20
Westen durch Kr=E4fte des Fanatismus und Irrationalismus herausgefordert.=20
Nicht mehr Lenin und Hitler, sondern Usama bin Ladin, nicht mehr=20
Braunhemden und Rotarmisten, sondern b=E4rtige Mullahs und Selbstm=F6rder,=
=20
welche die Welt in die Barbarei zur=FCckbomben m=F6chten, sind heute die=20
Feinde. Einmal mehr scheinen die Fronten klar markiert. Unter dem Banner=20
des globalen Kriegs gegen den Terrorismus wird zu einem neuerlichen=20
Endkampf mobilisiert mit der Zuversicht, dass auch diesmal das aus=20
westlicher Sicht B=F6se schliesslich besiegt werden wird.
Beim Kampf zwischen dem Liberalismus und dem Totalitarismus roter und=20
brauner Provenienz hatte es sich um einen innerwestlichen B=FCrgerkrieg=20
gehandelt, der zwar weltumgreifend gef=FChrt wurde, der aber seine=20
ideologischen Wurzeln im Okzident hatte. Das Ringen mit dem Islam ist nun=20
wahrhaft global, indem sich der Westen mit einem Wertekatalog und einer=20
Weltsicht konfrontiert sieht, die nicht auf seinem Boden gewachsen sind.=20
Allerdings geht es auch bei dieser Auseinandersetzung nicht um einen=20
Konflikt mit dem v=F6llig Fremden. Die Konfrontation zwischen dem=20
christlichen Abendland und dem Islam hat eine lange Geschichte, und zudem=20
teilen beide Kulturkreise den Glauben an den Monotheismus. Ob die=20
derzeitigen Spannungen in einen =ABKrieg der Zivilisationen=BB m=FCnden=
 werden,=20
ist derzeit noch offen, doch bereits l=E4sst sich an einem geographisch und=
=20
kulturell noch ferneren Horizont eine neue Herausforderung ausmachen, die=20
durchaus das Potenzial besitzt, den Westen in einen f=FCr ihn gef=E4hrlichen=
=20
Mehrfrontenkampf zu verwickeln. - Nachdem sich die USA auf absehbare Zeit=20
als globale Hypermacht etabliert haben, muss sich die Aufmerksamkeit auf=20
die zweite Ebene der globalen Hierarchie richten. Auf dieser werden sich in=
=20
den kommenden Jahren wichtige Verlagerungen abspielen. Immer deutlicher ist=
=20
erkennbar, dass eine in ihrer Aussen- und Sicherheitspolitik weitgehend=20
impotente Europ=E4ische Union die eng begrenzte Reichweite von=20
Grossbritannien, Frankreich und Deutschland nicht wird wettmachen k=F6nnen.=
=20
Demgegen=FCber gewinnen auf Europas Schwesterkontinent Asien die beiden=
 alten=20
Kulturm=E4chte China und Indien rasch ihren Einfluss zur=FCck. Zusammen mit=
=20
Japan werden sie und nicht die politisch fragmentierte und wirtschaftlich=20
wie technologisch r=FCckst=E4ndige islamische Welt den zivilisatorischen=20
F=FChrungsanspruch, den der Westen im Windschatten der USA noch eine Weile=
 zu=20
wahren suchen wird, immer st=E4rker in Frage stellen.
Als in den siebziger und achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts Japan=20
scheinbar unaufhaltsam an die Spitze der Weltwirtschaft st=FCrmte,=20
alternierte der Westen zwischen Bewunderung und Furcht. Managementgurus=20
sagten voraus, dass nur das =ABjapanische Modell=BB eine Zukunft haben werde=
=20
und der Westen ohne dessen =DCbernahme zum endg=FCltigen Abstieg verurteilt=
=20
sei. Strategen und Sicherheitspolitiker warnten davor, dass Japan dank=20
seiner technologischen =DCbermacht den Rest der Welt in die Ecke treiben und=
=20
von sich abh=E4ngig machen werde. Neid und Furcht, vermischt mit allerlei=20
Verschw=F6rungstheorien, die Japan in der Computerentwicklung bereits als=20
eine neue Super-Opec w=E4hnten, liessen erkennen, wie rasch die=20
antijapanischen Reflexe, die man nach dem Zweiten Weltkrieg =FCberwunden zu=
=20
haben glaubte, wieder an die Oberfl=E4che kommen k=F6nnen. Rund zehn Jahre=
=20
sp=E4ter bestimmt nun nicht mehr das japanische =ABWunder=BB, sondern der=
 Abstieg=20
Nippons die Schlagzeilen der internationalen Medien. Interessanterweise=20
sind es dabei h=E4ufig dieselben =ABExperten=BB, die in den achtziger Jahren=
=20
Japan auf das Podest des globalen Mustersch=FClers erhoben hatten, die es=
 nun=20
zum hoffnungslosen Pr=FCgelknaben machen.
Der tiefe Fall Japans in der Gunst des Westens wird pflichtschuldigst mit=20
dem Verweis auf =ABharte=BB =F6konomische Daten und Fakten erkl=E4rt.=20
Internationale Bewertungsagenturen, die inzwischen Japans Kreditw=FCrdigkeit=
=20
auf die Ebene von Botswana heruntergestuft haben, die Wall Street, die=20
globale Finanzpresse und die Heerschar der von den grossen Finanzinstituten=
=20
besch=E4ftigten =ABL=E4nderexperten=BB und Marktbeobachter vereinten sich in=
 den=20
vergangenen Jahren zu einem pr=E4zedenzlosen Chor von Kassandren. Seit=
 Jahren=20
f=FChlen sich ausl=E4ndische Finanzminister oder Zentralbankgouverneure, die=
=20
Fuss auf japanischen Boden setzen, bem=FCssigt, Japan zu drastischen=20
Strukturreformen zu ermahnen und im Falle von deren Ausbleiben mit einer=20
Wirtschaftskatastrophe zu drohen. Mehr oder weniger deutlich wird Japan gar=
=20
f=FCr den schlechten Gang der Weltwirtschaft verantwortlich gemacht.
Selbst Exponenten der Europ=E4ischen Union, die ja nun wahrlich kein=20
Musterbeispiel der marktwirtschaftlichen Ordnungspolitik bietet, nahmen=20
sich unl=E4ngst heraus, den Japanern ungefragt und in zuweilen provokativer=
=20
Formulierung Ratschl=E4ge zu geben. Im Land der aufgehenden Sonne ist man=20
h=F6flich, steht bei der Gastfreundschaft hinter keiner anderen Kultur=
 zur=FCck=20
und =FCbt sich von Kindheit an im Maskenspiel. So werden die Auftritte der=
=20
Ausl=E4nder mit beflissener Aufmerksamkeit hingenommen und gleich wieder als=
=20
Arroganz von Westlern, die nicht wissen, was sich geh=F6rt, ad acta gelegt.=
=20
Ohnehin macht man, was man will. Ein ausl=E4ndischer Banker, der in einer=
 von=20
Amerikanern =FCbernommenen japanischen Bank arbeitet, berichtet, dass,=
 sobald=20
es um wichtige Fragen, um Strategien, aber auch um =ABoffice politics=BB=
 geht,=20
die ernsthaften Verhandlungen erst beginnen, wenn am Abend die =ABGaijin=BB=
=20
verschwunden sind.
Das japanische Misstrauen gegen=FCber dem Ausland erf=E4hrt seine=20
Rechtfertigung, wenn die Hintergr=FCnde des derzeitigen Japanpessimismus=20
durchleuchtet werden. Es f=E4llt auf, dass mit zwei Massst=E4ben gewertet=
 wird.=20
Im Falle Japans pflegen diejenigen Aktiven, die =FCblicherweise f=FCr die=20
Gesundheit einer Volkswirtschaft massgeblich sind, in h=E4ufig fahrl=E4ssige=
r=20
Weise geringer bewertet zu werden, als dies bei westlichen Industriestaaten=
=20
der Fall ist. Wie kann es sein, dass ein Land, das keine Arbeitskonflikte=20
kennt, das eine arbeit- und sparsame Bev=F6lkerung hat, das in den=20
schwierigen neunziger Jahren nicht nur seine Devisenreserven vervierfacht,=
=20
sondern auch seinen Anteil am gesamten Privatreichtum der Welt=20
kontinuierlich auf nun =FCber 20 Prozent ausgebaut hat, das in der=20
technologischen Innovation an der Weltspitze steht, dessen Schulsystem im=20
internationalen Vergleich ausgezeichnet abschneidet, als hoffnungsloser=20
Fall abgeschrieben wird?

Neue Bruchstelle
Man braucht nicht das stagnierende Europa, sondern kann sogar das=20
florierende Amerika der neunziger Jahre zum Vergleich heranziehen, um zu=20
erkennen, dass f=FCr Japan dieser Zeitraum nicht nur eine verlorene Dekade=
=20
war. Das frivole Herunterspielen der realen Verh=E4ltnisse durch westliche=
=20
Rating-Agenturen n=E4hrt deshalb in Japan verst=E4ndlicherweise den=
 Verdacht,=20
dass es bei der Kritik aus dem Westen im Wesentlichen darum geht, ein Land,=
=20
das vor den durch die Wall Street und die Londoner City f=FCr die gesamte=20
Welt als verbindlich erkl=E4rten Kriterien nicht einfach kapitulieren will,=
=20
abzustrafen. Mit allerlei Erhebungen, die mit einer an Stanley und=20
Livingstone erinnernden Arroganz westliche Massst=E4be f=FCr sakrosankt=20
erkl=E4ren, wird von amerikanischen Organisationen wie der =ABHeritage=20
Foundation=BB der Japankritik auch noch ein pseudowissenschaftliches=20
M=E4ntelchen umgeh=E4ngt.
Un=FCbersehbar ist hier seit einiger Zeit eine neue Bruchstelle zwischen dem=
=20
Westen und einer grossen nichtwestlichen Kultur im Entstehen begriffen.=20
Dass der internationale Sturmlauf gegen =ABNippon Inc.=BB bisher noch keine=
=20
sch=E4rferen politischen Reaktionen ausgel=F6st hat, l=E4sst sich politisch,=
=20
=F6konomisch und psychologisch erkl=E4ren. Als Erstes gilt es die politische=
=20
Evolution Japans seit 1945 zu ber=FCcksichtigen. Obschon sich die=20
Kriegsgenerationen schon vor einiger Zeit aus den politischen und=20
wirtschaftlichen F=FChrungspositionen verabschiedet haben, wird Japan noch=
=20
immer vom Erbe der amerikanischen Besatzungszeit gepr=E4gt, aus welcher das=
=20
Land mit einer im Vergleich zu Deutschland viel restriktiveren Kompetenz=20
zur nationalen Verteidigung entlassen worden war. Bis heute enth=E4lt die=20
japanische Verfassung mit Artikel neun eine Vorgabe, die seine=20
milit=E4rischen Kapazit=E4ten so rigide begrenzt, dass das Land vom=20
amerikanischen Schutzschirm abh=E4ngig ist. Als Folge davon hat Japan in den=
=20
letzten drei Jahrzehnten ein internationales Profil gepflegt, das in keiner=
=20
Weise seiner Bedeutung als der Welt zweitgr=F6sste Wirtschaftsmacht=20
entspricht. Zum Zweiten erkl=E4rt sich die bisherige Gelassenheit daraus,=20
dass auch nach schwierigen Jahren Japans Reservepolster an kollektivem und=
=20
individuellem Reichtum enorm ist und externe Schocks weiterhin erfolgreich=
=20
abzufedern vermag. Schliesslich ist aber auch der psychologische Effekt zu=
=20
ber=FCcksichtigen, den der abrupte Sturz vom Podest des globalen=
 Musterknaben=20
auf ein Volk haben muss, zu dessen Charakteristika das selbstverst=E4ndliche=
=20
Streben geh=F6rt, stets die Nummer eins zu sein und das Beste zu erbringen.
Es bedarf keiner grossen Weitsicht, um zu erkennen, dass dieser Zustand der=
=20
demonstrativen Passivit=E4t nicht auf ewig anhalten wird. Wer zwischen den=
=20
Zeilen zu lesen versteht und bei Reden von f=FChrenden Politikern und=20
Wirtschaftsexponenten auch die Zwischent=F6ne nicht =FCberh=F6rt, dem k=F6nn=
en=20
subtile Klimaver=E4nderungen nicht verborgen bleiben. Weder die Katastrophe=
=20
des Zweiten Weltkriegs noch die mit dem Wirtschaftswunder einsetzende=20
massive Verwestlichung haben diese stolze Inselnation an ihrer=20
Einzigartigkeit, ja an der =DCberlegenheit ihrer Kultur zweifeln lassen.=20
Wenige k=F6nnen oder wollen dies in so markanten Formulierungen zum Ausdruck=
=20
bringen wie der Schriftsteller und Tokioter Gouverneur Shintaro Ishihara.=20
Doch dessen Forderung, dass Japan wieder selbstbewusster auftreten und=20
seine Interessen dezidierter wahrnehmen m=FCsse, d=FCrfte unter den B=FCrger=
n=20
mehrheitsf=E4hig sein. Zuweilen gibt es =FCberraschende Einblicke in diese=
=20
Stimmungslage, wie etwa unl=E4ngst bei den Emotionen um die R=FCckkehr von=
 nach=20
Nordkorea entf=FChrten Japanern.
Nachdem in der zweiten H=E4lfte des 20. Jahrhunderts Japan die westlichen=20
M=E4rkte zun=E4chst mit seinen kosteng=FCnstigeren und sp=E4ter mit seinen=
=20
qualitativ besseren G=FCtern =FCberschwemmt hatte, muss nun das Lamentieren=
=20
erstaunen, das sich in Japan =FCber ein China breit macht, das Japan die=20
Arbeit und die Produktionsst=E4tten wegnehme. Noch und noch h=F6rt man die=
=20
Warnung, dass ein =FCber ein unersch=F6pfliches Heer von=
 Billigstarbeitskr=E4ften=20
verf=FCgendes China die Welt in eine Depression von der Gr=F6ssenordnung der=
=20
dreissiger Jahre st=FCrzen werde. Offensichtlich soll hier auch ein neues=20
Bedrohungsbild aufgebaut werden, das die Nation zu neuen=20
Sonderanstrengungen motivieren wird.
Die Protagonisten der Globalisierung zeichnen eine Welt, in der dank=20
grenzenloser Mobilit=E4t knappe Ressourcen so effizient genutzt werden=20
k=F6nnen, dass es zu einem gewaltigen Wohlstandsschub kommt. Die =ABgoldenen=
=BB=20
neunziger Jahre schienen dieses Bild zu best=E4tigen. Zwar wischte man=20
kulturelle Unterschiede nicht v=F6llig unter den Tisch, aber sie waren neben=
=20
monumentalen =F6konomischen Entwicklungen und technologischen=
 Quantenspr=FCngen=20
ein Seitenaspekt, den man mit einem schnellen Bekenntnis zum=20
=ABMultikulturalismus=BB glaubte abhaken zu k=F6nnen. Alles schien gut zu=
 gehen,=20
bis die Konvulsionen in der islamischen Welt ein r=FCdes Erwachen brachten.=
=20
In ganz anderem Sinne, aber nicht weniger machtvoll wird Ostasien in den=20
kommenden Jahrzehnten die Grenzen der westlich gepr=E4gten Globalisierung=20
aufzeigen. Anders als die islamische Welt ist man hier nicht auf den=20
Terrorismus als die Waffe des Ohnm=E4chtigen angewiesen, sondern man wird=
 und=20
kann sich der Wirtschaft und der traditionellen Instrumente einer an=20
nationalen Zielen orientierten Machtpolitik bedienen.
Als Japan nach den pr=E4zedenzlosen Zerst=F6rungen des Zweiten Weltkriegs=
 als=20
besiegte Nation am Boden lag, fassten seine Eliten den Entschluss,=20
nationale Gr=F6sse nicht mehr auf dem Schlachtfeld, sondern auf den=20
Weltm=E4rkten zu erringen. Nippon war damit, wie die Welt in den siebziger=
=20
und achtziger Jahren erfahren konnte, so erfolgreich, dass sich die USA=20
gezwungen sahen, Gegensteuer zu geben. Das Platzen der japanischen=20
Spekulationsblase Ende der neunziger Jahre schien Japan das Schicksal zu=20
bescheren, das viele andere L=E4nder mit einer erzwungenen =D6ffnung f=FCr=
 die=20
Emiss=E4re der Wall Street ereilt hatte. Dass es dazu bis heute nicht=20
gekommen ist, hat seinen Grund nicht in B=F6rsenindizes oder=20
Immobilienpreisen, sondern schlicht im uralten Selbstverst=E4ndnis des in=20
kultureller, ethnischer und sozialer Hinsicht aussergew=F6hnlich koh=E4rente=
n=20
japanischen Volkes. Bemerkenswerterweise braucht man, um dies zu erkennen,=
=20
nicht komplizierte kulturhistorische Studien zu lesen. Simple=20
Zeitungskommentare von westlichen Finanzexperten sind ausreichend. Noch und=
=20
noch liest man hier nach einer ausf=FChrlichen Darstellung der =ABjapanische=
n=20
Krankheit=BB von der Frustration, dass nat=FCrlich alle die vom Westen=20
eingeforderten =ABStrukturreformen=BB, die Japan das =FCberf=E4llige Heil=
 bringen=20
sollen, so lange nicht zu implementieren seien, als die japanischen Sparer=
=20
und Anleger nicht ihrem Land den R=FCcken kehrten. Es ist letztlich nicht=20
mehr, aber auch nicht weniger als der in Japans kultureller Einzigartigkeit=
=20
ruhende Patriotismus von Herrn und Frau Suzuki, welcher der Wall Street den=
=20
Zugriff auf Japans Reichtum verwehrt.


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=20
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=ABTunable spaces=BB

Junge japanische Architektur in Wien

Es ist das Ende der Hierarchie. Im =ABSuperflat=BB der neuen japanischen=20
Architektur l=F6sen sich feste Rangordnungen auf, eine Gleichwertigkeit der=
=20
R=E4ume bestimmt das Bauen. Leicht und variabel ist diese Architektur,=20
traditionell und modern zugleich, wie jetzt eine gelungene Ausstellung im=20
Wiener Ringturm zeigt. =AB45 unter 45 - Junge Architektur aus Japan=BB=20
dokumentiert die Arbeit einer Generation, die vor allem f=FCr die komplexer=
=20
gewordenen Anforderungen des urbanen Lebens eigenst=E4ndige Antworten=
 liefert.
Immer schon war das verdichtete Bauen in den japanischen St=E4dten eine=20
Herausforderung. In der Wiener Ausstellung und dem sehr gut gemachten=20
Katalog finden sich utopische Stadtprojekte wie Nobuo Horichis =ABPolyphonic=
=20
City=BB, ein Komplex miteinander verbundener Hochh=E4user, und zahlreiche=20
Versuche, platzsparende Individualit=E4t in den urbanen W=FCsten des=
 Anonymen=20
zu verwirklichen. Manabu Chiba baut ein abweisendes =ABHaus in Schwarz=BB=
 als=20
strengen Kubus, in den Terrasse und Autoabstellplatz ihre Breschen=20
schlagen, Kazuyo Sejima dagegen ironisiert mit ihrem transparenten =ABKleine=
n=20
Haus=BB die baulichen Anforderungen der St=E4dte. Jedes Stockwerk wird von=
=20
einem einzigen Zimmer gebildet, dessen Gr=F6sse je nach Nutzung auch den=20
Grundriss bestimmt. So wechseln die Aussenmasse des glasumh=FCllten Hauses=
=20
von Stockwerk zu Stockwerk.
In der Enge der japanischen St=E4dte gedeiht eine Architektur, die mit=20
erfindungsreicher =D6konomie den knappen Raum n=FCtzt. Ausserhalb der=20
Metropolen ist eine =D6kologie am Werk, die Natur und Landschaft in den=20
architektonischen Entwurf einbezieht. Das von Hiroyuki Sekino in China am=20
Fluss Zhujiang gebaute Internationale Konferenz- und Ausstellungszentrum=20
von Guangzhou nimmt die Figur von Wind und Wellen in den=20
stromlinienf=F6rmigen K=F6rper auf, Jun Shinozaki baut ein =ABAquamarine=20
Fukushima=BB als gl=E4serne Blase =FCber die staunenswerte Meereslandschaft=
 des=20
Pazifiks. Die Lebenswelt des Menschen interpretiert Sosuke Fujimoto mit dem=
=20
=ABHaus N=BB neu, einem in Schichten aufgebauten Geb=E4ude, in dem sich das=
=20
Wohnen an die dominierenden Niveauunterschiede anzupassen hat. Von Utopien=
=20
wie dem Entwurf der zuk=FCnftigen B=FCros als =ABtunable spaces=BB (Kenichi=
=20
Inamura) f=FChrt der Weg immer wieder zur=FCck zur japanischen Tradition.=20
Bekanntestes Beispiel, das auch in Wien dokumentiert wird, ist Shigeru Bans=
=20
Japanischer Pavillon zur Expo 2000 in Hannover. Zu dessen aus Papierrollen=
=20
konstruiertem Dom der =D6kologie liefert Shuhei Endo das gewissermassen=20
politisch unkorrekte Komplement=E4rmodell. In den Loopings seiner gerollten=
=20
Wellblechbahnen schafft er den Raum f=FCr das Wohnen und Arbeiten am Anfang=
=20
des 21. Jahrhunderts.


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Das Gesetz der grossen Zahl verleiht der chinesischen Wirtschaft Gewicht

F=FCr viele ist China der Milliardenmarkt der Zukunft. In j=FCngster Zeit=20
gesellt sich zu dieser Hoffnung aber auch die Sorge, dass China nicht nur=20
G=FCter, sondern auch Deflation exportiert. Von Urs Schoettli, Peking

Schneller als bei der Jahrtausendwende erwartet bewahrheitet sich die=20
Prognose, dass das 21. Jahrhundert das Jahrhundert Asiens sein wird. Japan=
=20
und China haben grossen Einfluss auf den Gang der Weltwirtschaft, was von=20
einem mit sich selbst besch=E4ftigten Europa noch weitgehend ignoriert wird.
In der zweitgr=F6ssten Wirtschaftsmacht der Erde geben sich die Konsumenten=
=20
seit l=E4ngerem zur=FCckhaltend und entziehen der Weltwirtschaft dadurch=20
wichtige Wachstumsimpulse. Im volkreichsten Land der Erde verf=FCgen die=20
Verbrauchermassen =FCber eine Kaufkraft, die heute noch zu bescheiden ist,=
 um=20
die Weltkonjunktur zu befl=FCgeln. Gelingt es nicht, die Japaner aus ihrer=
=20
Reserve zu locken und Geld in die Taschen der Chinesen zu bringen, so=20
fallen zwei f=FCr die Weltwirtschaft besonders wichtige Wachstumsmotoren=
 aus.

Wohlstandsgesellschaft
Der 16. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas (KPC), der Anfang=20
November in Peking =FCber die B=FChne ging, hat neben einem F=FChrungswechse=
l an=20
der Spitze der Partei zwei weitere Z=E4suren gebracht. Auf Dr=E4ngen des=20
abtretenden Generalsekret=E4rs Jiang Zemin wurde das Parteistatut inhaltlich=
=20
erg=E4nzt, um die Aufnahme von Unternehmern in die Partei zu erm=F6glichen.=
 De=20
facto hat damit die KPC der durch die historischen Reformen von Deng=20
Xiaoping eingeleiteten Abkehr von der Diktatur des Proletariats und der=20
Weltrevolution auch von ihrer sozialen Basis her den Segen erteilt.
Weniger Beachtung fand in der Welt=F6ffentlichkeit die Tatsache, dass Jiang=
=20
Zemin in seiner Abschiedsansprache vor den Parteigenossen verk=FCndete, dass=
=20
sich China bis zum Jahr 2020 zu einer mittelst=E4ndischen=20
Wohlstandsgesellschaft entwickeln werde. Der Pragmatiker Jiang Zemin liess=
=20
sich nicht zur Euphorie von Chruschtschew verleiten, der einst vorausgesagt=
=20
hatte, die Sowjetunion werde beim Lebensstandard die USA =FCberholen.
Als noch der Slogan galt =ABDer Osten ist rot=BB, pflegten westliche=
 Beobachter=20
jeden Spruch von Mao hellh=F6rig zu registrieren. Heute gehen sie salopp=
 =FCber=20
Entwicklungen im Reich der Mitte hinweg, die zwar weniger intellektuellen=20
Schick haben, aber daf=FCr umso wichtiger f=FCr die Welt sind. Gelingt es,=
 wie=20
von Jiang Zemin seinen Nachfolgern als F=FChrungsauftrag mitgegeben, China=
 in=20
eine Wohlstandsgesellschaft zu wandeln, so kann die Welt in mancher=20
Hinsicht zuversichtlicher in die Zukunft schauen. China wird in den=20
n=E4chsten f=FCnfzehn Jahren wohl kaum ein Wirtschaftswunder von deutschen=
=20
Ausmassen schaffen, dazu sind die demographischen Herausforderungen zu=20
gross. Doch auch ein bescheideneres Niveau ist dank dem Gesetz der grossen=
=20
Zahl von monumentaler Bedeutung.
Ungleichgewichte im Aussenhandel mit China wecken heute bei vielen=20
protektionistische Instinkte. Vergessen geht dabei die Tatsache, dass der=20
Aussenhandel nie ein Nullsummenspiel ist, dass durch ihn echter=20
Wohlstandszuwachs geschaffen wird, von dem letztlich alle Beteiligten=20
profitieren. Ein reiches, wohlhabendes China, und dies m=FCssen insbesondere=
=20
die Japaner zur Kenntnis nehmen, die zurzeit vom Trauma geplagt werden,=20
ihre Industrie k=F6nne durch das Festland ausgeh=F6hlt werden, liegt im=20
Interesse der gesamten Weltwirtschaft.
Zweifellos muss Deng Xiaoping zu den bedeutendsten Reformern der=20
chinesischen Geschichte gez=E4hlt werden. Der Weggenosse Maos auf dem Langen=
=20
Marsch, dem der ebenso urchinesisch wie unmarxistisch t=F6nende Slogan=
 =ABReich=20
werden ist wunderbar=BB zugeschrieben wird, hat mit der Befreiung des=20
chinesischen Unternehmergeists aus den Fesseln einer aus dem Westen=20
importierten Ideologie eine der folgenreichsten Umw=E4lzungen des 20.=20
Jahrhunderts ausgel=F6st. Der Aussenwelt wurde dies als Erstes durch das=20
Verschwinden der blauen Ameisen aus dem chinesischen Alltag offenkundig.=20
Inzwischen dominiert das Bild eines Chinas, in welches ausl=E4ndische=20
Investitionen in pr=E4zedenzlosem Masse str=F6men, angezogen durch ein=20
Riesenheer von g=FCnstigen Arbeitskr=E4ften und scheinbar unbegrenzte=
 M=E4rkte.=20
In den meisten F=E4llen hat sich indessen bis heute nur die erste Erwartung=
=20
erf=FCllt, weshalb ausl=E4ndische Unternehmen h=E4ufig ihre Gewinne durch=
 Exporte=20
hereinholen m=FCssen.
China hat sich in den letzten Jahren zur Werkst=E4tte der Welt entwickelt.=
 Es=20
gibt praktisch nichts, von simplem Spielzeug =FCber Textilien und=20
Haushaltsger=E4te bis zu Flugzeugen und modernster Unterhaltungselektronik,=
=20
was in China nicht g=FCnstiger hergestellt werden k=F6nnte als anderswo. Es=
=20
sind nicht nur die tiefen Lohnkosten ausschlaggebend, sondern auch die=20
Tatsache, dass Chinesen unter ausl=E4ndischer Anleitung genauso=
 diszipliniert=20
und sorgf=E4ltig arbeiten wie die viel teurer bezahlten Arbeitskr=E4fte in=
 den=20
westlichen Industriestaaten. Geht die Entwicklung unvermindert weiter, dass=
=20
China alles noch billiger herstellt und =FCber den Preismechanismus jegliche=
=20
Konkurrenz aus dem Felde schl=E4gt, ohne dass es selbst seine=
 Konsumnachfrage=20
drastisch erweitert, so droht der Welt in der Tat eine schwere Deflation.
Wo liegt die L=F6sung? Zun=E4chst hilft der Beitritt Chinas zur=20
Welthandelsorganisation WTO, und zwar nicht nur indem noch mehr=20
Auslandinvestitionen ins Land fliessen, sondern auch indem in China der=20
Schutz des intellektuellen Eigentums drastisch verbessert wird und neue=20
Segmente des Binnenmarkts der internationalen Konkurrenz zug=E4nglich=
 gemacht=20
werden.

Subsistenzniveau
Doch dies allein gen=FCgt nicht. Die Regierung muss, wie dies von den=20
Reformern um Ministerpr=E4sident Zhu Rongji auch seit l=E4ngerem anerkannt=
=20
wird, den Privatkonsum kr=E4ftig stimulieren. Dies kann auf drei Weisen=20
erfolgen. Zun=E4chst gilt es, die Kaufkraft der grossen Massen in den=20
l=E4ndlichen und r=FCckst=E4ndigen Regionen zu st=E4rken. China mag in=
 Schanghai,=20
Peking und Guangchou zuweilen wie ein Industriestaat aussehen, die Mehrheit=
=20
seiner Bewohner lebt aber noch auf einem Niveau, welches nicht erheblich=20
=FCber der Subsistenz liegt. Als Zweites muss die Konsumlust der urbanen=20
Bev=F6lkerung gef=F6rdert werden. Dies kann zum einen durch h=F6here Sal=E4r=
e, zum=20
andern durch Stabilit=E4t geschehen. Ein allzu grosser Teil der Einkommen=20
geht heute auf die Sparkonten. Sicher haben im Vergleich zu Indien die=20
Mittelschichten in China manche Jahrzehnte der Kapitalakkumulation=20
gutzumachen, doch ein Teil des Sparens, das nicht nur auf Bankkonten,=20
sondern auch unter der Matratze erfolgt, r=FChrt von der Ungewissheit =FCber=
=20
die Zukunft her.
Die Einf=FChrung des Rechtsstaats ist vordringlich, da nur in diesem die=20
Sicherung des Privateigentums m=F6glich ist und das die Menschen seit=20
Jahrhunderten plagende Misstrauen gegen=FCber jeglicher Obrigkeit abgebaut=
=20
werden kann. Schliesslich haben politische Reformen daf=FCr zu sorgen, dass=
=20
die Risikopr=E4mien, welche die unternehmerischen Engagements in China=20
belasten, reduziert werden k=F6nnen. Wer nicht weiss, wie stabil ein System=
=20
ist, das sich veranlasst sieht, den internationalen Internetzugang zu=20
beschr=E4nken, dr=E4ngt auf rasche Gewinne und nicht auf langfristige=20
Verpflichtungen. Kann indessen ein chinesischer Mittelstand, der noch in=20
diesem Jahrzehnt =FCber eine Viertelmilliarde Menschen umfassen wird, seinen=
=20
soliden Wohlstand auf der Basis von Rechtssicherheit und sozialer=20
Stabilit=E4t aufbauen, gibt es f=FCr die Weltwirtschaft Nachfragepotenziale,=
=20
die daf=FCr sorgen werden, dass die Deflation von der Exportliste Chinas=20
gestrichen werden kann.


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Hongkongs Wirtschaft an der Zeitenwende

Strukturkrise erzwingt neue Priorit=E4tensetzung
Es gibt kaum noch Zweifel, dass Hongkongs Wirtschaft sich in einer=20
strukturellen Krise befindet. Die Meinungen gehen dar=FCber auseinander, wie=
=20
dieses Problem am besten zu =FCberwinden w=E4re. In guten Zeiten wurde die=
=20
Tatsache, dass Hongkong durch B=FCrokraten und nicht Politiker gef=FChrt=
 wird,=20
als Standortvorteil herausgestrichen. Heute erweist sich das Fehlen einer=20
starken politischen F=FChrung mit klaren Vorstellungen =FCber die Zukunft=
 des=20
Territoriums als Handicap.

us. Hongkong, im Januar

In allen Gespr=E4chen, die man in der zweiten Dezemberh=E4lfte in Hongkong=
 mit=20
Wirtschaftsexperten und Unternehmern gef=FChrt hat, herrschten bei der=20
Lagebeurteilung und bei den Zukunftsaussichten die dunkleren T=F6ne vor. Die=
=20
Meinungen lassen sich im Wesentlichen in drei Richtungen b=FCndeln. Eine=20
erste Gruppe h=E4lt es f=FCr verfehlt, der Administration von Chief=
 Executive=20
Tung Chee-hwa die Schuld am schlechten Wirtschaftsgang in die Schuhe zu=20
schieben. Hongkongs Wirtschaft werde zurzeit von Entwicklungen bestimmt,=20
die sich dem Einfluss jeder Regierung entziehen. Auch eine andere F=FChrung=
=20
der Hongkonger Administrativen Sonderregion k=F6nne nicht viel mehr bewirken=
=20
als die derzeitige. Eine zweite Gruppe von Meinungen betrachtet die=20
Administration als mitschuldig an der Misere, glaubt aber, dass die L=F6sung=
=20
im Wesentlichen bei der Stimulierung der altbew=E4hrten Wirtschaftsfaktoren=
=20
liegt. Hier geht es vor allem auch um die Belebung des seit Jahren arg=20
darniederliegenden Immobiliensektors. Eine dritte Gruppe schliesslich h=E4lt=
=20
ebenfalls die Regierung f=FCr mitverantwortlich, sieht aber gleichzeitig die=
=20
Notwendigkeit zu einem entschlossenen Kurswechsel, der im Wesentlichen die=
=20
verst=E4rkte wirtschaftliche Integration Hongkongs mit dem chinesischen=20
Hinterland anstrebt. Da Hongkong seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs=20
wiederholt einen drastischen Neubeginn geschafft hat, besteht die nicht=20
unbegr=FCndete Hoffnung, dass es auch die jetzige Zeitenwende erfolgreich=20
wird meistern k=F6nnen.

Deflation=E4rer Prozess
Die spektakul=E4re Entwicklung Schanghais w=E4hrend der letzten f=FCnfzehn=
 Jahre=20
bewirkte, dass es immer wieder zu einem Vergleich mit Hongkong herhalten=20
muss. Ohne Zweifel wirkt Schanghai heute dynamischer als Hongkong. Die=20
Stadt im Jangtse-Delta hat in vielen, vor allem auch infrastrukturellen=20
Bereichen kr=E4ftig aufgeholt. Dennoch gibt es nach wie vor wichtige=20
Standortvorteile, die f=FCr Hongkong sprechen, allem voran nat=FCrlich die=
=20
Rechtsstaatlichkeit und die gr=F6ssere Transparenz in der Verwaltung und an=
=20
den Finanzm=E4rkten. Auch hat das Argument, dass China gross genug sei, um=
=20
mehrere Fenster zur Welt zu haben, und es sich deshalb bei Schanghai und=20
Hongkong nicht um ein Entweder-oder, sondern um ein Sowohl-als-auch handle,=
=20
viel f=FCr sich. Dies =E4ndert aber nichts an der Tatsache, dass die rasche=
=20
Entwicklung des Festlands, insbesondere auch der Hongkong benachbarten=20
Provinz Guangdong, Hongkongs Anspruch auf eine Monopolrente als Finanz- und=
=20
Handelszentrum des modernen China kr=E4ftig schm=E4lert. Die konkrete Folge=
=20
davon ist, dass Hongkong sein Preisniveau nach unten anpassen muss. Seit=20
einiger Zeit ist, wie sowohl die seit bald drei Jahren r=FCckl=E4ufigen=20
Konsumentenpreise als auch die kr=E4ftigen Abstriche bei den=20
Immobilienpreisen zeigen, ein deflation=E4rer Prozess im Gange. Es handelt=
=20
sich dabei nicht um eine Depression vom Format der dreissiger Jahre,=20
sondern um die Anpassung des Preisniveaus an neue Rahmenbedingungen.
Die Strukturkrise, die durch diese weitreichenden makro=F6konomischen=20
Ver=E4nderungen ausgel=F6st worden ist, zieht eine Reihe von Sektoren der=20
Hongkonger Wirtschaft in Mitleidenschaft. Nach Jahren stets solider=20
Haushalts=FCbersch=FCsse steckt nun der Hongkonger Staat tief in der=20
Defizitwirtschaft, aus der er voraussichtlich nicht vor 2006 herauskommen=20
wird. Im Wesentlichen ist dies eine Konsequenz einer einseitigen=20
Zusammensetzung der Staatseinnahmen. Hongkong wird von der Heritage=20
Foundation seit Jahren als der Welt freieste Wirtschaft gepriesen, da es=20
eine bemerkenswert tiefe Steuerbelastung aufweist. Hongkong kennt keine=20
Mehrwertsteuer, und die Maximalbesteuerung von Einkommen steht bei 15%.=20
Zudem reichen Abz=FCge und Steuerbefreiung so weit, dass nur 0,3% der=20
Steuerpflichtigen die H=F6chstrate bezahlt und ein grosser Teil der=20
Bev=F6lkerung =FCberhaupt von der Einkommenssteuer befreit ist. In den=
 letzten=20
f=FCnf Jahren ist sowohl die Zahl der Steuerzahler wie auch die=20
Steuerbelastung insbesondere von mittleren Einkommen weiter zur=FCckgegangen=
.=20
In den Jahren des Immobilienbooms konnte dies alles durch die soliden=20
Staatseink=FCnfte aus Baulandauktionen sowie Hand=E4nderungsgeb=FChren mehr=
 als=20
nur aufgewogen werden.

Hinterland statt IT
Warnungen, dass die enormen Kauf- und Mietkosten von B=FCros und Wohnungen=
=20
eine der Steuerbelastung vergleichbare Absch=F6pfung von Kaufkraft brachten=
=20
und ein potenzieller Standortnachteil sein konnten, verhallten so lange=20
ungeh=F6rt, als die Wettbewerbsf=E4higkeit des nahen Festlandes noch nicht=
 voll=20
ausgebildet war. Heute sieht sich Hongkong in der Zwickm=FChle, indem zum=20
einen jenseits der Grenze die Rahmenbedingungen so verbessert worden sind,=
=20
dass das gewaltige Kostengef=E4lle voll zulasten von Hongkong durchschl=E4gt=
.=20
Zum andern ist die konjunkturelle Lage so fragil, dass der Zeitpunkt f=FCr=
=20
Steuererh=F6hungen, insbesondere f=FCr die Einf=FChrung einer=
 Mehrwertsteuer,=20
h=F6chst ung=FCnstig ist. In einer =E4hnlich missliebigen Lage befindet sich=
=20
Hongkong auch mit Bezug auf den Peg, die Bindung des Hongkong-Dollars an=20
die US-W=E4hrung. Ein Bruch des Peg w=FCrde Hongkong an der W=E4hrungsfront=
 eine=20
f=FCr den Preiswettbewerb wichtige Elastizit=E4t verleihen und neue=20
M=F6glichkeiten zur monet=E4ren Stimulierung der Binnenkonjunktur schaffen.=
=20
Gleichzeitig w=FCrde dieser Schritt aber in der heutigen global sehr=20
instabilen Situation zu drastischen Kurs- und Zinsspr=FCngen f=FChren, die=
 der=20
Wirtschaftsentwicklung nicht dienlich w=E4ren.
Vor wenigen Wochen hat Peking =FCber Ministerpr=E4sident Zhu Rongji Hongkong=
=20
seiner =F6konomischen R=FCckendeckung, auch unter Einsatz der eigenen=20
W=E4hrungsreserven, versichert. Es soll dies die durch hohe Arbeitslosigkeit=
=20
und Asset-Deflation verunsicherten Hongkonger beschwichtigen. Anderseits=20
ist unverkennbar, dass die wirtschaftliche Entwicklung in Hongkong die=20
F=FChrung in Peking nicht nur beunruhigen, sondern auch ver=E4rgern muss. Im=
=20
Vergleich zum Festland l=E4sst sich f=FCr Hongkongs Leistung w=E4hrend der=
=20
letzten drei Jahre nur die Note ungen=FCgend finden. Hongkong wirtschaftet=
=20
derzeit markant unter seinem Potenzial, und die Administration von Tung=20
Chee-hwa steht unter wachsendem Druck, Gegensteuer zu geben. Voraussetzung=
=20
f=FCr einen erfolgreichen Kurswechsel ist das Eruieren und die F=F6rderung=
 von=20
neuen Wachstumsmotoren. In den neunziger Jahren hatte auch Hongkong auf die=
=20
Karte von Silicon Valley und IT gesetzt. Ein Sohn des Tycoons Li Ka-shing=20
schien mit seinem Projekt =ABCyberport=BB die Richtung zu weisen. =DCber=20
Immobilien hinaus ist daraus nicht viel geworden, zu gross ist die=20
Konkurrenz in S=FCd-, S=FCdost- und Ostasien. Praktisch unersch=F6pfliche=20
Wachstumspotenziale schaffen jedoch die Bed=FCrfnisse der rasch wohlhabender=
=20
werdenden Bev=F6lkerung jenseits der Grenzen. Allzu lange haben in der=20
Vergangenheit einflussreiche Elemente der Hongkonger Eliten auf eine=20
Abgrenzung zum Festland gesetzt. W=E4hrend Hongkong aus ureigenem Interesse=
=20
seine rechtliche und politische Eigenst=E4ndigkeit bewahren muss, gibt es=
 f=FCr=20
die Stadt am Ausgang des Perlflussdeltas in wirtschaftlicher Hinsicht nur=20
durch die Integration mit dem Hinterland eine Zukunft. Die Einsicht in=20
diesen Sachverhalt scheint zu wachsen, doch noch bleibt viel bez=FCglich=20
Mentalit=E4t, Infrastruktur und Marketing zu tun, um die chinesische=20
Nachbarschaft zu =FCberzeugen, dass Hongkong in der Zukunft mehr als nur ein=
=20
neues Disneyland zu bieten hat.



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Koizumi besucht den Yasukuni-Schrein

Eine Provokation der Nachbarn Japans

Japans Ministerpr=E4sident Junichiro Koizumi hat am Dienstag dem=20
Yasukuni-Schrein, in dem auch mehrerer Kriegsverbrecher gedacht wird, einen=
=20
Besuch abgestattet. Diese Provokation S=FCdkoreas und Chinas erfolgt mit=20
Blick auf die diplomatischen Bem=FChungen zur L=F6sung der Nordkorea-Krise=
 zu=20
einem besonders heiklen Zeitpunkt.

tf. Tokio, 14. Januar

Japans Ministerpr=E4sident Junichiro Koizumi hat am Dienstag dem=
 umstrittenen=20
Yasukuni-Schrein erneut einen Besuch abgestattet. In dem nahe dem=20
Kaiserpalast in Tokio gelegenen Shinto-Schrein wird nicht allein der rund=20
2,5 Millionen seit 1853 in Kriegen gefallenen Japaner gedacht. Es ruhen=20
dort auch die Seelen verurteilter Kriegsverbrecher. Der Besuch Koizumis ist=
=20
deshalb in S=FCdkorea und China, wo man unter der Aggression der japanischen=
=20
Kaiserarmee vor und w=E4hrend des Zweiten Weltkrieges in besonderem Masse zu=
=20
leiden hatte, mit scharfen Worten verurteilt worden. Die regionale=20
Verstimmung kommt mit Blick auf die diplomatischen Bem=FChungen zur L=F6sung=
=20
der Nordkorea-Krise zu einem denkbar ung=FCnstigen Zeitpunkt. So zeigt man=
=20
sich in Ostasien bestrebt, gegen=FCber Pjongjang das Bild einer m=F6glichst=
=20
geeinten Allianz zu pr=E4sentieren. Die nun in Seoul und Peking neu=
 gen=E4hrten=20
Ressentiments gegen=FCber Tokio vereinfachen diese Aufgabe kaum.

Proteste aus Seoul und Peking
Auch seiner Aussenministerin, Yoriko Kawaguchi, d=FCrfte Koizumi mit seinem=
=20
unangek=FCndigten Schreinbesuch keinen Gefallen getan haben. So wird=20
Kawaguchi am Mittwoch zur internationalen Koordination der Politik=20
gegen=FCber Nordkorea zu einem zweit=E4gigen Aufenthalt in Seoul erwartet.=
 Dort=20
will sie sich unter anderen mit Pr=E4sident Kim Dae Jung und mit dessen=20
Nachfolger Roh Moo Hyun treffen. Ihr Empfang auf der koreanischen=20
Halbinsel, die zwischen 1910 und 1945 unter dem Joch der japanischen=20
Besetzer stand, d=FCrfte wohl eher k=FChl ausfallen. Das s=FCdkoreanische=20
Aussenministerium dr=FCckte am Dienstag in einer Mitteilung seine Wut und=20
Entt=E4uschung =FCber den Besuch des Yasukuni-Schreins - =ABdes Symbols von=
=20
Japans militaristischem Imperialismus=BB - durch Japans h=F6chsten=20
Regierungsvertreter aus. Es sei zutiefst bedauerlich, dass Koizumi=20
Kriegsverbrechern, welche die koreanische Halbinsel kolonialisierten und=20
welche auch benachbarten L=E4ndern unbeschreibliches Leid zuf=FCgten, die=
 Ehre=20
erweise. Auch in Peking sprach man von einer Verletzung der Gef=FChle des=20
chinesischen Volkes, was dem Fundament der sino-japanischen Beziehungen=20
schweren Schaden zuf=FCge.
Weshalb sich Koizumi im Wissen um die erbosten Reaktionen gerade jetzt f=FCr=
=20
den dritten Besuch der umstrittenen Pilgerst=E4tte seit seinem Amtsantritt=
=20
entschieden hat, ist unklar. Koizumis offizielle Begr=FCndung, dass er zu=20
Beginn des neuen Jahres mit frischen Gef=FChlen der Dankbarkeit f=FCr=
 Frieden=20
habe beten wollen, d=FCrfte kaum der wichtigste Grund gewesen sein. Der=20
Zeitpunkt hat wohl vielmehr mit den bald erfolgenden F=FChrungswechseln in=
=20
S=FCdkorea und China zu tun. Ende Februar zieht Roh als Pr=E4sident ins=
 =ABBlaue=20
Haus=BB in Seoul ein, derweil der neue Generalsekret=E4r der Kommunistischen=
=20
Partei Chinas, Hu Jintao, seinen Posten im M=E4rz antreten wird. Die=20
Terminierung des Schreinbesuches noch vor dieser Z=E4sur - und vor allem an=
=20
einem anderen Datum als dem symboltr=E4chtigen 15. August, dem Jahrestag der=
=20
Kapitulation Japans - sollte im Kalk=FCl Koizumis wohl den diplomatischen=20
Schaden etwas einzugrenzen helfen.

Der Regierungschef in der Defensive
Motiviert sein d=FCrfte der Schritt aber prim=E4r mit der derzeit etwas=20
angeschlagenen Verfassung des Ministerpr=E4sidenten an der innenpolitischen=
=20
Front. Im kommenden September hat sich Koizumi der Wahl des Parteichefs der=
=20
Liberaldemokratischen Partei (LDP) zu stellen, was in Japan faktisch der=20
Wahl des Regierungschefs gleichkommt. Zwar ist momentan noch kein ernst zu=
=20
nehmender Herausforderer erkennbar. Das =E4ndert aber wenig daran, dass die=
=20
Popularit=E4t des Regierungschefs nicht zuletzt mit Blick auf die oft=20
angek=FCndigte, aber noch kaum sp=FCrbare Revitalisierung der angeschlagenen=
=20
Wirtschaft deutlich am Sinken ist. Das st=E4ndige Schielen auf die=20
Popularit=E4tsraten ist f=FCr das politische =DCberleben von Koizumi, der=20
parteiintern =FCber keine solide Machtbasis verf=FCgt, besonders wichtig.=
 Mit=20
nationalistischen Avancen wie dem j=FCngsten Schreinbesuch d=FCrfte er daher=
=20
vor allem die =E4ltere Generation und namentlich die Kriegsveteranen bei=20
Laune zu halten versuchen. Kommt hinzu, dass in weiten Teilen der=20
japanischen Gesellschaft eine kritische Aufarbeitung der eigenen=20
Kriegsvergangenheit noch nicht stattgefunden hat. Auf entsprechende=20
Ermahnungen und Proteste aus asiatischen Nachbarl=E4ndern wird deshalb oft=
=20
mit besonders grosser Verstimmung reagiert, was dem Premierminister=20
zus=E4tzlich den R=FCcken st=E4rkt.


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=D6ffnet sich der japanische Pharma-Markt?

Westliche Firmen proben die Politik der kleinen Schritte

Von Sascha Bucher*

In Japans Pharma-Markt, der f=FCr westliche Firmen w=E4hrend langer Zeit als=
=20
geschlossen galt, zeichnet sich eine =D6ffnung ab. Die Chancen der=20
=ABAusl=E4nder=BB, mit Hilfe von Fusionen Fuss zu fassen, haben sich=
 verbessert.=20
(Red.)

Japan ist bekannt f=FCr sein hoch entwickeltes und umfassendes=20
Gesundheitssystem. Mit Verk=E4ufen von rund 50 Mrd. $ repr=E4sentiert das=
 Land=20
- selbst nach jahrelanger Rezession - den zweitgr=F6ssten Pharma-Markt der=
=20
Welt. Bemerkenswert ist, dass die japanischen Pharma-Firmen nicht nur hohe=
=20
Gewinnmargen auf den eigenen Ums=E4tzen aufweisen, sondern auch Anteil am=20
Gesch=E4ft ausl=E4ndischer Konkurrenten haben: Letztere sahen sich auf Grund=
=20
protektionistischer Massnahmen und fehlender Akzeptanz bei japanischen=20
=C4rzten h=E4ufig gezwungen, Produkte f=FCr den Markt Nippons entweder in=20
Zusammenarbeit mit heimischen Gesellschaften zu entwickeln und zu=20
vermarkten oder die Produktrechte vollst=E4ndig an japanische Konkurrenten=
=20
auszulizenzieren. Dieser =ABHeimatschutz=BB hatte Folgen: Unter den zehn=20
gr=F6ssten Pharma-Firmen in Japan rangierten 2001 nur zwei Vertreter der=20
internationalen =ABTop Ten=BB (Pfizer und Merck). Westliche Firmen haben=
 daher=20
noch ein enormes Aufholpotenzial: K=F6nnte z. B. Glaxo in Japan einen dem=20
weltweiten Marktanteil entsprechenden Absatz erzielen, w=FCrde dies der=
 Firma=20
zus=E4tzliche Verk=E4ufe von 10% oder rund 2,5 Mrd. $ einbringen.

Schwindende Vormachtstellung
Seit einigen Jahren ist die japanische Pharma-Industrie jedoch unter=20
zunehmendem Druck; staatlich verordnete Preisreduktionen haben besonders=20
die heimischen Firmen in Bedr=E4ngnis gebracht, da diese in ihrem Sortiment=
=20
oft einen hohen Anteil an wenig innovativen und nicht mehr=20
patentgesch=FCtzten Produkten haben. Eine Gewichtsverlagerung zugunsten=20
westlicher Firmen ist auch auf Grund der k=FCrzlich realisierten=20
Liberalisierungen zu erwarten. Da f=FCr Produktanmeldungen in Japan=20
neuerdings auch Daten zugelassen sind, die ausserhalb Japans kompiliert=20
wurden, er=FCbrigt sich teilweise die Zusammenarbeit mit den heimischen=
 Firmen.
Trotz diesen Vorteilen ist den westlichen Firmen ein schnelles Aufr=FCcken=
=20
zur japanischen Konkurrenz nicht in jedem Fall sicher. Ihre Aussendienste=20
verf=FCgen selten =FCber die kritische Gr=F6sse, um neuen Produkten innert=
 kurzer=20
Zeit einen grossen Marktanteil zu sichern. Auch scheint eine nationale=20
Authentizit=E4t im Kontakt mit =C4rzten, Beh=F6rden und bei der=20
Personalrekrutierung noch immer einen wichtigen Faktor darzustellen. - Eine=
=20
Konsolidierung des japanischen Marktes als Folge des sich =E4ndernden=
 Umfelds=20
ist langfristig dennoch so gut wie sicher. Bisher wurde dieser Prozess=20
jedoch durch gesellschaftliche und rechtliche Normen erschwert; so ist zum=
=20
Beispiel das Konzept des Shareholder-Value nach wie vor wenig verbreitet,=20
weshalb eine Kontrolle der Unternehmen durch die Aktion=E4re bis anhin kaum=
=20
stattfand. Kommt dazu, dass grosse Teile von Japans Wirtschaftswelt den=20
Fusionen und Akquisitionen mit Misstrauen begegnen; historisch wurden=20
solche Transaktionen h=E4ufig als Zeichen von Schw=E4che gedeutet.=
 Feindliche=20
=DCbernahmen sind praktisch unbekannt, und =DCbernahmeversuche ausl=E4ndisch=
er=20
Firmen wurden h=E4ufig a priori als feindlich taxiert.
Eine erste Konsolidierungsphase unter japanischen Gesellschaften schien=20
eingeleitet, als im Jahr 2001 Welfide mit Mitsubishi Pharma Tokyo=20
fusionierte und Taisho Pharmaceutical und Tanabe Seiyaku einen Merger=20
ank=FCndeten (den sie allerdings bereits wenige Wochen sp=E4ter wieder=20
absagten). Es gab auch Anzeichen daf=FCr, dass westliche Pharma-Firmen an=20
einer m=F6glichen Marktkonsolidierung teilhaben k=F6nnten: So hat Boehringer=
=20
Ingelheim Ende 2001 den Anteil an SS Pharmaceuticals auf =FCber 50% erh=F6ht=
,=20
und im Jahr 2002 hat Abbott die verbliebenen Hokuriko-Drittaktion=E4re=20
ausgekauft. Die zunehmende Partizipation ausl=E4ndischer Investoren an=20
japanischen Pharma-Unternehmen d=FCrfte den Konsolidierungstrend tendenziell=
=20
f=F6rdern.

Schrittweise Ann=E4herung
Wollen die westlichen Firmen durch Mergers & Acquisitions an Japans=20
Pharma-Markt zu einer kritischen Gr=F6sse gelangen, m=FCssen sie - trotz=20
ver=E4ndertem Umfeld - immer noch Bedingungen in Kauf nehmen, die von den=20
andernorts =FCblichen Konditionen abweichen; und letztlich brauchen sie viel=
=20
Geduld. Mehrstufige Transaktionen und jahrelange Kontakte als Voraussetzung=
=20
f=FCr eine Mehrheitsbeteiligung waren bis anhin die Regel. Dies zeigte sich=
=20
etwa, als Merck 1984 die Mehrheit an der japanischen Firma Banyu =FCbernahm.=
=20
Diesem Handel waren mehrere Jahrzehnte enger Gesch=E4ftsbeziehungen=20
vorangegangen, beruhend u. a. auf einem Joint Venture sowie auf einer=20
langj=E4hrigen Minderheitsbeteiligung der Amerikaner an Banyu. Die=20
Transaktionen der erw=E4hnten westlichen Firmen hatten eine =E4hnliche=20
Vorgeschichte. Die im Dezember 2001 angek=FCndigte =DCbernahme einer=
 Mehrheit=20
an Chugai durch Roche stellt diesbez=FCglich ein Novum dar; =E4hnlich wie im=
=20
Falle Merck/Banyu wird die Kotierung an der Tokioter B=F6rse aber bestehen=
=20
bleiben.
Da es f=FCr eine erfolgreiche Kooperation unumg=E4nglich ist, dass das=20
Management der Zielgesellschaft einem =DCbernahmeangebot zustimmt, sollte=
 die=20
Transaktion den kulturellen Besonderheiten des Landes Rechnung tragen. Die=
=20
vertragliche Gestaltung des Gesch=E4fts muss mithin konsistent erscheinen=
 und=20
so die Akzeptanz unter den Mitarbeitern der zu =FCbernehmenden Firma und den=
=20
anderen Anspruchsgruppen (Kunden, Beh=F6rden, Lieferanten) sichern. Es gilt,=
=20
bei der Zielgesellschaft den Eindruck von Fremdbestimmung zu vermeiden und=
=20
das japanische Image zu erhalten.

Mehr als nur Schall und Rauch
Eine starke Einbindung und Identifikation des lokalen Managements ist z. B.=
=20
durch dessen Vertretung in der Gesch=E4ftsf=FChrung, in entscheidenden=20
Aussch=FCssen und Gremien oder in Schl=FCsselpositionen zu erreichen. Die=20
Einbeziehung bei Diskussionen heikler Themata wie etwa Integrations- und=20
Restrukturierungsmassnahmen kann durch konkrete Mitbestimmungsrechte oder=20
im schw=E4cheren Fall durch (blosse) Anh=F6rungsrechte gesichert werden.=
 Eine=20
weitere, im japanischen Kontext h=E4ufig zentrale Frage ist jene nach der=20
Namengebung; je nach Reputation und lokaler Bedeutung der Zielgesellschaft=
=20
d=FCrfte es von Vorteil sein, dass die zu =FCbernehmende Gesellschaft ihre=
=20
Firmenbezeichnung beibeh=E4lt. Mercks Tochter Banyu beispielsweise wird=20
weitgehend als japanische Gesellschaft wahrgenommen.
Das japanische Bed=FCrfnis nach Harmonie und Konsens mag einen langwierigen=
=20
Verhandlungs- und Integrationsprozess erfordern und einige, f=FCr westliche=
=20
Verh=E4ltnisse oft ungew=F6hnlich anmutende Zugest=E4ndnisse verlangen. Die=
=20
Bem=FChungen zum Aufbau einer starken Stellung in Nippons Pharma-Markt=20
d=FCrften sich f=FCr die westlichen Firmen indessen auszahlen, dies nicht=20
zuletzt wegen der demographischen Entwicklung des Landes, die mittelfristig=
=20
einen der h=F6chsten Anteile der =FCber 65-J=E4hrigen (der Hauptabnehmer von=
=20
Arzneimitteln) an der Gesamtbev=F6lkerung erwarten l=E4sst. Die eingangs=20
erw=E4hnten, h=E4ufig aus der Not geborenen Kooperationen westlicher=20
Pharma-Firmen mit japanischen Unternehmen im Bereich Entwicklung und=20
Marketing k=F6nnten dabei als Basis f=FCr zuk=FCnftige=20
Mergers-&-Acquisitions-Aktivit=E4ten dienen, auch wenn das in Japan nicht so=
=20
offen gesagt wird.
* Der Autor ist bei Hoffmann-La Roche im Bereich Corporate Finance /=20
Mergers & Acquisitions t=E4tig.


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Neue alte T=F6ne

In Japan besinnt man sich auf nationale Werte zur=FCck

von Florian Coulmas


Wenn ein japanischer Premierminister zum Yasukuni-Schrein im Tokioter=20
Stadtteil Kudan geht, gibt es =C4rger. Das ist bekannt und vorhersehbar,=
 denn=20
hieran nehmen die asiatischen Nachbarn regelm=E4ssig Anstoss, weil dieser=20
Schrein w=E4hrend des Pazifischen Kriegs ein Hort des Nationalismus war und=
=20
heute als Gedenkst=E4tte f=FCr alle japanischen Gefallenen dient,=20
Kriegsverbrecher eingeschlossen. Gew=F6hnlich findet ein solcher Besuch im=
=20
Sommer statt, am 15.August, dem Tag der japanischen Kapitulation, der auch=
=20
in die Saison des Totenfests Obon f=E4llt.
Vorige Woche nun machte Premier Junichiro Koizumi dem Schrein =FCberraschend=
=20
einen Besuch, als Gruss zum neuen Jahr, wie er vor der Presse erkl=E4rte.=20
Warum gerade jetzt? Angesichts der angespannten Lage auf der koreanischen=20
Halbinsel scheint auch nur eine leichte Irritation des Verh=E4ltnisses zu=20
China und S=FCdkorea weniger w=FCnschenswert denn je. Nur durch gute=
 Abstimmung=20
mit den beiden Nachbarn kann die japanische Regierung hoffen, die=20
Erpressungsversuche Nordkoreas zu entsch=E4rfen und zur Erhaltung des=
 labilen=20
Gleichgewichts in der Region beizutragen. Warum also gerade jetzt ein=20
Besuch beim Yasukuni-Schrein?
Eine Antwort auf diese Frage ist, dass Koizumi diesen Stein des Anstosses=20
f=FCr den Rest des Jahres aus dem Weg ger=E4umt haben will. Er gehe jedes=
 Jahr=20
nur einmal zum Schrein, liess er erkl=E4ren. Der Termin k=F6nnte also im=20
Hinblick darauf gew=E4hlt worden sein, dass in S=FCdkorea demn=E4chst eine=
 neue=20
Regierung gebildet wird und in China die Kommunistische Partei im M=E4rz mit=
=20
Hu Jintao eine neue F=FChrung bekommt. Die St=F6rung des Verh=E4ltnisses zu=
 den=20
neuen Machthabern durch einen Schreinbesuch im Sommer kann so vermieden=20
werden, f=FCr dieses Jahr jedenfalls.
Warum, stellt sich dann die Frage, verzichtet Koizumi nicht ganz darauf,=20
den Yasukuni-Schrein zu besuchen? W=FCrde man ihm das in Japan ver=FCbeln?=
 Die=20
meisten Japaner w=FCrden es ihm wohl verzeihen, unter seinen W=E4hlern=
 jedoch=20
zu viele nicht. Koizumi ist wie seine Vorg=E4nger Yoshiro Mori, dem Japan=
 das=20
Land der G=F6tter mit dem Kaiser im Zentrum war, und Ryutaro Hashimoto,=
 einst=20
Vorsitzender des m=E4chtigen Hinterbliebenenverbands, ein dezidierter=20
Nationalist. Obwohl er eher ein Einzelg=E4nger als ein Vertreter von=20
Partikularinteressen ist, geh=F6rt er damit zu einer Gruppe von Politikern=
 in=20
der Nachfolge des immer noch sehr einflussreichen Yasuhiro Nakasone, die=20
seit langem eine Revision der pazifistischen Verfassung anstreben und Japan=
=20
zu einer seinem Wirtschaftspotenzial entsprechenden Milit=E4rmacht ausbauen=
=20
wollen.

Nationale Gesten sind Koizumi nicht fremd. Sein jugendliches,=20
unkonventionelles Auftreten, durch das er sich deutlich von den=20
Durchschnittsvertretern der politischen Klasse, von denen man nichts=20
anderes erwartet, unterscheidet, tr=E4gt dazu bei, dass solche T=F6ne heute=
=20
nicht mehr nur am =E4ussersten rechten Rand des politischen Spektrums=20
angestimmt werden. Den polternd daherkommenden Nationalstolz vom alten=20
Schrot und Korn verk=F6rpert er nicht, aber er steht f=FCr einen Trend, der=
 die=20
Schamgrenze gegen das Anschlagen nationalistischer T=F6ne weiter absenkt.=
 F=FCr=20
diesen Trend gibt es manche Anzeichen.
So konnte Shintaro Ishihara, Rechtsaussen der konservativen LDP, der sich=20
seit langem beredt und lauthals am japanischen Selbstbehauptungsdiskurs=20
beteiligt, 1999 Gouverneur von Tokio werden, obwohl in der Metropole junge,=
=20
modern denkende W=E4hler das Sagen haben. Alle grossen St=E4dte werden heute=
=20
wieder von der LDP regiert. Eine linke Opposition gibt es abgesehen von dem=
=20
H=E4uflein aufrechter Kommunisten weder auf regionaler noch auf nationaler=
=20
Ebene mehr.
Ende vorigen Jahres richtete das US-Aussenministerium unter Mitwirkung der=
=20
CIA in Washington eine vertrauliche Konferenz zu dem Thema =ABNationalismus=
=20
und Identit=E4t in Japan=BB aus. Zwar erkl=E4rte einer der Teilnehmer, der=
=20
angesehene Historiker John Dower vom Massachusetts Institute of Technology,=
=20
angeblich, dass die Amerikaner besser beraten w=E4ren, =FCber ihren eigenen=
=20
Nationalismus nachzudenken, als mit dem Finger auf Japan zu zeigen, aber=20
das Stichwort ist gefallen.

Auch auf anderen Gebieten als dem der Politik gibt es gewisse Anzeichen,=20
die auf eine geistige Trendwende hindeuten. Un=FCbersehbar etwa ist der=20
Prestigegewinn der Selbstverteidigungsstreitkr=E4fte, wie das Milit=E4r in=
=20
Japan heisst. Noch bis vor kurzem stand alles Milit=E4rische in schlechtem=
=20
Ansehen. Heute gibt es keinen Mangel an Rekruten, und milit=E4rische Themen=
=20
sind nicht mehr tabu. Soldatenlieder aus dem Zweiten Weltkrieg und dem=20
Russisch-Japanischen Krieg von 1904/05 erfreuen sich pl=F6tzlich grosser=20
Popularit=E4t, werden auf zahlreichen CD neu herausgebracht und massenhaft=
=20
verkauft. Das sind in der Tat neue T=F6ne, die, wie manche f=FCrchten, eine=
=20
Revision des Paragraphen 9 der Verfassung einl=E4uten, der dem Einsatz der=
=20
japanischen Armee strenge Grenzen setzt.
Sind es nationalistische T=F6ne? Fachleute sprechen lieber von=20
Neonationalismus, um einen Unterschied zum aggressiven Nationalismus und=20
Ultranationalismus der dreissiger und vierziger Jahre zu machen. Zu=20
beobachten ist zweifellos eine R=FCckbesinnung auf nationale Werte und die=
=20
japanische Identit=E4t. Die politische F=FChrung f=F6rdert diesen Trend als=
=20
vermeintlichen Schutz vor den allzu rauen Winden der Globalisierung. Andere=
=20
jedoch betrachten ihn mit Sorge. So warnt Nobelpreistr=E4ger Kenzaburo Oe in=
=20
seinem k=FCrzlich erschienenen Buch =ABSakoku shitewa naranai=BB (Wir d=FCrf=
en das=20
Land nicht isolieren) davor, dass der in den neunziger Jahren sp=FCrbar=20
gewordene Neonationalismus zu einem erneuten Isolationismus f=FChren k=F6nnt=
e,=20
und pl=E4diert f=FCr eine Kultur der Weltoffenheit.




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Mizuho Holdings st=E4rkt die Kapitalstruktur

Fortschritte bei Japans Bankenreform

tf. Tokio, 21. Januar

Mit mutigen Schritten will Japans gr=F6sste Bankengruppe ihre angeschlagenen=
=20
Kapitalstrukturen st=E4rken und =FCber eine forcierte Abschreibung fauler=20
Kredite das Vertrauen der Anlegerschaft zur=FCckgewinnen. Wie die Mizuho=20
Holdings am Dienstag mitteilte, soll die Eigenkapitalbasis bis zum Ende des=
=20
laufenden Gesch=E4ftsjahres 2002/03 (per Ende M=E4rz) um rund 1 Bio. Yen=
 erh=F6ht=20
werden. Geplant ist die Ausgabe von Vorzugsaktien, die man vor allem=20
nahestehenden Gesch=E4ftspartnern anbieten will. Es w=E4re dies die gr=F6sst=
e von=20
einer Bank Nippons je durchgef=FChrte Kapitalerh=F6hung. Notwendig wird die=
=20
Massnahme, da die nach Massgabe der Bilanzsumme weltgr=F6sste Finanzgruppe=
=20
beim Abbau fauler Kredite endlich vorw=E4rts machen will. So sollen im=20
laufenden Gesch=E4ftsjahr Kreditverluste von 2,03 Bio. Yen verbucht werden;=
=20
im vergangenen November war die Summe noch auf einen halb so hohen Betrag=20
veranschlagt worden. Mit dieser Korrektur, aber auch mit schweren=20
Fehlbetr=E4gen auf Aktienbest=E4nden geht ein entsprechend h=F6herer=20
Jahresverlust einher: Mizuho erwartet neu einen Reinverlust von 1,95 Bio.=20
Yen; die bisherige Verlustprognose hatte auf 220 Mrd. Yen gelautet.
Die Kapitalerh=F6hung, die knapp einem Viertel des Kernkapitals (Tier 1)=20
entspricht, ist angesichts der hohen Kreditverluste unausweichlich, da=20
sonst die Eigenkapitalquote auf ein gef=E4hrlich tiefes Niveau abgesackt=20
w=E4re. Im vergangenen September hatte die Finanzgruppe eine gem=E4ss den=20
Bestimmungen der Bank f=FCr Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ)=20
berechnete Eigenkapitalquote von 10,42% ausgewiesen. Vor dem Hintergrund=20
der nun bekannt gegebenen Kreditabschreibungen und der Kapitalerh=F6hung=
 wird=20
neu eine Quote von etwas =FCber 9% in Aussicht gestellt. Damit l=E4ge man=
 nach=20
wie vor =FCber dem von der BIZ geforderten Mindestwert von 8% f=FCr=20
international t=E4tige Banken. N=F6tig hat man das zus=E4tzliche Kapital=
 aber vor=20
allem auch, um einige besonders angeschlagene Kreditnehmer, die man auf dem=
=20
langen Weg zur finanziellen Gesundung weiterhin treu unterst=FCtzen will,=
 mit=20
neuen Geldern versorgen zu k=F6nnen. Zu diesen Firmen geh=F6ren namentlich=
 die=20
in arger Schieflage befindliche Einzelhandelsgruppe Seibu Department Stores=
=20
und das Bauunternehmen Hazama Corp.
Ganz freiwillig kommt der Schritt von Mizuho nicht. So hat=20
Wirtschaftsminister Heizo Takenaka, der als Chef der Finanzaufsichtsbeh=F6rd=
e=20
(FSA) auch die Bankenreform orchestriert, j=FCngst eine deutlich sch=E4rfere=
=20
Gangart gegen=FCber den Finanzinstituten angek=FCndigt. Noch im Lauf dieses=
=20
Monates wollen die Inspektoren der FSA bei den grossen Bankgruppen des=20
Landes anklopfen und einen kritischen Blick auf die Bewertung der=20
Kreditportefeuilles werfen. Wenn Mizuho daher die Kreditverluste bereits=20
jetzt erh=F6ht, kommt das Haus damit wohl nicht zuletzt einer staatlichen=20
Order f=FCr einen solchen Schritt zuvor. Vor =E4hnlichem Hintergrund hatte=
=20
vergangene Woche auch die Sumitomo Mitsui Financial Group die Ausgabe von=20
Vorzugsaktien im Wert von 150 Mrd. Yen an die amerikanische Investmentbank=
=20
Goldman Sachs bekannt gegeben. Am Finanzmarkt ist die Nachricht von Mizuho=
=20
positiv und als Fortschritt bei der anstehenden Bankenreform interpretiert=
=20
worden.


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Strukturprobleme in Chinas Bankensektor

Faule Kredite und Staatsbesitz als Reformh=FCrden

Chinas st=FCrmische wirtschaftliche Entwicklung schafft nicht nur Wohlstand=
=20
und neue Chancen, sie erh=F6ht auch drastisch den Reformbedarf. Nirgendwo=
 ist=20
dies deutlicher sichtbar als im Bankensektor, der ohne Steigerung von=20
Effizienz und Transparenz nicht nur das Binnenwachstum hemmen wird, sondern=
=20
l=E4ngerfristig auch das Vertrauen ausl=E4ndischer Investoren sch=E4digen=
 d=FCrfte.
us. Peking, im Januar

Wie im Falle Japans ist es gef=E4hrlich, die Probleme in Chinas Bankensektor=
=20
allein nach buchhaltungstechnischen Kriterien zu beurteilen. Hier wie dort=
=20
spielen politische Faktoren eine sehr wichtige Rolle, und zwar handelt es=20
sich nicht nur um die Anliegen der fleissig sparenden Massen, sondern auch=
=20
um =FCbergeordnete nationale Interessen. Zwar besitzt China nicht den=20
Einfluss, den Japan als der Welt wichtigster Gl=E4ubiger aus=FCben kann,=
 doch=20
stehen auch hier der Regierung enorme Ressourcen zur Verf=FCgung, die=20
durchaus nicht konventioneller finanzpolitischer Natur zu sein brauchen.=20
Der gewaltige Zufluss ausl=E4ndischer Investitionen (FDI), der nun schon=
 seit=20
l=E4ngerem zu verzeichnen ist, braucht nicht nur eine Achillesferse zu sein,=
=20
mit Hilfe deren China zur Beachtung von global geltenden Verhaltensnormen=20
gezwungen werden kann. Die Tatsachen, dass China dank den enormen Chancen=20
seines Milliardenmarkts von den ausl=E4ndischen Investoren eine=20
aussergew=F6hnlich hohe Risikobereitschaft einfordern kann und dass ein=20
Grossteil des FDI-Volumens zudem von chinesischst=E4mmigen Anlegern stammt,=
=20
erhellen auch die Handhabe, die Peking besitzt. Niemand wird in dem=20
Zeitpunkt, da Chinas M=E4rkte vor einem pr=E4zedenzlosen Take-off stehen,=20
leichtfertig aus dem Reich der Mitte seinen Abschied nehmen, wie dies in=20
Dutzenden von anderen aufstrebenden M=E4rkten bei =E4hnlichen Risiken an der=
=20
Tagesordnung w=E4re.

Ein Berg von Non Performing Loans
Die chinesischen Reformer wissen nat=FCrlich, dass, soll das=20
Wirtschaftswachstum auch qualitativ gesteigert und soll der immer gr=F6ssere=
n=20
Komplexit=E4t der chinesischen Wirtschaft Rechnung getragen werden, man um=
=20
eine durchgreifende Reform des Bankensektors nicht herumkommt. Als Erstes=20
steht die Herausforderung der Problemkredite im Raum. Im vergangenen Jahr=20
publizierte die Bank f=FCr Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) ein=20
aufschlussreiches Arbeitspapier, dem zu entnehmen ist, dass die Gesamtsumme=
=20
der Non Performing Loans (NPL) der vier grossen chinesischen Banken - Bank=
=20
of China (BoC), Agriculture Bank of China (ABC), China Construction Bank=20
(CCB) und Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) - rund 3400 Mrd.=20
Renminbi (etwa 410 Mrd. US-$) ausmachte. Die vier Banken halten ungef=E4hr=
=20
65% des gesamten chinesischen Kreditportfolios. 1999/2000 wurden von dieser=
=20
Summe 1400 Mrd. Renminbi, mehr als 20% des gesamten Kreditvolumens der vier=
=20
Banken und rund 18% von Chinas Bruttoinlandprodukt des Jahres 1998, auf=20
vier Asset Management Corporations (AMC) - Orient Asset Management (f=FCr=20
BoC), Great Wall Asset Management (f=FCr ABC), Cinda Asset Management (f=FCr=
=20
CCB) und Huarong Asset Management (f=FCr ICBC) - transferiert. Der=20
BIZ-Bericht schliesst aus den vorhandenen Daten, dass die Regierung die=20
Verantwortung f=FCr Bankenverluste =FCbernahm, die aus der Kreditpolitik vor=
=20
1996 resultierten, nicht jedoch f=FCr Verluste, die nach diesem Stichjahr=20
erfolgt waren.
Der BIZ-Bericht legt dar, dass die Finanzierung der vier AMC nicht nur=20
durch Anleihen, sondern auch durch Cash erfolgt ist. Dar=FCber hinaus stellt=
=20
er fest, =ABdass Kredite von der chinesischen Zentralbank, der People's Bank=
=20
of China (PBoC), die Hauptquelle der Barfinanzierung der AMC waren=BB. Dies=
=20
habe, so heisst es weiter, Implikationen f=FCr die monet=E4re Solidit=E4t=
 der=20
PBoC. =ABDie PBoC ist gem=E4ss internationalen Standards keine unabh=E4ngige=
=20
Zentralbank, da Schl=FCsselbesetzungen und wichtige geldpolitische=
 Entscheide=20
auf der Ebene des Staatsrats, des chinesischen Kabinetts, getroffen=20
werden.=BB Der Einbezug der PBoC d=FCrfe nicht mit der Funktion eines=
 =ABlender=20
of last resort=BB verwechselt werden, da das Problem des chinesischen=20
Bankwesens =ABnicht bei der Liquidit=E4t, die durch das Sparverhalten der=20
Bev=F6lkerung gen=E4hrt wird, sondern bei der Zahlungsf=E4higkeit=BB liege.=
 Die=20
Involvierung der PBoC in der Finanzierung der AMC sei =ABkein geringes=
 Risiko=20
f=FCr die Institution und deren Entwicklung in Richtung einer modernen=20
Zentralbank=BB. Beim Ziel einer raschen und kompetenten Beseitigung der=20
Problemkredite durch die AMC gelte es zu ber=FCcksichtigen, dass deren=20
Handlungsspielraum sehr eng begrenzt sei.
Gem=E4ss BIZ-Bericht ist zudem das Verh=E4ltnis jeder AMC zu der ihr=20
zugeordneten Bank unklar geregelt. Aufschlussreich sei, dass =ABder=
 Pr=E4sident=20
jeder dieser vier Banken der Parteichef der entsprechenden AMC ist=BB, was=
=20
die Handlungsfreiheit der vier AMC in Frage stellen d=FCrfte. In China=20
pflegen staatliche Unternehmen ihre eigenen internen Parteiorganisationen=20
zu haben, wobei deren Chefs vor allem in politisch heiklen Angelegenheiten=
=20
=FCber mehr Einfluss verf=FCgen als das professionelle Management.

Abschied von Staatsbanken?
Das Papier der BIZ ist in der Analyse und bei den Empfehlungen sehr=20
ausgewogen. Es l=E4sst indessen keinen Zweifel an der Dringlichkeit von=20
durchgreifenden Reformen im chinesischen Bankwesen. In ihrem zum=20
Jahresbeginn publizierten Bericht =FCber den Stand der chinesischen=20
Wirtschaft bezeichnet die Credit Suisse First Boston die Reform des=20
Finanzsektors als Schl=FCssel f=FCr die gesunde Entwicklung der chinesischen=
=20
Wirtschaft. Soll dieses Ziel erreicht werden, l=E4sst sich mittelfristig=
 eine=20
umfassende Privatisierung im chinesischen Bankensektor nicht mehr umgehen.=
=20
Noch streiten sich die Experten, wie ernst es der PBoC mit der=20
Entstaatlichung ist und in welchen Dimensionen diese erfolgen wird. Es ist=
=20
dies nat=FCrlich nicht bloss eine wirtschaftliche, sondern eine eminent=20
politische Frage. Wie im japanischen Bankensektor und im Besonderen bei=20
Japans staatlicher Postsparbank pflegt auch in China die Bereitstellung von=
=20
gen=FCgend Kapital f=FCr die wirtschaftliche Entwicklung des Landes seit=
 langem=20
die entscheidende Funktion der Finanzinstitute zu sein. Hinzu kommt in=20
China noch der grosse =F6ffentliche Sektor, in dem traditionell die=20
Mentalit=E4t herrscht, dass die in einer kapitalistischen Wirtschaft=
 =FCblichen=20
Kriterien einer effizienten Kapitalallokation nicht Geltung zu haben=
 brauchen.

Die =ABSchatztruhen=BB der Bankmanager
Die Tatsache, dass in einem politisch sehr zentralistischen Land wie China=
=20
das Management der Banken dezentralisiert operieren kann, weist auf die=20
Bedeutung des politischen Nexus hin. Dabei geht es nicht nur um lokale=20
Seilschaften bei staatlichen Infrastrukturprojekten, sondern noch viel=20
direkter um das F=FCllen der eigenen Taschen der Bankangestellten. S. M.=20
Harner, Autor des Buches =ABChina's New Political Economy=BB, meint, das=20
Management nutze die Abwesenheit von effizienten Budget- und=20
Ausgabenkontrollen, um sich faktisch des Eigentums der Bank zu bem=E4chtigen=
.=20
Es w=FCrden =ABkleine Schatztruhen=BB gebildet, die sich =ABunter der=
 Kontrolle der=20
Filialleitung befinden oder gar ausschliesslich vom Filialleiter beh=E4ndigt=
=20
werden=BB. Mit diesen Mitteln lassen sich auf lokaler und provinzieller=
 Ebene=20
wertvolle Abh=E4ngigkeiten herstellen, von denen letztlich auch die Partei=
=20
und ihre Kader auf der Lokal- und Provinzebene profitieren. Auch dies ist=20
ein Sachverhalt, der in bemerkenswerter Weise an Praktiken im benachbarten=
=20
Japan erinnert, wo die lokalen Posthalter in der Regel niedrigere=20
Kaderfunktionen in der seit Jahrzehnten die Regierung stellenden=20
Liberaldemokratischen Partei innehaben.


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Steiler Anstieg von Japans Handelsbilanz=FCberschuss

tf. Tokio, 27. Januar

         Japans Konjunktur hat im Kalenderjahr 2002 vor allem dank einer=20
Belebung der Exportwirtschaft eine Phase fragiler Erholung erlebt. In der=20
am Montag ver=F6ffentlichten Aussenhandelsstatistik f=FCr das Jahr 2002 kann=
=20
denn auch erstmals seit vier Jahren wieder eine Zunahme des=20
Handelsbilanz=FCberschusses registriert werden. Der Anstieg um 51,3% auf 9,9=
=20
Bio. Yen ist die st=E4rkste Zunahme seit 1984. Vor allem dank einer robusten=
=20
Nachfrage in anderen asiatischen L=E4ndern nahmen die Exporte um 6,4% auf=
 den=20
Rekordwert von 52,1 Bio. Yen zu. Vor dem Hintergrund der weiterhin=20
schwachen Inlandnachfrage war demgegen=FCber bei den Importen erstmals seit=
=20
drei Jahren ein R=FCckgang zu verbuchen, und zwar ein solcher um 0,6% auf=20
42,2 Bio. Yen.

         Mit Blick auf die regionale Entwicklung f=E4llt vor allem die immer=
=20
enger werdende Verflechtung mit China auf. W=E4hrend die Ausfuhren ins Reich=
=20
der Mitte um 32,3% zulegten, nahmen die Einfuhren um 9,9% zu. Als Resultat=
=20
dieser Entwicklung sank das Handelsbilanzdefizit gegen=FCber China um 15,9%.=
=20
Gegen=FCber den USA war jedoch erstmals seit zwei Jahren wieder eine Zunahme=
=20
(+8,6%) des Handelsbilanz=FCberschusses zu verzeichnen, w=E4hrend der=
 positive=20
Saldo gegen=FCber den L=E4ndern der Europ=E4ischen Union im vierten Jahr in=
 Folge=20
sank (-9,3%). Zu den wenigen L=E4ndern, mit denen Japan ein=20
Handelsbilanzdefizit aufweist, geh=F6rt die Schweiz, wobei sich das Defizit=
=20
2002 gar um 32,2% erh=F6hte, und zwar auf Grund eines R=FCckganges der=20
Ausfuhren um 15,9% und einer Zunahme der Einfuhren um 3,4%.


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Japan

Sony in beeindruckender Form. Trotz schwieriger Branchenkonjunktur befindet=
=20
sich der weltweit gr=F6sste Hersteller von Unterhaltungselektronik in=20
beeindruckender Verfassung und schreibt Gewinne auf Rekordh=F6he. Vor allem=
=20
dank dem starken Gesch=E4ft in den beiden Bereichen Spiel und Film konnte=
 der=20
Reingewinn im 3. Quartal (per Ende Dezember) im Vorjahresvergleich um 95,9%=
=20
auf 125,4 Mrd. Yen verbessert werden. Der Betriebsgewinn legte vor dem=20
Hintergrund eines Umsatzes von 2,31 Bio. Yen (+1,2%) auf 199,5 Mrd. Yen=20
(+25,8%) zu. Die Quartalszahlen entsprachen den positiven Markterwartungen.=
=20
Obwohl das Gesch=E4ft mit Spielen nur knapp 17% zum Umsatz beitr=E4gt, ist=
=20
diese Division (prim=E4r dank dem Erfolg der Spielkonsole =ABPlayStation2=BB=
 und=20
der dazugeh=F6rigen Software) f=FCr 36% des Betriebsgewinns verantwortlich.=
 Die=20
richtige Nase bewies man auch im Filmgesch=E4ft, etwa mit den=
 Kassenschlagern=20
=ABSpider-Man=BB und =ABMen in Black II=BB, die sich nach dem Erfolg im Kino=
 auch=20
=FCber den Verkauf von DVD vermarkten liessen. Etwas weniger Freude macht=
 bis=20
anhin das Joint Venture mit Ericsson im Bereich der Mobiltelefonie. Sony=20
und der schwedische Partner wollen das mit Verlust operierende=20
Gemeinschaftsunternehmen Sony Ericsson im laufenden Quartal mit je 150 Mio.=
=20
EUR zus=E4tzlich alimentieren. F=FCr das volle Gesch=E4ftsjahr per Ende M=E4=
rz h=E4lt=20
Sony unver=E4ndert an seiner Prognose eines Reingewinns von 180 Mrd. Yen=20
fest. tf.


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Japan

Honda Motor =FCbertrifft die Erwartungen. Der zweitgr=F6sste Autohersteller=
=20
Japans hat nach dem eher entt=E4uschenden Semesterresultat im 3. Quartal=
 (per=20
Ende Dezember) den Gewinn dank gutem Gesch=E4ft in Nordamerika wieder=
 st=E4rker=20
als erwartet ausbauen k=F6nnen und die Gewinnprognose f=FCr das volle=20
Gesch=E4ftsjahr 2002/03 nach oben korrigiert. Der Reingewinn legte im=20
Vorjahresvergleich nicht zuletzt dank dem Abbau nicht betrieblicher Kosten=
=20
um 40,0% auf 115,2 Mrd. Yen zu, w=E4hrend der Betriebsgewinn ein Plus von=20
2,7% auf 159,0 Mrd. Yen verzeichnete. Der Quartalsumsatz stieg vor dem=20
Hintergrund g=FCnstiger Wechselkurse um 13,3% auf 1,99 Bio. Yen. In=20
Nordamerika, wo bereits =FCber die H=E4lfte des Gewinns erwirtschaftet wird=
 und=20
die Produktionskapazit=E4ten stetig ausgebaut werden, konnte der wertm=E4ssi=
ge=20
Umsatz um 17% erh=F6ht werden. Besonders erfolgreich war man hier mit dem=20
Absatz von sogenannten Minivans. Auf dem schwierigen Heimmarkt gingen die=20
Einnahmen aus dem Autoverkauf um 3,3% zur=FCck. F=FCr das volle=
 Gesch=E4ftsjahr=20
wird die Sch=E4tzung f=FCr den Reingewinn von 410 Mrd. auf 430 Mrd. Yen=
 erh=F6ht;=20
beim Jahresumsatz wird die Prognose von 7,9 Bio. auf 8,0 Bio. Yen=20
angepasst. tf.


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Japan

Hitachi mit Gewinn. Der breit diversifizierte Elektronikkonzern macht auf=20
dem Weg zu einer effizienteren Unternehmensstruktur weitere Fortschritte.=20
Dank straffem Kostenmanagement und trotz schwieriger Branchenkonjunktur=20
konnte im 3. Vierteljahr ein Reingewinn von 1,3 Mrd. Yen verzeichnet=20
werden; im vergleichbaren Vorjahreszeitraum hatte noch ein Verlust von=20
115,8 Mrd. Yen resultiert. Japans drittgr=F6sster Chip-Hersteller h=E4lt f=
=FCr=20
das volle Gesch=E4ftsjahr (per Ende M=E4rz) an der im Oktober nach unten=20
revidierten Prognose eines Reingewinns von 36 Mrd. Yen fest, nach einem=20
Rekordverlust von 484 Mrd. Yen im Vorjahr. Vergangene Woche hatte das=20
Unternehmen einen Dreijahr-Plan bekannt gegeben, der das Abstossen=20
unrentabler Gesch=E4ftsbereiche vorsieht und der mit einer Schrumpfung des=
=20
Umsatzes um rund einen F=FCnftel einhergehen w=FCrde. Im Berichtsquartal=
 konnte=20
der Umsatz noch um 4,7% auf 1,92 Bio. Yen erh=F6ht werden. Dabei legten vor=
=20
allem die beiden Sparten Informations- und Telekom-Systeme (+10%) und=20
elektronische Komponenten (+11%) =FCberdurchschnittlich zu. W=E4hrend mit=20
Informationssystemen wieder ein Betriebsgewinn resultierte, konnte beim=20
Gesch=E4ft mit elektronischen Komponenten (u. a. Computerchips) zumindest=
 der=20
Verlust deutlich reduziert werden. tf.


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Japanische Milit=E4rschule lagert radioaktives Material

Tokio, 4. Febr. (ap)

Auf dem Gel=E4nde einer japanischen Milit=E4rakademie sind mehrere Dutzend=
=20
Container mit radioaktivem Material gefunden worden. Die 48=20
sichergestellten Beh=E4lter seien zum Teil noch versiegelt gewesen, teilte=
=20
das Bildungsministerium in Tokio am Dienstag mit. Sie enthalten Uran,=20
Thorium, Jod, C=E4sium und Kobalt, das teilweise noch aus den f=FCnfziger=20
Jahren stammt. Das radioaktive Material war laut den Angaben bereits Anfang=
=20
Dezember in zwei Lagerr=E4umen der Nationalen Verteidigungsakademie in der=
=20
N=E4he von Tokio entdeckt worden; die Regierung wurde jedoch erst in der=20
vergangenen Woche dar=FCber informiert. Radioaktive Strahlung sei offenbar=
=20
nicht ausgetreten. Die 1953 gegr=FCndete staatliche Hochschule in Yokosuka,=
=20
45 Kilometer s=FCdwestlich der Hauptstadt, darf offiziell kein radioaktives=
=20
Material lagern.


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Roboter als Freund und Helfer f=FCr =E4ltere Menschen

Entwicklung einer japanischen Firma

Tokio, 4. Febr. (ap)

Die japanische Firma Mitsubishi Heavy Industries hat einen rollenden=20
Roboter entwickelt, der k=FCnftig als Hausmeister, Pfleger und Freund im=20
Haushalt eingesetzt werden k=F6nnte. Der einen Meter hohe Roboter hat=20
Kamera-Augen in seinem Kugelkopf, mit denen er Gesichter unterscheiden=20
kann. Zus=E4tzliche Programme erm=F6glichen es der Maschine, auf Stimmen,=20
Gesichter und Bewegungen zu reagieren.
Der Roboter ist laut Mitsubishi besonders f=FCr =E4ltere und=
 pflegebed=FCrftige=20
Menschen geeignet. So k=F6nne sich die Maschine die Nebenwirkungen von=20
Medikamenten merken. Auch als W=E4chter sei der Roboter einsetzbar: Auf=20
Wunsch verschicke er E-Mails oder Aufnahmen seiner =ABAugen=BB, wenn er=
 etwas=20
Ungew=F6hnliches im Haus sehe oder L=E4rm h=F6re. Komme der Besitzer nach=
 Hause,=20
k=F6nne er Fragen stellen wie: =ABDu kommst sp=E4t. Was hast du heute=
 gemacht?=BB

Ausgestattet ist der Roboter mit dem Computerbetriebssystem Linux. Er ist=20
batteriebetrieben und kann sich nach zwei Stunden selbst=E4ndig aufladen.=20
Kosten wird er voraussichtlich eine Million Yen (gut 7ooo =80uro). Ein=20
Verkaufstermin steht allerdings noch nicht fest.


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Japan

Toyota Motor auf Rekordkurs. Japans gr=F6sster Autohersteller hat den Gewinn=
=20
im 3. Quartal des Gesch=E4ftsjahres 2002/03 dank gutem Gesch=E4ft in=20
Nordamerika und dank weiteren Kostensenkungen beinahe verdoppelt. Im=20
Vorjahresvergleich legte der Reingewinn zwischen Oktober und Dezember um=20
93,9% auf 216,0 Mrd. Yen zu. Beim Umsatz resultierte vor dem Hintergrund=20
g=FCnstiger Wechselkurse ein Plus von 13,2% auf 4,19 Bio. Yen. Der=20
Betriebsgewinn stieg um 23,3% auf 379,4 Mrd. Yen, wovon 70 Bio. Yen mit=20
Kostensenkungsmassnahmen erzielt wurden. Auf dem Heimmarkt steigerte das=20
weltweit drittgr=F6sste Autounternehmen den mengenm=E4ssigen Absatz um 7,7%=
 auf=20
545 000 Einheiten. Im Ausland legten die Verk=E4ufe um 20,6% auf 1,03 Mio.=
=20
Einheiten zu. Die wachsende Bedeutung des nordamerikanischen Marktes, wo=20
rund 80% des Betriebsgewinns erzielt werden, spiegelt sich in der=20
Ank=FCndigung, in San Antonio (Texas) die bereits sechste Autofabrik in den=
=20
USA bauen zu wollen; das Werk soll im Jahr 2006 den Betrieb aufnehmen. Das=
=20
Unternehmen gibt f=FCr das volle Gesch=E4ftsjahr (per Ende M=E4rz) keine=20
Prognosen bekannt; der in den ersten 9 Monaten erzielte Reingewinn von=20
769,9 Mrd. Yen liegt aber bereits =FCber dem im Vorjahr erzielten=20
Rekordgewinn von 615,8 Mrd. Yen. tf.


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Japans Pensionskassen im Umbruch

Mehr Eigenverantwortung f=FCr die Arbeitnehmer

Von unserem Wirtschaftskorrespondenten in Japan, Thomas Fuster
Seit knapp drei Jahren haben Japans Unternehmen ihre ungedeckten=20
Pensionsverpflichtungen offenzulegen. Die Neuregelung hat in den=20
Gewinnausweisen tiefe Spuren hinterlassen. Angesichts der volatilen=20
Anlagerenditen wollen immer mehr Firmen das Anlagerisiko an die=20
Arbeitnehmer abtreten, etwa =FCber die Einf=FChrung beitragsorientierter=20
Rentenpl=E4ne, die in Japan bis vor kurzem noch kaum eine Rolle gespielt=
 haben.

Tokio, Ende Januar

Die Aussagekraft japanischer Bilanzen hat sich in den vergangenen Jahren=20
deutlich verbessert, und Buchf=FChrungsregeln sind immer mehr an=20
internationale Standards angeglichen worden. Der Nachholbedarf war gross.=20
So galten Gesch=E4ftsabschl=FCsse w=E4hrend Jahrzehnten nicht ohne Grund als=
=20
B=FCcher mit mehr als nur sieben Siegeln: Verluste wurden in nicht=20
konsolidierte Tochterfirmen abgeschoben, Aktienbewertungen erfolgten auf=20
der Basis illusorischer Buchwerte, und allenthalben rieb man sich=20
verwundert die Augen, wenn Firmen, die eigentlich immer ansehnliche Gewinne=
=20
ausgewiesen hatten, pl=F6tzlich unter ihrer Schuldenlast zusammenbrachen.=20
Besonders intransparent waren nicht zuletzt die Bestimmungen rund um die=20
betrieblichen Pensionskassen.* Wie gewissenhaft die Firmen Gelder f=FCr=20
zuk=FCnftige Pensionsverpflichtungen zur Seite legten, konnte bestenfalls=20
erraten werden.

Zeit bis 2015
Seit April 2000 ist diese Ungewissheit zumindest etwas kleiner geworden.=20
Seit diesem Datum m=FCssen Japans Firmen ihre Pensionsverpflichtungen in=20
voller H=F6he in den Bilanzen ausweisen. Zuvor hatte es keinerlei solche=20
Verpflichtung gegeben, und die wenigen zug=E4nglichen Daten mussten aus=20
Gr=FCnden der Steuergesetzgebung mit gr=F6sster Vorsicht interpretiert=
 werden.=20
Da Pensionsr=FCckstellungen nur bis zu einem Maximalbetrag von 40% der=20
gesamten Pensionsverpflichtungen steuerbeg=FCnstigt waren, wiesen die=
 meisten=20
Firmen auch nur f=FCr 40% der Verpflichtungen R=FCckstellungen aus. Die=
 neuen=20
Regelungen verlangen nun von den Firmen, eine Unterdeckung von=20
Pensionsverpflichtungen =FCber einen Zeitraum von 15 Jahren auszugleichen.=
=20
Viele Unternehmen wollen die ausserordentliche Belastung aber m=F6glichst=20
schnell abbuchen. Entsprechend gross waren in den vergangenen zwei Jahren=20
in Japans Gesch=E4ftsbilanzen die Positionen =ABeinmalige Verluste=BB. Ein=
=20
Beispiel ist etwa der Autohersteller Mazda Motor, der die errechnete=20
Unterdeckung von 155 Mrd. Yen vollumf=E4nglich der Jahresbilanz 2000/01=20
anlastete, zum Preis eines entsprechend hohen Jahresverlustes.
Trotz sch=E4rferen Rechnungslegungsvorschriften bleiben aber Ungereimtheiten=
=20
bestehen. Heikel ist beispielsweise, dass die Aktiven, die den=20
Pensionsverpflichtungen in der Bilanz gegen=FCbergestellt werden, nicht klar=
=20
separiert sind. Bei Bankrott oder Illiquidit=E4t drohen die Reserven daher=
=20
aus der Bilanz gleichsam zu verschwinden. St=F6rend bleibt weiter, dass die=
=20
zur Abdiskontierung k=FCnftiger Zahlungsverpflichtungen aufgewandten=20
Zinss=E4tze - momentan meist knapp 3% - mit Blick auf das rekordtiefe=20
Zinsniveau und die schwache B=F6rse in der Regel deutlich =FCber der am=
 Markt=20
realisierbaren Verzinsung liegen; die R=FCckstellungen werden also=20
tendenziell zu tief veranschlagt. Das Daiwa Institute of Research sch=E4tzt=
=20
die Summe ungedeckter Pensionsverpflichtungen aller an der 1. Sektion von=20
Tokios B=F6rse kotierten Unternehmen per Ende vergangenen Gesch=E4ftsjahres=
 auf=20
19 Bio. Yen. =DCber h=F6here Renditen l=E4sst sich das Minus kaum=
 ausgleichen. Im=20
Gegenteil: Die japanische Rating and Investment Information Inc. (R&I)=20
errechnete f=FCr 170 betriebliche Pensionsfonds zwischen April und Dezember=
=20
2002 eine negative Verzinsung von 10,4%; per Ende M=E4rz 2003 d=FCrften die=
=20
Fonds damit bereits im dritten Gesch=E4ftsjahr in Folge eine massive=20
Wertvernichtung erleiden.

Einf=FChrung von 401(k)-Pl=E4nen
Nicht unproblematisch ist weiter, dass die Berechnung des Gegenwartswertes=
=20
der Pensionsverpflichtungen meistens durch Trust-Banken und=20
Lebensversicherer erfolgt - also durch jene Firmen, denen in der Regel auch=
=20
die Verwaltung der betrieblichen Pensionsfonds obliegt. Ganz=20
unvoreingenommen d=FCrften sie diese Aufgabe kaum angehen. Ein in Tokio=20
t=E4tiger Bankenvertreter vergleicht die Praxis nicht unzutreffend mit der=
=20
Vorstellung, Dracula mit der Bewirtschaftung einer Blutbank zu beauftragen.=
=20
Allf=E4llige =ABBlutreserven=BB, etwa aus den boomenden achtziger Jahren,=
 fehlen=20
meist, vor allem bei jenen Firmen, die =DCbersch=FCsse jeweils sofort zur=20
Aufstockung von Leistungen oder - in den =ABBubble=BB-Jahren keine=
 Seltenheit -=20
zur Modernisierung betriebseigener Freizeitanlagen verwendeten. Das Problem=
=20
ungedeckter Pensionsverpflichtungen hat letztlich aber vor allem=20
strukturelle Gr=FCnde. So basiert in Japan die betriebliche Vorsorge -=
 anders=20
als in den USA - praktisch ausschliesslich auf traditionellen Modellen=20
fixer Renten (=ABdefined benefit=BB); die Rentenh=F6he ist also abh=E4ngig=
 von=20
Anstellungsdauer und Lohnentwicklung, nicht aber von der effektiven=20
Verzinsung der einbezahlten Gelder. Beitragsorientierte Pl=E4ne (=ABdefined=
=20
contribution=BB), bei denen die Renten in Abh=E4ngigkeit von der effektiven=
=20
Verzinsung stehen, spielen noch keine relevante Rolle. - Im Rahmen der=20
sozialen Absicherung Japans wird der betrieblichen Altersvorsorge eine=20
immer wichtigere Rolle zukommen. Zur Verlagerung zwingen demographische=20
Gr=FCnde; die Menschen in keinem anderen Industrieland altern so schnell wie=
=20
die in Japan. Da das =F6ffentliche System der sozialen Sicherung vor allem=
=20
auf dem Umlageverfahren basiert, sind die =F6ffentlichen Rentenleistungen=20
seit Mitte der achtziger Jahre, als Modellrechnungen die demographische=20
Herausforderung immer deutlicher erkennen liessen, zusehends beschnitten=20
worden. Die st=E4rkere Gewichtung der betrieblichen Vorsorge verlangt=20
angesichts drohender Pensionskassendefizite aber nach L=F6sungen, welche die=
=20
Unternehmensbilanzen unabh=E4ngiger werden lassen vom volatilen Auf und Ab=
=20
der Finanzm=E4rkte. Seit dem Oktober 2001 gelten daher auch in Japan die=20
gesetzlichen Voraussetzungen f=FCr Pensionspl=E4ne nach dem Vorbild der=20
amerikanischen 401(k)-Pl=E4ne. Bei diesen am Beitragsprimat orientierten=20
Pl=E4nen ist die Auszahlungssumme ausschliesslich von der effektiv erzielten=
=20
Rendite abh=E4ngig. Auch in Japan, wo die Verantwortung des Unternehmens f=
=FCr=20
seine Angestellten bisweilen besonders umfassend scheint, wollen immer mehr=
=20
Arbeitgeber das Anlagerisiko der betrieblichen Vorsorge an die Arbeitnehmer=
=20
abtreten.

M=FChe mit der Eigenverantwortung
Dass die 401(k)-Pl=E4ne, die im Kalk=FCl der Regierung nicht zuletzt zur=20
B=F6rsenbelebung beitragen sollen, in Japan =E4hnlich erfolgreich sein=
 werden=20
wie in den USA, ist kaum zu erwarten. Das Bed=FCrfnis nach einem=20
Systemwechsel ist aber unumstritten; gem=E4ss einer Umfrage der=20
Wirtschaftszeitung =ABNihon Keizai=BB d=FCrften bis zum M=E4rz 2003 =FCber=
 700 Firmen=20
zu beitragsorientierten Pl=E4nen gewechselt haben. Zudem werden die=20
401(k)-Pl=E4ne dank Freiz=FCgigkeit den selbst in Japan zusehends h=E4ufiger=
=20
werdenden Arbeitsplatzwechseln weit besser gerecht als bisherige Modelle.=20
Vor allem bei kleineren Firmen scheint sich aber auch bereits eine=20
Ern=FCchterung angesichts des vermeintlichen Wundermittels breit zu machen.=
=20
Erstens wurden die Kosten zur Einf=FChrung der Pl=E4ne offensichtlich=20
untersch=E4tzt, z. B. die Kommission an Finanzinstitutionen, welche die=20
notwendige Auswahl an Anlagevehikeln zur Verf=FCgung stellen. Zweitens=
 stellt=20
die Ausbildung der Angestellten, die nun pl=F6tzlich eigenst=E4ndig=
 Entscheide=20
=FCber die zu w=E4hlenden Vorsorgeinstrumente treffen m=FCssen, ein nicht zu=
=20
untersch=E4tzendes Hindernis dar. Und drittens machen vor allem auch=20
Angestellte aus ihrem Unmut kein Geheimnis, nun pl=F6tzlich selber ein=
 Risiko=20
=FCbernehmen zu m=FCssen, das bis anhin quasi selbstverst=E4ndlich von der=
=20
Firmenleitung getragen worden war.


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Japans Wirtschaft =FCberrascht positiv

Deutlich st=E4rkeres BIP-Wachstum als erwartet
Wider Erwarten hat Japans Wirtschaft auch im vierten Quartal des=20
Kalenderjahres 2002 ein leichtes Wachstum verzeichnen k=F6nnen. Antrieb=20
erhielt der Welt zweitgr=F6sste Industrienation vor allem von der robusten=
=20
Entwicklung der Exporte in asiatische Nachbarl=E4nder. Weiter versch=E4rft=
 hat=20
sich hingegen das Deflationsproblem. Mit Spannung wird auf die anstehende=20
Neubenennung der Zentralbankspitze gewartet.

tf. Tokio, 14. Februar

Positive =DCberraschungen von Seiten der Volkswirtschaft Japans sind seit=20
Jahren eher Mangelware. Die am Freitag ver=F6ffentlichten Statistiken zum=20
Wachstum im vierten Quartal 2002 fielen indessen f=FCr einmal deutlich=
 besser=20
aus als erwartet. Konjunkturauguren hatten praktisch unisono mit einem=20
R=FCckfall der weltweit zweitgr=F6ssten Industrienation in eine neue Phase=
 der=20
Kontraktion gerechnet. Tats=E4chlich vermochte das reale Bruttoinlandprodukt=
=20
(BIP) jedoch von Oktober bis Dezember leicht zuzulegen, und das im vierten=
=20
Quartal in Folge, und zwar um 0,5% im Vorquartalsvergleich, was bei=20
annualisierter Betrachtung immerhin einer Expansion um 2,0% entspricht. Als=
=20
eher negative =DCberraschung ist demgegen=FCber der rasanter gewordene=20
Preiszerfall zu werten. So erh=F6hte sich der BIP-Deflator im letzten=20
Vierteljahr auf einen Minuswert von 2,2% (vgl. Tabelle). Der Indikator f=FCr=
=20
die Preisentwicklung lag damit bereits im 19. Quartal hintereinander im=20
negativen Bereich. Bei Betrachtung nominaler Werte hat Japans Wirtschaft im=
=20
Schlussquartal 2002 denn auch eine Schrumpfung erfahren.

Asien als Rettungsanker
Wenn Japan im vergangenen Kalenderjahr eine zwar nur leichte, aber=20
zumindest kontinuierliche konjunkturelle Erholung erleben konnte, dann ist=
=20
dies in erster Linie der robusten Entwicklung der Exporte nach Asien=20
zuzuschreiben. Die Nachfrage aus asiatischen Nachbarl=E4ndern, die 2002 f=FC=
r=20
43% aller Exporte Japans verantwortlich waren, vermochte die Erwartungen=20
deutlich zu =FCbertreffen und stieg im Vorjahresvergleich um 14%. Besonders=
=20
dynamisch entwickelten sich die Ausfuhren nach China, die gegen=FCber dem=20
Vorjahr um 32% zulegten und die bereits 10% der Gesamtausfuhren Nippons=20
ausmachen. Zwar wird das beeindruckende Wirtschaftswachstum Chinas in Japan=
=20
nicht ohne Furcht beobachtet, zumal eine st=E4ndig gr=F6ssere Anzahl=
 hiesiger=20
Firmen ihre Produktionskapazit=E4ten - und somit ihre Arbeitspl=E4tze - ins=
=20
ungleich kosteng=FCnstigere Reich der Mitte verlagert. Tatsache ist aber=20
auch, dass Chinas kauffreudige Konsumentenschaft einen immer wichtigeren=20
Antriebsmotor f=FCr Japans Konjunktur darstellt. Beobachter erwarten=20
jedenfalls in naher Zukunft keine Umkehr dieses Trends.

Leicht erh=F6hter Privatkonsum
In besserer Verfassung als angenommen pr=E4sentiert sich auch der=20
Privatkonsum. Vor dem Hintergrund der rekordhohen Arbeitslosigkeit,=20
sinkender Reall=F6hne, zusammengestrichener Bonuszahlungen und einer gem=E4s=
s=20
Umfragen miserablen Konsumentenstimmung war gemeinhin mit einem R=FCckgang=
=20
des Privatkonsums gerechnet worden. Im Schlussquartal 2002 vermochte sich=20
diese Schl=FCsselgr=F6sse jedoch geringf=FCgig - und im nunmehr f=FCnften=
 Quartal=20
in Folge - zu steigern. Einige Beobachter sehen in dieser Entwicklung=20
bereits eine langfristige Verhaltens=E4nderung von Japans traditionell sehr=
=20
sparfreudigen Konsumenten, die angeblich einen zusehends geringeren Anteil=
=20
ihres verf=FCgbaren Einkommens auf die hohe Kante legen. Ein =E4hnliches=20
Verhalten war im Berichtszeitraum auch bei den Unternehmen zu beobachten,=20
die weniger zur=FCckhaltend als bef=FCrchtet agierten und deren=20
Kapitalinvestitionen - unterst=FCtzt durch die dynamische Exportentwicklung=
 -=20
erneut h=F6her ausfielen.

Warten auf den neuen Notenbankchef
Als Grund zur Entwarnung k=F6nnen die j=FCngsten BIP-Werte aber nicht=20
interpretiert werden. Zum einen zeigen die Statistiken, dass sich das=20
Wachstum im Verlauf des vergangenen Jahres deutlich abgeschw=E4cht hat, und=
=20
nicht zuletzt mit Blick auf die unsicheren Folgen eines allf=E4lligen=20
Irak-Krieges rechnen die wenigsten =D6konomen mit einer langen Fortsetzung=
=20
der Konjunkturerholung. Zum anderen hat sich angesichts der=20
besorgniserregenden Deflation auch der Abw=E4rtsdruck auf das nominale BIP=
=20
weiter verst=E4rkt. Mit entsprechender Spannung wartet man vor diesem=20
Hintergrund auf die in naher Zukunft anstehende Neubesetzung der=20
Notenbankspitze. Kritiker fordern die Zentralbank zu einer gut sp=FCrbaren=
=20
Lockerung der geldpolitischen Z=FCgel auf. Der Nachfolger des am 19. M=E4rz=
=20
abtretenden Gouverneurs der Bank of Japan steht indessen noch immer nicht=20
fest. Ministerpr=E4sident Junichiro Koizumi dementierte am Freitag Ger=FCcht=
e,=20
wonach er sich bereits f=FCr den neuen starken Mann an der Spitze der=20
Zentralbank entschieden habe.


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Vier Nordkoreaner fl=FCchten in japanische Schule in Peking

Befragung durch Diplomaten

Peking, 18. Febr. (dpa)
Eine Frau mit ihren zwei Kindern sowie ein Student, alle vier=20
nordkoreanischer Nationalit=E4t, haben am Dienstag laut Berichten der=20
Nachrichtenagentur Kyodo Zuflucht in der japanischen Schule in Peking=20
gesucht. Der Vorfall erinnert an die Flucht von Nordkoreanern in die=20
deutsche Botschaftsschule in Peking. Die japanische Schule ist jedoch nicht=
=20
direkt der Botschaft unterstellt, auch ist das Gel=E4nde nicht als=20
diplomatisch gekennzeichnet. Laut der Agentur Kyodo haben japanische=20
Diplomaten die Befragung der Nordkoreaner aufgenommen.


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Stagnation oder Kontraktion von Japans Volkswirtschaft?

Zweideutige Konjunktursignale im Januar

tf. Tokio, 28. Februar

         In Japan sind sich die =D6konomen uneinig, ob der heimische=20
Wirtschaftsgang derzeit stagniert oder ob nach der leichten=20
Konjunkturerholung des vergangenen Jahres bereits wieder eine Kontraktion=20
diagnostiziert werden muss. Am Freitag ver=F6ffentlichte=20
Wirtschaftsstatistiken f=FCr den Januar verm=F6gen zur Kl=E4rung wenig=20
beizutragen. Kaum zuversichtlich stimmen die Daten vom Arbeitsmarkt, die=20
dem Konjunkturgang traditionell aber etwas nachhinken. So ist die=20
Arbeitslosenquote (bei offiziell 3,57 Mio. Stellenlosen) erstmals seit drei=
=20
Monaten wieder gestiegen, und zwar auf den Rekordwert von 5,5%, nach=20
revidierten 5,3% im Dezember. Besonders stark hat j=FCngst die Zahl=20
stellensuchender Frauen zugenommen, zumal immer mehr Haushalte das sinkende=
=20
Einkommen des in der Regel m=E4nnlichen Familienern=E4hrers durch einen=20
Zusatzverdienst zu verbessern suchen oder Frauen gar den Verdienstausfall=20
des erwerbslos gewordenen Ehepartners zu kompensieren haben.

         Wenn Japans Unternehmen den Stellenabbau wieder forcieren, dann=20
hat das nicht zuletzt mit dem nicht enden wollenden Sinkflug der Preise zu=
=20
tun, der die Ums=E4tze und Gewinne der Firmen unter hohen Druck setzt und=
 der=20
angesichts relativ steigender Schuldenlasten zu Kostenreduktionen zwingt.=20
Im Januar ist der massgebende Index der landesweiten Konsumentenpreise im=20
bereits 40. Monat in Folge gesunken; im Vorjahresvergleich war dabei ein=20
Minus um 0,8% zu verzeichnen. An ein baldiges Ende dieser Entwicklung mag=20
in Japan niemand glauben, und dass der am vergangenen Montag zum neuen=20
Gouverneur der japanischen Zentralbank ernannte Toshihiko Fukui der=20
Deflation mit einer massiven Lockerung der geldpolitischen Z=FCgel begegnen=
=20
wird, ist eher zu bezweifeln. So gilt Fukui, der sein Amt am 20. M=E4rz=20
antreten wird, als konservativer Geldpolitiker, der Japans Deflation=20
weniger als monet=E4res sondern vielmehr als strukturelles Ph=E4nomen=
 betrachtet.

         Als zumindest kleiner Lichtblick kann die im Januar registrierte=20
Industrieproduktion gewertet werden. So konnte im Vormonatsvergleich=20
erstmals seit f=FCnf Monaten wieder ein Plus verzeichnet werden, und zwar=
 von=20
1,5%. Die Regierung erkennt deshalb aber noch keinen Trendwechsel, und f=FCr=
=20
den Februar stellt sie bereits wieder einen R=FCckgang in Aussicht. Zum=
 einen=20
d=FCrfte das leichte Plus zu Jahresbeginn auf Grund der Neulancierung=20
zahlreicher Produkte - etwa von Personalcomputern, Digitalkameras oder=20
anderen elektronischen Produkten - einmaligen Charakter haben. Zum anderen=
=20
droht die Industrieproduktion angesichts der nachlassenden Exportdynamik=20
unter zus=E4tzlichen Druck zu geraten. So haben die Ausfuhren, die 2002 die=
=20
wichtigste Antriebskraft der Konjunkturerholung Japans dargestellt hatten,=
=20
sowohl im Dezember als auch im Januar wieder deutlich an Schwung eingeb=FCss=
t.


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Japans Notenbank st=FCtzt die Finanzh=E4user
Mehr Aktienk=E4ufe m=F6glich
tf. Tokio, 25. M=E4rz
An einer ausserordentlichen Sitzung hat sich der geldpolitische Rat der=20
japanischen Zentralbank (BoJ) am Dienstag vor dem Hintergrund der=20
=F6konomischen Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Irak-Krieg f=FCr eine=
=20
leichte Lockerung der Geldpolitik entschieden. Es war dies die erste=20
Amtshandlung des neuen Zentralbankchefs, Toshihiko Fukui, und es war=20
gleichzeitig die erste dringliche Sitzung, seit die Bank of Japan 1998 die=
=20
formelle Unabh=E4ngigkeit erlangt hatte. Mit sieben gegen zwei Stimmen wurde=
=20
dabei beschlossen, die Gesamtsumme der bis kommenden September aus den=20
Best=E4nden von Gesch=E4ftsbanken zu erwerbenden Aktien um 1 Bio. auf neu 3=
=20
Bio. Yen zu erh=F6hen. An den geldpolitischen Koordinaten wurden ansonsten=
=20
keine gewichtigen =C4nderungen vorgenommen; die Notenbank unterstrich jedoch=
=20
ihre Bereitschaft, notfalls zus=E4tzliche Liquidit=E4t bereitzustellen.
Die Aufstockung der Aktienk=E4ufe, mit denen Japans Gesch=E4ftsbanken vor=
 der=20
B=F6rsen-Baisse in Schutz genommen werden sollen, hat am Finanzmarkt keine=
=20
hohen Wellen geschlagen. Seit Beginn der Umsetzung des f=FCr eine=
 Zentralbank=20
eher ungew=F6hnlichen Plans, direkt von Banken Aktien aufzukaufen, hat die=
=20
Geldbeh=F6rde entsprechende Valoren im Gesamtwert von rund 1 Bio. Yen=20
erworben. Der bis anhin auf 2 Bio. Yen festgelegte Zielwert war somit erst=
=20
zur H=E4lfte erreicht. Die am Dienstag vor B=F6rsenschluss bekannt gegebene=
=20
Massnahme, der prim=E4r symbolische Bedeutung beigemessen wurde, vermochte=
=20
denn auch nicht zu verhindern, dass der Nikkei-225-Index 2,3% an Wert=20
einb=FCsste.
Die Vermutung liegt nahe, dass mit der knapp eine Woche vor Ende des=20
Fiskaljahres 2002/03 angek=FCndigten Ausweitung der Aktienk=E4ufe nicht=
 zuletzt=20
bezweckt wurde, den Abw=E4rtsdruck an Tokios B=F6rse zu d=E4mpfen und somit=
 die=20
massiven Verluste, die Japans Banken auf ihren Wertschriftenbest=E4nden=20
werden verbuchen m=FCssen, zu mindern. Fukui verneinte an einer=20
Pressekonferenz eine solche Intention; er hielt jedoch fest, dass er die=20
Kritik akzeptiere, dass die Aktienk=E4ufe der Notenbank in ihrer Wirkung=20
letztlich einer preisst=FCtzenden Massnahme gleichk=E4men. Wie bereits an=
 einem=20
Parlaments-Hearing vor einer Woche deutete Fukui erneut an, zur Bek=E4mpfung=
=20
der Deflation einer k=FCnftig breiteren Diversifizierung der von der=20
Zentralbank erworbenen Aktiva positiv gegen=FCberzustehen; entsprechende=20
Abkl=E4rungen seien in Auftrag gegeben worden.


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Japan mit schw=E4cher werdendem R=FCckenwind
tf. Tokio, Ende M=E4rz
Japans Wirtschaft, die im vergangenen Kalenderjahr real um 0,3% gewachsen=20
ist, weist seit Jahresanfang eine seitw=E4rts gerichtete Tendenz auf. =DCber=
=20
das Vorzeichen des Wachstums d=FCrfte in den kommenden Monaten nicht zuletzt=
=20
der Verlauf des Irak-Kriegs entscheiden. Wirtschaftsforschungsinstitute=20
stellen f=FCr den Fall eines innerhalb von sechs Wochen beendeten Feldzugs=
=20
ein leichtes Plus des Bruttoinlandproduktes (BIP) im Fiskaljahr 2003/04=20
(per Anfang April) um knapp 0,3% in Aussicht. Das Szenario eines l=E4nger=
 als=20
drei Monate dauernden Krieges ginge gem=E4ss den Simulationen demgegen=FCber=
=20
mit einem R=FCckgang des BIP um durchschnittlich 0,8% einher.
Wie in den meisten Industriel=E4ndern ist es prim=E4r die Sorge =FCber=20
einbrechende Exporte, steigende Erd=F6lnotierungen und eine Abschw=E4chung=
 des=20
Konsumentenvertrauens, die aus =F6konomischer Sicht mit dem Irak-Krieg=20
assoziiert wird. Erschwerend kommt in Japan dazu, dass steigende=20
Produktionskosten wegen der deflation=E4ren Preisentwicklung nur in=20
beschr=E4nktem Mass auf Verkaufspreise =FCberw=E4lzt werden k=F6nnen. Auf=
 zusehends=20
d=FCnner werdende Margen deutet denn auch ein Bericht der Zentralbank hin,=
=20
wonach im Februar der Preisindex f=FCr Rohmaterialien um =FCber 10% stieg,=
=20
derweil Fertigprodukte um knapp 3% g=FCnstiger verkauft wurden.
Preissteigerungen scheinen auch mit Blick auf die sich eher flach=20
entwickelnde Konsumnachfrage schwer durchsetzbar. Der Druck auf die L=F6hne=
=20
h=E4lt an, die Sparquote geht zur=FCck, die Arbeitslosenquote verharrt trotz=
=20
einer Zunahme offener Stellenangebote auf Rekordniveau, und das=20
Konsumentenvertrauen hat sich entsprechend verd=FCstert. Das=
 Ausgabeverhalten=20
der Unternehmen bleibt ungeachtet einer leicht besseren Gewinnlage=20
ebenfalls defensiv. Wegen der anhaltend hohen =DCberkapazit=E4ten rechnet=
 die=20
Regierung in ihrem j=FCngsten Wirtschaftsbericht nicht mit einer baldigen=20
Belebung der Kapitalinvestitionen, und die Statistiken =FCber=20
Maschinenbestellungen - ein Indikator f=FCr Investitionsausgaben - weisen in=
=20
der Tat auf sparsame Unternehmen hin.
Die Exporte, die 2002 hauptverantwortlich f=FCr die Konjunkturerholung=
 waren,=20
verm=F6gen seit Anfang Jahr kaum mehr R=FCckenwind zu bieten. F=FCr den=20
asiatischen Wirtschaftsraum sind dank robuster Nachfrage aus China immerhin=
=20
noch leicht h=F6here Ausfuhren zu verbuchen. Die Exporte in Richtung Europa=
=20
entwickeln sich dagegen trotz neuen Automodellen bestenfalls flach, und die=
=20
Ausfuhren in die USA gehen sogar zur=FCck. Mit dem schwachen Aussenhandel=20
geht ein R=FCckgang der Industrieproduktion einher. Zwar liegen die=20
Lagerbest=E4nde derzeit auf tiefem Niveau; wegen der unsicheren=20
Nachfragesituation tun sich die Firmen trotzdem schwer, ihre Lager=20
aufzustocken.
Die Regierung verzichtet angesichts der hohen Staatsverschuldung auf eine=20
antizyklische Politik. Dies k=F6nnte sich aber bald =E4ndern. F=FCr den Fall=
=20
eines unerwartet lange dauernden Irak-Krieges ist bereits ein=20
Massnahmenpaket in Aussicht gestellt worden. Zudem hat sich Regierungschef=
=20
Koizumi im September vor seinen - zumeist ausgabefreudigen - Kollegen der=20
Liberaldemokraten der Wiederwahl als Parteichef zu stellen, was mit einem=20
zuvor beschlossenen Zusatzbudget deutlich geschmeidiger =FCber die B=FChne=
=20
gehen d=FCrfte. F=FCr leichte Verunsicherung sorgt auch die k=FCnftige=
 Politik=20
des neuen Zentralbankchefs Fukui. Die meisten =D6konomen erwarten von ihm=20
zwar keinen deutlich aggressiver gef=FChrten Kampf gegen die Deflation.=20
Vergangene Woche zeigte sich Fukui aber =FCberraschend aufgeschlossen=20
gegen=FCber neuen Massnahmen zur Lockerung der geldpolitischen Z=FCgel. Noch=
=20
sind seine Stellungnahmen aber schwierig einzuordnen.



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Unkonventionelle Pl=E4ne der Bank of Japan
Kauf verbriefter Firmenforderungen?
Japans Zentralbank erw=E4gt, kleinen und mittelgrossen Firmen des Landes=20
verbriefte Forderungen direkt abzukaufen. Damit soll eine Kreditverknappung=
=20
verhindert werden. Die Geldpolitik bel=E4sst die Zentralbank weiterhin=20
unver=E4ndert.

N. B. Tokio, 8. April
Die japanische Notenbank (BoJ) unternimmt einen weiteren, unkonventionellen=
=20
Schritt, um die Liquidit=E4t im Markt zu erh=F6hen und einer=
 Kreditverknappung=20
entgegenzuwirken. Der geldpolitische Rat beschloss am Dienstag an seiner=20
ersten ordentlichen Sitzung unter dem neuen Gouverneur, Toshihiko Fukui,=20
den direkten Kauf verbriefter Forderungen von Unternehmen, sogenannter=20
Asset backed Securities, zu erw=E4gen. Es w=E4re ein seltener Schritt f=FCr=
 eine=20
Zentralbank, betonte Fukui, private Forderungen zu kaufen, aber die BoJ=20
habe sich entschieden, einen ersten Schritt zu machen, um den Markt f=FCr=20
verbriefte Forderungen zu kultivieren und letztlich die Bedingungen f=FCr=
 die=20
Unternehmensfinanzierung zu verbessern. Die Bank von Japan werde aber nur=20
Forderungen mit geringem Risiko kaufen. Details nannte Fukui nicht. Die=20
Regierung, die auf weitere geldpolitische Lockerungen dr=E4ngt, lobte den=20
Schritt. =D6konomen bezweifelten, dass die Aktion schnell grosse Wirkung=20
zeigen k=F6nnte, weil der Markt f=FCr verbriefte Forderungen in Japan zu=
 klein=20
sei. Japans Hauptproblem, die Deflation, werde so nicht wirklich angegangen.

Umgehung der Banken
Bisher bleibt ein Grossteil der Liquidit=E4t, welche die Zentralbank an den=
=20
Markt gibt, bei den Banken h=E4ngen und erreicht vor allem die kleinen und=
=20
mittelgrossen Unternehmen nicht. Wegen dieser in der Sicht der Notenbank=20
=ABschwachen Mittlerfunktion des japanischen Bankensektors=BB will die=20
Zentralbank den Firmen eine direkte Finanzierungsoption unter Umgehung der=
=20
Banken er=F6ffnen. Dazu werden Zahlungsanspr=FCche der Unternehmen gegen=FCb=
er=20
Dritten in handelbare Wertpapiere umgewandelt, die von einer eigens daf=FCr=
=20
geschaffenen Finanzierungsgesellschaft emittiert werden. Da verschiedene=20
Forderungen geb=FCndelt werden, wird das Risiko gestreut. Die Wertpapiere=20
werden bei F=E4lligkeit aus dem Cashflow der eingezogenen Forderungen=20
eingel=F6st. Mit dem so geliehenen Geld sollen die Unternehmen die=
 Wirtschaft=20
ankurbeln. Kleine Unternehmen in Japan klagen schon seit l=E4ngerem =FCber=
 eine=20
Kreditverknappung. Bisher akzeptiert die Notenbank solche Papiere nur als=20
Sicherheit f=FCr Kredite an Gesch=E4ftsbanken, kauft sie aber nicht direkt.

Keine Einm=FCtigkeit
Die Zentralbank will nun zun=E4chst die Meinung von Unternehmen,=20
Regierungsstellen und m=F6glichen Investoren zu ihrem Plan einholen und dann=
=20
nach dem 9. Mai entscheiden. Eines der neun Mitglieder des geldpolitischen=
=20
Rates stimmte gegen den Entschluss.
Fukui hatte bereits nach seinem Amtsantritt im M=E4rz angedeutet, er wolle=
=20
die Wege zur geldpolitischen Expansion vielf=E4ltiger gestalten. Den=20
Forderungen der Regierung, auch handelbare Aktienzertifikate oder=20
Immobilienpapiere zu kaufen, erteilt er hingegen eine Absage. Schon unter=20
seinem Vorg=E4nger, Masaru Hayami, hatte die Zentralbank schrittweise und=20
z=F6gernd Tabus =FCberwunden und Staatsanleihen sowie seit vergangenem Jahr=
=20
Unternehmensaktien aus dem Besitz bestimmter Banken gekauft. In der=20
vorletzten Woche hatte die BoJ die Obergrenze f=FCr die Aktienk=E4ufe=
 erh=F6ht.=20
Am Dienstag liess sie im =DCbrigen das langfristige Geldmengenziel=20
unver=E4ndert. Wegen der geopolitischen Risiken werde aber weiter notfalls=
=20
mehr Liquidit=E4t bereitgestellt. Erstmals seit mehr als einem Jahr fiel die=
=20
Entscheidung nicht einstimmig aus. Ein Mitglied stimmte dagegen.


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Ostw=E4rts in die Ferne
Zum Abschluss der Asien-Trilogie von Nicolas Bouvier

Das Dilemma von Reisebuchautoren hat Peter Hatt, ein englischer Verleger=20
von Reiseliteratur, auf den Punkt gebracht. F=FCr die Fleissigen unter ihnen=
=20
werden das Unterwegssein und das Schreiben dar=FCber zur Routine. Das bringt=
=20
eine Abstumpfung der Sinne mit sich, die B=FCcher verlieren an Intensit=E4t.=
 In=20
Grossbritannien und den USA, wo ein erfolgreicher travel writer ganz gut=20
=FCber die Runden kommt, ist die professionalisierte Reiseschriftstellerei=
=20
gang und g=E4be. Da entstehen Reiserouten und Reisethemen sozusagen am=20
Reissbrett. Das Abenteuer als Brotverdienst? Der Ausbruch aus dem Alltag=20
als rituelle Wiederholung? Die eindringlichsten Reiseb=FCcher beziehen ihre=
=20
Wirkung nicht zuletzt aus der Einmaligkeit des Unternehmens, aus dem=20
Zuf=E4lligen und Unvorhersehbaren, aus Risiko und Gef=E4hrdung. Aus all dem,=
=20
was Abenteuer eben ausmacht. Hatt befindet, dass auch dem besten=20
Reisebuchschriftsteller nur ein wirklich gutes Buch gelingt.
Der Genfer Nicolas Bouvier (1929-1998) hat vier Reiseb=FCcher geschrieben,=
=20
ein Profi-Reisebuchautor war er deswegen nicht. Als Bouvier 1953 zu seiner=
=20
Asienreise aufbrach, hatte er nur vage Vorstellungen davon, wohin die Reise=
=20
gehen und wie lange sie dauern w=FCrde. Unter oft prek=E4ren Verh=E4ltnissen=
=20
reiste er durch den Balkan, Kleinasien, Persien, Afghanistan, Pakistan,=20
Indien, Ceylon nach Japan. 1956 kehrte er in die Schweiz zur=FCck. Den=
 ersten=20
Abschnitt seiner Reise verarbeitete Bouvier in =ABDie Erfahrung der Welt=BB=
=20
(1963, =ABL'usage du monde=BB). Dieser Band ist 2001, sch=F6n ediert, auf=
 Deutsch=20
neu aufgelegt worden. Der Erfolg war so gross, dass =ABDer Skorpionsfisch=BB=
=20
(1981, =ABLe poisson-scorpion=BB), auf Deutsch seit langem vergriffen,=20
nachgeschoben wurde. Nun erscheint mit =ABJapanische Chronik=BB erstmals=
 eine=20
=DCbersetzung der =ABChronique japonaise=BB (1975). Damit liegt Bouviers=20
Asien-Trilogie vollst=E4ndig auf Deutsch vor.

Die Liebe zu Japan
Als Bouvier im Oktober 1955 in Yokohama eintraf, war er blank. Er hatte=20
sich die =DCberfahrt von Ceylon (heute Sri Lanka) mit =ABniedrigen Arbeiten=
 im=20
Schiffsbauch=BB verdient. Der Zeitpunkt war gut: Nach der siebenj=E4hrigen=
=20
amerikanischen Besatzung war in Japan alles Europ=E4ische und insbesondere=
=20
alles Franz=F6sische in Mode. Bouviers Aufs=E4tze zu geschichtlichen und=20
literarischen Themen waren bei den japanischen Zeitschriften, die wie Pilze=
=20
aus dem Boden schossen und denen er gelegentlich auch seine Photographien=20
verkaufte, beliebt. Er verdiente gut und arbeitete nur gerade so viel, um=20
Zeit zu haben, sich mit japanischer Geschichte und Kultur befassen und das=
=20
Land durchstreifen zu k=F6nnen. Ein Jahr sp=E4ter schiffte er sich nach=20
Marseille ein - =ABdrei Jahre Asien haben aus mir einen ausgezeichneten=20
Europ=E4er gemacht=BB, notierte Bouvier.
=ABJapanische Chronik=BB ist alles andere als ein frisch von der Leber weg=
=20
geschriebener Erfahrungsbericht. Das Buch in seiner jetzigen Form umfasst=20
auch die Jahre 1964/66, als Bouvier mit Frau und Sohn in Tokio und Kyoto=20
lebte. Es wirkt nicht wie aus einem Guss, sondern ist eher eine lockere=20
Sammlung unterschiedlicher Schreibarten: Tagebucheintrag und Gedicht,=20
Reisenotizen und Essay, Abhandlungen =FCber Zen, N=F4, die Badekultur sowie=
=20
Reflexionen und Kommentare aller Art. Das ergibt ein Potpourri, das eine=20
sehr pers=F6nliche Sicht Japans vermittelt, unsystematisch, sprunghaft und=
=20
anregend. Er=F6ffnet wird das Buch mit einer funkelnden Synthese der=20
Geschichte Japans, durchsetzt mit kulturhistorischen, literarischen,=20
kunstgeschichtlichen Aper=E7us. Bouvier liebt das Land und seine Menschen;=
=20
den differenzierenden Blick gibt er deshalb nicht auf. F=FCr=
 militaristisches=20
Gedankengut oder Tourismus =E0 la japonaise zum Beispiel hat Bouvier wenig=
=20
=FCbrig. Seine schneidende Intelligenz, antagonistisch gepaart mit einem=20
schw=E4rmerischen Naturell, ergibt eine Prosa, die vor Spannung vibriert.=
 Die=20
Formulierungen sind elegant, der Witz ist fein und sehr trocken. Wie schon=
=20
in =ABDie Erfahrung der Welt=BB ist Bouviers Sprache auch in diesem Band=20
ziseliert, gefeilt, poliert - die =DCbersetzung von Gi=F2 Waeckerlin-Induni=
=20
macht diese Rigorosit=E4t gut sp=FCrbar.
Bouvier durchstreift das Land zu Fuss, mit Bus und Eisenbahn. Wenn zuweilen=
=20
der Eindruck eines Idylls entsteht, dann deshalb, weil ihn nicht so sehr=20
das st=E4dtische, das industrialisierte Japan besch=E4ftigt, sondern das=20
l=E4ndliche Milieu mit Menschen, welche von der urbanen Hektik noch=20
weitgehend unber=FChrt scheinen. Je weiter n=F6rdlich Bouvier reist, desto=
=20
leerer und stiller wird das Land. Auf Hokkaido, der n=F6rdlichsten Insel,=20
besucht er eine Gruppe von Ainu, die ihre ethnische Eigenart ganz gut=20
touristisch verwerten. Ansonsten ist es die raue Sch=F6nheit der Landschaft,=
=20
die Bouvier befl=FCgelt und immer wieder zu frischen Formulierungen und=20
=FCberraschenden Schilderungen anregt. Sein Herz tr=E4gt der Autor deswegen=
=20
nicht auf der Zunge. Er ist diskret und scheu, erst gegen Ende des Buches=20
spricht er von sich. Von Minderwertigkeitsgef=FChlen ist die Rede, von der=
=20
Angst, als Person =ABv=F6llig zu verschwinden=BB, von der Schreibarbeit, die=
 nie=20
leicht f=E4llt. Bouvier ist selbstkritisch bis zur Selbstbehinderung. Die=20
Eigenzensur ist von erstickender Strenge, jede Zeile scheint einer Art=20
innerer Sabotage abgerungen. Vielleicht wirkt die =ABJapanische Chronik=BB=
 aus=20
diesem Grund wie ein Konzentrat - maximaler Gehalt in knappster Form.
In =ABDer Skorpionsfisch=BB (1981), dem Mittelst=FCck der Asien-Trilogie,=20
schreibt Bouvier: =ABWie viele Jahre noch, um mit diesem Ich fertig zu=20
werden, das allem im Weg steht?=BB Er erw=E4hnt auch seine =ABhugenottische=
=20
Erziehung, die fast einer halbseitigen L=E4hmung gleichkommt=BB. In Ceylon=
=20
erreichte Bouvier den Tiefpunkt seiner Reise. Sieben Monate verbrachte er=20
in der Kleinstadt Galle im S=FCden der Insel, =ABin einem wurmstichigen=20
Gasthaus eingesperrt, das die Termiten ger=E4uschvoll in S=E4gemehl=20
verwandelten=BB. Er versinkt in einer b=F6sen Krise, ausgel=F6st durch das=
=20
Alleinsein, den Verlust seiner Freundin, die sich brieflich verabschiedet,=
=20
die k=F6rperlichen und seelischen Strapazen einer langen Reise, durch nicht=
=20
n=E4her erl=E4uterte =ABGespenster und Schatten=BB. In diesem Zustand nimmt=
 Bouvier=20
seine Umgebung feindlich wahr. Die Leute erscheinen ihm dumm und=20
verschlagen, die Gesellschaft korrumpiert durch Tr=E4gheit und=
 Geisterglauben.

Ceylon als Fiebertraum
Zum Sinnbild des Malaises wird ein alarmierend aktives Insektenleben.=20
Termiten, Skorpione, Ameisen und Kakerlaken scheinen sich gegen den Autor=20
zu verschw=F6ren und befl=FCgeln ihn zu einem Beschreibungsfuror, der in=
 einer=20
mitreissend geschilderten Insektenschlacht gipfelt. Um etwas Geld zu=20
verdienen (und um Halt zu finden), klammert Bouvier sich ans Schreiben. Er=
=20
bringt Reiseerlebnisse zu Papier und schreibt Artikel. Trotz dem grossen=20
zeitlichen Abstand zu den geschilderten Erfahrungen wirkt =ABDer=20
Skorpionsfisch=BB =FCberraschend unmittelbar. Jede Zeile schwitzt die Krise=
=20
jener Monate aus. Bouvier hat wiederholt gesagt, wie stark ihn dieser=20
Tiefpunkt pr=E4gte und wie lange er z=F6gerte, sich diesem Abschnitt der=
 Reise=20
anzunehmen. Er mag sich gefragt haben, wie derartige Erfahrung dargestellt=
=20
werden kann, damit sie f=FCr die Leser relevant wird. Er hat sich f=FCr eine=
=20
rigorose Verfremdung entschieden. Die innere Not und die entsprechend=20
gef=E4rbten Erlebnisse =FCberh=F6ht und verdichtet er derart, die =E4ussere=
=20
Wirklichkeit ist derart selektiv, dass das Buch wie ein Fiebertraum wirkt.=
=20
Sich selbst schont Bouvier nicht, er erscheint misslaunig und m=FCrrisch,=20
verdrossen und b=E4rbeissig, zugekn=F6pft und neurasthenisch, seine=
 zerrissene=20
Seele macht sich durch allerlei saure Bemerkungen Luft.
Auf der letzten Seite k=FCndigt sich dann die Wende an: =ABIch aber begann=
=20
wieder zu leben: ich war auf dem tiefsten Punkt angelangt, ich stieg wieder=
=20
hoch wie eine Luftblase. Mein endlich ge=F6ffneter Kopf leerte sich wie im=
=20
Traum von all den schwarzen Wahnvorstellungen, die dort schon allzu lange=20
moderten. (. . .) Jetzt weinte ich wirklich, und noch nie schienen mir=20
Tr=E4nen so gut.=BB Die wiedergefundene Lebensfreude begleitete Bouvier nach=
=20
Japan in ein Land, um das er sich bem=FChte und das ihn trotzdem entliess,=
=20
wie er gekommen war: als Fremder.

Georg S=FCtterlin
Nicolas Bouvier: Japanische Chronik. Aus dem Franz=F6sischen von Gi=F2=20
Waeckerlin-Induni. Lenos-Verlag, Basel 2002. 290 S., Fr. 39.80.
Ders.: Der Skorpionsfisch. Aus dem Franz=F6sischen von Barbara Erni.=20
Ammann-Verlag, Z=FCrich 2002. 159 S., Fr. 21.90.


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Japans Aozora-Bank in amerikanischen H=E4nden?
Nippons Finanzmarkt im Rampenlicht
N. B. Tokio, 14. April
Der US-Investmentfonds Cerberus will f=FCr 101,1 Mrd. Yen (1,17 Mrd. Fr.)=
 die=20
Mehrheit an der japanischen Aozora-Bank =FCbernehmen. Es w=E4re nach der=20
Shinsei-Bank die zweite gr=F6ssere japanische Bank, die in ausl=E4ndischen=
=20
Besitz fiele. Die japanische Finanzaufsichtsbeh=F6rde (FSA) muss dem Kauf=20
noch zustimmen. Analytiker und Investoren warten gespannt auf deren Antwort=
=20
und auf die Reaktionen japanischer Politiker. Die =DCbernahme hat somit auch=
=20
Einfluss auf den Ruf des japanischen Finanzmarkts.
Sumitomo Mitsui zieht den K=FCrzeren
Cerberus, bereits mit 12% an der Aozora-Bank beteiligt, hat ein=20
Vorkaufsrecht auf einen Anteil von 49%, den die Internet-Holding Softbank=20
Corp. verkaufen m=F6chte. In einem Monate dauernden Bieterwettbewerb haben=
=20
die US-Investoren letztlich Japans zweitgr=F6sste Bankengruppe, Sumitomo=20
Mitsui, aus dem Rennen geworfen. Man betrachte die Aozora-Bank als =ABeines=
=20
der angemessensten Ziele f=FCr eine langfristige Investition=BB, beteuerte=
=20
Cerberus mit Sitz in New York am Montag. F=FCr die Zustimmung der=20
Finanzaufsicht, die jeden Besitz von mehr als 20% genehmigen muss, wird die=
=20
k=FCnftige Gesch=E4ftsstrategie von Cerberus entscheidend sein. Die FSA hat=
=20
einen Monat Zeit, sich mit dem Angebot von Cerberus zu befassen. Vertreter=
=20
der Beh=F6rde haben bereits klargemacht, dass ihnen eine grosse Bank als=20
k=FCnftiger Eigent=FCmer lieber gewesen w=E4re als ein Investmentfonds, weil=
 man=20
so politischen Widerstand bef=FCrchten m=FCsse. Der Staat hatte Aozora=
 (ehemals=20
Nippon Credit Bank) 1998 mit einer Kapitalspritze in zweistelliger=20
Milliarden-Franken-H=F6he gerettet und verstaatlicht. Dann wurden im=
 Fr=FChjahr=20
2000 knapp 49% der Anteile an die Softbank verkauft, jeweils knapp 15% an=20
die Tokyo-Marine-und-Feuerversicherung und an die Leasing-Firma Orix. Die=20
Bedingung f=FCr den damaligen Verkauf: ein langfristiges Engagement. Doch=
 die=20
Softbank will einen Teil der Schulden abbauen und deshalb verkaufen.
Ruhe vor dem Sturm?
Insgesamt d=FCrften die Wogen im Fall der Aozora-Bank mit einer Bilanzsumme=
=20
von umgerechnet rund 70 Mrd. Fr. nicht mehr so hoch schlagen wie vor drei=20
Jahren bei der =DCbernahme der heutigen Shinsei-Bank (damals Long Term=
 Credit=20
Bank) durch ein Konsortium um den US-Investmentfonds Ripplewood.=20
Konservative Politiker hatten damals den Verkauf scharf kritisiert. Sp=E4ter=
=20
sorgte eine Vertragsklausel f=FCr Unmut, auf Grund deren die Regierung von=
=20
der Shinsei-Bank bisher f=FCr rund 850 Mrd. Yen faule Kredite zur=FCckkaufen=
=20
musste. Auch der Aozora-Bank hat eine =E4hnliche Klausel geholfen, ihren=20
Bestand an faulen Krediten kr=E4ftig abzubauen, doch bisher ist sie weniger=
=20
strikt vorgegangen als Shinsei. Bei einer Zustimmung zur =DCbernahme muss=20
Cerberus auch den anderen Aktion=E4ren ein Angebot machen.


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Japans Versicherer in Bedr=E4ngnis
Starke Nachfrage nach ausl=E4ndischen Anleihen

Japans Lebensversicherer stecken in Schwierigkeiten, da sie w=E4hrend der=20
Spekulationsphase Renditen garantiert haben, die sie heute nicht mehr=20
erwirtschaften k=F6nnen. Angesichts fallender B=F6rsenkurse an Nippons=
 M=E4rkten=20
schichten sie verst=E4rkt in ausl=E4ndische Anleihen um. Das setzt den=20
heimischen Markt weiter unter Druck.

N. B. Tokio, 21. April
Auf der Suche nach h=F6heren Renditen schichten Japans Lebensversicherer=20
st=E4rker zugunsten ausl=E4ndischer Wertpapiere und heimischer=
 Firmenanleihen=20
um. In den vergangenen Tagen k=FCndigten gleich mehrere der grossen=20
Versicherungen in Interviews an, sie wollten im per Anfang April=20
beginnenden Gesch=E4ftsjahr 2003/2004 japanische Aktien verkaufen und=20
haupts=E4chlich in ausl=E4ndische Anleihen investieren. Diese Umschichtung=
=20
l=E4sst sich seit mehreren Jahren verfolgen, doch im zu Ende gegangenen und=
=20
im laufenden Gesch=E4ftsjahr hat sie an Dynamik gewonnen. Auf den=
 japanischen=20
Aktienmarkt =FCben die Umschichtungen weiteren Druck aus.

Historisch niedrige Renditen
Japans Lebensversicherer stecken in dem Dilemma, dass sie w=E4hrend der=20
Spekulationsphase in den achtziger Jahren Renditen von oft 3% bis 4 % auf=20
Policen garantiert haben, die sie heute nicht mehr erwirtschaften k=F6nnen.=
=20
Das f=FChrt zu Verlusten und zehrt an den Reserven. Denn mit historisch=20
niedrigen Renditen f=FCr heimische Staatsanleihen ist nicht genug zu=20
erwirtschaften, und der Aktienbesitz der Versicherungskonzerne ist derzeit=
=20
jedes Jahr weniger wert. Im Gesch=E4ftsjahr 2001/2002 hatten sieben=20
Lebensversicherungen ihre Reserven um insgesamt rund 500 Mrd. Yen gesenkt.=
=20
Die Versicherungen suchen deshalb nach Anlagen, die eine bessere Rendite=20
versprechen.
Allein Japans Branchenf=FChrer, Nippon Life, will in diesem Jahr rund 500=20
Mrd. Yen anlegen, fast alles in ausl=E4ndischen Anleihen. 50% bis 60% davon=
=20
seien in Dollar denominiert, der Rest in Euro, erkl=E4rten Manager des=20
Unternehmens in Interviews mit den Nachrichtenagenturen Reuters und Dow=20
Jones. Japanische Staatsanleihen werde man erst wieder kaufen, wenn die=20
Renditen stiegen. Das wird Japans Finanzministerium nicht gerne h=F6ren, ist=
=20
man derzeit doch darum bem=FCht, den Kundenkreis f=FCr die Anleihen des hoch=
=20
verschuldeten Staates zu erweitern. Von einer generellen Abkehr von=20
japanischen Staatsanleihen k=F6nne man trotzdem nicht sprechen, meint Brett=
=20
Hemsley, Versicherungsexperte bei Fitch Ratings in Tokio. In den=20
vergangenen Jahren hat sich der Anteil japanischer Staatsanleihen an den=20
Gesamteinlagen der japanischen Versicherer in der Tat auf 18,3% erh=F6ht.=
 Der=20
Anteil inl=E4ndischer Aktien dagegen ist innerhalb von knapp drei Jahren von=
=20
15,3% auf 11,3 % gefallen, derjenige ausl=E4ndischer Wertpapiere dagegen von=
=20
11,9% auf 15,3% gestiegen. Das Verh=E4ltnis hat sich also umgekehrt, ein=20
klarer Trend ist erkennbar.

Knappes inl=E4ndisches Angebot
Die Lebensversicherer investierten weiter in sehr langfristige japanische=20
Staatsanleihen, erl=E4utert Hemsley. F=FCr kurzfristigere Investitionen=20
kanalisierten sie ihr Geld dagegen lieber in ausl=E4ndische Staatsanleihen=
=20
oder aber in inl=E4ndische wie ausl=E4ndische Unternehmensanleihen mit=
 h=F6heren=20
Renditen. Da das Angebot an Firmenanleihen mit h=F6herer Rendite in Japan=20
begrenzt sei, fliesse viel in ausl=E4ndische Anleihen. Selbst mit den Kosten=
=20
f=FCr die Absicherung des Wechselkursrisikos liegen die Renditen h=F6her als=
=20
bei japanischen Staatsanleihen, die weit unter 1% Rendite bringen. Asahi=20
Mutual Life, die Nummer sechs des Marktes, k=FCndigte an, in diesem=20
Gesch=E4ftsjahr Aktien im Wert von 150 Mrd. Yen verkaufen zu wollen nach 300=
=20
Mrd. Yen im abgelaufenen Gesch=E4ftsjahr. Mitsui Mutual Life, der=20
siebtgr=F6sste Anbieter, will Aktien im Wert von 200 Mrd. Yen auf den Markt=
=20
werfen und im Gegenzug 300 Mrd. Yen in Euro- und Dollar-Staatsanleihen=20
stecken.


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Internet-Telefonie wird zum Massenmarkt
Japans Festnetzanbieter unter Druck
Ob zu Hause oder im Unternehmen, immer mehr Konsumenten stellen in Japan=20
auf die billigere und effizientere Internet-Telefonie um. Experten sehen=20
die Entwicklung als Test f=FCr die M=E4rkte in Europa und den USA.

N. B. Tokio, im April

In der neuen Firmenzentrale, die Japans viertgr=F6sster Autoproduzent,=20
Mitsubishi Motors, in K=FCrze bezieht, wird es sie serienm=E4ssig geben:=20
Internet-Telefone. Jeder Besch=E4ftigte wird ein sogenanntes IP-Telefon mit=
=20
pers=F6nlicher Nummer haben, das =FCber einen Server im eigenen Haus l=E4uft=
. F=FCr=20
die einzelnen Abteilungen gibt es zus=E4tzlich herk=F6mmliche=
 Telefonnummern.=20
Die Infrastruktur von Telefon und Computer wird so vereinheitlicht, besser=
=20
ausgelastet und ist, so hofft man, leichter zu verwalten. Und billiger ist=
=20
das Telefonieren noch dazu.

Wankendes Festnetz
Lange war Telefonieren =FCber das Internet aus technischen und Kostengr=FCnd=
en=20
vom =ABNormaltelefon=BB noch weit entfernt. In Japan erobert die=20
Internet-Telefonie jedoch derzeit den Massenmarkt - bei Unternehmen, aber=20
auch beim einzelnen Konsumenten. Das setzt etablierte Festnetz-Anbieter=20
geh=F6rig unter Druck.
VoIP (Voice over Internet Protocol) oder IP-Telefonie nennen Fachleute die=
=20
=DCbertragung von Sprachkommunikation mit Internet-Technologie. Angestossen=
=20
haben den Markt in Japan Internet-Anbieter, allen voran Fusion=20
Communications und Yahoo Japan =FCber die Breitband-Tochter Yahoo BB.=20
Zusammen kommen allein die beiden Marktf=FChrer auf rund 4 Mio. Kunden.=20
Angesichts dieses Erfolges stossen auch andere Gesellschaften in die Sparte=
=20
vor. Vor wenigen Wochen starteten alteingesessene Telefonanbieter wie der=20
ehemalige Staatskonzern NTT oder dessen Konkurrenten KDDI und Japan Telecom=
=20
eigene IP-Telefondienste. Auch Elektronikkonzerne wie Sony, NEC und=20
Matsushita haben sich auf den Markt gedr=E4ngt.

Der Preis als Motor
In Japan beg=FCnstigen einige Faktoren die Verbreitung der=20
Internet-Telefonie, die in manchem Industrieland anders gelagert sind.=20
Unter anderem sind in Nippon Inland-Ferngespr=E4che ausgesprochen teuer. Ein=
=20
Drei-Minuten-Gespr=E4ch =FCber eine Entfernung von mehr als 100 Kilometern=
 (der=20
teuerste Tarif) kostet 80 Yen (=80 0.63). Billiganbieter wie in Europa gibt=
=20
es nicht. Fusion Communications, von mehreren japanischen Firmen gegr=FCndet=
,=20
ging bereits vor zwei Jahren mit dem ersten Internet-Telefondienst =FCber=20
Einwahlverbindung auf den Markt und verlangte entfernungsunabh=E4ngig 20=
 Yen.=20
=DCber Breitbandverbindungen (DSL), bei denen die Einwahlkosten entfallen,=
=20
liegt der Tarif f=FCr drei Minuten jetzt je nach Anbieter zwischen 7,5 und 8=
=20
Yen (rund =80 0.06), also um bis zu 90% unter den herk=F6mmlichen=20
Gespr=E4chspreisen. Telefonieren und Internet-Nutzung sind parallel m=F6glic=
h.=20
Ein rasch wachsender Kundenstamm von insgesamt mehr als 7 Mio.=20
DSL-Haushalten gilt Analytikern als weitere, gute Voraussetzung f=FCr die=20
Internet-Telefonie in Japan. Die Kosten f=FCr einen Breitbandzugang z=E4hlen=
 zu=20
den g=FCnstigsten der Welt.
Gratis ist der IP-Anruf, wenn der Gespr=E4chspartner ein IP-Telefon des=20
gleichen Anbieters hat. Je h=F6her die Abonnentenzahl, desto attraktiver=
 wird=20
so das Netz f=FCr die Teilnehmer. Um den Vorsprung von Yahoo BB mit bereits=
=20
mehr als 1,3 Mio. IP-Telefon-Nutzern =FCber DSL zum Jahresbeginn aufzuholen,=
=20
haben sich die Firmen, die jetzt neu auf den Markt kommen, in eine Allianz=
=20
zusammengetan, deren Kunden Gespr=E4chspartner im Netzwerk der Partner=20
ebenfalls gratis anrufen k=F6nnen. =DCber kurz =FCber lang w=FCrden aber=
 alle=20
IP-Telefone untereinander kostenlos verbunden werden, meint Kirk Broody,=20
Telekom-Experte bei Dresdner Kleinwort Wasserstein. Vorerst aber m=FCssen=
 die=20
IP-Netze der grossen Telefongesellschaften miteinander verbunden werden,=20
damit =FCberhaupt jeder IP-Telefonist wirklich =FCberall hin telefonieren=
 kann.=20
Die herk=F6mmlichen Telefone sollen die IP-Anrufer, die eine elfstellige=20
Nummer mit Vorwahl haben, bis Sommer alle automatisch erkennen.

Durchbruch kaum zu verhindern
Bisher wirkte sich laut Beobachtern auch hemmend auf die Verbreitung aus,=20
dass nur sehr wenige, teure Telefonger=E4te f=FCr die Internet-Telefonie zu=
=20
haben waren. Mittlerweile wird ein Modem, das der Privatnutzer f=FCr rund=
 800=20
Yen (=80 6.30) pro Monat mieten kann, einfach zwischen normales Telefon und=
=20
DSL-Box geschaltet. Bei einem Server-Absturz kann man so auch auf den=20
herk=F6mmlichen Anbieter zur=FCckgreifen, dessen Monatsgeb=FChr von rund=
 1700 Yen=20
man dann jedoch weiter zahlt. Umgehen wollen dies die grossen=20
Stromunternehmen, die =FCber spezielle T=F6chter IP-Telefon-Dienste =FCber=
=20
schnellere, aber teurere Glasfasernetze anbieten.
Die traditionellen Festnetzanbieter geraten durch die Internet-Telefonie=20
weiter unter Druck. Ihr Rezept ist die Flucht nach vorn. Zudem haben die=20
NTT-Regionalgesellschaften sich die Erlaubnis eingeholt, die Geb=FChr zu=20
erheben, die Fremdanbieter zahlen m=FCssen, um die =ABletzte Meile=BB des=
 Netzes=20
zu nutzen, um also einen Internet-Anruf auf ein normales Telefon=20
durchzustellen. Mit einer Anpassung um 5% d=FCrften sich die Angebote von=
 7,5=20
bis 8 Yen f=FCr ein Drei-Minuten-Gespr=E4ch ins Festnetz auf die Dauer wohl=
=20
nicht halten lassen. Zudem d=FCrften die Telekom-Unternehmen bald ihre=
 Tarife=20
senken, was dem IP-Telefonmarkt einen kleinen D=E4mpfer versetzen k=F6nnte;=
=20
seine Ausbreitung verhindern wird dies laut Marktbeobachtern jedoch nicht.




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Nissan Motor gibt das Tempo vor
Der Autohersteller in robuster Verfassung
tf. Tokio, 23. April
Noch vor wenigen Jahren schien das =DCberleben des Unternehmens gef=E4hrdet,=
=20
heute geh=F6rt Nissan Motor zu den weltweit profitabelsten=20
Automobilherstellern. Die von Japans drittgr=F6sstem Branchenvertreter=20
vorgelegten Zahlen f=FCr das im M=E4rz abgeschlossene Gesch=E4ftsjahr=
 2002/03=20
spiegeln auf eindr=FCckliche Weise die wirtschaftliche Erneuerung, die das=
=20
Unternehmen unter F=FChrung des umtriebigen Chefsanierers Carlos Ghosn=
 erlebt=20
hat. Um 50,7% auf das Rekordniveau von 737 Mrd. Yen konnte das=20
Betriebsergebnis im Vorjahresvergleich gesteigert werden, und der=20
Reingewinn legte um rund einen Drittel auf 495 Mrd. Yen zu. Mit dem=20
Gewinnsprung, der auf provisorischen, erfahrungsgem=E4ss aber kaum mehr zu=
=20
korrigierenden Werten basiert, geht eine operative Gewinnmarge von 10,8%=20
einher. Dieser Wert, der das firmeninterne Ziel von 8% deutlich =FCbertrifft=
,=20
stellt im internationalen Branchenvergleich eine Bestmarke dar.

Schuldenfrei
Carlos Ghosn blieb bei der Pr=E4sentation der Gesch=E4ftsergebnisse seinem=
 Stil=20
treu und geizte nicht mit Stolz =FCber das Erreichte. Nachdem sich der=20
Gesch=E4ftsgang noch vor drei Jahren in beschleunigendem Sinkflug befunden=
=20
habe, sei Nissan derzeit nicht nur zur=FCck im globalen Rennen, man geh=F6re=
=20
nun auch zu den Schrittmachern der Branche. Das Selbstbewusstsein ist=20
durchaus berechtigt, vor allem mit Blick auf die Verschuldungslage des zu=20
44,4% von Renault kontrollierten Unternehmens. Lastete auf Nissan noch zu=20
Beginn des Gesch=E4ftsjahrs 1999/2000 ein Schuldenberg von =FCber 2 Bio.=
 Yen,=20
so kann man sich heute - und somit ein Jahr fr=FCher als angepeilt - als=20
schuldenfrei erkl=E4ren. Der erfolgreich abgeschlossene Schuldenabbau wurde=
=20
im vergangenen Gesch=E4ftsjahr durch die erfolgreiche Lancierung neuer=20
Automobile zus=E4tzlich unterst=FCtzt. Nicht weniger als zw=F6lf neue=
 Modelle -=20
ebenfalls ein Firmenrekord - wurden am Markt eingef=FChrt. Der=20
erwirtschaftete Umsatz legte dabei um 10,6% auf 6,85 Bio. Yen zu.

Verkaufsziel nicht erreicht
Aber auch im Ausweis von Nissan gibt es nicht nur leuchtende Stellen. So=20
blieb man bei den verkauften St=FCckeinheiten, die um 6,7% auf 2,77 Mio.=20
Fahrzeuge stiegen, um 2,4% hinter den eigenen Prognosen zur=FCck.=20
Verantwortlich hierf=FCr ist das vor allem im zweiten Semester schw=E4cher=
 als=20
erwartet ausgefallene Gesch=E4ft in den USA und in Europa; der alte=
 Kontinent=20
ist im =DCbrigen der einzige Markt, auf dem Verk=E4ufe und Marktanteil nicht=
=20
verbessert werden konnten. Ghosn verbarg seine Entt=E4uschung =FCber die=
 nicht=20
erreichten Verkaufsziele nicht. Relativierend betonte er indessen, dass=20
Nissans Strategie nicht auf der Maximierung des Volumens, sondern allein=20
auf der Optimierung der Profitabilit=E4t basiere. Wohl an die Adresse=20
amerikanischer Konkurrenten gerichtet, die ihre Kunden j=FCngst mit massiven=
=20
Rabatten bei guter Laune haben halten m=FCssen, f=FCgte Ghosn zudem bei,=
 dass=20
der eigene Umsatz nicht durch =ABzus=E4tzliche Anreize=BB habe aufgebl=E4ht=
 werden=20
m=FCssen. Das soll auch im laufenden Gesch=E4ftsjahr gelten, in dem Nissan=
=20
einen Umsatz von 7,45 Bio. Yen (+8,8%) und einen Betriebsgewinn von 820=20
Mrd. Yen (+11,3%) in Aussicht stellt.



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Die Chinesische Mauer trennt auch Pflanzenarten

Die rund 6000 Kilometer lange Chinesische Mauer hat =FCber Jahrhunderte=
 nicht=20
nur V=F6lker getrennt, sondern auch den Genfluss zwischen Pflanzen gest=F6rt=
.=20
Zu diesem Schluss sind Wissenschafter der Peking University gekommen. Mit=20
Hilfe von DNA-Analysen konnten sie zeigen, dass Pflanzen diesseits und=20
jenseits der Mauer deutliche genetische Unterschiede aufweisen. Obwohl die=
=20
Mauer =ABnur=BB sechs Meter breit und ebenso hoch ist, ist der Austausch von=
=20
Genen =FCber den Schutzwall offenbar eingeschr=E4nkt. Je nach=20
Best=E4ubungsmechanismus ist laut den Forschern die Barriere aber=20
unterschiedlich durchl=E4ssig. Die Mauer scheint vor allem f=FCr Insekten=
 ein=20
Hindernis zu sein. Denn die getrennten Best=E4nde von mehreren=20
insektenbest=E4ubten Pflanzenarten weisen gr=F6ssere genetische Unterschiede=
=20
auf als die windbest=E4ubte Sibirische Ulme. Wenn diese im April bl=FCht,=20
setzen in Nordchina starke Winde ein, die den Pollen =FCber die Mauer tragen=
=20
und so zu einem Austausch von Genen zwischen den Best=E4nden f=FChren.


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Japans Handelsh=E4user mit operativen Fortschritten
Die Aktienbaisse belastet den Reingewinn

tf. Tokio, 9. Mai

Kaum eine andere Branche Japans hat in den vergangenen Jahren einen =E4hnlic=
h=20
radikalen Umbau erlebt wie der traditionelle Wirtschaftszweig der=20
Handelsh=E4user. Die mit Blick auf ihre Umsatzvolumina nach wie vor=20
gigantischen Unternehmen, die w=E4hrend Jahrzehnten im Ruf standen, vom=20
Mineralwasser bis zum Satelliten praktisch jedes Produkt im Sortiment zu=20
f=FChren, haben ihren Fokus j=FCngst deutlich gesch=E4rft und unrentable=20
Unternehmensteile mit hohem Tempo abgestossen. Die Fr=FCchte solcher=20
Entschlackung konnten auch im vergangenen Gesch=E4ftsjahr 2002/03 (per Ende=
=20
M=E4rz) geerntet werden, wie die Abschl=FCsse von Mitsui & Co, Itochu Corp.=
 und=20
Marubeni Corp. - in der nationalen Branchenrangliste nach Massgabe des=20
Umsatzes die Nummern zwei, drei und f=FCnf - zeigen. Auf operativer Ebene=20
haben die Unternehmen alle an Ertragskraft zugelegt; die B=F6rsenbaisse und=
=20
entsprechend hohe Verluste auf Aktienbest=E4nden haben beim Reingewinn=20
erwartungsgem=E4ss gleichwohl zumeist einen R=FCckgang zur Folge gehabt.
Mit Bewertungsverlusten auf Finanz- und Sachanlagen ist denn auch bei=20
Mitsui der Gewinnr=FCckgang zu erkl=E4ren, wobei das in eine alte=20
Keiretsu-Familie eingebettete Unternehmen seine Best=E4nde an Bankaktien in=
=20
den vergangenen Monaten massiv abgebaut hat. Das Hauptgesch=E4ft entwickelte=
=20
sich bei steigendem Umsatz ziemlich robust, nicht zuletzt dank guter=20
Nachfrage im Energie-, Chemie- und Metallbereich. Im laufenden=20
Gesch=E4ftsjahr wird wieder mit steigendem Reingewinn gerechnet, was im=20
=DCbrigen f=FCr die ganze Branche gilt. Wie Mitsui stellt auch Itochu eine=
=20
Verdoppelung des Reinergebnisses in Aussicht. Einen Strich durch die=20
Rechnung machen k=F6nnten aber die derzeit noch schwer absch=E4tzbaren=20
Folgekosten der Lungenkrankheit Sars, zumal der chinesische Markt in der=20
Strategie von Itochu eine besonders gewichtige Stellung einnimmt. Die=20
finanziell auf eher wackligem Fundament stehende Marubeni Corp. schaffte=20
nach dem schweren Vorjahresverlust, der prim=E4r auf hohe=20
Restrukturierungskosten zur=FCckzuf=FChren war, die R=FCckkehr in die=
 Gewinnzone.=20
Gute Ums=E4tze wurden im Erd=F6l-, Chemie- und Energiebereich erzielt. Die=
=20
Schuldenlast konnte zwar um knapp 17% auf 2,2 Bio. Yen abgebaut werden;=20
Grund zur Entwarnung liefert dies aber kaum, zumal die Schuldensumme noch=20
immer rund einem Viertel des gesamten Umsatzes entspricht.


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Nippon Steel erneut mit Verlust
Zufrieden mit dem Kerngesch=E4ft

tf. Tokio, 9. Mai

Der weltweit zweitgr=F6sste Stahlhersteller, die japanische Nippon Steel=20
Corp., erwirtschaftet im Kerngesch=E4ft zwar deutlich bessere Ergebnisse;=20
hohe Belastungen nichtbetrieblicher Natur haben im Gesch=E4ftsjahr 2002/03=
=20
(per Ende M=E4rz) aber dennoch dazu gef=FChrt, dass das Unternehmen im=
 zweiten=20
Jahr in Folge mit einem Verlust abschliessen muss. Bei einem um knapp 7%=20
h=F6heren Umsatz von 2,75 Bio. Yen resultierte ein Reinverlust von 51,7 Mrd.=
=20
Yen, derweil auf der Stufe des Betriebsergebnisses der Gewinn auf 143,0=20
Mrd. Yen fast verdoppelt werden konnte. F=FCr die rote Zahl auf der=
 untersten=20
Linie der Erfolgsrechnung verantwortlich sind vor allem Bewertungsverluste=
=20
auf Wertschriften (45,4 Mrd. Yen) und auf Immobilien (40,0 Mrd. Yen) sowie=
=20
Restrukturierungskosten (19,1 Mrd. Yen), etwa im Zusammenhang mit dem Umbau=
=20
der Tochtergesellschaft Nippon Steel Chemical.
Mit dem Verlauf des Stahlgesch=E4fts zeigt sich das Unternehmen aber=20
zufrieden, vor allem dank robuster Nachfrage von Autoherstellern und=20
Schiffsbauern sowie dynamischen Exporten, namentlich nach China und in=20
andere asiatische L=E4nder. An der Preisfront beruhigte sich die Lage, und=
=20
erstmals seit bald f=FCnf Jahren konnten beispielsweise bei Verhandlungen=
 mit=20
Autoherstellern wieder Preiserh=F6hungen durchgesetzt werden.
Mit h=F6heren Preisen rechnet man in naher Zukunft auch bei den Abnehmern=
 der=20
Elektronikindustrie, so dass f=FCr das laufende Gesch=E4ftsjahr wieder ein=
=20
Reingewinn in Aussicht gestellt wird, und zwar in der H=F6he von 70 Mrd.=
 Yen.=20
In der Berichtsperiode konnte die Produktion von Rohstahl im Vergleich mit=
=20
derselben Vorjahresperiode um =FCber 14% auf 29,9 Mio. t gesteigert werden;=
=20
dies ist der h=F6chste Ausstoss seit 1981. Rund 32% des hergestellten Stahls=
=20
wurden exportiert, was im Vorjahresvergleich einem Plus um 3,3% entspricht.


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Mitsubishi Heavy etwas weniger =ABheavy=BB
Kleiner, aber profitabler
tf. Tokio, 14. Mai
Der gr=F6sste japanische Anlagen- und Maschinenbauer, Mitsubishi Heavy=20
Industries, ist im Gesch=E4ftsjahr 2002/03 zwar etwas weniger =ABheavy=BB,=
 daf=FCr=20
aber umso profitabler geworden. Bei einem um 9% geringeren Umsatz von 2,59=
=20
Bio. Yen konnte der Reingewinn um knapp 30% auf 34,3 Mrd. Yen gesteigert=20
werden. Trotz einigen unerfreulichen =DCberraschungen ist es Mitsubishi=
 Heavy=20
somit nach langer Durststrecke im zweiten Jahr in Folge gelungen, schwarze=
=20
Zahlen zu schreiben. Dabei hatte man noch im vergangenen Herbst mit vorab=20
negativen Nachrichten in den Schlagzeilen gestanden. Ein Feuer hatte damals=
=20
den Luxus-Liner =ABDiamond Princess=BB, der unmittelbar vor der Auslieferung=
 an=20
den britischen Auftraggeber P & O Princess Cruises stand und der zu den=20
weltweit gr=F6ssten Passagierschiffen geh=F6rt h=E4tte, zu einem Grossteil=
=20
zerst=F6rt. Das Ungl=FCck belastet die Jahresrechnung mit einem=20
ausserordentlichen Verlust von 13 Mrd. Yen. Noch schwerer, und zwar mit 19=
=20
Mrd. Yen, schlugen die Bewertungsverluste auf Wertschriften zu Buche. Wenn=
=20
der breit diversifizierte Konzern, der weit =FCber 700 Produkte im Sortiment=
=20
z=E4hlt, die Ertragskraft aber deutlich st=E4rken konnte, dann u. a. dank=
 dem=20
Abstossen unrentabler Kraftwerkprojekte, Produktionsverlagerungen (etwa bei=
=20
der Herstellung von Klimaanlagen) ins kosteng=FCnstigere Ausland und dank=20
einem starken Gesch=E4ft des an Dynamik gewinnenden Bereichs Raumfahrt. Im=
=20
laufenden Gesch=E4ftsjahr wird gleichwohl mit einer angespannten Marktlage=
=20
gerechnet: W=E4hrend der Reingewinn praktisch auf Vorjahresniveau stagnieren=
=20
soll, wird ein weiterer Umsatzr=FCckgang - und zwar um 7% - erwartet.


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ein nette, aber lange japanische geschichte die gerade in "die zeit N=B021,=
=20
vom 15.05.03" ver=F6ffentlich wurde

--------------------------------------------------------------
Wie das Gl=FCck nach Stra=DFgr=E4bchen kam

Von einem Erdbeben ersch=FCttert, suchte eine japanische Firma f=FCr ihre=
 neue=20
Fabrik nach =BB10 Hektar, m=F6glichst flach, mit Gleisanschluss=AB -=20
sicherheitshalber in Europa. In Sachsen wurde sie f=FCndig. Eine Geschichte=
=20
=FCber die wundersamen Wege der Globalisierung Von Henning Su=DFebach



         An einem Wintermorgen, dem 17.Januar 1995 um 5.46 Uhr, begann im=20
Schlafzimmer von Shozo Nakayama in Japan der Boden zu zittern. Nakayama,=20
ein Mann von Ende 50, blieb ruhig. Er kannte das schon. Bei ihm vibrierte=20
der Boden fast jeden Tag, und er hatte sich noch immer seinen Anzug=20
angezogen, die Krawatte gebunden und war stets p=FCnktlich im B=FCro=20
erschienen. Nakayama war damals Direktor der Kompressoren-Abteilung der=20
Firma Toyoda Automatic Loom Works (TAL), einer Tochter des Toyota-Konzerns.=
=20
Nakayama fuhr auch an jenem Morgen durchs Dunkel in die=20
110000-Einwohner-Stadt Kariya, vorbei an Fabriken, glasgl=E4nzenden=20
Spielhallen und Palmen im Neonlicht. Die Nachrichtenstimmen klangen=20
aufgeregter als sonst. Nakayama h=F6rte, wie sie immer hektischer von einem=
=20
gro=DFen Beben in Kobe sprachen, der Millionenstadt einige hundert Kilometer=
=20
entfernt an der K=FCste. Wenige Tage sp=E4ter w=FCrde man dort=
 f=FCnfeinhalbtausend=20
Tote z=E4hlen.
Als Nakayama in die Firma kam, sah er, dass nichts zerst=F6rt war. In=20
unersch=FCtterlicher Ruhe schoben die Flie=DFb=E4nder Metallteile durch die=
=20
Hallen, in der Luft lag das vertraute H=E4mmern und Zischen der Maschinen,=
=20
und =FCber die B=E4nder gebeugt standen die Arbeiter in ihren Latzhosen und=
=20
bewegten ihre linke Hand, rechte Hand, linke Hand, rechte Hand. Die Kunden=
=20
in Europa =96 Daimler-Benz, BMW, Audi, VW =96 w=FCrden beruhigt sein. Seit=
 Jahren=20
kauften sie die Kompressoren f=FCr die Klimaanlagen ihrer Autos bei Shozo=20
Nakayama. Der Direktor ging in sein B=FCro.
Wochen vergingen. Nakayama dachte nicht mehr an das Beben. Eines Tages war=
=20
ein Mercedes-Manager aus Deutschland in der Leitung. =BBWas geschieht=AB,=20
fragte er, =BBwenn die Erde auch bei Ihnen bebt?=AB
Nakayama konnte schlecht sagen, dass die Erde bei ihm dauernd bebte, der=20
Mann hatte ohnehin schon Angst genug, das war nicht zu =FCberh=F6ren: Eine=
=20
andere Firma aus Japan habe ein kleines Bremsteil nicht liefern k=F6nnen,=
 das=20
Beben habe irgendwo die Lieferkette unterbrochen, und jetzt stehe er da! Es=
=20
tue ihm sehr leid, aber Daimler-Benz m=FCsse ernsthaft =FCberlegen, den=20
Zulieferer zu wechseln. =BBEs sei denn, Sie bauen ein neues Werk. In=
 Europa.=AB
An einem der folgenden Tage rief Nakayama seine Assistenten zusammen, um=20
mit ihnen =FCber Europa zu sprechen.
=BBWer geht hin? Und wo sollen wir investieren?=AB
=BBPortugal?=AB

         =BBZu weit ab, fast schon Amerika.=AB
=BBUngarn?=AB
=BBBillige Arbeiter, aber noch nicht in der EU.=AB
=BBItalien?=AB
=BBUnsere Kunden sitzen in Deutschland.=AB
=BBAlso Deutschland?=AB

         =BBZu teuer. Und =FCberreguliert. Au=DFerdem werden Menschen wie=
 wir=20
dort erschlagen.=AB
Was tun?
Nach einer Weile sagte Nakayama: =BBNehmen Sie das in die Hand, Herr Araki.=
=AB

So hatte im Ungl=FCck eines japanischen Erdbebens eine Geschichte vom Gl=FCc=
k=20
in Deutschland begonnen. Anfang 1995 machte das Gl=FCck sich auf, die halbe=
=20
Erdkugel zu umrunden. F=FCnf Jahre sp=E4ter liefen in 01936 Stra=DFgr=E4bche=
n,=20
einem Dorf in Sachsen, einsam zwischen Kiefernw=E4ldern gelegen, die=20
Flie=DFb=E4nder an. Das Gl=FCck sollte einen Weg voller Zuf=E4lle nehmen. Es=
 wurde=20
von Hand zu Hand weitergereicht. Es ging von Shozo Nayakama an Nobuyuki=20
Araki =FCber, und Nobuyuki Araki trug es durch Europa. Eine Frau namens=
 Karin=20
Heidenreich holte es nach Sachsen, Anne-Kristin G=FCnther verteilte es, und=
=20
Marko Riedel, gelernter Raumaustatter und Torwart des Sportvereins=20
Stra=DFgr=E4bchen, fing es auf. Einen von 250 neuen Arbeitspl=E4tzen.
In Stra=DFgr=E4bchen hatte es besonders viel Abschied gegeben, weil hier=20
besonders viel DDR gewesen war. Im Wald, umz=E4unt, versteckt, hatte ein=20
Regiment der Nationalen Volksarmee gestanden, dessen Abwehrraketen das=20
Kombinat Schwarze Pumpe einige Kilometer weiter =F6stlich vor Angriffen aus=
=20
dem Westen sch=FCtzen sollten. Als die Armee 1962 nach Stra=DFgr=E4bchen=
 gekommen=20
war, hatte sie flie=DFendes Wasser und Arbeitspl=E4tze gebracht. Die Frauen=
=20
wurden Sekret=E4rinnen, die M=E4nner Hausmeister bei der NVA. Als die Armee=
=20
nach der Wende ging, hinterlie=DF sie ausgeh=F6hlte Kasernen, leer stehende=
=20
Offizierswohnungen, eine Gulaschkanone und viele Arbeitslose.

Waren es fr=FCher Raketen gewesen, die sich gen Westen richteten, waren es=
=20
nun Sehns=FCchte. Voller Optimismus hatte man eine Stra=DFe aus Asphalt=
 durchs=20
Dorf gewalzt, um dem Aufschwung den Weg zu ebnen. Dann hatte das Warten=20
begonnen.
Was man in der Firma nicht wusste, war, dass Nobuyuki Araki auch Europa=20
recht vertraut war. 1970, noch als Student, war er ein Jahr lang durch=20
Europa getrampt; Italien, Griechenland, Jugoslawien, England, Finnland und=
=20
Schweden. In Schweden stieg er in den VW-K=E4fer eines jungen Deutschen und=
=20
fuhr mit nach Hanau. Hanau w=E4re wohl nicht unbedingt der beste Ort=
 gewesen,=20
Deutschland sch=E4tzen zu lernen, wenn die Mutter des Deutschen nicht Reis=
=20
aufgetischt h=E4tte, einen Reis, der weniger mit Kochkunst als mit Liebe=20
zubereitet war. Nach dem Essen gingen die beiden M=E4nner Bier trinken. Am=
=20
n=E4chsten Morgen reiste Nobuyuki Araki weiter. Die beiden schrieben sich=20
noch jahrelang.

Nun r=FCckte Europa wieder in Arakis Blickfeld. Naiv zu glauben, dass seine=
=20
Standortsuche lange unbemerkt geblieben w=E4re. Je intensiver sich Araki=20
informierte =FCber Bodenpreise, Steuers=E4tze, Subventionen, Lohnniveaus,=20
Autobahnanschl=FCsse und die St=E4rke =96 oder besser: Schw=E4che =96 der=20
Gewerkschaften, auf Messen, in Konferenzen oder auch nur am Telefon, desto=
=20
=F6fter begegnete er den Akquisiteuren. Das waren in seinem Fall=20
Japanexperten mit gl=E4nzenden Prospekten und strahlendem L=E4cheln, wie sie=
 in=20
fast jedem Wirtschaftsministerium sitzen. Sie sollen Investitionen=20
importieren, sie sind Schmeichler, Sch=F6nredner, Diplomaten der =D6konomie.=
=20
Nobuyuki Araki wurde umschw=E4rmt von Herren aus Ungarn, Tschechien, Polen,=
=20
Frankreich, Italien, aus Th=FCringen, aus Sachsen-Anhalt, aus Brandenburg.=
=20
Und aus Dresden von Karin Heidenreich von der Wirtschaftsf=F6rderung Sachsen=
=20
GmbH, einem Ableger des s=E4chsischen Wirtschaftsministeriums.
Doch die hatte es schwer gegen ihre Nebenbuhler, den Herrn aus Brandenburg=
=20
etwa: Der sprach nicht nur perfekt Japanisch, sondern verhielt sich auch=20
perfekt japanisch, mit seiner leisen Stimme, seinen lautlosen Schritten und=
=20
Verbeugungen, mit seiner Art, seine Visitenkarte niemals Richtung=20
Gespr=E4chspartner flitschen zu lassen, einfach so =FCber den Tisch, sondern=
=20
sie mit spitzen Fingern zu =FCberreichen, als serviere er eine Tasse Tee.=20
Karin Heidenreich hingegen sprach nicht Japanisch und war auch nicht=20
japanisch mit ihren gro=DFen, goldenen Ohrringen und einer Stimme, mit der=
=20
man die Kinder zum Essen ins Haus ruft. Doch war sie die Einzige, die sich=
=20
aus dem Toyota-Museum in Japan die Firmenchronik schicken lie=DF. Toyota,=
 las=20
sie, hatte vor =FCber hundert Jahren mit dem Bau von Webst=FChlen angefangen=
=20
und sich dabei an Technik aus Deutschland orientiert. Einige der alten=20
Maschinen st=FCnden noch im Firmenmuseum, stand in der Chronik, und eines=
 der=20
Spinnr=E4der stamme aus Sachsen.
=BBAus Sachsen!=AB Karin Heidenreich konnte es nicht fassen. =BBAus=
 Sachsen!=AB
Sie erz=E4hlte es Araki. Araki war beeindruckt. =BBSachsen.=AB
Was tun? Bleiben? Gehen? Oft wartet man jahrelang aufs Gl=FCck, und dann=20
zieht man weg, einen Tag bevor es kommt. Oder man bleibt, doch dann kommt=20
das Gl=FCck dorthin, wo man eigentlich h=E4tte hingehen wollen.
Bei den Fu=DFballern des Sportvereins erschien unter der Woche ein Drittel=
=20
der ersten Mannschaft nicht mehr zum Training auf der Schleifscheibe, wie=20
der alte Aschenplatz im Dorf genannt wurde. Nur einer kam immer: Marko=20
Riedel, der sich mit sieben Jahren widerstandslos in den Kasten hatte=20
stellen lassen, weil er schon damals gro=DF war und etwas ungelenk wirkte.=
=20
Nun hatte sich Riedel entschieden, auch abseits des Platzes auf der Linie=20
zu verharren: Er blieb. Globalisierung hin oder her. Er wollte weiter seine=
=20
Gro=DFmutter im Altersheim besuchen. Er wollte weiter auf der Schleifscheibe=
=20
spielen. Er wollte in Stra=DFgr=E4bchen Arbeit finden, auch wenn es keine=
 gab.
Das Dorf hatte zwar ein gro=DFes Gewerbegebiet ausgewiesen, Platz gab es ja=
=20
genug, doch das Areal blieb ungenutzt; eine von Laternen beleuchtete=20
Unkrautfl=E4che. Einmal zeigte das Betonwerk Epple aus Stuttgart Interesse =
=96=20
und sagte ab. Dann fragte die Grundbaustoffe/Recycling GmbH Dresden an und=
=20
sagte ab. Dann versprachen die Klenk Holzwerke aus Baden-W=FCrttemberg 200=
=20
Arbeitspl=E4tze und sagten ab. Stra=DFgr=E4bchen war zu weit ab, zu klein,=
 zu=20
unbekannt. Wenn sich dennoch jemand interessierte und Genaueres wissen=20
wollte, kam schnell die Frage: =BBWo liegt denn das genau?=AB Die Antwort=
 klang=20
nicht gut: =BBNa ja, so bei Hoyerswerda.=AB

Es war niemand da, au=DFer der Beauftragten f=FCr Ostsachsen. Die fragte den=
=20
Computer, und der antwortete: =BBStra=DFgr=E4bchen.=AB
=BBStra=DF-Gr=E4b-Chen?=AB Ein fremder Name f=FCr Nobuyuki Araki. Ein ferner=
 Ort, zu=20
dem es kein Bild gab. Es war einfach Stra=DFgr=E4bchen. In Sachsen. Dem=
 Land,=20
aus dem das Spinnrad kam. So war das Dorf zu einer von 29 Alternativen in=20
seinen Akten geworden.

Als das neue Jahr begonnen hatte, zog Nobuyuki Araki die Kreise immer=20
enger. 1998 flog er 15-mal nach Europa. Wenn er in Sachsen war, brachte=20
Karin Heidenreich ihn in Dresdens besten Hotels unter, lud ihn zu=20
klassischen Konzerten ein, besuchte mit ihm Brauereien im Elbtal und lie=DF=
=20
ihn m=F6glichst oft =FCber die Elbbr=FCcken chauffieren, denn wenn Araki die=
=20
Semperoper sah, ging ein L=E4cheln =FCber sein Gesicht: das alte Europa! Und=
=20
dann er=F6ffnete am 1. April 1998 im Hilton auch noch der Sternekoch Yukio=
=20
Ogura, der schon Japans Botschafter in Moskau bekocht hatte, ein=20
Restaurant, in dem er Araki fortan Seetang und Bohnenmus-Suppe zum=20
Fr=FChst=FCck servierte, an hei=DFen Tagen auch kalte Nudeln mit Rettich,=20
Schnittlauch und Eisw=FCrfeln.
Nobuyuki Araki kam jetzt immer =F6fter nach Sachsen. Mit ihm kamen=20
Umweltexperten, Statiker, Statistiker und Techniker von Toyoda Automatic=20
Loom Works und Denso Corporation, einer anderen Toyota-Tochter, die sich=20
ebenfalls beteiligen wollte an einem Werk, von dem noch immer niemand=20
wusste, wo es stehen w=FCrde. In Leipzig? Da ist ein Flughafen. In Dresden?=
=20
Da sind immerhin schon einige Japaner, die von Canon. Und Ogura, der Koch.=
=20
In Stra=DFgr=E4bchen? Da scheint nichts zu sein. Nur billiges Land,=
 immerhin.=20
Es gab da diese japanische Weisheit, an die Araki immer denken musste, wenn=
=20
er in den Akten =FCber Stra=DFgr=E4bchen las: Eine umworbene Braut muss man=
 sein=20
Leben lang verw=F6hnen, jedes Jahr will sie neue Brillanten haben. Die Braut=
=20
Stra=DFgr=E4bchen hingegen schien bodenst=E4ndig, treu ergeben zu sein. Es=
 gab=20
keine anderen Bewerber, keine Konkurrenz wie in den gro=DFen St=E4dten, die=
 ihm=20
m=FChsam angelernte Arbeitskr=E4fte wieder abwerben w=FCrde.

Am Himmelfahrtstag 1998 fuhr Araki hin. Er stieg mit seinen Mitarbeitern in=
=20
den Bus, M=E4nner in grauen Anz=FCgen, mit Aktenkoffern, Laptops,=20
Mobiltelefonen. Von Dresden ging es nach Norden, nach Klotzsche, von=20
Klotzsche nach Ottendorf-Okrilla, von Ottendorf-Okrilla nach Pulsnitz, von=
=20
Pulsnitz nach Gersdorf-M=F6hrsdorf, von Gersdorf-M=F6hrsdorf vorbei an den=
=20
T=FCrmen der Kreisstadt Kamenz, durch rapsgelbe Felder nach Bernbruch,=20
dahinter kam Biehla, dann ein Kiefernwald, und als es aus dem Kiefernwald=20
heraus ging, dachte Araki: Das ist ja doch ganz sch=F6n ab vom Schuss.
Als der Bus in Stra=DFgr=E4bchen hielt, stieg die Gruppe aus und stand in=
 der=20
warmen Fr=FChlingssonne. Der Wind zupfte an der W=E4sche in den G=E4rten, es=
=20
schneite Bl=FCtenbl=E4tter von den B=E4umen. Nobuyuki Araki stand mitten auf=
 dem=20
Bauland, im kniehohen Gestr=FCpp, und drehte sich um die eigene Achse.=20
=DCberall sah er M=E4nner auf Fahrr=E4dern fahren. An die Lenker ihrer R=E4d=
er=20
hatten sie Birkenzweige gebunden. Die M=E4nner schienen sehr guter Laune zu=
=20
sein. Es war Vatertag. Nobuyuki Araki kannte das nicht, =BBVatertag=AB .=
 Aber=20
es sah gut aus.
Und dann sah Araki, der die Gem=E4lde der alten Meister kannte, den dunklen=
=20
Waldrand. Und dort, wo die Stra=DFgr=E4bchener bislang immer blo=DF diesen=
=20
dunklen Waldrand gesehen hatten, der ein wenig ins Violette spielte, sah=20
Araki ein Gem=E4lde von Caspar David Friedrich. Er dachte: =BBVor diesem=20
Waldrand wird sie stehen, unsere Fabrik.=AB
Am Abend, im Klubhaus, verteilten die M=E4nner bierselig Jobs, Wohlstand und=
=20
Zukunft.
Doch sie durfte nur Bewerber einstellen, die zumindest halbwegs Englisch=20
sprachen und j=FCnger als 30 waren, da mochte Stra=DFgr=E4bchens Wald so=
 sch=F6n=20
sein, wie er wollte. Sie schickte die Mappen von gut ausgebildeten=20
31-J=E4hrigen zur=FCck und wurde einsam dar=FCber: Die Schulfreundinnen,=
 deren=20
Bewerbungen sie abgelehnt hatte, wandten sich ab. Sie zog um. Sie hielt=20
ihren neuen Wohnort geheim und auch ihre Telefonnummer.
Mit der Zeit wuchs am Waldrand eine graue Fabrikhalle, rechteckig wie ein=20
Schuhkarton, gro=DF wie zehn Fu=DFballfelder, mit einem kleinen japanischen=
=20
Garten. Und als im April 2000 die Flie=DFb=E4nder anliefen, als Sachsens=20
Ministerpr=E4sident und Japans Botschafter zur Einweihung erschienen und der=
=20
Kinderchor der Dresdner Philharmonie sang, da hatte sich das Gl=FCck in=20
Stra=DFgr=E4bchen irgendwie verfl=FCchtigt, war auf den letzten Metern=20
versickert. Nur f=FCnf Menschen aus dem Dorf hatten den Anforderungen=
 gen=FCgt.=20
Den Rest der Stellen hatten Pendler aus dem Umland bekommen.
Ausgerechnet er. Der Bodenst=E4ndige, der sich nicht globalisieren lassen=20
wollte. Der seine Freunde weggehen sah. Karsten? Arbeitet bei Aldi in=20
Saarbr=FCcken. Maik? Bei einer Telefongesellschaft in Heilbronn. Und die=20
M=E4dchen? Man muss ziemlich weit fahren, um eins zu treffen, das =FCberhaup=
t=20
infrage k=E4me. Doch Marko Riedel bekam ein St=FCck vom Gl=FCck, diesem=
 knappen Gut.
Als in Japan die Erde bebte, war Riedel 20. Dreimal fand er Arbeit, dreimal=
=20
ging sein Arbeitgeber pleite, dreimal war er arbeitslos geworden. Aber er=20
war jung und konnte Englisch. Und Anne-Kristin G=FCnther hatte wieder ein=20
paar Stellen zu vergeben. Riedel ist jetzt stellvertetender Vorsitzender im=
=20
Sportverein. Seine Mannschaft steht auf Platz vier. Vielleicht bekommt=20
Stra=DFgr=E4bchen einen Rasenplatz. N=E4chste Woche will sich Riedel neue=20
Sommerreifen f=FCr seinen Opel Astra kaufen.
Am Feuer sind die Gesichter jetzt ger=F6tet, von der Glut, vom Bier. Ein=20
guter Zeitpunkt, Volkes Stimme zu lauschen, zu fragen, ob die Geschichte=20
dar=FCber, wie das Gl=FCck nach Stra=DFgr=E4bchen kam, nicht auch eine vom=
 Ungl=FCck=20
ist: so ein gro=DFes Werk da hinten am Waldrand, und dann nur die paar=20
Arbeitspl=E4tze f=FCr die Leute im Ort, acht sollen es jetzt sein. Acht von=
 250.
=BBNa und?! Die machen bald Sechs-Tage-Woche in der Fr=FChschicht! Da gibt=
=92s=20
bestimmt wieder Neueinstellungen!=AB
=BBIch sag meinen Kindern: Lernt Mechatroniker, so =92ne Mischung aus=20
Mechaniker und Elektroniker. Und Englisch. Oder Japanisch.=AB
=BBDas wird werden hier! Au=DFerdem: Wenn erst mal eine Firma da ist, kommen=
=20
andere hinterher.=AB
=BBIch hab was von einer Championzucht geh=F6rt.=AB
=BBNa dann: Prost.=AB
Die Geschichte dar=FCber, wie das Gl=FCck nach Stra=DFgr=E4bchen kam, ist=20
vielleicht noch nicht an ihrem Ende. Vielleicht war das alles erst der=
 Anfang.



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Wie das Gl=FCck nach Stra=DFgr=E4bchen kam

Von einem Erdbeben ersch=FCttert, suchte eine japanische Firma f=FCr ihre=
 neue=20
Fabrik nach =BB10 Hektar, m=F6glichst flach, mit Gleisanschluss=AB -=20
sicherheitshalber in Europa. In Sachsen wurde sie f=FCndig. Eine Geschichte=
=20
=FCber die wundersamen Wege der Globalisierung

Von Henning Su=DFebach

An einem Wintermorgen, dem 17.Januar 1995 um 5.46 Uhr, begann im=20
Schlafzimmer von Shozo Nakayama in Japan der Boden zu zittern. Nakayama,=20
ein Mann von Ende 50, blieb ruhig. Er kannte das schon. Bei ihm vibrierte=20
der Boden fast jeden Tag, und er hatte sich noch immer seinen Anzug=20
angezogen, die Krawatte gebunden und war stets p=FCnktlich im B=FCro=20
erschienen. Nakayama war damals Direktor der Kompressoren-Abteilung der=20
Firma Toyoda Automatic Loom Works (TAL), einer Tochter des Toyota-Konzerns.=
=20
Nakayama fuhr auch an jenem Morgen durchs Dunkel in die=20
110000-Einwohner-Stadt Kariya, vorbei an Fabriken, glasgl=E4nzenden=20
Spielhallen und Palmen im Neonlicht. Die Nachrichtenstimmen klangen=20
aufgeregter als sonst. Nakayama h=F6rte, wie sie immer hektischer von einem=
=20
gro=DFen Beben in Kobe sprachen, der Millionenstadt einige hundert Kilometer=
=20
entfernt an der K=FCste. Wenige Tage sp=E4ter w=FCrde man dort=
 f=FCnfeinhalbtausend=20
Tote z=E4hlen.
Als Nakayama in die Firma kam, sah er, dass nichts zerst=F6rt war. In=20
unersch=FCtterlicher Ruhe schoben die Flie=DFb=E4nder Metallteile durch die=
=20
Hallen, in der Luft lag das vertraute H=E4mmern und Zischen der Maschinen,=
=20
und =FCber die B=E4nder gebeugt standen die Arbeiter in ihren Latzhosen und=
=20
bewegten ihre linke Hand, rechte Hand, linke Hand, rechte Hand. Die Kunden=
=20
in Europa =96 Daimler-Benz, BMW, Audi, VW =96 w=FCrden beruhigt sein. Seit=
 Jahren=20
kauften sie die Kompressoren f=FCr die Klimaanlagen ihrer Autos bei Shozo=20
Nakayama. Der Direktor ging in sein B=FCro.
Wochen vergingen. Nakayama dachte nicht mehr an das Beben. Eines Tages war=
=20
ein Mercedes-Manager aus Deutschland in der Leitung. =BBWas geschieht=AB,=20
fragte er, =BBwenn die Erde auch bei Ihnen bebt?=AB
Nakayama konnte schlecht sagen, dass die Erde bei ihm dauernd bebte, der=20
Mann hatte ohnehin schon Angst genug, das war nicht zu =FCberh=F6ren: Eine=
=20
andere Firma aus Japan habe ein kleines Bremsteil nicht liefern k=F6nnen,=
 das=20
Beben habe irgendwo die Lieferkette unterbrochen, und jetzt stehe er da! Es=
=20
tue ihm sehr leid, aber Daimler-Benz m=FCsse ernsthaft =FCberlegen, den=20
Zulieferer zu wechseln. =BBEs sei denn, Sie bauen ein neues Werk. In=
 Europa.=AB
An einem der folgenden Tage rief Nakayama seine Assistenten zusammen, um=20
mit ihnen =FCber Europa zu sprechen.
=BBWer geht hin? Und wo sollen wir investieren?=AB

=BBPortugal?=AB
=BBZu weit ab, fast schon Amerika.=AB

=BBUngarn?=AB
=BBBillige Arbeiter, aber noch nicht in der EU.=AB

=BBItalien?=AB
=BBUnsere Kunden sitzen in Deutschland.=AB
=BBAlso Deutschland?=AB
=BBZu teuer. Und =FCberreguliert. Au=DFerdem werden Menschen wie wir dort=20
erschlagen.=AB

Was tun?
Nach einer Weile sagte Nakayama: =BBNehmen Sie das in die Hand, Herr Araki.=
=AB


So hatte im Ungl=FCck eines japanischen Erdbebens eine Geschichte vom Gl=FCc=
k=20
in Deutschland begonnen. Anfang 1995 machte das Gl=FCck sich auf, die halbe=
=20
Erdkugel zu umrunden. F=FCnf Jahre sp=E4ter liefen in 01936 Stra=DFgr=E4bche=
n,=20
einem Dorf in Sachsen, einsam zwischen Kiefernw=E4ldern gelegen, die=20
Flie=DFb=E4nder an. Das Gl=FCck sollte einen Weg voller Zuf=E4lle nehmen. Es=
 wurde=20
von Hand zu Hand weitergereicht. Es ging von Shozo Nayakama an Nobuyuki=20
Araki =FCber, und Nobuyuki Araki trug es durch Europa. Eine Frau namens=
 Karin=20
Heidenreich holte es nach Sachsen, Anne-Kristin G=FCnther verteilte es, und=
=20
Marko Riedel, gelernter Raumaustatter und Torwart des Sportvereins=20
Stra=DFgr=E4bchen, fing es auf. Einen von 250 neuen Arbeitspl=E4tzen.
In Stra=DFgr=E4bchen hatte es besonders viel Abschied gegeben, weil hier=20
besonders viel DDR gewesen war. Im Wald, umz=E4unt, versteckt, hatte ein=20
Regiment der Nationalen Volksarmee gestanden, dessen Abwehrraketen das=20
Kombinat Schwarze Pumpe einige Kilometer weiter =F6stlich vor Angriffen aus=
=20
dem Westen sch=FCtzen sollten. Als die Armee 1962 nach Stra=DFgr=E4bchen=
 gekommen=20
war, hatte sie flie=DFendes Wasser und Arbeitspl=E4tze gebracht. Die Frauen=
=20
wurden Sekret=E4rinnen, die M=E4nner Hausmeister bei der NVA. Als die Armee=
=20
nach der Wende ging, hinterlie=DF sie ausgeh=F6hlte Kasernen, leer stehende=
=20
Offizierswohnungen, eine Gulaschkanone und viele Arbeitslose.
Waren es fr=FCher Raketen gewesen, die sich gen Westen richteten, waren es=
=20
nun Sehns=FCchte. Voller Optimismus hatte man eine Stra=DFe aus Asphalt=
 durchs=20
Dorf gewalzt, um dem Aufschwung den Weg zu ebnen. Dann hatte das Warten=20
begonnen.
Was man in der Firma nicht wusste, war, dass Nobuyuki Araki auch Europa=20
recht vertraut war. 1970, noch als Student, war er ein Jahr lang durch=20
Europa getrampt; Italien, Griechenland, Jugoslawien, England, Finnland und=
=20
Schweden. In Schweden stieg er in den VW-K=E4fer eines jungen Deutschen und=
=20
fuhr mit nach Hanau. Hanau w=E4re wohl nicht unbedingt der beste Ort=
 gewesen,=20
Deutschland sch=E4tzen zu lernen, wenn die Mutter des Deutschen nicht Reis=
=20
aufgetischt h=E4tte, einen Reis, der weniger mit Kochkunst als mit Liebe=20
zubereitet war. Nach dem Essen gingen die beiden M=E4nner Bier trinken. Am=
=20
n=E4chsten Morgen reiste Nobuyuki Araki weiter. Die beiden schrieben sich=20
noch jahrelang.


Nun r=FCckte Europa wieder in Arakis Blickfeld. Naiv zu glauben, dass seine=
=20
Standortsuche lange unbemerkt geblieben w=E4re. Je intensiver sich Araki=20
informierte =FCber Bodenpreise, Steuers=E4tze, Subventionen, Lohnniveaus,=20
Autobahnanschl=FCsse und die St=E4rke =96 oder besser: Schw=E4che =96 der=20
Gewerkschaften, auf Messen, in Konferenzen oder auch nur am Telefon, desto=
=20
=F6fter begegnete er den Akquisiteuren. Das waren in seinem Fall=20
Japanexperten mit gl=E4nzenden Prospekten und strahlendem L=E4cheln, wie sie=
 in=20
fast jedem Wirtschaftsministerium sitzen. Sie sollen Investitionen=20
importieren, sie sind Schmeichler, Sch=F6nredner, Diplomaten der =D6konomie.=
=20
Nobuyuki Araki wurde umschw=E4rmt von Herren aus Ungarn, Tschechien, Polen,=
=20
Frankreich, Italien, aus Th=FCringen, aus Sachsen-Anhalt, aus Brandenburg.=
=20
Und aus Dresden von Karin Heidenreich von der Wirtschaftsf=F6rderung Sachsen=
=20
GmbH, einem Ableger des s=E4chsischen Wirtschaftsministeriums.
Doch die hatte es schwer gegen ihre Nebenbuhler, den Herrn aus Brandenburg=
=20
etwa: Der sprach nicht nur perfekt Japanisch, sondern verhielt sich auch=20
perfekt japanisch, mit seiner leisen Stimme, seinen lautlosen Schritten und=
=20
Verbeugungen, mit seiner Art, seine Visitenkarte niemals Richtung=20
Gespr=E4chspartner flitschen zu lassen, einfach so =FCber den Tisch, sondern=
=20
sie mit spitzen Fingern zu =FCberreichen, als serviere er eine Tasse Tee.=20
Karin Heidenreich hingegen sprach nicht Japanisch und war auch nicht=20
japanisch mit ihren gro=DFen, goldenen Ohrringen und einer Stimme, mit der=
=20
man die Kinder zum Essen ins Haus ruft. Doch war sie die Einzige, die sich=
=20
aus dem Toyota-Museum in Japan die Firmenchronik schicken lie=DF. Toyota,=
 las=20
sie, hatte vor =FCber hundert Jahren mit dem Bau von Webst=FChlen angefangen=
=20
und sich dabei an Technik aus Deutschland orientiert. Einige der alten=20
Maschinen st=FCnden noch im Firmenmuseum, stand in der Chronik, und eines=
 der=20
Spinnr=E4der stamme aus Sachsen.
=BBAus Sachsen!=AB Karin Heidenreich konnte es nicht fassen. =BBAus=
 Sachsen!=AB
Sie erz=E4hlte es Araki. Araki war beeindruckt. =BBSachsen.=AB

Was tun? Bleiben? Gehen? Oft wartet man jahrelang aufs Gl=FCck, und dann=20
zieht man weg, einen Tag bevor es kommt. Oder man bleibt, doch dann kommt=20
das Gl=FCck dorthin, wo man eigentlich h=E4tte hingehen wollen.
Bei den Fu=DFballern des Sportvereins erschien unter der Woche ein Drittel=
=20
der ersten Mannschaft nicht mehr zum Training auf der Schleifscheibe, wie=20
der alte Aschenplatz im Dorf genannt wurde. Nur einer kam immer: Marko=20
Riedel, der sich mit sieben Jahren widerstandslos in den Kasten hatte=20
stellen lassen, weil er schon damals gro=DF war und etwas ungelenk wirkte.=
=20
Nun hatte sich Riedel entschieden, auch abseits des Platzes auf der Linie=20
zu verharren: Er blieb. Globalisierung hin oder her. Er wollte weiter seine=
=20
Gro=DFmutter im Altersheim besuchen. Er wollte weiter auf der Schleifscheibe=
=20
spielen. Er wollte in Stra=DFgr=E4bchen Arbeit finden, auch wenn es keine=
 gab.
Das Dorf hatte zwar ein gro=DFes Gewerbegebiet ausgewiesen, Platz gab es ja=
=20
genug, doch das Areal blieb ungenutzt; eine von Laternen beleuchtete=20
Unkrautfl=E4che. Einmal zeigte das Betonwerk Epple aus Stuttgart Interesse =
=96=20
und sagte ab. Dann fragte die Grundbaustoffe/Recycling GmbH Dresden an und=
=20
sagte ab. Dann versprachen die Klenk Holzwerke aus Baden-W=FCrttemberg 200=
=20
Arbeitspl=E4tze und sagten ab. Stra=DFgr=E4bchen war zu weit ab, zu klein,=
 zu=20
unbekannt. Wenn sich dennoch jemand interessierte und Genaueres wissen=20
wollte, kam schnell die Frage: =BBWo liegt denn das genau?=AB Die Antwort=
 klang=20
nicht gut: =BBNa ja, so bei Hoyerswerda.=AB

Es war niemand da, au=DFer der Beauftragten f=FCr Ostsachsen. Die fragte den=
=20
Computer, und der antwortete: =BBStra=DFgr=E4bchen.=AB
=BBStra=DF-Gr=E4b-Chen?=AB Ein fremder Name f=FCr Nobuyuki Araki. Ein ferner=
 Ort, zu=20
dem es kein Bild gab. Es war einfach Stra=DFgr=E4bchen. In Sachsen. Dem=
 Land,=20
aus dem das Spinnrad kam. So war das Dorf zu einer von 29 Alternativen in=20
seinen Akten geworden.
Als das neue Jahr begonnen hatte, zog Nobuyuki Araki die Kreise immer=20
enger. 1998 flog er 15-mal nach Europa. Wenn er in Sachsen war, brachte=20
Karin Heidenreich ihn in Dresdens besten Hotels unter, lud ihn zu=20
klassischen Konzerten ein, besuchte mit ihm Brauereien im Elbtal und lie=DF=
=20
ihn m=F6glichst oft =FCber die Elbbr=FCcken chauffieren, denn wenn Araki die=
=20
Semperoper sah, ging ein L=E4cheln =FCber sein Gesicht: das alte Europa! Und=
=20
dann er=F6ffnete am 1. April 1998 im Hilton auch noch der Sternekoch Yukio=
=20
Ogura, der schon Japans Botschafter in Moskau bekocht hatte, ein=20
Restaurant, in dem er Araki fortan Seetang und Bohnenmus-Suppe zum=20
Fr=FChst=FCck servierte, an hei=DFen Tagen auch kalte Nudeln mit Rettich,=20
Schnittlauch und Eisw=FCrfeln.
Nobuyuki Araki kam jetzt immer =F6fter nach Sachsen. Mit ihm kamen=20
Umweltexperten, Statiker, Statistiker und Techniker von Toyoda Automatic=20
Loom Works und Denso Corporation, einer anderen Toyota-Tochter, die sich=20
ebenfalls beteiligen wollte an einem Werk, von dem noch immer niemand=20
wusste, wo es stehen w=FCrde. In Leipzig? Da ist ein Flughafen. In Dresden?=
=20
Da sind immerhin schon einige Japaner, die von Canon. Und Ogura, der Koch.=
=20
In Stra=DFgr=E4bchen? Da scheint nichts zu sein. Nur billiges Land,=
 immerhin.=20
Es gab da diese japanische Weisheit, an die Araki immer denken musste, wenn=
=20
er in den Akten =FCber Stra=DFgr=E4bchen las: Eine umworbene Braut muss man=
 sein=20
Leben lang verw=F6hnen, jedes Jahr will sie neue Brillanten haben. Die Braut=
=20
Stra=DFgr=E4bchen hingegen schien bodenst=E4ndig, treu ergeben zu sein. Es=
 gab=20
keine anderen Bewerber, keine Konkurrenz wie in den gro=DFen St=E4dten, die=
 ihm=20
m=FChsam angelernte Arbeitskr=E4fte wieder abwerben w=FCrde.
Am Himmelfahrtstag 1998 fuhr Araki hin. Er stieg mit seinen Mitarbeitern in=
=20
den Bus, M=E4nner in grauen Anz=FCgen, mit Aktenkoffern, Laptops,=20
Mobiltelefonen. Von Dresden ging es nach Norden, nach Klotzsche, von=20
Klotzsche nach Ottendorf-Okrilla, von Ottendorf-Okrilla nach Pulsnitz, von=
=20
Pulsnitz nach Gersdorf-M=F6hrsdorf, von Gersdorf-M=F6hrsdorf vorbei an den=
=20
T=FCrmen der Kreisstadt Kamenz, durch rapsgelbe Felder nach Bernbruch,=20
dahinter kam Biehla, dann ein Kiefernwald, und als es aus dem Kiefernwald=20
heraus ging, dachte Araki: Das ist ja doch ganz sch=F6n ab vom Schuss.
Als der Bus in Stra=DFgr=E4bchen hielt, stieg die Gruppe aus und stand in=
 der=20
warmen Fr=FChlingssonne. Der Wind zupfte an der W=E4sche in den G=E4rten, es=
=20
schneite Bl=FCtenbl=E4tter von den B=E4umen. Nobuyuki Araki stand mitten auf=
 dem=20
Bauland, im kniehohen Gestr=FCpp, und drehte sich um die eigene Achse.=20
=DCberall sah er M=E4nner auf Fahrr=E4dern fahren. An die Lenker ihrer R=E4d=
er=20
hatten sie Birkenzweige gebunden. Die M=E4nner schienen sehr guter Laune zu=
=20
sein. Es war Vatertag. Nobuyuki Araki kannte das nicht, =BBVatertag=AB .=
 Aber=20
es sah gut aus.
Und dann sah Araki, der die Gem=E4lde der alten Meister kannte, den dunklen=
=20
Waldrand. Und dort, wo die Stra=DFgr=E4bchener bislang immer blo=DF diesen=
=20
dunklen Waldrand gesehen hatten, der ein wenig ins Violette spielte, sah=20
Araki ein Gem=E4lde von Caspar David Friedrich. Er dachte: =BBVor diesem=20
Waldrand wird sie stehen, unsere Fabrik.=AB
Am Abend, im Klubhaus, verteilten die M=E4nner bierselig Jobs, Wohlstand und=
=20
Zukunft.
Doch sie durfte nur Bewerber einstellen, die zumindest halbwegs Englisch=20
sprachen und j=FCnger als 30 waren, da mochte Stra=DFgr=E4bchens Wald so=
 sch=F6n=20
sein, wie er wollte. Sie schickte die Mappen von gut ausgebildeten=20
31-J=E4hrigen zur=FCck und wurde einsam dar=FCber: Die Schulfreundinnen,=
 deren=20
Bewerbungen sie abgelehnt hatte, wandten sich ab. Sie zog um. Sie hielt=20
ihren neuen Wohnort geheim und auch ihre Telefonnummer.
Mit der Zeit wuchs am Waldrand eine graue Fabrikhalle, rechteckig wie ein=20
Schuhkarton, gro=DF wie zehn Fu=DFballfelder, mit einem kleinen japanischen=
=20
Garten. Und als im April 2000 die Flie=DFb=E4nder anliefen, als Sachsens=20
Ministerpr=E4sident und Japans Botschafter zur Einweihung erschienen und der=
=20
Kinderchor der Dresdner Philharmonie sang, da hatte sich das Gl=FCck in=20
Stra=DFgr=E4bchen irgendwie verfl=FCchtigt, war auf den letzten Metern=20
versickert. Nur f=FCnf Menschen aus dem Dorf hatten den Anforderungen=
 gen=FCgt.=20
Den Rest der Stellen hatten Pendler aus dem Umland bekommen.
Ausgerechnet er. Der Bodenst=E4ndige, der sich nicht globalisieren lassen=20
wollte. Der seine Freunde weggehen sah. Karsten? Arbeitet bei Aldi in=20
Saarbr=FCcken. Maik? Bei einer Telefongesellschaft in Heilbronn. Und die=20
M=E4dchen? Man muss ziemlich weit fahren, um eins zu treffen, das =FCberhaup=
t=20
infrage k=E4me. Doch Marko Riedel bekam ein St=FCck vom Gl=FCck, diesem=
 knappen Gut.
Als in Japan die Erde bebte, war Riedel 20. Dreimal fand er Arbeit, dreimal=
=20
ging sein Arbeitgeber pleite, dreimal war er arbeitslos geworden. Aber er=20
war jung und konnte Englisch. Und Anne-Kristin G=FCnther hatte wieder ein=20
paar Stellen zu vergeben. Riedel ist jetzt stellvertetender Vorsitzender im=
=20
Sportverein. Seine Mannschaft steht auf Platz vier. Vielleicht bekommt=20
Stra=DFgr=E4bchen einen Rasenplatz. N=E4chste Woche will sich Riedel neue=20
Sommerreifen f=FCr seinen Opel Astra kaufen.

Am Feuer sind die Gesichter jetzt ger=F6tet, von der Glut, vom Bier. Ein=20
guter Zeitpunkt, Volkes Stimme zu lauschen, zu fragen, ob die Geschichte=20
dar=FCber, wie das Gl=FCck nach Stra=DFgr=E4bchen kam, nicht auch eine vom=
 Ungl=FCck=20
ist: so ein gro=DFes Werk da hinten am Waldrand, und dann nur die paar=20
Arbeitspl=E4tze f=FCr die Leute im Ort, acht sollen es jetzt sein. Acht von=
 250.
=BBNa und?! Die machen bald Sechs-Tage-Woche in der Fr=FChschicht! Da gibt=
=92s=20
bestimmt wieder Neueinstellungen!=AB
=BBIch sag meinen Kindern: Lernt Mechatroniker, so =92ne Mischung aus=20
Mechaniker und Elektroniker. Und Englisch. Oder Japanisch.=AB
=BBDas wird werden hier! Au=DFerdem: Wenn erst mal eine Firma da ist, kommen=
=20
andere hinterher.=AB
=BBIch hab was von einer Championzucht geh=F6rt.=AB
=BBNa dann: Prost.=AB

Die Geschichte dar=FCber, wie das Gl=FCck nach Stra=DFgr=E4bchen kam, ist=20
vielleicht noch nicht an ihrem Ende. Vielleicht war das alles erst der=
 Anfang.


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Japans Wirtschaft stagniert
=ABNullwachstum=BB des BIP zwischen Januar und M=E4rz

Die leichte Erholung von Japans Wirtschaft ist Anfang Jahr zum Stillstand=20
gekommen; der im vergangenen Jahr noch robuste Antrieb durch die Exporte=20
ist erlahmt, derweil das Problem der Deflation sich =FCberraschend stark=20
akzentuiert hat.

tf. Tokio, 16. Mai

Optimisten m=FCssen ihren Blick auf ziemlich viele Stellen nach dem Komma=20
richten, um f=FCr Japans Wirtschaft noch ein Wachstum nachweisen zu k=F6nnen=
:=20
Um winzige 0,006% ist das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) gem=E4ss den=20
Regierungsstatistiken zwischen Januar und M=E4rz 2003 im=
 Vorquartalsvergleich=20
n=E4mlich gerade noch gestiegen. Nach vier Quartalen mit zwar stetigem, sich=
=20
jedoch abschw=E4chendem Wachstum ist Japans Konjunkturerholung somit=
 faktisch=20
zum Stillstand gekommen. Die am Freitag ver=F6ffentlichten Daten best=E4tige=
n=20
die Bef=FCrchtung, dass der wichtigste Konjunkturmotor 2002, n=E4mlich der=
=20
Aussenhandel, der Wirtschaft nicht l=E4nger Antrieb zu liefern vermag.

Keine Auftriebskr=E4fte
Erstmals seit =FCber einem Jahr resultierte bei den Exporten ein R=FCckgang.=
=20
=D6konomen gehen nicht von einer baldigen Umkehr dieses Trends aus, nicht=20
zuletzt auf Grund des an St=E4rke zulegenden Yen und der zu erwartenden=20
Folgekosten der Lungenkrankheit Sars, die namentlich die bisher besonders=20
nachfragekr=E4ftigen Absatzregionen Asiens in Mitleidenschaft zu ziehen=20
drohen. Kaum Auftrieb erkennen l=E4sst vor dem Hintergrund einer anhaltend=
=20
angespannten Lage am Arbeitsmarkt und sinkender L=F6hne auch der=20
Privatkonsum, der deutlich =FCber die H=E4lfte des BIP spiegelt. Zwar=
 vermochte=20
der Privatkonsum im sechsten Quartal in Folge leicht zuzulegen; zur=20
Aufrechterhaltung des Lebensstandards haben Japans Konsumenten aber in=20
zunehmendem Mass auf Erspartes zur=FCckzugreifen. Als leichter Lichtblick in=
=20
einem insgesamt sehr tr=FCben Konjunkturbild sind allenfalls die=20
Investitionen der Unternehmen zu betrachten, aber auch bei dieser=20
BIP-Komponente sind deutliche Schw=E4chezeichen unverkennbar.

Die Deflation versch=E4rft sich
Als negative =DCberraschung ist zweifellos der deutlich st=E4rker als=
 erwartet=20
ausgefallene Preisr=FCckgang zu werten. Der BIP-Deflator als Massgabe f=FCr=
 die=20
Preisentwicklung fiel zwischen Januar und M=E4rz im Vorjahresvergleich um=
 den=20
Rekordwert von 3,5%; der Sinkflug des Deflators h=E4lt nun bereits seit=
 Mitte=20
1998 an. Bei nominaler Betrachtung, die wohl zur Deutung des=20
Ausgabeverhaltens von Unternehmen und Konsumenten die massgebende ist,=20
resultiert f=FCr das Berichtsquartal denn auch eine Kontraktion des=20
Wirtschaftsganges um 0,6%. Das absolute BIP-Niveau Japans ist damit auf=20
einen Stand zur=FCckgefallen, der zuletzt Ende 1994 gemessen worden war;=20
gem=E4ss Berechnungen von Merrill Lynch hat im gleichen Zeitraum das=
 nominale=20
BIP der USA um =FCber 48% zugelegt. W=E4hrend daher Japans nominales=20
Volkseinkommen 1994 noch rund 54% von jenem der USA ausmachte, betr=E4gt=20
heute diese Quote angesichts der nicht enden wollenden Deflation gerade=20
noch 38%.



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Verstaatlichung einer japanischen Grossbank

Regierung beschliesst Kapitalspritze f=FCr Resona Holdings

Zur Vermeidung einer landesweiten Finanzkrise hat Japans Regierung der=20
f=FCnftgr=F6ssten Bank des Landes, der Resona Holdings, eine Finanzspritze=
=20
zugesichert. Der Schritt kommt einer faktischen Verstaatlichung des=20
Instituts gleich. Neben der Aktienbaisse wurde der Bank nicht zuletzt eine=
=20
blau=E4ugige Bilanzierungspolitik zum Verh=E4ngnis.

tf. Tokio, 18. Mai
Die versch=E4rfte Gangart der japanischen Regierung gegen=FCber den=20
angeschlagenen Banken des Landes hat ein erstes Opfer gefordert: Auf Grund=
=20
einer drohenden Unterkapitalisierung hat die landesweit f=FCnftgr=F6sste=20
Bankengruppe, die Resona Holdings, bei der Regierung um eine Finanzspritze=
=20
nachfragen m=FCssen. Eine solche Hilfe ist ihr am Samstag nach einer=20
Dringlichkeitssitzung des hierf=FCr zust=E4ndigen Finanzrates unter Leitung=
 von=20
Ministerpr=E4sident Koizumi auch zugesagt worden. =DCber den Umfang der=
 Hilfe=20
machen die Parteien keine Angaben. Beobachter gehen aber von einem Zuschuss=
=20
von gegen 2 Bio. Yen (rund 23 Mrd. Fr.) aus. Der beschlossene Bail-out=20
kommt einer faktischen Verstaatlichung der Bank gleich, obschon=20
Regierungsvertreter, die sich am Wochenende sichtlich um eine Beruhigung=20
der Gem=FCter besorgt zeigten, dieses Fazit in Abrede stellen. Die f=FCnf=20
obersten Manager der Bank haben allesamt den R=FCcktritt erkl=E4rt.

Bewegung bei der Bankenreform
Ins Kreuzfeuer der Kritik geraten sind =FCbers Wochenende aber weniger die=
=20
Bankmanager. Die Wut konservativer Politiker konzentrierte sich vielmehr=20
auf den =DCberbringer der Nachricht, n=E4mlich auf Wirtschaftsminister Heizo=
=20
Takenaka, der seit Oktober als Chef der Finanzaufsicht auch =FCber die=20
Bankenreform wacht. Unter der F=FChrung des umtriebigen=20
Wirtschaftsprofessors, der keiner Partei angeh=F6rt und der bei zahlreichen=
=20
Baronen der regierenden Liberaldemokraten (LDP) schon seit Amtsantritt=20
zuoberst auf der Abschussliste steht, ist endlich etwas Bewegung in den=20
sanierungsbed=FCrftigen Bankensektor gekommen. Takenaka hat vor allem die=20
Bilanzpraktiken, die oft von allzu optimistischen Annahmen ausgehen, ins=20
Visier genommen. Von ihm angeordnete Sonderkontrollen sorgten Anfang Jahr=20
f=FCr helle Aufregung. Im Wissen, dass eine etwas realistischere=20
R=FCckstellungspolitik f=FCr den Berg an faulen Krediten mit einer=20
Unterkapitalisierung einhergehen w=FCrde, sahen sich daher j=FCngst=
 zahlreiche=20
Grossbanken zu massiven Kapitalerh=F6hungen veranlasst. Wichtigstes Motiv=
 war=20
hierbei vor allem, eine drohende Verstaatlichung abzuwenden.
Auch Resona Holdings, entstanden aus der Integration von Daiwa Bank, Asahi=
=20
Bank und einigen Regionalbanken, wiegte sich dank kreativer Buchf=FChrung=20
noch vor kurzem in Sicherheit. Die nur im Inlandgesch=E4ft t=E4tige Gruppe=
 wies=20
in Relation zu den risikogewichteten Aktiva eine Kernkapitalquote von rund=
=20
6% aus, was =FCber dem geforderten Wert von 4% lag. Wenige Tage bevor die=20
Bankengruppe aber die Resultate f=FCr das Gesch=E4ftsjahr 2002/03 vorlegen=
=20
wollte, weigerten sich die Rechnungspr=FCfer, ihre Unterschrift unter die=20
Jahresbilanz zu setzen. Streitpunkt bildete eine allzu grossz=FCgige=20
Anrechnung latenter Steuerguthaben an das Eigenkapital - eine Praxis, gegen=
=20
die Takenaka mit besonderem Effort ank=E4mpft (vgl. Kasten). Bei der=20
Berechnung der vorgetragenen Steuerr=FCckerstattungen ging Resona=20
offensichtlich von sehr rosigen Gewinnerwartungen aus. Die Auditoren=20
forderten angesichts der eher tr=FCben Aussichten eine Anpassung nach unten;=
=20
Resultat war eine Kapitalquote deutlich unter 4%, wobei die schwere=20
Aktienbaisse und entsprechend hohe Verluste auf Wertschriftenbest=E4nden die=
=20
Lage zus=E4tzlich versch=E4rften.

Vermeidung einer systemischen Krise
Um in den kommenden Tagen einen Ansturm besorgter Anleger auf die Filialen=
=20
der in Osaka ans=E4ssigen Bank zu vermeiden, hat die Regierung bekannt=20
gegeben, dass s=E4mtliche Einlagen im Umfang von sch=E4tzungsweise 34 Bio.=
 Yen=20
staatlich gesichert seien. Die schwache Bilanzposition von Resona konnte=20
Anlegern aber kaum ein Geheimnis sein, zumal die zur Gruppe geh=F6renden=20
Institute bereits 1998/99 =F6ffentliche Gelder von =FCber 1 Bio. Yen hatten=
 in=20
Anspruch nehmen m=FCssen. Seit dem Fr=FChjahr 1999, als die Regierung rund=
 7,5=20
Mrd. Yen in das japanische Bankensystem gepumpt hatte, ist es das erste=20
Mal, dass der Staat einer heimischen Grossbank wieder eine Kapitalspritze=20
verabreicht. Gem=E4ss der Gesetzgebung ist die Regierung zu diesem Schritt=
=20
nur dann erm=E4chtigt, wenn sie die Gefahr einer systemischen Finanzkrise=20
erkennt. Mit der am Samstag beschlossenen Massnahme hat sie somit nicht=20
zuletzt eingestanden, dass der Zustand des hiesigen Finanzsektors als=20
besorgniserregend zu beurteilen ist, Beschwichtigungsversuche hin oder her.



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USA und Japan warnen Nordkorea

Die USA und Japan wollen Schritten Nordkoreas zum Bau von Atomwaffen=20
entgegentreten. Dies haben die Pr=E4sidenten Bush und Koizumi am Samstag in=
=20
Texas bekr=E4ftigt.

Gerd Br=FCggemann, Washington

Der amerikanische Pr=E4sident Bush und der japanische Ministerpr=E4sident=20
Koizumi haben am Samstag eine deutliche Warnung an Nordkorea gerichtet.=20
W=E4hrend eines Besuches des Japaners auf der Ranch des Pr=E4sidenten in=
 Texas=20
erkl=E4rten die beiden Politiker, dass sie auf alle Schritte Pjongjangs zum=
=20
Bau von Atomwaffen mit entschiedenen Gegenmassnahmen reagieren w=FCrden. Sie=
=20
liessen jedoch offen, um was f=FCr Massnahmen es sich dabei handeln w=FCrde.
Bush machte allerdings deutlich, dass vorerst nicht an milit=E4rische=20
Aktionen gedacht sei. =ABWir sind zuversichtlich, dass unsere Diplomatie zu=
=20
einer friedlichen L=F6sung f=FChren wird=BB, sagte er. Koizumi=
 interpretierte=20
diese Feststellung mit den Worten, dass =ABunsere Reaktion auf Nordkorea=20
anders sein w=FCrde als im Irak=BB. Dies bedeute aber nicht, dass eine=20
Fortf=FChrung des nordkoreanischen Waffenprogramms toleriert werde. Die USA=
=20
und Japan st=FCnden =ABSchulter an Schulter=BB in ihrer Entschlossenheit,=
 sich=20
nicht durch =ABDrohungen Nordkoreas erpressen=BB zu lassen, versicherten=
 Bush=20
und Koizumi in nahezu den identischen Worten.
Der Besuch Koizumis folgt eine Woche nach einem ersten Treffen Bushs mit=20
dem neuen Pr=E4sidenten von S=FCdkorea, Roh Moo Hyun, an dem das Thema=20
Nordkorea ebenfalls im Mittelpunkt gestanden hatte. Roh hatte mit Bush=20
darin =FCbereingestimmt, dass das nordkoreanische Atomwaffenprogramm beendet=
=20
werden m=FCsse. Mit den beiden Besuchen ist Washington seinem strategischen=
=20
Ziel n=E4her gekommen, eine Einheitsfront der L=E4nder in der Region=
 aufzubauen.
Nach l=E4ngerem Z=F6gern hat Koizumi jetzt angek=FCndigt, dass seine=
 Regierung=20
entschiedener gegen Nordkorea vorgehen wolle. Wie er w=E4hrend seines=20
Besuches mitteilte, will Japan k=FCnftig auch dazu beitragen, dass=20
ungesetzliche Aktionen Nordkoreas wie das F=E4lschen von US-Dollars, der=20
Export von Waffen- und Raketentechnologie und der Handel mit Drogen, die=20
Pjongjang zur Beschaffung von Devisen unternimmt, verhindert werden.



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Nippon Life k=E4mpft mit geringeren Ertr=E4gen
R=FCckgang des operativen Kerngewinns

tf. Tokio, 30. Mai

Die schlechte B=F6rsenverfassung und Zinss=E4tze auf rekordtiefem Niveau=
 haben=20
bei Japans f=FChrendem Lebensversicherer, Nippon Life Insurance, im=20
Gesch=E4ftsjahr 2002/03 die Ertr=E4ge erwartungsgem=E4ss unter starken Druck=
=20
gesetzt. Bereits im dritten Jahr in Folge musste beim operativen Kerngewinn=
=20
ein R=FCckgang verbucht werden, und zwar um 3,0% auf 545,2 Mrd. Yen. Bei=20
anhaltend tiefem Zinsniveau lassen sich die zu Beginn der neunziger Jahre=20
abgegebenen Renditeversprechen von gegen 4% auch beim vergleichsweise=20
solide finanzierten Branchenprimus seit geraumer Zeit nicht mehr=20
erwirtschaften. Resultat ist eine negative Zinsl=FCcke, welche die Rechnung=
=20
im vergangenen Gesch=E4ftsjahr mit rund 320 Mrd. Yen belastet hat, was=
 leicht=20
unter dem Vorjahreswert lag.
Angesichts eines in der Berichtsperiode um 28% eingebrochenen=20
Nikkei-225-Indexes mussten bei Wertschriften Bewertungsverluste von 524,3=20
Mrd. Yen verbucht werden; die nicht realisierten Gewinne auf Wertschriften=
=20
gingen von 2,84 Bio. auf 2,07 Bio. Yen zur=FCck. Die Solvabilit=E4tsmarge=
 als=20
Mass f=FCr die finanzielle Gesamtverfassung reduzierte sich im=20
Vorjahresvergleich von 714% auf 631%; die von der Finanzaufsicht=20
vorgeschriebene Marke von 200%, die festh=E4lt, dass R=FCckstellungen und=20
Kapital mindestens doppelt so hoch sein m=FCssen wie die abgegebenen=20
Leistungsversprechen, wird aber noch immer deutlich =FCbertroffen. Die=20
Einnahmen aus neu gezeichneten Versicherungsvertr=E4gen stiegen um 8,5% auf=
=20
25,2 Bio. Yen, was aber nichts daran =E4nderte, dass der Wert ausstehender=
=20
Versicherungskontrakte bei sinkendem Pr=E4mieneinkommen (-4,4%) weiter=20
zur=FCckging, und zwar um 3,3% auf 294,7 Bio. Yen.


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Lernen mit Lei Feng
Ein kommunistischer Mythos erwacht zu neuem Leben

von Michael Ostheimer
Lei Feng ist der =ABheilige Martin=BB der kommunistischen Mythologie Chinas.=
=20
Seitdem er von Mao 1963 als Musterheld der Selbstlosigkeit inthronisiert=20
wurde, kommt kein chinesisches Schulkind mehr an seiner Person und den=20
Geschichten =FCber ihn vorbei. Zwar ist die Verehrung Lei Fengs in der=20
Volksrepublik China gegenw=E4rtig noch relativ ungebrochen, aber sein Geist=
=20
wird in entscheidender Weise uminterpretiert.
Einem bewunderungsw=FCrdigen Vorbild im Sinne der Selbstvervollkommnung=20
nachzueifern, hat in China eine lange Tradition. Ein gutes Beispiel zu=20
geben, ist nach konfuzianischer Lehre viel eher dazu geeignet, eine=20
=F6ffentliche Moral durchzusetzen, als etwa die Androhung einer Strafe. Noch=
=20
heute spielen Vorbildfiguren in China eine gewichtige Rolle, wenn sie auch=
=20
seit Bestehen der Volksrepublik zumeist direkt mit der Politik verkn=FCpft=
=20
werden. Um den Gr=FCnder des neuen China hat man einen Personenkult=20
aufgebaut, der ihm in der =D6ffentlichkeit den Status der Allgegenwart=20
verlieh. Dieser Nimbus hat erhebliche Einbussen erlitten, als selbst die=20
offizielle Geschichtsschreibung zugeben musste, dass auch Mao - etwa mit=20
der Kulturrevolution (1966-1976) - grobe Fehler begangen hat. Im Vergleich=
=20
dazu wenig ge=E4ndert hat sich dagegen an der Verehrung eines einfachen=20
Rotarmisten, den Mao am 5. M=E4rz 1963 mit dem Aufruf =ABLernt vom Genossen=
 Lei=20
Feng=BB in den Rang eines kommunistischen Vorzeigehelden gehoben hat.

Fleissig und selbstlos

Lei Feng, der in der westlichen Welt nahezu unbekannt ist, wurde 1940 in=20
der s=FCdchinesischen Provinz Hunan als Sohn einer armen Bauernfamilie=20
geboren. Mit sieben Jahren verlor er seine Eltern; sein Vater wurde von=20
japanischen Truppen get=F6tet, seine Mutter, die von der Familie des=20
Verp=E4chters schikaniert wurde, beging kurz darauf Selbstmord. Verwandte=
 aus=20
der Umgegend adoptierten ihn. Sein Hass auf die besitzende Klasse soll=20
dadurch zus=E4tzliche Nahrung bekommen haben, dass er einmal, nachdem er in=
=20
den Bergen Holz gesammelt hatte, von der Frau eines Grundbesitzers mit=20
einem Schwert attackiert wurde. 1960 trat er in die Volksbefreiungsarmee=20
ein, avancierte schnell zum Truppenf=FChrer und wurde Parteimitglied. Das=20
fleissige Studium von Maos Werken lehrte ihn ein einfaches und selbstloses=
=20
Leben, das ganz der revolution=E4ren Sache ergeben war. Von seinen guten=20
Taten, wegen deren er sp=E4ter Ber=FChmtheit erlangen sollte, machte er kein=
=20
Aufheben. Er spendete seine Ersparnisse f=FCr Flutopfer, wusch nach langen=
=20
M=E4rschen die F=FCsse seiner Kameraden und stopfte in der Freizeit ihre=20
Socken. 1961 lud man ihn zu Vortr=E4gen ein, bei denen er =FCber die=20
Beweggr=FCnde seines uneigenn=FCtzigen Handelns Auskunft geben sollte. Ein=
 Jahr=20
sp=E4ter wurde er bei einem Arbeitsunfall von einem Holzmast erschlagen.
Alles in allem eine kommunistische Heldenvita, wie man sie besser kaum=20
erfinden k=F6nnte: richtige Herkunft, selbstlose Aufopferung f=FCr die=
 Sache,=20
fr=FCher Tod im Dienst. Mit Lei Feng hatte die politische Propaganda ein=20
Modell f=FCr das ganze Land gefunden, nicht nur wegen seiner=
 nachahmenswerten=20
Taten, sondern auch wegen seiner hehren Vorstellungen und seines=20
untadeligen Charakters. Er ist Chinas bekanntestes Symbol der=20
Opferbereitschaft und steht ferner f=FCr die Tugenden Fleiss und Sparsamkeit=
=20
sowie Gutherzigkeit und Patriotismus. Derlei Musterg=FCltigkeit hat manchen=
=20
Zweifel an Lei Fengs tats=E4chlicher Existenz aufkommen lassen.=
 Berechtigtere=20
Skepsis scheint hingegen eher bei der Frage geboten, ob bzw. in welchem=20
Ausmass Lei Fengs Tagebuch authentisch ist. In den sechziger Jahren wurde=20
es millionenfach gedruckt und rangierte lange Zeit direkt hinter der=20
Mao-Bibel. Zitate daraus wie der Eintrag vom 20. Oktober 1961: =ABEin=20
Menschenleben ist endlich, aber der Dienst am Menschen ist unendlich=BB,=20
spielten nicht nur in der Kulturrevolution eine grosse Rolle, sondern=20
gingen auch in die Lehrb=FCcher der Grundschule ein. Noch heute findet sich=
=20
in fast jeder chinesischen Schule ein Portr=E4t Lei Fengs, und die=20
Schulkinder verinnerlichen seinen Geist des Altruismus dadurch, dass sie=20
Passagen aus seinem Tagebuch auswendig lernen. Zu welchen Taten dieser=20
Geist motivieren soll, unterliegt allerdings durchaus dem Wandel der=20
Zeiten. War es bis Ende der achtziger Jahre die Regel, dass man alten=20
Leuten bei den Hausarbeiten half, Bed=FCrftigen kostenlos das Fahrrad=20
reparierte oder die Haare schnitt, geht die Tendenz seither zu freiwilligen=
=20
Diensten in =F6ffentlichen Einrichtungen, zu Arbeitseins=E4tzen in den=
 =E4rmeren=20
Regionen Chinas und zu Blut- oder gar Organspenden.
Doch wie ist es tats=E4chlich um das Erbe Lei Fengs bestellt? Immerhin=20
zeichnet sich in China die Entwicklung einer neuen Klassengesellschaft ab,=
=20
und f=FCr diejenigen, die von der =D6ffnungspolitik und der Etablierung=
 einer=20
=ABsozialistischen Marktwirtschaft=BB profitiert haben, scheint ein aus der=
=20
fr=FChkommunistischen =C4ra stammender Wertekatalog eine nur noch marginale=
=20
Rolle zu spielen. Ihr Horizont wird davon dominiert, ein westliches Auto zu=
=20
fahren, eine Eigentumswohnung zu finanzieren und sonst die Vorz=FCge des=20
modernen st=E4dtischen Lebens zu geniessen. Wer hingegen wie viele Chinesen=
=20
damit zu k=E4mpfen hat, sein t=E4gliches =DCberleben zu sichern, f=FCr den=
 kommen=20
die Ideale eines selbstlosen Soldaten kaum in Frage.
Anl=E4sslich des 40. Jahrestags von Maos Lei-Feng-Parole gab es nicht nur=
 die=20
allj=E4hrlich von institutioneller Seite vorbereiteten caritativen=20
Grossaktionen, in Peking fand zudem eine Ausstellung statt, in der man die=
=20
komplette Bandbreite der Lei Feng bewerbenden Memorialindustrie besichtigen=
=20
konnte. Neben zahlreichen Propagandaplakaten und Faksimiles von=20
Handschriften von Mao Zedong, Deng Xiaoping und Jiang Zemin, die allesamt=20
Lei Fengs unverbr=FCchliche Pr=E4senz autoritativ aufrechtzuerhalten=20
versuchten, wurden unter anderem Kinderb=FCcher, Comics, Spielkarten und=20
Filme gezeigt. Zum Mitnehmen gab es Gedenkpostkarten und T-Shirts mit dem=20
Slogan =ABChinas Geist ist Lei Fengs Geist=BB. Konfrontiert mit einer=20
Sammelleidenschaft, die noch die belanglosesten Erinnerungsst=FCcke f=FCr=20
ausstellungsw=FCrdig erachtet, konnte man den Eindruck gewinnen, dass hier=
=20
die l=FCckenlose Musealisierung des Gedenkens das Verblassen des wirklichen=
=20
Einflusses =FCberspielen sollte.

Wenn Helden schwach werden
W=E4hrend sich n=E4mlich die =E4lteren Chinesen noch gerne an die Heroen=
 ihrer=20
Jugend erinnern, orientiert sich die j=FCngere Generation, die vor allem=20
m=F6glichst schnell erfolgreich und wohlhabend werden m=F6chte, zumal an=20
Vorbildern wie Bill Gates und den Sportstars Yao Ming und David Beckham.=20
Vor zwanzig Jahren kannte und bewunderte man einfach aufgrund des=20
mangelnden Angebots nur einige wenige revolution=E4re Komponisten und=20
Volksmusiker. Die rasanten gesellschaftlichen Ver=E4nderungen, die=20
Entwicklung der Massenmedien und die Verbreitung des Internets haben=20
dagegen vor allem in den St=E4dten dazu gef=FChrt, dass die Jugendlichen von=
=20
heute einem kontinuierlichen Wahlzwang ausgesetzt sind. Dabei wird freilich=
=20
das Alte nicht ausnahmslos =FCber Bord geworfen. So gr=FCndeten 1997 vier=20
Studenten der Peking-Universit=E4t, nachdem sie sich zuf=E4llig beim=20
Schneer=E4umen getroffen hatten, in Erinnerung an Lei Feng einen Klub der=20
N=E4chstenliebe, der mittlerweile die renommierteste und mitgliederst=E4rkst=
e=20
studentische Vereinigung an Chinas =E4ltester Hochschule ist. Noch=
 heutzutage=20
wird =FCblicherweise als =ABleibhaftiger Lei Feng=BB bezeichnet, wer anderen=
 ohne=20
Anspruch auf Gegenleistung hilft. Darauf bezieht sich auch ein Popsong, der=
=20
die Geschichte einer uneigenn=FCtzigen Tat erz=E4hlt und unter dem ganz und=
 gar=20
unironisch gemeinten Titel =ABAlle Nordostchinesen sind leibhaftige Lei=20
Fengs=BB vor zwei Jahren die Jugendlichen Chinas begeisterte.
Neuerdings erf=E4hrt der Geist Lei Fengs sogar von offizieller Seite eine=20
Uminterpretation. Im Lei-Feng-Museum in Shenyang, dem gerade ausgebauten=20
und unl=E4ngst wiederer=F6ffneten Mekka der Heldenverehrung, ist nun=
 erstmalig=20
auch eine Armbanduhr zu sehen. Ob die Uhr, f=FCr damalige Verh=E4ltnisse=20
immerhin ein Luxusartikel, dem jungen Soldaten je geh=F6rte, mag puristische=
=20
Bewunderer interessieren. Aufschlussreicher ist der Zeitpunkt, zu dem der=20
Sachverhalt publik gemacht wurde. Die neue Botschaft heisst: Sogar=20
Musterhelden haben menschliche Unzul=E4nglichkeiten und k=F6nnen nicht immer=
=20
den materiellen Versuchungen widerstehen. Insofern verwundert es auch=20
nicht, wenn von der staatlichen Presse seit kurzem Privatunternehmer, die=20
Geld f=FCr das Gemeinwohl gespendet oder auch einfach nur Arbeitspl=E4tze=20
geschaffen haben, als =ABVorbilder f=FCr das Lernen von Lei Feng=BB lanciert=
=20
werden. - Die neue chinesische F=FChrung hat sich ausdr=FCcklich die=20
Verringerung des Stadt-Land-Gegensatzes und die Bek=E4mpfung der Armut und=
=20
der Arbeitslosigkeit auf ihre Fahnen geschrieben. Ministerpr=E4sident Wen=
 Jia=20
Bao zeigt sich davon =FCberzeugt, dass der =ABKommunismus wie ein grosser=20
Ozean=BB sei. =ABUnd weil er ein Ozean ist, wird er nie austrocknen. Alle=20
Fl=FCsse m=FCnden im Ozean. Solange wir alle positiven Errungenschaften der=
=20
menschlichen Zivilisation aufnehmen und ihnen nacheifern, werden wir f=E4hig=
=20
sein, den Sozialismus zu konsolidieren und zu verbessern.=BB Man wird die=20
neue F=FChrung nicht zuletzt daran messen m=FCssen, einem wie grossen Teil=
 der=20
Bev=F6lkerung sie den Zugang zum Wohlstand erm=F6glicht. Denn der =ABFluss=
=BB=20
namens Lei Feng steht inzwischen offenbar f=FCr einen Altruismus, den man=20
sich leisten k=F6nnen muss.




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Beginn der Flutung am Jangtse
Drei-Schluchten-Damm in Funktion

Nach =FCber zehnj=E4hriger Bauzeit hat China den Betrieb des=20
Drei-Schluchten-Staudamms am Fluss Jangtse eingeleitet. Das wegen der=20
schweren Eingriffe in die Natur umstrittene Bauwerk ist das gr=F6sste=20
Wasserkraftwerk-Vorhaben der Welt.

omn. Peking, 5. Juni

Seit die Schleusen im Drei-Schluchten-Staudamm am Jangtse-Fluss am letzten=
=20
Wochenende geschlossen wurden, steigt der Wasserspiegel in Chinas gr=F6sstem=
=20
Stausee um 4 bis 5 Meter am Tag. Mitte Woche meldeten die Beh=F6rden einen=
=20
Pegelstand von 117,5 m. Bis zum 15. Juni soll das Wasser eine H=F6he von 135=
=20
m erreichen. Damit entsteht ein Gef=E4lle von 65 m, das die Voraussetzung=
 f=FCr=20
die Gewinnung von Wasserenergie darstellt. Bis zum Jahr 2006 soll das=20
Wasser auf 156 m und bis zur Fertigstellung der Anlage im Jahr 2009 auf 175=
=20
m steigen.

Unwirtschaftliche Anlage?
Mit dem Bau des 185 m hohen und 2309 m langen Staudamms in der Provinz=20
Hubei war 1992 begonnen worden. Die Umsetzung des Projekts kostet nach=20
bisherigen Berechnungen knapp 22 Mrd. $, wird aber nach Auffassung von=20
Experten wesentlich teurer zu stehen kommen. Es soll mit 26 Generatoren=20
j=E4hrlich 84,7 Mrd. kWh Strom ans Netz geben. Dar=FCber hinaus soll die=20
gigantische Anlage schwere =DCberschwemmungen an Chinas l=E4ngstem Strom=20
verhindern und den Jangtse bis nach Chongqing hinauf schiffbar machen.
Kritiker im In- und Ausland sprechen von einer Fehlplanung. Das Projekt sei=
=20
zu teuer und technologisch fragw=FCrdig. Mehrere kleinere Kraftwerke=20
arbeiteten wirtschaftlicher und risikofreier, meinen Wasserbauexperten.=20
Zudem bef=FCrchten manche, dass der Stausee schon nach 15 Jahren versanden=
=20
k=F6nnte. Auch Zweifel an seiner Sicherheit wurden angemeldet, werden aber=
=20
von der Baugesellschaft zur=FCckgewiesen. So erkl=E4rte letzte Woche deren=
=20
Sprecher, feine Haarrisse im Damm, die ein chinesisches Expertenteam im Mai=
=20
dieses Jahres gefunden hatte, stellten keine Gefahr dar. Die Risse zeigten,=
=20
dass weitere Verbesserungen vorgenommen werden m=FCssten, aber allgemein sei=
=20
der Damm sicher genug und erf=FClle alle Projektkriterien.

Viel Kritik
Im Visier der Kritiker steht aber vor allem die Zwangsumsiedlung von etwa=20
1,2 Mio. Anliegern. Nach amtlicher Darstellung haben bisher etwa die H=E4lft=
e=20
der Betroffenen ihre Wohnungen und H=E4user verlassen und sich in h=F6her=20
gelegenen Gebieten oder anderen Provinzen angesiedelt. An Ort und Stelle=20
war es dabei aber immer wieder zu Protesten gekommen, weil die=20
versprochenen Entsch=E4digungen und Hilfsgelder entweder zu gering waren=
 oder=20
Teile davon in die Taschen korrupter Kader flossen. Nicht zuletzt haben=20
Kritiker vor schweren Umweltsch=E4den gewarnt, von denen nicht nur die=20
Anlieger, sondern auch Millionen von Menschen stromabw=E4rts betroffen sein=
=20
k=F6nnten. Obwohl die Medien das Kraftwerkprojekt nicht in Frage stellen=20
d=FCrfen, hatten k=FCrzlich mehrere Zeitungen enth=FCllt, dass Teile des=20
gefluteten Gel=E4ndes noch immer kontaminiert sind, weil Industrie- und=20
Haushaltm=FCll sowie die Abf=E4lle von Kranken- und Schlachth=E4usern vor=
 der=20
Flutung nicht entsorgt wurden. Augenzeugen berichteten in der vergangenen=20
Woche, dass sich beim Ansteigen des Pegels grosse Mengen von Ratten ans=20
Ufer retten wollten, dort aber vergiftet und wieder ins Wasser geworfen=20
wurden. Hinzu kommt, dass es den Beh=F6rden trotz erheblichen Anstrengungen=
=20
nicht gelungen ist, alle historischen Kulturst=E4tten und -g=FCter=
 rechtzeitig=20
in Sicherheit zu bringen, so dass vieles unwiederbringlich untergeht.
Die Bauabwicklung verlaufe nach Plan, sagte Cao Guangjing,=20
stellvertretender Generaldirektor der Entwicklungsgesellschaft f=FCr das=20
Drei-Schluchten-Projekt. Nach der ersten Flutungsphase werde man am 16.=20
Juni Versuche an der mit 6,4 km weltl=E4ngsten Schleuse unternehmen.=20
Verlaufen sie erfolgreich, k=F6nne die seit mehr als 60 Tagen unterbrochene=
=20
Schifffahrt wieder aufgenommen werden. Die ersten beiden Generatoren mit=20
einer Kapazit=E4t von jeweils 700 000 kW werde man im August, zwei weitere=
 im=20
Oktober in Betrieb nehmen. Sie w=FCrden im laufenden Jahr insgesamt 5,5 Mrd.=
=20
kWh Strom generieren. Zun=E4chst sollen vor allem Schanghai und acht=20
Provinzen in Zentral-, Ost- und S=FCdchina mit Strom versorgt werden. -=20
Offiziell wurde versichert, dass alle Sicherheitsvorkehrungen f=FCr die=20
Flutung und die Schifffahrt getroffen seien. Bisher habe man 5100 Monitore=
=20
f=FCr die Betriebssicherheit installiert und 8 Mio. Informationen in das=20
System eingespeist. Die =DCberwachungsinstrumente seien in der Lage, alle=20
m=F6glichen Form- und Profilver=E4nderungen des Dammes, Risse, hydraulische=
=20
Probleme, Lecks und Alterungserscheinungen des Materials zu erfassen. Um=20
die Schifffahrt zwischen dem Drei-Schluchten-Staudamm und dem rund 40 km=20
stromabw=E4rts gelegenen, 1989 fertiggestellten Gezhouba-Damm zu=
 erleichtern,=20
werde es f=FCr beide Projekte ein einheitliches Management geben.



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Letzte Bilder von den Inschriften am Kuimen-Pass
Touristen photographieren die Inschriften am Kuimen-Pass beim Eingang zu=20
den Drei Schluchten in China. Die antiken Inschriften sind Teil eines=20
Gedichts =FCber die Gr=F6sse von Kuimen und werden in den kommenden Tagen in=
=20
den steigenden Fluten des Jangtse verschwinden. (Bild Reuters)


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Meister  Minoru Mochizuki entschlief am 30. Mai d.J.
Minoru Mochizuki
(1907  30.05.2003)
10=B0 Dan Aikido
9=B0 Dan Ju-Jitsu
8=B0 Dan Judo
8=B0 Dan Iaido
8=B0 Dan Katori Shinto Ryu.


Sch=FCler von O Sensei Jigoro KANO, er war auch Sch=FCler der Meister Kyuzo=
=20
MIFUNE (Minoru war sein Assistent) e Sambu TOKU (gemeinsam mit ihm war er=20
Assistent von Meister Kano).
=D8       Sch=FCler und Assistent von Meister Morihei UESHIBA, Minoru=
 erhielt=20
von Ueshiba das Menkyo Kaiden.
=D8       Er war der Erste der das Aikido in Europa zeigte.
=D8       Er wird als einer der gr=F6=DFten Meister der Kampfkunst des 20.=
=20
Jahrhunderts angesehen.
=D8       In den letzten Jahren lebte und lehrte er in Frankreich bei seinem=
=20
Sohn Hiroo Mochizuki.
Minoru Mochizuki z=E4hlte zu den gro=DFen Pionieren des Budo in Europa, und=
 er=20
hat stets die Kultur dieses Kontinents bewundert, die gleichfalls weit=20
zur=FCckreicht und seiner Ansicht nach den alten Kulturen des Fernen Ostens=
=20
ebenb=FCrtig ist. Wenn sich die Welt von heute anders ausdr=FCckt als die=
 von=20
einst, wenn sich das Althergebrachte und das Traditionelle ver=E4ndern,=20
m=FCssen diese Ver=E4nderungen den Werten, die im =DCberlieferten vorhanden=
 sind,=20
Rechnung tragen und sie in das Neue einflie=DFen lassen, um dieses zu=20
bereichern, ohne das Bew=E4hrte zu verlieren. Auf diesem Grundsatz baute der=
=20
ber=FChmte Meister seine Schule auf und f=FChrte sie durch die Jahrzehnte.=
=20
Minoru Mochizuki war der einzige Zeitzeuge einer Epoche, in der geniale=20
Meister wie Jigoro Kano, Morihei Ueshiba und Hakudo Nakayama die=20
entscheidenden Impulse zur Hervorhebung und Betonung der moralischen und=20
erzieherischen Werte der Kampfk=FCnste gaben.
Um das ganze Ausma=DF des Werkes von Minoru Mochizuki zu erfassen, m=FCssen=
 wir=20
kurz auf sein Leben eingehen. Er stammte aus einer Familie, in der die=20
Besch=E4ftigung mit den Kampfk=FCnsten bereits Tradition hat, und wurde=
 daher=20
schon fr=FCh damit konfrontiert. Er besch=E4ftigte sich dann mit dem Judo=
 Jutsu=20
des Meisters Tanabe, mit dem harten Stil des Meisters Toku Sanbo sowie mit=
=20
dem weichen und eleganten von Kyuzo Mifune. Schlie=DFlich wurde er=20
pers=F6nlicher Sch=FCler von Jigoro Kano, dessen Vorbild als Meister und=20
Erzieher Minoru nachhaltig pr=E4gte. Gleichzeitig erhielt er unter der=20
Leitung von Sanjuro Oshima eine umfassende Ausbildung im Gyokushin Ryu Ju=20
Jutsu. Er studierte auch das Kendo  anfangs bei einem alten Samurai  und=20
perfektionierte sein K=F6nnen bei Hakudo Nakayama, einem der V=E4ter der=20
modernen japanischen Fechtkunst.
Da er zu den herausragenden Sch=FClern des Kodokan geh=F6rte und eine=
 besondere=20
Auffassungsgabe bzw. Lernf=E4higkeit besa=DF  die er =FCbrigens immer noch=
=20
besitzt -, erhielt er von Meister Kano den Auftrag, verschiedene Schulen=20
des Koryu Bu Jutsu, der alten Kampfk=FCnste, zu studieren. Minoru erwarb=20
ausgezeichnete Kenntnisse im Tenshin Shoden Katori Shinto Ryu, in welcher=20
der Umgang mit Schwert, Lanze, Hellebarde und Stock gelehrt wurde, im Musen=
=20
Shinden Ryu, der =E4ltesten Iai-Schule, im Shinto Muso Ryu, wo man den=
 Umgang=20
mit dem Jo lehrte, und in anderen Stilen. Er wurde dann auch zu Morihei=20
Ueshiba geschickt, um von diesem gro=DFen Meister, der Minoru dann als=
 seinen=20
geistigen Sohn und als einen seiner besten Sch=FCler bezeichnete, das Aiki=
=20
Jutsu und das Aikido zu lernen. Als Dank f=FCr seine wertvolle Mitarbeit=20
erlaubte ihm Ueshiba, einen eigenen Aikido-Stil zu entwickeln, und so=20
er=F6ffnete Minoru 1934 in Shizuoka sein Dojo, dem er die Bezeichnung=20
=84Yoseikan=93 gab.
Die erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten wurden von Minoru Mochizuki  bei=
=20
voller Respektierung seiner Lehrmeister  weiterentwickelt und in=20
eigenst=E4ndiger Weise umgesetzt, und zwar gem=E4=DF dem traditionellen=
 Prinzip=20
des Shu-Ha-Ri, wo der Sch=FCler zuerst genau die Anweisungen des Meisters=20
durchf=FChrt (Shu), dann mit zunehmender technischer Reife eine autonomere=
=20
Haltung einnimmt (Ha), bis er schlie=DFlich eine pers=F6nliche Bearbeitung=
 der=20
Methode vornimmt (Ri). Die Schule von Minoru Mochizuki pflegte die=20
Beherrschung mehrerer Kampfk=FCnste, um die Kontrolle der pers=F6nlichen=20
Sph=E4re, der drei Distanzen, der drei Reaktionszeiten und der drei Momente,=
=20
in denen sich die korrekte und angemessene Aktion vollzieht, zu=20
vervollst=E4ndigen.
Obwohl Meister Minoru (geboren im Jahre 1907) in seinen letzten Jahren sehr=
=20
alt war, hatte er seine ganze Geisteskraft bewahrt; sein Blick erfasste=20
alles und seine Willenskraft war ungebrochen. Er sah seinen Auftrag darin,=
=20
seine Kenntnisse und seine Unterrichtsweise mit seinem Werk zu vermitteln,=
=20
damit dieses und das seiner Lehrmeister weiterlebt und damit dort, wo er=20
selbst angelangt ist, ein anderer startet, damit Weiterentwicklung und=20
Verbesserung auch in Zukunft gew=E4hrleistet sind.

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Japans Zentralbank beschreitet neue Wege
Erwerb von =ABAsset Backed Securities=BB

tf. Tokio, 11. Juni
Die Bank of Japan (BoJ) geht neue Wege bei ihrem Versuch, zus=E4tzliche=20
Liquidit=E4t in die von einer Deflation geplagte Wirtschaft zu pumpen. Wie=
=20
der geldpolitische Rat der BoJ am Mittwoch beschloss, sollen ab Ende Juli=20
erstmals sogenannte Asset Backed Securities (ABS) aufgekauft werden. ABS=20
erm=F6glichen dem Verk=E4ufer, in der Bilanz gebundene Aktiva - meist=20
Kreditforderungen - zu refinanzieren, indem diese in handelbare Wertpapiere=
=20
umgewandelt und von einer separaten Finanzierungsgesellschaft am=20
Kapitalmarkt emittiert werden. Mit dem Erwerb solch verbriefter=20
Forderungen, f=FCr den die BoJ bis M=E4rz 2006 maximal 1 Bio. Yen ausgeben=
=20
will, soll der Kreditverknappung bei Kleinunternehmen entgegengewirkt=20
werden. Dabei schreckt die Zentralbank auch vor Papieren eher zweifelhafter=
=20
G=FCte nicht zur=FCck: =DCberraschend k=FCndigt sie an, ABS bis hinunter zu=
 einem=20
Kreditrating von =ABBB=BB aufkaufen zu wollen. Dass sich die Bilanzposition=
 der=20
Zentralbank bei solch risikoreichen Wertpapiergesch=E4ften, f=FCr die keine=
=20
speziellen R=FCckstellungen geplant sind, verschlechtern d=FCrfte, wird=
 bewusst=20
in Kauf genommen.

An den Gesch=E4ftsbanken vorbei
Bisher lagern im Portefeuille der Zentralbank haupts=E4chlich japanische=20
Staatsanleihen. Mit dem Erwerb privater ABS strebt die BoJ angesichts ihrer=
=20
wirkungslos verpuffenden Geldpolitik vor allem auch eine Umgehung der=20
Gesch=E4ftsbanken an. So zeigen Statistiken seit l=E4ngerer Zeit, dass die=
=20
Liquidit=E4t, welche die BoJ den Gesch=E4ftsbanken faktisch zum Nulltarif=20
grossz=FCgig zur Verf=FCgung stellt, =FCber den traditionellen=20
Transmissionsmechanismus nicht in die Niederungen der Realwirtschaft zu=20
sickern vermag. Die mit einem Berg fauler Kredite k=E4mpfenden=20
Gesch=E4ftsbanken zeigen sich im deflation=E4ren Umfeld bei der Neuvergabe=
 von=20
Krediten sehr zur=FCckhaltend, und die Ausleihungen privater Finanzinstitute=
=20
sind im vergangenen Mai gegen=FCber dem Vorjahreswert schon im 65. Monat in=
=20
Folge gesunken. Entsprechend bescheiden w=E4chst die Geldmenge M2 als Mass=
=20
f=FCr das Geldangebot: Sie verzeichnet seit knapp einem halben Jahr nur=20
gerade noch Zuwachsraten im 1%-Bereich. Der gewichtigste Teil der neu=20
geschaffenen Liquidit=E4t bleibt somit bei den Gesch=E4ftsbanken h=E4ngen,=
 mit=20
dem Resultat, dass die meisten Unternehmen von der vermeintlich=20
stimulierenden Wirkung der Null-Zins-Politik kaum etwas mitbekommen.

Entwicklungshilfe f=FCr den ABS-Markt
Vor diesem Hintergrund =FCberrascht es wenig, dass man sich in Nippons=20
Zentralbank seit geraumer Zeit schon den Kopf dar=FCber zerbricht, wie man=
=20
den finanziellen Spielraum der Unternehmen mit direkter Einflussnahme=20
ausweiten k=F6nnte. Als ersten Schritt auf dem Weg dazu ist der angek=FCndig=
te=20
Aufkauf von ABS zu interpretieren, zumal solche Papiere das Kreditrisiko=20
von den Unternehmen auf kaufwillige Investoren zu =FCberw=E4lzen verm=F6gen.=
 Die=20
Wirkung der Massnahme sollte aber nicht =FCbersch=E4tzt werden, und zwar aus=
=20
dem einfachen Grund, weil der Markt f=FCr ABS in Japan noch in den=20
Kinderschuhen steckt. Die Zentralbank versteht sich denn auch prim=E4r als=
=20
Vorreiterin. Sie zeigt sich in ihrer Begr=FCndung davon =FCberzeugt, dass=
 sie=20
=FCber den tempor=E4ren Aufkauf entsprechender Papiere eine stimulierende=
 Rolle=20
bei der Entwicklung eines liquiden ABS-Marktes spielen kann, der als=20
gew=FCnschte Nebenwirkung die Abh=E4ngigkeit der Unternehmen von den Banken=
 bei=20
der Geldbeschaffung reduzieren w=FCrde. Da man dabei nicht marktverzerrend=
=20
auftreten wolle, habe man sich auch zum Kauf risikoreicher Papiere mit=20
einer Bonit=E4t unterhalb der =ABInvestment Grade=BB-Kategorie entschieden.=
=20
Zentralbankchef Fukui gestand gegen=FCber Pressevertretern ein, dass dieser=
=20
Entschluss innerhalb des geldpolitischen Rates durchaus Anlass zu besorgten=
=20
Kommentaren gab; der Entscheid wurde schliesslich dennoch einstimmig=
 gef=E4llt.


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Katzenjammer in Singapur
Malaysia will keine fremden Haustiere

rt. Singapur, 12. Juni
Der Erfolg Singapurs bei der Bek=E4mpfung von Sars ist unbestritten, doch=20
jetzt fragt sich mancher im Stadtstaat, ob die Regierung in ihrem=20
Sauberkeitsfimmel nicht zu weit geht. Laut einem Beschluss des=20
Gesundheitsministeriums sollen n=E4mlich herumstreunende Katzen=20
eingeschl=E4fert werden. Vor allen bei den sogenannten Food Courts, jenen=20
popul=E4ren Imbissecken, wo die Katzenwelt die Reste elegant entsorgt, soll=
=20
=ABaufger=E4umt=BB werden. Zwar ist bisher kein Nachweis erbracht worden,=
 dass=20
die Katzen Sars =FCbertragen k=F6nnen. Doch die Gelegenheit zum=
 Saubermachen,=20
wozu neuerdings auch ein Spuckverbot f=FCr Menschen geh=F6rt, scheint=
 g=FCnstig:=20
Sars hat hier so viele =C4ngste heraufbeschworen, dass fast jede Massnahme=
=20
angebracht scheint.
Die Beh=F6rden, die sonst immer auf die schweigende oder schmollende=20
Zustimmung der Bev=F6lkerung z=E4hlen k=F6nnen, haben sich diesmal aber=20
verrechnet. Ein Aufschrei der Emp=F6rung geht durch die Presse. Leserbriefe=
=20
und Stadtgespr=E4che deuten klar darauf hin, dass das Land gespalten ist.=20
W=E4hrend die einen beim Fangen der todgeweihten Tiere mithelfen, haben=20
andere Auffangzentren f=FCr Katzen gegr=FCndet. Mit T-Shirts und=
 Flugbl=E4ttern=20
wird gegen das =ABCulling=BB protestiert. Zur grossen Entt=E4uschung haben=
 die=20
Beh=F6rden in Malaysia es abgelehnt, die eingefangenen Katzen aufzunehmen.=
=20
=ABMalaysia, your second home=BB, dieser ber=FChmte Spruch, mit dem der=20
Nachbarstaat die Rentner aus Singapur anziehen will, hat sich in diesem=20
Fall als leeres Versprechen erwiesen.
Der B=FCrgerprotest in der Republik, wo =F6ffentliche Demonstrationen=
 verboten=20
sind, hat neue Dimensionen angenommen. Um das Verbot zu umgehen, haben sich=
=20
Katzensch=FCtzer diese Woche in einem Luxushotel versammelt, um den neuen=20
Opfern von Sars die Ehre zu erweisen. Mit Blumen und einer Schweigeminute=20
wurde der 700 Katzen gedacht, die bisher ihr Leben lassen mussten. Das=20
Wachstum der auf 80 000 Tiere gesch=E4tzten Katzenpopulation solle, so hiess=
=20
es, durch Sterilisierung kontrolliert werden. Andere verwiesen darauf, dass=
=20
die unpopul=E4re Massnahme sich als Bumerang f=FCr die Bem=FChungen zur=
 Belebung=20
des Tourismussektors erweisen k=F6nnte. Auf Katzenliebhaber aus aller Welt=
=20
wirke der Feldzug gegen die Vierbeiner abstossend.


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Verschm=E4hte Hilfe f=FCr Japans Versicherer
Legalisierter Bruch von Renditeversprechen
Japans Regierung will dem Prozess des Ausblutens der heimischen=20
Lebensversicherer ein Ende bereiten. Sie erlaubt ihnen vor dem Hintergrund=
=20
der Null-Zins-Politik, garantierte Renditeversprechen im Nachhinein zu=20
reduzieren, faktisch also Vertragsbruch zu begehen. Aus Furcht vor einem=20
Vertrauensverlust in der =D6ffentlichkeit d=FCrfte aber kaum ein=20
Lebensversicherer das Angebot beanspruchen.

tf. Tokio, 12. Juni
Japans Regierung wirft den bedr=E4ngten Lebensversicherern des Landes einen=
=20
Rettungsring zu, den aber voraussichtlich keine Gesellschaft ergreifen=20
wird. Dabei zielt ein am Donnerstag vom Unterhaus verabschiedetes Gesetz,=20
das Ende Juli Rechtskraft erlangen wird, durchaus auf das Kernproblem der=20
Branche. Gem=E4ss dem neuen Erlass wird es den Lebensversicherern in Zukunft=
=20
n=E4mlich erlaubt sein, garantierte Renditeversprechen im Nachhinein zu=20
relativieren. Die Branche leidet schon lange darunter, dass sich die Ende=20
der achtziger Jahre in langfristigen Vertr=E4gen garantierten Renditen von=
=20
nominal =FCber 5% l=E4ngst nicht mehr erwirtschaften lassen. So liegen die=
=20
Zinss=E4tze in Japan nahe null, und die Rendite einer zehnj=E4hrigen=20
Staatsanleihe ist j=FCngst gar unter 0,5% gefallen. Allein im vergangenen=20
Gesch=E4ftsjahr klagten die zehn gr=F6ssten Lebensversicherer deshalb =FCber=
 eine=20
=ABnegative Zinsspanne=BB - also =FCber eine L=FCcke zwischen versprochener=
 und=20
erwirtschafteter Rendite - von rund 1,2 Bio. Yen, mit wenig Aussicht auf=20
Besserung.

Furcht vor einem Vertrauensverlust
Aufgehen kann die Rechnung nicht, erst recht nicht mit Blick auf die Baisse=
=20
an den Aktienb=F6rsen, welche die Bilanzen der zehn Versicherer im=20
Gesch=E4ftsjahr 2002/03 mit zus=E4tzlichen 1,7 Bio. Yen belastet hat. Vor=20
diesem Hintergrund w=FCrde man vermuten, dass sich die Branche nichts=20
sehnlicher gew=FCnscht hat, als vom Staat endlich die Bewilligung zu=20
erhalten, die in Zeiten hoher Zinsen eingegangenen Verpflichtungen endlich=
=20
den Realit=E4ten der Null-Zins-Politik anpassen zu d=FCrfen. In Wirklichkeit=
=20
scheint aber das Gegenteil der Fall. So br=FCsten sich die angeschlagenen=20
Versicherer in der =D6ffentlichkeit mit Finanzst=E4rke, =FCber die sie aber=
 schon=20
lange nicht mehr verf=FCgen: Mit Restrukturierungen und Kostensenkungen=
 werde=20
man die versprochenen Renditen problemlos erwirtschaften, heisst es etwa -=
=20
und die gigantischen Buchverluste auf Wertschriften werden als Marginalie=20
abgetan.
Der Grund f=FCr solches Theaterspiel ist ein einfacher: Bejubelten die=20
Lebensversicherer das vom Staat angebotene Hilfeangebot, w=E4re dies=20
gleichzeitig ein Signal, dass sie davon wohl auch Gebrauch machen werden,=20
dass es also bei ihnen um die finanzielle Verfassung ziemlich schlecht=20
bestellt ist. Resultat solcher Aufrichtigkeit w=E4re wohl, dass sich die=20
verunsicherten Policeninhaber vom Unternehmen abwenden w=FCrden und der=20
ohnehin schon scharfe R=FCckgang der Pr=E4mieneinnahmen sich noch mehr=20
beschleunigen w=FCrde - ein Teufelskreis also. Bei solchen Perspektiven wird=
=20
das Problem deshalb lieber verniedlicht, zumal es auch die Rating-Agenturen=
=20
zu bes=E4nftigen gilt. Sie n=E4mlich warnen davor, dass sie eine=
 Beschneidung=20
garantierter Renditen als Vertragsbruch und somit als =ABDefault=BB=
 betrachten=20
w=FCrden, mit radikalen Konsequenzen f=FCr die Bonit=E4tseinstufung.

Zum Gl=FCck zwingen?
Gem=E4ss der geltenden Rechtslage ist die Korrektur vertraglich festgelegter=
=20
Renditen nach unten denn auch nur im Konkursfall erlaubt, was im =DCbrigen=
=20
nicht selten vorkommt, zumal seit 1997 immerhin schon sieben=20
Lebensversicherer unter der Last allzu grossz=FCgiger Leistungsversprechen=
=20
zusammengebrochen sind. Neu werden die Assekuranzunternehmen die=20
versprochene Rendite auf h=F6chstens 3% reduzieren d=FCrfen. Voraussetzung=
=20
hierzu ist jedoch, dass sich das Unternehmen nachweislich in finanzieller=20
Not befindet und dass von den direkt betroffenen Policeninhabern, die im=20
Konkursfall wohl weit h=F6here Verluste erleiden w=FCrden, nicht mehr als=
 10%=20
gegen die Herabsetzung der Zinsgarantie opponieren.
Das neue Gesetz versteht sich daher vor allem als Alternative zu einem=20
drohenden Konkurs. Das =E4ndert aber nichts daran, dass aus Furcht vor einem=
=20
Vertrauensverlust selbst jene Versicherer, die auf besonders br=FCchigem=20
Fundament stehen, freiwillig das Hilfeangebot Tokios kaum in Anspruch=20
nehmen werden. Bereits fordern daher einige Politiker, die Firmen quasi zu=
=20
ihrem Gl=FCck zu zwingen und der gesamten Branche eine Korrektur der=20
Renditeversprechen zu verordnen; auf diese Weise h=E4tte sich niemand als=20
Problemfall darzustellen. Es w=E4re dies eine =ABKollektivhaftung=BB, wie=
 sie in=20
bester japanischer Tradition der Problembew=E4ltigung st=FCnde.


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Tokio soll vertikal wachsen
=ABRoppongi Hills=BB als Modell f=FCr Japans Hauptstadt?
von Thomas Fuster

Tokio hat st=E4dtebaulich eine neue Attraktion: die Roppongi Hills. Der=20
Turmbau wurde als Modell f=FCr die Notwendigkeit vertikalen Wachstums in=20
einer horizontal verstopften Stadt angek=FCndigt. Die Vielzahl neu=20
fertiggestellter B=FCrokomplexe hat in Tokio j=FCngst aber grosse=20
=DCberkapazit=E4ten entstehen lassen.

Tokio, im Juni
Es war keine besonders originelle Idee, Roppongi Hills ausgerechnet an=20
einem Samstagnachmittag zu besuchen, dazu noch bei herrlichem=20
Ausflugswetter. Offenkundig wird dies, wenn man aus der U-Bahn auf den=20
Bahnsteig tritt und dort sogleich von einem Ordnungsh=FCter empfangen wird,=
=20
der den riesigen Strom von Passanten, in dem man sich pl=F6tzlich findet,=20
zwar freundlich, mit seiner Trillerpfeife aber durchaus bestimmt dem=20
richtigen Ausgang zuzuweisen versucht. Mit Trippelschritten schreitet man=20
also geduldig dem Tageslicht entgegen, und so richtig einsam f=FChlt man=
 sich=20
f=FCr einige Stunden nicht mehr. Nicht weiter verwunderlich, denn wenn es=20
dieser Tage in Tokio eine Attraktion gibt, die =ABman=BB - und das sind in=
=20
Japans Hauptstadt immerhin 12 Mio. Menschen - gesehen haben muss, dann=20
Roppongi Hills. Der Ende April er=F6ffnete Geb=E4udekomplex inmitten eines=
=20
quirligen Vergn=FCgungsviertels ist das Stadtgespr=E4ch schlechthin.

Eine Stadt in der Stadt
Als eine =ABStadt in der Stadt=BB war das Bauprojekt angek=FCndigt worden.=
 Und=20
von der nahen Stadtautobahn aus, auf der man unz=E4hlige Male an der=20
Baustelle vorbeigefahren war, konnte man sich in der Tat oft davon=20
=FCberzeugen, dass hier Grossartiges - oder zumindest: Gigantisches - im=20
Entstehen begriffen war. Die Assoziation zum Turmbau von Babel lag bei=20
solchen Seitenblicken oft nahe, vor allem bei tr=FCbem Wetter, wenn die=20
obersten Stockwerke in einem Nebelschleier sich aufzul=F6sen und der Turm=20
gleichsam in den Himmel zu wachsen schien. Heute weiss man, dass solche=20
Gedanken unbegr=FCndet waren, denn zumindest in Tokio ist das =ABProjekt=
 Babel=BB=20
zu einem Abschluss gekommen - 17 Jahre nach der ersten Skizze und ersten=20
Verhandlungen mit den 400 vom Projekt betroffenen Grundeigent=FCmern.
Rund 500 Mrd. Yen (oder 5,7 Mrd. Fr., oder ca. 3,8Mrd. Euro) hat der=20
Komplex gekostet, der eine Fl=E4che von 12 Hektaren umfasst und in dessen=20
Zentrum ein 54-st=F6ckiger, 270 Meter hoher B=FCroturm mit einer Mietfl=E4ch=
e von=20
380000m2 thront. Mit dieser Investitionssumme handelt es sich um das=20
teuerste je von einem Privatunternehmen in Japan finanzierte Bauwerk. Eine=
=20
Aufz=E4hlung dessen, was alles zu Roppongi Hills z=E4hlt, muss l=FCckenhaft=
=20
bleiben. Zu erw=E4hnen sind aber etwa vier Wohnhochh=E4user mit insgesamt=
 800=20
Appartements, ein 5-Stern-Hotel mit 390 G=E4stezimmern, sodann 120=
 Boutiquen,=20
70 Restaurants, 9Kinos=E4le, ein 6Stockwerke z=E4hlendes Kunstmuseum - und=
=20
nicht zu vergessen 70000 B=E4ume und Str=E4ucher. Wie versprochen, wurde=
 eine=20
Stadt in der Stadt gebaut, mit Arbeitspl=E4tzen f=FCr 20000 Menschen. Die=20
Grenzen zwischen Berufs-, Wohn- und Freizeitbereichen sucht man hier=20
vergeblich; wer etwa w=FCrde auf dem Dach eines ultramodernen Kinopalastes=
=20
schon ein Reisfeld vermuten?

Moris =ABnew urban deal=BB
Das anarchische Nebeneinander unterschiedlichster Nutzungsarten entspringt=
=20
keinesfalls chaotischer Planung. Es ist vielmehr zentrales Postulat des=20
=ABnew urban deal=BB von Minoru Mori, dem Pr=E4sidenten der Mori Building=
 Co. und=20
Japans gr=F6sstem kommerziellem Bodenbesitzer. Der von seinem Unternehmen=
 auf=20
die Beine gestellte Bau will er als Modell f=FCr die k=FCnftige Entwicklung=
=20
Tokios verstanden wissen, als Modell f=FCr eine Metropole, die sich punkto=
=20
kultureller Vitalit=E4t, urbaner Lebensqualit=E4t und =F6kologischer=20
Nachhaltigkeit vor keiner anderen Weltstadt mehr zu verstecken braucht.=20
Mori ist ein Vision=E4r, ein Querdenker, einer, der mit seiner Arbeit nichts=
=20
weniger anstrebt, als Tokio an die Anspr=FCche eines nachindustriellen=20
Zeitalters heranzuf=FChren. Seine famili=E4re Herkunft muss man in Japan=20
niemandem erkl=E4ren. Der =ABMori-Clan=BB z=E4hlt zu den reichsten und=20
einflussreichsten Familien des Landes. Niemand hat seit 1959, als Moris=20
Vater, ein ehemaliger Wirtschaftsprofessor, Mori Building gegr=FCndet hatte,=
=20
das Gesicht von Tokio st=E4rker gepr=E4gt als das nach wie vor in=20
Familienbesitz sich befindende Unternehmen.
Tokio sei =ABhorizontal verstopft und vertikal vakant=BB, hat der heute=20
68-j=E4hrige Mori das Problem der Millionenstadt in einem Interview unl=E4ng=
st=20
auf den Punkt gebracht. In seinem urbanen Gedankengut gepr=E4gt von den=
 Ideen=20
Le Corbusiers, von dessen Werken er eine der weltweit gr=F6ssten Sammlungen=
=20
besitzt, doziert Mori seit Jahren die Vorz=FCge vertikalen Wachstums, zumal=
=20
Tokio gepr=E4gt ist von zwei- bis dreigeschossigen Wohnh=E4usern, was dem=20
vermeintlichen Moloch vor allem in Aussenbezirken einen durchaus d=F6rfliche=
n=20
Charakter verleihen kann. Eine Skyline ist allenfalls im noblen=20
Einkaufsquartier Ginza, im Bankenviertel Otemachi oder rund um das Rathaus=
=20
in Shinjuku erkennbar, im =DCbrigen sind es meist Flachbauten, die sich bis=
=20
in die hintersten Winkel der Kanto-Ebene ausdehnen. Die Aversion gegen=FCber=
=20
hohen Bauten wird in Tokio oft mit der Erdbebengefahr begr=FCndet. Mit=20
Verweis auf neue Bautechniken wollen heute aber viele das Argument nicht=20
mehr gelten lassen, und beim grossen Erdbeben von 1995 in Kobe erwiesen=20
sich Hochh=E4user in der Tat als weit robuster als niedrige Wohnh=E4user,=
 unter=20
deren Tr=FCmmern die meisten Opfer zu beklagen waren.
Zu vertikalem Wachstum zwingt nach Ansicht Moris nicht allein die =D6konomie=
=20
des in Japan besonders knappen Bodens, es sei dies auch der einzige Weg zur=
=20
Steigerung der Lebensqualit=E4t. Wie Mori bei der Er=F6ffnung von Roppongi=
=20
Hills betonte, schaffe nur Wachstum in die Vertikale in der Horizontalen=20
Platz f=FCr dringend ben=F6tigte Gr=FCnfl=E4chen. Zudem erlaube eine=
 kompakter=20
gebaute Stadt die Durchmischung von Wohn- und Gesch=E4ftszonen und somit=20
k=FCrzere Arbeitswege. Es ist in Tokio keine Seltenheit, wenn Angestellte=
 pro=20
Arbeitsweg gegen drei Stunden Zugfahrt auf sich nehmen m=FCssen. Dies d=FCrf=
te=20
weder der Produktivit=E4t am Arbeitsplatz noch dem Familienleben zu Hause=
 zum=20
Vorteil gereichen. Die =F6konomische Misere und das gr=F6sser werdende=
 Problem=20
zerr=FCtteter japanischer Familien, sie haben laut Mori nicht zuletzt=20
st=E4dtebauliche Ursachen.

Das =ABJahr-2003-Problem=BB
Nun ist Roppongi Hills mit Blick auf Tokios vertikale Ambitionen aber kein=
=20
Einzelfall. In den vergangenen paar Monaten sind zahlreiche imposante=20
Geb=E4udekomplexe aus dem Boden geschossen, etwa das im vergangenen=
 September=20
er=F6ffnete und an bester Lage zwischen Hauptbahnhof und Kaiserpalast=20
liegende Marunouchi Building, in Tokio vor allem als =ABMaru Biru=BB=
 bekannt.=20
Wer in der Kapitale in den vergangenen Monaten die Baukr=E4ne in=20
schwindelerregender H=F6he zu z=E4hlen versuchte, w=E4hnte sich kaum in=
 einem von=20
Wirtschaftskrise und Selbstzweifeln geplagten Land. Es fehlt aber nicht an=
=20
Kritikern dieses Baubooms, und immer =F6fter ist in Diskussionen vom=20
=ABJahr-2003-Problem=BB die Rede. Gemeint ist damit der Umstand, dass im=20
laufenden Jahr auf Grund der zahlreichen neu fertiggestellten Bauten rund=20
doppelt so viele neue B=FCrofl=E4chen auf den Markt gelangen d=FCrften wie=
=20
=FCblich. Die entsprechenden =DCberkapazit=E4ten spiegeln sich bereits in=
 hohen=20
Leerstands-Quoten im Stadtzentrum von deutlich =FCber 8%.

Der B=FCromarkt ist somit in Tokio zu einem Mietermarkt geworden, und selbst=
=20
Mori musste sich laut Branchenbeobachtern einige teure Anreize einfallen=20
lassen, um f=FCr Roppongi Hills zumindest eine Auslastung von 80% zu=20
erreichen. Kommt hinzu, dass viele potenzielle ausl=E4ndische Kunden - etwa=
=20
aus dem Finanzsektor - 13 Jahre nach dem Platzen von Japans=20
Seifenblasen-=D6konomie ihre Pr=E4senz in Nippon eher ab- statt ausbauen.=
 Von=20
den Widerw=E4rtigkeiten des Immobilienmarktes will sich Mori aber nicht=20
abschrecken lassen, und die erste Ausstellung im Mori Arts Center im=20
52.Stock des Mori-Tower hat er denn auch gleich sich selbst gewidmet bzw.=20
seiner Vision urbaner Entwicklung. =ABDie globale Stadt, eine neue vertikale=
=20
Landschaft=BB, heisst die Botschaft. Riesige Modelle mit den bis ins=
 kleinste=20
Detail nachgebauten Stadtzentren von London, Paris, Frankfurt, Berlin,=20
Chicago, New York, Shanghai und Tokio hat er aufstellen lassen. Sie sollen=
=20
den Besuchern vor allem eines beweisen: Wie =ABflach=BB Japans Kapitale im=
=20
internationalen Vergleich noch immer herauskommt.

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Schauplatz Saigon
Im Land der Drachen f=E4hrt der Tiger Moped
Vietnam bewegt sich auf zwei R=E4dern in die Zukunft

von Susanne Ostwald

Eines der =E4rmsten L=E4nder der Welt setzt zum Tigersprung an: Vietnam ist=
 das=20
neue Boomland S=FCdostasiens, und wo die Wirtschaft w=E4chst, steigt das=20
Bed=FCrfnis nach Mobilit=E4t. Die erste Motorisierungswelle beschert dem=
 Land=20
einen chaotischen Zweiradverkehr, der insbesondere die Wirtschaftsmetropole=
=20
Saigon in Atem h=E4lt.
Im S=FCden Vietnams gibt es fabelhafte Wesen. Etwa Drachen, und zwar ihrer=
=20
neun. Die Vietnamesen nennen sie Cuu Long. Sie schl=E4ngeln sich durch das=
=20
satte Gr=FCn der Reiskammer des Landes - hierzulande sind sie unter dem=
 Namen=20
Mekongdelta bekannt. Neun Haupt- und unz=E4hlige Nebenarme besitzt diese=20
wundersame Kreatur - also noch einige mehr als eine nicht minder=20
erstaunliche Erscheinung, die einem in der s=FCdvietnamesischen Metropole Ho=
=20
Chi Minh City begegnet - in jener Stadt also, die von den Einheimischen zum=
=20
Akronym HCMC verk=FCrzt, h=E4ufiger jedoch weiterhin mit Stolz Saigon=
 genannt=20
wird. Das Ph=E4nomen, von dem hier die Rede ist, hat bis zu vier K=F6pfe,=
 acht=20
Arme, ebenso viele Beine - und zwei R=E4der. Es ist kein radelnder Drache,=
=20
sondern eine vietnamesische Familie auf einem Moped. Das heisst in fast=20
allen F=E4llen: auf einer Honda. Daher ist der Markenname in Vietnam l=E4ngs=
t=20
zum gebr=E4uchlichen Synonym f=FCr Moped geworden. Und da allein in der=20
gesch=E4ftigen Wirtschaftsmetropole des Landes, in deren Ballungsraum sieben=
=20
Millionen Menschen leben, zweieinhalb Millionen dieser Gef=E4hrte gemeldet=
=20
sind - hinzu kommen noch jene der unsch=E4tzbar vielen Berufspendler aus der=
=20
dicht besiedelten Region -, wird Saigon auch Honda-City genannt.
Beim Familienausflug sitzt der Vater am Lenker, und am hinteren Ende der=20
kurzen Sitzbank verhindert die Mutter, dass die Kinder, zwischen den Eltern=
=20
eingeklemmt, vom Moped, pardon: von der Honda, fallen. Das beliebteste=20
Modell tr=E4gt den sinnigen Namen =ABDream=BB und ist einer Vespa, dem Traum=
=20
aller Nachkriegsdeutschen, nicht un=E4hnlich. Ohnehin k=F6nnte man sich in=
=20
Saigon, w=E4ren da nicht die Neonreklamen f=FCr moderne Hightech-Elektronik,=
 in=20
die f=FCnfziger Jahre zur=FCckversetzt f=FChlen. Amerikanische Kids fuhren=
 einst=20
mit dem Strassenkreuzer ins Autokino - die Jugend Saigons trifft sich=20
allabendlich am Ufer des S=F4ng S=E0i G=F2n, des Saigon-Flusses, wo Hunderte=
=20
verliebte P=E4rchen auf ihren Mopeds sitzen und schmusen.

Auf den Spuren Graham Greenes
In der neuen Verfilmung von Graham Greenes Vietnam-Roman =ABDer stille=20
Amerikaner=BB, voraussichtlich ab 17. Juli in den Schweizer Kinos, schw=E4rm=
t=20
der sonst zynische Journalist Thomas Fowler von =ABdiesem Ort, an dem die=20
Farben und =FCberhaupt alle Sinneseindr=FCcke sch=E4rfer hervortreten als=20
anderswo, an dem sogar der Regen eine besondere Intensit=E4t hat=BB. Kein=
 Film=20
im Autokino k=F6nnte so fesselnd sein wie das Treiben am Fluss. Auf dem=20
tr=E4gen Strom, welcher von =FCberdimensionalen Werbetafeln flankiert wird,=
=20
herrscht reger Verkehr. Zwischen den zahlreichen Restaurantschiffen legt=20
eine F=E4hre an, auf die sich ein schier endloser Strom von Mopeds ergiesst.=
=20
Schon beginnt man zu f=FCrchten, jeden Moment k=F6nnte sich vor den eigenen=
=20
Augen ein F=E4hrungl=FCck mit einem der in Entwicklungsl=E4ndern notorisch=
=20
=FCberladenen Boote abspielen.
Zum Flussufer fahren die Jugendlichen am liebsten =FCber die Dong Khoi, jene=
=20
zentrale Achse der Altstadt, die in Graham Greenes Saigon noch Rue Catinat=
=20
hiess. Vieles ist freilich nicht mehr wie in den f=FCnfziger Jahren: Die=20
Bordelle und Opiumh=F6hlen, die Greenes Protagonisten hier einst=20
frequentierten, sind l=E4ngst verschwunden. Das Nachtleben ist heute weniger=
=20
lasterhaft, aber nicht minder vital. Mit ihren eleganten Gesch=E4ften, alten=
=20
Hotels im Kolonialstil, dem im Jahre 1900 von den Franzosen erbauten=20
Opernhaus sowie unz=E4hligen Bars und Restaurants ist die Dong Khoi nicht=
 nur=20
Saigons Flaniermeile, sondern auch die Strecke zum Cruisen. M=E4dchen im=20
traditionellen Ao Dai, einem schmalen, hochgeschlossenen Gewand, und Jungen=
=20
mit gef=E4lschten Baseballm=FCtzen westlicher Modemacher fahren mit ihren=20
Mopeds zwischen dem Fluss und dem Platz vor der Backsteinkathedrale=20
Notre-Dame hin und her. Die T=FCren des katholischen Gotteshauses stehen=
 weit=20
offen, damit die Mopedfahrer, die keinen Platz mehr in der =FCberf=FCllten=
=20
Kirche gefunden haben, auf ihren Zweir=E4dern sitzend die Messe verfolgen=20
k=F6nnen. Die grosse Mehrheit der Vietnamesen ist buddhistisch, doch im=
 S=FCden=20
des Landes lebt eine christliche Minderheit, die rund acht Prozent der=20
Gesamtbev=F6lkerung ausmacht. In der an Saigon angrenzenden Provinz steht=20
alle paar hundert Meter ein christliches Gotteshaus, und viele Villen=20
neureicher Vietnamesen sind mit prunkvollen Madonnenstatuen geschm=FCckt.
Vietnam erlebt seit der Einf=FChrung der Doi Moi (=ABErneuerung=BB), der=20
vietnamesischen Perestroika, im Jahre 1986 einen beachtlichen=20
wirtschaftlichen Aufschwung. Mit dem neuen Programm des Marktsozialismus=20
wurden westliche Investoren mit grossem Erfolg angelockt und der=20
Unternehmergeist der Vietnamesen geweckt. Heute herrscht im kommunistischen=
=20
Vietnam ein kaum regulierter, archaischer Kapitalismus. Das=20
Wirtschaftswunderland Vietnam gilt als der n=E4chste Tigerstaat=
 S=FCdostasiens.=20
Dem enormen Aufschwung zum Trotz ist Vietnam freilich immer noch eines der=
=20
=E4rmsten L=E4nder der Welt. Das Bruttoinlandprodukt betrug im vergangenen=
 Jahr=20
pro Kopf 390 US-Dollar (Schweiz: 38 140 Dollar). Und so wie in jedem Land,=
=20
das erst am Anfang eines Wirtschaftsaufschwungs steht, findet die erste=20
Motorisierungswelle auch in Vietnam auf zwei R=E4dern statt. Fahrr=E4der=
 sind=20
inzwischen auf Vietnams Strassen seltener geworden, doch noch seltener sind=
=20
Autos. Das Statussymbol der Stunde ist ein schickes Moped, und es gilt=20
geradezu als r=FCckst=E4ndig, auch kleinste Entfernungen zu Fuss=
 zur=FCckzulegen.=20
So herrscht also ein haarstr=E4ubendes Gewimmel von Mopedfahrern, und zwar=
=20
nicht nur im Privatverkehr, denn es scheint praktisch nichts zu geben, was=
=20
sich nicht auf einem Moped transportieren liesse - auch zu gewerblichen=20
Zwecken.

Nur Mut bei der Strassen=FCberquerung
Wer zum ersten Mal in Saigon auf die Strasse tritt, weiss nicht, wie auf=20
die gegen=FCberliegende Seite zu kommen w=E4re. Es bedarf einigen Mutes, die=
=20
Fahrbahn zu betreten, vor allem an der Uferstrasse. Theoretisch hat sie=20
vier Spuren, doch Mopeds und Lastwagen kommen aus jeder erdenklichen=20
Richtung. Da die Fahrer beim Linksabbiegen keine Chance haben, sofort ihre=
=20
Richtungsfahrbahn zu erreichen, f=E4deln sie sich zun=E4chst gegen den=
 Verkehr=20
ein, um sich, auf waghalsigem Slalomkurs dem dichten Gegenverkehr=20
ausweichend, auf die richtige Strassenseite zu schl=E4ngeln. Pr=E4ventiv ist=
=20
die Hupe im Dauereinsatz, Fussg=E4nger werden geschickt umkurvt -=20
stehenbleiben sollte man nicht, denn das widerspr=E4che den Regeln dieses=20
organischen Gewimmels, das auch ohne Ampeln scheinbar reibungslos=20
funktioniert.
Dennoch: Seit Anfang April ist es Vorschrift (und die Polizei f=FChrt=20
diesbez=FCglich strenge Verkehrskontrollen durch), dass jedes Moped =FCber=
 zwei=20
Spiegel verf=FCgt - eine Massnahme, die angesichts des chaotischen Verkehrs=
=20
drollig anmutet und kaum geeignet erscheint, die hohe Zahl an=20
Verkehrsunf=E4llen zu senken. Vietnam ist eins der L=E4nder mit den meisten=
=20
Verkehrstoten. Und wer beobachtet, welch halsbrecherische Man=F6ver im=20
Verkehr vollf=FChrt werden, wundert sich dar=FCber nicht. Ein Bauer etwa=20
transportiert auf seinem Moped zwei ausgewachsene Schweine, und zwar=20
lebende, w=E4hrend zwei Bauarbeiter auf dem ihren eine mannshohe Glasscheibe=
=20
balancieren. Pittoresk nimmt sich dagegen jene Marktfrau aus, die mit einem=
=20
schwankenden Turm von Eierkartons unterwegs ist. Wer w=E4re da =FCberrascht,=
=20
doch noch einen motorisierten Drachen anzutreffen.
Erstaunlich ist nicht allein die akrobatische Fahrkunst, sondern auch die=20
Fingerfertigkeit beim Reparieren der teilweise h=F6chst bauf=E4lligen=
 Gef=E4hrte.=20
Das Werkstattwesen boomt: An jeder Ecke findet sich eine kleine=20
Schrauberei, wo beispielsweise in Sekundenschnelle geplatzte Reifen=20
gewechselt werden. Auch die Solidarit=E4t unter den Fahrern ist gross. Wer=
=20
ohne Benzin liegen bleibt, weil etwa die Tankanzeige defekt ist, kann damit=
=20
rechnen, dass Vorbeifahrende sich sofort anerbieten, an der n=E4chsten=20
Tankstelle eine leere Wasserflasche mit Treibstoff zu f=FCllen. Dass die=20
meisten Menschen mit Mundschutz im Verkehr unterwegs sind, hat mit der=20
Lungenkrankheit Sars =FCbrigens nichts zu tun: Zum einen ist die=20
Luftverschmutzung durch die Abgase der Zweitaktmotoren betr=E4chtlich, und=
=20
zum anderen sch=FCtzen sich vor allem Frauen vor der Sonne, denn auch in=20
Vietnam ist blasse Haut ein Sch=F6nheitsideal, f=FCr das man sich in der=20
br=FCtenden Hitze mit T=FCchern verh=FCllt und auf dem Moped sogar armlange=
=20
Handschuhe tr=E4gt. Eins verstehen die Vietnamesen allerdings nicht: dass=20
M=E4nner auf dem Moped auch hinter einer Frau sitzen k=F6nnen. Zwar ist es=
 auch=20
im patriarchalischen Vietnam l=E4ngst selbstverst=E4ndlich, dass Frauen=
 alleine=20
unterwegs sind. Doch eher geht ein Tiger zu Fuss, als Sozius seiner Tigerin=
=20
zu sein.




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Japan boykottiert Debatten der Walfangkommission

Erstmals Bekenntnis zum Walschutz

Berlin, 17. Juni. (dpa/afp/ap)

         Aus Protest gegen den Beschluss zum st=E4rkeren Schutz der Wale hat=
=20
Japan wichtige Debatten bei der Jahrestagung der Internationalen=20
Walfangkommission (IWC) in Berlin boykottiert. Die Verabschiedung der=20
Resolution zwinge Tokio, alle Optionen einschliesslich der k=FCnftigen=20
Beteiligung an der IWC zu =FCberdenken, sagte Japans IWC-Vertreter Minoru=20
Morimoto. Die IWC sei zu einem Antiwalfangprogramm gemacht worden, erg=E4nzt=
e=20
Takanori Nagatomo vom Fischereiministerium in Tokio. =ABAls N=E4chstes=
 wollen=20
sie vielleicht unsere Walforschung stoppen.=BB Deutschland hatte dazu eine=
=20
Resolution eingebracht, =FCber die am Mittwoch verhandelt werden soll.
Mit 25 zu 20 Stimmen, gegen den Widerstand Japans und Norwegens, hatte die=
=20
IWC am Montagabend die sogenannte =ABBerliner Initiative=BB angenommen und=
 sich=20
damit erstmals in ihrer 57-j=E4hrigen Geschichte ausdr=FCcklich zum Schutz=
 der=20
vom Aussterben bedrohten Wale bekannt. Daf=FCr wird ein spezieller Ausschuss=
=20
eingerichtet, der sich auch mit Umweltgefahren f=FCr Wale und mit=20
=ABWalsafaris=BB besch=E4ftigen soll. Allerdings wollen die Walfangl=E4nder=
 Japan=20
und Norwegen den neuen Schutz-Ausschuss boykottieren und weder personell=20
noch finanziell unterst=FCtzen. Australien und Neuseeland schlugen neben der=
=20
seit 1994 existierenden Schutzzone im S=FCdpolarmeer ein Walschutzgebiet im=
=20
S=FCdpazifik vor. Brasilien und Argentinien pl=E4dierten f=FCr ein neues=20
Schutzgebiet im S=FCdatlantik. Beiden Vorst=F6ssen wurden wegen der=20
erforderlichen Dreiviertelmehrheit allerdings keine Chancen einger=E4umt.
Ein weiteres Thema auf der Tagung, die noch bis Donnerstag dauert, waren=20
die Methoden des Walfangs. Die Ureinwohner Russlands und Alaskas etwa=20
d=FCrfen jedes Jahr eine von der IWC festgelegte Quote an Grau- und=20
Gr=F6nlandwalen f=FCr den Eigenbedarf erlegen. Doch kein einziger der 133 im=
=20
vergangenen Jahr in Russland gejagten Grau- und Gr=F6nlandwale sei durch den=
=20
ersten Harpunenschuss gestorben, kritisierte die internationale=20
Naturschutzorganisation =ABPro Wildlife=BB. Bis zu 100 Gewehrkugeln seien=
 auf=20
die verletzten Wale geschossen worden, bis der Tod nach vielleicht einer=20
Stunde eingetreten sei. Auf den F=E4r=F6ern wiederum w=FCrden noch heute=
 Hunderte=20
von Kleinwalen mit Eisenhaken an die Boote oder auf den Strand gezogen und=
=20
dort mit kleinen Messern get=F6tet.



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Japan im Beckham-Fieber
Der britische Fussballk=FCnstler auf Werbetour in Nippon
tf. Tokio, 19. Juni
In Madrid mag man seiner Ankunft noch so entgegenfiebern, dieser Tage=20
geh=F6rt David Beckham zun=E4chst einmal Japan. Und dort geh=F6rt der=
 britische=20
Fussballk=FCnstler auch hin. So sieht es zumindest seine grosse Fangemeinde=
=20
im Land der aufgehenden Sonne, wo der 28-j=E4hrige Brite seit der=20
Durchf=FChrung des World Cup 2002 angehimmelt wird wie kein anderer=20
ausl=E4ndischer Sportler. Von einer =ABR=FCckkehr=BB schrieb am Donnerstag=
 denn=20
auch die landesweit gr=F6sste Tageszeitung, =ABYomiuri=BB, nachdem Beckham=
 tags=20
zuvor erstmals seit der Weltmeisterschaft wieder seine F=FCsse, die Real=20
Madrid immerhin 35 Millionen Euro wert sind, auf japanischen Boden gesetzt=
=20
hatte; und zwar f=FCr eine viert=E4gige Tour, die vor allem der Pflege=
 diverser=20
Werbevertr=E4ge dient. Als R=FCckkehr wurde die Ankunft wohl deshalb=20
bezeichnet, weil der Sch=F6nling mit dem sanften Blick bei jeder sich=20
bietenden Gelegenheit betont, wie gut es ihm w=E4hrend der=20
Weltmeisterschaften in Japan gefallen habe, ja dass er es sich gar=20
vorstellen k=F6nnte, in diesem Land mit seinen vielen freundlichen=
 Einwohnern=20
dereinst die Fussballkarriere abzuschliessen. Das ist Balsam f=FCr die Seele=
=20
einer Nation, die sich angesichts einer hartn=E4ckigen Wirtschaftskrise seit=
=20
viel zu vielen Jahren vor allem in Selbstzweifeln =FCbt.

F=FCnfzehn Sekunden Gl=FCckseligkeit
Kaum eine Zeitung liess es sich am Donnerstag denn auch entgehen, auf den=20
Titelseiten die ewiggleichen Schlagzeilen =FCber neue Firmenkonkurse f=FCr=
=20
einmal durch Bilder zum Heldenempfang f=FCr Beckham-sama und seine=
 Angetraute=20
Victoria, das ehemalige Spice Girl =ABPosh=BB, zu ersetzen. An geeigneten=20
Fotosujets mangelte es auf Tokios Flughafen Narita kaum. Schon Stunden vor=
=20
der Ankunft der =ABBecks=BB hatten sich dort Hundertschaften von vornehmlich=
=20
weiblichen Fans eingefunden. Der grenzenlosen Begeisterung der=20
modebewussten Verehrerinnen tat selbst die etwas schwierig gewordene=20
Kleiderwahl keinen Abbruch, da der eben erst bekannt gewordene Transfer des=
=20
Superstars nach Spanien die roten Leibchen von Manchester United als doch=20
eher unpassend erscheinen liess. Wie auch immer: Als der in schwarzem=20
Blazer und weissem Shirt gekleidete Held endlich in die Empfangshalle=20
schritt, waren solche Sorgen vergessen. In den h=F6chsten Frequenzen wurde=
=20
gekreischt und mit den H=E4ndchen in einem Tempo gewinkt, wie es nur=20
japanische Frauen fertigbringen: alles wie in den wildesten Beatles-Zeiten,=
=20
mit dem kleinen Unterschied, dass die H=E4nde, die in die H=F6he gerissen=20
wurden, zumeist noch ein Mobiltelefon umklammerten, zumal diese Apparate=20
l=E4ngst auch f=FCr Schnappsch=FCsse dienen.
Ekstatische Gesichter somit zuhauf, Tr=E4nen sowieso, und nur einige wenige=
=20
zeigten sich - nachdem der Spuk vorbei war - leicht entt=E4uscht darob, dass=
=20
sich ihr Idol nur allzu kurz den Fans gezeigt hatte. Der staatliche=20
Fernsehsender NHK, bei keinem Thema um eine m=F6glichst pr=E4zise und=
 bisweilen=20
naturwissenschaftlich anmutende Berichterstattung verlegen, hatte in den=20
Abendnachrichten nachgerechnet, dass sich Beckham exakt f=FCnfzehn Sekunden=
=20
im Blickfeld seiner Verehrerinnen befunden hatte. Danach war er weg, die=20
blonde Haarpracht auf eine Weise hochgesteckt, als eile er direkt zur=20
Pferdeschau. Vor dem Flughafengeb=E4ude wartete mit laufendem Motor ein=20
schwarzer Mercedes-Benz. Und ab sofort hatten sich die Verehrerinnen mit=20
aus Helikoptern gefilmten Fernsehbildern zu begn=FCgen, die zeigten, dass=20
sich selbst die edle Limousine mit wertvoller Fracht geduldig in den=20
Tokioter Stau einreihte und - durchaus japanisch - quasi nur in=20
Trippelschrittchen dem Stadtzentrum n=E4her kam. Nur gef=FChllose Ignoranten=
=20
d=FCrften sich beim Anblick dieser Bilder, die auf den ersten Blick=20
vielleicht etwas unspektakul=E4r schienen, gelangweilt haben.
Die Beckhams erwartet ein straffes Programm. Von Schokolade =FCber=20
Mobiltelefone bis hin zu Sch=F6nheitssalons reicht die breite Palette an=20
Produkten, f=FCr die sie in Japan ihre Konterfeis zur Verf=FCgung stellen.=
 Und=20
die vielen Investoren melden dieser Tage nat=FCrlich ihre wohlerworbenen=20
Rechte am Werbetr=E4ger an. Dabei kommt auch Letzterer nicht zu kurz. Laut=
=20
der Tageszeitung =ABAsahi=BB d=FCrften Beckham die hiesigen Werbevertr=E4ge,=
 f=FCr=20
die er nun w=E4hrend vier Tagen einige Foto- und Filmtermine wahrnehmen=
 muss,=20
in den kommenden zwei Jahren umgerechnet 12 Millionen Franken einbringen.=20
Das d=FCrfte mehr sein, als der Fussballspieler in seiner ersten Spielsaison=
=20
bei Real Madrid - mit ungleich mehr Arbeitstagen - an Basissal=E4r erzielen=
=20
wird.

Bl=FCtenweisses Image
Die japanischen Investoren scheint aber kein Yen zu reuen, sie k=F6nnen sich=
=20
keinen besseren Imagetr=E4ger vorstellen. Etwa die Marketingstrategen von=20
TBC, einer Kette von Sch=F6nheitssalons: Deren Fernsehspots, in denen=
 Beckham=20
z=E4rtlich seine Frau k=FCsst und danach wenig mehr zu sagen hat als =ABJust=
=20
Beauty=BB, sind in Japan ein grosser Erfolg. Die sehr knapp gehaltene=20
Botschaft kommt nicht nur den hierzulande eher bescheidenen=20
Englischkenntnissen entgegen. Sie festigt auch Beckhams Ruf als=20
vorbildlicher Ehemann, der sich gar traut - und das scheint f=FCr Japans=20
Frauen in besonderem Mass beeindruckend - seine Zuneigung zur Gattin=20
=F6ffentlich zu zeigen.



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Pekings M=FChe mit der Religion

Ein Bischof in Hongkong k=E4mpft gegen die geplanten=
 Anti-Subversions-Artikel

Der katholische Bischof von Hongkong k=E4mpft nicht nur f=FCr die Religion,=
=20
sondern auch gegen Pekings Versuch, neue Anti-Subversions-Artikel in der=20
ehemaligen Kronkolonie einzuf=FChren. K=FCrzlich =E4usserte er sich dazu und=
 zur=20
Situation der Kirche in China anl=E4sslich einer Vortragsreise in=
 Deutschland.
Kl. Die heroischen Etiketten, die der Oberhirte mit sich herumtr=E4gt,=
 wollen=20
auf den ersten Blick nicht recht passen zu der schm=E4chtigen Gestalt mit=
 den=20
wachsamen Augen unter dem ergrauten Schopf. Eine der popul=E4rsten=20
Tageszeitungen in Hongkong hat Bischof Joseph Zen f=FCr 2002 zum =ABMann des=
=20
Jahres=BB gek=FCrt. Das Nachrichtenmagazin =ABFar Eastern Economic Review=BB=
=20
widmete ihm unl=E4ngst eine Titelgeschichte (=ABWielding the Cross=BB) und=
=20
erkl=E4rte den 71-j=E4hrigen Kirchenmann zum personifizierten =ABGewissen=
 von=20
Hongkong=BB. Er selbst f=FCgt mit ironischem Unterton noch eine Etikette=
 hinzu,=20
die zum Synonym f=FCr seine prek=E4re, vielf=E4ltigen Anfechtungen=
 ausgesetzte=20
Stellung geworden ist: =ABFeind der chinesischen Regierung=BB.

Religi=F6ser oder politischer F=FChrer?
Sein Vortrag beim diesj=E4hrigen Akademietreffen im China-Zentrum am Sitz=
 der=20
Steyler Mission im rheinischen St. Augustin war unter dem Titel =ABFrust=
 oder=20
Hoffnung? Gegenwart und Zukunft von Kirche und Gesellschaft in Hongkong und=
=20
in China=BB angek=FCndigt. Nur, sprach da wirklich der katholische Bischof=
 von=20
Hongkong, oder war das nicht eher der T=E4tigkeitsbericht eines ziemlich=20
leidenschaftlichen politischen Aktivisten? Weil er sein Publikum so=20
anschaulich daran teilhaben liess, wie er gerade jetzt wieder beim=20
=F6ffentlichen Protest gegen die von Peking inspirierte Vorlage versch=E4rft=
er=20
Sicherheitsbestimmungen f=FCr das chinesische Sonderverwaltungsgebiet an=20
vorderster Front marschiert, provozierte er einige Irritation und=20
entsprechende Fragen. Auf die eine, ob der k=E4mpferische Oberhirte der 225=
=20
000 Katholiken in Hongkong den Vatikan dabei auf seiner Seite habe,=20
antwortete er kurz und b=FCndig, er habe dort nicht vorher nachgefragt. Und=
=20
als jemand wissen wollte, ob er mit seinem Verhalten den Katholiken auf dem=
=20
Festland das Leben nicht noch schwerer mache, sagte er mit h=F6rbarem=20
Ingrimm: =ABDie k=F6nnen nicht mehr leiden, als sie jetzt schon leiden.=BB

Das =DCbergreifen des Sars-Virus von S=FCdchina auf Hongkong hat die=
 ehemalige=20
britische Kronkolonie, die seit der R=FCckgabe an China 1997 in den=20
Windschatten der Aufmerksamkeit geraten war, zur=FCck in die Schlagzeilen=20
gebracht. Bischof Zen ist Zeuge und Mitstreiter in einem anderen, stilleren=
=20
Drama, das so unverhofft Teil seines Lebens und seiner Amtsf=FChrung=
 geworden=20
ist, sp=E4testens seitdem ihn der Papst vergangenen Herbst nach dem Tod von=
=20
Kardinal John B. Wu zu dessen Nachfolger berufen hat. Wer ihm zuh=F6rt,=20
versteht allm=E4hlich, wie und warum sich weltliche Politik und pastorale=20
Anliegen so untrennbar miteinander verschr=E4nkt haben, dass Schweigen, wie=
=20
der Bischof sagt, =ABnichts anderes bedeuten w=FCrde, als die Flucht=
 ergriffen=20
zu haben=BB.
Gehen die neuen Anti-Subversions-Artikel als beliebig einsetzbare=20
Mehrzweckwaffe zur Ausschaltung jeder Form von unliebsamer Opposition=20
durch, dann w=E4re das, so Joseph Zen, der =ABerste offene und eklatante=
 Bruch=BB=20
des Autonomieversprechens, mit dem Peking Hongkong f=FCr die Dauer von=20
mindestens 50 Jahren weitgehende innere Selbstbestimmung garantiert hat.=20
Und so, wie die Bestimmungen angelegt sind, liessen sie sich bei Bedarf=20
auch f=FCr religionspolitische Zwecke einsetzen - etwa um die Kontakte und=
=20
Verbindungen zu kriminalisieren, aus denen der Kirche in Hongkong=20
spirituell wie materiell eine wichtige Br=FCckenfunktion gegen=FCber den=20
Katholiken auf dem Festland (einschliesslich der romtreuen=20
Untergrundkirche) erwachsen ist.
Zwischen Frust und Hoffnung - das beschreibt die j=E4hen Pendelschl=E4ge der=
=20
chinesischen Religionspolitik von relativer Toleranz zu militanter=20
Repression. In der Phase der Wiederbelebung religi=F6sen und kirchlichen=20
Lebens nach Beginn der wirtschaftlichen Reform- und =D6ffnungspolitik 1978=
=20
geh=F6rte der Salesianer-Pater und Philosophieprofessor Zen zu den ersten=20
Theologen, die auf das Festland reisen und an den Priesterseminaren=20
unterrichten durften. 1998, als die chinesischen Beh=F6rden ohne Angabe von=
=20
Gr=FCnden ein Einreiseverbot gegen ihn verh=E4ngten, war damit Schluss.
Die allgemeine Verd=FCsterung, die bald darauf folgte, verbindet sich mit=20
zwei Ereignissen: der von der Parteipropaganda zum =ABKampf um die Seele der=
=20
Nation=BB hochstilisierten Verfolgung der unheimlich popul=E4ren=
 Heilsbewegung=20
Falun Gong; und dem offenen Konflikt zwischen Peking und dem Papst im=20
Herbst 2000 um die Kanonisierung von 120 im Boxeraufstand get=F6teten=20
M=E4rtyrern, den die chinesische F=FChrung dazu nutzte, um die Amtstr=E4ger=
 der=20
einzigen legalen Vereinigung der Katholiken Chinas unter massivem Druck=20
unter das Joch der Loyalit=E4t gegen=FCber dem Staat und seiner Kontrolle zu=
=20
zwingen.

Bl=FChendes Christentum trotz Repression
Was das amerikanische Aussenministerium in seinem Jahresbericht 2002 zur=20
Lage von Religion und Kirchen in China zusammengetragen hat, ergibt ein=20
unvermindert beklemmendes Bild. So hat das militante Vorgehen gegen die=20
freikirchliche protestantische South China Church vor Augen gef=FChrt, wie=
=20
freiz=FCgig die Regierung von den in Verbindung mit Falun Gong aktivierten=
=20
gesetzlichen Vorgaben zur Unterbindung =ABb=F6ser Kulte=BB f=FCr=
 Repressionszwecke=20
Gebrauch macht. Von den etwa 50 Bisch=F6fen der romtreuen Untergrundkirche=
=20
sitzen die meisten entweder in Haft oder stehen unter Hausarrest oder sind=
=20
auf der Flucht. Und die offizielle katholische Kirche in Baoding (Provinz=20
Hebei) ist nicht die einzige, deren Klerus sich k=FCrzlich einer=20
hochnotpeinlichen Untersuchung auf Auslandskontakte und ausl=E4ndische=20
Geldquellen unterziehen musste.
Aber es gibt noch eine andere Seite. Ein kundiger Beobachter hat sie als=20
=ABhistorische Ironie=BB so beschrieben: =ABIn der ersten H=E4lfte des 20.=
=20
Jahrhunderts haben sich Tausende von Missionaren in China frei bewegen=20
k=F6nnen, aber dennoch nur sehr bedingt nachhaltige Spuren hinterlassen.=
 Aber=20
jetzt, da ausl=E4ndischen Missionaren die T=FCren verschlossen sind und die=
=20
Untergrundkirchen verfolgt werden, bl=FCht das Christentum mit einer=20
Gesamtzahl von Gl=E4ubigen, die bereits weit in den zweistelligen=20
Millionenbereich hineingewachsen ist.=BB Tats=E4chlich wurden im=20
kommunistischen China bis in die entlegensten Landflecken noch nie so viele=
=20
Kirchen gebaut wie heute, aus eigener Kraft, aber auch vielfach mit=20
ausl=E4ndischer Unterst=FCtzung.
Noch bemerkenswerter sind die vielf=E4ltigen Aktivit=E4ten, mit denen sich=
=20
protestantische und katholische Gemeinden an der Basis mit=20
stillschweigender Billigung der lokalen Beh=F6rden caritativ engagieren,=20
eigene Kinderg=E4rten und Schulen gr=FCnden und dort, wo der Staat versagt,=
 als=20
soziale Hilfsaggregate willkommen sind. Das und die Tatsache, dass sich die=
=20
Grenzen zwischen den staatlich sanktionierten Kirchenorganisationen und den=
=20
Untergrundkirchen in der Praxis immer mehr verwischen, erkl=E4rt auch, warum=
=20
Partei und Regierung heute mehr denn je die Furcht umtreibt, vollends die=20
Kontrolle =FCber die starke Sogkraft zu verlieren, die in einer nach=20
alternativen Orientierungen suchenden Gesellschaft von den Religionen und=20
einer Vielzahl von Spiritualismen ausgeht.
Wenn Bischof Zen die chinesische Religionspolitik an einem =ABkritischen=20
Kreuzungspunkt=BB sieht, beschreibt das vor diesem Hintergrund einen=
 ziemlich=20
verzweifelten Selbstbehauptungskonflikt. Denn wo einerseits=20
Einsch=FCchterungsversuche und repressive =DCbergriffe zuzunehmen scheinen,=
=20
haben andrerseits die Religionsgemeinschaften ebenso offenkundig an=20
robustem Beharrungsverm=F6gen und De-facto-Unabh=E4ngigkeit gewonnen. Wenn=
 es=20
heute eher die Regel als die Ausnahme ist, dass die Priester und Bisch=F6fe=
=20
der Patriotischen Vereinigung insgeheim beim Heiligen Stuhl um die=20
nachtr=E4gliche Anerkennung ihrer Weihe nachsuchen, bleibt von dem=20
staatlichen Loyalit=E4tsanspruch kaum mehr als die Fassade =FCbrig.

Hoffnung in die verj=FCngte F=FChrung
Die Hoffnung von Bischof Zen, dass die neue, verj=FCngte F=FChrung=
 aufgekl=E4rt=20
genug ist, um daraus rationale Konsequenzen zu ziehen, bleibt vorl=E4ufig=
 ein=20
ungedeckter Wechsel auf die Zukunft, selbst wenn Anzeichen gedanklicher=20
Beweglichkeit zu erkennen sind. Etwa in dem bemerkenswerten Aufsatz, in dem=
=20
der Reformpolitiker Pan Yue vor einiger Zeit in der chinesischen Presse=20
eine positiv besetzte Neubestimmung des Verh=E4ltnisses zur Religion=20
gefordert hat. =ABDer Geist eines Volkes=BB, so sein Pl=E4doyer, =ABwird von=
 seiner=20
Kultur hervorgebracht, die Seele der Kultur dr=FCckt sich in der Moral aus,=
=20
die St=FCtze der Moral ist der religi=F6se Glauben. Ein Volk ohne religi=F6s=
en=20
Glauben kann in der Vielzahl der V=F6lker nicht standhalten. Das gilt umso=
=20
mehr f=FCr China.=BB




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Japanische Raumsonde nimmt Anlauf zum Mars

Tokio, 20. Juni. (ap)

         Nach den erfolgreichen Starts der europ=E4ischen und der ersten der=
=20
beiden amerikanischen Mars-Missionen hat auch Japan einen neuen Anlauf zur=
=20
Erkundung des Roten Planeten unternommen. Die Raumsonde =ABNozomi=BB habe am=
=20
Freitag ein letztes Mal die Erde umrundet und sei nun auf dem Weg zum Mars,=
=20
teilte die japanische Raumfahrtbeh=F6rde mit. Urspr=FCnglich h=E4tte die=
 Sonde=20
schon im Oktober 1998 den Mars erreichen sollen, doch waren Probleme mit=20
dem Antrieb aufgetreten. Wenn dieses Mal alles klappt, m=FCsste sie etwa=20
zeitgleich mit dem europ=E4ischen Mars-Express und den beiden amerikanischen=
=20
Sonden um den Jahreswechsel 2003/04 an ihrem Ziel ankommen.


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Der Bote des Diamantgeistes

Der buddhistische Meister Lop=F6n Tsechu Rinpoche ist 85-j=E4hrig gestorben

Reisend und meditierend versuchte der Weise, den Buddhismus im Himalaja=20
gebiet zu befeuern. Sch=FCler fand er aber auch jenseits des Ozeans, im=20
Westen, wo Zehntausende dem Lichtbringer die H=E4nde entgegenstrecken.

         =ABWir leben heute im <Dunklen Zeitalter>, in dem die=20
Lebensbedingungen in sehr vielen Teilen der Welt sehr schwierig sind=BB,=20
verlautbarte der Rinpoche an einer Zeremonie in Spanien - Rinpoche ist ein=
=20
Ehrentitel wie =ABHochw=FCrden=BB oder =ABDurchlaucht=BB.
Der 1918 in Bhutan Geborene ging den Weg in die Innerlichkeit, w=E4hrend=
 vier=20
seiner Nichten an den K=F6nigshof kamen. (Sie werden allesamt vom K=F6nig=20
geheiratet werden.) Siebenj=E4hrig studiert er in einem der grossen Kl=F6ste=
r=20
Bhutans. Einige Jahre sp=E4ter bringt ein Onkel den Knaben in die=20
Bergeinsamkeit des Himalaja, dahin, wo der ber=FChmte Dichter und Mystiker=
=20
Mila- repa fast tausend Jahre zuvor meditiert hatte. Nun lebt der kleine=20
Weise in den H=F6hlen des Mystikers, isst Nesseln wie jener und lernt, vom=
=20
K=F6rper uneingeschr=E4nkt, zu fliegen.

         Nach Pilgerreisen in den Himalajastaat Tibet galt Tsechu als=20
Meditati- onsmeister des Diamantweg-Buddhismus - der schillernde Diamant=20
steht f=FCr Erleuchtung - und war ein Vertrauter des geistigen Oberhauptes=
=20
der sogenannten Kagy=FC-Linie, einer der vier Hauptrichtungen im tibetischen=
=20
Buddhismus.
Das Gebiet um den Himalaja ist ein Hexenkessel, seit 1950 Chinas Truppen in=
=20
Tibet eingebrochen sind. Angeh=F6rige der Bergv=F6lker bilden=20
Widerstandstruppen. Der Geheimdienst CIA mischt sich ein. Es gibt viel zu=20
tun f=FCr Lop=F6n Tsechu, der als Vermittler hin und her reist. Doch die=20
Situation wird noch schlimmer. Nach dem Volksaufstand in Tibet fl=FCchtet=20
1959 auch Tsechus geistiges Oberhaupt mit 160 Lamas und M=F6nchen.
Tsechus Heim im nepalesischen Katmandu, ein Lehmbau mit Gebetsfahnen davor,=
=20
wirkt von da an als ein Blasbalg f=FCr die geistige Arbeit. =ABEr war eine=
=20
Autorit=E4t=BB, anerkennen auch Buddhisten anderer Richtungen. Der Rinpoche=
 ist=20
h=E4ufig unterwegs: zu Fuss und - wo er den irdischen K=F6rper so nicht=20
hinbringen kann - mit dem Helikopter; damit vermag er wirklich zu fliegen.=
=20
Er betreut tibetische Fl=FCchtlinge, baut Kl=F6ster, k=FCmmert sich um den=
 Erhalt=20
der Stupas - jener turmartigen Wahrzeichen des Buddhismus, auf denen=20
Weisheits- augen in vier Richtungen blicken - und l=E4sst Gebetsm=FChlen=20
errichten.
Dann folgt ein Einbruch anderer Art. Im Jahr 1968 finden immer mehr Westler=
=20
den Weg nach Osten, wo sie das Heil suchen. Unter ihnen der D=E4ne Ole=20
Nydahl. Der hat schon einiges hinter sich: Philosophiestudium, Boxk=E4mpfe,=
=20
Motorradunf=E4lle und ziemlich viel Drogen.
Als er dem Lehrer Tsechu Rinpoche gegen=FCbersitzt, =ABgeschah etwas, das=
 uns=20
den Atem raubte: Der Lama begann sich vor unseren Augen aufzul=F6sen=BB. Die=
=20
Gestalt wurde durchsichtiger. =ABWir konnten durch seinen K=F6rper hindurch=
=20
deutlich das verschlissene Muster der gelb-braunen Tapete an der Wand=20
hinter ihm erkennen.=BB Ist es Hypnose? Nydahl h=E4lt eine=
 Streichholzschachtel=20
vor seine Augen, die sich aber nicht aufl=F6st. Also keine Hypnose. Bares=20
Kraftfeld.
         Man lernt sich kennen, vorsichtig. Als Nydahl nach einem Trip=20
durcheinander ger=E4t und eine Schl=E4gerei mit einem Chauffeur anzettelt,=
=20
berichtet er dem Lehrer von der schlechten Energie. Tsechu habe locker=20
geantwortet: =ABAch ja, den kenne ich. Der macht oft =C4rger. Ich werde mich=
=20
darum k=FCmmern.=BB Bis sp=E4t in der Nacht ert=F6nen seine Glocke und die=
 Hand-=20
trommel, mit denen er sch=FCtzende Kr=E4fte herbeiruft, bis der ungute Geist=
=20
genug hat. =ABIst es ein Wunder, dass wir Tsechu Rinpoche lieben?=BB, fragt=
=20
Nydahl, der den Diamantweg zu seiner grossen Sache macht.
Die M=F6nche sehen in den Westlern eine Chance. Tsechu Rinpoche will Nydahl=
=20
in die geheimeren Meditationen einf=FChren, er spielt auch Verbindungsmann=
=20
zum geistigen Oberhaupt. Bis dieses eines Tages befiehlt: =ABIhr fahrt nach=
=20
Hause.=BB - =ABNach Hause?=BB, fragt der J=FCnger entsetzt. =ABWohin nach=
 Hause?=BB -=20
=ABNach Europa.=BB
1987 reiste Tsechu Rinpoche, der nimmerm=FCde Bote des Diamantweg-=20
Buddhismus, selber aus der Abgeschiedenheit der Himalaja-Kl=F6ster ins=20
hektische Europa. Der Siebzigj=E4hrige besuchte die Zentren, die die Westler=
=20
aufgebaut haben, f=FChrte Meditations=FCbungen durch, leitete den Bau von=20
Stupas an. Einer davon entstand in Z=FCrich, diskret in einem Hinterhof=20
errichtet. Tsechu Rinpoche hat ihn eingeweiht. =DCberzeugt davon, dass=
 Stupas=20
den Menschen Orientierung geben, =ABvor allem hier in Europa, wo es viele=20
Kriege gab und die V=F6lker einander umbrachten=BB. Im Moment, da Tsechu=
 starb,=20
stand er am Anfang einer erneuten Reise in den Westen.
Um den Leichnam des Friedfertigen ist ein Streit ausgebrochen. In einem=20
Konvoi von 400 Fahrzeugen wird der Sarg zu seinem Kloster in Nepal=20
geleitet. Doch die bhutanische K=F6nigsfamilie will ihn in Bhutan. Da sei er=
=20
geboren, am K=F6nigshof habe er seine Verwandten. Der Tote wird auch f=FCr=
=20
diesen Streit eine kluge L=F6sung wissen. Willi Wottreng



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Kritik am Zwang zur Mitgift in Indien
=ABWie ein Spinnennetz=BB =FCber dem ganzen Land
By. Delhi, 23. Juni

Vor zwei Monaten war Nisha Sharma noch eine unbekannte junge Frau, die bei=
=20
ihren Eltern in einem Aussenbezirk von Delhi wohnte und eine=20
Software-Schule besuchte. Heute ist sie =FCber die Grenzen Indiens bekannt,=
=20
=FCberschwemmt von aufmunternden SMS-Botschaften und Heiratsantr=E4gen,=20
versehen mit dem G=FCtesiegel der internationalen Medienbeachtung. Die=20
21-j=E4hrige Nisha verdankt die pl=F6tzliche Ber=FChmtheit einem Anruf, mit=
 dem=20
sie am 11. Mai, mitten in ihrer Hochzeitsfeier, die Polizei alarmierte.=20
W=E4hrend im gemieteten Hochzeitszelt 2000 G=E4ste bewirtet worden waren,=
 hatte=20
die Familie des Br=E4utigams eine Mitgiftforderung von einer Million Rupien=
 -=20
rund 25 000 Euro - vorgebracht. Das Geld sollte sofort beschafft und in bar=
=20
ausbezahlt werden.

Grosser sozialer Druck
Nisha weigerte sich, die Hochzeitszeremonie weiterzuf=FChren, und als die=20
Familie des Br=E4utigams handgreiflich wurde, stellten sich auch ihre Eltern=
=20
und Geschwister hinter sie. Es kam zum Eklat, der sich beim Erscheinen der=
=20
Polizei auf dem Fest noch steigerte. Mitgift ist in Indien verboten, doch=20
die Polizei w=E4re kaum eingeschritten, w=E4re nicht zuf=E4llig ein=
 Fernsehteam=20
auf dem Polizeiposten gewesen. Als dieses vom Skandal Wind bekam, fuhr es=20
sofort zur Hochzeitsfeier, und die Polizei hatte keine Wahl, als zu folgen=
=20
und die Familie des Br=E4utigams zu verhaften. Am n=E4chsten Tag war Nishas=
=20
Haus von Journalisten umlagert, Frauenorganisationen feierten sie mit=20
Girlanden, sie trat in Fernseh-Talkshows auf. Innert Tagen hatte Nishas=20
mutiger Schritt von S=FCd- bis Nordindien Nachahmerinnen gefunden. Junge=20
Br=E4ute liessen ihre Hochzeitspl=E4ne platzen und klagten ihre zuk=FCnftige=
n=20
Schw=E4ger an, =FCberm=E4ssige =ABDowry=BB-Forderungen gestellt zu haben.=
 Auch Nisha=20
Sharma hatte nicht gegen die Mitgift als solche, sondern gegen die=20
=FCbertriebenen Forderungen protestiert. Die Fernsehbilder zeigten sie zu=20
Hause, wo sich die =ABGeschenke=BB bis zur Decke stapelten - K=FChlschrank,=
=20
Fernseher, K=FCchenherd, Stereoanlage, Waschmaschine, Mobiltelefon,=20
Klimaanlage. Alles war in doppelter Ausf=FChrung vorhanden, einmal f=FCr das=
=20
Brautpaar, einmal f=FCr die Familie des Br=E4utigams. Als der Preis aber=20
verdoppelt wurde, lief das Fass =FCber.
Das Verhalten der Familie Sharma ist typisch. Die Mitgift wird als ein =DCbe=
l=20
angesehen, aber der soziale Druck ist so gross, dass sich ihm nur wenige=20
entgegenstellen. =ABDowry ist ein Spinnennetz, das sich =FCber das ganze=
 Land=20
gelegt hat=BB, sagte die Journalistin Chitra Padmanabhan, =ABund jedermann -=
=20
jeder Mann - hat seinen Preis.=BB Was fr=FCher ein Brahmanen-Brauch war -=
 die=20
unteren Kasten hatten sogar einen Brautpreis -, ist heute dank dem Wunsch=20
nach sozialem Aufstieg ein universales Ph=E4nomen geworden. Je nach Beruf,=
=20
Verm=F6gen und Kaste des Br=E4utigams werden auf dem Heiratsmarkt=
 zweistellige=20
Millionensummen verlangt. Mitgiftforderungen beschr=E4nken sich zudem nicht=
=20
mehr nur auf die Hochzeit. Auf sie folgen Schwangerschaft, Niederkunft,=20
Familienfeste - alles wird zum Anlass genommen, immer neue Forderungen zu=20
stellen.

Wirtschaftliches Stimulans?
Es gibt Stimmen, die in der Mitgift ein potentes wirtschaftliches Stimulans=
=20
sehen. Tats=E4chlich geht die Ausbreitung der Mitgift einher mit dem=20
beispiellosen Konsumboom, der Indien in den letzten zw=F6lf Jahren im Zug=
 der=20
Globalisierung erfasst hat und der von der rasanten Ausbreitung des=20
Fernsehens und der Fernsehwerbung angeheizt wird. Dabei liegt die negative=
=20
Wirkung auf der Hand. Die Mitgift mag die Konsumg=FCterindustrie ankurbeln=
=20
und den Familien - jenen des Br=E4utigams - zu Wohlstandssymbolen verhelfen.=
=20
Doch f=FCr die Familien der Braut ist sie oft ruin=F6s.
Dies zeigt sich etwa an der offiziellen Zahl von 7000 Selbstmorden von=20
Ehefrauen, die keinen Ausweg mehr finden zwischen den Forderungen ihrer=20
neuen Familie und dem finanziellen Notstand ihrer alten. Noch fataler sind=
=20
die Auswirkungen bei der Familienplanung. Infantizid und Abtreibungen bei=20
M=E4dchen sind nicht das =DCberbleibsel einer barbarischen patriarchalischen=
=20
Tradition, sondern gehen einher mit wachsendem Konsum und Wohlstand. In den=
=20
letzten zehn Jahren hat sich das Verh=E4ltnis von M=E4dchen- und=
 Knabengeburten=20
in Indien weiter zuungunsten des weiblichen Geschlechts verschoben, und=20
dies ausgerechnet in den reichen Gliedstaaten und in Grossst=E4dten wie=
 Delhi.



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Weniger Subventionen f=FCr Japans Provinzen
Anlauf Tokios in Richtung Finanzf=F6deralismus

Im Rahmen wirtschaftspolitischer Leitlinien hat Japans Zentralregierung am=
=20
Freitag beschlossen, die Lokalregierungen in Zukunft mit Subventionen=20
weniger grossz=FCgig zu versorgen. Als Kompensation sollen die Regionen=
 daf=FCr=20
mehr Autonomie erhalten, um eigene Steuern erheben zu k=F6nnen. Die=20
Pr=E4fekturen wehren sich gegen die Massnahme. Sie bef=FCrchten eine=20
Vergr=F6sserung regionaler Einkommensunterschiede.

tf. Tokio, 27. Juni

Im Zug einer umfassenden Verwaltungsreform war Anfang 2001 in Japan ein Rat=
=20
f=FCr Wirtschafts- und Steuerpolitik ins Leben gerufen worden. Der vom=20
Ministerpr=E4sidenten angef=FChrte Rat, dem neben Ministern auch Vertreter=
 der=20
Zentralbank, der Privatwirtschaft und der Wissenschaft angeh=F6ren, hat die=
=20
Aufgabe, der Regierung Leitlinien zu liefern f=FCr die Ausgestaltung der=20
Wirtschaftspolitik. Einmal pro Jahr wird ein entsprechender Plan=20
ausgearbeitet, wobei die Anweisungen von Mal zu Mal desorientierter wirken.=
=20
So geizen die am Freitag von der Regierung verabschiedeten Grunds=E4tze mit=
=20
konkreten Vorgaben und verlieren sich allzu oft in vagen=20
Absichtserkl=E4rungen. Eine l=F6bliche Ausnahme sind die Ausf=FChrungen zur=
=20
angestrengten Dezentralisierung des Finanzhaushaltes, und hier werden der=20
Politik sogar quantitative Vorgaben gemacht.

Steuerhoheit statt Subventionen
Ziel der Reform ist es, den lokalen Gebietsk=F6rperschaften in=20
Steuerangelegenheiten k=FCnftig mehr Autonomie zu geben und so der=20
finanzpolitischen Realit=E4t entgegenzuwirken, dass im zentralistischen=
 Japan=20
praktisch jeder Yen =FCber ein Tokioter Ministerium an die Pr=E4fekturen=20
verteilt wird. Das soll langfristig nicht allein den Staatshaushalt=20
entlasten, sondern auch dem Lobbying von Parlamentariern f=FCr m=F6glichst=
=20
teure Staatsprojekte in =ABihren=BB Pr=E4fekturen die Grundlage entziehen.=
 Auf=20
dem Weg dazu soll nun im Verlauf der kommenden drei Jahre die Summe der von=
=20
Tokio an die Lokalregierungen bezahlten Subventionen um rund 4 Bio. Yen=20
gek=FCrzt werden; zum Vergleich: Die Transfers an die Regionen betragen im=
=20
laufenden Fiskaljahr laut dem Finanzministerium rund 22 Bio. Yen. Rund 80%=
=20
der entstehenden Einnahmenausf=E4lle werden die Regionen =FCber die Erhebung=
=20
neuer Steuern kompensieren k=F6nnen. Die Vorgaben stehen also; unklar bleibt=
=20
nur, wie sie umgesetzt werden sollen.
Streitpunkt ist dabei nicht nur, bei welchen Subventionen die=20
Zentralregierung, die mit einer unter Industrienationen beispiellos hohen=20
Staatsverschuldung k=E4mpft, den Rotstift ansetzen wird. Ungekl=E4rt ist=
 auch,=20
in welchen Bereichen die Pr=E4fekturen neu eigene Steuern werden erheben=20
d=FCrfen. Bereits ist =FCber die Frage auch innerhalb der Regierung ein=20
heftiger Streit entbrannt. W=E4hrend etwa Postminister Toranosuke Katayama=
=20
f=FCr die Pr=E4fekturen Stellung bezieht und daf=FCr pl=E4diert, den=
 Regionen das=20
Recht einzugestehen, neben Einkommenssteuern auch eigene Konsumsteuern zu=20
erheben, will Finanzminister Masajuro Shiokawa namentlich die Hoheit f=FCr=
=20
Konsumsteuern bei der Zentralregierung behalten, den fiskalpolitischen=20
Handlungsspielraum der Pr=E4fekturen also deutlich enger definieren. Harte=
=20
Auseinandersetzungen sind programmiert, zumal mit der angestrengten=20
Dezentralisierung auch die Macht manch eines B=FCrokraten in Tokio=20
beschnitten wird, was dieser kaum kampflos zulassen wird, nicht nur im=20
Finanzministerium.

Unruhe auf dem Land
Auch in den Regionen h=E4lt sich die Begeisterung =FCber k=FCnftig d=FCnnere=
=20
Geldstr=F6me aus der Zentrale in engen Grenzen. Die Lokalregierungen=20
protestieren dagegen, dass der Staat seine Finanzsorgen nun einfach auf dem=
=20
Buckel der Provinzen l=F6se und das Gesamtinteresse des Landes aus den Augen=
=20
verliere. Bef=FCrchtet wird, dass angesichts des zu erwartenden=20
Steuerwettbewerbs die regionalen Einkommensunterschiede gr=F6sser werden,=20
strukturschwache Regionen also besonders stark unter den=20
Subventionsk=FCrzungen leiden. Nicht =FCberall wehrt man sich aber mit=
 gleicher=20
Vehemenz. Schlagzeilen machte in den vergangenen Wochen vor allem die=20
abgelegen an der K=FCste zum Japanischen Meer gelegene Pr=E4fektur Tottori,=
=20
deren Haushalt zu 80% von der Zentralregierung in Tokio bestritten wird.=20
Der Gouverneur von Tottori, Yoshihiro Katayama, hatte in seinem =C4rger=20
angek=FCndigt, dass die Verwaltung nicht l=E4nger Produkte des=20
Elektronikherstellers Toshiba kaufen werde. Grund war, dass der=20
Regierungsausschuss, der die Ideen zur Dezentralisierung des=20
Finanzhaushaltes ausgearbeitet hatte, vom Vorsitzenden von Toshiba geleitet=
=20
worden war. Der angedrohte Boykott stiess jedoch landesweit auf=20
Unverst=E4ndnis - und wurde schliesslich still und leise wieder=
 zur=FCckgezogen.
zur=FCck



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Chinesisch Intimes

asg.
Er hat Mao Zedong portr=E4tiert, in Uniform, beim Applaus, auf dem=20
Sterbebett; Buddha im Lotussitz oder als Krieger und sich selbst als=20
Hooligan. Das Mus=E9e d'art et d'histoire in Genf zeigt einen Ausschnitt aus=
=20
dem herausragenden Schaffen des in Schanghai geborenen Yan Pei-Ming (1960),=
=20
der seit 1981 in Frankreich (Dijon) lebt. Die riesig dimensionierten=20
Zeichnungen geben sich zun=E4chst wie Propagandabilder, anonym und=
 universal.=20
Und doch werden sie dem Titel der Ausstellung, =ABdessins intimes=BB,=
 gerecht,=20
denn jedes Gesicht der meist in Serien geh=E4ngten Bilder tr=E4gt auch=20
individuelle Z=FCge. Was die Portr=E4ts des Frankochinesen von der popul=E4r=
en=20
Mao-=C4sthetik unterscheidet, ist der hohe Grad an Abstraktion, mit dem er=
=20
seine =ABAnti-Portr=E4ts=BB komponiert. F=FCr jemanden, der aus dem =ABParis=
 des=20
Orients=BB kommt, wie Schanghai von den B=FCrokraten aus Peking ver=E4chtlic=
h=20
genannt wurde, war das eine notwendige Konsequenz, um Distanz zu gewinnen.=
=20
So trennte er sich fr=FCh von der Etikette des nationalistischen K=FCnstlers=
=20
und =ABverwischte=BB auf seinen Portr=E4ts das sozialistische Label mit dem=
=20
Kohlestift. W=E4hrend er in Paris studierte, marschierten Studenten auf den=
=20
Tiananmen-Platz in Peking, um gegen das verkrustete Milit=E4rregime zu=20
protestieren. Zehn Meter hohe Fotos der prominentesten F=FChrer Chinas, Mao,=
=20
Deng Xiaoping und Jiang Zemin, wurden auch in der Peking-Parade zum 50.=20
Jahrestag der Volksrepublik mitgetragen. Ming zeichnet an intimen Figuren=20
entlang einen Gesellschaftsroman - mit einer Prise Tragikomik.

Yan Pei-Ming. Fils du dragon. Mus=E9e d'art et d'histoire, Genf. Bis 24.=20
August. Katalog Fr. 49.-.



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Treu zu Mann und Partei
Chen Zongying, die Maos Langen Marsch mitmachte, ist 100-j=E4hrig gestorben

Dem M=E4dchen waren noch die F=FCsse eingebunden worden, die erwachsene Frau=
=20
=FCberstand damit den legend=E4ren Langen Marsch, legte in zwei Jahren mehr=
 als=20
10 000 Kilometer zur=FCck. Sie tat es nicht nur f=FCr die Revolution,=
 sondern=20
aus Ergebenheit zu ihrem Mann.
=ABIch wollte seiner F=FChrung folgen, denn was er tat, musste gut sein.=BB=
 So=20
erkl=E4rte Chen Zongying, wie sie Parteisoldatin wurde.
Die 1903 geborene Zongying - es kursieren auch andere Jahreszahlen - kam=20
aus der Landbev=F6lkerung der S=FCdprovinz Hunan. Die Leute dort h=E4tten=
 ein=20
Temperament, das gepfeffert sei wie ihr Essen, heisst es.
Die Tochter eines Privatlehrers, deren Mutter kurz nach der Geburt starb,=20
ahnte nichts von den kommenden Umw=E4lzungen. Man band ihr, wie es =FCblich=
=20
war, die F=FCsse zusammen, damit sie h=FCbsch klein blieben, was als=
 erotisch=20
galt und zudem bewirkte, dass Ehefrauen nicht weit weglaufen konnten. Und=20
wie es =FCblich war, kam das M=E4dchen von Familie zu Familie, wo es B=F6den=
=20
putzte und Kleider wusch. Nur ihre Br=FCder konnten Schulen besuchen. Sie=20
w=FCrde heiraten, war sie doch schon nach der Geburt dem k=FCnftigen Sohn=
 der=20
befreundeten Familie Ren versprochen worden.
Den zwei Jahre J=FCngeren lernte sie n=E4her kennen, als sie in einer=20
Strumpffabrik arbeitete, um sich die Sch=FCssel Reis selber zu verdienen,=20
worauf sie stolz war. Da hatte sie aus eigenem Antrieb die Binden um die=20
F=FCsse gel=F6st, bevor die Knochen gebrochen waren. (Nur gekr=FCmmt blieben=
 die=20
F=FCsse f=FCrs Leben.) Sie freundete sich mit Ren Bishi an, der in der=
 Schule=20
von einem Lehrer namens Mao Zedong unterrichtet worden war und sich in der=
=20
kommunistischen Jugendbewegung bet=E4tigte. Ihn unterst=FCtzte sie aus ihrem=
=20
kargen Lohn, als er in Schanghai Russisch studierte und sich in Moskau=20
weiterbildete.
Allm=E4hlich lernte sie, dass =ABRevolution=BB bedeutete, =ABgegen die=
 Abh=E4ngigkeit=20
von den Landbesitzern und gegen feudale B=FCrokratie zu k=E4mpfen=BB. So=
 erkl=E4rte=20
sie Helen Praeger Young, die das Leben der Frauen auf dem Langen Marsch=20
erforscht hat.
Die zierliche Zongying vertrieb Parteibotschaften f=FCr die verbotene KP und=
=20
begleitete ihren Mann auf Reisen zu Konferenzen, weil ein Paar unauff=E4llig=
=20
wirkte. Kommunisten waren Leute, die allein reisten, denn die waren doch=20
f=FCr freie Liebe, hiess es. Als Sympathisantin kam sie f=FCr einige Monate=
 ins=20
Gef=E4ngnis samt ihrem Baby, doch an diese d=FCstere Geschichte konnte sie=
 sich=20
sp=E4ter nicht mehr richtig erinnern. In den befreiten Gebieten arbeitete=
 sie=20
beim Geheimdienst der Partei, dechiffrierte Meldungen, die hereinkamen,=20
obwohl sie als Analphabetin die Texte nicht lesen konnte. Das erh=F6hte die=
=20
Sicherheit.
1934 wird die Lage f=FCr die Revolution=E4re im S=FCden des Landes=
 unhaltbar. Es=20
kommt der Befehl, man werde die Gegend verlassen. Chen Zongying placiert=20
ein Kind bei Bauern. =ABIch hatte keine Ahnung, wie lange wir marschieren=20
w=FCrden.=BB Eine endlose Kolonne macht sich auf. =ABDa waren Flugzeuge, die=
 uns=20
bombardierten.=BB Hinunter auf den Boden. 40 Kilometer legt man an manchem=
=20
Tag zur=FCck, Chen Zongying auf ihren kleinen F=FCssen. Die Stimmung sei gut=
=20
gewesen: =ABWir waren gl=FCcklich, erz=E4hlten einander Geschichten.=BB Und=
 vor dem=20
Einschlafen habe man die Lieder der Roten Armee gesungen. Der Marsch wurde=
=20
zum Gr=FCndungsmythos der Kommunisten, die bewiesen, dass sie nicht zu=20
zerbrechen waren.
In den S=FCdwesten des Reichs ging's, hinunter bis nach Yunnan, dann nach=20
Norden, hinein in die Viertausender. Ein Jahr sp=E4ter war Chen Zongying=20
wieder schwanger. =ABManchmal packten wir den Schwanz eines Pferdes, so dass=
=20
es uns ziehen konnte.=BB Sie darf trotz dem schweren Bauch nicht=20
zur=FCckbleiben, sonst w=E4re sie den =ABBarbaren=BB in die H=E4nde=
 gefallen, so=20
nennt sie die tibetischen St=E4mme, durch deren Gebiete sie fliehen. =ABIch=
 war=20
ein wenig langsamer als andere.=BB Manchmal kann sie den Schnee=20
hinunterrutschen. Nur ihr Dechiffrierger=E4t darf sie nicht verlieren. =ABEh=
er=20
h=E4tte ich mich selber verloren.=BB Im Zelt bringt sie ein Kind zur Welt.
Sie geh=F6rt zu den wenigen Frauen, die den brutalen Langen Marsch =FCberleb=
t=20
haben. In den Jahren danach begann sie, mit ihrem Mann, der ins Politb=FCro=
=20
aufgestiegen war, ihre Kinder zusammenzusuchen. Eines war in Moskau im=20
Spital geblieben, als die Partei sie =FCberst=FCrzt von einer Mission=20
zur=FCckrief. Zwei bei den Grosseltern. Jenes bei der Bauernfamilie in Hunan=
=20
sei fr=FCh gestorben, sie wird es nie recht glauben, vielleicht wurde es=20
weitergegeben. Das Baby aus dem Gef=E4ngnis sieht als 15-j=E4hriger Teenager=
=20
zum ersten Mal den Vater. Neun Kinder hat die z=E4he Chen Zongying geboren,=
=20
f=FCnf gingen verloren.
Ihr Ehemann stirbt jung, auch geschw=E4cht durch den Langen Marsch. Es ist=
=20
vielleicht ein Gl=FCck. So geriet er nicht in die Wirren der=20
Kulturrevolution. Nur die Tochter - jenes Baby, das sie ins Gef=E4ngnis=20
mitgenommen hatte - wurde erneut eingesperrt. Chen Zongying verlebte eine=20
vergleichsweise idyllische zweite Lebensh=E4lfte als Zeugin einer=
 verkl=E4rten,=20
uns=E4glich harten Zeit. Willi Wottreng



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Rinden um die Gunst der Frau

Tokyo 5.Novmeber 2003

Japan vor der Wahl: Im Kampf um die Gunst der Frauen verl=E4sst sich Premier=
=20
Koizumi voll auf den Charme seines 49-j=E4hrigen LDP-Generalsekret=E4rs. Die=
=20
Opposition setzt auf ihren Wahlkampf-Knigge.
Von Hans G=FCnther Krauth

Normalerweise geh=F6ren schl=FCpfrige Details aus Japans Rotlichtbezirken=
 oder=20
Skandalgeschichten =FCber Stars und Sternchen zu den Spezialit=E4ten des=
 Weekly=20
Playboy. Doch zu Wahlzeiten =FCberraschen die Schreiber gerne als scharfe=20
Beobachter wahlentscheidender Ph=E4nomene und Trends. Und so erfahren die=20
Leser im letzten Heft, dass Ministerpr=E4sident Junichiro Koizumi und seine=
=20
regierenden Liberaldemokraten (LDP) die bevorstehenden Unterhauswahlen=20
bereits in der Tasche haben. Denn die LDP werde die Schlacht um die so=20
wichtigen =ABLady-Stimmen=BB gewinnen - dank- ihres =ABLady-Killers=BB,=20
Generalsekret=E4r Shinzo Abe.
Der 49-J=E4hrige sei der Darling der Damen mittleren Alters aus h=F6heren=20
Einkommensschichten, weiss das Blatt zu berichten. Mit seinem eleganten=20
=C4usseren und seri=F6sen Auftreten erobere er ihre Herzen im Flug und damit=
=20
entscheidende Stimmen f=FCr die Konservativen, die seit 1955 fast=20
ununterbrochen Japan regieren.


Genialer Schachzug

Mit Abes Ernennung zur Nummer zwei in der LDP war Koizumi tats=E4chlich ein=
=20
genialer Schachzug gelungen. So hat er den Generationswechsel in der bisher=
=20
von einflussreichen Senioren kontrollierten Dauerregierungspartei=20
beschleunigt und damit seinen oppositionellen Herausforderern, den=20
Demokraten, ein wichtiges Wahlkampfargument genommen.
Bei Seiner Amts=FCbernahme vor zweieinhalb Jahren hatte der Premier die=20
betagten Drahtzieher in der LDP zum ersten Mal ausman=F6vriert. Er werde=
 erst=20
die verkn=F6cherte LDP und dann ganz Japan reformieren, versprach er.=
 Koizumi=20
war Kult, galt als Heilsbringer im maroden und schwer angeschlagenen=20
Nippon. Mittlerweile hat sich die Euphorie wieder gelegt. Denn die Reformen=
=20
kommen nicht so recht vom Fleck. Dennoch: Der Regierungschef bleibt=20
popul=E4r. Rund 60 Prozent der Japaner unterst=FCtzen sein Kabinett.=20
Hauptgrund: Sie sehen keine personelle Alternative in den Reihen der=20
abgehalfterten LDP. Den Wahltermin bestimmte Koizumi taktisch geschickt:=20
Kaum hatte er sich bei der j=FCngsten Wahl um den LDP-Vorsitz gegen seine=20
zerstrittenen Parteigegner durchgesetzt, inthronisierte er Abe und=20
verj=FCngte seine Regierung. Gegen den Willen einflussreicher LDP-Bosse=
 hielt=20
er dabei sogar am Minister f=FCr Finanz- und Wirtschaftsreformen Takenanka=
=20
fest. Nach dieser gekonnten Image-Politur l=F6ste Koizumi das Parlament auf.


Opposition

Zum richtigen Zeitpunkt. Denn auch der japanischen Wirtschaft geht es=20
wieder etwas besser. Ein zyklischer Aufschwung sorgt gegenw=E4rtig f=FCr=20
Wachstum und Optimismus, der Opposition fehlt wichtige Wahlkampfmunition.
Keine gute Ausgangslage f=FCr die Demokraten (DPJ), die nach einer Fusion=
 mit=20
den Liberalen in den japanischen Medien als ernstzunehmender Gegner=20
gehandelt werden. Japan, so heisst es, habe endlich eine Oppositionspartei,=
=20
die jederzeit die Regierungsgesch=E4fte =FCbernehmen k=F6nnte. Auch f=FChren=
de=20
Gesch=E4ftsleute wie Sony-Chef Idei sehen in diesem Zweikampf zwischen den=
=20
beiden Grossparteien die Chance f=FCr einen Wandel.
Die DPJ argumentiert dabei schl=FCssig: Koizumi rede nur von Reformen,=20
durchsetzen k=F6nne er sie aber nicht. Denn seine Partei verk=F6rpere die=20
alten, teils korrupten Seilschaften zwischen Politikern, B=FCrokraten und=20
Unternehmern, die Japan ruinierten. Die LDP stehe allen Reformen im Weg,=20
verhindere die Modernisierung.


Glaubw=FCrdiges Gespann

Mit Naoto Kan und Ichiro Ozawa f=FChrt zudem ein glaubw=FCrdiges Gespann die=
=20
Opposition. Kan verschaffte sich als Gesundheitsminister grosses Ansehen,=20
als er einen Skandal im eigenen Ministerium aufdeckte: Die B=FCrokraten=20
hatten trotz besseren Wissens jahrelang HIV verseuchte Blutkonserven an=20
Bluterkranke verteilen lassen. Ozawa, ein politischer Haudegen und=20
Reformadvokat, besorgte der LDP 1993 die bisher gr=F6sste und einzige=20
Niederlage, als er mit Gleichgesinnten die Konservativen spaltete, eine=20
Koalitionsregierung bildete und die LDP in die Opposition verbannte. Ein=20
Mangel: Dem Gespann fehlt es an Charisma, Ozawa gilt zudem als=20
Machtpolitiker alter Schule.
Letzte Umfragen legen nahe, dass sich das Duo Koizumi-Abe im Wahlduell=20
durchsetzen wird -trotz wachsender Zweifel in der =D6ffentlichkeit an der=20
Reformf=E4higkeit der LDP. Die Parteibasis auf dem Land ist stark. Zudem=20
scheinen die beiden bei den rund 40 Prozent ungebundenen W=E4hlern zu=
 punkten.
Wie hart dabei gerade um die W=E4hlerinnen gerungen wird, beweist ein 21=20
Seiten starker Wahlkampf-Knigge der Demokraten. Darin erfahren die=20
Kandidaten, wie das Vertrauen der =ABscharfsinnigen=BB Frauenwelt zu=
 gewinnen=20
sei. Gegen den Charme von Shinzo Abe, der LDP-Geheimwaffe, sollen die=20
Oppositionellen mit sauberen Fingern=E4geln, frischem Atem und schuppenloser=
=20
Kleidung zu Werke gehen.


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Auf Samtpfoten nach rechts

Vor einem neuen Wahlsieg: Japans Premier verspricht Reformen - nur nicht
solche, die das Land tats=E4chlich braucht

Von Chikako Yamamoto


Die neunziger Jahre gelten in Japan als das "verlorene Jahrzehnt".
Nachdem Tokyos Aktien- und Immobilienblase im Jahr 1991 geplatzt war,
geschah zehn Jahre nichts, was die verkrusteten Strukturen ver=E4ndert und
das Land wieder konkurrenzf=E4higer gemacht h=E4tte. Dann aber glaubten die
Japaner, endlich einen Retter aus der Dauerkrise gefunden zu haben:
Junichiro Koizumi. Vor zwei Jahren war der Au=DFenseiter in der seit 1955
nahezu ununterbrochen regierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP)
gegen den Willen der Parteif=FChrung zum Premier aufgestiegen. Die
Parteibasis hatte ihn im Sommer 2001 zum LDP-Vorsitzenden gew=E4hlt, damit
wurde er Regierungschef.=20

"Ich bin bereit, meine Partei zu zerst=F6ren, wenn das f=FCr die
Durchsetzung von Reformen notwendig ist", verk=FCndete der neu gew=E4hlte
LDP-Chef im Stile eines Palastrevolution=E4rs. Die Japaner fanden das
mutig und gaben Koizumi den Beinamen "L=F6wenherz". Schon bald nach seinem
Amtsantritt war Koizumi einer der popul=E4rsten Premierminister seit 1945.

Doch kurz vor der ersten Parlamentswahl, der sich Koizumi jetzt stellen
muss, wartet das Land immer noch auf die versprochenen Reformen. Seit er
auf der Welle der Popularit=E4t zu reiten begann, galt die Privatisierung
der Post als sein politisches Steckenpferd. Die in Japan gr=FCn
geschm=FCckten =C4mter mit ihren kleinkr=E4merischen Angestellten und
umst=E4ndlichen Prozeduren stehen geradezu symbolisch f=FCr die landauf,
landab in d=F6rflichen Strukturen verankerte LDP-Herrschaft mit ihrer
Klientel der Bauern und Kleinunternehmer. Doch wer hoffte, dass mit dem
neuen Premier in Japan nun endlich die Post abgehen w=FCrde, sieht sich
inzwischen get=E4uscht. "Die zust=E4ndige Kommission wird im n=E4chsten Jahr
einen Plan vorlegen", lautet heute Koizumis Wahlversprechen in Sachen
Postreform.

=C4hnliches gilt auch f=FCr andere Vorhaben. Renten- und Steuerreform sind
in den Ministerien stecken geblieben. Die anf=E4nglich drastischen Pl=E4ne
zur Reduzierung der Ausgaben f=FCr =F6ffentliche Bauvorhaben hat die
Regierung aufgegeben. Noch immer werden in Japan Stra=DFen, Br=FCcken und
Tunnel gebaut, die selten ein Toyota passiert. Dennoch geht die
Arbeitslosigkeit nicht zur=FCck. Es gibt kein bedeutendes
wirtschaftspolitisches Reformvorhaben, bei dem die Partei ihrem Premier
den R=FCcken st=E4rkt.=20

Der Premier gibt das offen zu: "Die gro=DFe Mehrheit der Partei ist gegen
mich. Aber alle wissen, dass sie die Wahlen nicht gewinnen k=F6nnen, wenn
sie mich st=FCrzen." Mit diesem Siegesbewusstsein zieht er in die
Parlamentswahlen am Sonntag. Jedem ist klar: Gegen eine LDP mit dem
Reform-Darsteller Koizumi an der Spitze hat die Opposition keine Chance.
Schon gilt als ausgemacht, dass der Premier sein Amt l=E4nger bekleiden
wird als alle Vorg=E4nger seit Yasuhiro Nakasone, der Japan von 1982 bis
1987 regierte.

Auf diese Weise aber st=FCtzt der Premier ein verrottetes politisches
System, das er eigentlich bek=E4mpfen wollte. Den W=E4hlern entgeht nicht,
dass Koizumi mit eigenen Pl=E4nen gegen die Reformgegner in der LDP
antritt. Deshalb verliert der Premier nur wenig an Popularit=E4t. Die
Partei aber verteidigt hinter den Kulissen die Interessen ihrer alten
Klientel - bis Wahlen vor der T=FCr stehen. Dann trommelt Koizumi noch
lauter f=FCr Reformen, und auf einmal unterst=FCtzen ihn auch seine
Parteifeinde - bis die Wahl gewonnen ist und das alte LDP-System
weiterregieren kann.

Erkennbarer wird Koizumis Einfluss erst auf Politikfeldern, die unter
LDP-Politikern als Nebenschaupl=E4tze gelten. Zu ihnen z=E4hlt die Au=DFen-
und Verteidigungspolitik. Hier hat der Premier neue Pf=E4hle
eingeschlagen: mit einem Irak-Gesetz, das erstmals seit dem Zweiten
Weltkrieg die Entsendung japanischer Soldaten in ein Krisengebiet
erlaubt, und mit einer Art Notstandsgesetz im Zuge der
Terrorismusbek=E4mpfung, das Japan auf Kriegssituationen vorbereitet.
Zugleich hat Koizumi, der aus Yokosuka stammt, einem der bedeutendsten
US-Marinest=FCtzpunkte im Pazifik, den Irak-Konflikt genutzt, um sein Land
deutlicher denn je an der Seite der Vereinigten Staaten zu
positionieren. "I shall stand with you", fl=FCsterte er US-Pr=E4sident
George W. Bush bereits im September 2002 ins Ohr. Dabei sprachen sich
zeitweise 80 Prozent der Japaner gegen einen Irak-Krieg aus.

Mit 61 Jahren stammt Koizumi aus einer Generation, die den Zweiten
Weltkrieg nicht mehr bewusst miterlebte, sich aber sehr wohl des Chaos
der Nachkriegszeit entsinnt, in dem die amerikanische Besatzungsmacht
lange Zeit als einziger Ordnungsfaktor erschien. Damals wurde den
Nachkommen der einflussreichen japanischen Politikerfamilien - Koizumis
Vater war in den sechziger Jahren Verteidigungsminister - ihre
Folgsamkeit gegen=FCber Washington eingeimpft. Doch zugleich entstand der
Wunsch, die Unterwerfungshaltung eines Tages abzulegen, und mit ihm ein
lange Zeit unterdr=FCckter Groll auf die von Amerika nach Kriegsende
diktierte "Friedensverfassung", die Japan jede Form der Kriegsf=FChrung
verbietet. Hier aber bietet sich Koizumi nach einem =FCberw=E4ltigenden
Wahlsieg am Sonntag m=F6glicherweise die Chance, den, wie der Philosoph
Shuichi Kato meint, "Lebenstraum der japanischen Nachkriegsrechten" zu
verwirklichen. Eine =C4nderung des Friedensartikels in der japanischen
Verfassung k=F6nnte so zum Meilenstein seiner zweiten Amtszeit werden.

Der als alleinerziehender Vater und Musikliebhaber =F6ffentlich sein
sanftes Image pflegende Premierminister aber hat damit schon heute einen
politischen Rechtsruck ausgel=F6st. Kaum jemanden st=F6rt es mehr, wenn
Koizumi gegen alle Proteste aus China und Korea regelm=E4=DFig den
Yasukuni-Schrein in Tokyo besucht, wo neben Japans gefallenen Soldaten
auch der Kriegsverbrecher gedacht wird. Derweil darf Wirtschafts- und
Industrieminister Shoichi Nakagawa ungescholten fordern, dass die
Geschichte der "comfort women" - jener asiatischen Frauen, die w=E4hrend
des Krieges von japanischen Soldaten systematisch vergewaltigt wurden -
aus den Schulb=FCchern gestrichen wird. Das ist es wohl auch, was sich der
Premier vorstellt, wenn er demn=E4chst die patriotische Erziehung an den
Schulen st=E4rken will.=20

"Die LDP ist eine Partei der Reformen geworden", versprechen dieser Tage
Koizumis Wahlplakate. Doch die politischen und wirtschaftlichen
Reformen, die Japan dringend braucht, sind damit nicht gemeint.


DIE ZEIT 06.11.2003 Nr.46
http://zeus.zeit.de/text/2003/46/Koizumi


--=20
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Japan
Mitsubishi Corp, mit markantem Gewinnwachstum.
Japans marktf=FChrendes Handelshaus weist f=FCr das erste Semester des=20
laufenden Gesch=E4ftsjahres wie die =FCbrige inl=E4ndische Konkurrenz ein=20
=FCberzeugendes Gewinn wachstum aus. Vor dem Hintergrund fester Energie=20
preise und eines erstarkten Aktienmarktes stieg der Reingewinn in den sechs=
=20
Monaten per Ende September den Markterwartungen entsprechend um 39% auf=20
60,6 Mrd. Yen. W=E4hrend beim Betriebsergebnis im Vorjahresvergleich gar ein=
=20
Plus um 59% auf 66,2 Mrd. Yen resultierte, vermochte das =FCber eine=20
vergleichsweise aus balancierte Ertragsbasis verf=FCgende Unternehmen den=20
Umsatz um 19% auf 7,5 Bio. Yen zu steigern. Robuste Ertr=E4ge konnte=20
Mitsubishi, das namentlich bei der Verfrachtung von verfl=FCssigtem Erdgas=
=20
(LNG) eine welt weit gewichtige Stellung innehat, dabei vor allem im=20
Energie- und Metallgesch=E4ft erzielen. Angesichts der soliden=20
Ertragsentwicklung wird am Ziel festgehalten, im vollen Gesch=E4ftsjahr (per=
=20
M=E4rz 2004) einen Rekord gewinn von 100 Mrd. Yen zu erzielen. Das Ziel f=FC=
r=20
den Jahresumsatz wird zudem leicht nach oben geschraubt,
und zwar von 14,3 Bio. auf 14,8 Bio. Yen.

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Japan
Spuren von Sars im Semesterausweis von JAL.
Das im Oktober vergangenen Jahres durch den Zusammenschluss von Japan=20
Airlines und Japan Air System neu
entstandene Flugunternehmen Japan Airlines System Corp. (JAL) muss im=20
Semester per Ende September mit roter Tinte saldieren. Der erstmals in=20
konsolidierter Form ausgewiesene Reinverlust betr=E4gt 57,6 Mrd. Yen; im=20
vergleichbaren Vorjahreszeitraum machte der addierte Gewinn der damals noch=
=20
getrennt bilanzierenden Gesellschaften 37,1 Mrd. Yen aus. Der Umsatz sank=20
um 11,3% auf 944,5 Mrd. Yen. Der weltweite Einbruch des Fluggesch=E4fts als=
=20
Folge der Sars-Krise und des Irak-Konflikts kostete das Unternehmen nach=20
eigenen Angaben =FCber 2,5 Mio. Kunden. Gez=E4hlt wurden auf internationalen=
=20
Strecken 4,95 Mio. Passagiere, was einem R=FCckgang im Vorjahresvergleich um=
=20
34,3% entspricht.

Der internationale Cargo-Verkehr erlitt ein Minus um 6%. Auf Inlandfl=FCgen=
=20
konnte das Volumen derweil um 2,7% auf 24,30 Mio. Passagiere erh=F6ht=
 werden.=20
Asiens gr=F6sste Fluggesellschaft muss die Sch=E4tzung f=FCr den Verlust im=
=20
vollen Gesch=E4ftsjahr (per M=E4rz 2004) erwartungsgem=E4ss nach oben=20
korrigieren, und zwar von 43 Mrd. auf 65 Mrd. Yen.  tf.

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Japans Sonne scheint wieder heller

Das BIP steigt seit sieben Quartalen

         Japans Wirtschaft ist im dritten Kalenderquartal st=E4rker als=20
erwartet gewachsen. Auf breitem Fundament steht die Erholung jedoch nicht.=
=20
Antrieb liefern der Konjunktur praktisch nur die Exporte und die=20
Unternehmensinvestitionen. Der Privatkonsum stagniert weiter, und auch beim=
=20
Problem der Deflation ist keinerlei Besserung erkennbar.
tf. Tokio, 14. November - aus NZZ

         Die japanische Wirtschaft befindet sich weiterhin auf dem Pfad der=
=20
Erholung. Am Freitag vorgelegte Statistiken weisen f=FCr das Quartal=
 zwischen=20
Juli und September ein reales Wirtschaftswachstum von 0,6% aus. Damit hat=20
die weltweit zweitgr=F6sste Industrienation im Vergleich mit dem Vorquartal,=
=20
als noch ein Plus um 0,9% registriert worden war, zwar leicht an Dynamik=20
eingeb=FCsst (vgl. Tabelle). Der Wert kam jedoch =FCber den Sch=E4tzungen=
 der=20
Konjunkturauguren zu stehen und =FCberraschte somit auf positive Weise.=20
Tatsache ist zudem, dass Japans Bruttoinlandprodukt (BIP) in realen Grossen=
=20
seit nunmehr sieben Quartalen in Folge steigende Tendenz aufweist. Die=20
meisten =D6konomen gehen davon aus, dass dieser Trend noch mindestens bis=
 zum=20
Ende des laufenden Finanzjahres, also bis M=E4rz 2004, anhalten d=FCrfte.

         Investitionsfreudige Unternehmen
Japans j=FCngste Konjunkturerholung erh=E4lt seit Anbeginn vor allem von den=
=20
Exporten und den Investitionen privater Unternehmen ihren gewichtigsten=20
Antrieb. Auch im dritten Kalenderquartal ist das Wachstum, das auf=20
Jahresbasis umgerechnet 2,2% betrug, prim=E4r mit diesen zwei Grossen zu=20
begr=FCnden. Die Exporte profitierten dabei von der Konjunkturerholung in=
 den=20
USA und der anhaltend starken Nachfrage vom asiatischen Festland,=20
namentlich von China. Ob sich die g=FCnstige Entwicklung des Aussenhandels=
=20
aber wird fortsetzen k=F6nnen, ist vor allem mit Blick auf die j=FCngste=20
Yen-Erstarkung, die schwergewichtig nach dem Berichtsquartal einsetzte,=20
ungewiss. Eindeutig scheint derzeit lediglich, dass die Regierung einer=20
Eind=E4mmung der unerw=FCnschten Yen-Erstarkung weiterhin hohe Priorit=E4t=
=20
beimisst. Im laufenden Jahr ist bereits die Rekordsumme von =FCber 16 Bio.=
=20
Yen (knapp 200 Mrd. Fr.) f=FCr entsprechende Interventionen am Devisenmarkt=
=20
eingesetzt worden, und am Freitag signalisierte Finanzminister Sadakazu=20
Tanigaki an einer Medienkonferenz, dass mit einem baldigen Ende der=20
Markteingriffe nicht zu rechnen ist.
         Anhaltend robust, wenngleich auf etwas tieferem Niveau als im=20
Vorquartal, entwickeln sich die Investitionen privater Unternehmen. Die=20
Ausgaben deutlich erh=F6ht haben vor allem Firmen aus dem Elektronik-,=20
Telekommunikations- und Automobilbereich. Keinerlei R=FCckenwind erh=E4lt=20
Japans Konjunktur demgegen=FCber vom sich flach entwickelnden Privatkonsum,=
=20
der mit einem Anteil von =FCber 54% die weitaus gewichtigste BIP-Komponente=
=20
darstellt. Auf die Stimmung der Konsumenten dr=FCckt nicht nur die=20
angespannte Lage am Arbeitsmarkt, auch ein ungew=F6hnlich k=FChler und=20
regnerischer Sommer wirkte heuer als Sonderfaktor d=E4mpfend. Von seiner=20
fr=FCheren Rolle als Konjunkturmotor verabschiedet hat sich seit geraumer=20
Zeit schon der japanische Staat. Das Ziel von Regierungschef Junichiro=20
Koizumi, dem =FCberschuldeten Staatshaushalt nicht zuletzt mit einer=20
Beschneidung =F6ffentlicher Investitionsprojekte zu Leibe zu r=FCcken,=
 spiegelt=20
sich in den j=FCngsten Statistiken deutlich wider.

Leichte Versch=E4rfung der Deflation
Keine Zeichen der Besserung sind beim Problem der Deflation erkennbar. Der=
=20
BIP-Deflator, der den Einfluss der Preisver=E4nderungen auf das reale=20
Wachstum misst, hat sich ungeachtet einer anhaltend lockeren Geldpolitik=20
sogar noch weiter verschlechtert, und zwar auf einen Minuswert von 2,7% im=
=20
Vorjahresvergleich. Mit Blick auf die Entwicklung des nominalen BIP kann=20
Japan daher bei wohlwollender Interpretation bestenfalls eine Phase der=20
Stagnation attestiert werden. Mit anderen Worten: Das Wachstum des realen=20
BIP erkl=E4rt sich derzeit ausschliesslich mit dem deflation=E4ren Effekt.=
 In=20
entsprechend hohem Mass steht und f=E4llt das ausgewiesene Realwachstum mit=
=20
der Berechnungsmethode f=FCr den Deflator. An deren Zuverl=E4ssigkeit wollen=
=20
indes zahlreiche =D6konomen nicht recht glauben. Die Vermutung, dass mit der=
=20
derzeit verwendeten Methode der Deflator - und somit letztlich das=20
Realwachstum - eher =FCbersch=E4tzt wird, ist jedenfalls weit verbreitet.


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Japans Grossbanken holen Luft
Markant mehr Gewinn dank haussierender B=F6rse
Japans Grossbanken haben im ersten Semester deutliche Gewinnsteigerungen=20
verbuchen k=F6nnen. Auch f=FCr das volle Gesch=E4ftsjahr wird nach zwei=
 Jahren=20
mit dunkelroten Zahlen die R=FCckkehr zu schwarzen Werten in Aussicht=20
gestellt. Beim Abbau der Problemkredite sind weitere Fortschritte=20
unverkennbar. Auf operativer Ebene - und namentlich im traditionellen=20
Kreditgesch=E4ft - bleibt der Erfolgsausweis aber d=FCrftig.

tf. Tokio, 25. November
Es sieht wieder etwas entspannter aus bei Japans Grossbanken. Zwar=20
operieren die Dauerpatienten der weltweit zweitgr=F6ssten Wirtschaftsnation=
=20
auf betrieblicher Ebene noch immer mit hauchd=FCnnen Margen und entsprechend=
=20
schwacher Profitabilit=E4t. Daf=FCr war den Finanzh=E4usern in den=
 vergangenen=20
Monaten aber das Konjunktur- und B=F6rsenumfeld etwas freundlicher gesinnt.=
=20
Die vier gr=F6ssten Bankgruppen des Landes k=F6nnen daher f=FCr das erste=20
Semester (per Ende September) allesamt eine markante Verbesserung des=20
Reinergebnisses ausweisen (vgl. Tabelle). Als wichtigste Ursachen sind zwei=
=20
Faktoren zu nennen: Zum einen legte der Aktienmarkt im Berichtszeitraum=20
nach Massgabe des Nikkei-225-Indexes um rund 28% zu, was den Bankh=E4usern -=
=20
anders noch als in der vergleichbaren Vorjahresperiode - Buchgewinne auf=20
Aktienbest=E4nden bescherte. Zum anderen konnte sich dank einer sanften=20
Konjunkturerholung auch mancher Firmenkunde wieder etwas aufrappeln oder=20
gar zur Schuldenr=FCckzahlung =FCberwinden, was den F=E4ulnisprozess im=20
Kredit-Portefeuille der Banken entsprechend verlangsamte und einen weiteren=
=20
Abbau von Problemkrediten erm=F6glichte.

Weiterer Abbau von Problemkrediten

Wie immer, wenn Japans Finanzh=E4user ihre B=FCcher vorlegen, geht dies mit=
 dem=20
mehrstimmigen Chor der Bankenchefs einher, dass das Schlimmste nun ein f=FCr=
=20
allemal durchgestanden sei und dass es mit der Branche wieder steil=20
aufw=E4rts gehe. In den vergangenen Jahren war man in der Regel gut beraten,=
=20
diesen Worten nicht allzu viel Beachtung zu schenken, zumal dann meist=20
alles doch viel schlimmer kam. Dieser Tage scheint jedoch zumindest=20
Optimismus in hom=F6opathischer Dosierung vertretbar, etwa mit Blick auf die=
=20
von allen Banken erzielten Fortschritte bei der Abschreibungy=E4M/er=
 Kredite.=20
Die Vorgabe der Regierung, dass die im M=E4rz 2002 gemessenen Best=E4nde an=
=20
Problemkrediten bis M=E4rz 2005 zu halbieren sind, r=FCckt angesichts der=20
j=FCngsten Ausweise jedenfalls immer st=E4rker in den Bereich des M=F6gliche=
n.=20
Die Sorgen vor einer drohenden Finanzkrise sind an Tokios Finanzplatz=20
j=FCngst denn auch deutlich kleiner geworden. Das hat nicht nur mit dem=20
B=F6rsen-Rally zu tun. F=FCr gute Stimmung - namentlich unter Investoren -=
=20
sorgte im vergangenen Fr=FChling auch der =FCberraschend aktion=E4rsfreundli=
ch=20
=FCber die B=FChne gebrachte Bail-out der landesweit f=FCnftgr=F6ssten=20
Bankengruppe, der Resona Holdings. Falls dieser Rettungsdienst n=E4mlich ein=
=20
Modell darstellt auch f=FCr k=FCnftige Staatsinterventionen - und das=
 scheint=20
derzeit der Konsens unter Analytikern zu sein -, dann haben Aktion=E4re=20
selbst in st=FCrmischeren Zeiten eher wenig zu bef=FCrchten.
Die Zeichen stehen weniger auf Sturm, wenn man die Erwartungen der Banken=20
als Massstab nimmt. Erstmals seit zwei Jahren, die bei allen vier=20
Grossbanken durch hohe Reinverluste gepr=E4gt gewesen waren, stellen die=20
Finanzh=E4user f=FCr das volle Gesch=E4ftsjahr (per M=E4rz 2004) wieder eine=
=20
R=FCckkehr zu schwarzen Zahlen in Aussicht. Dies gilt auch f=FCr die nach=20
Massgabe der Bilanzsumme weltgr=F6sste Bank, die Mizuho Financial Group, die=
=20
noch im vergangenen M=E4rz unr=FChmlich in die Finanzgeschichte eingegangen=
=20
ist, als sie den gr=F6ssten in Japan je bilanzierten Unternehmensverlust=20
auswies. Wie die =FCbrige Konkurrenz profitierte auch Mizuho von einmaligen=
=20
Steuerr=FCckerstattungen im Zusammenhang mit der Beilegung eines jahrelangen=
=20
Streites mit der Tokioter Stadtregierung um eine umstrittene Bankensteuer.=
=20
An Herausforderungen mangelt es dem Banken-Koloss aber kaum. Dazu z=E4hlt=
 zum=20
einen die St=E4rkung der Kapitalstruktur, zumal sich das Kernkapital noch=20
immer zu rund 44% aus vorgezogenen Steuerr=FCckerstattungen auf=20
Abschreibungen von Problemkrediten zusammensetzt - eine sehr unsichere=20
Kapitalkomponente, wie der Zusammenbruch von Resona gezeigt hatte. Zum=20
anderen ist es kein Geheimnis, dass die im September 2000 aus der Fusion=20
dreier Banken entstandene Finanzgruppe noch immer nicht zu einer Einheit=20
verschmolzen ist. Doppelspurigkeiten und Spannungen rivalisierender=20
Bankkader bestimmen daher den Alltag, und von Synergieeffekten kann noch=20
kaum die Rede sein.
Schon etwas weiter auf dem Weg zu finanzieller Gesundung scheinen die=20
nationale Nummer zwei und drei zu sein, die Sumitomo Mitsui Financial Group=
=20
und die Mitsubishi Tokyo Financial Group. Die beiden Unternehmen k=F6nnen=20
nicht nur die staatliche Vorgabe, den Bestand an Problemkrediten bis M=E4rz=
=20
2005 zu halbieren, bereits eineinhalb Jahre vor dem Zieldatum abhaken. Auch=
=20
bei der angestrengten Aufl=F6sung von Kreuzbeteiligungen haben sie ihre=20
Aktienbest=E4nde schon unter das Niveau des Kernkapitals -eine weitere=20
Wegmarke der staatlichen Bankenreform - gesenkt; in entsprechendem Mass=20
konnte die Abh=E4ngigkeit vom volatilen Auf und Ab des Aktienmarktes=20
reduziert werden.
Schw=E4chen im Kerngesch=E4ft
Mitsubishi Tokyo als ausgesprochen vorsichtiger Akteur hat zudem als=20
einzige Bank schon s=E4mtliche Staatsgelder zur=FCckgezahlt, die sie=
 zusammen=20
mit anderen japanischen Banken im Zug der Finanzkrise vor rund f=FCnf Jahren=
=20
erhalten hatte. Auch die UFJ Holdings, die ihr Gl=FCck vor allem im Retail=
=20
Banking und beim Gesch=E4ft mit dem Kleingewerbe sucht, kann als kleinste -=
=20
aber wohl auch schw=E4chste - der vier Grossbanken Ertragsfortschritte=20
verbuchen. Die schlechte Kreditqualit=E4t der Kundschaft bleibt aber eine=20
Hauptsorge. Zudem erzielt UFJ trotz einer f=FCr japanische Verh=E4ltnisse=20
vergleichsweise grossen Zinsspanne im traditionellen Kreditgesch=E4ft=20
weiterhin nur sehr bescheidene Margen. Letzteres ist jedoch ein Problem,=20
mit dem sich - ungeachtet der j=FCngsten Aufhellungen - die gesamte Branche=
=20
konfrontiert sieht.



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Chinas Journalisten reiten einen Tiger
Das Gesch=E4ft f=F6rdert die Medienvielfalt - Staatliche=
 Repressionsinstrumente
Chinas Presselandschaft ist in den letzten Jahren vielf=E4ltiger und bunter=
=20
geworden. Dabei steht das Streben nach kommerziellem Erfolg im Vordergrund.=
=20
Gewachsen ist auch das politische Selbstbewusstsein der Journalisten. Doch=
=20
der Kn=FCppel der Repression, auf den das Regime nicht verzichtet, setzt=20
Grenzen.
Kl.Kanton, im November

Chinas Spitzenfunktion=E4re suchten Nachhilfe in Sachen=20
Informationsgesellschaft und zeigten sich bei der Wahl ihres Ratgebers=20
nicht zimperlich. So wurde Rupert Murdoch im Oktober das seltene Privileg=20
eines Gastauftritts in der Zentralen Parteihochschule, zugleich=20
Elite-Kaderschmiede und Hort ideologischer Rechtgl=E4ubigkeit, zuteil.=
 Anders=20
als vor zehn Jahren, als seine Bemerkung zum Satellitenfernsehen als dem=20
=ABTotengr=E4ber f=FCr totalit=E4re Regime =FCberall auf der Welt=BB in=
 Peking=20
bitterb=F6se Reaktionen ausl=F6ste, hat der Medienmogul, der sich =FCber=
 zwei=20
Beteiligungen von News Corp. (Phoenix und Star TV) in S=FCdchina bereits=
 eine=20
ausbauf=E4hige Nische gesichert hat, diesmal geschmeidiger agiert.

Einstellung von Subventionen

F=FCr die schmeichelnde Botschaft, China habe das Potenzial, auch in der=20
globalen Medien- und Unterhaltungsbranche zu einem der ganz Grossen=20
aufzusteigen, war ihm der Beifall sicher. Wie k=FCmmerlich die aufstrebende=
=20
Wirtschaftsmacht in diesem Bereich auf der Angebotsseite abschneidet, ist=20
der Pekinger F=FChrung auch schon aufgefallen. Was Murdoch seinem Publikum=
=20
dar=FCber hinaus zur selbstkritischen Nutzanwendung empfahl, war weniger=20
schmackhaft, aber nicht ungeschickt verpackt - n=E4mlich in die =DCberlegung=
,=20
dass der Nutzen, den ein von der staatlichen =DCberregulierung befreiter=20
Medienmarkt gesellschaftlich und wirtschaftlich stifte, ungleich h=F6her zu=
=20
veranschlagen sei als der bef=FCrchtete Macht-und Kontrollverlust.
Der Zeitpunkt f=FCr die Einladung war nicht zuf=E4llig. Im Namen der=20
Kommerzialisierung haben Partei und Regierung den Printmedien des Landes=20
(zum Jahresende 2002 wurden insgesamt 2137 Zeitungen und 9029 Magazine=20
gez=E4hlt) gerade die einschneidendste Sanierungsoperation seit Mao, nur mit=
=20
umgekehrten Vorzeichen, verordnet. Das Gesch=E4ftsprinzip der neuen, im=20
Sommer in Kraft gesetzten Spielregeln ist so einfach wie radikal: Was sich=
=20
nicht verkauft, verdient auch nicht, k=FCnstlich am Leben gehalten zu=
 werden.=20
Damit klemmt der Staat, von wenigen Ausnahmen wie dem zentralen=20
Propagandaorgan =ABVolkszeitung=BB (=ABRenmin Ribao=BB) abgesehen, die=
 Presse=20
endg=FCltig vom Tropf =F6ffentlicher Subventionen ab und macht - unter=20
ausdr=FCcklichem Verbot von Zwangsabonnements - den Fortbestand des=20
zul=E4ssigen Restkontingents amtlich gesponserter Gazetten unterhalb der=20
nationalen Ebene von der Erf=FCllung wirtschaftlicher Mindestanforderungen=
=20
abh=E4ngig.
Von noch gr=F6sserer Bedeutung und gesellschaftspolitischer Tragweite sind=
=20
die anderen im Mediensektor anstehenden Reformvorhaben. Da ist zum einen=20
die immer wieder vertagte Verabschiedung eines Pressegesetzes, das erstmals=
=20
die Rechte und Pflichten von Journalisten festschreiben soll. F=FCr das=20
ver=E4nderte gesellschaftliche Klima, in das diese Entscheidung f=E4llt, ist=
=20
die j=FCngst via Internet und Leserbriefspalten ungew=F6hnlich lebhaft und=
=20
kritisch gef=FChrte Debatte =FCber das Versagen der Medien in der Sars-Krise=
=20
nur ein Fingerzeig. Gleichzeitig sind Rahmenvorgaben zu verabschieden, die=
=20
das Internet-Informationsangebot der in China ans=E4ssigen Auslandsfirmen=20
WTO-konform (Grundsatz der Nichtdiskriminierung) regeln; ebenso ist=20
festzulegen, wie die k=FCnftige Beteiligung ausl=E4ndischer Investoren im=20
Verlagsgewerbe - im Gespr=E4ch ist eine Anteilsobergrenze von 40 Prozent -=
=20
und beim Handel mit Druck- rzeugnissen aussehen soll.


Mut zu kalkuliertem Widerspruch

Wer sich auf den optischen Eindruck verl=E4sst, ist versucht, die heute in=
=20
China pr=E4senten medialen Abziehbilder einer offenen Gesellschaft mit einer=
=20
Kulturrevolution zu verwechseln, die den Heisshunger nach Informationen auf=
=20
jedem Anspruchsniveau freiz=FCgig bedient. Augenf=E4llig ist dies etwa in=
 dem=20
=FCberquellenden und in allen Farben schillernden Angebot der=20
grossst=E4dtischen Kioske, das sich zwischen reisserisch aufgemachtem=20
Boulevard und dem coolen Lifestyle-Flair der chinesischen Lizenzausgaben=20
von =ABElle=BB bis =ABCosmopolitan=BB bewegt. Oder in der Wendigkeit, mit=
 der die=20
=ABVolkszeitung=BB ihren dramatischen Leserschwund mit einer breit=
 gef=E4cherten=20
Palette von Onlinediensten zu kompensieren versucht und sich =FCber=20
Chat-Foren mit eingebautem Filtervorsatz als Sachwalter der freien=20
Meinungs=E4usserung andient.
Bemerkenswerter sind die Ver=E4nderungen, die sich unterhalb der Oberfl=E4ch=
e=20
der Imitation von Farben und Formaten abspielen. Wer sich an der Basis, in=
=20
Verlagen und Redaktionen umschaut, gewinnt manche =FCberraschenden=
 Einblicke.=20
So kann etwa festgestellt werden, wie bereitwillig und diskussionsfreudig=20
chinesische Journalisten, die fr=FCher a!s mausgraue Barfusspropagandisten=
=20
eine sehr kontaktscheue Spezies waren, sich bei der Arbeit =FCber die=20
Schulter schauen lassen. Weil die wirtschaftliche Unabh=E4ngigkeit vom Staat=
=20
das berufsst=E4ndische Selbstbewusstsein hebt, geh=F6rt dazu auch die=20
Bereitschaft, ziemlich freim=FCtig =FCber die Br=FCche im eigenen=20
Rollenverst=E4ndnis zu sprechen, die sich aus dem allt=E4glichen Konflikt=20
zwischen der Selbstbehauptung im Konkurrenzkampf um Profil und Marktanteile=
=20
auf der einen Seite und den mit empfindlichen Sanktionen bewehrten Geboten=
=20
der Linientreue auf der anderen ergeben. Insofern verwundert es auch nicht,=
=20
dass die Wertsch=E4tzung, die ein Journalist in seiner Zunft geniesst, nicht=
=20
unwesentlich von seinem Mut zum kalkulierten Regelverstoss als Ausdruck des=
=20
emanzipierten Widerspruchs gegen ein anachronistisches System abh=E4ngt.


Die =ABGuangzhou Daily=BB als Beispiel

Dass die =ABGuangzhou Daily=BB (=ABGuangzhou Ribao=BB), die f=FChrende=
 Tageszeitung=20
im s=FCdchinesischen Kanton, k=FCrzlich schnell und unb=FCrokratisch dem=
 Wunsch=20
des ausl=E4ndischen Besuchers nach einem Augenschein entgegenkam, hatte=20
naheliegende Gr=FCnde. Der Verlag hat sich am Stadtrand f=FCr umgerechnet=
 250=20
Millionen B=FCro eine neue Druckerei zugelegt, deren extravagantes Design=
 nur=20
noch von der Qualit=E4t des h=F6chsten technischen Anspr=FCchen gen=FCgenden=
=20
Maschinenparks =FCbertroffen wird, der in der Schweiz und in Deutschland=20
eingekauft wurde. Der Branchenprimus unter den chinesischen Printmedien hat=
=20
schliesslich einen Ruf zu verteidigen. Der PR-Direktor Lu Shunjing=20
skizziert die Erfolgsgeschichte als den Weg =ABfrom rags to riches=BB. Die=
=20
Gr=FCndung des Blattes fiel in das Jahr 1952. Damals kalligraphierte Mao=20
pers=F6nlich den Zeitungsnamen. Doch ein anderes Datum ist f=FCr Lu ungleich=
=20
wichtiger: der 15. Juni 1996, als mit der Guangzhou-Daily-Gruppe=20
versuchsweise der erste chinesische Printmedienkonzern (inzwischen gibt es=
=20
37 weitere) aus der Taufe gehoben wurde.
Die Bilanz von Lu strotzt von Superlativen. Mit dreizehn Zeitungen,=20
darunter das landesweit beliebteste Fussballblatt, =ABSoccer=BB, vier=
 Magazinen=20
und einem Online-Angebot quer durch alle Sparten ist der Konzern, der sich=
=20
inzwischen auch im Hotelgewerbe tummelt, eines der gr=F6ssten Verlagsh=E4use=
r=20
und das kommerziell erfolgreichste. Das publizistische Flaggschiff, die=20
t=E4glich 40 bis 60 Seiten dicke =ABGuangzhou Daily=BB, hat massgeblich zum=
=20
Erfolg beigetragen. Denn parallel zum Auflagenwachstum (von 340 000=20
Exemplaren 1992 auf nun 1,65 Millionen) sind die Einnahmen aus dem=20
Anzeigengesch=E4ft auf 1,5 Milliarden Yuan (170 Millionen B=FCro) im Jahr=
 2002=20
hochgeschnellt. Das hat noch keine andere chinesische Tageszeitung=
 =FCberboten.
Das Geheimnis des Erfolgs? Ohne Zweifel hat es der Verlag mit seiner=20
Marketingstrategie samt systematisch betriebener Leserforschung zu einiger=
=20
Meisterschaft in Sachen Kundenbindung gebracht. Dazu tragen die 150=20
regionalen Guangzhou-Daily-Shops bei, die nicht nur Abos und Anzeigen=20
akquirieren, sondern neben Fanartikeln auch alles M=F6gliche f=FCr den=20
allt=E4glichen Bedarf bis hin zu Flugtickets verkaufen. Und seit der Verlag=
=20
sich bei der Zeitungszustellung nicht mehr auf die chinesische Post=20
verlassen muss, sondern sein eigenes Vertriebsnetz aufgebaut hat, gilt, wie=
=20
Lu stolz bemerkt, die eiserne Regel, dass jeder Abonnent sein Blatt=20
allmorgendlich vor 7.30 Uhr vor der Wohnungst=FCr, =ABganz gleich in welchem=
=20
Stockwerk=BB, vorzufinden hat.
Von der Chefredaktorin des Fachmagazins =ABFinanzwirtschaft=BB (=ABCaijing=
=BB), Hu=20
Shuli, stammt der programmatische Satz: =ABWir schreiben =FCber die=
 Wirtschaft,=20
nicht f=FCr die Wirtschaft.=BB Das hat dem renommierten Blatt eine Menge=
 =C4rger,=20
aber auch einen kleinen Triumph eingetragen. Als im vergangenen Jahr=20
abermals ein b=F6rsennotiertes Unternehmen, dem =ABCaijing=BB die=20
Ver=F6ffentlichung gef=E4lschter Finanzdaten nachgewiesen hatte, das Magazin=
=20
wegen Rufsch=E4digung verklagte und Schadenersatz forderte, kamen die=
 Richter=20
zu einem in der Konsequenz ganz ermutigenden Urteil. Wegen einer=20
fehlerhaften Tatsachenbehauptung blieb =ABCaijing=BB eine symbolische=20
Schadenersatzzahlung nicht erspart. Gleichzeitig bekr=E4ftigte der=20
Richterspruch aber das Recht des Blattes, =AB=FCber Verst=F6sse gegen Regeln=
 und=20
Gesetze in der Finanzwelt zu berichten und sie zu kommentieren=BB.
Was der PR-Direktor Lu auf die Frage nach dem in seinem Hause gepflegten=20
journalistischen Selbstverst=E4ndnis antwortet, kommt als Antikli-max zu der=
=20
hochfahrenden kommerziellen Erfolgsgeschichte. Obwohl wirtschaftlich=20
unabh=E4ngig, hat die Gruppe den Status eines Staatsunternehmens, untersteht=
=20
der Kontrolle durch die Stadtregierung von Kanton und ist, was die=20
redaktionellen Inhalte angeht, gegen=FCber dem =F6rtlichen Parteikomitee=20
rechenschaftspflichtig. Dass sich Journalisten der =ABGuangzhou Daily=BB zu=
=20
diesem heiklen Punkt wesentlich freier =E4ussern und ihre Meriten eher=
 danach=20
bewerten, wo und wie sie dem verordneten Selbstverst=E4ndnis der Medien als=
=20
Sprachrohre der KP (Mao definierte sie als =ABKehle und Zunge der Partei=BB)=
=20
entgegengewirkt haben, geh=F6rt zur allt=E4glich praktizierten=
 Schizophrenie.=20
Das sei so ein bisschen wie =ABder Ritt auf dem R=FCcken des Tigers=BB, sagt=
 ein=20
Journalist der =ABGuangzhou Daily=BB.


Der Repressionskn=FCppel im Hintergrund

Im Fall von Sars war der Ritt von kurzer Dauer. Im Januar hatte erst ein=20
lokales Konkurrenzblatt und dann auch die =ABGuangzhou Daily=BB =FCber die=
 ersten=20
F=E4lle der mysteri=F6sen Lungenkrankheit berichtet. Ende Februar, kurz vor=
=20
Beginn der Sitzung des Nationalen Volkskongresses, wurde eine=20
Nachrichtensperre verh=E4ngt. Weitergegeben werden solche Direktiven von=
 oben=20
in internen Sitzungen, die im redaktionellen Jargon =ABchui feng hui=BB, auf=
=20
Deutsch =ABKonferenzen zur Vermittlung der Windrichtung=BB, heissen. In=
 einem=20
anderen Fall kam das Blatt - wider Erwarten - ungeschoren davon. Das war=20
k=FCrzlich, als die Zeitung von einem ihr zugespielten Papier Gebrauch=20
machte, das sich kritisch mit der sogenannten Administrativhaft=20
auseinandersetzte, also mit der ohne Gerichtsverfahren m=F6glichen=20
Verurteilung zu bis zu drei Jahren Arbeitslager. Die =ABGuangzhou Daily=BB=
=20
ver=F6ffentlichte das Papier und machte es =FCberdies =FCber mehrere=
 Ausgaben=20
hinweg zum Gegenstand einer Diskussion =FCber die Strafrechtspraxis in=
 China.
Sp=E4testens seit den Missgriffen in der Sars-Krise ist der Begriff der=20
Kontroll- und W=E4chterfunktion der Medien auch in der =F6ffentlichen=
 Debatte=20
kein Fremdwort mehr. Der fr=FChere Ministerpr=E4sident Zhu Rongji bemerkte=
=20
dazu: =ABDurch die Wahrnehmung ihrer W=E4chterrolle k=F6nnen die Medien uns=
 dabei=20
helfen, Fehler zu korrigieren und besser auf die =F6ffentliche Meinung zu=20
h=F6ren.=BB Das klingt g=F6nnerhafter, als es der Wirklichkeit entspricht.=
 Zum=20
einen kommen Partei und Regierung, wenn es um die Aufdeckung von=20
Missst=E4nden - von kapitalen Umwelts=FCnden bis zum Krebsgeschw=FCr der=20
Korruption - geht, ohne die Enth=FCllungen der Medien l=E4ngst nicht mehr=
 aus.=20
Zum anderen ist das Gesch=E4ft mit der schnellen Information so=20
un=FCberschaubar geworden, dass dem Regime im politischen Ernstfall nur der=
=20
Kn=FCppel der selektiven, dann aber gnadenlos eingesetzten Repression=
 bleibt.




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Frau Mu wechselt die M=E4nner wie CDs

In der Volksrepublik China ist die Sexualit=E4t kein Tabuthema mehr
omn. Peking, im November

=ABBar girl? Nice massage?=BB Wer abends durch die Nachtklub-Strasse im=20
Pekinger Botschaftsviertel Sanlitun bummelt, kann sich der unmoralischen=20
Angebote kaum noch erwehren. Modisch gestylte Luden und Taxifahrer bieten=20
=ABvery young girls=BB an, f=FCr die Schummerecken der Discos, f=FCr eine=
 Stunde im=20
Auto oder auch f=FCr die ganze Nacht. In den rauchigen Bars und=20
Karaoke-Schuppen dr=F6hnt die Musik und boomt die Anmache. Unweit eines=20
Nachtlokals, das von der bewaffneten Polizei betrieben wird, stehen die=20
Minirock-M=E4dchen auch auf der Strasse und bibbern in der Winterk=E4lte,=
 bis=20
ein Kunde kommt. Andere warten auf dem Autostrich. Dieser hat sich weiter=20
=F6stlich an einem Abschnitt der dritten Ringstrasse etabliert, unweit von=
=20
mehreren Nobelhotels und teuren Restaurants. Weiter n=F6rdlich stehen die=20
M=E4dchen vom Land; ihre Tarife sind weit billiger und erschwinglich f=FCr=
=20
Pekings Wanderarbeiter.


Boomendes Gesch=E4ft

Sex in China - das ist inzwischen mehr als bloss Aufkl=E4rungsbrosch=FCren=
 =FCber=20
Anatomie und Aids-Gefahr. Vorbei sind die Zeiten, als die Brauteltern den=20
Frischverm=E4hlten anschauliche Kopfkissenb=FCcher schenkten und erotische=
=20
Elfenbeinschnitzereien aus alter Zeit in die Sandelholzkiste packten, damit=
=20
das Jungvolk lerne, wie es geht. Langst hat die Jugend die versch=E4mte=20
Geheimnistuerei um die =ABsch=F6nste Sache der Welt=BB ebenso abgelegt wie=
 den=20
tristen Mao-Look. Auch hierzulande wird mittlerweile ohne Scheu geschmust=20
und angefasst wie im aufgekl=E4rten Westen, und selbst die Teens=
 bombardieren=20
einander per SMS mit schl=FCpfrigen Witzen.
Die neue Mittelklasse in den St=E4dten ist dabei, nach der Heimelektronik=
 und=20
dem Auto auch andere Gen=FCsse zu entdecken und zu kaufen. Prostitution und=
=20
Pornografie sind zwar noch immer verboten, aber die =ABsozialistische=20
Marktwirtschaft=BB sprengt immer mehr Tabus. In einer juristischen Grauzone=
=20
und oftmals unter den Augen der Polizei floriert das Gesch=E4ft mit dem Sex=
=20
in jeder Form. War die =F6ffentliche Zurschaustellung von Haut noch vor drei=
=20
Jahren verp=F6nt, so finden sich inzwischen Akte in den zahllosen privaten=
=20
Galerien und selbst in den Fotob=E4nden der staatlichen Buchhandlungen. Eine=
=20
reich bebilderte =ABGeschichte der Sexualit=E4t in China=BB ist bereits in=
=20
mehrfacher Auflage erschienen, und ihr Autor Liu Dalin wird demn=E4chst sein=
=20
privates Sex-Museum unweit von Schanghai neu er=F6ffnen. Die erste Pekinger=
=20
Ausstellung =FCber die Erotik in der chinesischen Zivilisation indes wurde=
 im=20
Oktober nach nur wenigen Tagen wieder geschlossen - nicht etwa, weil die=20
Zensoren zugeschlagen hatten, sondern weil die andr=E4ngenden Besuchermassen=
=20
die Vitrinen mit den freiz=FCgigen Exponaten zu Bruch gehen lassen hatten.


Sogar f=FCr die =ABVolkszeitung=BB ein Thema

Halboffen angebotene Porno-CD und Videos finden zwischen Peking und Kanton=
=20
(Guang-zhou) guten Absatz. Das Interesse am Thema hat derart zugenommen,=20
dass die Beh=F6rden die Ware Sex zwar nicht verbieten, aber wenigstens von=
=20
den Kindern fernhalten wollen: Die Filmindustrie plant derzeit, =E4hnlich=
 wie=20
in Hongkong ein Wertungssystem einzuf=FChren, das Minderj=E4hrige von allzu=
=20
expliziten Darstellungen fernhalten soll. Auf der Tropeninsel Hainan wird=20
derzeit das Finale der 53. Miss-World-Wahl vorbereitet, nachdem zuvor schon=
=20
die Wettbewerbe um die K=FCr der Miss China und der Miss Schanghai=20
Besuchermassen angezogen haben.
Die Medien debattieren zwar lebhaft und kontrovers, wie weit die neue=20
Freiz=FCgigkeit gehen darf, aber die Marktwirtschaft f=FChrt auch hier ihr=
=20
Eigenleben. Selbst die gew=F6hnlich knochentrockene Pekinger =ABVolkszeitung=
=BB=20
=FCberraschte am Wochenende: Das Zentralorgan des Zentralkomitees der=20
Kommunistischen Partei Chinas liess Sexualwissenschafter und Soziologen der=
=20
renommierten Volksuniversit=E4t zu Wort kommen, die eine Liste der zehn=20
wichtigsten Sex-relevanten Nachrichten des Jahres zusammengestellt hatten.=
=20
An der Spitze lagen Pekings erster (verlorener) Prozess wegen sexueller=20
Bel=E4stigung und ein Einsatz der Polizei gegen ein P=E4rchen in der=
 Provinz,=20
das daheim Pornos angeschaut hatte. Gleich danach rangierten eine=20
Massenorgie von 300 japanischen Touristen mit chinesischen Prostituierten=20
in S=FCdchina sowie die erste Sex-Ausstellung in der Hauptstadt. Das=20
Schlusslicht bildete eine Meldung aus dem Nordosten =FCber die Zerschlagung=
=20
eines =ABKlubs f=FCr auswechselbare Liebhaber=BB.

Freiz=FCgiger Bericht im Internet

Das Thema =ABSex and the City=BB hat es auch ins Internet geschafft. Dort=20
ver=F6ffentlichte eine Frau namens Mu Zimei erstaunlich freim=FCtig w=E4hren=
d=20
mehrerer Wochen ihr erotisches Tagebuch unter der =DCberschrift =ABDer =FCbr=
ig=20
gebliebene Liebesbrief=BB. Glaubt man der Autorin, wechselt sie regelm=E4ssi=
g=20
alle zwei Wochen den Liebhaber und freut sich auch an gelegentlichem=20
Gruppensex. Sie habe in ihrer Arbeit viel zu tun, schreibt sie, und Sex sei=
=20
ihr Hobby. Unter ihren bisher 65 Liebhabern - Chinesen und Ausl=E4nder -=20
bef=E4nden sich Gesch=E4ftsleute, Journalisten, Musiker und auch Schwule.=20
=ABLeute aus allen Schichten halt=BB, gesteht sie freim=FCtig. =ABDas=
 Angebot ist=20
gross, und ich muss weder Verantwortung =FCbernehmen noch Liebe geben. Die=
=20
M=E4nner machen mir keine Sorgen und sind wie CD - sie spielen nur, wenn ich=
=20
sie auflege.=BB
Rund 160 000 Zugriffe auf ihre Website konnte Frau Mu seit Juni z=E4hlen.=
 Als=20
sch=E4ndlich bezeichneten das Tagebuch nur 18 Prozent der Surfer, wie=20
Sina.com, Chinas gr=F6sster In lernet-Provider, in einer Umfrage herausfand.=
=20
Dagegen billigten 38 Prozent der Dame zu, dass sie ihre Meinung =FCber Sex=
=20
sagen k=F6nne, und 23 Prozent begr=FCssten ihren Online-Auftritt als=20
Demonstration der sexuellen Freiheit und eine Herausforderung der pr=FCden=
=20
Moralstandards in China. Aber in den Medien hagelte es auch Kritik, und die=
=20
Website von Frau Mu war diese Woche erst einmal nicht aufzurufen - wegen=20
=AB=FCberm=E4ssigen Verkehrs=BB, wie es online hiess.



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Grosse Bewegungen auf Chinas Kapitalmarkt
ns. Tokio, 7. Dezember

Auf Chinas Kapitalmarkt zeichnen sich derzeit weitreichende Entwicklungen=20
ab, welche die gr=F6sste Versicherungsgesellschaft des Landes, die China=
 Life=20
Insurance, und die zweitgr=F6sste Bank des Landes, die Bank of China,=20
betreffen. China Life gelangte am letzten Montag in Hongkong mit der=20
Lancierung einer Aktienemission an die =D6ffentlichkeit Derweil Hess der=
 Chef=20
der Bank of China, Xiao Gang, am letzten Mittwoch in Peking verlauten, im=20
Jahr 2005 erstmals mit einer Aktienemission an die B=F6rse zu treten.


Dieses Jahr weltweit gr=F6sster B=F6rsengang

China Life ist der erste chinesische Versicherer, der Aktien ausgibt, die=20
an der New Yorker B=F6rse gehandelt werden. Die Gesellschaft hat auf dem=20
chinesischen Lebensversicherungsmarkt, dessen Pr=E4mienaufkommen sich=
 derzeit=20
auf 27 Mrd. $ bel=E4uft und der w=E4hrend der letzten vier Jahre ein=20
Jahreswachstum von 38% verzeichnete, eine f=FChrende Stellung inne. China=20
Life offeriert Aktien zum Nennwert von 3 Mrd. $. Der Preis f=FCr die 6,47=20
Mrd. Titel soll am 12. Dezember festgelegt werden. Bisher sind Orders im=20
Umfang von 4,5 Mrd. $ eingegangen. Bei der Emission, die von China=20
International Capital, Citigroup, Credit Suisse First Boston und der=20
Deutschen Bank durchgef=FChrt wird, handelt es sich gem=E4ss Bloomberg News=
=20
weltweit um die kapitalm=E4ssig umfangreichste Aktienemission in diesem=
 Jahr.
Die erstmalige Aktienemission der Bank of China ist Teil der Bem=FChungen=
 der=20
chinesischen Regierung, den auf rund 500 Mrd. $ gesch=E4tzten Ballast an=20
notleidenden Krediten, der auf dem chinesischen Bankensystem lastet, zu=20
vermindern. Gem=E4ss offiziellen Angaben wird das Volumen der von den vier=
=20
gr=F6ssten chinesischen Banken gehaltenen notleidenden Kredite auf 21,3%=20
aller ausgegebenen Kredite gesch=E4tzt. Der gr=F6sste Teil geht auf die=20
Kreditvergabe an unprofitable Staatsbetriebe zur=FCck. Der Vorsitzende der=
=20
Bankenaufsicht, Liu Mingkang, hatte am vergangenen Montag einen Aktionsplan=
=20
unterbreitet, der die Reduktion der faulen Kredite, Kapitalerh=F6hungen und=
=20
Aktienemissionen vorsieht. Der Plan soll eine oder zwei der gr=F6ssten=
 Banken=20
des Landes betreffen. Die Bank of China, die in den ersten zehn Monaten des=
=20
laufenden Jahres das Volumen der faulen Kredite um 4,4% reduziert hat, will=
=20
eine der vom Aktionsplan erfassten Banken sein. Gem=E4ss dem Konzernchef=
 will=20
die Bank of China ihre eigene Last an notleidenden Krediten bis zur=20
Aktienemission um beinahe die H=E4lfte auf dann noch 10% ihres gesamten=20
Kreditvolumens reduziert haben. Die Bank of China wolle die Aktien selbst=20
placieren und auf die Schaffung eines eigenst=E4ndigen Instituts, auf das=
 die=20
besten Aktiven des Instituts transferiert werden sollen, verzichten. Die=20
Aktienemission k=F6nne sowohl in China als auch im Ausland erfolgen.
Die 1912 gegr=FCndete Bank of China ist Chinas =E4lteste Bank. Sie hat in=
 China=20
=FCber 12 000 Filialen und besch=E4ftigte am Ende des letzten Jahres =FCber=
=20
190000 Personen. Gem=E4ss Jahresbericht hat sie in den letzten drei Jahren=
=20
den Personalbestand um rund 22 600 Angestellte reduziert. In den neun=20
Monaten des laufenden Jahres stieg der Gewinn vor Steuern um 30% auf rund=20
2,5 Mrd. $. Im gleichen Zeitraum verdoppelte die Bank ihr neu ausgegebenes=
=20
Kreditvolumen beinahe. 2002 hatte die Tochtergesellschaft der Bank of=20
China, BOC Hong Kong (Holdings) Ltd., in Hongkong einen ersten B=F6rsengang=
=20
gemacht und dabei Aktien im Wert von 2,6 Mrd. $ placiert.


Boomende oder =DCberhitzte Wirtschaft?

Die signifikanten Bewegungen am chinesischen Kapitalmarkt sind vor dem=20
Hintergrund einer boomenden Wirtschaft zu sehen. W=E4hrend von einigen=20
Beobachtern die Gefahr einer =DCberhitzung und damit zusammenh=E4ngend einer=
=20
obrigkeitlich verordneten Kreditverknappung zu bedenken gegeben wird,=20
schl=E4gt Goldman Sachs in seinem j=FCngsten Chinabericht einen durchweg=20
positiven Ton an. Die =C4ngste seien durch eine Verf=FCgung der chinesischen=
=20
Notenbank, welche die Reservequoten der Gesch=E4ftsbanken im September=
 erh=F6ht=20
hatte, ausgel=F6st worden. Goldman Sachs sieht jedoch hinter einer=20
=ABFalkenrhetorik der Zentralbank=BB eine erheblich mildere Realit=E4t. Die=
=20
Risiken einer durch gouvernementale Vorkehren initiierten Verlangsamung=20
seien gering. Trotz den von der Notenbank angeordneten Massnahmen gebe es=20
kaum Anzeichen einer Minderung des Geld- oder Kreditwachstums.
Insgesamt ist bei einer sorgf=E4ltigen Beurteilung der f=FCr den=
 chinesischen=20
Kapitalmarkt relevanten Wachstumsindikatoren auf die politischen Parameter=
=20
abzustellen, innerhalb deren auch die Notenbank zu operieren hat. Aus=20
verschiedenen wirtschaftlichen, vor allem aber auch sozialen Gr=FCnden kann=
=20
sich China keine Wachstumsverlangsamung leisten und muss trotz wachsendem=20
=DCberhitzungspotenzial voll auf die bestehende Dynamik setzen. Die=20
notleidenden Kredite selbst n=F6tigen zu diesem Vorgehen, ist doch bisher=20
eine Reduktion des Anteils der faulen Kredite am gesamten Kreditvolumen,=20
wie dies im Fall der Bank of China evident ist, vor allem durch eine=20
kr=E4ftige Ausweitung des Volumens der neu ausgegebenen Kredite erreicht=20
worden. Hinzu kommt, dass trotz =DCberkapazit=E4ten und Doppelspurigkeiten=
 die=20
Nachholbed=FCrfnisse in praktisch allen Wirtschaftsbereichen gigantisch=
 sind.



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Weniger Pleiten in Japan -Warnsignal statt positives Zeichen

tf. (Tokio)

         Auf den ersten Blick erscheint alles wunderbar: Erstmals seit vier=
=20
Jahren ist im vergangenen Kalenderjahr in Japan die Zahl der Firmenpleiten=
=20
zur=FCckgegangen, und zwar um 14,6%. Die hinterlassenen Schulden der=20
insolventen Firmen sanken gem=E4ss der privaten Teikoku Databank zudem um=20
14,4%. Die Nachricht passt zu den j=FCngsten Konjunkturdaten aus Nippon und=
=20
st=E4rkt den Eindruck, dass Japan das Schlimmste hinter sich hat. Ein=
 zweiter=20
Blick mahnt aber zur Vorsicht. So ist der R=FCckgang der Konkurse nicht=20
zuletzt der Regierung zu verdanken, die im vergangenen (Wahl-)Jahr=20
bedr=E4ngten Klein- und Mittelunternehmen besonders grossz=FCgig beiseite=20
stand, etwa mit Spezialkrediten. Aber auch die Banken versorgen langfristig=
=20
kaum =FCberlebensf=E4hige Kunden -etwa aus den Problembranchen Bau,=20
Einzelhandel oder Immobilien - weiterhin grossz=FCgig mit Geldern. Der Grund=
=20
liegt nahe: Beim Zudrehen des Geldhahns m=FCssten die summierten=20
Kreditverluste gewinnwirksam realisiert werden, woran man angesichts der=20
wacklig kapitalisierten Banken keinerlei Interesse hat. Wenn daher im Jahr=
=20
2003 kein einziger Konkursfall Schulden von =FCber 500 Mrd. Yen hinterliess,=
=20
dann laut Teikoku aus einem einfachen Grund: Japans Bankensystem k=F6nne=20
einen solchen Kollaps derzeit schlicht nicht verkraften. Also m=FCssen die=
=20
Firmen am Leben gehalten und der Abbau struktureller =DCberkapazit=E4ten=
 weiter=20
verz=F6gert werden. Die Erholung der Zahl der Konkurse scheint langfristig=
=20
von entsprechend tr=FCgerischer Natur zu sein.



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Asien: uneinheitlich

Der japanische Aktienmarkt hat am Donnerstag uneinheitlich notiert. Die=20
B=F6rse von Hongkong blieb wegen des chinesischen Neujahrsfestes=
 geschlossen.=20
In Tokio schloss der 225 f=FChrende Werte umfassende Nikkei-Index mit einem=
=20
marginalen Abschlag von 0,02%. Die Aktien von=20
Elektronikkomponenten-Herstellern wie Alps Electric litten unter den mit=20
Entt=E4uschung aufgenommenen Gesch=E4ftszahlen der US-Konkurrenten Seagate=
 und=20
Maxtor. Die Titel von Alps Electric gaben um 5% nach. Die Papiere von TDK=20
verloren 2,3%. Andere Technologiewerte legten dagegen zu. So stiegen die=20
Aktien von Matsushita um 0,2%, jene von Fujitsu um 2,4%. Zu den gr=F6ssten=
=20
Kursgewinnern geh=F6rten die Valoren der Baufirma Shimizu mit einem=20
Kursgewinn von 5,8%, nachdem Analytiker das Papier h=F6her bewertet hatten.=
=20
Zur weiteren Entwicklung des japanischen Aktienmarktes =E4usserten sich=20
Marktteilnehmer mehrheitlich positiv.



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Umstrittene Entsendung von Bodentruppen in en Irak

Japans Regierang hat sich am Montag formell f=FCr die Entsendung eigener=20
Bodentruppen in den S=FCden des Iraks entschieden. Ungeachtet des=20
vergleichsweise kleinen Kontingents kommt dem Entscheid historische=20
Bedeutung zu. Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg werden n=E4mlich wieder=20
japanische Soldaten in einer Konfliktzone t=E4tig sein.
tf. Tokio, 26. Januar
Die japanische Regierung hat am Montag der Entsendung von Bodentruppen, die=
=20
im Verlauf der kommenden Monate den Wiederaufbau im Irak unterst=FCtzen=20
sollen, ihr formelles Plazet erteilt. Eine erste Einheit d=FCrfte schon in=
=20
einer Woche in das Zweistromland beordert werden. Zwar will Tokio f=FCr die=
=20
prim=E4r medizinischen und logistischen Aufgaben nur etwas mehr als 500=20
Soldaten aufbieten.


Wie sicher sind Nichtkampfzonen?

Der Entsendung kommt ungeachtet des vergleichsweise kleinen Kontingents=20
historische Bedeutung zu. So werden erstmals seit dem Ende des Zweiten=20
Weltkrieges und dem Zusammenbruch des kurzlebigen japanischen Imperiums=20
wieder Soldaten Nippons in einem Konfliktgebiet im Ausland t=E4tig sein. Vor=
=20
allem mit Blick auf Japans pazifistische Nachkriegsverfassung, die das Land=
=20
faktisch zu einer Politik des Verzichts auf milit=E4rische Gewalt=20
verpflichtet, ist die Truppenentsendung im Inland heftig umstritten.

Wegen der verfassungsrechtlichen Fesseln h=E4lt das im Juli vergangenen=20
Jahres verabschiedete Gesetz zur Truppenentsendung fest, dass die Soldaten=
=20
im Irak nur in sogenannten Nichtkampfzonen zum Einsatz kommen d=FCrfen.=20
W=E4hrend die Opposition die Bestimmung von solchen Nichtkampfzonen=20
angesichts der regen Guerillaaktivit=E4ten f=FCr blosse Augenwischerei h=E4l=
t und=20
sich gegen die Truppenentsendung wehrt, will Japans Regierung zumindest in=
=20
der Stadt Samawah im S=FCdosten des Iraks eine solche Zone, in der die=20
Sicherheit der Soldaten gew=E4hrleistet werden k=F6nne, entdeckt haben. Ein=
=20
Voraustrupp mit rund 30 Angeh=F6rigen der hiesigen Selbstverteidigungskr=E4f=
te=20
- wie Japans Armee politisch korrekt genannt wird - ist daher vor zehn=20
Tagen in das Gebiet gereist, begleitet von einem Tross von deutlich mehr=20
als 30 japanischen Journalisten, die laut einer kuwaitischen Tageszeitung=20
den Soldaten auf Schritt und Tritt hinterhereilen wie Paparazzi ber=FChmten=
=20
Filmstars.
Der Trupp kam Ende vergangener Woche nach Abschluss der Arbeit=20
erwartungsgem=E4ss zum Resultat, dass die Sicherheitslage in der Region=20
stabil und die Voraussetzung f=FCr eine Truppenentsendung gegeben sei. Wie=
=20
angespannt die Lage aber auch in einer sogenannten Nichtkampfr zone sein=20
kann, zeigte sich in den vergangenen Tagen deutlich. So wurde=20
beispielsweise am Samstag in der Stadt Samawah nahe der geplanten=20
Truppenunterkunft ein irakischer Polizeioffizier erschossen. Nur einen Tag=
=20
sp=E4ter erfolgte nahe Bagdad zudem eine Attacke auf einen=20
Milit=E4rtransporter, der in japanischem Auftrag unterwegs war; der aus=20
Jordanien stammende Fahrer kam dabei ums Leben.
In Tokio betonte man, dass das attackierte Fahrzeug von aussen nicht als=20
Transporter von japanischem Milit=E4rmaterial erkennbar gewesen sei, der=20
Angriff also nicht als gezielte Attacke gegen Japan interpretiert werden=20
k=F6nne. Die f=FCr die heimische Bev=F6lkerung vor allen anderen Erw=E4gunge=
n im=20
Zentrum stehende Frage, n=E4mlich ob erstmals seit dem Ende des Zweiten=20
Weltkrieges wieder ein japanischer Soldat seinen Einsatz wird mit dem Leben=
=20
bezahlen m=FCssen, hat gleichwohl an Brisanz gewonnen. Am Sonntag=20
protestierten im Tokioter Stadtzentrum denn auch gegen viertausend Personen=
=20
gegen das geplante Milit=E4rengagement.


Angeheizte Verfassungsdiskussion

Kritisiert wird von den Gegnern der Truppenentsendung nicht zuletzt die=20
angeblich fehlende Verfassungsm=E4ssigkeit des am Montag gef=E4llten=20
Entscheids. Verwiesen wird in diesem Zusammenhang auf Artikel 9 der=20
Verfassung, in dem Japan =ABauf immer dem Krieg als einem souver=E4nen Recht=
=20
der Nation und der Androhung oder Anwendung von Gewalt zur Beilegung=20
internationaler Konflikte=BB abschw=F6rt. Dass die Entsendung von Soldaten=
 in=20
ein faktisches Kriegsgebiet eine zumindest grossz=FCgige Auslegung des=20
Artikels verlangt, ist offensichtlich. Ministerpr=E4sident Koizumi sah sich=
=20
bei der Erkl=E4rung des umstrittenen Entscheides denn auch dazu veranlasst,=
=20
vor dem Parlament auf die Pr=E4ambel der Verfassung zur=FCckzugreifen, in=
 der=20
das Recht aller V=F6lker auf ein Leben in Frieden und Freiheit ausdr=FCcklic=
h=20
anerkannt wird.
Die juristischen Spagate, mit denen Japan seine j=FCngst deutlich aktiver=20
gewordene Sicherheitspolitik zu rechtfertigen hat, werden immer gewagter.=20
Um dem Land wieder eine Gesetzesgrundlage zu geben, die auch ohne Drehungen=
=20
und Wendungen ernst genommen werden kann, macht sich Koizumi stark f=FCr=
 eine=20
Anpassung der seit 1947 mit keinem einzigen Wort ver=E4nderten Verfassung.=
=20
Bei diesem Ansinnen, das noch vor wenigen Jahren ein politischer Tabubruch=
=20
gewesen w=E4re, erh=E4lt er auch von der gr=F6ssten Oppositionspartei des=
 Landes,=20
n=E4mlich der Demokratischen Partei Japans, Unterst=FCtzung.



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Asien als Japans wichtigster Absatzmarkt
Boomender Handel im Jahr 2003
tf. Tokio, 26. Januar
Der asiatische Wirtschaftsraum hat im Kalenderjahr 2003 f=FCr Japans=20
Exporteure an Bedeutung gewonnen, w=E4hrend das Gewicht des amerikanischen=
=20
Marktes geringer geworden ist. Wie am Montag ver=F6ffentlichte=20
Handelsstatistiken zeigen, legten die Ausfuhren nach Asien um 12,9% auf=20
25,3 Bio. Yen und die Importe um 7,4% auf 19,7 Bio. Yen zu. Besonders=20
dynamisch entwickelte sich der Handel mit China. So weiteten sich die=20
Exporte ins Reich der Mitte um 33,2% auf 6,6 Bio. Yen aus; sie gaben der=20
japanischen Konjunktur, die 2003 eine von Exporten und Kapitalinvestitionen=
=20
angetriebene Erholungsphase erlebte, einen entsprechend kr=E4ftigen=
 Auftrieb.

Die boomenden Gesch=E4fte mit Asien gingen einher mit einem insgesamt eher=
=20
schwachen G=FCteraustausch mit den USA. So erlitten die Ausfuhren in die=20
Vereinigten Staaten einen Einbruch um 9,8% auf 13,4 Bio. Yen, derweil die=20
Importe um 5,8% auf 6,8 Bio. Yen zur=FCckgingen. Zu erkl=E4ren ist dies=
 nicht=20
zuletzt mit sinkenden Exporten japanischer Fahrzeuge in die USA (-14,6%);=20
die japanischen Autobauer bedienen diesen Markt, auf dem sie seit Jahren=20
h=F6chst profitabel agieren, in zunehmendem Mass mit in Amerika aufgebauten=
=20
Betriebsst=E4tten. Erfreulicher als der Handel mit Amerika entwickelte sich=
=20
der Warenaustausch mit den L=E4ndern der EU: W=E4hrend die Ausfuhren um 9,0%=
=20
zulegten, was dem ersten Plus seit f=FCnf Jahren entspricht, stiegen die=20
Importe um 3,4%. Anders als gegen=FCber der EU weist Japan gegen=FCber der=
=20
Schweiz weiterhin ein Handelsbilanzdefizit aus, wobei die Exporte in die=20
Schweiz 2003 um 12,8% und die Importe aus der Schweiz um 8,2 anstiegen.

Richtet man den Blick auf die aggregierten Werte f=FCr s=E4mtliche=20
Wirtschaftsr=E4ume, konnte Japan seinen traditionellen=20
Handelsbilanz=FCberschuss 2003 um 3,6% auf 10,2 Bio. Yen ausbauen. Dazu=20
trugen die Exporte mit einem Plus um 4,7% auf 54,6 Bio. Yen und die Importe=
=20
mit einem Anstieg um 5,0% auf 44,3 Bio. Yen bei. Die auch gegen Jahresende=
=20
hin anhakend robusten Exporte legen die Vermutung nahe, dass die j=FCngste=
=20
Erstarkung des Yen in Relation zum Dollar bisher noch kaum einen d=E4mpfende=
n=20
Effekt aus=FCbte. Die gr=F6sser gewordene Resistenz der japanischen=
 Wirtschaft=20
gegen=FCber dem Yen-Dollar-Kurs hat dabei laut =D6konomen zwei Ursachen:=20
erstens das st=E4rkere Gewicht von Ausfuhren nach Asien, die in der grossen=
=20
Mehrheit nicht in Dollars denominiert sind, zweitens die Kompensation der=20
st=E4rkeren Landesw=E4hrung durch Produktionsauslagerungen ins Ausland,=20
namentlich in die boomenden Regionen Asiens.


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Tokio: Banktitel im Fokus

Verluste bei Banktiteln haben am Montag die japanische B=F6rse ins Minus=20
gezogen. In Tokio schloss der Nikkei-225-Index um rund 0,9% tiefer. Der=20
breiter gefasste Topix-Index verlor bis zum Handelsschluss knapp 0,8%. Die=
=20
Bankaktien belastete ein Bericht vom Wochenende, wonach die Finanzaufsicht=
=20
Kreditvertr=E4ge eines Tochterunternehmens der viertgr=F6ssten Bank des=
 Landes,=20
=DCFJ Holdings (-11,7%), untersuchen will. Die Bank bezeichnete den Bericht=
=20
als unwahr. Auch der Aktienkurs der gr=F6ssten japanischen Bank, der Mizuho=
=20
Financial Group, gab um 3,4% nach. Im Fokus der Anleger standen auch die=20
Papiere von Sony, die im Vorfeld des f=FCr Mittwoch erwarteten=20
Zwischenberichts 2% verloren. Die Titel von Toyota Motor erm=E4ssigten sich=
=20
um 1,4%. In Hongkong b=FCsste der Hang-Seng-Index 0,2% ein. Als belastend=20
erwiesen sich die Papiere von Marktschwergewichten wie HSBC Holdings und=20
China Mobile, die jeweils 1,2% und 2% nachgaben. =DCberdurchschnittliche=20
Abschl=E4ge mussten mit -1,3% auch die Aktien der Fluggesellschaft Cathay=20
Pacific hinnehmen. H=E4ndler verwiesen dabei auf Meldungen =FCber die=20
H=FChnerpest, die Asien heimsucht. In Australien verbesserte sich der=20
ASX-200-Index um 0,2% und schloss damit auf dem h=F6chsten Stand seit 19=20
Monaten. Die Aktien der National Australia Bank gewannen 0,2%. Gesucht=20
waren auch die Titel des Rohstoffproduzenten BHP Bi=FCiton (+0,3%).


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TOKIO
27. Januar
Kalt erwischt
Sein Handy rettete einem japanischen Dieb das Leben. Der Mann hatte in=20
einen Fischmarkt eingebrochen, sich dabei jedoch versehentlich in einer=20
K=FChlkammer eingesperrt. Nur weil er mit dem Handy einen Freund alarmierte,=
=20
konnte ein W=E4chter ihn aus der minus 16 Grad kalten Kammer befreien. Der=
=20
Dieb hatte gestohlene Krebse im Wert von 540.- Franken (338.-Euro)=20
dabei.                                   sda


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Tokios B=F6rse schliesst schw=E4cher

TOKIO - Die B=F6rse in Tokio hat schw=E4cher geschlossen. Der Nikkei-Index=
 f=FCr=20
225 Standardwerte ging unter dem Eindruck der Schw=E4che des Dollar zum Yen=
=20
mit einem Verlust von 75,56 Punkten oder 0,69 Prozent bei 10 852,47 Punkten=
=20
aus dem Markt. Der breit gefasste TOPIX schloss mit einem Abschlag von 5,21=
=20
Punkten oder 0,49 Prozent beim Stand von 1058,15 Z=E4hlern. Um 15 Uhr=20
Ortszeit notierte der Dollar leichter mit 105,85-88 Yen nach 106,16-18 Yen=
=20
am Vortag. Der Euro lag fester bei 1,2613-16 Dollar nach 1,2467-69 Dollar=20
am Vortag.




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Asien: Verschnaufpause

         Die Aktienm=E4rkte in Fernost haben am Dienstag ohne klaren Trend=
=20
geschlossen. In Tokio hat die B=F6rse am Dienstag uneinheitlich tendiert.=
 Der=20
225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss knapp 0,4% schw=E4cher bei 10 365=
=20
Z=E4hlern. In der Gunst der Anleger standen Pharmatitel wie die von Fujisawa=
=20
Pharmaceutical, die um 3,4% stiegen, w=E4hrend die Aktien der Hersteller von=
=20
digitalen Ger=E4ten Verluste verbuchten. Nach dem j=FCngsten Rally der=20
Digital-Hersteller sprachen H=E4ndler von einer Korrekturphase. Die Papiere=
=20
von Sharp, dem gr=F6ssten Produzenten von LCD-Fernsehern, verloren bis=20
Handelsschluss 2% und jene von Matsushita Electric, Produzent digitaler=20
Flachbildschirme, 2,9%.

         An der B=F6rse in Hongkong b=FCsste der Hang-Seng-Index knapp 0,5%=
 auf=20
13 516 Punkte ein. Angesichts des Rallys an den vorangegangenen zwei=20
Handelstagen sprachen B=F6rsianer von einer Verschnaufpause. China-gebundene=
=20
Aktien belasteten den Markt. Die Titel der gr=F6ssten asiatischen=
 Raffinerie,=20
Sinopec, sanken um 5,9%, und die Papiere des chinesischen PC-Herstellers=20
Legend Group-gaben 1,3% nach.

         In Sydney schloss die B=F6rse knapp behauptet auf 3286 Z=E4hlern.=
 Laut=20
H=E4ndlern hielten sich die Anleger im Vorfeld einer Reihe von=20
Zwischenergebnissen grosser Unternehmen wie Telstra oder News Corp zur=FCck.=
=20
Unter Abgaben litten die Aktien der Brauerei Fosters Group, die 0,9%=
 verloren.



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Asien: Feiertag in Tokio

Die Kurse an den asiatischen Aktienm=E4rkten sind am Mittwoch angesichts=20
steigender Unternehmensgewinne nach oben getrieben worden. Die B=F6rse in=20
Tokio blieb wegen eines Feiertags geschlossen. Das Augenmerk der=20
asiatischen Investoren richtete sich laut H=E4ndlern auf den Auftritt von=20
US-Notenbankchef Alan Greenspan, der nach dem B=F6rsenschluss stattfand.=20
Gem=E4ss Beobachtern suchen die M=E4rkte derzeit nach Richtungsvorgaben, da=
 die=20
Quartalsberichte der Unternehmen in den USA gr=F6sstenteils vorliegen und=20
keine wichtigen Konjunkturdaten anstehen. An der B=F6rse in Hongkong gewann=
=20
der Hang-Seng-Index 0,07%. Die Bankwerte profitierten gem=E4ss H=E4ndlern=
 von=20
Hoffnungen auf gute Gesch=E4ftszahlen. Unter Druck standen dagegen die=20
chinesischen Aktien, nachdem der Erd=F6lkonzern BP seinen Anteil an der=20
chinesischen Erd=F6l- und Chemiefirma Sinopec am Markt placiert und damit=20
Bef=FCrchtungen =FCber allgemein weitere Verk=E4ufe von chinesischen Aktien=
=20
ausgel=F6st hatte. Der ASX-200-Index in Sydney schw=E4chte sich um 0,44% ab.=
=20
Unterst=FCtzung kam laut H=E4ndlern von positiven Unternehmenszahlen. So=20
kletterten die Titel der Commonwealth Bank um 2,3%, nachdem das=20
Finanzinstitut eine Verdoppelung des Gewinns im ersten Halbjahr mitgeteilt=
=20
hatte. Gut" aufgenommen wurde nach H=E4ndlerangaben auch das Jahresergebnis=
=20
des Kupferf=F6rderers WMC Resources. Die WMC-Aktien zogen um 2,1% an.

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Neue Perspektiven der chinesischen Landwirtschaft
Mehr Rechte und h=F6here Einkommen f=FCr die Bauern

Von Urs Schoettli

Nicht nur die Ern=E4hrungssicherheit, sondern auch die soziale Stabilit=E4t=
=20
Chinas, dessen Bev=F6lkerung zu zwei Dritteln auf dem Land lebt, h=E4ngt von=
=20
den Fortschritten der Landwirtschaft ab. H=F6here Eink=FCnfte und vor allem=
=20
eine bessere Rechtslage verleihen dem Agrarbereich neue Perspektiven.
Peking, Ende Januar
Beneidenswerte Wachstumsraten in der Industrieproduktion und stets neue=20
Hochh=E4user und Shopping-Mails in den Grossst=E4dten lassen leicht=
 vergessen,=20
dass nach wie vor rund 800 Mio. der insgesamt 1,3 Mrd. Chinesen auf dem=20
Land und vom Land leben. Auch ist man sich kaum mehr bewusst, dass die=20
Wirtschaftsreformen von Deng Xiaoping in ihren zaghaften Anf=E4ngen von=20
bescheidenen Reformen in der Landwirtschaft abhingen. Indem die Bauern=20
damals die M=F6glichkeit erhielten, auf einem kleinen St=FCck Land f=FCr die=
=20
eigene Tasche zu produzieren, vermochte sich das Land von Maos chronischer=
=20
Mangelwirtschaft zu emanzipieren, und es begann Geld in die Taschen der=20
einfachen Menschen zu fliessen. Die ersten, zaghaften Schritte in Richtung=
=20
Privatwirtschaft konnten beginnen.
Neue Sicherheiten
W=E4hrend in den St=E4dten in den vergangenen Jahren breitere=
 Mittelschichten=20
herangewachsen sind, ist die Landbev=F6lkerung, bei der die f=FCr die=
 kleinen=20
Privatm=E4rkte produzierenden Landwirte einst einen Einkommensvorsprung=20
besessen hatten, wieder zur=FCckgefallen. Klagen =FCber ein wachsendes=20
Reichtumsgef=E4lle innerhalb und zwischen den Regionen h=E4ngen auch mit=
 dieser=20
Entwicklung zusammen. Die seit einem Jahr im Amt befindliche neue=20
F=FChrungsgarde hatte schon fr=FCh mehr Volksverbundenheit und gr=F6sseres=
=20
Interesse an der sozialen Frage zeigen lassen als ihre Vorg=E4ngerin, die=20
=ABdritte Generation=BB um Pr=E4sident Jiang Zemin und Ministerpr=E4sident=
 Zhu=20
Rongji. Vor diesem Hintergrund ist es nur nat=FCrlich, dass in den letzten=
=20
Monaten der Landwirtschaft wieder verst=E4rkte Aufmerksamkeit geschenkt=
 wird.
Dass, wenn es um das Wirtschaften geht, die Menschen =FCber alle=20
geographischen und kulturellen Distanzen hinweg dieselben Motive und=20
Verhaltensweisen haben, l=E4sst sich auch an der chinesischen Landwirtschaft=
=20
zeigen. Wo es keine Rechtssicherheit f=FCr Eigentum und Verm=F6gen gibt, da=
=20
herrschen Stagnation, Unzufriedenheit und unverantwortlicher Umgang mit=20
Ressourcen. Unter Mao waren die Bauern nichts anderes als die Leibeigenen=20
von Staat und Partei. Entsprechend miserabel waren die Ertr=E4ge der=20
Kollektivfarmen. Mit der Katastrophe des =BBgrossen Sprungs nach vorn=AB=
 machte=20
sich Mao gar f=FCr eine der opferreichsten Massenhungersn=F6te der neuen=20
Geschichte verantwortlich.

Fortschritte bei der Produktivit=E4t
Allein schon die M=F6glichkeit, in einem Schrebergarten Gem=FCse und=
 Kleinvieh=20
zum Wohl der eigenen Tasche emporzuziehen, wirkte Wunder bei der=20
Produktivit=E4t. Doch gen=FCgen konnte dies f=FCr die rasch wachsenden=20
Bed=FCrfnisse einer immer st=E4rker urbanisierten und industrialisierten=20
Gesellschaft nicht.
In der Folge wurde das System der auch vererbbaren Pachten eingef=FChrt,=20
wobei Grund und Boden bis heute im Staats- oder Kollektivbesitz verblieben.=
=20
Letzteres sollte dem Missbrauch durch eine willk=FCrliche, geldgierige=20
B=FCrokratie T=FCr und Tor =F6ffnen. Die kleinen Mandarine von Partei und=20
Verwaltung am Ort konnten bei demographischen Ver=E4nderungen Neuzuteilungen=
=20
von Pachten vornehmen. Wenn eine Familie kleiner wurde oder in die Stadt=20
abwanderte, konnte ihr Nutzungsrecht entsch=E4digungslos an andere=20
transferiert werden, wobei man in der Annahme wohl nicht fehlgeht, dass=20
dabei auch etliche Geldb=FCndel unter dem Tisch die Hand wechselten.

Schritte in Richtung Privatwirtschaft
Offiziell herrscht in China der =ABSozialismus mit chinesischen=20
Charakteristiken=BB. Seit dem 16. Parteikongress der Kommunistischen Partei=
=20
Chinas im November 2003 wurden mehrere wichtige Schritte in Richtung=20
Privatwirtschaft unternommen. Die Partei selbst wurde f=FCr Unternehmer=20
ge=F6ffnet, und der Nationale Volkskongress soll demn=E4chst den=
 Rechtsschutz=20
von Privateigentum und die rechtliche Gleichstellung von staatlichen und=20
privaten Unternehmungen verabschieden. Im M=E4rz 2003 wurde ein Gesetz=20
erlassen, das zumindest auf dem Papier die Gefahr willk=FCrlicher=20
Neuzuweisungen von Pachtland beseitigt. Ferner hat der Inhaber einer Pacht=
=20
das Recht erhalten, sein Land in Untermiete abzugeben oder die verbleibende=
=20
Dauer seiner Pacht an einen Dritten zu ver=E4ussern.
Die rechtlich eindeutige Absicherung der Pacht und ihrer Verwertung hat=20
drei weitreichende Konsequenzen. Erstens hat der P=E4chter, was bisher nicht=
=20
der Fall war, den n=F6tigen Anreiz, l=E4ngerfristig zu denken und sein Land=
=20
nicht zur kurzfristigen Gewinnmaximierung zu =FCbernutzen. Durch die=
 Aufnahme=20
von Krediten auf der Pacht kann er, zweitens, seine Produktivit=E4t=20
verbessern, und drittens kann er, falls er die Arbeit als Landwirt=20
zugunsten einer Abwanderung in die Stadt aufgibt, durch den Verkauf der=20
verbleibenden Pachtdauer ein Startkapital f=FCr eine neue Existenz erlangen.=
=20
Auch weiterhin gibt es allerdings bei Agrarland keinen Privatbesitz.=20
Immerhin gilt seit vergangenem Herbst, dass Pacht-Transfers nur auf=20
freiwilliger Basis und gegen angemessene Entsch=E4digung ausge=FCbt werden=
 d=FCrfen.

Interessenschutz der Landwirte
Unter dem Titel =ABSchutz f=FCr das Landnutzungsrecht der Bauern=BB=20
ver=F6ffentlichte unl=E4ngst in der chinesischen Presse ein Forscher am=20
Institut f=FCr landwirtschaftliche Entwicklung der Chinesischen Akademie f=
=FCr=20
Sozialwissenschaften einen Artikel, in dem er f=FCr einen st=E4rkeren=20
Interessenschutz der Landwirte pl=E4dierte. In den reichen Regionen des=20
Landes und besonders in der N=E4he st=E4dtischer Agglomerationen und=20
Industriezonen =FCbertreffe die Nachfrage nach Land bei weitem das Angebot.=
=20
Dabei gehe es um immer h=F6here Kapitaleins=E4tze. Unter diesen Umst=E4nden=
=20
bestehe die Versuchung, dass Dorfkollektive offen Druck auf die P=E4chter=20
aus=FCbten und auf deren Kosten beim Transfer von Bauland an=20
Generaluntemehmer saftige Gewinne machten. Die nach der Urbanisierung auf=20
dem Immobilienmarkt erzielten Gewinne fl=F6ssen dadurch nicht in die=20
l=E4ndliche Entwicklung zur=FCck. Fehlende Transparenz beim Transfer von=20
Landnutzungsrechten und Kompensationen, die nur einem Bruchteil der=20
geltenden Marktpreise entsprechen, h=E4tten sich wegen der rasanten=20
Wirtschaftsentwicklung der letzten Jahre in der Tat in einem Ausmass zu=20
h=E4ufen begonnen, dass ohne Gegenmassnahmen mit sozialen Verwerfungen zu=20
rechnen sei.

Weitere Umbr=FCche unvermeidbar
In der weiteren Perspektive stehen strukturelle Reformen von noch viel=20
gr=F6sserer Tragweite an. Noch immer gibt es ideologische Vorbehalte gegen=
=20
grossfl=E4chige private Agrarbetriebe, die Assoziationen an das im=20
vorrevolution=E4ren China bestehende Grossgrundbesitzertum wecken k=F6nnten.=
=20
Sowohl Chinas Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO) als auch=20
=C4nderungen bei der Inlandnachfrage machen jedoch Effizienzsteigerungen in=
=20
der Landwirtschaft unvermeidbar. Bez=FCglich Besch=E4ftigung steht China vor=
=20
dem Problem, dass eine intensivere Landwirtschaft weniger Betriebe und=20
weniger Arbeitskr=E4fte ben=F6tigt. Zugleich jedoch verm=F6gen die=
 st=E4dtischen=20
Arbeitsm=E4rkte die l=E4ndliche Zuwanderung nur zum Teil zu absorbieren.
Es zeichnet sich ab, dass mit der bisherigen Politik die steigende=20
Binnennachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten nicht gedeckt werden=20
kann. Grosse Teile Chinas haben =F6kologische Probleme, die sich auch in=20
r=FCckl=E4ufigen Agrarertr=E4gen niederschlagen. Hinzu kommt ein schwieriges=
=20
Klima, das durch =DCberschwemmungen und D=FCrre grosse Ernteausf=E4lle=
 bewirkt=20
hat. Auch die beschleunigte Beanspruchung von fruchtbaren B=F6den durch=20
Urbanisierung und Industrialisierung dr=FCckt auf die Ertr=E4ge.=
 Schliesslich=20
hat die Landwirtschaft eine dank gr=F6sserem Wohlstand steigende Nachfrage=
=20
nach h=F6herwertigen Nahrungsmitteln zu befriedigen.
Anziehende Inflation
Nachdem in der letzten Zeit die Sorgen um eine deflation=E4re Entwicklung=
 der=20
chinesischen Wirtschaft im Vordergrund gestanden hatten, begann sich im=20
vergangenen November pl=F6tzlich ein Wiederaufflackern der Inflation=20
abzuzeichnen. Eine starke Steigerung des Konsumentenpreisindexes war vor=20
allem auf verteuerte Nahrungsmittel zur=FCckzuf=FChren. Dies mag nur eine=20
saisonale Abweichung gewesen sein, doch ist ein l=E4ngerfristiger Trend=
 nicht=20
auszuschliessen. F=FCr manche Experten stellen die j=FCngsten, teilweise=20
starken Preiserh=F6hungen f=FCr Getreide indessen eine positive Entwicklung=
=20
dar, die unter anderem auch darauf zur=FCckzuf=FChren ist, dass in einem=20
Bereich, der zuvor durch beh=F6rdlich verf=FCgte Monopole bestimmt worden=
 war,=20
nun endlich der Wettbewerb spielt.



R=FCckl=E4u=DFge Getreideproduktion
us. Gem=E4ss Daten des Landwirtschaftsministeriums trug die Landwirtschaft=
=20
2003 mit einem Ertrag von 1724,7 Mrd. Yuan 14,8% zum Bruttoinlandprodukt=20
von 11 669 Mrd. Yuan bei. Auch 2003 entwickelte sich das Pro-Kopf-Einkommen=
=20
auf dem Land mit einem Zuwachs von 5% deutlich weniger stark als in den=20
St=E4dten, wo die Zuwachsrate 9,8% betrug. 2003 wurden insgesamt 430 Mio. t=
=20
Getreide geerntet. Gegen=FCber dem Vorjahr entspricht dies einem R=FCckgang=
 um=20
5,8% oder 26,4 Mio. t. Als Hauptgr=FCnde f=FCr diese von den Beh=F6rden mit=
=20
Besorgnis registrierte Entwicklung werden mehrere Naturkatastrophen sowie=20
die anhaltende Schrumpfung der Anbaufl=E4che angef=FChrt. In den letzten=
 sieben=20
Jahren sind gem=E4ss Angaben des Ministeriums j=E4hrlich =FCber 650 000 ha=
=20
Agrarland verloren gegangen.




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Bald kommen die Chinesen

us. (Peking)
China und die Europ=E4ische Union (EU) haben am Donnerstag ein Abkommen=20
ratifiziert, das zu einem Boom f=FCr den Europa-Tourismus der Chinesen=
 f=FChren=20
k=F6nnte. Das in Peking unterzeichnete Dokument wird die Visaprozeduren f=FC=
r=20
Reisen chinesischer Gruppen in die EU-Staaten erleichtern. Im Gegenzug=20
gew=E4hrt China der EU den Status einer =ABerlaubten Reisedestination=BB f=
=FCr=20
Gruppenreisen. Es wird erwartet, dass die neue Regelung noch vor der=20
Sommersaison in Kraft tritt. Bereits vor diesem Abkommen hatte es Peking=20
individuell Reisenden erlaubt, in den EU-Raum zu reisen. 2002 summierte=20
sich die Zahl der Besucher auf beachtliche 650 000 Touristen aus China. Mit=
=20
der neuen Regelung werden die Aussichten noch viel g=FCnstiger sein. Von=20
welchen Dimensionen man bei der Reiselust der Chinesen und ihrem wachsenden=
=20
Interesse an Europa ausgehen kann, zeigt die Sch=E4tzung der=
 Weltorganisation=20
f=FCr Tourismus, die bis zum Jahr 2020 mit 100 Millionen Chinesen rechnet,=
=20
die j=E4hrlich ins Ausland reisen k=F6nnen. Der f=FCr die Aussenbeziehungen=
 der=20
EU zust=E4ndige Kommissar, Chris Patten, der 1997 als Gouverneur von=
 Hongkong=20
die britische Kolonie in chinesische Obhut =FCbergeben hatte, bezeichnete=
 das=20
Abkommen als hilfreich f=FCr das gegenseitige Verst=E4ndnis zwischen=
 Chinesen=20
und Europ=E4ern. W=E4hrend die EU mit grossen Erwartungen auf die=20
zahlungskr=E4ftigen chinesischen Touristen blickt, gibt es ein d=FCsteres=20
Problem, das, wie die j=FCngsten Todesf=E4lle von chinesischen=
 Muschelsammlern=20
an der englischen K=FCste einmal mehr deutlich gemacht haben, dringend einer=
=20
L=F6sung bedarf. Es handelt sich um die illegalen Schwarzarbeiter, die von=
=20
=BBsnakeheads=AB, auf Deutsch Menschenh=E4ndlern, zur Ausbeutung als=20
Billigstarbeitskr=E4fte nach Europa geschleppt werden.

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Asien: Zweischneidig

Die =C4usserungen des amerikanischen Notenbank-Chefs Alan Greenspan zur=20
US-Wirtschaft und zum Dollar haben am Donnerstag in Fernost die Aktienkurse=
=20
steigen lassen. Daran =E4nderte auch eine nachgebende US-W=E4hrung nichts.=
 In=20
Tokio schloss der Nikkei-Index mit einem Plus von 0,91%. Greenspans=20
Bemerkungen seien zweischneidig, sagte ein Analytiker, sie enthielten Gutes=
=20
zur US-Wirtschaft, h=E4tten aber auch den Dollar geschw=E4cht, was schlecht=
 f=FCr=20
die japanischen Exporteure sei. Zun=E4chst sei aber vor allem zu beobachten,=
=20
dass der Handel mit den Aktien grosser Unternehmen der starken Reaktion an=
=20
den US-M=E4rkten gefolgt sei. F=FCr Unterst=FCtzung sorgte in Tokio der=
 gr=F6sste=20
japanische Halbleiterhersteller Toshiba, dessen Aktien um 2,36% stiegen.=20
Toshiba und Sony planen gem=E4ss eigenen Angaben die Entwicklung eines=20
kleinen und leistungsf=E4higen Mikrochips. Die Sony-Titel gewannen 0,9%. An=
=20
der B=F6rse in Hongkong notierte der Hang-Sengindex um 0,74% h=F6her. Die=20
Aktien von Esprit geh=F6rten mit einem markanten Plus von 8,9% wiederum zu=
=20
den Kursgewinnern. Der Wert profitierte von Broker-Hochstufungen. Am Vortag=
=20
hatte das Einzelhandelsunternehmen mit einem kr=E4ftigen Gewinnsprung im=20
ersten Halbjahr die Erwartungen =FCbertroffen. Der ASX-200-Index in Sydney=
=20
verliess den Markt mit einem Plus von 0,77%. Der Medienkonzern News Corp=20
(+1,3%) berichtete von einem Gewinnanstieg im zweiten Quartal.

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Japan erlaubt Experimente mit inl=E4ndischen Stammzellen

Tokio, 13. Febr. (ap)
Nach der Gewinnung von Stammzellen aus geklonten Embryos in S=FCdkorea hat=
=20
nun auch die japanische Regierung erstmals ein solches umstrittenes=20
Experiment erlaubt. Das bioethische Komitee des Wissenschaftsministeriums=20
gestattete am Freitag Forschern der Universit=E4t Kyoto, im Inland=20
produzierte embryonale Stammzellen zu verwenden. Aus ihnen wollen die=20
Wissenschafter Blutgef=E4sse bilden. Japan hatte erst k=FCrzlich die=20
Herstellung von embryonalen Stammzellen im eigenen Land erlaubt. Bis dahin=
=20
waren die Forscher auf Stammzellen aus dem Ausland angewiesen gewesen. Nach=
=20
der Universit=E4t Kyoto warten noch neun weitere Organisationen auf eine=20
Erlaubnis, mit den Stammzellen zu arbeiten. Japan gestattet auch die=20
Verwendung von Embryonen, die f=FCr eine k=FCnstliche Befruchtung geschaffen=
=20
worden waren.

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Japan, allt=E4glich

  Den Titel =FCberbl=E4ttert man am besten schnell: Das =ABmilde Licht der=
=20
Kirschbl=FCten=BB ist jenem Japan-Klischee gedankt, von dem der=
 Foto-Bildband=20
von Jean Vodoz sich sonst gerade freimacht. Mit den Fotos, die der junge=20
Ingenieur Rene Vodoz aus Baden/CH w=E4hrend seines Japan-Aufenthaltes=20
1924-1928 aufgenommen hat, dokumentiert der Band ein allt=E4glicheres,=20
=ABnormaleres=BB Japan als =FCblich. Handwerker, Bettler, Bauern, stillende=
=20
M=FCtter, Kinder, Kulis, Karrenschieber - sie sorgen mit der=20
Selbstverst=E4ndlichkeit des Unspektakul=E4ren daf=FCr, dass sich im=
 Schatten=20
junger Kirschenbl=FCte nicht nur Samurai und Geishas tummeln. Der Blick ist=
=20
nicht touristisch-voyeuristisch, sondern von der Aufmerksamkeit der=20
teilnehmenden Neugier bestimmt. Die Fotos von weiteren Asien-Reisen, zumal=
=20
die ins japanisch okkupierte Korea, sind vom kolonialistischen Blick frei.=
=20
Bei der obligaten Foto des Fuji-san korrespondiert der allzu ber=FChmten=20
Schneekuppe der b=E4uerliche Strohhut Die sch=F6nste Foto des Bandes zeigt=
 den=20
Fuji mit seinem Schatten: ein fabelhaftes Doppelg=E4ngermotiv.

Jean Vodoz: Im milden Licht der Kirschbl=FCten. Das Japan meines Vaters.=20
Fotos 1924-1928. Hrsg. von Paul Hugger. Dreisprachig deutsch, franz=F6sisch=
=20
und japanisch. Limmat-Verlag Z=FCrich 2004. 112 S., 11 Duplex-Fotografien,=
=20
Fr. 48.-, ca. 30.-Euro.


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Jagd in Japan auf Firmenschn=E4ppchen
Mit =E4usserem Druck zu einer h=F6heren Eigenmittelrendite

Eine effiziente Bewirtschaftung der Eigenmittel geh=F6rt nicht zu den=
 St=E4rken=20
japanischer Unternehmen. Firmen, deren Marktkapitalisierung teilweise gar=20
unter dem Buchwert liegt, erwecken zusehends das Interesse ausl=E4ndischer=
=20
Investoren.
// Tokio, 13. Februar
In den sp=E4ten Dezembertagen ist man bei Japans Unternehmen eigentlich=
 nicht=20
zuletzt mit feuchtfr=F6hlichen Jahresendfeiern - den sogenannten Bonenkai -=
=20
besch=E4ftigt. Dem Management von Yushiro Chemical Industry, einem auch=20
betrieblich mit Schmierstoffen besch=E4ftigten Unternehmen, war Ende=20
vergangenen Jahres jedoch wenig nach Feiern zumute. Auf die Stimmung=20
dr=FCckte eine amerikanische Private-Equity-Gesellschaft mit dem=20
imponierenden Namen Steel Partners Japan Strategie Fund. Sie hatte wenige=20
Tage vor Weihnachten ein unfreundliches =DCbernahmeangebot lanciert mit dem=
=20
Hinweis, dass der Buchwert von Yushiro angesichts einer allzu prall=20
gef=FCllten Kasse bereits h=F6her sei als die Marktkapitalisierung. Mit=
 Yushiro=20
war der Hunger der Amerikaner, die derzeit in Japan viele g=FCnstig=
 bewertete=20
Schn=E4ppchen orten, aber nicht gestillt. Gleichentags, n=E4mlich am 19.=20
Dezember, startete man einen zweiten =DCbernahmeangriff auf die ebenfalls=20
b=F6rsenkotierte Textilflrma Sotoh.

Mehrfrontenkampf von Steel Partners
Unfreundliche =DCbernahmeofferten m=F6gen in den USA und in Europa zum=
 g=E4ngigen=20
Repertoire bei der Akquisition von Unternehmen geh=F6ren. Im auf Konsens=20
bedachten Japan, wo noch so einseitige Firmenaufk=E4ufe stets als=20
Zusammenschl=FCsse unter Gleichwertigen bezeichnet werden, ist solche=20
Kampfeslust dagegen aussergew=F6hnlich. Dass man sich jedoch in Zukunft an=
=20
etwas rauere Sitten wird gew=F6hnen m=FCssen, ist absehbar. Nicht nur wurden=
 in=20
Japan im vergangenen Jahr immerhin 52 =F6ffentliche Tender-Offerten f=FCr=20
b=F6rsenkotierte Unternehmen gez=E4hlt - eine fast dreimal so hohe Zahl wie=
 im=20
Vorjahr. In verst=E4rktem Mass steigt auch das Interesse ausl=E4ndischer=20
Investoren an g=FCnstig bewerteten Unternehmen. An Erfolgsgeschichten aus=20
Japan fehlt es schliesslich kaum, etwa die des franz=F6sischen=20
Autoherstellers Renault, der Nissan Motor zu neuer Bl=FCte f=FChrte, oder=
 die=20
der amerikanischen Investorengruppe Ripplewood, die am kommenden Donnerstag=
=20
beim B=F6rsengang der im Jahr 2000 erworbenen Shinsei Bank einen saftigen=20
Gewinn einstreichen wird.
Die zwei =DCbernahmekandidaten von Steel Partners sind im Vergleich mit=20
Nissan und Shinsei zwar kleine Fische. Ausgezahlt haben sich die Attacken=20
aber gleichwohl. Bei Yushiro wirkte das =DCbernahmeangebot als Weckruf, dass=
=20
den Interessen der Aktion=E4re wohl doch etwas mehr Beachtung geschenkt=20
werden sollte. Mitte Januar gab man daher bekannt, angesichts der in der=20
Tat =FCberreichlich vorhandenen Geldmittel die Dividende um mehr als das=20
Zehnfache zu erh=F6hen; man beteuerte zudem, auch in Zukunft stets den=20
gesamten Jahresgewinn an die Aktion=E4re auszusch=FCtten. Wenig =FCberrasche=
nd=20
sprang der Aktienkurs in der Folge derart steil in die H=F6he, dass das=20
=DCbernahmeangebot von Steel Partners, die an Yushiro einen Anteil von 9%=20
halten, unattraktiv wurde. Die Offerte wurde deshalb Ende Januar=20
zur=FCckgezogen, zumal das zentrale Ziel, n=E4mlich brachliegende Geldmittel=
 an=20
die Aktion=E4re zur=FCckzuerstatten, erreicht war. Zum Vorteil aller=20
Anteileigner hatte sich zudem der Wert der Beteiligung um immerhin 90%=
 erh=F6ht.
Die Entdeckung des Aktion=E4rs
Noch nicht ausgestanden ist der Kampf um Sotoh, ebenfalls ein Unternehmen,=
=20
das auf riesigen Barreserven sitzt, die bereits mehr als das Doppelte eines=
=20
Jahresumsatzes darstellen. Auch die F=FChrung des Textilunternehmens wurde=
=20
wachger=FCttelt, und sie erwiderte die =DCbernahmeofferte mit einem eigenen=
=20
Angebot f=FCr ein Management-Buy out. Seither k=E4mpfen die beiden Parteien=
 mit=20
einer f=FCr japanische Verh=E4ltnisse beispiellosen H=E4rte und Offenheit um=
 die=20
Gunst der Aktion=E4re. Am vergangenen Donnerstag wurde -begleitet von=
 grossen=20
Inseraten in der Finanzpresse - bereits die f=FCnfte Runde des Kampfes=20
eingel=E4utet mit der zweiten Nachbesserung des Angebotes von Steel=
 Partners.=20
Ob den Amerikanern, die derzeit eine Beteiligung von 12% an Sotoh halten,=20
die =DCbernahme gl=FCcken wird, bleibt offen. Fest steht jedoch bereits=
 jetzt,=20
dass auch bei dieser Auseinandersetzung die Aktion=E4re profitiert haben. So=
=20
legte der Kurs des Unternehmens seit dem ersten Angebot um rund 80% zu.
Das Buhlen um die Gunst der Aktion=E4re hatte bei den meisten Unternehmen=20
Japans noch vor wenigen Jahren bestenfalls sekund=E4re Bedeutung, und die=20
=DCberzeugung, dass eine Firma in erster Linie dem Management =ABgeh=F6rt=BB=
, war=20
tief verankert. Nicht nur wegen Investoren wie Steel Partners =E4ndert sich=
=20
diese Sichtweise aber zusehends. Als Katalysator wirkt auch die zu=20
beobachtende - und bei Banken gesetzlich erzwungene - Aufl=F6sung von=20
Kreuzbeteiligungen, zumal solche Verflechtungen w=E4hrend Jahrzehnten einen=
=20
=ABwasserdichten=BB Schutz vor =E4usserer Einmischung darstellten und=
 feindliche=20
=DCbernahmeversuche faktisch verunm=F6glichten. Mit der Aufl=F6sung von=20
Kreuzbeteiligungen gehen auch ein Bedeutungsverlust des traditionellen=20
Hausbankensystems und eine Gewichtsverlagerung von der Banken- hin zur=20
KapitalmarktTmanzienmg einher. Auf dem Kapitalmarkt gilt es aber in=20
verst=E4rktem Mass, auch Rechenschaft =FCber die Bewirtschaftung der=20
Eigenmittel abzugeben. Ein entsprechendes Indiz ist, dass=20
Pensionskassenverwalter in neu erlassenen Richtlinien dazu angehalten=20
werden, ihre Stimmrechte zum finanziellen Wohl der Versicherten aktiver=20
auszu=FCben.
Grosser Nachholbedarf
An Generalversammlungen werden somit immer =F6fters kritische Fragen=20
gestellt, was noch vor kurzem als ausgesprochen unh=F6flich galt, und auch=
=20
einige inl=E4ndische Investment-Firmen st=FCrzen sich unter grossem=20
Medieninteresse auf Firmen, die ihre Gelder auf Kosten der Aktion=E4re=20
brachliegen lassen. Von einer breit abgest=FCtzten Shareholder-Bewegung kann=
=20
in Nippon zwar noch keine Rede sein.


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Nikkei schliesst leicht im Plus

TOKIO - Gest=FCtzt von einem st=E4rkeren Dollar haben die B=F6rsen in Tokio=
=20
leicht im Plus geschlossen. Der Nikkei Index mit 225 Standardwerten stieg=20
um 0,72 Prozent auf 10 753,80 Punkte. Der breiter gefasste Topix Index=20
legte 0,62 Prozent auf 1059,51 Punkte zu. Der Dollar wurde um 15 Uhr=20
(Ortszeit) mit 106,72-75 Yen gehandelt, deutlich h=F6her als mit 105,62-64=
=20
yen einen Tag zuvor. Der Euro fiel auf 1,2718-20 Dollar zur=FCck, nach=20
1,2865-67 am Mittwoch.


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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] asien_korea - china
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Nordkorea kann im Falle einer Abr=FCstung mit Hilfe rechnen
PEKING -

Nordkorea kann bei einer Zusage, sein Atomwaffenprogramm einzufrieren und=20
schliesslich ganz abzubauen, mit wirtschaftlicher Hilfe rechnen. Dieses=20
Angebot werde bei den Sechs-Nationen-Gespr=E4chen in Peking nicht von den=20
USA, sondern erwartungsgem=E4ss von S=FCdkorea unterbreitet, berichtete die=
=20
"New York Times".

Nach Angaben der "New York Times" sieht die vorgeschlagene Hilfe f=FCr=20
Nordkorea auch eine Wiederaufnahme der 2002 gestoppten =D6llieferungen vor.=
=20
Damals hatte Nordkorea einger=E4umt, entgegen einer Vereinbarung mit den USA=
=20
von 1994 doch ein Atomprogramm zu verfolgen.

Die USA selbst h=E4tten lediglich vor, eine Art Sicherheitsgarantie zu=
 geben,=20
in der alle Beteiligten der Gespr=E4che versicherten, Nordkorea nicht=20
angreifen zu wollen, berichtete das Blatt.

Am Ende des ersten Tages der Gespr=E4che zwischen den USA, den beiden=20
koreanischen Staaten, Chinas, Japans und Russlands, berichtete das=20
chinesische Aussenministerium, alle Beteiligten h=E4tten das Ziel einer=20
"Denuklearisierung" bekr=E4ftigt und wollten die Gespr=E4che ungeachtet der=
=20
Schwierigkeiten fortsetzen.




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Tokios B=F6rse schliesst uneinheitlich TOKIO

Die B=F6rse in Tokio hat bei geringen Ver=E4nderungen uneinheitlich=20
geschlossen. Der Nikkei-Index stieg um 0,14 Prozent oder 14,60 Punkte auf=20
10 658,73 Punkte. Der breit gefasste TOPIX gab dagegen um 0,24 Prozent oder=
=20
2,48 Punkte auf 1046,40 Punkte nach. Der Dollar notierte um 15.00 Uhr=20
Ortszeit leichter mit 108,17-19 Yen nach 108,69-72 Yen am Vortag. Der=20
Euro-Kurs stieg auf 1,2678-80 Dollar von 1,2492-95 Dollar am Vortag.




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TOKIO -
Die B=F6rse in Tokio hat ihre kr=E4ftigen Vortagesgewinne ausgebaut. Der=20
Nikkei-Index f=FCr 225 Standardwerte kletterte auf ein neues 21-Monats-Hoch.=
=20
Nach der positiven Vorgabe der Wall Street vom Vortag verbesserte sich das=
=20
Kursbarometer um 0,80 Prozent auf 11 361,51 Punkte. Der breit gefasste=20
TOPIX stieg um 0,83 Prozent auf 1116,75 Punkte.

Der Dollar notierte um 15.00 Uhr Ortszeit leichter mit 109,01-04 Yen nach=20
109,31-33 Yen am sp=E4ten Vortag. Der Euro lag leichter bei 1,2439-42 Dollar=
=20
nach 1,2508-10 Dollar.




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Die Sonne geht wieder auf

Nach 13 Jahren Stagnation feiert Japan ein erstaunliches Comeback

Von Georg Blume und Chikako Yamamoto

         Zwar konnte vom Untergang der zweitgr=F6=DFten Wirtschaftsmacht=
 auch=20
in all den Krisenjahren Anfang der neunziger Jahre nicht die Rede sein.=20
Doch die Thesen vom drohenden Kollaps des japanischen Finanzsystems samt=20
anschlie=DFender Weltwirtschaftskrise hielten sich ebenso lange wie=20
hartn=E4ckig. Nichts von alldem trat ein. Selbst der stets skeptische=20
Economist schreibt inzwischen vom =84Aufstieg einer neuen =F6konomischen=
 Macht=20
in Asien=93.
Die Zahlen aus Fernost sprechen l=E4ngst f=FCr sich selbst. Aufs Jahr=20
hochgerechnet, erwirtschaftete Japan im vierten Quartal 2003 sieben Prozent=
=20
Wachstum. Damit wuchs die japanische Wirtschaft zwischen Oktober und=20
Dezember so schnell wie seit 13 Jahren nicht mehr. Zugleich war es das=20
vierte Wachstumsquartal in Folge. Insgesamt legte die zweitgr=F6=DFte=20
Wirtschaftsmacht damit im Jahr 2003 um 2,7 Prozent zu. Und ein Ende des=20
Aufschwungs ist bislang nicht in Sicht.

         Was einige notorische Japan-Optimisten wie der Chef=F6konom der=20
US-Investment-Bank Merrill Lynch in Tokyo, Jesper Koll, schon seit mehr als=
=20
zw=F6lf Monaten behaupten, ist damit seit Jahresbeginn zum Allgemeinwissen=
=20
mutiert: Japan befindet sich in seiner ersten nachhaltigen Wachstumsphase=20
seit dem gro=DFen B=F6rsen- und Immobiliencrash. Denn das Wachstum wird=
 nicht=20
mehr wie in vergangenen Jahren aus der Staatskasse finanziert. Es=20
entspringt vielmehr der wiedergewonnenen Dynamik der Privatwirtschaft, die=
=20
die Lasten der Krise inzwischen abgeworfen hat.
=84Der Schuldenabbau der letzten Jahre ist ph=E4nomenal=93, beobachtet Koll.=
 Nach=20
seinen Berechnungen erreichte der Schuldenberg der Privatwirtschaft 1996=20
mit 125 Prozent des Bruttosozialprodukts (BSP) seinen H=F6chststand. Seither=
=20
h=E4tten die japanischen Unternehmen 190 Billionen Yen (1,8 Milliarden=20
Dollar) an Au=DFenst=E4nden zur=FCckgezahlt =96 auf heute 90 Prozent des=20
Bruttosozialprodukts. Um die Schulden auf den Stand vor dem B=F6rsencrash=
 (80=20
Prozent des BSPs) zur=FCckzufahren, ben=F6tigten die Unternehmen laut Koll=
=20
jetzt nur noch zwei weitere Jahre.

         Der Schuldenabbau deutet auf die Disziplin innerhalb der=20
Unternehmen und damit auf den entscheidenden Faktor der=20
volkswirtschaftlichen Genesung hin. Allein in den neun Monaten bis Ende=20
Dezember legten die Vorsteuer-Gewinne der 155 b=F6rsennotierten japanischen=
=20
Industrieunternehmen um ein Drittel zu =96 nachdem die gleichen Unternehmen=
=20
schon im Fr=FChjahr 2003 nach Abschluss des japanischen Gesch=E4ftsjahres=20
Rekordprofite ausgewiesen hatten.
=84Die japanischen Firmen arbeiten heute bewusster an ihren Strategien=93,=
 sagt=20
Dirk Vaubel, Leiter der Roland-Berger-Unternehmensberatung in Tokyo.=20
=84Fr=FCher verfolgten Unternehmen wie Hitachi oder Toshiba alle die=
 gleichen=20
Produktlinien wie ihre Konkurrenten. Heute ist das Management viel=20
kritischer.=93
Vaubel hat in den vergangenen Jahren Hunderte japanischer Unternehmen bei=20
ihren Restrukturierungsanstrengungen begleitet. Dabei kennt Japan gerade=20
innerhalb der Firmen eigene Gesetze, die sich von westlichen Firmen=20
unterscheiden. =84Entlassungen im gr=F6=DFeren Stil macht man bei namhaften=
=20
Unternehmen nicht. Punktum=93, wei=DF Vaubel. Die japanische=
 Arbeitslosenquote=20
war auch in der Krise niedriger als etwa in Deutschland, und im vergangenen=
=20
Dezember rutschte sie sogar erstmals seit zweieinhalb Jahren wieder unter=20
die F=FCnf-Prozent-Marke.

         Dass die Konzerne heute auch ohne den Aderlass bei den=20
Mitarbeitern flott gemacht werden k=F6nnen, erkl=E4rt Vaubel am Beispiel=20
Nissan. Dort hat der von Renault gekommene Konzernlenker Carlos Ghosn beim=
=20
Einkauf so viel gespart, dass aus dem bankrottreifen Autohersteller eines=20
der profitabelsten Unternehmen der Branche wurde.

         Doch nicht nur die japanische Autoindustrie ist wieder zum=20
Weltma=DFstab geworden. Auch die Elektronikriesen erleben ein Comeback. =84D=
er=20
Boom in der digitalen Verbraucherelektronik hat uns alle =FCberrascht=93,=20
gesteht Kathy Matsui, Chefanalystin der US-Investment-Bank Goldman Sachs in=
=20
Tokyo. Pl=F6tzlich verf=FCgen Gro=DFkonzerne wie Matsushita oder NEC, vor=
 nicht=20
langer Zeit als Branchen-Dinosaurier abgeschrieben, wieder =FCber=
 regelrechte=20
Kassenschlager: Wer will heute nicht seinen R=F6hrenfernseher gegen ein=20
Flachbildschirmger=E4t eintauschen? Und wer will beim Filmen mit der=20
Videokamera noch durch den Sucher statt auf den Kleinbildschirm schauen?

         So sei es laut Matsui =84=FCbertrieben=93, wenn einige den=
 japanischen=20
Aufschwung ganz anders erkl=E4ren: Japans Freudenritt in Chinas Scho=DF,=20
titelte das US-Magazin Business Week j=FCngst und f=FChrt Nippons Wachstum=
 auf=20
den Boom der japanischen Exporte nach China zur=FCck =96 sie stiegen im=20
vergangenen Jahr um 44 Prozent auf 60 Milliarden Dollar. Die=20
China-Erkl=E4rung schmeckt vor allem den ewigen Japan-Pessimisten: denn sie=
=20
legt nahe, dass sich an den Strukturen im Inselreich nichts ge=E4ndert hat=
=20
und die Japaner nur wieder einmal ihren Vorteil aus dem Export ziehen.
Richtig daran ist, dass die Politik wenig zur wirtschaftlichen Wende=20
beigetragen hat. Im Gegenteil: Die Anhebung der Pflichtbeitr=E4ge f=FCr die=
=20
Pensions- und Sozialkassen hat zuletzt daf=FCr gesorgt, dass sich die=20
Finanzpolitik der Regierung negativ auf das Wirtschaftswachstum auswirkte.=
=20
Dar=FCber hinaus haben sich die gro=DF angek=FCndigten Strukturreformen=
 Koizumis,=20
wie etwa die Post- oder Autobahnprivatisierung, im politischen Betrieb=20
zerrieben. Nicht umsonst k=FCmmert sich der Premierminister Junichiro=
 Koizumi=20
derzeit vor allem um die Au=DFenpolitik und seine Soldaten im Irak.
Eine wichtige Hausaufgabe allerdings erledigte Koizumi zuvor mit Bravour:=20
Seine Ernennung von Toshihiko Fukui zum neuen Zentralbankchef vor einem=20
Jahr gilt inzwischen als Gl=FCcksgriff.

         Seither hat sich Fukui erfolgreich der Bek=E4mpfung des=20
Wachstumskillers Deflation verschrieben. =84Die Deflationsperiode geht dem=
=20
Ende entgegen. Auch das nominale Wachstum lag im letzten Jahr bei 2,6=20
Prozent=93, stellt die Goldman-Sachs-Frau Matsui fest. Warum aber zieht dann=
=20
die B=F6rse nicht an und stagniert seit Jahresbeginn?

         =84In Japan besteht immer noch ein Konsens unter den Investoren,=20
dass das Wachstum nicht andauert=93, sagt Matsui. Statt auf die einzelnen=20
Unternehmen zu schauen, w=FCrden die Investoren mehr auf den Gesamtzyklus=20
achten. Da aber sage die Erfahrung, dass eine Wachstumsperiode in Japan nie=
=20
l=E4nger als 30 Monate anhalte. Demnach m=FCsste es in diesem Sommer also=
 mit=20
dem Aufschwung schon wieder vorbei sein.

         Doch nicht nur Matsui glaubt, dass es diesmal ganz anders kommt.=20
=84Endlich fliegt Japan wieder=93, jubelt der lange Zeit so kritische=20
Economist. =84Zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt erlebt Japan einen=20
Aufschwung, der wirklich andauern k=F6nnte.=93


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SAN VITTORE - Die B=FCndner Kantonspolizei hat zusammen mit der Tessiner=20
Polizei einen Diebstahl an einer Radaranlage in San Vittore im Graub=FCnden=
=20
gekl=E4rt. Der 30-j=E4hrige, im Tessin wohnhafte T=E4ter wollte eine=20
Tempo-=DCbertretung vertuschen. Der T=E4ter wurde in den letzten Tagen im=20
Tessin festgenommen. Er gab nach anf=E4nglichem Leugnen zu, die Radaranlage=
=20
besch=E4digt und das Filmmaterial gestohlen zu haben. Der Sachschaden an der=
=20
Anlage betr=E4gt rund 40 000 Franken, wie die B=FCndner Kantonspolizei=
 mitteilte.

Der Mann war am Abend der Tat auf der A13 in Richtung Chur gefahren und bei=
=20
der Messstelle in San Vittore mit einer Geschwindigkeit von 153 Kilometern=
=20
pro Stunde geblitzt worden. Erlaubt waren h=F6chstens 80 km/h.

Da der Autofahrer bereits fr=FCher verschiedene Male gegen das=20
Strassenverkehrsgesetz verstossen hatte und neue Sanktionen bef=FCrchtete,=
=20
kehrte er zur Radaranlage zur=FCck. Er brach die T=FCre der Messstation mit=
=20
Gewalt auf, besch=E4digte die Radarkamera und nahm den Film mit.

Das Diebesgut konnte zwar vollst=E4ndig sichergestellt werden, allerdings in=
=20
unbrauchbarem Zustand. Der Autolenker hatte den Film, auf dem sein Wagen=20
und andere Fahrzeuge abgebildet waren, unterdessen zerst=F6rt. Laut=20
Polizeiangaben wurde gegen ihn ein Straf- und Administrativverfahren=
 er=F6ffnet.




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TOKIO -
Die B=F6rse in Tokio hat knapp behauptet geschlossen. Der Nikkei-Index fiel=
=20
um 0,08 Prozent auf 11 351,92 Punkte. Der breit gefasste TOPIX gab um 0,07=
=20
Prozent auf 1116,01 Punkte nach. Der Dollar notierte um 15.00 Uhr Ortszeit=
=20
fester mit 110,18-21 Yen nach 109,01-04 Yen am sp=E4ten Vortag. Der Euro lag=
=20
deutlich leichter bei 1,2178-81 Dollar nach 1,2439-42 Dollar am sp=E4ten=
 Vortag.




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Chinas Verfassung soll Privateigentum sch=FCtzen

Beratung im Volkskongress

Peking, 8. M=E4rz. (ap) Der chinesische Volkskongress hat am Montag eine=20
Debatte =FCber eine historische Verfassungs=E4nderung begonnen: Erstmals=
 seit=20
der kommunistischen Macht=FCbernahme 1949 soll der Schutz von Privateigentum=
=20
in das chinesische Grundgesetz aufgenommen werden. Die Kommunistische=20
Partei unterst=FCtzt die Verfassungs=E4nderung, daher gilt die f=FCr Sonntag=
=20
geplante Verabschiedung des Gesetzes durch den Volkskongress als Formsache.=
=20
Der kurze Zusatz lautet: =ABRechtm=E4ssig erworbenes Privateigentum soll=
 nicht=20
verletzt werden.=BB Mit ihm w=FCrde die kommunistische Verfassung in=
 Einklang=20
mit den =F6konomischen Reformen der vergangenen 25 Jahre gebracht. Die=20
Verfassungserg=E4nzung erfolgt vor allem auf Druck von Unternehmern, von=20
denen die Staatsf=FChrung die Schaffung von Wohlstand und neuen=20
Arbeitspl=E4tzen verlangt.
Die Parlamentarier, die in China nur eine zeremonielle Funktion aus=FCben,=
=20
griffen auch eine Verfassungs=E4nderung auf, in der sich die Regierung zur=
=20
Respektierung der Menschenrechte bekennt. =ABDer Staat respektiert und=20
sch=FCtzt Menschenrechte=BB, heisst es in dem Text, ohne dass eine=
 Definition=20
der Rechte gegeben w=FCrde. In der Vergangenheit erkl=E4rte die=
 kommunistische=20
Staatsf=FChrung, darunter fielen das Recht auf Nahrung und Wohnung. Kritik=
 an=20
der Unterdr=FCckung politischer und religi=F6ser Aktivit=E4ten weist die=
 Partei=20
zur=FCck.

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Japans Regierung trennt sich von JR West

Aktienverkauf in robustem Marktunifeld

tf. Tokio, 8. M=E4rz

         Siebzehn Jahre nach ihrer Gr=FCndung wird die japanische=20
Eisenbahngesellschaft West Japan Railway vollst=E4ndig privatisiert. Die=20
Regierung verkaufte am Montag ihren gesamten Restanteil von 31,7% am=20
Unternehmen, das vor allem unter dem Namen JR West bekannt ist. Mit einem=20
Wert von rund 260 Mrd. Yen kommt dies dem gewichtigsten staatlichen=20
Aktienverkauf in Japan seit zwei Jahren gleich. Dass sich die Regierung vom=
=20
Paket trennen wollte, war seit geraumer Zeit bekannt Um den Markt indessen=
=20
nicht =FCber Geb=FChr zu belasten, wurde der Verkauf verz=F6gert. Vor dem=20
Hintergrund des j=FCngsten H=F6henflugs des Nikkei-Indexes wurde die=20
Marktverfassung nun aber offensichtlich als robust genug eingesch=E4tzt, um=
=20
das angek=FCndigte Gesch=E4ft auch =FCber die B=FChne zu bringen.

         Von den insgesamt 634 344 Aktien werden bis Ende laufender Woche=20
knapp 70% dem heimischen Publikum zum Preis von 411 000 Yen pro Aktie=20
angeboten, was im Vergleich mit dem Schlusskurs vom Montag einem Discount=20
von 2,1% entspricht. Der restliche Anteil wird in East als gr=F6sstes der=20
insgesamt sieben Unternehmen, die im Jahr 1987 aus dem staatlichen Korsett=
=20
herausgel=F6st worden waren, wurde 2002 g=E4nzlich privatisiert. Von den=
 drei=20
b=F6rsenkotierten JR-Firmen ist der Staat somit neu nur noch an Central=
 Japan=20
Railway beteiligt, und zwar mit einem Paket von 39,6%.

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Droht der chinesischen Wirtschaft eine =DCberhitzung?
Die Parteif=FChrung setzt neue Priorit=E4ten
Von unserem Korrespondenten in China, Urs Schoettli
=DCber Jahre hinweg galt f=FCr Chinas Regierung die Devise, das=20
Wirtschaftswachstum um jeden Preis anzukurbeln. Premier Wen Jiabaos j=FCngst=
e=20
Rede vor dem Volkskongress deutet einen Kurswechsel an. Die Regierung=20
scheint den Mahnungen, dass Chinas st=FCrmisches Wirtschaftswachstum zu=
 einer=20
gef=E4hrlichen konjunkturellen =DCberhitzung mit sozialem Sprengpotenzial=20
f=FChren k=F6nnte, Rechnung zu tragen.


Peking, 8. M=E4rz
Trotz Sars hat die chinesische Wirtschaft im vergangenen Jahr mit einem=20
Plus von 9,1% das st=E4rkste Wachstum seit 1997 verzeichnen k=F6nnen. Mit=20
ungebrochener Dynamik startete China, dessen Bruttoinlandprodukt (BIP) im=20
vierten Quartal 2003 um 9,9% gewachsen ist, auch ins neue Jahr. Im Januar=20
stieg die Industrieproduktion um nicht weniger als 19%, w=E4hrend die=20
Exporte, die im Dezember wegen einer im Januar in Kraft getretenen=20
Reduktion von Steuerverg=FCnstigungen f=FCr Ausfuhren um aussergew=F6hnliche=
=20
50,7% gestiegen waren, um 19,8% zulegten.
Ein ebenfalls sehr starkes Wachstum der Importe bescherte China im Januar=20
das erste Handelsbilanzdefizit seit zehn Monaten. Die satten Zuwachsraten=20
sind allerdings nicht nur Grund zur Freude, sondern werden von mehreren=20
chinesischen und ausl=E4ndischen Wirtschaftsexperten auch mit Sorge=20
beobchtet. Die Rede ist von einer =DCberhitzung, aus der es wie im Falle=20
Japans oder der s=FCdostasiatischen =ABTiger=BB pl=F6tzlich ein b=F6ses=
 Aufwachen=20
geben k=F6nnte.
Kontr=E4re Signale
Diejenigen Stimmen, die vor einer =DCberhitzung warnen, argumentieren mit=20
Anzeichen einer Belebung der Inflation sowie mit wachsenden =DCberkapazit=E4=
ten=20
in mehreren Wirtschaftssektoren. Insgesamt weisen die offiziellen=20
Statistiken f=FCr 2003 einen Anstieg des Konsumentenpreisindexes von 1,2%=20
aus. Dies m=FCsste zu keiner Sorge Anlass geben, ja es m=FCsste im Hinblick=
=20
darauf, dass die chinesische Wirtschaft vor kurzem noch von einer=20
defiation=E4ren Entwicklung geplagt worden war, als willkommen bewertet=
 werden.
Ein n=E4herer Blick auf die Preisentwicklung enth=FCllt allerdings ein=20
zwiesp=E4ltigeres Bild. Zum einen beschleunigte sich die Teuerung gegen das=
=20
Jahresende hin. Im November 2003 lag sie bei 3% und im Dezember bei 3,2%.=20
Damit stand die Inflationsrate deutlich =FCber dem Zinssatz f=FCr einj=E4hri=
ge=20
Bankeinlagen, was den Abzug von Sparguthaben zu Konsumzwecken f=F6rdern und=
=20
damit den Preisanstieg zus=E4tzlich alimentieren k=F6nnte. Zum anderen ist=
 in=20
Rechnung zu stellen, dass der Anstieg des Konsumentenpreisindexes fast=20
aus-schliesslich auf anziehende Nahrungsmittel- und Energiepreise=20
zur=FCckzuf=FChren ist. So stiegen die Preise f=FCr Nahrungsmittel um 8,1%=
 und=20
jene f=FCr Getreide gar um 10,8%. Gouvernemental orientierte=20
Forschungsinstitute f=FChren diese Entwicklung auf einen markanten R=FCckgan=
g=20
der Getreideroduktion zur=FCck, wof=FCr es von Naturkatastrophen =FCber die=
=20
Verminderung von Agrarland bis zu Produktionsverlagerungen eine ganze Reihe=
=20
von Gr=FCnden gibt. - Zu den beunruhigenden Signalen, die von der=
 derzeitigen=20
Wirtschaftsentwicklung ausgehen, geh=F6rt, dass das Wachstum zwischen den=20
Regionen des Riesenlandes und zwischen den Industriesektoren sehr ungleich=
=20
verteilt ist. Auf der einen Seite gibt es bei der Stromerzeugung akute=20
Engp=E4sse, die in zahlreichen Provinzen sowohl die Privathaushalte als auch=
=20
die Betriebe in Mitleidenschaft ziehen. Auf der =E4ndern Seite ist bereits=
=20
heute erkennbar, dass angesichts der gewaltigen Expansion von=20
Produktionskapazit=E4ten in der Auto-, Stahl- und Alumini=FCmindustrie in=
 einer=20
absehbaren Zukunft erhebliche =DCberangebote entstehen k=F6nnen. Die=20
Industrieproduktion, zu welcher die Schwerindustrie mehr als die H=E4lfte=20
beitr=E4gt, machte im vergangenen Jahr rund zwei Drittel des=20
Wirtschaftswachstums aus, was angesichts der Tatsache, dass nach wie vor=20
zwei Drittel der Chinesen ihr Auskommen in der Landwirtschaft finden, auf=20
rasch wachsende Ungleichgewichte hindeutet. Zur Sorge Anlass geben muss im=
=20
Besonderen in den grossen Agglomerationen der Immobilienmarkt, der 2003 um=
=20
ein Mehrfaches st=E4rker wuchs als die Gesamtwirtschaft und der im=20
Hochpreisbereich bereits erhebliche =DCberkapazit=E4ten aufweist. Es mag=
 diese=20
Entwicklung innerhalb der Gesamtwirtschaft von marginaler Bedeutung sein,=20
doch ist sie ein problematisches Zeichen f=FCr den Bankensektor, der ohnehin=
=20
von einer pr=E4zedenzlosen Last von faulen Krediten geplagt wird. Nicht ohne=
=20
Grund hat die Zentralbank in den letzten Monaten mit geldpolitischen=20
Massnahmen Gegensteuer gegeben.
Neue Akzente
Als vor einem Jahr mit Staats- und Parteichef Hu Jintao und=20
Ministerpr=E4sident Wen Jiabao eine neue Generation das Steuer =FCbernahm,=
=20
waren bereits erste Anzeichen einer wenn auch nicht drastischen=20
wirtschaftspolitischen Akzentverschiebung auszumachen. Unter Wens=20
Vorg=E4nger, Zhu Rongji, hatte Deng Xiaopings Politik, die ein Wachstum um=
=20
jeden Preis und auch unter Inkaufnahme von akzentuierten Ungleichheiten als=
=20
w=FCnschbar f=FCr Chinas Modernisierung betrachtete, ihre volle Geltung=20
behalten. Die neue F=FChrung setzt, wie in Wen Jiabaos Regierungserkl=E4rung=
=20
vor den Delegierten des Volkskongresses (vgl. NZZ vom 6./ 7. 3. 04)=20
deutlich klar gemacht wurde, den Akzent verst=E4rkt auf die Verminderung des=
=20
Reichtumsgef=E4lles und auf soziale Herausforderungen wie die wachsende=20
Arbeitslosigkeit. Vor kurzem liess Vizepr=E4sident Zeng Qinghong, der dem=20
einflussreichen Sekretariat des Zentralkomitees der KPC angeh=F6rt und der=
=20
als enger Vertrauter des ehemaligen Staats- und Parteichefs Jiang Zemin=20
gilt, bei der Er=F6ffnung einer Studientagung f=FCr Minister und hohe Beamte=
=20
gem=E4ss der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua verlauten, dass bei aller=
=20
Bedeutung des Wirtschaftswachstums die Entwicklung des Landes nicht nur=20
anhand der Wachstumsraten des BIP beurteilt werden d=FCrfe. Wiederholt hat=
=20
Premier Wen seiner Besorgnis =FCber exzessive Investitionen und eine=
 drohende=20
=DCberhitzung Ausdruck gegeben und Kontrollen bei Bankkrediten an Sektoren,=
=20
die zu schnell wachsen, angek=FCndigt.
Kampf dem Wohlstandsgef=E4lle
Dass nun nicht mehr das BIP-Wachstum das von Peking diktierte Mass aller=20
Dinge ist, wird weitreichende Konsequenzen haben. Bisher hatten die Kader=20
auf der Provinzebene es als ihre Aufgabe betrachtet, die Oberen in der=20
Kapitale mit stets neuen Wachstumsrekorden zu beeindrucken. Es scheint,=20
dass ihr Leistungsausweis k=FCnftig an einer breiteren Palette von Kriterien=
=20
gemessen werden soll. In Regierungs- und Parteigremien war seit l=E4ngerem=
=20
eine Debatte =FCber neue Priorit=E4ten im Gange, und es scheint, dass jetzt=
 die=20
vorsichtigeren und vielleicht auch konservativeren Kr=E4fte die Oberhand=20
gewonnen haben. Den Protagonisten der bisherigen, wachstumsorientierten=20
Politik verbleibt allerdings das Argument, dass, solange die Inflationsrate=
=20
deutlich unter 5% steht, solange das Heer der Arbeitslosen w=E4chst und=20
solange die =FCberw=E4ltigende Mehrheit der Bev=F6lkerung nicht zu viel,=
 sondern=20
zu wenig konsumieren kann, es nicht angehen kann, von einer konjunkturellen=
=20
=DCberhitzung zu sprechen. Die Gegenseite h=E4lt dem entgegen, dass es nun=
=20
vorrangig das wachsende Reichtumsgef=E4lle zu bek=E4mpfen gelte und dass=20
Spekulationsblasen im Immobiliensektor, steigende Verschuldung der=20
=F6ffentlichen und zahlreicher privater Haushalte sowie zunehmende=20
=DCberkapazit=E4ten in der Industrieproduktion f=FCr sehr viel sozialen=20
Sprengstoff sorgen k=F6nnen.




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TOKIO

Die B=F6rse in Tokio hat schw=E4cher geschlossen. Der Nikkei-Index fiel um=
=20
98,80 Punkte oder 0,86 Prozent auf 11 433,24 Punkte. Der breit gefasste=20
TOPIX gab um 5,94 Punkte oder 0,52 Prozent auf 1128,40 Punkte nach. Die=20
Regierung hatte zuvor revidierte Daten zur japanischen Wirtschaftsleistung=
=20
bekannt gegeben, wonach das Bruttoinlandsprodukt im Quartal Oktober bis=20
Dezember um real 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal statt um zun=E4chst=
=20
berechnete 1,7 Prozent gewachsen war.

Der Dollar notierte um 15.00 Uhr Tokioter Ortszeit fester mit 111,30-33 Yen=
=20
nach 111,28-30 Yen am sp=E4ten Vortag. Der Euro lag leichter bei 1,2314-17=
=20
Dollar nach 1,2443-45 Dollar am sp=E4ten Vortag.




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Tokio l=E4sst Kanebo nicht im Stich

Fragw=FCrdiger staatlicher Rettungsdienst
tf. Tokio, 10. M=E4rz
Der um sein finanzielles =DCberleben k=E4mpfende Kosmetik- und=
 Textilhersteller=20
Kanebo hat am Mittwoch von der japanischen Regierung erwartungsgem=E4ss=
 einen=20
Rettungsring zugeworfen erhalten. Das Unternehmen gab bekannt, dass die=20
staatliche Auffanggesellschaft Industriell Revitalization Corp. (IRC) f=FCr=
=20
das Kosmetikgesch=E4ft von Kanebo eine Summe von 380 Mrd. Yen bezahlen=
 werde.=20
Die Auffanggesellschaft, die im Mai vergangenen Jahres quasi als=20
Intensivstation f=FCr =FCberschuldete japanische Firmen ins Leben gerufen=20
worden war, wird in der Folge eine Mehrheitsbeteiligung halten an einem neu=
=20
zu gr=FCndenden Unternehmen, das ab Mai das Kosmetikgesch=E4ft von Kanebo=20
weiterf=FChren wird. Das neue Unternehmen wird mit 100 Mrd. Yen=20
kapitalisiert, wobei die IRC den L=F6wenanteil von 86 Mrd. Yen beisteuern=
 und=20
zudem Ausleihungen von 280 Mrd. Yen bereitstellen wird.

In den Genuss staatlicher Hilfe wird jedoch nicht nur das Kerngesch=E4ft der=
=20
Kosmetik kommen. Auch die =FCbrigen Gesch=E4ftsbereiche des Unternehmens,=
 das=20
derzeit unter einem Schuldenberg von rund 520 Mrd. Yen =E4chzt und das einen=
=20
negativen Netto-Wert aufweist, sollen von der Regierung mit Steuergeldern=20
vor dem Untergang gerettet werden. Wie grossz=FCgig die Unterst=FCtzung=
 dabei=20
insgesamt ausfallen wird, steht derzeit noch nicht fest, zumal eine in=20
Angriff genommene =ABDue Diligence=BB-Pr=FCfung noch einige Monate in=
 Anspruch=20
nehmen d=FCrfte. Unklar bleibt ebenfalls, in welchem Ausmass auch die=20
Hauptbank von Kanebo, Sumitomo Mitsui Banking, sowie weitere Gl=E4ubiger=20
einen dicken Abschreiber auf ihren Investitionen werden t=E4tigen m=FCssen.

Fest steht jedoch, dass hinter den =F6konomischen Sinn der staatlichen=20
Intervention mehr als nur ein Fragezeichen geh=F6rt. Bis vor kurzem sah=20
n=E4mlich noch alles nach einer durchaus marktkonformen L=F6sung f=FCr=
 Kanebos=20
Finanzprobleme aus. Sa hatte das Unternehmen angek=FCndigt, seinen=20
Kosmetikbereich an den heimischen Konkurrenten Kao Corp. zu verkaufen und=20
mit dem Erl=F6s das restliche Gesch=E4ft zu sanieren. Pl=F6tzlich bekam man=
 aber=20
kalte F=FCsse, brach die =DCbung Mitte Februar ab und fl=FCchtete unter das=
=20
sch=FCtzende Dach der IRC. Diese nahm den Kunden dankbar auf, zumal den=20
B=FCrokraten mit dem landesweit zweitgr=F6ssten Kosmetikhersteller endlich=
=20
einmal ein etwas gewichtigerer Sanierungsfall zufiel. Als Grund f=FCr den=20
=DCbungsabbruch nannte Kanebo den Widerstand der Gewerkschaften. Ebenso=20
wichtig d=FCrfte aber die gut begr=FCndete Hoffnung gewesen sein, dass eine=
=20
Sanierung unter staatlicher Regie etwas sanfter ablaufen wird als eine nach=
=20
den Gesetzen des Marktes.


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=ABs. (Peking)
Die chinesische W=E4hrung, der Yuan Renminbi, kommt nicht aus den=20
Kontroversen um seinen =ABrichtigen=BB Aussenwert heraus. Vor einigen Tagen=
=20
t=F6nte der chinesische Ministerpr=E4sident Wen Jiabao in einer von der=20
Nachrichtenagentur Xinhua verbreiteten Rede an, dass China einen=20
Wechselkursmechanismus einfuhren wolle, der =ABauf dem vom Markt bestimmten=
=20
Prinzip von Angebot und Nachfrage beruhen soll=BB. China w=FCnsche=20
grunds=E4tzlich, dass der Yuan stabil sei und sich sein Wert auf einem=20
=ABausgeglichenen Niveau=BB bewege. Diese Worte haben sogleich Anlass zu=
 neuen=20
Spekulationen zur Frage gegeben, ob China seiner an die US-W=E4hrung=20
gebundenen W=E4hrung gr=F6ssere Rexibilit=E4t geben werde. Seit l=E4ngerem=
 wird=20
China vor allem von den USA und Japan gedr=E4ngt, den Aussenwert seiner=20
W=E4hrung ansteigen zu lassen. Es wird kritisiert, dass ein zu tief=20
bewerteter Yuan, der nicht mehr mit der Wirtschaftskraft des Landes in=20
=DCbereinstimmung stehe, der chinesischen Exportwirtschaft unfaire Vorteile=
=20
verschaffe. Wenige Tage nach Premier Wen und auch als Reaktion auf Aussagen=
=20
des amerikanischen Notenbankvorsitzenden Alan Greenspan hat nun die=20
chinesische Zentralbank durch einen Beamten verlauten lassen, dass man=20
=ABnicht jedes Mal, wenn man unter Druck kommt, den Kurs =E4ndern=BB k=F6nne=
.=20
W=E4hrungsexperten erinnern jedoch daran, dass die derzeitige Politik der=20
chinesischen Zentralbank nicht nur bei den von chinesischen Billigexporten=
=20
=FCberschwemmten Auslandm=E4rkten f=FCr Probleme sorge, sondern auch der=20
chinesischen Wirtschaft Schwierigkeiten bereite. Die Zentralbank muss, um=20
ein Ansteigen des Yuan-Kurses zu vermeiden, Dollar kaufen. Dadurch steigt=20
die Geldmenge in China, was wiederum inflation=E4ren Druck erzeugt. Im=20
letzten Jahr sind die chinesischen Devisenreserven um 40,8% auf =FCber 403=
=20
Mrd. $ gestiegen. Gleichzeitig lag das Geldmengenwachstum mit 19,6%=20
deutlich =FCber der Zielgr=F6sse der Zentralbank. Hinzu kommt, dass in den=
=20
letzten Monaten des vergangenen Jahres die Inflationsrate wieder st=E4rker=
=20
angezogen hat. Es ist also durchaus m=F6glich, dass in naher Zukunft China=
=20
nicht mehr um den Entscheid zugunsten einer H=F6herbewertung des Yuan=20
herumkommen wird, auf welche Weise auch immer diese Anpassung schliesslich=
=20
vollzogen werden mag.


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Asien: Verluste
Kursverluste an der Wall Street undi das nach unten revidierte=20
Wirtschafts-Wachstum in Japan haben an Asiens Aktienm=E4rkten am Mittwoch=20
Gewinnmitnahmen ausgel=F6st

In Tokio schloss der Nikkei-225-Index um 0,9% tiefer. Japans Wirtschaft=20
wuchs im vierten Quartal 2003 etwas weniger stark als=20
von   Experten   aufgrund   vorl=E4ufiger Zahlen angenommen. Von Oktober bis=
=20
Dezember stieg das Bruttoinlandprodukt saisonbereinigt um  1,6%.  Eine=20
erste Sch=E4tzung hatte auf 1,7% gelautet. Die japanischen Technologiewerte=
=20
litten unter den schwachen Vorgaben der    US-Technologieb=F6rse    Nasdaq.=
=20
Auch entt=E4uschende Zwischenberichte der   beiden   B=FCromaschinenherstell=
er=20
Canon und Ricoh d=E4mpften die Stimmung. Die Canon-Titel fielen um 2,3%, die=
=20
Papiere von Ricoh gaben um 4,2% nach. Zu den Kursverlierern geh=F6rten auch=
=20
die Sony-Aktien mit minus 2,4%.

In Hongkong schw=E4chte sich der Hang-Seng-Index um 1,4% ab. Der von der=20
Hongkonger Regierung vorgelegte Haushalt enthalte wenig Anreize f=FCr=20
zus=E4tzliche Wirtschaftsaktivit=E4ten, hiess es am Markt. Die Valoren des=
=20
Schwergewichts HSBC lasteten mit einem Abschlag von 0,8% auf dem Markt. Die=
=20
Anteile von China Mobile b=FCssten 3,5% ein.

In Sydney verlor der ASX-200-Index 0,3%. Die Titel des Medienriesen News=20
Corp gaben um 1,5% nach. Bei den Rohstoffen fielen die Scheine von BHP=20
Billiton um 2%, jene von Rio Tinto sanken um 2,8%.

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Chinas Zentralbank will stabilen Yuan

Bankenaufsicht zeigt erste Erfolge

Die chinesische Notenbank will einen stabilen Yuan, und sie m=F6chte=20
vorderhand die Zinsen unver=E4ndert lassen. Die vor rund einem Jahr ins=
 Leben=20
gerufene Bankenaufsichtskommission vermeldet erste Erfolge und arbeitet auf=
=20
den B=F6rsengang von zwei der vier grossen chinesischen Gesch=E4ftsbanken=
 hin.
us. Peking, 11. M=E4rz
Am Rand der j=E4hrlichen Plenarsitzung von Chi-las nationalem Volkskongress=
=20
stellten sich der jouverneur der chinesischen Zentralbank, Zhou Xiaochuan,=
=20
und der Vorsitzende der chinesischen Bankenaufsichtskommission (CBRC), Liu=
=20
Ming-=AB kang, den Medien. Der Auftritt zeigte einen Sphinx-=E4hnlichen=20
Gouverneur, der geschickt die verklausulierte Sprache von Notenbankchefs zu=
=20
gebrauchen weiss, und einen Vorsitzenden der \ufsichtskommission, der durch=
=20
selbstbewusste Sachkunde und eine geradezu amerikanisch-n=FCchterne=20
Sachlichkeit zu beeindrucken wusste.
Vorsichtige Zinspolitik
Schon seit Monaten zieht sich die Debatte um den angemessenen Aussenwert=20
des Yuan hin. Von den USA, den Japanern und auch der Europ=E4ischen Union=20
wird den Chinesen vorgeworfen, mit ihrer zu tief bewerteten W=E4hrung sich=
=20
unfaire Exportvorteile zu sichern. China hat aber Forderungen nach einer=20
Aufwertung des Yuan immer wieder mit dem Verweis auf sein unzureichend=20
entwickeltes Bankwesen zur=FCckgewiesen.
Derweil gibt es an den Finanzm=E4rkten allerlei Spekulationen, =FCber eine=
=20
Aufwertung oder auch =FCber die Abkehr von der Dollar-Fixierung und eine=20
Anbindung des Yuan an einen W=E4hrungskorb. Es finden sich Anzeichen, dass=
 in=20
Erwartung der Aufwertung chinesische Investoren Dollar-Anlagen in Yuan=20
transferiert haben. In einer vor der Medienkonferenz abgegebenen=20
schriftlichen Erkl=E4rung legte die Zentralbank die derzeit geltende=
 Position=20
fest. Demnach treibt die Notenbank =ABdie Yuan-Konvertibilit=E4t auf=20
Kapitalkonten voran, entwickelt den Devisenmarkt, verbessert den=20
Mechanismus zur Ermittlung des Yuan-Kurses und h=E4lt den Yuan grunds=E4tzli=
ch=20
auf einem adaptierbaren und ausgewogenen Niveau stabil=BB. W=E4hrungsauguren=
=20
m=F6gen daraus ableiten, welche Worte die Waage in Richtung Modifikation=20
beziehungsweise Unver=E4nderbarkeit des Yuan-Aussenwerts ausschlagen lassen.
R=FCckgang der Problemkredite
Befragt, ob die Notenbank angesichts eines seit letztem Herbst stark=20
anziehenden Konsumentenpreisindexes an eine Zinserh=F6hung denke, schloss=
 der=20
Gouverneur einen solchen Schritt f=FCr den laufenden Monat aus. Die weitere=
=20
Entwicklung liess er jedoch offen. Sollte sich die Inflation beschleunigen,=
=20
so m=FCsste dies im Zusammenhang mit den von Ministerpr=E4sident Wen Jiabao=
 bei=20
Er=F6ffnung des Volkskongresses angek=FCndigten Massnahmen zur Vermeidung=
 einer=20
konjunkturellen, die Spekulation antreibenden =DCberhitzung der Grund f=FCr=
=20
eine Zinserh=F6hung sein.
Vor einem Jahr war die Bankenaufsichtskommission ins Leben gerufen worden.=
=20
Ihr Vorsitzender, Liu Mingkang, zog eine positive Bilanz der bisherigen=20
Arbeit und gab gleichzeitig auch einen detaillierten Ausblick auf die=20
anstehenden Herausforderungen. Das chinesische Bankensystem bedarf dringend=
=20
der Modernisierung. Zum einen handelt es sich um tiefgreifende hausgemachte=
=20
Systemfehler, die haupts=E4chlich mit mangelnder Transparenz, dem=20
weitreichenden Einfluss der Partei und inkompetentem Management zu tun=20
haben. Zum =E4ndern steht seit dem Beitritt Chinas zur=20
Welthandelsorganisation (WTO) mit dem Jahr 2007 ein Zieldatum.am Horizont,=
=20
an welchem sich das chinesische Finanzwesen der internationalen Konkurrenz=
=20
=F6ffnen muss. Bei seiner positiven Bilanz verwies Liu Mingkang drauf, dass=
=20
sich im vergangenen Jahr das Volumen der faulen Kredite der gr=F6sseren=20
Banken um 190,6 Mrd. auf 2440 Mrd. Yuan reduziert habe. Damit sei die Last=
=20
der Problemkredite um 5,3 Punkte auf einen Anteil von 17,8% am gesamten=20
Kreditvolumen gesunken. Auf der Seite der Aktiven verbuchte Liu auch eine=20
weitere =D6ffnung des chinesischen Bankensektors f=FCr ausl=E4ndische=
 Institute=20
sowie wichtige Fortschritte bei der Verbesserung der Bankenaufsicht.
Besonders viel" Platz r=E4umte er der Vorbereitung des B=F6rsengangs von=
 zwei=20
der vier grossen chinesischen Gesch=E4ftsbanken, der Bank of China und der=
=20
China Construction Bank, ein. Es wird damit gerechnet, dass dieser Schritt=
=20
im kommenden Jahr erfolgen wird. Ein genaues Datum konnte Liu wegen=20
gesetzlicher Vorschriften nicht nennen. Liu rechtfertigte auch die den=20
Devisenreserven entnommene Kapitalspritze in H=F6he von 45 Mrd. $ f=FCr die=
=20
beiden =ABPilotbanken=BB. Schliesslich liess er in T=F6nen, die f=FCr=
 Bankiers, die=20
an den bisherigen Schlendrian gewohnt sind, bedrohlich t=F6nen m=FCssen,=20
verlauten, dass k=FCnftig die Verantwortung f=FCr die Qualit=E4t des vom=20
Management strikte wahrzunehmen sei.


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Asien: Exporttitel belasten

Zweifel an der Nachhaltigkeit der Konjunkturerholung in den USA haben am=20
Donnerstag B=F6rsen in Fernost ins Minus gedr=FCckt.

In Tokio schloss der 225 f=FChrende Werte umfassende Nikkei-Index um 1,2%=20
tiefer. Wie am Mittwochabend die Wall Street reagierte am Donnerstag auch=20
die B=F6rse in Tokio mit Kursverlusten auf das Rekorddefizit im Aussenhandel=
=20
der USA im Januar. Der zeitweise gegen=FCber dem Dollar wieder st=E4rkere=
 Yen=20
belastete die Aktienkurse exportorientierter Unternehmen. So b=FCssten die=
=20
Papiere des B=FCromaschinenherstellers Canon 3,7% ein, w=E4hrend jene von=
 Sony=20
1,3% verloren und die Fujitsu-Titel um 1,8% nachgaben. Unter den=20
Automobilwerten fielen die Anteile von Honda um 3,6%, die Toyota-Scheine=20
notierten um 0,3% leichter.


In Hongkong schw=E4chte sich der Hang-Seng-Index um 1,4% ab. Marktteilnehmer=
=20
verwiesen auf die negativen
US-Vorgaben sowie auf Sorgen, dass es nach dem j=FCngsten kr=E4ftigen=
 Kursrally=20
weitere Kurskorrekturen geben
k=F6nnte. Auf dem Index lasteten erneut die beiden Schwergewichte HSBC und=
=20
China Mobile. Die Aktien der Grossbank HSBC verloren 0,8%, und die
Titel des Mobilfunkanbieters China Mobile fielen um 3,3%. Die Papiere der=20
Immobilienfirma Sun Hung Kai gaben 2% ab.

In Sydney sank der ASX-200-Index marginal um 0,01%. Die Aktien von BHP=20
Billiton verloren ; 1,9%, jene von Rio Tinto 0,5%.       ;


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Land der Stippvisite

Im Chinafieber hat Berlin Japan fast vergessen

Von Matthias Nass

Beim dritten Anlauf klappte es endlich. Schloss Bellevue war festlich=20
erleuchtet, als Siemens-Chef Heinrich von Pierer, Klaus Zumwinkel von der=20
Deutschen Post, BDI-Pr=E4sident Michael Rogowski und Dutzende anderer=20
Wirtschaftskapit=E4ne am Montag voriger Woche die Treppe zum Bankettsaal=20
hinaufgingen. Zweimal hatte das Abendessen beim Bundespr=E4sidenten=20
verschoben werden m=FCssen, mit dem Johannes Rau das Jahr =84Deutschland in=
=20
Japan 2005=962006=93 einl=E4uten wollte. Die Wirtschaft hatte sich geziert.
Aber ihr Beitrag wird dringend gebraucht. Rund 70 Millionen Euro wird das=20
=84k=FChne Projekt=93 (Rau) kosten, eine beispiellose Pr=E4sentation von=
 Kultur,=20
Wissenschaft und Wirtschaft, und gut 50 Millionen davon sollen nach dem=20
Wunsch der Bundesregierung die deutschen Unternehmen tragen. Mit=20
Engelszungen redeten deshalb Johannes Rau, Altbundespr=E4sident Richard von=
=20
Weizs=E4cker und Au=DFenminister Joschka Fischer beim Diner auf die=20
versammelten Konzernbosse ein. BDI-Chef Rogowski versprach, das Seine zu=20
tun. Aber bisher ist nur ein Bruchteil der erbetenen 50 Millionen=20
zusammengekommen.

Dabei ist es h=F6chste Zeit, dass sich die zweit- und die drittgr=F6=DFte=20
Wirtschaftsnation der Welt wieder intensiver miteinander besch=E4ftigen.=
 Seit=20
vier Jahren geht der bilaterale Handel zur=FCck; im Jahr 2002 zog China als=
=20
wichtigster Handelspartner Deutschlands in Asien an Japan vorbei. Japan=20
ist, so paradox es klingt, ein Opfer der China-Euphorie geworden. Manager=20
wie Politiker scheinen mit der Aufgabe =FCberfordert, beiden ostasiatischen=
=20
Giganten die gleiche Aufmerksamkeit zu schenken. Japan aber erwirtschaftet=
=20
noch immer 60Prozent des ostasiatischen Bruttozialprodukts. =84Die=20
Wirtschaftskraft der Stadt Tokyo ist gr=F6=DFer als die von Spanien und=20
Portugal zusammen=93, rechnete Joschka Fischer den G=E4sten des=20
Bundespr=E4sidenten vor.


Zen und die Kunst des Bogenschie=DFens

Leider steht das japanische Desinteresse dem deutschen nicht nach. Die=20
Deutschen gelten als technisch versiert, zuverl=E4ssig =96 und langweilig.=
=20
Modern, schick, trendig sind die anderen, die Franzosen etwa oder die=20
Italiener. Die Amerikaner sowieso. Ein anderes Image muss her, beschlossen=
=20
die Diplomaten im Ausw=E4rtigen Amt. Deshalb sollen nicht nur die Bayerische=
=20
Staatsoper und die Berliner Philharmoniker f=FCr die deutsche Kultur werben,=
=20
sondern auch das Berliner Ensemble mit Leonce und Lena in der Inszenierung=
=20
von Robert Wilson und mit der Musik von Herbert Gr=F6nemeyer.

Nur: Was hilft die beste Imagepflege, wenn =96 bisher jedenfalls =96 der=20
politische Wille zu engeren Beziehungen fehlt? F=FCnfmal ist Gerhard=
 Schr=F6der=20
als Kanzler nach China gereist, ein einziges Mal nach Japan (sieht man ab=20
von Stippvisiten beim G8-Gipfel auf Okinawa und beim Endspiel der=20
Fu=DFballweltmeisterschaft). Es geht nicht nur um die Wirtschaft, hei=DFt es=
 im=20
Ausw=E4rtigen Amt. Japan sei ein wichtiger Partner, beim Kampf gegen den=20
Terrorismus ebenso wie bei der Nichtverbreitung von Kernwaffen. =84Wenn das=
=20
Interesse an diesem Partner gesamtgesellschaftlich schwindet, wirkt sich=20
das auch politisch aus=93, warnt ein Diplomat.
Lethargie kann f=FCr jede Beziehung fatal sein. Die Bundesregierung scheint=
=20
dies inzwischen begriffen zu haben. Zwei Nationen, die einander etwas aus=20
den Augen verloren haben, sollen sich neu entdecken. Wozu man nur=20
gratulieren kann. Denn Globalisierung und Demografie stellen Japan und=20
Deutschland vor die gleichen Probleme; es gibt wenige Industriel=E4nder, die=
=20
voneinander mehr lernen k=F6nnten.

Gerhard Schr=F6der hat das fr=FCh begriffen. =84Was ich =85 f=FCr=
 bedauerlich halte,=20
ist die einseitige Ausrichtung der deutschen Politik auf China=93, sagte er=
=20
1996 in einem Interview mit der ZEIT. =84Ich halte es =85 f=FCr einen=
 Fehler,=20
Japan so nachrangig zu behandeln.=93 Damals regierte Schr=F6der noch in=20
Hannover. Wer sollte ihn jetzt, da er in Berlin regiert, daran hindern,=20
seine fr=FChen Einsichten in die Tat umzusetzen?

Johannes Rau philosophierte beim Galadiner am Ende ein wenig =FCber Zen und=
=20
die Kunst des Bogenschie=DFens. =84Sie m=FCssen mit ganzer Kraft, aber auch=
 mit=20
ganzem Herzen dabei sein=93, appellierte er an seine G=E4ste. Dann werde=
 =84der=20
Pfeil in leichtem Flug ins Ziel fliegen, und alles Schwere, was zuvor war,=
=20
wird dann vergessen sein=93.


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Kerzen f=FCr Roh

S=FCdkoreas W=E4hler k=F6nnten den geschassten Pr=E4sidenten rehabilitieren

Von Georg Blume
Seoul
Kann man tiefer st=FCrzen? S=FCdkoreas Pr=E4sident Roh Moo Hyun steht vor=
 einem=20
Tr=FCmmerhaufen =96 so jedenfalls k=F6nnte es scheinen. Keine eineinhalb=
 Jahre=20
nach seinem =FCberraschenden Wahlsieg hat das Parlament in Seoul mit=20
Zwei-Drittel-Mehrheit ein Amtsenthebungsverfahren gegen ihn eingeleitet.=20
Die beiden gro=DFen Oppositionsparteien werfen Roh vor, im Wahlkampf f=FCr=
 die=20
Parlamentswahlen am Donnerstag n=E4chster Woche seine Pflicht zu=20
parteipolitischer Neutralit=E4t missachtet und die ihm nahe stehende=20
Uri-Partei (=84Unsere Partei=93) unterst=FCtzt zu haben. Ob der Pr=E4sident=
 sein=20
Amt je wieder aus=FCben darf, entscheidet das Verfassungsgericht, das f=FCr=
=20
sein Urteil sechs Monate Zeit hat.

Befindet sich die junge s=FCdkoreanische Demokratie also in ihrer ersten=20
schweren Verfassungskrise, wie die konservativen Zeitungen in Seoul=20
schreiben? Ist das Land gar =84au=DFer Kontrolle=93, wie das US-Magazin Time=
=20
titelt? Mitnichten. In Wirklichkeit k=F6nnte S=FCdkorea nach dem=
 unr=FChmlichen=20
Amtsenthebungsverfahren erneut vor einer demokratischen Sternstunde stehen.=
=20
Denn am kommenden Donnerstag entscheidet das Volk, und wenn nicht alle=20
Umfragen tr=FCgen, wird der ehemalige Dissidentenanwalt Roh, Pr=E4sident=
 oder=20
nicht, eine parlamentarische Mehrheit f=FCr seine Politik gewinnen, die=20
v=F6llig ohne die alten politischen Kr=E4fte der Diktatur auskommt. Kann man=
=20
mehr erreichen?

S=FCdkorea tickt eben anders, allen voran der entmachtete Pr=E4sident. Vor=
=20
sieben Jahren, w=E4hrend der Asien-Krise, war Roh noch Mitinhaber eines=20
Restaurants in Seoul. =84Kim Dae Jung hatte damals seine Milleniums-Partei=
=20
gegr=FCndet. Da wollten wir nicht mitmachen=93, erz=E4hlt Rohs Freund Yoo In=
 Tae.=20
Yoo, eine K=E4mpfernatur mit breitem Lachen, war bis Februar Leiter des=
 B=FCros=20
f=FCr politische Angelegenheiten im Blauen Haus, dem Amtssitz des=20
Pr=E4sidenten. In den siebziger Jahren war er wegen seiner politischen=20
Aktivit=E4ten als Studentenf=FChrer zum Tode verurteilt worden, kam aber mit=
=20
einer Haftstrafe davon. Heute kandidiert er als Bewerber der Uri-Partei in=
=20
einem Vorort von Seoul. Bisher h=E4lt die Partei nur 49 Sitze im Parlament.=
=20
Doch selbst die Umfragen in oppositionsnahen Medien sehen einen=20
Erdrutsch-Sieg von Uri voraus. Die Partei k=F6nnte 200 Sitze im 300-k=F6pfig=
en=20
Parlament erobern.
K=FChl bilanziert Yoo heute die =84=C4ra der Kim-Reiche=93: =84Kim Dae Jung=
 und sein=20
Vorg=E4nger als Pr=E4sident, Kim Young Sam, haben sich als jahrzehntelange=
=20
Gegner der Diktatur gro=DFe Verdienste um unsere Demokratie erworben. Aber=
=20
sie regierten weiter im alten, imperialen Stil. In ihren Parteien hatten=20
nur sie das Sagen. Erst seit der Wahl Rohs zum Pr=E4sidenten im Dezember=
 2002=20
stirbt die konservative Tradition der koreanischen Politik aus.=93
Wer das nicht merkt, verschwindet von der politischen B=FChne =96 so wie=
 jetzt=20
offenbar die beiden Altparteien. Dabei hatten gerade sie sich von ihrem=20
Amtsenthebungsverfahren gegen Roh Zuspruch aus der Bev=F6lkerung erhofft.=
 Der=20
Pr=E4sident galt bereits nach 13 Monaten im Amt als unpopul=E4r. Doch schon=
 30=20
Stunden nach der Abstimmung im Parlament demonstrierten 100000 entr=FCstete=
=20
B=FCrger mit Kind und Kerzenlichtern gegen die Amtsenthebung. Am n=E4chsten=
 Tag=20
waren es 200000. =DCber drei Wochen lang setzten sich die friedlichen=20
Kundgebungen Tag f=FCr Tag fort.

Demonstrationen in S=FCdkorea waren fr=FCher ein Synonym f=FCr Radikalit=E4t=
 und=20
Gewalt. =84Diesmal zeigte sich der neue Mainstream=93, schw=E4rmt Hwang Seok=
=20
Young, S=FCdkoreas bekanntester und gew=F6hnlich bei=DFend kritischer=20
Schriftsteller. Noch nie war Hwang auf sein Land so gut zu sprechen wie=20
heute. =84Die Leute sind nicht naiv; sie sind klug, fast weise und immer=20
gewaltlos=93, sagt der Bestsellerautor. =84Sie hegen eine Vision von=
 Freiheit=20
und Demokratie, keiner von ihnen k=E4me mehr auf den Gedanken, einen=20
Molotow-Cocktail gegen ein Ministerium zu schmei=DFen. Zwar lesen sie keine=
=20
Zeitungen, aber sie nutzen das Internet und sind gut informiert.=93

Ob das der Grund daf=FCr ist, dass an der Polizeizentrale in Seoul=
 neuerdings=20
in gro=DFen gelben Buchstaben die Web-Adresse =84www.police.go.kr=93 zu=
 lesen=20
ist? Vor dem Geb=E4ude tobten fr=FCher Stra=DFenschlachten. Jetzt will auch=
 die=20
Polizei nicht den Anschluss an die Internet-Generation verlieren.
Im Ausland hat der neue Stil der b=FCrgerlichen Opposition bereits Eindruck=
=20
gemacht. =84Wir halten trotz politischer Unsicherheiten an unseren positiven=
=20
Wachstumsprognosen fest=93, schreibt die US-Investmentbank Goldman Sachs in=
=20
ihrem j=FCngsten Korea-Bericht. Das Saubermann-Image des Pr=E4sidenten tr=E4=
gt zu=20
seinem positiven Bild im Ausland sicher bei. Sogar Rohs Kritiker daheim=20
r=E4umen ein, dass die Justiz des Landes unter seiner F=FChrung erstmals=20
wirkliche Unabh=E4ngigkeit erlangt hat. Weshalb bereits 20 Abgeordnete im=20
Gef=E4ngnis sitzen.


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Chinas Autobahnbau im Korruptionssumpf
Quelle der Bereicherung f=FCr viele Funktion=E4re

         Der Boom beim Bau von Autobahnen und Schnellstrassen in China=20
bietet einen fruchtbaren N=E4hrboden f=FCr Korruption grossen Stils. Trotz=
=20
zahlreichen Verurteilungen hoher Funktion=E4re zum Tode oder zu langj=E4hrig=
er=20
Haft gehen Milliarden an Staats-geldern verloren, und die Schuldigen setzen=
=20
sich oft ins Ausland ab.
omn. Peking, 17. Mai
         Lu Wanli war gewarnt worden. Der Direktor der Verkehrsabteilung in=
=20
der Provinzregierung von Guizhou hatte im Dezember 2001 erfahren, dass die=
=20
Disziplinkontrollkommission der Partei gegen ihn ermittelte, und zwar in=20
Sachen Korruption. Es fiel ihm nicht schwer, einen falschen Pass zu=20
erhalten, und im Januar 2002 reiste er aus. Zun=E4chst setzte er sich nach=
=20
Hongkong ab und von dort aus reiste er - wie eine Finanzzeitschrift sp=E4ter=
=20
ermittelte - weiter nach Fidschi. Anders als in den meisten F=E4llen dieser=
=20
Art wurde er schon wenige Monate sp=E4ter an die chinesischen Beh=F6rden=20
ausgeliefert. In der vergangenen Woche wurde er zum Tode verurteilt. Die=20
Staatsanwaltschaft konnte ihm Korruption und schwere Bestechung in 33=20
F=E4llen sowie ein pers=F6nliches Verm=F6gen von 55 Millionen Yuan (6,7=
 Millionen=20
Dollar) nachweisen. Als Leiter des Verkehrsamtes der Provinz war Lu f=FCr=
 den=20
Bau neuer Autobahnen und Schnellstrassen zust=E4ndig. Auf diesem Sektor sind=
=20
die Investitionen und das Auftragsvolumen derzeit so hoch, dass sich bei=20
der Projektvergabe, Materialbeschaffung und Wartung pr=E4chtig verdienen=20
l=E4sst, wenn man nur am richtigen Schreibtisch sitzt. Da chinesische=20
Provinzen oft =FCber 60 Millionen Einwohner haben, sind die =F6ffentlichen=
=20
Gelder, =FCber die ein solcher Direktor im Alleingang verf=FCgen darf,=20
betr=E4chtlich.


Tausende neuer Autobahnkilometer

         Seit 1997 sind nicht weniger als 14 hohe Funktion=E4re von=20
Verkehrsb=FCros in mehreren Provinzen abgel=F6st und zum Tode oder zu hohen=
=20
Freiheitsstrafen verurteilt worden. In der zentralchinesischen Provinz=20
Henan hat es gleich 3 Direktoren in Folge erwischt, Im Januar dieses Jahres=
=20
musste als dritter auch Tong Yanbai seinen Sessel r=E4umen. Die Inspektoren=
=20
hatten herausgefunden, dass eine nagelneue Autobahn in seiner Provinz=20
schwere Qualit=E4tsm=E4ngel aufwies. Tong soll sich daraufhin rechtzeitig -=
=20
gleichfalls mit einem falschen Pass - nach Australien abgesetzt haben. Wer=
=20
hat ihn vorgewarnt, fragen sich jetzt manche. Einer seiner Untergebenen=20
will wissen, dass der Boss seinen Namen ge=E4ndert hat und inzwischen wohl=
=20
eine Green Card besitzt. In Sichuan wurden Liu Zhoqgs'han, Direktor des=20
Provinzverkehrsb=FCros, zum Tode und sein Stellvertreter Zheng Daofang zum=
=20
Tode mit zweij=E4hrigem Vollzugsaufschub (bei gutem Verhalten in=20
lebensl=E4ngliche Haft umzuwandeln) verurteilt - gleichfalls wegen aktiver=
=20
und passiver Bestechung.

         =ABChina Daily=BB kostet der Bau eines Kilometers Autobahn je nach=
=20
Provinz und Streckenlage zwischen 1,3 Millionen und 13,8 Millionen Dollar.=
=20
Allein im Jahr 2003 wurden landesweit =FCber 4600 Kilometer Autobahnen und=
=20
Schnellstrassen gebaut, und bis zum Jahr 2010 soll das Netz von gegenw=E4rti=
g=20
rund 30000 auf 70000 Kilometer ausgeweitet werden. F=FCr raffgierige=20
Staatsdiener ist es da nicht schwer, sich von diesem grossen Kuchen ihr=20
eigenes St=FCck abzuschneiden.


Kaum Trennung von Politik und Gesch=E4ft

         Dabei wird die Korruption grossen Stils vom System beg=FCnstigt,=
 das=20
sich im =DCbergang von der Kommando- zur Marktwirtschaft befindet und kaum=
=20
wirksame Kontrollen gegen den Missbrauch kennt. So war der nach Australien=
=20
geflohene Tong Yanbai nicht nur Mitglied der Provinzregierung von Henan,=20
sondern auch Aufsichtsratsvorsitzender der privaten Baufirma, die den=20
Zuschlag f=FCr den Autobahnbau bekam. Die schon vor Jahren angek=FCndigte=20
Trennung von Politik und Gesch=E4ft funktioniert in den wenigsten Fallen, so=
=20
dass die legalen und illegalen Gewinne von Auftr=E4gen der =F6ffentlichen=
 Hand=20
zumeist in die Taschen weniger Funktion=E4re flies-sen, die zugleich=20
Privatunternehmer sind. Abzusahnen ist da gleich auf mehreren Ebenen.=20
Zun=E4chst vergibt der Funktion=E4r den Auftrag quasi an seine eigene Firma.=
=20
Die bekommt die Mittel, spart aber bei Material und Bauausf=FChrung, so dass=
=20
h=E4ufig schwere Qualit=E4tsm=E4ngel auftreten, die wiederum zu hohen Kosten=
 f=FCr=20
die =F6ffentliche Hand behoben werden m=FCssen.

         Nach Presseangaben waren mehrere Abschnitte einer Autobahn in=20
Henan derart mit M=E4ngeln behaftet und von Schlagl=F6chern =FCbers=E4t,=
 dass=20
enorme Summen f=FCr die Reparaturen ausgegeben werden mussten. Ein Abschnitt=
=20
zwischen den St=E4dten Luoyang und Sanmenxia musste sogar v=F6llig=
 weggesprengt=20
und neu gebaut werden, nat=FCrlich mit Staatsgeldern. Die 1992 eingeweihte=
=20
Br=FCcke =FCber den Gelben Huss (Huanghe) in der Provinzhauptstadt Zhengzhou=
=20
sollte wenigstens 30 Jahre halten. Allein in den Jahren 1995/96 jedoch=20
wurden neun grosse, acht mittlere und mehrere kleine Reparaturen n=F6tig.=
 Sie=20
kosteten mit umgerechnet 7,7 Millionen Dollar fast so viel wie der Neubau.=
=20
Die Ursachen f=FCr den Pfusch am Bau sind bekannt, werden jedoch nur selten=
=20
beseitigt. Da wird das Strassenbett ungen=FCgend befestigt, weil statt=20
Acht-Tonnen-Bulldozer nur Viertonner statt drei nur zwei Tage lang zum=20
Einsatz kommen. Weil die Baufirmen lieber den billigen Zement f=FCr 24=
 Dollar=20
die Tonne anstatt den besseren f=FCr 31 Dollar bestellen, reisst die=20
Strassendecke und wird vom Regen ausgewaschen. =ABMan kann das sofort=20
erkennen, aber die Inspektoren sind ja auch bestochen worden und sehen=20
weg=BB, erz=E4hlt ein Ingenieur.

         Fachleute meinen, es g=E4be l=E4ngst alle m=F6glichen Bestimmungen=
 und=20
Gesetze, doch k=E4men sie in der Grauzone zwischen Staat und Wirtschaft kaum=
=20
zur Anwendung, etwa wenn es um die Ausschreibungen, die Finanzierung oder=20
die Kostenkontrolle gehe. Zumindest in Henan will man ; jetzt aufr=E4umen.=
=20
Alle Projekte =FCber 60'000 Dollar m=FCssen k=FCnftig =F6ffentlich und alle=
 =FCber=20
3,6 Millionen Dollar auch international ausgeschrieben werden. Bisher=20
allerdings haben Staatsdiener, die auch gewiefte Gesch=E4ftsleute sind,=
 immer=20
wieder Wege zur Bereicherung gefunden, und so d=FCrfte die lange Kette der=
=20
korrupten Funktion=E4re so schnell nicht abreissen.


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Das unbew=E4ltigte Erbe von Tiananmen

Achillesferse in Chinas Modernisierungsprozess

Die bemerkenswerte wirtschaftliche und soziale Modernisierung Chinas ruht=20
auf einem sehr zerbrechlichen Fundament, solange wirklich tiefgreifende=20
politische Reformen ausbleiben. Auch wenn seit der blutigen Unterdr=FCckung=
=20
der Demokratiebewegung f=FCnfzehn Jahre verflossen sind, lastet das=20
Tiananmen-Massaker weiterhin als unbew=E4ltigte Vergangenheit auf dem Reich=
=20
der Mitte.
us. Peking, Ende April
Niemand, der mit offenen Augen und Ohren durch China reist, wird verkennen=
=20
k=F6nnen, dass insbesondere in den St=E4dten die Menschen in den letzten=20
Jahrzehnten nicht nur wohlhabender, sondern in ihrem Verhalten auch viel=20
ungezwungener geworden sind. Auch wenn die Partei mit allen Mitteln ihr=20
Meinungsmonopol verteidigt und mit einer scharfen Zensur, die auch vor dem=
=20
Internet nicht Halt macht, durchzusetzen sucht, kann man im pers=F6nlichen=
=20
Umgang mit Chinesen eine grosse Unabh=E4ngigkeit bei der Meinungsbildung und=
=20
bei den Kenntnissen =FCber das Geschehen in China und in der Welt=20
feststellen. Immer deutlicher klaffen hier die Realit=E4t und das, was die=
=20
Obrigkeit im Interesse der Erhaltung eines rigiden Systems verordnet,=20
auseinander.
Kontrollierte Kritik
Niemand braucht im privaten Rahmen seine Meinung zu verbergen. Auch gibt es=
=20
zahlreiche Bereiche, wo in den Medien scharfe Kritik an den bestehenden=20
Verh=E4ltnissen ge=FCbt werden kann. Doch sobald eine Aktion oder eine=20
ver=F6ffentlichte Kritik als Angriff auf die Fundamente des herrschenden=20
Systems bewertet wird, greift die Obrigkeit scharf ein. Es ist dies=20
insbesondere f=FCr die Medien eine schwierige Gratwanderung. Zuweilen sind=
=20
die Kriterien, nach denen der erlaubten Kritik Grenzen gesetzt werden,=20
nicht eindeutig oder das Ergebnis von undurchsichtigen parteiinternen=20
Machtspielen. Beim Antritt der neuen F=FChrung vor Jahresfrist hatte es=20
etliche Erwartungen =FCber eine z=FCgige politische =D6ffnung gegeben. Wie=
 das=20
scharfe Vorgehen gegen missliebige Internetbenutzer, aber auch j=FCngste,=20
unter dem Vorwand der Korruption ergriffene Strafmassnahmen gegen eine=20
profilierte Mediengruppe in der s=FCdchinesischen Provinz Guangdong zeigen,=
=20
hat sich hier noch kaum etwas bewegt.
Vermeidbare Katastrophe
Niemand wird daran zweifehl k=F6nnen, dass der Tag, an welchem das Urteil=20
=FCber Tiananmen revidiert werden muss, kommen wird. Die Obrigkeit kann=
 nicht=20
ungestraft auf die eigene Jugend schiessen lassen, insbesondere nicht in=20
China, das bei der moralischen und politischen Bewertung dessen, was als=20
eine rechtm=E4ssige Herrschaft gilt, eine uralte Tradition besitzt. Die=20
gewaltsame Unterdr=FCckung der Demokratiebewegung im Fr=FChjahr 1989 war=
 eine=20
Katastrophe, nicht nur weil die =FCberf=E4llige politische Modernisierung=20
Chinas dadurch um viele Jahre verz=F6gert wurde, sondern auch weil das=20
Massaker als unbew=E4ltigtes Erbe schwer auf dem Lande lastet. Panik unter=
=20
der F=FChrung und die Unverh=E4ltnism=E4ssigkeit der eingesetzten Mittel=
 hatten=20
ein Ereignis, das sich bei mehr Weitsicht einer friedlichen politischen=20
L=F6sung nicht entzogen h=E4tte, zu einer nationalen Trag=F6die werden=
 lassen.

Seit einem Jahr befindet sich die sogenannte vierte Generation an den=20
Schalthebeln der Macht in Partei und Staat. Die politischen Folgen der=20
Konvulsion vom Fr=FChsommer 1989 hatten unter dem danach noch mehrere Jahre=
=20
andauernden Patriarchat von Deng Xiaoping die dritte F=FChrungsgeneration an=
=20
die Spitze von Partei und Staat gebracht. Mit Jiang Zemin, Li Peng und Zhao=
=20
Ziyang, der als Generalsekret=E4r der KPC kurz vor dem 4. Juni abgesetzt=20
worden war, sind drei Hauptpersonen des Dramas noch am Leben. Jiang Zemin=20
hatte als Nachfolger von Zhao die Aufgabe, daf=FCr zu sorgen, dass durch=20
z=FCgigen wirtschaftlichen Fortschritt die Lage stabilisiert wird. Li Peng,=
=20
bis zum 16. Parteikongress im November 2002 noch zweitm=E4chtigster Mann in=
=20
der Partei, gilt weitherum als der Hauptverantwortliche f=FCr die Trag=F6die=
.=20
Ende M=E4rz berichtete die Hongkonger Tageszeitung =ABSouth China Morning=20
Post=BB, dass die Publikation eines Bandes von Li Pengs Memoiren, der die=20
Ereignisse von 1989 Revue passieren l=E4sst und =FCber=20
Meinungsverschiedenheiten in der damaligen F=FChrung berichtet, von der=20
Partei unterbunden worden ist. In dem Buch soll Li Peng auch versuchen,=20
sich vom Vorwurf, zu den Hauptverantwortlichen des Massakers auf dem=20
Tiananmen-Platz zu geh=F6ren, reinzuwaschen.
Der Fall Zhao Ziyang
Sorgen bereitet der heutigen F=FChrung auch das Schicksal von Zhao Ziyang.=
=20
Zhao befindet sich seit semer Absetzung unter striktem Hausarrest. Der=20
84-J=E4hrige soll gesundheitliche Schwierigkeiten haben. Vor kurzem wurde=20
berichtet, dass er von einer Lungenentz=FCndung genesen sei. Letztes Jahr=20
hatte es Spekulationen gegeben, dass er an einem Herzinfarkt gestorben sei.=
=20
W=E4hrend die j=FCngeren Chinesen, so man sie auf Zhao anspricht, Ignoranz=
 oder=20
Gleichg=FCltigkeit zeigen, scheint die F=FChrung zu bef=FCrchten, dass es im=
=20
Falle von Zhaos Ableben zu unliebsamen =F6ffentlichen Manifestationen der=20
Trauer f=FCr den Verstorbenen kommen k=F6nnte. Es war der Tod des 1987 wegen=
=20
des Tolerierens von Studentenprotesten abgesetzten KPC-Generalsekret=E4rs Hu=
=20
Yao-bang gewesen, der die Studenten 1989 auf den Tiananmen-Platz hatte=20
str=F6men lassen. Es ist allerdings zu bedenken, dass damals, auch im=
 Gefolge=20
der Ereignisse in Osteuropa, die chinesische Jugend erheblich st=E4rker=20
politisiert war als heute.
Zusammen mit der Forderung nach einer Neubewertung der Ereignisse von 1989=
=20
geh=F6rt auch die Rehabilitation von Zhao zu den Postulaten, die immer=
 wieder=20
auftauchen. Bao Tong, ein enger Mitarbeiter von Zhao, der nach dessen=20
Absetzung in mehrj=E4hrige Haft genommen wurde und der seit der Entlassung=
=20
aus dem Gef=E4ngnis unter strikter =DCberwachung lebt, gab in einem Anfang=
=20
April im =ABAsian Wall Street Journal=BB ver=F6ffentlichten Artikel seiner=
=20
Besorgnis =FCber die Behandlung von Zhao Ausdruck. Der pensionierte Pekinger=
=20
Milit=E4rarzt Jiang Yanyong, der sich bei der Beseitigung der gef=E4hrlichen=
=20
Geheimniskr=E4merei um die letztj=E4hrige Sars-Epidemie grosse Verdienste=20
errungen hatte, wandte sich im M=E4rz mit einem offenen Brief an die F=FChru=
ng=20
und forderte eine Revision des offiziellen Verdikts =FCber Tiananmen. An der=
=20
Pressekonferenz im An-schluss an die Plenarsitzung des Nationalen=20
Volkskongresses zu Tiananmen befragt, hielt Ministerpr=E4sident Wen Jiabao=
 an=20
der geltenden Sprachregelung fest und bezeichnete die studentischen=20
Proteste als =ABsehr gef=E4hrliche politische Unruhen=BB. Es sei damals=
 darum=20
gegangen, die Einheit der Partei und die soziale und politische Stabilit=E4t=
=20
des Landes zu wahren. Interessanterweise war Wen ein enger Mitarbeiter von=
=20
Zhao Ziyang. Im Gegensatz zu anderen Weggef=E4hrten des zur Unperson=20
deklarierten Zhao hat Wen den Aufstieg in den engsten F=FChrungskreis=
 geschafft.
Die schw=E4rende Wunde von Tiananmen ist Teil der gesamten chinesischen=20
Menschenrechtsproblematik. Unl=E4ngst war es China gelungen, eine von den=
 USA=20
eingebrachte Resolution, welche die Menschenrechtslage in der Volksrepublik=
=20
kritisierte, vor dem Uno-Menschenrechtsausschuss zu Fall zu bringen. Peking=
=20
sollte sich auf diesen Sieg nicht allzu viel einbilden, kam er doch auch=20
dank der Unterst=FCtzung von h=F6chst problematischen Regimen zustande.
Ein Land, das sich anschickt, die politische, wirtschaftliche und dereinst=
=20
auch technologische F=FChrungsmacht Asiens zu werden, kann sich beim Schutz=
=20
der Menschenrechte nicht mit dem Standard einer Bananenrepublik begn=FCgen.=
=20
Auch gilt das Argument nicht, dass mit dem chinesischen Ethos und=20
insbesondere mit dem Konfuzianismus das heute international =FCbliche=20
Verst=E4ndnis der Menschenrechte sich nicht vereinbaren lasse. Nicht nur die=
=20
Entwicklungen in Taiwan und S=FCdkorea, sondern auch das Verm=E4chtnis von=
 Sun=20
Yat-sen beweisen das Gegenteil.
Vor diesem Hintergrund gilt es, die Bedeutung der vor kurzem vom Nationalen=
=20
Volkskongress verabschiedeten Verfassungsrevision sorgfaltig zu beurteilen.=
=20
Erstmals in der Geschichte der Volksrepublik ist der Schutz der=20
Menschenrechte im Grundgesetz verankert worden. Man w=FCrde fehlgehen,=
 diesen=20
wichtigen Schritt allein als Verfassungskosmetik oder als Versuch zu=20
werten, aus dem Schussfeld der internationalen Kritik herauszukommen. Der=20
Vorgang ist als Teil einer l=E4ngerristigen Entwicklung zu sehen. Die KPC=
 ist=20
kein Monolith, sondern umfasst verschiedene Str=F6mungen, unter denen sich=
=20
auch eine zwar noch stark minorit=E4re Gruppe von Reformgesinnten befindet,=
=20
die h=E4ufig auf verklausulierte Weise zu erkennen geben, dass sie=
 verstanden=20
haben, in welche Richtung der politische Modernisierungsprozess zu=20
verlaufen hat.
Gesinnungswandel
In einem ausf=FChrlichen Gespr=E4ch erinnert Dong Yunhu, Generalsekret=E4r=
 der=20
Chinesischen Gesellschaft f=FCr das Studium von Menschenrechten, daran, dass=
=20
die Idee der Menschenrechte bereits am Ende des 19. Jahrhunderts in die=20
chinesische Reformbewegung Eingang gefunden habe. Sp=E4ter habe Sun Yat-sen=
=20
seinen Kampf gegen den Feudalismus auf die Menschen- und B=FCrgerrechte=20
gest=FCtzt. Dong, der Professor f=FCr Philosophie und Kant-Experte ist,=20
erinnert daran, dass die Kommunistische Partei vor der Etablierung der=20
Volksrepublik in ihren revolution=E4ren Basen die Konzepte der Demokratie=
 und=20
Menschenrechte verfochten hatte. Nach der Gr=FCndung der Volksrepublik habe=
=20
jedoch ein Denken Oberhand gewonnen, welches die Menschenrechte als=20
=ABbourgeois=BB abgetan und dem Sozialismus einen absoluten Primat=
 einger=E4umt=20
habe. Die wirtschaftliche =D6ffnung hat nach Meinung Dongs auch einen=20
Gesinnungswandel gegen=FCber den Menschenrechten eingeleitet. 1991, bei der=
=20
Ver=F6ffentlichung eines Weisspapiers, wurde erstmals der Begriff=20
Menschenrechte verwendet und die volle Verwirklichung der Menschenrechte zu=
=20
einem langfristigen Ziel erkl=E4rt. Sechs Jahre sp=E4ter nahm der 15.=
 Kongress=20
der KPC erstmals das Konzept der Menschenrechte in Parteidokumente auf. Mit=
=20
der vom Nationalen Volkskongress im M=E4rz gutgeheissenen=
 Verfassungsrevision=20
seien =ABdie Menschenrechte nun von der politischen auf die konstitutionelle=
=20
Ebene emporgehoben worden=BB, meint Dong.
Auf den Hinweis, dass eine vollwertige Implementierung der Menschenrechte=20
von einer unabh=E4ngigen Gerichtsbarkeit und von einem funktionierenden=20
Rechtsstaat abh=E4ngt, verweist Dong auf die w=E4hrend der letzten Jahre=20
erfolgte Evolution der Rechtsverh=E4ltnisse. Seit 1999 gelte gem=E4ss der=20
chinesischen Verfassung, dass das Land von Gesetzen gef=FChrt werden soll,=
=20
denen auch Partei und Regierung zu unterstehen h=E4tten. Die volle Achtung=
=20
und der Schutz der Menschenrechte m=FCssten das Ziel der chinesischen=20
Rechtsprechung sein. Ohne Zweifel ist diese Entwicklung f=FCr alle=20
diejenigen, die, sei es bei Minderheitenfragen, sei es bei der=20
Meinungs=E4usserungsund Religionsfreiheit, sei es beim Parteienpluralismus,=
=20
sich f=FCr Anliegen engagieren, welche die Obrigkeit als staatsgef=E4hrdend=
=20
deklariert hat, bisher von minimaler Bedeutung geblieben. Anderseits ist=20
nicht zu verkennen, dass f=FCr die grosse Mehrheit der Chinesen, die sich=20
nicht in politisch kontroversen Angelegenheiten engagieren, die=20
Rechtssicherheit w=E4hrend der letzten zwei Jahrzehnte erheblich gr=F6sser=
=20
geworden ist.
Blickt man in die n=E4here Zukunft, so kann die Aufnahme des Schutzes der=20
Menschenrechte in die Verfassung als wichtige Plattform f=FCr weitere=20
Reformschritte gesehen werden. Die neue F=FChrung hat in ihrem ersten=20
Amtsjahr mehrere Gr=FCnde gehabt, in der Frage der politischen Reform einen=
=20
=FCberaus vorsichtigen Kurs zu steuern. Es ist nicht auszuschliessen, dass=
=20
sie in ihrem zweiten oder dritten Amtsjahr deutlichere Reformakzente setzen=
=20
wird. Es kann dies aus eigenem Antrieb erfolgen, oder sie kann, was mit=20
Blick auf das unbew=E4ltigte Erbe von Tiananmen nicht ausgeschlossen werden=
=20
kann, dazu durch =E4ussere Umst=E4nde gezwungen werden.


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2500 Jahre Einsamkeit

aus "Die Weltwoche" Ausgabe n=B0 24, 10.Juni

Von Christoph Neidhart

Sie besitzen keine private Telefonleitung, doch das macht nichts: Die 24=20
Mitglieder des Kaiserhauses sprechen ein Japanisch, das normale Leute kaum=
=20
verstehen. Und die Regeln der Haushalts-Agentur sorgen f=FCr eine=
 m=F6rderische=20
Stille auch innerhalb der Familie.



         Die Prinzessin schluckt Psychopharmaka und schleicht davon, der=20
Kaiser ist besorgt, und der Kronprinz grollt  erstmals =F6ffentlich. Das=20
gen=FCgte, um Japans Monarchie in eine tiefe Krise zu st=FCrzen. Zumal das=
=20
Kaiserhaus keinen jener Dienste leistet, mit denen Europas Prinzen und=20
Prinzessinnen ihren Steuerzahlern jene Millionen abgelten, die diese f=FCr=
=20
ihr royales Glitter-Dasein aufwerfen.

Japans Kaiserfamilie sei, heisst es offiziell, das Symbol des Landes - ein=
=20
Symbol freilich fast ohne =D6ffentlichkeit. Die Kaiserlichen vertreten Japan=
=20
nur selten im Ausland, mischen sich nicht unter die Promis und versagen der=
=20
Regenbogenpresse jegliche Skandale. Im Gegensatz zum englischen Hof kann=20
der japanische nicht der Unterhaltungsindustrie zugeschlagen werden. Und=20
zur Tourismuswerbung wie das d=E4nische K=F6nigshaus tr=E4gt das Kaiserhaus=
 auch=20
nicht bei.


Selbstgespr=E4che als Zeitvertreib

Was tun Kaisers denn? Sie sitzen fast das ganze Jahr weggesperrt hinter den=
=20
Mauern ihrer Pal=E4ste, isolierte Gefangene ihrer K=E4mmerlinge - und=
 schreiben=20
zum Beispiel Gedichte, die sogar publiziert werden. Oder sie f=FChren=20
Selbstgespr=E4che, was von Hirohito =FCberliefert ist, dem Vater des=
 jetzigen=20
Kaisers. Mit Journalisten sprechen die Kaiserlichen nicht, mit dem Volk=20
=E4usserst selten. Gibt es doch einmal eine Pressekonferenz, l=E4dt man dazu=
=20
nur ein paar handverlesene Journalisten. Und beantwortet nur jene Fragen,=20
die vorab schriftlich eingereicht worden sind.

Erfahren jene japanischen Kollegen, die den Hof beobachten, dennoch etwas=20
=FCber Ungereimtheiten am Hof, so schweigen sie tapfer. Bis einer von ihnen=
=20
die Geschichte einem ausl=E4ndischen Korrespondenten zusteckt, wie j=FCngst=
 der=20
Times. Nachdem das Londoner Weltblatt Kronprinzessin Masakos Depression=20
ausgeplaudert hatte, f=FChlten sich auch japanische Zeitungen befugt, den=20
Stoff aufzunehmen -anf=E4nglich nur, indem sie den Times-Artikel zitierten.=
=20
Dann quollen die Boulevardbl=E4tter pl=F6tzlich =FCber; und von den Titeln=
 der=20
grossen Frauenzeitschriften l=E4chelt Masako dieser Tage irritiert ins=
 Leere.

Das moderne M=E4rchen, das vor elf Jahren mit der Traumhochzeit von=20
Kronzprinz Naruhito und der B=FCrgerlichen Masako Owada begonnen hatte,=
 wurde=20
in diesem Fr=FChjahr in einem Ferienhaus am Fusse der japanischen Alpen=20
entzaubert: Masako, die im Winter an einer offenbar stressbedingten=20
G=FCrtelrose litt, war mit dem einzigen T=F6chterchen Aiko ins Sommerhaus=
 ihrer=20
Eltern verschwunden - protokollwidrig und ohne den Kronprinzen, der vor=20
ihrer Hochzeit feierlich versprochen hatte, Masako bis an sein Lebensende=20
zu besch=FCtzen.


Gehirnw=E4sche f=FCr das Vorbild

         Masako, eine strahlende, polyglotte, in Harvard ausgebildete=20
Diplomatin, hatte den eher steifen Kronprinzen in der Hoffnung geheiratet,=
=20
den Chrysanthemen-Thron =F6ffnen zu k=F6nnen. Millionen von Japanerinnen=20
erkannten sich selbst in ihr wieder; eine Frau, die ihre Karriere aufgab,=20
um mit ihrem Prinzen eine Familie zu gr=FCnden. Sie hofften, Masako gelinge=
=20
es, am Hof die Erstarrung jener Rollen aufzuweichen, unter der sie zu Hause=
=20
mit ihren M=E4nnern =E4chzten. Masako, ein Vorbild f=FCr die moderne=
 japanische Frau.

         Nichts von alledem - das M=E4rchen ist verwelkt. Als Kronprinz=20
Naruhito im M=E4rz Frau und Tochter im schwiegerelterlichen Ferienhaus=20
besuchte, schlief er die dritte Nacht in einem Hotel. Kurz vor seiner=20
Abreise - allein -nach Europa, wo er in D=E4nemark und Spanien an=
 k=F6niglichen=20
Hochzeiten teilnehmen sollte, beklagte er sich - ein noch nie dagewesener=20
Vorgang - bei der Presse, Masako sei zerm=FCrbt, sie k=F6nne ihre=
 Vorstellungen=20
am Hofe nicht verwirklichen. Ihre Pers=F6nlichkeit werde unterdr=FCckt. In=
 elf=20
Jahren hat die =ABKaiserliche Haushalts-Agentur=BB - die=
 Verwaltungs-Maschine=20
des Hofes mit tausend Angestellten, darunter eine Historikerabteilung - dem=
=20
Paar nur ein halbes Dutzend Auslandreisen bewilligt. Nicht erw=E4hnt, aber=
=20
impliziert hat Naruhito den enormen, auf der mittlerweile 4o-j=E4hrigen=20
Masako lastenden Druck, dem Kaiserhaus einen m=E4nnlichen Erben zu geb=E4ren=
.=20
Auch um die Erziehung der zweieinhalbj=E4hrigen Prinzessin Aiko soll es=20
Streit gegeben haben: Das Kronprinzenpaar ging einige Male in einen=20
=F6ffentlichen Park, damit das T=F6chterchen Kontakt mit =ABnormalen=BB=
 Kindern=20
habe. Das wurde prompt abgestellt. Die Kaiserliche Haushaits-Agentur stuft=
=20
die Institution =ABKaiser=BB nun mal h=F6her ein als das Wohlleben des=20
gegenw=E4rtigen Throninhabers und seiner Erben. Der Tenno, so die offizielle=
=20
Ideologie, symbolisiere die ethnisch homogene japanische Nation und stehe=20
f=FCr die Kontinuit=E4t der mit 2500 Jahren l=E4ngsten ungebrochenen=20
Herrscherdynastie der Welt.


Aus der Mottenkiste hervorgezaubert

Der Kaiser als Oberhaupt eines monoethnischen Einheitsstaats Japan, das ist=
=20
eine historische Fiktion. Bis in die Neuzeit war Nippon ein Mosaik vieler=20
F=FCrstent=FCmer mit ethnisch heterogenen Urspr=FCngen. Der Kaiser spielte=
 seit=20
Jahrhunderten als Monarch keine Rolle; er war bloss Oberhaupt der=20
Shinto-Religion und jenseits der Stadtgrenzen von Kioto kaum bekannt. Japan=
=20
wurde von einem Schogun beherrscht, einem Milit=E4rdiktator, der das von=20
Armut geplagte, unruhige, zersplitterte Inselreich gegen die Aussenwelt=20
abschottete.

Erst in der zweiten H=E4lfte des 19. Jahrhunderts holte man den Kaiser aus=
=20
der Versenkung. Man machte ihn zur Galionsfigur, um den Schogun zu st=FCrzen=
.=20
Nachdem die USA Japan 1854 gezwungen hatten, sich ihren Handelsinteressen=20
zu =F6ffnen, erkannte man die Notwendigkeit politischer Reformen. Der=
 alsbald=20
angeschobenen Modernisierung verpasste man das Etikett einer Restauration=20
des =ABurspr=FCnglichen Japan=BB. Der Kaiser sollte seine Macht=
 =ABzur=FCckerhalten=BB,=20
die er ein halbes Jahrtausend nie innehatte. Aus Blut, Boden,=20
Konfuzianismus, Shinto-Mythen, und dem Ehrenkodex der Samurai-Krieger-Kaste=
=20
zimmerten die Propagandisten eine Staatsideologie, f=FCr die sie sich auch=
 im=20
Zeremonien-Arsenal europ=E4ischer Nationalstaaten bedienten, zumal des=
 deutschen.

Unter dem Meiji-Kaiser, der das Land von 1867 bis 1912 regierte, wurde=20
Japan zu einer aufgekl=E4rten, absolutistischen Monarchie. Der Kaiser war=
 ein=20
Gott, unfehlbar; er stand =FCber dem Recht, verk=F6rperte Tugend, Moral und=
=20
alles Ja-D=E4nische. Sein Enkel Hirohito, der den Thron 1925 bestieg, gefiel=
=20
sich in der Metapher, er sei der Kopf, das Volk der K=F6rper der japanischen=
=20
Nation. Er positionierte sich in den ersten zwanzig Jahren seiner=20
Regentschaft (1925-1989) im Zentrum der Macht, zumal der milit=E4rischen.=20
Unter seiner F=FChrung kolonisierte Japan China und weite Teile=
 S=FCdostasiens;=20
in seinem Namen meuchelten und vergewaltigten japanische Soldaten=20
Hunderttausende.

Warum Douglas MacArthur, der amerikanische General, der Japan nach der=20
Kapitulation 1945 als Prokonsul regierte, Hirohito nicht vor ein=20
Kriegsgericht stellte, sondern in die Rolle eines konstitutionellen=20
Monarchen lobte, wissen wir bis heute nicht. Und auch nicht, was Hirohito=20
davon abhielt, schamhaft abzutreten. Statt Verantwortung zu =FCbernehmen,=20
wollte er fortan eine Geisel seiner Gener=E4le gewesen sein - und hatte=20
eigentlich von gar nichts gewusst. Nur einigen seiner Unterlinge wurde der=
=20
Prozess gemacht. Derweil durfte Hirohito sich unter der sch=FCtzenden Hand=
=20
General Ma-cArthurs dorthin zur=FCckziehen, wo seine Vorfahren vor der=20
Meiji-Zeit ihr Kaisersein pflegten: ins Private. Allerdings nun mit dem=20
ganzen Ballast der zur Meiji-Zeit erfundenen und aufgemotzten Traditionen:=
=20
ein Gottk=F6nig ohne G=F6ttlichkeit, martialisch, aber machtlos, unfehlbar,=
=20
aber irrelevant; mit Br=E4uchen, die - ihrer Semiotik der Macht beraubt -=20
inzwischen anmuten wie eine hochkultivierte leere Maskerade. Unter solchen=
=20
Umst=E4nden ist nicht gut Kaiser sein.

Gleichwohl vermochte der enigmatische Hirohito seiner kastrierten,=20
entmilitarisierten Rolle einigermassen gerecht zu werden. An eine =D6ffnung=
=20
des Kaiserhauses dachte er nie. Erst sein Sohn Akihito, Kaiser seit 1989,=20
suchte dem Thron etwas Volksn=E4he zu verleihen. Als erster Kaiserlicher=20
heiratete er 1959 mit Michiko, der Tochter einer reichen=20
Industriellenfamilie, eine B=FCrgerliche - es blieb ihm nichts anderes=
 =FCbrig;=20
MacArthur hatte den Adel, mit Ausnahme der derzeit 24-k=F6pfigen=20
Kaiserfamilie, abgeschafft. Gleichsam als Geste f=FCrs Volk verbot Akihito=
=20
den kaiserlichen Chauffeuren, Rotlichter zu =FCberfahren.


Gute Kaiserliche, b=F6se K=E4mmerlinge

Michiko machte nachihrer Hochzeit =E4hnliche Schwierigkeiten durch wie nun=
=20
Masako. Sie erlitt einen Nervenzusammenbruch, ertrug die Isolation und die=
=20
steifen Formen schlecht. Nachdem sie in der sechziger Jahren ein Kind=20
w=E4hrend der Schwangerschaft verloren hatte  wof=FCr sie manche=
 Hofschranzen=20
selbst verantwortlich machten , zog sie sich ein halbes Jahr von ihren=20
kaiserlichen Pflichten zur=FCck. Dreissig Jahre sp=E4ter verlor sie in einer=
=20
Krise vor=FCbergehend gar ihre Stimme. Mitgef=FChl f=FCr ihre=
 Schwiegertochter=20
Masako zeigt sie gleichwohl nicht; im Gegenteil, wenn man den=20
Frauenzeitschriften glauben mag: Sie soll es gewesen sein, die Klein Aikos=
=20
Ausfl=FCge in den Park gestoppt habe.

Japans Kaiserliche haben keine Freunde, keine privaten Telefonlinien =96 und=
=20
erst recht keine Mobiltelefone. Sie tragen eine paradoxe B=FCrde: Sie sind=
=20
ausgemusterte G=F6ttliche, d=FCrfen ihre goldenen K=E4fige kaum verlassen=
 und=20
ihre Zeremonien-Masken nicht =F6ffentlich abstreifen. Dazu geh=F6rt auch die=
=20
Sprache: Das Kaiserhaus spricht ein Japanisch, das normale Leute kaum=20
verstehen.

Schuld an Masakos Leid ist, daran lassen die Medien keinen Zweifel, die=20
Kaiserliche Haushalts-Agentur, gegen die sich eine grosse Mehrheit der=20
Japaner mit Masako solidarisiert. Nur: Sind die Kaiserlichen wirklich=20
Sklaven ihrer K=E4mmerlinge? Obwohl diese Version viele Japaner zu=20
akzeptieren scheinen, ist sie kaum glaubhaft: K=F6nnen H=F6flinge=
 ausgerechnet=20
im hierarchiegl=E4ubigen Japan die Kaiserlichen wie Marionetten steuern?


Der Niedergang ist vorgezeichnet

W=E4hrend eine Parlamentskommission die M=F6glichkeiten einer =C4nderung der=
=20
Thronfolgeregelung von 1948 (!) studiert, die Frauen, also Aiko, vom Thron=
=20
aussperrt, weiss man von Akihito, er dr=E4nge auf einen m=E4nnlichen=20
Thronfolger. Als ob es in seiner angeblich ungebrochenen Abkunft von der=20
Sonneng=F6ttin Amaterasu nicht auch Kaiserinnen - die letzte vor wenig mehr=
=20
als zwei Jahrhunderten -, S=F6hne von Konkubinen und rivalisierende=20
Abstammungslinien gegeben h=E4tte.
Warum hat Kronprinz Naruhito nach seiner R=FCckkehr vorletzte Woche aus=20
Europa (wo er allein an der Heirat im spanischen K=F6nigshaus teilnehmen=20
musste) die Konfrontation mit der Kaiserlichen Haushalts-Agentur nicht=20
gesucht, wie das erwartet allgemein wurde?

Um dieser (und dem Publikum) seine =AB=C4usse-rung zu erl=E4utern=BB, worum=
 ihn die=20
Hofschranzen gebeten hatten. Weil er zu schwach ist, die Konfrontation=20
f=FCrchtet? Eine andere Erkl=E4rung dr=E4ngt sich auf: Naruhito k=F6nnte von=
 seinen=20
Eltern zur=FCckgepfiffen worden sein; als billigte der Kaiser selbst die=20
K=E4fighaltung seiner Familie. Warum? Die Kaisers haben ein=20
Public-Relations-Problem (wie das britische K=F6nigshaus auch. Nur ist das=
=20
britische zu laut und vulg=E4r, das japanische zu blass, zu matt und zu=20
tr=E4ge). Wenn dem so ist, so reagiert Akihito, wie man in diesem Land der=
=20
Masken meist reagiert: Er beordert die Kaiserlichen, sich hinter der Maske=
=20
der (falschen) Tradition zu ducken: Nur bitte nichts Neues.

Damit ziehen sich die Kaiserlichen endg=FCltig in die Belanglosigkeit=
 zur=FCck.=20
Das japanische Publikum wird sie weiterhin wohlwollend ignorieren - bis sie=
=20
so vergessen sein werden wie einst ihre Vorfahren in Kioto.


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Credit Suisse Group im Visier von Japans Justiz
Verdacht der Geldw=E4scherei

Tokio, 14. Juni, (ap)

  Die Schweizer Grossbank Credit Suisse Group ist in einen internationalen=
=20
Geldw=E4schereifall mit der japanischen Mafia verwickelt Die Z=FCrcher=
 Justiz,=20
die im vergangenen Dezember 61 Mio. Fr. beschlagnahmt hatte, schloss ein=20
Rechtshilfegesuch aus Japan ab. Wie der Z=FCrcher Bezirksanwalt Ivo Hoppier=
=20
auf Anfrage sagte, ging es bei dem Anfang April eingetroffenen=20
Rechtshilfegesuch um organisierte Kri minalit=E4t und Geldw=E4scherei. Im=20
Zusammenhang mit dem Verfahren h=E4tten zwei japanische Delegationen die=20
Schweiz besucht. Am Freitag seien Beweismaterial und Dokumente nach Japan=20
verschickt=AB worden.

Wegen der unterschiedlichen Rechtssysteme sei die Zusammenarbeit mit den=20
japanischen Beh=F6rden nicht einfach gewesen, sagte der Sprecher des=20
Bundesamtes f=FCr Justiz, Folco Galli. Dank intensiven pers=F6nlichen=
 Kontakten=20
habe der Fall aber abgeschlossen werden k=F6nnen. Die CSG best=E4tigte=20
japanische Medienberichte, dass sie vom Fall betroffen ist. Sie habe von=20
Anfang an mit den Beh=F6rden kooperiert, sagte ein Firmensprecher. Zu=
 Details=20
nahm die Bank nicht Stellung, weil es sich um ein laufendes Verfahren=
 handelt.

Die Z=FCrcher Justiz ermittelt bereits seit vergangenem Dezember wegen=20
Verdachts auf Geldw=E4scherei gegen den japanischen Yakuza-Boss Susumu=20
Kajiyama. Damals wurden zwei Z=FCrcher Konten Kajiyamas gesperrt und=20
insgesamt 61 Mio. Fr. beschlagnahmt. Das Geld soll von Japan =FCber Hongkong=
=20
in die Schweiz gebracht worden sein. Kajiyama gilt in Japan als f=FChrender=
=20
Kopf der Yamaguchi-Gumi-Bande und soll mit illegalen Kreditgesch=E4ften=20
j=E4hrliche Gewinne von =FCber 900 Mio. $ einstreichen. Die in Z=FCrich=20
beschlagnahmten Millionen sollen ebenfalls aus Wuchergesch=E4ften stammen.



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Chinas Autobahnbau im Korruptionssumpf
Quelle der Bereicherung f=FCr viele Funktion=E4re

Der Boom beim Bau von Autobahnen und Schnellstrassen in China bietet einen=
=20
fruchtbaren N=E4hrboden f=FCr Korruption grossen Stils. Trotz zahlreichen=20
Verurteilungen hoher Funktion=E4re zum Tode oder zu langj=E4hriger Haft=
 gehen=20
Milliarden an Staatsgeldern verloren, und die Schuldigen setzen sich oft=20
ins Ausland ab.

omn. Peking, im Juni

Lu Wanli war gewarnt worden. Der Direktor der Verkehrsabteilung in der=20
Provinzregierung von Guizhou hatte im Dezember 2001 erfahren, dass die=20
Disziplinkontrollkommission der Partei gegen ihn ermittelte, und zwar in=20
Sachen Korruption. Es fiel ihm nicht schwer, einen falschen Pass zu=20
erhalten, und im Januar 2002 reiste er aus. Zun=E4chst setzte er sich nach=
=20
Hongkong ab und von dort aus reiste er - wie eine Finanzzeitschrift sp=E4ter=
=20
ermittelte - weiter nach Fidschi. Anders als in den meisten F=E4llen dieser=
=20
Art wurde er schon wenige Monate sp=E4ter an die chinesischen Beh=F6rden=20
ausgeliefert. In der vergangenen Woche wurde er zum Tode verurteilt. Die=20
Staatsanwaltschaft konnte ihm Korruption und schwere Bestechung in 33=20
F=E4llen sowie ein pers=F6nliches Verm=F6gen von 55 Millionen Yuan (6,7=
 Millionen=20
Dollar) nachweisen. Als Leiter des Verkehrsamtes der Provinz war Lu f=FCr=
 den=20
Bau neuer Autobahnen und Schnellstrassen zust=E4ndig. Auf diesem Sektor sind=
=20
die Investitionen und das Auftragsvolumen derzeit so hoch, dass sich bei=20
der Projektvergabe, Materialbeschaffung und Wartung pr=E4chtig verdienen=20
l=E4sst, wenn man nur am richtigen Schreibtisch sitzt. Da chinesische=20
Provinzen oft =FCber 60 Millionen Einwohner haben, sind die =F6ffentlichen=
=20
Gelder, =FCber die ein solcher Direktor im Alleingang verf=FCgen darf,=20
betr=E4chtlich.

Tausende neuer Autobahnkilometer
Seit 1997 sind nicht weniger als 14 hohe Funktion=E4re von Verkehrsb=FCros=
 in=20
mehreren Provinzen abgel=F6st und zum Tode oder zu hohen Freiheitsstrafen=20
verurteilt worden. In der zentralchinesischen Provinz Henan hat es gleich 3=
=20
Direktoren in Folge erwischt. Im Januar dieses Jahres musste als dritter=20
auch Tong Yanbai seinen Sessel r=E4umen. Die Inspektoren hatten=20
herausgefunden, dass eine nagelneue Autobahn in seiner Provinz schwere=20
Qualit=E4tsm=E4ngel aufwies. Tong soll sich daraufhin rechtzeitig -=
 gleichfalls=20
mit einem falschen Pass - nach Australien abgesetzt haben. Wer hat ihn=20
vorgewarnt, fragen sich jetzt manche. Einer seiner Untergebenen will=20
wissen, dass der Boss seinen Namen ge=E4ndert hat und inzwischen wohl eine=
=20
Green Card besitzt. In Sichuan wurden Liu Zhongshan, Direktor des=20
Provinzverkehrsb=FCros, zum Tode und sein Stellvertreter Zheng Daofang zum=
=20
Tode mit zweij=E4hrigem Vollzugsaufschub (bei gutem Verhalten in=20
lebensl=E4ngliche Haft umzuwandeln) verurteilt - gleichfalls wegen aktiver=
=20
und passiver Bestechung.
Nach Angaben der in Peking erscheinenden =ABChina Daily=BB kostet der Bau=
 eines=20
Kilometers Autobahn je nach Provinz und Streckenlage zwischen 1,3 Millionen=
=20
und 13,8 Millionen Dollar. Allein im Jahr 2003 wurden landesweit =FCber 4600=
=20
Kilometer Autobahnen und Schnellstrassen gebaut, und bis zum Jahr 2010 soll=
=20
das Netz von gegenw=E4rtig rund 30 000 auf 70 000 Kilometer ausgeweitet=20
werden. F=FCr raffgierige Staatsdiener ist es da nicht schwer, sich von=20
diesem grossen Kuchen ihr eigenes St=FCck abzuschneiden.

Kaum Trennung von Politik und Gesch=E4ft
Dabei wird die Korruption grossen Stils vom System beg=FCnstigt, das sich im=
=20
=DCbergang von der Kommando- zur Marktwirtschaft befindet und kaum wirksame=
=20
Kontrollen gegen den Missbrauch kennt. So war der nach Australien geflohene=
=20
Tong Yanbai nicht nur Mitglied der Provinzregierung von Henan, sondern auch=
=20
Aufsichtsratsvorsitzender der privaten Baufirma, die den Zuschlag f=FCr den=
=20
Autobahnbau bekam. Die schon vor Jahren angek=FCndigte Trennung von Politik=
=20
und Gesch=E4ft funktioniert in den wenigsten F=E4llen, so dass sie legalen=
=20
Gewinne von Auftr=E4gen der =F6ffentlichen Hand zumeist in die Taschen=
 weniger=20
Funktion=E4re fliessen, die zugleich Privatunternehmer sind. Abzusahnen ist=
=20
da gleich auf mehreren Ebenen. Zun=E4chst vergibt der Funktion=E4r den=
 Auftrag=20
quasi an seine eigene Firma. Die bekommt die Mittel, spart aber bei=20
Material und Bauausf=FChrung, so dass h=E4ufig schwere Qualit=E4tsm=E4ngel=
=20
auftreten, die wiederum zu hohen Kosten f=FCr die =F6ffentliche Hand behoben=
=20
werden m=FCssen.

Nach Presseangaben waren mehrere Abschnitte einer Autobahn in Henan derart=
=20
mit M=E4ngeln behaftet und von Schlagl=F6chern =FCbers=E4t, dass enorme=
 Summen f=FCr=20
die Reparaturen ausgegeben werden mussten. Ein Abschnitt zwischen den=20
St=E4dten Luoyang und Sanmenxia musste sogar v=F6llig weggesprengt und neu=
=20
gebaut werden, nat=FCrlich mit Staatsgeldern. Die 1992 eingeweihte Br=FCcke=
=20
=FCber den Gelben Fluss (Huanghe) in der Provinzhauptstadt Zhengzhou sollte=
=20
wenigstens 30 Jahre halten. Allein in den Jahren 1995/96 jedoch wurden neun=
=20
grosse, acht mittlere und mehrere kleine Reparaturen n=F6tig. Sie kosteten=
=20
mit umgerechnet 7,7 Millionen Dollar fast so viel wie der Neubau. Die=20
Ursachen f=FCr den Pfusch am Bau sind bekannt, werden jedoch nur selten=20
beseitigt. Da wird das Strassenbett ungen=FCgend befestigt, weil statt=20
Acht-Tonnen-Bulldozer nur Viertonner statt drei nur zwei Tage lang zum=20
Einsatz kommen. Weil die Baufirmen lieber den billigen Zement f=FCr 24=
 Dollar=20
die Tonne anstatt den besseren f=FCr 31 Dollar bestellen, reisst die=20
Strassendecke und wird vom Regen ausgewaschen. =ABMan kann das sofort=20
erkennen, aber die Inspektoren sind ja auch bestochen worden und sehen=20
weg=BB, erz=E4hlt ein Ingenieur.

Fachleute meinen, es g=E4be l=E4ngst alle m=F6glichen Bestimmungen und=
 Gesetze,=20
doch k=E4men sie in der Grauzone zwischen Staat und Wirtschaft kaum zur=20
Anwendung, etwa wenn es um die Ausschreibungen, die Finanzierung oder die=20
Kostenkontrolle gehe. Zumindest in Henan will man jetzt aufr=E4umen. Alle=20
Projekte =FCber 60 000 Dollar m=FCssen k=FCnftig =F6ffentlich und alle =FCbe=
r 3,6=20
Millionen Dollar auch international ausgeschrieben werden. Bisher=20
allerdings haben Staatsdiener, die auch gewiefte Gesch=E4ftsleute sind,=
 immer=20
wieder Wege zur Bereicherung gefunden, und so d=FCrfte die lange Kette der=
=20
korrupten Funktion=E4re so schnell nicht abreissen.


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Chinas Weiser kommt zur=FCck
Renaissance des Konfuzius im Reich der Mitte
Nicht l=E4nger nur die Lehren des Grossen Vorsitzenden Mao, sondern immer=20
mehr auch die Weisheiten des Philosophen Konfuzius werden in China=20
beherzigt. Konfuzius, der das Edle im Menschen zu st=E4rken suchte, findet=
=20
wieder sehr viel Anklang.
omn. Peking, im Juni
Bevor die Sch=FClerinnen und Sch=FCler der Experimentalschule in Qufu=20
allmorgendlich ihre Leseoder Rechenb=FCcher aufschlagen, zitieren sie erst=
=20
einmal aus den Werken des grossen Philosophen. Angesagt ist nicht mehr der=
=20
Pionier-Appell, und es sind nicht die klassischen Marxisten oder gar die=20
Spr=FCche des Grossen Vorsitzenden aus der Mao-Bibel, die von den=20
Primarsch=FClern unisono in den Raum geschmettert werden, sondern die=
 Annalen=20
des Konfuzius. Kongfuzi, wie er wirklich heisst, ist der wohl bekannteste=20
Philosoph und Weise Chinas (551 bis 479 v. Chr.) und erlebt eine neue=20
Renaissance, wo die kommunistische Ideologie ausgedient hat und viele nach=
=20
einer neuen geistigen Orientierung suchen. Vor allem in seiner Heimat Qufu=
=20
in der ostchinesischen Provinz Shandong kommt der sittenstrenge Moralist=20
und Ethiker zu hohen Ehren.

Suche nach neuen Orientierungshilfen
=BBKonfuzius hat uns einen grossen Reichtum an wertvollem Erbe hinterlassen=
=20
und grossen Einfluss auf die chinesische Kultur, die soziale Struktur und=20
viele andere Bereiche ausge=FCbt=AB, befindet Liu Haixia, der in der=20
Stadtregierung f=FCr die Erhaltung des Konfuzius-Tempels, des Friedhofes und=
=20
des Familiensitzes der Familie Kong verantwortlich ist. Alle Anlagen sind=20
grossz=FCgig restauriert und gelten seit 1994 als Teil des Weltkulturerbes=
=20
der Uno-Organisation f=FCr Erziehung, Wissenschaft und Kultur (Unesco). Rund=
=20
drei Millionen Besucher aus aller Welt pilgern allj=E4hrlich nach Qufu=20
(gespr.: Tj=FCfu), das inzwischen gelernt hat, seinen grossen Sohn auch zu=
=20
vermarkten. Von unz=E4hligen Statuen und Steinabrieben =FCber T-Shirts und=
=20
B=FCcher gibt es ein breites Angebot an Kongfuzi-Memorabilien, gekr=F6nt vom=
=20
landesweit und auch im Ausland gesch=E4tzten Kongfu-Jiajiu=20
(Konfuzius-Familienschnaps), einem hochprozentigen Weissen, der in=20
bauchigen braunen Tonflaschen daherkommt. Das wachsende Interesse an=20
Konfuzius hat durchaus seine Berechtigung, meint Prof. Kong Fanjin von der=
=20
Shandong-Universit=E4t, der sich wie alle Tr=E4ger des Familiennamens Kong=
 gern=20
auf die Abstammung von dem vielleicht ber=FChmtesten Chinesen beruft. =BBG=
=FCte=20
und Aufrichtigkeit unter den Menschen sind in der Welt von heute wertvolle=
=20
G=FCter=AB, sagt er. Seit 1988 sind immerhin auch 75 Nobelpreistr=E4ger=
 dieser=20
Meinung. Wenn die Menschheit das 21. Jahrhundert erleben wolle, m=FCsse sie=
=20
von der Weisheit des Konfuzius lernen, schrieben sie damals in einer=20
gemeinsamen Erkl=E4rung. F=FCr Kong steht die Renaissance des grossen=
 Gelehrten=20
erst am Anfang: =BBWir haben erst einen Teil des Wesens seiner Lehren=20
begriffen=AB, sagt der 79-j=E4hrige Forscher mit der Bescheidenheit des=20
Kongfuzi, der das Lernen =FCber alles stellte und in seinen Annalen schrieb:=
=20
=BBZu wissen, dass man nichts weiss, das erst ist Wissen.=AB
Die Kulturrevolution =FCberlebt
Die Herrschenden vieler Dynastien haben sich auf den Weisen berufen, denn=20
neben G=FCte und Gerechtigkeit, Gelehrsamkeit und Bescheidenheit predigte=
 der=20
Moralist auch die Unterordnung  der Frau unter den Mann, des Kindes unter=20
den Vater und des Volkes unter den Herrscher. Zwar stand der =BBEdle=AB als=
=20
moralisch einwandfreier Mensch ohne R=FCcksicht auf seine soziale Herkunft=
 im=20
Mittelpunkt der Lehre, doch sollte er sich als gehorsamer Untertan des=20
Staates verstehen, der nicht per Gesetz, sondern mit Riten regierte. Stand=
=20
der Philosoph lange in Ehren, so wurde er unter Mao Zedong (1893 bis 1976)=
=20
wie alle Intellektuellen ein Opfer der Kulturrevolution von 1966 bis 1976=20
gegen alles =DCberlieferte, und auch er wurde rigoros vom Sockel gestossen.=
=20
Inzwischen sind an =FCber tausend Schulen wieder seine Statuen zu finden,=
 und=20
seine Lehre  kritisch interpretiert  ist vielerorts Pflichtfach. Die=20
Regierung sehe in vielen Lehrs=E4tzen des Moralisten Leitlinien f=FCr ihre=
=20
Arbeit, schrieb die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Und Zhang Zhuxiu,=
=20
ein Angeh=F6riger der Provinzregierung von Shandong, nennt die Lehre des=20
Moralisten sogar =BBbedeutsam f=FCr die Regierenden in allen L=E4ndern der=
 Welt=AB.


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Stimmung in Japan auf 13-Jahre-Hoch

Wachsende Zuversicht auch bei Kleinuntemehmen

Japans Unternehmen erfreuen sich bester Stimmung. Wie die von der=20
Zentralbank viertelj=E4hrlich durchgef=FChrte Tankan-Umfrage zeigt, wurden=
 die=20
allgemeinen Gesch=E4ftsaussichten seit 13 Jahren noch nie so positiv=20
beurteilt wie dieser Tage. Es f=E4llt dabei auf, dass die Zuversicht endlich=
=20
auch auf kleinere Unternehmen ausstrahlt.
// Tokio, im Juli

Das robuste Wachstum der weltweit zweitgr=F6ssten Industrienation geht mit=
=20
einer markanten Aufhellung der Stimmungslage bei den Unternehmen einher.=20
Wie die viertelj=E4hrlich von der Zentralbank durchgef=FChrte Tankan-Umfrage=
=20
zeigt, haben Japans Grosskonzeme ihre allgemeinen Gesch=E4ftsaussichten seit=
=20
dem Platzen der Finanzmarkt-Spekulationsblase vor dreizehn Jahren noch nie=
=20
so positiv beurteilt wie dieser Tage. Der sogenannte Diffusionsindex, der=20
durch die Saldierung optimistischer und pessimistischer Stimmen zu den=20
wirtschaftlichen Aussichten berechnet wird, kam bei den Grossunternehmen=20
des verarbeitenden Gewerbes auf einen positiven Wert von 22 zu stehen.=20
Dieser gegen=FCber der M=E4rz-Umfrage um 10 Punkte h=F6here Umfragewert=
 erstaunte=20
die =D6konomen wegen seines hohen Niveaus.
Grossz=FCgigere Investitionspl=E4ne
Besonders erfreulich an den Resultaten der Umfrage, an der landesweit 10=20
400 Unternehmen teilnahmen, ist die wachsende Zuversicht auch bei kleineren=
=20
Unternehmen. Diese waren Japans j=FCngster Wirtschaftserholung, die=20
namentlich in der Fr=FChphase prim=E4r von dynamischen Exporten angetrieben=
=20
worden war, stets etwas hinterhergehinkt. Der Index f=FCr kleine Unternehmen=
=20
des verarbeitenden Sektors kam nun bei der Juni-Umfrage auf einen positiven=
=20
Wert von 2 zu stehen. Dies bedeutet, dass sich in diesem Wirtschaftszweig=20
erstmals seit November 1991 die Optimisten wieder in der Mehrheit befinden.=
=20
Von gewichtiger Bedeutung ist dieses Ergebnis vor allem deshalb, weil im=20
kleingewerblich strukturierten Japan - =E4hnlich wie in der Schweiz -=20
kleinere und mittlere Unternehmen f=FCr den weitaus gr=F6ssten Teil der=20
Arbeitspl=E4tze verantwortlich sind.

Als weiteres Positivum zu vermerken ist die deutliche Anpassung der=20
Investitionsplane nach oben. Hatten die befragten Grossunternehmen noch vor=
=20
drei Monaten f=FCr das laufende Fiskaljahr per Ende M=E4rz 2005 einen=
 R=FCckgang=20
der Investitionen um 0,6% in Aussicht gestellt, wird nun mit einer=20
Expansion um 5,7% im Vorjahresvergleich gerechnet. Der tiefere Griff in die=
=20
eigenen Kassen d=FCrfte dabei nicht zuletzt mit den soliden Gewinnausweisen,=
=20
die der gr=F6sste Teil der Industrie f=FCr das vergangene Gesch=E4ftsjahr=
 2003/04=20
pr=E4sentieren konnte, zu erkl=E4ren sein. Zur Stimmungsaufhellung=
 beigetragen=20
hat aber auch die leicht entspanntere Lage an der W=E4hrungsfront, wo die zu=
=20
Jahresbeginn steile Aufwertung des Yen trotz der Beendigung staatlicher=20
Devisenmarktinterventionen abgebremst werden konnte. Die grossz=FCgigeren=20
Investitionspl=E4ne d=FCrfen dennoch nicht =FCberinterpretiert werden. So=
 geh=F6rt=20
es zum saisonalen Muster, dass die entsprechenden Pl=E4ne zu Beginn des=20
Fiskaljahres zun=E4chst sehr konservativ gesch=E4tzt und danach sukzessive=
 nach=20
oben angepasst werden.
Ist der Zenit erreicht?
Nimmt man die Prognosen der befragten Unternehmen zum Massstab, d=FCrfte die=
=20
Stimmung nun aber ihren Zenit erreicht haben, wenn auch auf einem=20
zugegebenermassen hohen Niveau. Mit Blick auf die h=F6heren Leitzinsen in=
 den=20
USA und die Bestrebungen Chinas, den heimischen Wirtschaftsgang abzuk=FChlen=
,=20
d=FCrfte sich zum einen das Wachstum auf den beiden wichtigsten=
 Absatzm=E4rkten=20
verlangsamen. Zum anderen sind auch im Inland bremsende Faktoren=20
auszumachen. Dazu z=E4hlt etwa der Auftrieb der Zinsen am langen Ende. Vor=
=20
dem Hintergrund einer weiterhin eher verhaltenen Konsumnachfrage=20
entt=E4uschten in den vergangenen Tagen aber auch verschiedene=20
Konjunkturstatistiken die Erwartungen. Dies gilt namentlich f=FCr den=20
Konsumentenpreisindex im Monat Mai, der eine anhaltend hartn=E4ckige=20
Deflation spiegelte, und die im gleichen Monat unerwartet schwach=20
ausgefallene Industrieproduktion. Einige Auguren wollen daher bereits eine=
=20
wachsende Diskrepanz zwischen der allgemeinen Gef=FChlslage und den harten=
=20
Fakten erkennen.


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Digitales Sein im Reich der Mitte
Internet in China - Demokratisierung per TCP/ IP?
Nikola Wohllaib

         Der Literaturwissenschafter Weigui Fang schildert in seinem neuen=
=20
Buch die Internetnutzung in China. Er ist =FCberzeugt, dass das Internet in=
=20
China trotz Zensur die wichtigste Quelle alternativer Informationen ist,=20
und =E4ussert die Hoffnung, dass durch die Steckdose ein=20
Demokratisierungsprozess in Gang komme.

         Zensur des Internets, Zensur per staatlich verordneter=20
Filtersoftware neuerdings auch f=FCr SMS, Schliessung von Internetcafes und=
=20
Verhaftungen von Internetnutzern, die wegen =ABsubversiver Inhalte=BB lange=
=20
Haftstrafen verb=FCssen m=FCssen: Dies verbinden westliche Beobachter mit=
 dem=20
Internet in China. Berichte von Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty=20
Liternational oder Reporter ohne Grenzen prangern die Willk=FCr des=20
chinesischen Staatsapparates zu Recht an. Der Literaturwissenschafter=20
Weigui Fang ist jedoch =FCberzeugt, dass das Internet in China =ABdie=20
wichtigste Quelle der alternativen Informationen=BB sei und durch=20
=ABOnline-News und -Kommentare die Meinungsbildung sowie der=20
Demokratisierungsprozess durch die Steckdose in Gang k=E4men. =ABZwar noch=
=20
langsam und leise, aber im Ganzen doch stetig.=BB
Verschiedene Facetten
         Der Zwiespalt, in dem die chinesische Regierung steckt, ist=20
offensichtlich. Einerseits setzen die Machthaber in Peking alles daran,=20
regierungskritische Meldungen zu unterdr=FCcken und den Zugang zum Netz zu=
=20
kontrollieren. Andererseits tun sie vieles, um das Internet als Teil des=20
wirtschaftlichen Modernisierungsprozesses voranzubringen.
         Weigui Fang greift beide Tendenzen auf. Er lenkt aber vor allem=20
seinen Blick weg von der Zensurdebatte. Sein Buch =ABDas Internet und China=
 -=20
Digital sein, digitales Sein im Reich der Mitte=BB,* gerade im deutschen=20
Verlag Heinz Heise erschienen, zeigt verschiedene Facetten des chinesischen=
=20
Web und seiner Nutzer, ob Wanglian, wie die chinesische Cyberliebe heisst,=
=20
oder die chinesische Leidenschaft f=FCr Onlinespiele mit bis zu 800 000=20
Spielern, die gleichzeitig =FCber das Netz gegeneinander antreten. Vieles=
 ist=20
in ironischem, teilweise auch poetischem Ton gehalten, wenn es etwa um die=
=20
Cybervariante des Qingming-Fests, des Fests des =ABhellen Lichts=BB, geht.=
 Bei=20
Weigui Fang stehen dann jahrhundertealte Gedichte neben aktuellen=20
Netz-Inschriften an tote Familienmitglieder.

         China gl=E4nzt in fast allen Wirtschaftsbereichen mit=20
beeindruckenden Wachstumsraten. Die Internetdurchdringung ist jedoch noch=20
relativ gering: Ende 2003 surften fast 80 Millionen Chinesen im Reich der=20
Mitte. Das sind etwa 6,2 Prozent der Bev=F6lkerung. Und die sitzen vor allem=
=20
in den reichen Ostk=FCstenmetropolen oder in Peking. Selten im Hinterland.=
=20
Die digitale Spaltung ist in China Realit=E4t, auch wenn das Land hinter den=
=20
USA die zweitgr=F6sste Internetnation der Welt darstellt.

         Die =ABSinisierung des Web=BB schreite, so Weigui Fang,=
 unaufhaltsam=20
fort, die Vorherrschaft der englischen Sprache werde in Frage gestellt.=20
Anzeichen ist die zunehmende Registrierung rein chinesischsprachiger=20
Domainnamen. Dar=FCber hinaus k=F6nnten sich chinesische Nutzer seit Ende=
 2003=20
in chinesischer Zeichensprache einloggen. Auch Dienstleister wie=20
www.3721.com, eine Art chinesisches Google, unterst=FCtzten den Prozess,=
 denn=20
dort werden auch Schl=FCsselw=F6rter in chinesischen Zeichen akzeptiert, und=
=20
die Suchmaschine spuckt die entsprechenden URL aus.

Rezepte f=FCr Internetunternehmer

Wirtschaftlich interessierten Lesern verdeutlicht Weigui Fang das=20
Internet-Gesch=E4ftsmodell =ABmit chinesischen Eigenarten=BB. Seine Formel=
=20
=ABWerbung + SMS + Onlinespiele =3D Gesch=E4ftserfolg=BB erl=E4utert er=
 ausf=FChrlich=20
anhand chinesischer Realit=E4t in den Wangbas, wie die chinesischen=20
Internetcafes heissen. Diese Formel habe nach anf=E4nglichem Auf und Ab den=
=20
grossen chinesischen Webportalen www.sohu.com, www.sina.com.cn,=20
www.netease.com und www.tom.com H=F6henfl=FCge bei den Ums=E4tzen beschert.

         So zeigen neueste Statistiken, dass die Zahl chinesischer=20
Onlinespieler zwischen 100 000 und 300 000 im Monat w=E4chst. Und 50 Prozent=
=20
des Gesch=E4ftszuwachses auf den Megaportalen mit SMS erzielt werden. Nur=20
beim E-Business hapere es: Bestellung per Mausklick, Auslieferung per=20
Fahrrad und Bezahlung in bar, bringt es Wengui Fang auf den Punkt.

* Weigui Fang: Das Internet und China. Digital sein, digitales Sein im=20
Reich der Mitte. Verlag Heinz Heise, Hannover 2004. 188 S.


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Japan
NTT trotz Gewinn mit skeptischem Ausblick.
tf. Japan10.08.2004
Das nach Massgabe des Umsatzes weltgr=F6sste Unternehmen der=20
Telekommunikation, Nippon Telegraph & TelephoneCorp. (Nil), hat zwischen=20
April und Juni einen Reingewinn von 185,8 Mrd. Yen und ein betriebliches=20
Ergebnis von 422,0 Mrd. Yen erzielt. Der Umsatz kam bei 2,65 Bio. Yen zu=20
stehen. Vergleichszahlen aus dem Vorjahr werden keine vorgelegt, zumal NTT=
=20
erstmals Quartalswerte pr=E4sentiert. Das Unternehmen h=E4lt an der Prognose=
=20
eines Betriebsgewinns von 1,18 Bio. Yen im vollen Gesch=E4ftsjahr per M=E4rz=
=20
2005 fest; diese Sch=E4tzung k=E4me einem R=FCckgang im Vorjahresvergleich=
 um 24%
gleich. Der skeptische Ausblick erkl=E4rt sich nicht zuletzt mit dem j=FCngs=
t=20
deutlich st=E4rker gewordenen Preisdruck im Mobilfunk-Bereich, der prim=E4r=
 dem=20
Tochterunternehmen Nil Docomo zusetzt. Im Festnetz-Gesch=E4ft dr=FCckt zudem=
=20
die Konkurrenz durch die Intemet-Telefonie auf die Ertr=E4ge.

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Chinas schwieriger Umgang mit den Vereinigten Staaten

Misstrauen und viel Raum f=FCr Missverst=E4ndnisse

Das chinesisch-amerikanische Verh=E4ltnis ist eine der Schl=FCsselachsen der=
=20
Weltpolitik im 21. Jahrhundert. Es wird gepr=E4gt von beiderseitigem=20
Misstrauen und einem grossen Potenzial f=FCr Missverst=E4ndnisse. Von=
 Pekings=20
Warte ist die Taiwan-Frage der gef=E4hrlichste St=F6rfaktor in den=
 bilateralen=20
Beziehungen.


us. Schanghai, im Juli

Schanghai ist der richtige Ort, um den aktuellen Stand der=20
chinesisch-amerikanischen Beziehungen Revue passieren zu lassen. Es ist die=
=20
chinesische Metropole, die nach Jahrzehnten selbst auferlegter Isolation=20
sich am weitgehendsten und erfolgreichsten den einst als verderblich=20
verworfenen westlichen Einfl=FCssen ge=F6ffnet hat. In der fernen=
 Vorkriegszeit=20
hatten die Briten und Franzosen den Ton angegeben. Davon zeugt heute noch=20
ein grosser Teil der architektonischen Substanz des alten Schanghai. Doch=20
bereits in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg genossen die USA einen=20
besseren Ruf als die Europ=E4er. Sie traten nicht als Kolonialmacht auf und=
=20
lockten zudem die Chinesen als ein Paradies der unbegrenzten M=F6glichkeiten=
.=20
Mit dem Korea- Krieg, in welchem amerikanische und chinesische Truppen sich=
=20
in blutigen Schlachten direkt bek=E4mpften, =E4nderte sich das Image=
 Amerikas=20
grundlegend, und bis zur Wiederaufnahme der Beziehungen zur Zeit von Nixon=
=20
und Kissinger blieben die USA der erkl=E4rte Hauptfeind des Reichs der=
 Mitte.=20
Heute orientieren sich die Schanghaier wieder mit Vorliebe an den=20
Vereinigten Staaten.
Tektonische Verschiebungen
In letzter Zeit haben sich die Beziehungen zwischen China und den USA in=20
einem relativ ruhigen Fahrwasser bewegt. Die Entwicklungen w=E4hrend und=
 nach=20
dem Irak-Krieg hat Peking mit bemerkenswerter Zur=FCckhaltung kommentiert,=
=20
und vieles deutet darauf hin, dass China den global operierenden=20
Terrorismus islamistischer Extremisten mit derselben Besorgnis verfolgt wie=
=20
die USA. Die neue F=FChrung hat noch nicht das internationale Profil=20
erreicht, das sich der vorherige Pr=E4sident Jiang Zemin mit seiner stark=20
personalisierten Pflege der Beziehungen zu den USA zur Zeit von Pr=E4sident=
=20
Clinton zu verschaffen vermocht hatte. Das Reich der Mitte hat eine alte=20
Tradition, in seiner Aussenpolitik mit grosser Beharrlichkeit langfristige=
=20
Ziele zu verfolgen. Es ist deshalb n=FCtzlich, die tektonischen=20
Verschiebungen im Blick zu behalten, welche die Rolle Chinas in der Welt=20
massgeblich mitbestimmen werden.

Dabei handelt es sich prim=E4r um drei Entwicklungen. Die erste ergibt sich=
=20
aus den nat=FCrlichen Reibungen, die entstehen, wenn sich zu einer=20
bestehenden Supermacht eine neue Grossmacht mit globalen Aspirationen=20
gesellt. Die zweite Entwicklung umfasst die regionalen macht- und=20
sicherheitspolitischen Implikationen von Chinas absehbarem Aufstieg zur=20
wirtschaftlichen Vormacht Asiens. Die dritte Entwicklung hat die=20
Auswirkungen zum Inhalt, die Chinas fortbestehende Schw=E4chen und seine=20
teilweise wachsende Verwundbarkeit auf seine Aussen- und Sicherheitspolitik=
=20
haben werden.

Angst vor amerikanischer Umzingelung
Auch unter dem Eindruck von Chinas wirtschaftlichen Erfolgen haben in den=20
USA diejenigen Stimmen Auftrieb erhalten, die mittel- und l=E4ngerfristig=20
China als Amerikas gef=E4hrlichsten Gegner betrachten. Demgegen=FCber ist=
 aus=20
Pekings Sicht Amerika die grosse Bedrohung. Seit dem Verschwinden der=20
Sowjetunion und seit der drastischen Aufwertung des Kampfes gegen den=20
Terrorismus in der amerikanischen Sicherheitspolitik hat Washington sein=20
Engagement in Zentral- und S=FCdasien stark ausgebaut und an der=20
milit=E4rischen wie diplomatischen Front kr=E4ftige Terraingewinne=
 verzeichnen=20
k=F6nnen. Die USA haben heute in verschiedenen zentralasiatischen Staaten=20
Sicherheitskr=E4fte stationiert, und es ist Washington unter Beibehaltung=
 der=20
engen Kooperation mit dem pakistanischen Regime gelungen, die bilateralen=20
Beziehungen mit Indien au: ein h=F6heres Niveau zu heben. Vor diesem=20
Hintergrund spricht man in Peking von einer amerikanischen =ABUmzingelung=BB=
=20
Chinas.
Das chinesische Misstrauen wird durch die unter Pr=E4sident Bush und=20
Ministerpr=E4sident Koizumi deutlich verbesserten amerikanisch-japanischen=
=20
Beziehungen zus=E4tzlich gen=E4hrt. Die Warnungen vor einer R=FCckkehr des=
=20
japanischen Militarismus mag =FCbertrieben erscheinen. Doch die Entsendung=
=20
japanischer Selbstverteidigungsstreitkr=E4fte in den Irak sowie die=20
wiederholten Besuche Koizumis in Tokios Yasukuni-Schrein lassen sich=20
ausbeuten, um die Furcht vor einer Renaissance des japanischen=20
Nationalismus zu n=E4hren.
Der Krisenherd Taiwan
Die Sturmwolken, die sich im Vorfeld und w=E4hrend der taiwanischen=20
Pr=E4sidentschaftswahlen =FCber der Strasse von Taiwan aufget=FCrmt hatten,=
=20
scheinen sich wieder verzogen zu haben. Nichts w=E4re jedoch=20
verh=E4ngnisvoller, als wenn die Welt und vor allem Washington sich der=20
Illusion hingeben w=FCrden, die Taiwan-Frage k=F6nne als Kriegsgrund ein f=
=FCr=20
allemal abgeschrieben werden. Die gr=FCne Insel im S=FCdchinesischen Meer=
 ist=20
und bleibt einer der gef=E4hrlichsten Krisenherde der Welt. Es ist dies vor=
=20
allen anderen Herausforderungen, welche die chinesische F=FChrung zu=
 meistern=20
hat, der Test, bei dem sie sich nicht als Papiertiger erweisen darf. Wer=20
glaubt, dass China, das die Segnungen der wirtschaftlichen Modernisierung=20
entdeckt und sich nun dem utilitaristischen Streben nach dem=20
gr=F6sstm=F6glichen Gl=FCck der gr=F6sstm=F6glichen Zahl verschrieben hat,=
 eine=20
Erosion seines Anspruchs auf die R=FCckf=FChrung Taiwans unter Pekings=20
Souver=E4nit=E4t hinnehmen w=FCrde, erliegt einem gef=E4hrlichen Irrtum.

Im Fadenkreuz von Taiwan treffen zwei Faktoren aufeinander, die zusammen zu=
=20
einem Ausl=F6ser von Gewalt und Krieg werden k=F6nnen. Zum Ersten handelt es=
=20
sich um die Wahrung von Chinas Gesicht gegen aussen, zum Zweiten um interne=
=20
Machtanspr=FCche in Chinas F=FChrung. Erst vor kurzem demonstrierte Jiang=20
Zemin, der nach seinem R=FCcktritt als Partei- und Staatschef das=20
einflussreiche Amt des Vorsitzenden der Zentralen Milit=E4rkommission=20
beibehalten hat, bei einem Besuch der amerikanischen Sicherheitsberaterin=20
Rice, dass in Sachen Taiwan das letzte Wort bei ihm und dem seiner=20
politischen F=FChrung unterstellten Milit=E4r liegt. Die amerikanische=20
Administration hat aus Pekings Sicht bei den Eskapaden des taiwanischen=20
Pr=E4sidenten Chen Shui-bian in Sachen taiwanische Unabh=E4ngigkeit richtig=
=20
gehandelt. Pr=E4sident Bush hatte den taiwanischen Pr=E4sidenten mit aller=
=20
Klarheit wissen lassen, dass f=FCr die USA seine Peking provozierende=20
Taiwan-Politik v=F6llig inakzeptabel ist. Diese Reaktion hat in =E4hnlichem=
=20
Masse wie die Entsendung von amerikanischen Kriegsschiffen im Vorfeld der=20
taiwanischen Pr=E4sidentschaftswahlen 1996 die Gem=FCter beruhigt und den=20
offenen Ausbruch einer Krise verhindert.

Die Taiwan-Frage ist aber mit solchen kurzfristigen Massnahmen nicht=20
erledigt. Peking misstraut den USA, gleichzeitig denken seine milit=E4rische=
n=20
Planer unabl=E4ssig dar=FCber nach, wann der geeignete Zeitpunkt sein=
 k=F6nnte,=20
auf einen Schlag und mit Gewalt das Taiwan-Problem vom Tisch zu fegen. Der=
=20
Aufbau eines massiven Raketenarsenals auf dem Festland gegen=FCber der Insel=
=20
ist bekannt. Chinas Streitmacht mag noch viel Zeit ben=F6tigen, um die f=FCr=
=20
globale Eins=E4tze n=F6tige St=E4rke zu erreichen, f=FCr einen Blitzkrieg=
 gegen=20
Taiwan ist sie indessen dank reichlich fliessenden Ressourcen immer besser=
=20
ger=FCstet. Nimmt man noch hinzu, dass die USA ihre Streitmacht derzeit=
 durch=20
den Mittleren Osten in starkem Masse gebunden sehen, so k=F6nnte die=20
=DCberlegung, dass in absehbarer Zukunft der Zeitpunkt f=FCr einen Schlag=
 gegen=20
Taiwan gekommen ist, kr=E4ftig an Zuspruch gewinnen. Die Olympischen Spiele=
=20
von 2008, ja selbst die schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen eines=20
Krieges bei der Entscheidung f=FCr eine gewaltsame Option w=E4ren kaum=20
Hinderungsgr=FCnde.
Regionale Hegemonie
Peking hat sich wenn nicht in der Sache, so doch im Umgangston in den=20
letzten Jahren bei seinen hegemonialen Anspr=FCchen im S=FCdchinesischen=
 Meer=20
gegen=FCber seinen s=FCdostasiatischen Nachbarn konzilianter gegeben. Dies=
=20
=E4ndert nichts an der Tatsache, dass dieses geopolitisch wichtige Meer von=
=20
China fest als =ABm=E4re nostrum=BB beansprucht wird. Regelm=E4ssige=
 Gipfeltreffen=20
mit den Asean-Staaten, die Gr=FCndung der=
 Schanghai-Cooperation-Organisation,=20
die sich des zentralasiatischen Hinterhofs annimmt, und die - wenn auch=20
bisher ergebnislose - Vermittlungst=E4tigkeit Chinas im Rahmen der=20
Sechserrunden zu Nordkorea sind Wasser auf die M=FChlen derjenigen=20
amerikanischen Experten, die vor einem gef=E4hrlichen, im Aufbau begriffenen=
=20
Rivalen warnen. Noch unterst=FCtzt werden diese Perspektiven durch die in=20
j=FCngster Zeit stark gestiegene Bedeutung der chinesischen M=E4rkte f=FCr=
 die=20
japanische Industrie sowie durch Prognosen, wonach Chinas Wirtschaft sich=20
auf dem Wege befindet, Japan zu =FCberrunden.
Schliesslich muss aus amerikanischer Sicht beunruhigend wirken, dass=20
Russlands Macht im Fernen Osten drastisch geschwunden ist und sich Moskau=20
deshalb nicht als Gegengewicht eignet, wie dies China in der =C4ra Kissinger=
=20
f=FCr die USA in der Rivalit=E4t mit der Sowjetunion sein konnte. Peking=20
wiederum sieht die Dinge in einem v=F6llig anderen Licht. Die verst=E4rkte=
=20
Nutzung multilateraler Instrumente und das aktive Engagement in f=FCr die=20
Region wichtigen Angelegenheiten werden als defensive Strategie gewertet,=20
mit der China in einer Ungewissen Welt in seinem Urnfeld f=FCr Stabilit=E4t=
=20
sorgt. Es sind gerade die Schw=E4chen und Verletzlichkeiten, die in China=20
durch die Modernisierung zutage getreten sind, welche die chinesischen=20
Strategen motivieren, einem selbstbewussteren Auftreten Chinas das Wort zu=
=20
reden.
Am offenkundigsten sind diese Verletzlichkeiten zurzeit im Bereich der=20
Erd=F6lversorgung. China hat seine Politik der Selbstversorgung mit Erd=F6l=
=20
l=E4ngst aufgegeben. Inzwischen ist das Land hinter den USA zum weltweit=20
zweitgr=F6ssten Importeur von Erd=F6l geworden. Unterbr=FCche in der=
 =D6lversorgung=20
m=FCssten schwerwiegende Konsequenzen f=FCr die chinesische Wirtschaft=
 haben.=20
Insbesondere im Mittleren Osten ist Peking jedoch weder =F6konomisch noch=20
diplomatisch oder gar milit=E4risch in der Lage, seinen Interessen Nachdruck=
=20
zu verleihen. In der Tat halten die USA im =ABgrossen Spiel=BB um das=20
mittel=F6stliche Erd=F6l zwei Tr=FCmpfe in der Hand. Zum einen bestimmen sie=
=20
massgeblich, wie sich die Dinge im Mittleren Osten entwickeln, zum =E4ndern=
=20
verf=FCgen sie als einzige Macht =FCber die n=F6tigen milit=E4rischen=
 Mittel, um=20
internationale Seewege offen zu halten. Die chinesische Marine ist dagegen=
=20
nicht in der Lage, ausserhalb der China benachbarten Gew=E4sser operativ=20
t=E4tig zu werden.
Ambivalente Situation
Die Tatsache, dass in Chinas derzeitiger Entwicklungsphase mit dem=20
wirtschaftlichen Aufstieg auch die Entwicklung neuer Schwachstellen=20
einhergeht, sorgt f=FCr eine sehr ambivalente sicherheitspolitische=20
Situation. Auf der einen Seite wird die Rivalit=E4t mit den USA im j=FCngste=
n=20
Bericht der Volksbefreiungsarmee herausgestrichen, anderseits hat China=20
noch lange nicht die milit=E4rischen Mittel, um die Position der USA als=20
maritime Vormacht in Ostasien in Frage zu stellen. Ob China je zu einem=20
ernst zu nehmenden Rivalen der USA aufsteigen wird, wie dies einige=20
Verteidigungsexperten in den USA annehmen, steht deshalb in den Sternen=20
geschrieben. Eher wahrscheinlich ist, dass die Herausforderungen, mit denen=
=20
sich das Riesenland mit seiner Milliardenbev=F6lkerung konfrontiert sieht,=
=20
sich f=FCr eine solche Ambition als viel zu gross erweisen.
Beim derzeitigen Entwicklungsstand seiner milit=E4rischen Kapazit=E4ten=
 liegt=20
es in Chinas Interesse, w=E4hrend der kommenden Jahre sich eines niedrigen=
=20
Profils zu befleissigen. Um Zeit zu gewinnen, wird China unn=F6tige=20
Provokationen vermeiden wollen und seine unzureichende milit=E4rische St=E4r=
ke=20
durch die Diplomatie, vor allem auch durch die Handelsdiplomatie zu=20
kompensieren suchen. Wie zuletzt im Falle des Iraks offenkundig geworden=20
ist, k=F6nnen auch im 21. Jahrhundert bei allen technologischen Mitteln, die=
=20
selbst einer Supermacht zur Verf=FCgung stehen, Kriege durch eine falsche=20
Lagebeurteilung ausgel=F6st werden.




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Koizumi h=E4lt an umstrittenen Schreinvisiten fest
tf. Tokio, 11. August

Der japanische Ministerpr=E4sident Koizumi hat sich am Dienstag=
 unbeeindruckt=20
gezeigt von der antijapanischen Stimmung, die vergangene Woche beim=20
Asien-Cup in China zu teilweise gewaltt=E4tigen Ausschreitungen gef=FChrt=20
hatte, und f=FCr das kommende Jahr erneut einen Besuch des umstrittenen=20
Yasukuni-Schreins angek=FCndigt. In diesem Schrein wird nicht nur Millionen=
=20
japanischer Kriegstoter gedacht, die f=FCr ihr Land das Leben gelassen=
 haben,=20
sondern auch einiger nach dem Zweiten Weltkrieg abgeurteilter=20
Kriegsverbrecher, unter ihnen der Kriegspremierminister Hideki Tojo. Die=20
Besuche der St=E4tte durch japanische Politiker rufen daher vor allem in=20
S=FCdkorea und China, wo man in der ersten H=E4lfte des vergangenen=20
Jahrhunderts in besonderem Masse unter der brutalen Herrschaft der=20
japanischen Besetzer hatte leiden m=FCssen, scharfe Proteste hervor.
Weiterhin ein Besuch pro Jahr
Es ist denn auch prim=E4r diesen Besuchen zuzuschreiben, dass Koizumi, der=
=20
seit immerhin bald dreieinhalb Jahren sein Amt innehat, in Peking nach wie=
=20
vor als ungebetener Gast aufgelistet wird und dem Reich der Mitte noch=20
keine Visite hat abstatten k=F6nnen. Einmal mehr stellt Koizumi jedoch das=
=20
Schielen auf konservative Unterst=FCtzungsgruppen im Inland =FCber den seit=
=20
Jahrzehnten dringend anstehenden Prozess der Auss=F6hnung mit China. Der=20
Ministerpr=E4sident gestand am Dienstag zwar ein, dass die j=FCngsten=20
antijapanischen Proteste in Peking etwas mit seinen Schreinbesuchen zu tun=
=20
haben k=F6nnten. Er f=FCgte jedoch an, dass er sich deshalb keinesfalls von=
=20
seinem Plan abbringen lasse, der St=E4tte wie bisher einmal pro Jahr die=20
Aufwartung zu machen, wobei er das Datum der Visite im kommenden Jahr offen=
=20
liess. Unbeeindruckt von den Protesten in Peking zeigten sich auch drei=20
Mitglieder des japanischen Kabinetts, die f=FCr den kommenden Sonntag, den=
=20
Jahrestag der Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg, ihren Besuch des=20
umstrittenen Schreins im Zentrum Tokios ank=FCndigten.
Einseitige Opferperspektive
In japanischen Medien wird derweil in Kommentaren zwar dar=FCber geklagt,=20
dass die Welt des Sports doch eigentlich nichts mit jener der Politik zu=20
tun haben sollte. Auch von China zur=FCckgekehrte Fussballfans, die vom=20
unsportlichen Verhalten der chinesischen Anh=E4nger berichten, kommen in=20
Fernsehsendungen ausf=FChrlich zu Wort. Allein die Frage, weshalb in China=
=20
die Stimmung gegen=FCber den ehemaligen Besetzern auch bald sechzig Jahre=20
nach Kriegsende noch immer =E4usserst gereizt ist, bleibt unerw=E4hnt.=
 Dasselbe=20
gilt f=FCr die unbequeme Tatsache, dass Japan einer kritischen Aufarbeitung=
=20
seiner imperialen Vergangenheit und der namentlich in China begangenen=20
Kriegsverbrechen bis heute nicht nachgekommen ist. Die Opferperspektive=20
bestimmt die Wahrnehmung der Kriegsereignisse. In dieses Bild passt, dass=20
zu den m=F6glichen Motiven f=FCr antijapanische Reflexe zwar geschwiegen=
 wird,=20
die Berichte zum Jahrestag des Atombombenabwurfes auf Nagasaki - dessen 59.=
=20
Jahrestag am Montag begangen worden war - in allen gr=F6sseren Zeitungen=20
indes an prominentester Stelle auf der Titelseite erschienen.



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Die Globalisierung des Nickerchens
Die Japanologin Brigitte Steger erforscht die Kultur des =F6ffentlichen=20
Schlafs. Dabei ist sie selbst hellwach geblieben

Brigitte Steger befasst sich als Japanologin nicht nur mit der Sprache,=20
sondern auch mit der Gesellschaft und Kultur Japans. In ihrer Dissertation=
=20
behandelt die 39-j=E4hrige =D6sterreicherin sozial- und=
 kulturwissenschaftliche=20
Aspekte des Schlafens  zum Beispiel die Kunst des japanischen =BBinemuri=AB,=
=20
des =BBSchlafens und dabei anwesend Seins=AB. Die Assistentin am Institut=
 f=FCr=20
Ostasienwissenschaften der Universit=E4t Wien hat aber auch verschiedene=20
Methoden des Schlafs, seine Ethik und soziale Funktion in Japan untersucht.=
=20
Die Sitte des Nickerchens, so ist sie =FCberzeugt, wird sich k=FCnftig=
 weltweit=20
durchsetzen
Von Sabine Etzold

In der Mittagshitze herrscht im Campus-Park der Universit=E4t Wien=20
lethargische Ruhe. Der bronzene Kaiser Joseph II. schlummert unter einer=20
Plastikplane, junge Leute d=F6sen im Schatten der B=E4ume. Auch im=20
japanologischen Institut ist die Zeit stehen geblieben  die pr=E4chtige=20
Wanduhr =FCber dem Geb=E4ude steht schon ewig auf zwanzig vor neun. Nur=20
Brigitte Steger scheint kein bisschen m=FCde. Dabei befasst sich die=20
39-j=E4hrige Japanologin seit Jahren mit Schlafgewohnheiten, insbesondere=
 mit=20
der in Japan verbreiteten Schlafvariante inemuri. Doch die F=E4higkeit, auf=
=20
ein inneres Kommando einschlafen zu k=F6nnen, =BBetwa in der Uni=AB, besitze=
 sie=20
=BBleider =FCberhaupt nicht=AB, bekennt die Schlafforscherin.

Daf=FCr hat sie in den vergangenen Jahren eine rund 500 Seiten starke=20
Dissertation =FCber die =BBkulturhistorischen und sozialanthropologischen=20
Erkundungen japanischer Schlafgewohnheiten=AB geschrieben. Hat sie damit=20
gerechnet, dass die als Buch erschienene Arbeit (Keine) Zeit zum Schlafen?=
=20
mittlerweile eine Art wissenschaftlicher Bestseller geworden ist? =BBNein=AB=
,=20
sagt sie lachend. Aber sie habe sich eben vorgenommen, ein Buch zu=20
schreiben, das nicht nur =BBvon f=FCnf Eingeweihten=AB verstanden wird. Eine=
=20
Gratwanderung sei das gewesen, bekennt Brigitte Steger; wissenschaftlichen=
=20
Anspr=FCchen sollte es schlie=DFlich ebenfalls gen=FCgen, nicht nur denen=
 einer=20
Dissertation, sondern vor allem den eigenen, =BBdenn =FCbers Schlafen kann=
=20
schlie=DFlich jeder schw=E4tzen=AB. Dabei muss sie wieder l=E4cheln; ihre=
 blauen=20
Augen werden eine Nuance dunkler und schmaler, und mit ihren kurzen Haaren=
=20
sieht sie selbst fast japanisch aus.

Zur Kunst des U-Bahn-Schlafs geh=F6rt vor allem das rechtzeitige Erwachen
Doch ihre =F6sterreichische Abstammung ist un=FCberh=F6rbar. Und wenn=
 Brigitte=20
Steger vom Nuancenreichtum der japanischen Sprache schw=E4rmt, f=FChlt sie=
 sich=20
manchmal an ihren heimischen Bregenzer Dialekt erinnert. =BBZum Beispiel das=
=20
Wort =9Bg=92h=F6rig=8B  ein =9Bg=92h=F6riger Bub=8B. Den Begriff gibt es im=
 Japanischen=20
auch, er changiert zwischen ordentlich und toll, das ist schwer zu=20
=FCbersetzen.=AB Inemuri sei auch so ein =BBwundersch=F6ner Begriff=AB.=20
Zusammengesetzt aus den Schriftzeichen i =BBanwesend sein=AB und nemuri=20
=BBschlafen=AB, bezeichnet er das Schlafen in der =D6ffentlichkeit, w=E4hren=
d man=20
offiziell etwas anderes tut. Tats=E4chlich aber bedeutet er sehr viel mehr.

Diese in westlichen Industrienationen unbekannte Schlafversion fiel ihr=20
erstmals 1989 auf, als sie w=E4hrend ihres Studiums an der Tokyoter=20
Handelskammer jobbte. Japans rapide Wirtschaftsexpansion f=FChrte damals zu=
=20
verl=E4ngerten Arbeitszeiten und zu bis dato unbekanntem Stress bei der=20
Freizeitgestaltung. Denn der Freizeitkonsum wurde =96 wie ihr Buch=
 analysiert=20
=96 zum Indikator f=FCr Wohlstand.
=95 Golf, Kino, Disco, Ausgehen =96 all das musste zus=E4tzlich in den Tag=
=20
gepackt werden. =BBAlle behaupteten stolz, wie wenig Zeit sie zum Schlafen=
=20
h=E4tten=AB, erinnert sich Steger. =BBAber dann schaute ich hin, und sie=20
schliefen wirklich =FCberall!=AB

Zuschauen, wie andere schlafen, das Besondere im Alltag entdecken, das=20
fasziniert sie. =BBDa stellt man die eigenen Selbstverst=E4ndlichkeiten=20
infrage, das finde ich spannend.=AB Ein Karrieretyp ist man mit dieser=20
Einstellung nicht unbedingt, eher jemand, der sich auf Umwegen zum Ziel=20
vorarbeitet. So dauerte es einige Jahre, ein abgebrochenes Wirtschafts- und=
=20
Psychologiestudium und ein gescheitertes Dissertationsprojekt, bis sie sich=
=20
wieder dem Ph=E4nomen der immer m=FCden, aber st=E4ndig schlafenden Japaner=
 zuwandte.

Gl=FCck, dass sich ihr Doktorvater f=FCr dieses Thema begeisterte. Gl=FCck=
 auch,=20
dass sie in Kyoto eine Wohnung in einem alten Haus fand, in dem sich=20
traditionelle Sitten studieren lie=DFen. So stellte Steger fest, dass ein=20
Teil der F=E4higkeit zum Sozialschlaf schon mit der Erziehung vermittelt=20
wird. Japanische Kinder werden abends nicht ins Bett geschickt, sondern=20
bleiben mit den Erwachsenen zusammen, bis der Wohn- zum Schlafraum=20
umgewandelt wird. So k=F6nnen die Kinder selbst entscheiden, wann sie m=FCde=
=20
sind, oder wann es nichts zu verpassen gibt.

Den Hauptschauplatz von inemuri entdeckte Brigitte Steger dann, als sie in=
=20
Tokyo vom Fahrrad auf die U-Bahn umstieg. In =F6ffentlichen Verkehrsmitteln=
=20
reagieren Japaner =BBwie Pawlowsche Hunde: Sie setzen sich hin und schlafen=
=20
ein.=AB Dabei gelten feste Benimmregeln: Schnarchen, unordentliche Kleidung,=
=20
strubbelige Haare oder Sabbern sind verp=F6nt. Und wer seinen Kopf=20
schlummernd auf die Schulter eines andersgeschlechtlichen Nachbarn sinken=20
l=E4sst (die engen Sitze im Zug von Osaka nach Kyoto gelten als =BBromantisc=
h=AB=20
und verleiten dazu), macht sich sexueller Bel=E4stigung verd=E4chtig.=
 Au=DFerdem=20
ist es f=FCr Frauen  anders als f=FCr M=E4nner  h=F6chst unschicklich, mit=
=20
gespreizten Beinen zu schlafen. Auch das rechtzeitige Erwachen geh=F6rt mit=
=20
zur Kunst des U-Bahn-inemuri. Die meisten beherrschen es perfekt, wachen=20
automatisch auf, wenn ihre Haltestelle kommt; schon weil mancher=20
Arbeitgeber f=FCr Versp=E4tung den Urlaub k=FCrzt.

Viele Beobachtungen von Brigitte Steger schienen das westliche Klischee vom=
=20
chronisch ersch=F6pften Japaner als Opfer eines gnadenlosen Wettbewerbs zu=
=20
best=E4tigen. Nach kurzem Aufenthalt sp=FCrte sie am eigenen Leib, wie=20
anstrengend das Leben etwa in Tokyo ist mit seinem Klima, der Enge und den=
=20
weiten Entfernungen zum Arbeitsplatz oder zur Schule. Aber sind New York,=20
Paris, Moskau, Peking weniger anstrengend? Steger versenkte sich in die=20
wissenschaftliche Schlafliteratur und formulierte danach ihre Hauptthese:=20
Die Schlafgewohnheiten lassen sich weltweit nach drei verschiedenen=20
Grundmustern charakterisieren. Erstens der f=FCr die westliche Kultur=20
typische Monophasenschlaf (circa acht Stunden nachts), zweitens die vor=20
allem rund ums Mittelmeer gepflegte Siesta-Kultur mit k=FCrzeren=
 Nachtschlaf-=20
und l=E4ngeren Tagesschlafphasen und drittens die, wie sie es nennt,=20
Nickerchen-Kultur, mit k=FCrzerem Nachtschlaf und mehreren, =FCber den Tag=
=20
verstreuten Schl=E4fchen, verbreitet in Teilen Afrikas, in Indien, China =
 und=20
besonders ausgepr=E4gt in Japan.

Eine der Grundlagen von inemuri, dem =BBSozialschlaf=AB, sei die hohe=20
japanische Wertsch=E4tzung des pers=F6nlichen Einsatzes. Wer als Erster am=
=20
Arbeitsplatz erscheine und dort lange aushalte, dessen Ansehen steige.=20
=BBEntscheidend ist nicht, was hinten rauskommt, Dabeisein ist alles!=AB,=20
erkl=E4rt Steger. Und dieses Engagement werde demonstriert, indem man f=FCr=
=20
alle sichtbar einschl=E4ft: Seht her, hei=DFt das, ich arbeite f=FCr Firma=
 und=20
Familie bis zur v=F6lligen Ersch=F6pfung!

Bei Topmanagern geh=F6rt der Sitzungsschlaf zum Kalk=FCl
In Japan wird nicht nur in Bussen, Bahnen und Flugzeugen geschlafen,=20
sondern auch im Parlament (allen voran der Premierminister). Honoratioren=20
nicken in Vortr=E4gen ein, Topmanager in Sitzungen. Junge, aufstrebende=20
Mitarbeiter sollten es allerdings mit inemuri nicht =FCbertreiben, sondern=
=20
warten, bis ihre Karriere die =F6ffentliche Ersch=F6pfung auch glaubhaft=
 macht.=20
Je bigger der Boss, desto demonstrativer sein Schlaf. Brigitte Steger kennt=
=20
einen Topmanager, der bei Sitzungen regelm=E4=DFig eine Runde schlief, um=
 seine=20
Untergebenen, wie er sagte, von seiner =FCberm=E4chtigen Pr=E4senz zu=
 entlasten.=20
In Wirklichkeit tat er nur so. Er lauerte im so genannten Dachsschlaf und=20
wusste, dass seine Angestellten das wussten.
Ge=FCbt wird inemuri schon in der Grundschule. Kinder bringen sich kleine=20
Handt=FCcher mit und betten darauf ihren Kopf. Nur wenn es richtig spannend=
=20
wird, bleibt Nippons Nachwuchs wach. Eine befreundete Professorin gestand=20
Steger, dass sie w=E4hrend ihrer Vorlesung selbst gelegentlich in einen=20
inemuri-=E4hnlichen Zustand verfiel  wobei sie mit halb ge=F6ffneten Augen=
 mehr=20
oder weniger sinnvolle S=E4tze von sich gab. Auf die Frage, was die=
 Studenten=20
davon hielten, kam die Antwort: =BBDie schlafen auch.=AB
Brigitte Steger selbst hat in ihren Vortr=E4gen und Vorlesungen wenig mit=
 dem=20
Ph=E4nomen zu k=E4mpfen. Hierbei hilft ihr ein Trick. Sie postiert auf dem=
=20
Rednerpult eine Kamera, mit der Ank=FCndigung, jeden Penner f=FCr die=
 Forschung=20
abzulichten. Ein wenig inemuri habe sie auch selbst gelernt. =BBIch bin=20
besser geworden, im Zug klappt es schon sehr gut, im Flugzeug leider=20
=FCberhaupt nicht.=AB
Inemuri habe weltweit Zukunft, ist Brigitte Steger =FCberzeugt. Wachsende=20
Mobilit=E4t und Globalisierung werden das Monopol des Monophasenschlafs=20
brechen. Bei Kranf=FChrern, Lastwagenfahrern und Schichtarbeitern geh=F6ren=
=20
Ruhepausen schon zum Alltag. Ihre eigene Zukunft sieht sie skeptischer. Der=
=20
Marktwert der Japanologie sank in dem Ma=DF, wie Japans Wirtschaft die Puste=
=20
ausging. Au=DFerdem ist sie mitten in die =F6sterreichische Hochschulreform=
=20
geraten, steckt nun im so genannten =DCbergangsdienstrecht. Wenn sie in vier=
=20
Jahren keine Stelle hat, ist es aus. Aber sie hatte mal wieder Gl=FCck, im=
=20
kommenden Monat kann sie f=FCr ein Jahr nach Philadelphia an die=20
Pennsylvania-Universit=E4t gehen. Dort will sie ihre Dissertation auf=20
Englisch herausbringen und =96 wer wei=DF? =96  irgendwann auch einmal auf=
 Japanisch.

http://www.zeit.de/2004/34/P-Steger


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Neuartige Computerchips aus Siliziumkarbid

Japanische Forscher revolutionieren Herstellungsmethode

Tokio (pte, 26. Aug 2004 15:55) - Japanischen Forschern ist es gelungen,=20
Computerchips aus Siliziumkarbid kosteng=FCnstig herzustellen. Verbindungen=
=20
aus Silizium und Kohlenstoff widerstehen h=F6heren Temperaturen, leiten=20
Energie effizienter und lassen sich f=FCr viele Anwendungsgebiete einsetzen.=
=20
Ihre Herstellung war bisher jedoch extrem aufw=E4ndig und teuer. Dies geht=
=20
aus einem Bericht des englischen Wissenschaftsmagazins Nature=20
http://www.nature.com hervor.

Das Forscherteam um Kazumasa Takatori von den Toyota Central R&D=20
http://www.tytlabs.co.jp/eindex.html hat nun Siliziumkarbid-Kristalle in=20
erforderlicher Reinheit und Gr=F6=DFe f=FCr die industrielle Produktion von=
=20
Halbleiterscheiben gez=FCchtet. Experten prognostizieren der Verbindung eine=
=20
gro=DFe Zukunft. Siliziumcarbid widersteht Temperaturen von bis zu 650 Grad=
=20
Celsius. W=E4hrend bei Silizium-Chips 50 Prozent elektrische Energie, die=20
=FCber die Leiterplatten flie=DFt, verloren geht, sind es bei Siliziumkarbid=
=20
nur 30 Prozent. Vorgesehen sind die neuen Chips f=FCr die drahtlose=20
Kommunikation. (Ende)


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China vor Legalisierung der elektronischen Unterschrift

Gesetz soll E-Business und E-Government vorantreiben

Peking (pte, 26. Aug 2004 08:25) - Der chinesische Volkskongress wird=20
voraussichtlich am kommenden Samstag ein Gesetz =FCber die Einf=FChrung der=
=20
elektronischen Unterschrift verabschieden. Mit dem Gesetz werden die=20
digitalen Signaturen bei Gesch=E4ftsabschl=FCssen in China auf dieselbe=
 Stufe=20
gehoben wie die manuelle Unterschrift oder das Siegel, berichtet China=20
Daily http://www.chinadaily.com.cn. Allerdings gilt das Gesetz nicht f=FCr=
=20
pers=F6nliche Angelegenheiten wie Heirat oder Adoption.

Durch die Legalisierung der elektronischen Unterschrift erhofft sich die=20
chinesische Regierung einen Wachstumsschub f=FCr E-Business und E-Government=
=20
im Riesenreich. Bislang hat das Fehlen einer gesetzlichen Regelung laut=20
China Daily dem Vertrauen innerhalb der Online-Branche so geschadet, dass=20
die Entwicklung dieser Bereiche dadurch behindert war. Im Rahmen des=20
Gesetzes sollen nun auch Kontrollmechanismen aufgebaut werden, die einen=20
missbr=E4uchlichen Umgang mit der digitalen Signatur verhindern helfen.

In China gibt es nach Angaben von China Daily derzeit rund 4.000 Webseiten,=
=20
die sich mit E-Business besch=E4ftigen. Der Umsatz aus diesem Bereich in=20
China hat sich nach Sch=E4tzungen des chinesischen Internet Data Center im=
=20
Jahr 2003 auf 60 Mrd. Dollar belaufen. Ende Juni 2004 verzeichnete China=20
insgesamt rund 87 Mio. Internetuser. Das Wachstum im chinesischen=20
Internetsektor hat aber im Vergleich zu den Vorjahren deutlich nachgelassen=
=20
(pte berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=3D040721028 ). (Ende)


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Menschen ignorieren Warnungen der Natur
Forscher beklagt Ignoranz des Homo sapiens

London/Stockholm (pte, 26. Aug 2004 10:48) - Bereits irreversible Sch=E4den=
=20
in einigen Regionen der Erde werden von den Bewohnern des Blauen Planeten=20
kaum ernst genommen. Zu diesem Schluss kommt ein renommierter Experte beim=
=20
Euroscience-Forum in Stockholm http://www.euroscience.org. Der=20
Wissenschaftler John Schellnhuber, Forschungsdirektor am Tyndall Centre for=
=20
Climate Change Research http://www.tyndall.ac.uk , kritisiert vor allem die=
=20
Tatsache, dass die wichtigsten Umweltprobleme am wenigsten verstanden=20
werden. Der Forscher hat 12 Regionen, die massive Regulatoren der Umwelt=20
sind, identifiziert.

Eines der gravierendsten Probleme w=E4re zum Beispiel der Ausfall des Monsun=
=20
in Asien. Ein Problem, das sehr schnell passieren k=F6nne, wie der Fachmann=
=20
best=E4tigt. "Ein besseres Verst=E4ndnis f=FCr das Risiko w=E4re dringend=20
erforderlich", so Schellnhuber. Das komme ungef=E4hr der Gefahr der=
 Kollision=20
mit einem Asteroiden gleich. Wenn die kritischen Regionen der Erde weiter=20
gesch=E4digt werden, k=F6nnte es auf dem Planeten zu einer Art=
 Kettenreaktion=20
kommen, bef=FCrchtet der Forscher. Das Risiko sei bisher bei weitem=20
untersch=E4tzt. Zu den kritischen Regionen z=E4hlen unter anderem auch die=
=20
Meeresstr=F6mungen im Nordatlantik wie etwa der Golfstrom. Eine Ver=E4nderun=
g=20
oder ein Ausfall h=E4tten weitreichende Konsequenzen f=FCr das Klima=
 Europas.

Die Welt reagiert aber auch kaum auf die Gefahren, die von der Ver=E4nderung=
=20
der westantarktischen Eisdecke, der Sahara und dem Abholzen des Regenwalds=
=20
im Amazonas-Becken ausgehen. Der Forscher kritisiert, dass in die=20
Wettervorhersage zuviel Geld investiert wird, umgekehrt werden die vitalen=
=20
Elemente des Planeten immer noch ungekl=E4rte Ph=E4nomene darstellen. "Wir=
=20
m=FCssen endlich begreifen, wo die wirklichen Gefahrenzonen, sozusagen die=
=20
Achillesfersen des Planeten liegen", so Schellnhuber. Denn andere Forscher=
=20
haben bereits erkannt, dass die pl=F6tzlichen Wechsel, innerhalb von nur=20
wenigen Jahrzehnten stattfinden werden.

Weitere Informationen: http://www.igbp.kva.se (Ende)


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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] china_shinkansen
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N. B. (Tokio) Der japanische Schnellzug Shinkansen wird erstmals in China=20
fahren. Angesichts der anhaltenden antijapanischen Stimmungen in der=20
chinesischen Bev=F6lkerung ist dies eine wichtige Nachricht f=FCr die=20
japanische Eisenbahnbranche. 2005 wird der Shinkansen in Taiwan erstmals im=
=20
Ausland zum Einsatz kommen. Nun machen die Japaner den vielversprechenden=20
Schritt auf das chinesische Festland. Internationale Eisenbahnbauer ringen=
=20
derzeit um Auftr=E4ge in China. Asiens zweitgr=F6sste Volkswirtschaft will=
 ihr=20
veraltetes Bahnnetz modernisieren - und das ist gross. Derzeit l=E4uft auch=
=20
die Ausschreibung f=FCr eine 1300 Kilometer lange=20
Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen Schanghai und Peking, f=FCr die auch=
=20
Siemens aus Deutschland im Gespr=E4ch ist. Ebenfalls ein Milliardenprojekt.=
=20
Der Transrapid aus Deutschland kommt bereits auf einer Kurzstrecke in=20
Schanghai zum Einsatz. Der jetzige Grossauftrag an Konkurrenten von Siemens=
=20
aus Japan, Kanada und Frankreich ist ein R=FCckschlag f=FCr die Deutschen,=
 aber=20
noch keine Vorentscheidung =FCber die Langstrecke von Peking nach Schanghai,=
=20
wie dies einige chinesische Medien deuten. In Japan wird die Vergaben der=20
Auftr=E4ge f=FCr die Modernisierung der f=FCnf Bahnstrecken vielmehr als=
 Zeichen=20
gesehen, dass die chinesische Seite dazu neigt, Grossauftr=E4ge zu splitten=
=20
und nicht nur an einen Bieter zu vergeben. Eigentlich rechnet niemand in=20
Tokio so recht damit, dass der japanische Shinkansen auf der=20
Hochgeschwindigkeitsstrecke Peking-Schanghai fahren wird. Zu gross sind die=
=20
historisch bedingten Vorbehalte in der chinesischen Bev=F6lkerung gegen ein=
=20
so sichtbares Prestigeprojekt aus Japan. Schon jetzt wird vor allen in=20
chinesischen Internet-Foren heftig gegen eine Vergabe an japanische Firmen=
=20
protestiert. S=FCdkorea etwa mag sich aus =E4hnlichen Gr=FCnden f=FCr die=20
franz=F6sische TGV-Technik entschieden haben.


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Preiskrieg auf japanischem Telekommarkt
Softbank will Ex-Monopolisten NTT durch Billigpreise zusetzen

Tokio (pte, 31. Aug 2004 14:01) - Der japanische Internet-Serviceprovider=20
Softbank http://www.softbank.co.jp hat einen Preiskampf auf dem japanischen=
=20
Telekommarkt er=F6ffnet. Softbank wird den ehemaligen Monopolisten Nippon=20
Telegraph & Telephone (NTT) bei den Grunddienstleistungen um bis zu zw=F6lf=
=20
Prozent unterbieten, berichtet das Wall Street Journal (WSJ). Au=DFerdem=
 soll=20
bei Neukunden nicht die bei NTT =FCbliche Anschlussgeb=FChr in H=F6he von=
 72.000=20
Yen (541,57 Euro) anfallen.

Softbank war durch die Ende Mai dieses Jahres bekannt gegebene =DCbernahme=
=20
des drittgr=F6=DFten japanischen Festnetzproviders Japan Telecom (pte=20
berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=3D040527045 ) ins Festnetzgesch=E4f=
t=20
eingestiegen. F=FCr Softbank bedeutete dieser Einstieg einen weiteren=20
wichtigen Schritt auf dem Weg zum vollwertigen Telekomkonzern. Zus=E4tzlich=
=20
konkurriert das Unternehmen mit anderen japanischen Anbietern um eine=20
Mobilfunklizenz.

Mitte der 90er Jahre hatte Softbank durch diverse Investitionen in=20
Internetunternehmen wie Yahoo auf sich aufmerksam gemacht. Seit dem Jahr=20
2001 bietet das Unternehmen selbst Breitband-Services an. Die Investitionen=
=20
in den Aufbau eines Highspeed-Internet-Netzwerks hatten Softbank im=20
vergangenen Jahr allerdings in finanzielle Schwierigkeiten gebracht. (Ende)


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Japanische Elektronikkonzerne gr=FCnden Joint Venture

Hitachi, Toshiba und Matsushita produzieren gemeinsam LCD-Panels

Tokio (pte, 31. Aug 2004 15:50) - Die japanischen Elektronikriesen Hitachi=
=20
http://www.hitachi.com, Toshiba http://www.toshiba.co.jp und Matsushita=20
http://www.panasonic.com haben ein Joint Venture zur Herstellung von=20
LCD-Panels gegr=FCndet. Eine entsprechende grundlegende Vereinbarung sei=20
bereits erreicht worden, teilten die Konzerne heute, Dienstag, in einer=20
Aussendung mit. Im Januar 2005 soll das Gemeinschaftsunternehmen den=20
Betrieb aufnehmen. Die Konzerne rechnen mit Gesamtinvestitionen von rund=20
110 Mrd. Yen (826.823 Euro).

Geplant ist der Bau einer Fabrik zur Herstellung von TFT-LCD-Panels, die in=
=20
der zweiten Jahresh=E4lfte 2006 die Produktion aufnehmen soll. Bis zum Ende=
=20
des Jahres 2007 soll der maximale Output von 2,5 Mio. 32-Zoll-Panels=20
erreicht werden. An dem Gemeinschaftsunternehmen wird die Hitachi-Tochter=20
Hitachi Displays einen Anteil von 50 Prozent =FCbernehmen. Toshiba und=20
Matsushita steigen mit jeweils 21 bis 25 Prozent ein. F=FCr die =FCbrigen=
 bis=20
zu acht Prozent sollen weitere Investoren aus dem LCD-Bereich gewonnen=
 werden.

Verantwortlich f=FCr die Gr=FCndung des Gemeinschaftsunternehmens ist nach=
=20
Angaben der japanischen Konzerne die steigende Nachfrage nach=20
Flachbildschirm-Ger=E4ten mit LC-Displays, die eine stabile Versorgung mit=
=20
Displays zu geringen Preisen notwendig mache. Die Nachfrage nach=20
LCD-Ger=E4ten, die im vergangenen Jahr noch bei drei Millionen lag, soll=
 sich=20
bis 2006 verf=FCnffachen.


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Taifun fordert in Japan mindestens zehn Todesopfer

Tokio, 31. Aug. (dpa/afp) Der Taifun =ABChaba=BB hat eine Schneise der=20
Verw=FCstung durch Japan gezogen und bisher mindestens 10 Todesopfer=20
gefordert. 266 Personen wurden durch den Wirbelsturm verletzt, der von=20
S=FCden her in- Richtung Nordosten peitschte. 3 Personen werden noch=20
vermisst, wie der Fernsehsender NHK am Dienstagabend meldete. Vor allem im=
=20
S=FCdwesten des Inselreichs besch=E4digte der Taifun mehr als tausend H=E4us=
er=20
und beeintr=E4chtigte den =F6ffentlichen Verkehr mit schweren Regenfallen=
 und=20
Erdrutschen. 4 Mann einer Frachterbesatzung werden weiter vermisst.=20
Zehntausende von Menschen hatten sich vor=FCbergehend vor dem Taifun in=20
Sicherheit bringen m=FCssen.

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Japan
B=F6rse Osaka dementiert Gespr=E4che mit der Eurex.

Die zweitgr=F6sste japanische B=F6rse in Osaka hat einen
Zeitungsbericht zu bevorstehenden Verhandlungen =FCber
eine Zusammenarbeit mit der weltgr=F6ssten Derivateb=F6rse, Eurex,=
 dementiert.=20
Die japanische Wirtschaftstageszeitung =ABNihon Keizai Shimbun=BB hatte=20
berichtet, die Osaka Securities Exchange werde bald Gespr=E4che =FCber eine=
=20
Verbindung der Computersysteme der beiden B=F6rsen beginnen. Die Deutsche=20
B=F6rse strebt seit l=E4ngerem auch Kooperationen mit B=F6rsen ausser halb=
=20
Europas an, So verhandelt sie neben der B=F6rse in Schanghai auch mit diesem=
=20
Marktplatzbetreiber =FCber eine Zusammenarbeit. Die B=F6rse in Osaka steht=
 in=20
einem harten Wettbewerb mit der gr=F6ssten japanischen B=F6rse in Tokio, die=
=20
rund 90=B0/o der Ums=E4tze im Handel mit japanischen Aktien auf sich=20
vereint.     (Reuters)

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Asien: Industrie entt=E4uscht

Schlechter als erwartet ausgefallene Zahlen zur japanischen=20
Industrieproduktion haben am Dienstag die Aktienkurse an der Tokioter B=F6rs=
e=20
belastet. Auch die B=F6rsen in Hongkong und Australien tendierten leichter.=
=20
In Tokio schloss der  225 Werte umfassende Nikkei-Index um 0,92%  tiefer;=20
der breiter gefasste Topix-Index gab 0,74% nach. Die entt=E4uschenden=20
Industriedaten belasteten insbesondere Exportwerte, darunter die=20
Technologieaktien. Die Titel des Elektronikkonzerns NEC b=FCssten 2,4% ein,=
=20
w=E4hrend Nitto Denko 3,2% nachgaben. Die Aktien von Advantest - dem=20
weltgr=F6ssten HerstelIer von Pr=FCfausr=FCstungen f=FCr Chips -fielen um=
 knapp=20
1,3%. Einige Analytiker sch=E4tzten die deutlichen Kursreaktionen auf die=20
Industriedaten als =FCbertrieben ein und sagten, die Tendenz des Marktes sei=
=20
weiterhin nach oben gerichtet. In Hongkong notierte der Hang-Seng-Index zum=
=20
Schluss um 0,21% schw=E4cher. Die Handelsvolufmen blieben in Erwartung von=
=20
US-pArbeitsmarktdaten am Freitag weiter d=FCnn, sagten H=E4ndler. Die Titel=
 von=20
China Life Insurance (+1,6%) geborgten erneut zu den Kursgewinnern, Nachdem=
=20
der Versicherer am Freitag sein positives Ergebnis vorgelegt hatte. An der=
=20
B=F6rse Australien schloss der S&P/ASX 200-Index mit einem Minus von 0,04%=
=20
eine Spur schw=E4cher. Die Titel des Industriekonzerns Brambles fragten nach=
=20
der Bekanntgabe des Jahresabschlusses mit einem Kursanstieg von rund 8%=20
hervor.

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China Telecom mit Breitbanddiensten erfolgreich

Gewinn im ersten Halbjahr 2004 auf =FCber eine Mrd. Euro gesteigert

Hongkong/Peking (pte, 02. Sep 2004 10:24) - Die staatlich kontrollierte=20
China Telecom http://www.chinatelecom.com.cn/english hat im ersten Halbjahr=
=20
des laufenden Gesch=E4ftsjahres ihren Nettogewinn um 28 Prozent auf 10,47=20
Mrd. Yuan (1,04 Mrd. Euro) gesteigert. Der Umsatz legte um 9,8 Prozent auf=
=20
75,98 Mrd. Yuan (7,53 Mrd. Euro) zu. Getrieben wurde das Ergebnis von den=20
Breitbanddiensten und dem mobilfunk=E4hnlichen Personal Handyphone System=20
(PHS), berichtet das Wall Street Journal heute, Donnerstag.

Der Umsatz mit den schnellen Internetzug=E4ngen legte um 52 Prozent zu. Rund=
=20
62 Prozent der neu eingerichteten Telefonverbindungen waren=20
PHS-Verbindungen. Laut WSJ erfreut sich die billigere Alternative zum=20
Mobilfunk vor allem in l=E4ndlichen Gebieten gro=DFer Beliebtheit. Der=
 gr=F6=DFte=20
Festnetzanbieter des Landes konnte aber trotz harten Wettbewerbs auch beim=
=20
Umsatz im Festnetzbereich zulegen und zwar um 2,8 Prozent.=20
Aufsichtsratsvorsitzender Zhou Deqiang erwartet f=FCr die zweite=
 Jahresh=E4lfte=20
eine steigende Nachfrage nach Telekomservices.

Weiter Unklarheit besteht =FCber die m=F6gliche Zusammenlegung chinesischer=
=20
Telekomkonzerne durch die Regierung (pte berichtete:=20
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=3D040707042 ). China Telecom habe bisher=
=20
keine offizielle Information =FCber eine m=F6gliche Fusion mit der China=
 Unicom=20
erhalten, sagte COO Chang Xiaobing. Die reduzierte Anzahl der Provider=20
w=FCrde theoretisch die Kosten f=FCr den Ausbau von 3G-Netzwerken=
 reduzieren.

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Hitachi schrumpft 1,8-Zoll-Festplatte

Verkleinerte Grundfl=E4che durch ZIF-Konnektor
Tokio (pte, 02. Sep 2004 08:35) - Der japanische Elektronikkonzern Hitachi=
=20
Global Storage Technologies (Hitachi GST) http://www.hitachigst.com hat=20
eine neue 1,8-Zoll-Festplatte gelauncht, die sich vor allem durch einfachen=
=20
Einbau und geringen Platzverbrauch auszeichnet. Eine Grundfl=E4che von 3.780=
=20
mm2 und das "Fliegengewicht" von 46 Gramm soll die Travelstar C4K60-Serie=20
im 1,8-Zoll-Segment zum "=DCberflieger" machen.

Durch die Integration eines ZIF-Konnektors (Zero Insertion Force) anstelle=
=20
des =FCblichen Notebook-basierten Konnektors konnte bei der neuen Baureihe=
=20
die Grundfl=E4che um zehn Prozent verkleinert werden. Zus=E4tzlich konnte=
 der=20
Einbau der Festplatte aufgrund des im CE-Bereichs (Consumer Electronics)=20
g=E4ngigeren Systems wesentlich vereinfacht werden. "Gr=F6=DFe und=
 Platzverbrauch=20
sind bei CE-Ger=E4ten entscheidend. Deswegen haben wir uns darauf=20
konzentriert, unser 1,8-Zoll-Modell noch einmal zu schrumpfen. Hersteller=20
haben dadurch die M=F6glichkeit ihre Endger=E4te noch kleiner und schicker=
 zu=20
gestalten ", kommentiert Hitachi-General-Manager Bob Holleran.

Neben Gr=F6=DFe und Gewicht ist auch die Kapazit=E4t f=FCr die=20
Unterhaltungsindustrie ein entscheidender Faktor. Mit einer Speicherdichte=
=20
von 99,8 Gigabits pro Square Inch und einer Kapazit=E4t von 20 oder 30 GB=20
soll die C4K60 auch hier =FCberzeugende Werte liefern. Die hohe=20
Schockresistenz von 500 G/2ms in Betrieb und 1.200 G/1ms im Ruhezustand=20
macht das Drive laut Hersteller auch bei tragbaren Ger=E4ten=20
"unersch=FCtterlich". Um die Betriebsger=E4usche zu reduzieren hat die=20
Elektronikschmiede f=FCr die Travelstar sogar eine eigene Technologie=20
entwickelt. Selbst im seek Betrieb und bei 4.200 U/min wird die Platte nie=
=20
lauter als 2,2 Bel. F=FCr menschliche Ohren sind diese Werte praktisch nicht=
=20
wahrnehmbar.


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Chinas Verlagsgro=DFhandel =F6ffnet sich

Ausl=E4ndische Investoren ab Dezember 2004 willkommen

Peking (pte, 03. Sep 2004 08:37) - Unternehmen aus dem Ausland werden in=20
der zweiten Jahresh=E4lfte 2004 die M=F6glichkeit erhalten, in den=
 chinesischen=20
Verlagsgro=DFhandel einzusteigen. Wie die chinesische Nachrichtenagentur=20
Xinhuanet http://www.xinhua.org unter Berufung auf das Ministerium f=FCr=20
Presse und Verlagswesen berichtet, soll sich der Verlagsgro=DFhandel ab=20
Dezember dieses Jahres f=FCr ausl=E4ndische Investoren =F6ffnen. China hatte=
 sich=20
im Zuge seines Beitritts zur Welthandelsorganisation WTO http://www.wto.org=
=20
zur =D6ffnung des Verlagswesens verpflichtet.

Laut Xinhuanet wird der Vertriebssektor der Branche im Dezember 2006 f=FCr=
=20
ausl=E4ndische Unternehmen zug=E4nglich sein. Der Produktionsbereich soll=20
dagegen in chinesischer Hand bleiben. Nach der =D6ffnung des=20
Verlagseinzelhandels im Dezember vergangenen Jahres hat die chinesische=20
Regierung bereits elf Joint Ventures mit Beteiligung ausl=E4ndischer Firmen=
=20
genehmigt.

So hatte der deutsche Medienkonzern Bertelsmann http://www.bertelsmann.de=20
Ende 2003 einen 40-prozentigen Anteil am chinesischen Buchh=E4ndler 21st=20
Century Books Chain erworben (pte berichtete:=20
http://www.pte.at/pte.mc?pte=3D031203038 ). Die Investition bedeutete nach=
=20
Unternehmensangaben die Voraussetzung f=FCr eine landesweite Expansion.


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Yahoo Japan steigt bei Internetdienstleister All About ein

Ausbau von Online-Werbung und Internetservices geplant

Tokio (pte, 07. Sep 2004 10:05) - Yahoo Japan http://www.yahoo.co.jp hat=20
einen 41,3-prozentigen Anteil an dem japanischen Internetdienstleister All=
=20
About http://allabout.co.jp erworben. Yahoo Japan wird f=FCr die Transaktion=
=20
insgesamt rund 2,3 Mrd. Yen (17,34 Mio. Euro) bezahlen. Dabei =FCbernimmt=
 der=20
Onlineportal-Betreiber den gesamten Anteil des US-Unternehmens About in=20
H=F6he von 35,8 Prozent f=FCr 1,8 Mrd. Yen (13,58 Mio. Euro) sowie weitere=
 5,5=20
Prozent f=FCr 500 Mio. Yen (3,77 Mio. Euro) aus einer Platzierung neuer=20
Aktien, berichtet das Wall Street Journal (WSJ) heute, Dienstag.

Die Transaktion wird laut Yahoo Japan nur einen geringen Einfluss auf die=20
Jahresergebnisse haben. Das Unternehmen wird seine Prognose f=FCr das=20
Gesch=E4ftsjahr 2005 (31. M=E4rz 2005) laut WSJ nicht =E4ndern. Der Anteil=
 des=20
Mehrheitseigners Recruit sinkt durch den Einstieg von Yahoo Japan von 61,9=
=20
Prozent auf 56,1 Prozent.

Yahoo Japan erwartet sich durch den Einstieg bei All About eine Verst=E4rkun=
g=20
seiner Aktivit=E4ten im Bereich Online-Werbung sowie bei anderen=20
Internet-Services. All About betreibt eine Website, die auf Informationen=20
zu Themen wie Reisen und Autos spezialisiert ist und pro Monat mehr als=20
zehn Mio. Seitenaufrufe verzeichnet. Au=DFerdem ist das Unternehmen in der=
=20
Online-Werbung t=E4tig.


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China nimmt Copyright-Piraten ins Visier

Razzien und h=E4rtere Strafen angek=FCndigt

Peking (pte, 07. Sep 2004 12:05) - Markenf=E4lscher und Copyright-Piraten=20
geht es in China k=FCnftig an den Kragen. Das Handelsministerium=20
http://english.mofcom.gov.cn hat angek=FCndigt, bis August 2005 verst=E4rkt=
=20
gegen die Verletzung von Markenrechten und geistigem Eigentum vorzugehen.=20
H=E4rtere Strafen und Razzien sollen das in China florierende Gesch=E4ft mit=
=20
F=E4lschungen eind=E4mmen, berichtet das Wall Street Journal (WSJ) heute,=20
Dienstag. Damit folgt China einer vor allem von den USA seit langem=20
gestellten Forderung.

"Wir werden uns auf alle Schl=FCsselbereiche konzentrieren", sagte der=20
Vizeminister Zhang Zhigang dem WSJ. Erstmals werden auch die Stra=DFenh=E4nd=
ler=20
von raubkopierten CDs und DVDs ins Visier genommen. In 15 Provinzen und=20
St=E4dten sollen verst=E4rkt Razzien durchgef=FChrt werden. Auch die Strafen=
 f=FCr=20
die Verletzung von Urheberrechten und geistigem Eigentum werden laut WSJ=20
versch=E4rft. China hat die in diesem Monat startende Aktion bereits bei=20
einem Treffen der US-China Joint Commission on Commerce and Trade im April=
=20
angek=FCndigt.


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Hitachi will Marktanteile bei Highend-Speichern erobern

Neue Plattform TagmaStore nutzt Virtualisierung

New York (pte, 07. Sep 2004 12:19) - Hitachi Data Systems (HDS)=20
http://www.hds.com, Tochter des japanischen Elektronikkonzerns Hitachi,=20
will mit der neuen Speicherplattform TagmaStore die Konkurrenten IBM und=20
EMC auf dem Highend-Markt angreifen. Wie das Wall Street Journal (WSJ)=20
berichtet, wird das Unternehmen die neue Produktlinie heute, Dienstag, im=20
New Yorker Guggenheim-Museum vorstellen. Der Preis f=FCr die=20
TagmaStore-Plattform wird bei 700.000 bis zu mehreren Millionen Dollar=
 liegen.

Das nach Unternehmensangaben schnellste System auf dem=20
Highend-Speichermarkt macht sich die so genannte Virtualisierung zu Nutze.=
=20
Die TagmaStore-Plattform l=E4sst die Vernetzung mit Ger=E4ten anderer=20
Hersteller zu. Die anderen Ger=E4te erscheinen nach dem Zusammenschluss wie=
=20
ein gro=DFer Teil der Plattform. Laut HDS hat die Virtualisierung unter=20
anderem den Vorteil, dass =E4ltere Daten von teuren Festplatten auf=
 billigere=20
transferiert werden k=F6nnen, ohne dass der Server eine =C4nderung=
 feststellt.

Hitachi hat laut WSJ bereits angek=FCndigt, sein Storage-Gesch=E4ft ausbauen=
 zu=20
wollen. Die TagmaStore-Plattform erweitere den traditionellen Focus des=20
Unternehmens auf Highend-Produkte und mache eine direktere=20
Auseinandersetzung mit den Rivalen IBM und EMC m=F6glich, so der IDC-Analyst=
=20
Richard Villars. Die Storage-Systems-Sparte, zu der unter anderem HDS=20
geh=F6rt, trug im abgelaufenen Gesch=E4ftsjahr (31. M=E4rz 2004) mit 2,5=
 Mrd.=20
Dollar zum Gesamtumsatz des Hitachi-Konzerns von 80 Mrd. Dollar bei.


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Lolita-Boom Ausdruck des japanischen Zeitgeistes

Baby-Outfit junger Frauen als m=F6gliches gesellschaftliches Statement
Tokio (pte, 27. Sep 2004 10:10) - Der Lolita-Boom hat eine Subkultur Japans=
=20
zum b=FCrgerlichen Modetrend werden lassen, berichtet das Wall Street=
 Journal=20
http://www.wsj.com. Das Outfit: Junge Frauen tragen im Alltag=20
Puppen-=E4hnliche Kost=FCme. =DCber m=F6gliche Aussagen dieses=
 Kleidungsstils ist=20
sich niemand so wirklich sicher. Die japanischen Lolitas beharren auf der=20
Tatsache, auf keinen Fall der M=E4nnerwelt gefallen zu wollen. Auf der=20
anderen Seite meinen dieselben, so bewundernswert wie m=F6glich sein zu=20
wollen. Der Lolita-Kult findet in Japan nat=FCrlich auch Entsprechung in=20
Boutiquen, B=FCchern und mittlerweile auch in einem Film. Das Aush=E4ngeschi=
ld=20
in der Gesch=E4ftslandschaft der Lolita-Bewegung ist die Boutiquen-Kette=20
"Baby, the Stars Shine Bright" http://www.babyssb.co.jp , die=20
Lolita-Bekleidung im ganzen Land verkaufen.

Bei der Aussagekraft der Lolita-Bewegung und wof=FCr sie stehen scheiden=
 sich=20
die Geister. Ein Ansatz besagt, dass der Lolita-Look ein Zeichen der Angst=
=20
in Japan ist, in einer Nation, die beherrscht wird von wirtschaftlicher=20
Unsicherheit seit den fr=FChen 90er-Jahren. Durch den Baby-Kleidungsstil=20
w=FCrden sie der "sorgenfreien Zeit" der Kindheit nachtrauern. Das=
 auff=E4llige=20
Outfit sei auch ein Zeichen des Aufbegehrens. Japanische Jugendliche gelten=
=20
als weniger konformistisch als deren Eltern und das Anders-Sein sei sehr=20
wichtig f=FCr sie.

Anh=E4nger des Lolita-Kults treffen sich auch auf =F6ffentlichen Pl=E4tzen,=
=20
halten sich an den H=E4nden und lutschen Lollipops. Der Look hat in Japan=20
seinen Ursprung vor 30 Jahren und hat seit damals immer wieder H=F6hepunkte=
=20
erlebt. Der aktuelle gilt als besonders intensiv. Die Wirtschaft hat diesen=
=20
Trend erkannt und verkauft spezielle Lolita-Bekleidung zu dementsprechenden=
=20
Preisen. Bei Baby, the Stars Shine Bright kostet ein Kleid mehr als 200=20
Dollar.

Viele der Lolitas f=FChren ein Doppelleben. Sie tragen regul=E4re Kleidung=
 beim=20
Arbeiten oder in der Schule. In ihrer Freizeit schl=FCpfen sie dann in ihre=
=20
speziellen Kost=FCme. Japanische M=E4nner erachten den Lolita-Look von=20
vornherein nicht als "sexy". Diese Annahme kann aufgrund des Stellenwerts=20
des "Kleinen-M=E4dchen-Looks" in der japanischen Sex-Industrie durchaus=20
entstehen, wo vor allem die Schuluniform einen besonderen Platz einnimmt.=20
Bis dato hat der Lolita-Look jedoch noch nicht Eingang in M=E4nner-Magazine=
=20
und in Pornographie gefunden.


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Website-Allianz in China
Drei gro=DFe Portale gehen zusammen - Mobile Gaming im Visier

Peking (pte, 27. Sep 2004 15:05) - In China haben sich die drei gro=DFen=20
Webportale Sina.com http://english.sina.com, Sohu.com http://www.sohu.com=20
und Netease http://www.netease.com zu einer Allianz zusammengeschlossen.=20
Die Allianz soll vor allem die Entwicklung von drahtlosem Internet im Reich=
=20
der Mitte vorantreiben, berichtet ChinaTechNews. Die Unternehmen wollen das=
=20
Wachstum des Wireless-Internet beschleunigen und den Kundendienst=20
verbessern. Tats=E4chlich d=FCrften die Portale, die allesamt mit dem=20
Online-Spieltrieb der Chinesen gute Gesch=E4fte machen, mit ihrer Allianz=
 vor=20
allem die mobilen Gamer im Auge haben.

Sohu.com ist das gr=F6=DFte Online-Portal in dem Riesenland und hat im=20
vergangenen Jahr erstmals seit seiner Gr=FCndung Gewinne eingespielt. Auch=
=20
Sina.com ist =E4u=DFerst erfolgreich unterwegs und hat im ersten Quartal des=
=20
Gesch=E4ftsjahres seinen Nettogewinn fast verf=FCnffachen k=F6nnen. Bei den=
=20
Ums=E4tzen erreichte das Portal eine Steigerung um 128,5 Prozent. pte=20
berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=3D040503002

Besonders profitieren k=F6nnten die chinesischen Internetfirmen vom=20
Online-Spiele-Boom im Riesenreich. Die Anzahl der Spieler wird sich=20
innerhalb der n=E4chsten f=FCnf Jahre mehr als verdreifachen, die Ums=E4tze=
=20
sollen auf 823 Mio. Dollar steigen. Webportale wie Netease.com und Sohu.com=
=20
konnten aufgrund der neuen Einkunftsm=F6glichkeiten bereits erhebliche=20
Steigerungen ihres Aktienwertes verzeichnen.


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AT&S erweitert Produktion in China
Bau eines zweiten Werkes in Schanghai f=FCr 80 bis 100 Mio. Euro

AT&S
Wien (pte, 27. Sep 2004 12:23) - Der =F6sterreichische=20
Leiterplattenhersteller AT&S http://www.ats.net wird ab sofort mit dem Bau=
=20
eines zweiten Werkes in Schanghai beginnen. "Die Vorleistungen sind=20
getroffen, die Teams aufgestellt", sagte Vorstandsvorsitzender Willi=20
D=F6rflinger heute, Freitag, im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien. Die=20
Gesamtinvestition f=FCr die zweite chinesische Produktionsst=E4tte bel=E4uft=
 sich=20
auf 80 bis 100 Mio. Euro. Allein der Bau des neuen Werkes soll rund zehn=20
Mio. Euro kosten. =DCber die technologische Ausr=FCstung der=
 Fertigungsst=E4tte=20
wird bis Herbst 2005 entschieden. Noch sei unklar, ob das Werk auf die=20
HDI-Microvia- oder die flexible Leiterplattentechnologie ausgerichtet wird.=
=20
Die Produktion soll im Herbst 2006 starten. Erste Ums=E4tze aus dem neuen=20
Werk werden f=FCr die zweite Jahresh=E4lfte 2006 bzw. f=FCr 2007 erwartet.

"Die Investition ist notwendig, damit wir mit Kunden wie Nokia und Motorola=
=20
mitwachsen k=F6nnen", sagte D=F6rflinger. Au=DFerdem will AT&S in neue=
 M=E4rkte wie=20
digitale Fotoapparate vorsto=DFen. In ein bis zwei Jahren werde das Kunden-=
=20
und Produktportfolio in diese Richtung ver=E4ndert, so D=F6rflinger. Im=
 neuen=20
Werk soll vor allem f=FCr den schnell wachsenden asiatischen Markt=
 produziert=20
werden. In den kommenden Jahren rechnet das Unternehmen mit einem=20
Umsatzanteil von 50 Prozent aus Asien. Derzeit werden rund 25 Prozent des=20
Umsatzes in Asien generiert. F=FCr Japan ist laut D=F6rflinger in den=
 kommenden=20
Monaten eine Beratungs- und Vertriebsorganisation geplant.

F=FCr die =F6sterreichischen Werke ergeben sich laut D=F6rflinger durch das=
=20
Wachstum in Asien keine negativen Auswirkungen. Durch die breitere=20
Aufstellung und das Plus an Kunden seien Vorteile auch f=FCr =D6sterreich zu=
=20
verzeichnen, so D=F6rflinger. Neben dem Ausbau der Kapazit=E4ten in Asien=
 will=20
sich AT&S in den kommenden Monaten auch st=E4rker auf Osteuropa=20
konzentrieren. Eine Vertriebsmannschaft in Russland ist laut dem=20
designierten Vorstandsvorsitzenden Harald Sommerer bereits aufgebaut.=20
Gepr=FCft werde noch, ob man mit einer Fertigung t=E4tig werde. Favorit f=FC=
r den=20
Sitz des Vertriebsb=FCros ist derzeit Moskau.

Die Pressekonferenz von AT&S wurde durch ptv, das WebTV von=20
pressetext.austria, live im Internet =FCbertragen und ist unter=20
http://www.ptv.at abrufbar.


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Indien steigt zum drittgr=F6=DFten ITK-Markt der Welt auf
100-Mio.-Grenze bei Mobilfunkkunden im Jahr 2007 =FCberschritten

Neu Delhi/Taipeh (pte, 27. Sep 2004 15:45) - Indien wird nach Angaben des=20
Vorsitzenden der Vereinigung indischer Mobilfunkprovider (COAI)=20
http://www.coai.com, Dipid Modi, bereits im Jahr 2010 zum drittgr=F6=DFten=
=20
Telekom- und ITK-Markt der Welt aufsteigen. Laut Modi ist die Zahl der=20
Mobilfunkkunden bereits jetzt auf 41 Millionen angewachsen und steigt pro=20
Monat um weitere zwei Mio. Neukunden. Im Jahr 2002 lag die Wachstumsrate=20
dagegen noch bei monatlich rund 300.000 neuen Mobilfunkusern. F=FCr das Jahr=
=20
2007 wird nun in Indien das Erreichen der 100-Mio.-Grenze bei den=20
Mobilfunkusern erwartet.

Wie der Branchendienst DigiTimes heute, Freitag, berichtet, kann der eine=20
Mrd. Menschen z=E4hlende Subkontinent auf 45 Mio. Festnetzkunden verweisen,=
=20
was gerade einmal 4,5 Prozent der Gesamteinwohnerzahl entspricht. Die sehr=
=20
niedrigen Penetrationsraten sowohl im Festnetz- als auch im=20
Mobilfunkbereich k=F6nnten dann auch f=FCr eine neue Investitionswelle in=
 der=20
Branche sorgen.

Laut Telekomexperten verspricht die indische Industrie enorme=20
Wachstumschancen. Im Gegensatz zu China, das vor allem dank nur zweier=20
monopolartig agierender Betreiber als sichere Sache f=FCr Investoren galt,=
=20
litt Indien lange Zeit unter einer Fragmentierung des Marktes. Nach dem=20
Verschwinden einiger Anbieter gibt es nach Angaben von Marktexperten nun=20
aber auch auf dem Subkontinent starke Player, die Investoren anlocken.


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TOKIO

13.10.2004, sda
Junge Leute treffen sich zum Freitod

Vier M=E4nner und drei Frauen im Alter von 20 bis 30 Jahren fanden sich im=
=20
Internet. Ihr Ziel: Gemeinsam in den Tod gehen.
Die Fenster des Autos waren von innen abgedichtet. Als Polizisten den in=20
Tokio geparkten Wagen =F6ffneten, entdeckten sie darin die Leichen von=
 sieben=20
jungen Leuten, vier M=E4nnern und drei Frauen. Zwischen den Toten befanden=
=20
sich vier Holzkohle=F6fen. =ABWir glauben, dass alle durch Kohlenmonoxid=20
starben=BB, sagt ein Sprecher der Polizei. Einer der Toten hatte den=20
Selbstmord per E-Mail angek=FCndigt. Die Gruppe hatte sich vermutlich im=20
Internet gefunden. =ABInternet-Selbstmorde=BB sind in Japan verbreitet: Seit=
=20
2003 verabredeten sich 34 Menschen auf diese Art und brachten sich dann um.


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Joseph Deiss trifft japanisches Kaiserpaar

Bundespr=E4sident lobt herzlichen Empfang

Bundespr=E4sident Joseph Deiss und seine Frau sind in Tokio vom Kaiserpaar=
=20
empfangen worden. Der Kaiser und Deiss haben eine halbe Stunde miteinander=
=20
gesprochen, wie EVD-Sprecher Christophe Hans sagte. Der japanische=20
Finanzminister hat zudem Neuverhandlungen =FCber das=20
Doppelbesteuerungsabkommens zugestimmt.
(sp) Der japanische Kaiser und seine Frau h=E4tten vor dem Tor innerhalb des=
=20
kaiserlichen Palastes auf Joseph und Elisabeth Deiss gewartet, die vier=20
seien dann gemeinsam in einen nahen Saal gegangen. Rund eine halbe Stunde=20
lang hat sich der Kaiser mit Deiss und die Kaiserin mit der Frau des=20
Bundespr=E4sidenten unterhalten. Der Kaiser habe die Schweiz gelobt und=
 seine=20
Bewunderung zum Ausdruck gebracht sowie Interesse an der wirtschaftlichen=20
Entwicklung des Landes gezeigt.

Wirtschaftliche Zusammenarbeit verst=E4rken
Deiss zeigte sich nach dem Empfang beeindruckt von der Herzlichkeit und der=
=20
Bescheidenheit des kaiserlichen Hofs. Seit 1989 ist Akihito der 125. Kaiser=
=20
Japans. Seine Ehefrau Michiko ist die erste Kaiserin, die nicht aus=20
adeligen Kreisen stammt.In einer Medienkonferenz in Tokio strich Deiss die=
=20
langj=E4hrigen Beziehungen zwischen den beiden L=E4ndern hervor und=
 res=FCmierte=20
das Treffen mit dem japanischen Ministerpr=E4sidenten Koizumi. Die beiden=20
L=E4nder wollten ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit verst=E4rken.
Weiter konnte Deiss in Gespr=E4chen mit dem japanischen Finanzminister einen=
=20
Erfolg vermelden. Dieser zeigte sich einverstanden mit Neuverhandlungen=20
=FCber das aus dem Jahr 1971 stammende Doppelbesteuerungsabkommen zwischen=
=20
den beiden L=E4ndern. Falls auch das japanische Aussenministerium dem=20
Vorhaben zustimmt, sollen im kommenden Fr=FChjahr in Bern erste=
 Verhandlungen=20
auf Expertenebene aufgenommen werden.

Schweizer Treffen in der Botschaft
Die Schweizer Delegation trifft nun in der Botschaft mit rund 60 Schweizer=
=20
Studenten, Wissenschafter und Kulturschaffenden zusammen. F=FCr den Abend=20
steht ein Essen mit Vertretern der schweizerisch-japanischen Handelskammer=
=20
im Programm. Zum Abschluss des viert=E4gigen Besuches plant die Schweizer=20
Delegation einen Abstecher in der Provinz Osaka, wo ein Empfang bei der=20
Gouverneurin und eine Besichtigung eines Nestle-Werks ansteht.


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Der Handel von Walfleisch bleibt weiterhin verboten
Artenschutzkonferenz gegen Lockerung

Bangkok, 12. Okt. (dpa/afp)

Japan ist ah der internationalen Artenschutzkonferenz in Bangkok mit einem=
=20
Antrag auf eine Erh=F6hung der Walfangquoten gescheitert. Die Delegierten=20
lehnten einen Vorschlag Japans ab, die strikten Schutzbestimmungen f=FCr=20
Zwergwale zu lockern. Damit bleiben alle grossen Walarten, unter ihnen auch=
=20
der Zwergwal, vom internationalen Handel ausgenommen. Die Internationale=20
Walfangk=F6mmission hatte bereits 1986 die kommerzielle Jagd auf diese=20
Meeress=E4uger verboten.

Neben dem Wal wollen die Teilnehmerstaaten der Konferenz auch den Weissen=20
Hai besser sch=FCtzen. F=FCr den Handel mit dem bedrohten Raubfisch und=
 seinen=20
Produkten sollen in Zukunft strikte Bestimmungen gelten. Bisher wurden=20
lediglich in Australien Ausfuhrgenehmigungen f=FCr Produkte des Weissen Hais=
=20
verlangt. Zugleich wurde entschieden, den Handel mit dem bedrohten=20
Gelbwangenkakadu komplett zu verbieten. Diese Papageienart ist in Europa=20
seit Jahrzehnten als Haustier beliebt. Die V=F6gel werden nach Angaben von=
=20
Umweltsch=FCtzern oft in freier Wildbahn gefangen und dann als angebliche=20
Nachzuchten verkauft.


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Asien: leicht im Minus

Die Aktienm=E4rkte in Asien haben am Mittwoch mehrheitlich leichte=20
Kursverluste verbucht. Die M=E4rkte gaben die im Gefolge von positiv=20
aufgenommenen Quartalszahlen der US-Technologie-Schwergewichte Intel und=20
Yahoo erzielten Gewinne im Handelsverlauf wieder ab.

In Tokio beendete der 225 Werte umfassende Nikkei-Index den Handel mit=20
einem Minus von 0,1%. Vor allem die Technologieaktien haben durch die=20
positiv aufgenommenen Intel- und Yahoo-Ergebnisse R=FCckenwind bekommen. Die=
=20
Titel von Sony legten um 0,3% zu. In der Anlegergunst standen auch einige=20
ausgesuchte Bankenwerte. Die Valoren von UFJ r=FCckten um 0,4% vor, w=E4hren=
d=20
jene von Mizuho sich um fast 1% verteuerten. Zu den Verlierern geh=F6rten=
 die=20
Papiere von Honda, die um 1,7% nachgaben, und jene von Toyota, die sich um=
=20
1,2% erm=E4ssigten. In

Hongkong schloss der Hang-Seng-Index um 0,6% schw=E4cher. Als Belastung=20
erwiesen sich die Grundst=FCcksund Immobilienwerte sowie China-gebundene=20
Rohstoffwerte. Die Aktien von Cheung Kong verloren 1,9%. Die=20
Wheelock-Papiere gaben um 0,4% nach, jene von Wharf b=FCssten 1,2% ein.=20
H=E4ndler sprachen dabei von Gewinnmitnahmen, nachdem der Immobiliensektor=
 am=20
Dienstag im Sog der als erfolgreich bewerteten Bauland-Versteigerungen=20
deutlich zugelegt hatte.

In Sydney gewann der ASX-200-Index 0,2%. Die Papiere von News Corp=20
verteuerten sich um 0,1%.


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Der schlimmste Taifun seit einem Vierteljahrhundert

21. Oktober 2004

Der verheerendste Taifun seit einem Vierteljahrhundert hat in Japan=20
mindestens 67 Personen in den Tod gerissen und eine breite Spur der=20
Verw=FCstung hinterlassen. Mehr als 300 Menschen wurden teils schwer=20
verletzt, 21 wurden noch vermi=DFt, wie japanische Medien am Donnerstag=
 abend=20
berichteten. Der Taifun "Tokage" zerst=F6rte in weiten Gebieten des von=20
Naturgewalten gepr=FCften Inselreichs Wohnh=E4user und Kulturst=E4tten,=
 brachte=20
Z=FCge zum Entgleisen und l=F6ste zahlreiche Erdrutsche und =DCberschwemmung=
en aus.
Vielerorts spielten sich dramatische Szenen ab. In der Provinz Hyogo=20
versank fast die gesamte Stadt Toyooka unter schlammigen Wassermassen, als=
=20
in Folge sintflutartiger Regenf=E4lle die Deiche brachen. Ebenfalls=20
=FCberflutet wurde die westjapanische Stadt Maizuru (Foto). Bewohner=20
fl=FCchteten auf Hausd=E4cher. "Ich dachte, es sei alles vorbei", sagte eine=
=20
ersch=F6pfte Frau. In der Provinz Kyoto mu=DFten 37Fahrg=E4ste eines=
 Reisebusses=20
die ganze Nacht =FCber durchn=E4=DFt und frierend auf dem Dach des Busses=20
ausharren, nachdem dieser von einem =FCber die Ufer getretenen Flu=DF erfa=
=DFt=20
worden war. Als das Wasser immer h=F6her stieg, zertr=FCmmerten die=
 Fahrg=E4ste=20
die Fenster, kletterten aufs Dach und zogen die Frauen hinterher, bevor das=
=20
Wasser schlie=DFlich bis unters Dach stieg. Erst nach zw=F6lf bangen Stunden=
=20
brachten Einsatzkr=E4fte sie am Morgen mit Hubschraubern und Schlauchbooten=
=20
in Sicherheit.

Ber=FChmte Tempel besch=E4digt
Mehr als 150 Sch=FCler und Lehrer eines Segelschulschiffs in Yokohama wurden=
=20
in einer ebenfalls dramatischen Rettungsaktion von Bord geholt, nachdem=20
schwerer Seegang das Segelschiff an eine Schutzmauer geworfen hatte. F=FCr=
=20
andere gab es keine Chance zum =DCberleben: In der Provinz Kochi starben=
 drei=20
K=FCstenbewohner, als bis zu achtzehn Meter hohe Wellen =FCber ihren H=E4use=
rn=20
niederst=FCrzten. Andere ertranken in angeschwollenen Fl=FCssen oder wurden=
 von=20
einem der vielen Erdrutsche begraben. Nach offiziellen Angaben erlebte=20
Japan die h=F6chste Zahl an Toten und schwersten Sch=E4den durch einen=
 Taifun=20
seit 25 Jahren. Die Zentralregierung richtete einen Krisenstab ein und=20
beauftragte ein Expertenteam, das ganze Ausma=DF der Sch=E4den zu erfassen.
In der alten Kaiserstadt Kyoto wurde das Dach der Tamura-Do-Halle des=20
weltber=FChmten Kiyomizu-Tempels besch=E4digt, ebenso wie eine Wand des=20
ebenfalls als Nationalschatz geltenden Zuiryu-Tempels in Takaoka. Auch=20
viele Fischerboote wurden zerst=F6rt. "Es ist ein enormer Schaden f=FCr=
 unsere=20
Branche entstanden", klagte ein Fischer im Fernsehen. Obstbauern fanden am=
=20
Morgen ihre Felder teils v=F6llig verw=FCstet und unter meterhohen=
 Schlammassen=20
begraben vor. Zu den Opfern geh=F6rten aber auch viele Tiere: In Kyoto=20
ertranken mehr als 100 Hunde elendig in den K=E4figen eines Zoohandels.

Weiterer Taifun droht
"Tokage", japanisch f=FCr Eidechse, war der 23. Taifun in diesem Jahr und=20
bereits der zehnte Wirbelsturm, der direkt den japanischen Archipel=20
heimsuchte - so viele wie nie zuvor binnen eines Jahres. Bislang wurden=20
etwa 150 Personen get=F6tet, die landwirtschaftlichen Sch=E4den belaufen=
 sich=20
auf mindestens 155Milliarden Yen (1,14 Milliarden Euro). Unterdessen braute=
=20
sich weit vor Japan bereits ein weiterer Taifun zusammen.


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Erneut Tote bei Unruhen in China

Blutige Auseinandersetzung zwischen Muslimen und Han-Chinesen
In China soll es erneut zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen
sein. Diese hätten sich analog zu den letzten Unruhen an einem lokalen
Streit entzündet. Im jüngsten Fall gingen im Kreis Zhengmou Han-Chinesen
und Angehörige der muslimischen Hui-Minderheit aufeinander los.


 (sda/dpa)
Bei neuen schweren Unruhen in China soll es Tote und Verletzte gegeben
haben. Angehörige der muslimischen Minderheit und Han-Chinesen hätten sich
im Kreis Zhengmou gewaltsame Auseinandersetzungen geliefert, berichteten
Augenzeugen in dem betroffenen Ort Langchenggang am Montag.

Zehn Tote und 30 Verletzte
Es habe etwa 10 Tote und 30 Verletzte gegeben, sagte ein Augenzeuge vor
Ort, der Angaben der «New York Times» über 148 Tote jedoch nicht
bestätigen konnte. Das Blatt hatte sich bei der Opferzahl auf eine Person
berufen, die von der Polizei über die Zwischenfälle unterrichtet worden
sei. Eine grosse Zahl von Soldaten sei in die Unruhe-Gegend entsandt
worden.

Erst vor zwei Wochen waren in der Metropole Chongqing schwere Unruhen
ausgebrochen, die das Militär unter Kontrolle bringen musste. Die Unruhen
begannen bei einem Streit auf einem Markt.

Lokaler Streit auf der Strasse
Der neue Konflikt in der Provinz Henan entzündete sich gemäss ersten
Schilderungen ebenfalls an einem lokalen Streit auf der Strasse. Es habe
eine Schlägerei zwischen Angehörigen der Hui-Minderheit und Han-Chinesen
gegeben, die zu Strassenschlachten zwischen Dörfern eskaliert sei,
berichtete ein Lehrer.

Die Nachbardörfer Kaifeng und Nanren, wo insgesamt 7000 bis 8000
muslimische Hui wohnen, hätten sich vergangenen Mittwoch und Donnerstag
heftige Kämpfe mit den Bewohnern des vornehmlich von Han-Chinesen
bewohnten Ort Langchenggang geliefert.

Funktionäre versuchten zu vermitteln
Wegen der Auseinandersetzung hätten die Kinder dieses Wochenende in der
Mittelschule bleiben müssen. Lautsprecherwagen fuhren durch den Ort, und
Funktionäre zogen von Haus zu Haus, um die beiden Volksgruppen zu
beruhigen und ein Versöhnungsabkommen auszuhandeln, wurde berichtet. In
China leben etwa 18 Millionen Muslime, von denen rund 9 Millionen der
Hui-Minderheit angehören.



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Samsung steckt 723 Mio. Euro in Chipproduktion

Ausbau der DRAM-Kapazit=E4ten soll Konkurrenzf=E4higkeit st=E4rken

Seoul (pte, 10. Jan 2005 13:45) -

  Um auf dem Weltmarkt weiter konkurrenzf=E4hig zu sein, will der=20
s=FCdkoreanische Elektronikriese Samsung http://www.samsung.com 997,5 Mrd.=
=20
Won (722,7 Mio. Euro) in den Ausbau seiner Chipproduktion stecken. Die=20
Investitionssumme sei bereits durch den Aufsichtsrat abgesegnet, berichtet=
=20
das Wall Street Journal (WSJ) heute, Montag. Mit dem Schritt sollen die=20
Herstellungskosten im DRAM-Bereich gesenkt werden. Laut Samsung wird die=20
Nachfrage nach DRAM-Chips im laufenden Gesch=E4ftsjahr anziehen.

Samsung investiert 603,8 Mrd. Won (437,3 Mio. Euro) in seine=20
12-Zoll-Fertigungslinie in Hwasung, s=FCdlich von Seoul. Weitere 393,7 Mrd.=
=20
Won (285,1 Mio. Euro) sollen in die Aufr=FCstung von bereits bestehenden=20
Speicherchipanlagen gesteckt werden, um die Herstellungskapazit=E4t von=
 DRAMs=20
und Flash Memory Chips anzuheizen. Die Investitionssumme ist laut WSJ Teil=
=20
der geplanten Investitionsausgaben f=FCr 2005. Nach Angaben eines=20
Samsung-Sprechers sollen sich die Ausgaben im laufenden Jahr auf=20
Vorjahresniveau bewegen. Im Jahr 2004 hatte Samsung rund 4,92 Bio. Won=20
(3,56 Mrd. Euro) in sein Speicherchipgesch=E4ft gepumpt.

Um in der kapitalintensiven Chipbranche ganz vorn mit dabei zu sein, m=FCsse=
n=20
die Chiphersteller immer mehr Chips produzieren und das Preisniveau=20
m=F6glichst niedrig halten. Investitionen in die neuesten Technologien sind=
=20
deshalb Ausschlag gebend f=FCr den finanziellen Erfolg der Unternehmen.=20
Samsung hat im Dezember 2004 angek=FCndigt, bis zum Jahr 2010 rund 18 Mrd.=
=20
Euro in seine Chipherstellung investieren zu wollen


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Asiatische Chiphersteller verzeichnen Rekordums=E4tze

Nach H=F6chstwerten im Sommer 2004 Stagnation im ersten Halbjahr 2005

Taipeh (pte, 10. Jan 2005 10:53) - Zwei der weltgr=F6=DFten=
 Auftragshersteller=20
f=FCr Halbleiter, Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC)=20
http://www.tsmc.com und United Microelectronics (UMC) http://www.umc.com ,=
=20
haben das Gesch=E4ftsjahr 2004 mit Rekordums=E4tzen abgeschlossen. Die=20
fern=F6stlichen Chipproduzenten profitierten dabei wie die gesamte=20
Chipbranche von der starken Nachfrage nach elektronischen Ger=E4ten wie=20
Digitalkameras und Notebooks, berichtet das Wall Street Journal heute,=
 Montag.

Marktf=FChrer TSMC steigerte seinen Jahresumsatz gegen=FCber 2003 um 26,8=20
Prozent auf 256 Mrd. Neue Taiwan Dollar (NTD/ 6,1 Mrd. Euro). Im Dezember=20
gaben die Ums=E4tze gegen=FCber dem Vormonat dagegen um 5,1 Prozent nach und=
=20
sanken damit im vierten Monat in Folge seit dem Rekordwert im August 2004.=
=20
UMC verzeichnete f=FCr das abgelaufene Gesch=E4ftsjahr ein Umsatzplus von 38=
=20
Prozent auf 117,3 Mrd. NTD (2,78 Mrd. Euro). Mit 8,88 Mrd. NTD (208,4 Mio.=
=20
Euro) lag auch bei UMC der Dezemberumsatz unter dem Vormonatswert von 9,28=
=20
Mrd. NTD (219,7 Mio. Euro).

Laut dem taiwanesischen Branchenanalysten James Huang werde sich der=20
Umsatzsinkflug nach dem Boom im abgelaufenen Jahr noch bis zum Ende des=20
ersten Halbjahres 2005 fortsetzen, wenn die Industrie ihre=20
=DCberkapazit=E4tsprobleme nicht in den Griff bekommt. Nach Berechnungen des=
=20
Industrieverbandes Semiconductor Industry Association (SIA) stieg der=20
weltweite Chipumsatz 2004 gegen=FCber dem Vorjahr um 28,5 Prozent auf 213,8=
=20
Mrd. Dollar an


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Sony st=E4rkt sein LCD-Gesch=E4ft

Elektronikriese kauft TFT-LCD-Produzenten f=FCr 134 Mio. Euro

Tokio (pte, 07. Jan 2005 15:53) - Elektronikriese Sony http://www.sony.net=
=20
wird die in Japan ans=E4ssige TFT-LCD-Sparte des taiwanesischen Herstellers=
=20
Chi Mei Optoelectronics, International Display Technology (IDTech)=20
http://www.idtech.co.jp/en , =FCbernehmen. Wie der Konzern heute, Freitag,=
=20
mitteilte, hat der Deal einen Wert von 18,5 Mrd. Yen (134,2 Mio. Euro) und=
=20
soll im M=E4rz 2005 abgeschlossen sein. Im Rahmen der Transaktion =FCbernimm=
t=20
Sony alle Aktien von IDTech sowie die komplette Produktionsausstattung, die=
=20
Fertigungsst=E4tten und das Personal.

Dar=FCber hinaus will Sony nach eigenen Angaben weitere 27 Mrd. Yen (195,8=
=20
Mio. Euro) in den Umbau der Fertigungsst=E4tten stecken. Derzeit stellt=20
IDTech haupts=E4chlich TFT-LCD-Panels f=FCr den Einsatz in PC-Monitoren her.=
=20
Sony will dagegen nach Abschluss der Akquisition TFT-LCDs auf LTPS-Basis=20
(low-temperature polysilicon) f=FCr Handys und Digitalkameras herstellen. Im=
=20
April 2006 soll die Massenproduktion der LTPS-TFT-LCDs beginnen.

Die Akquisition ist laut Wall Street Journal Teil der Bestrebungen Sonys,=20
sich Kernkompetenzen wie die Herstellung von Flachbildschirmen und=20
Halbleitern ins Haus zu holen. Der Schritt k=F6nnte die Gewinnmargen der=20
schw=E4chelnden Elektroniksparte vorantreiben.


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Samsung f=E4hrt Rekordergebnis ein
Preisverfall dr=FCckt auf Q4-Zahlen - Positiver Ausblick auf 2005

Seoul (pte, 14. Januar 2005 11:54) - Trotz des anhaltenden Preisverfalls,=20
der vor allem die Bilanz des vierten Quartals belastete, hat der=20
s=FCdkoreanische Elektronikkonzern Samsung http://www.samsung.com im=20
abgelaufenen Gesch=E4ftsjahr 2004 mit einem Rekordergebnis aufwarten k=F6nne=
n.=20
Wie Samsung heute, Freitag, mitteilte, legte der Jahresumsatz gegen=FCber=20
2003 um 32 Prozent auf 57,63 Bio. Won (42,1 Mrd. Euro) zu. Der Nettogewinn=
=20
stieg um 81 Prozent auf 10,79 Bio. Won (7,9 Mrd. Euro). Das bedeutet nach=20
Konzernangaben das beste Ergebnis der Firmengeschichte.

Trotz Preisverfall konnte Samsung nach eigenen Angaben aufgrund steigender=
=20
Nachfrage einen Umsatzeinbruch im vierten Quartal vermeiden. F=FCr das=20
Schlussquartal wies der Elektronikriese einen Umsatz von 13,89 Bio. Won=20
(10,2 Mrd. Euro) aus. Das bedeutet zwar eine Steigerung gegen=FCber dem=20
vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Gegen=FCber dem Vorquartal musste Samsung=
=20
allerdings einen leichten R=FCckgang um drei Prozent hinnehmen. Das=
 operative=20
Ergebnis brach hingegen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 42 Prozent auf=
=20
1,53 Bio. Won (1,1 Mrd. Euro) regelrecht ein, lag aber immer noch =FCber den=
=20
reduzierten Erwartungen der Analysten. Der Nettogewinn betrug 1,83 Bio. Won=
=20
(1,3 Mrd. Euro).

F=FCr das laufende Gesch=E4ftsjahr rechnet Samsung wegen des stagnierenden=
=20
s=FCdkoreanischen Marktes und der starken W=E4hrung nicht mit verbesserten=
=20
Marktbedingungen. Trotzdem gab der Konzern einen positiven Ausblick auf das=
=20
neue Jahr. Samsung-Manager Woosik Chu rechnet mit einem Anstieg der=20
Nachfrage im Chipbereich bereits im ersten Quartal. Mit dem Launch neuer=20
Ger=E4te soll der Absatz im Handybereich angekurbelt und der Preisverfall=20
gestoppt werden. Zudem erwartet Samsung eine Erholung bei den LCD-Verk=E4ufe=
n.


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China plant gr=F6=DFten Windpark Asiens
Reich der Mitte setzt zunehmend auf erneuerbare Energien

Peking (pte, 14. Januar 2005 12:08) - Eine private Gesellschaft will vor=20
der K=FCste von Shanghai den gr=F6=DFten Windpark Asiens errichten. Mehr als=
 100=20
Turbinen sollen im flachen Wasser installiert werden, berichtet das=20
Umweltnetzwerk ENN http://www.enn.com . Insgesamt soll das Projekt 190 Mio.=
=20
Euro kosten. Das "Reich der Mitte" setzt in j=FCngster Zeit immer mehr auf=
=20
erneuerbare Energien, da die Kohlekraftwerke zuviel Schmutz verursachen.

Immer wieder kommt es in China zu Versorgungsengp=E4ssen bei der=20
Stromlieferung. Zu schnell ist das Wachstum in den gro=DFen St=E4dten. Und=
 zu=20
sehr baut das riesige Land auf seine Kohlevorr=E4te, meinen Kritiker. Um den=
=20
Bedarf an Strom zu decken, soll nun im Daishan County in Zheijiang, der=20
Provinz s=FCdlich von Shanghai, ein riesiger Windpark errichtet werden.=20
Zhejiang Green Power Investment soll als Bautr=E4ger das Kraftwerk=
 errichten.=20
Nicht verlautbart wurde, wann mit dem Bau des Kraftwerks gestartet werden=
 soll.

Insgesamt wird der Windpark 200 Megawatt Kapazit=E4ten haben, hei=DFt es=20
seitens des China Electricity Council. Ende 2004 betrug die Kapazit=E4t von=
=20
Windkraftwerken in China 730 Megawatt.


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China: Handys vor Festnetz
Bereits 334 Mio. B=FCrger telefonieren mobil

Peking (pte, 14. Januar 2005 15:05) -

In China ist die Zahl der Handy-Telefonierer im vergangenen Jahr erneut=20
stark angestiegen. Insgesamt telefonierten im Reich der Mitte zum Stichtag=
=20
31. Dezember 334 Mio. User mobil, ein Plus von 65 Millionen gegen=FCber dem=
=20
Vorjahr. Damit gibt es in China mehr Mobilfunk-User als Festnetztelefone.=20
Von diesen gab es zum Jahresende 316 Millionen, ein Zuwachs von 53=20
Millionen im Jahresvergleich.

Im laufenden Jahr soll die Zahl der Mobiltelefonierer auf 402 Millionen=20
ansteigen. Damit w=FCrde die Penetrationsrate von derzeit rund 25 Prozent=
 auf=20
etwa 33 Prozent zulegen. Diese Zahlen gab das chinesische Ministerium f=FCr=
=20
die Informationsindustrie MII (Ministry of Information Industry)=20
http://www.mii.gov.cn/ bekannt, berichtet die Nachrichtenagentur Xinhua.=20
http://news.xinhuanet.com/english/2005-01/12/content_2451574.htm
China ist von der Zahl der User her gesehen der gr=F6=DFte Mobilfunkmarkt=
 der=20
Welt.

Die chinesischen Handy-Telefonierer verschickten im abgelaufenen Jahr=20
insgesamt 214 Mrd. SMS. Die mit Telekommunikationsdienstleistungen im=20
Allgemeinen erzielten Ums=E4tze sind 2004 in China um knapp =FCber ein=
 Prozent=20
auf 520,5 Mrd. Yuan (48 Mrd. Euro) angestiegen, gab das Ministerium weiter=
=20
bekannt. Die Zahl der Internet-User betrug 95 Millionen, 25 Millionen waren=
=20
per Breitband mit dem Internet verbunden.


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Ovum- und Forrester-Studie
mobilkom austria f=FChrt weltweit bei M-Commerce-Anwendungen


Tokio, Japan (OTS) - mobilkom austria ist mit ihrem Angebot an=20
M-Commerce-Applikationen f=FCr ihre Kunden weltweit f=FChrend. Dies wird=
 durch=20
Studien von Ovum und Forrester Research eindrucksvoll best=E4tigt: mobilkom=
=20
austria liegt damit vor anderen Anbietern wie etwa Vodafone, KPN, Swisscom,=
=20
T-mobile oder Telenor. Dieses Ergebnis pr=E4sentierte Dr. Hannes=
 Ametsreiter,=20
Vorstand Marketing, Vertrieb und Customer Service von mobilkom austria am=20
Mittwoch, dem 12. J=E4nner, beim 3G Mobile World Forum in Tokio, Japan, an=
=20
dem er als Key-Note-Speaker teilnahm.

An diesem "Global Third-Generation Mobile Forum and Exhibition" referierten=
=20
auch zahlreiche weitere Spitzenrepr=E4sentanten der internationalen=20
Mobilfunk-Industrie, etwa Dr. Jong Tae Ihm (Vice President SK Telecom),=20
Vivek Badrinath (CTO Orange) oder Yves Goblet (Vice-Chairman Bouygues=
 Telecom).

mobilkom austria hat gr=F6=DFte Auswahl an M-Commerce-Services
Den Kunden von mobilkom austria steht die gr=F6=DFte Auswahl an innovativen=
=20
Diensten zur Verf=FCgung: beispielsweise m-parking - der Parkschein f=FCr=
 das=20
Handy - oder die HANDYMAUT powered by A1 - die M=F6glichkeit, mit dem Handy=
=20
Mautgeb=FChren auf =D6sterreichs Autobahnen zu begleichen. Ein weiterer=20
H=F6hepunkt des Engagements von mobilkom austria auf dem Gebiet M-Commerce=
=20
war die Realisierung des weltweit ersten interoperablen M-Commerce-Service:=
=20
die Einf=FChrung des Bahntickets f=FCr das Handy f=FCr Fahrten zwischen=20
=D6sterreich und Deutschland in Zusammenarbeit mit Vodafone Deutschland, den=
=20
=D6BB und CityNightLine.

Die Studien der Marktforschungsinstitute Ovum und Forrester Research=20
belegen nun deutlich, dass mobilkom austria ihren Kunden im internationalen=
=20
Vergleich die gr=F6=DFte Auswahl an M-Commerce-Services bietet. "Dieses=20
Ergebnis freut mich pers=F6nlich sehr, denn es belegt eindrucksvoll, dass=
 wir=20
mit unserer absoluten Kundenorientierung richtig liegen. Inzwischen gibt=20
uns auch der Erfolg auf dem =F6sterreichischen Markt recht", so Ametsreiter.=
=20
mobilkom austria habe damit, so Ametsreiter weiter, auch eine gute=20
Ausgangsposition f=FCr die n=E4here Zukunft, weil der Daten-Umsatz in den=20
n=E4chsten Jahren weiter steigen wird.

"Wir werden diesen Marktvorsprung zum Wohle unserer Kunden auch in Zukunft=
=20
weiter ausbauen und bestimmte Services auch zu echten =B4Industrie-Standards=
=B4=20
machen", sagte Ametsreiter in seiner Rede vor den Teilnehmern des 3G Mobile=
=20
World Forum.


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Megadeal auf japanischem Medienmarkt
Fernsehsender Fuji TV will Nippon Broadcasting f=FCr 550 Mio. Euro

Tokio (pte, 17. Januar 2005 15:57)

         Japans f=FChrender Privat-Fernsehsender Fuji Television=20
http://www.fujitv.co.jp/en will das japanische Rundfunkunternehmen Nippon=20
Broadcasting Systems http://www.jolf.co.jp unter seine Kontrolle bringen.=20
Dazu soll der Anteil von derzeit 12,4 auf =FCber 50 Prozent aufgestockt=20
werden. Wie die Financial Times (FT) heute, Montag, berichtet, bietet Fuji=
=20
TV f=FCr jeden Nippon-Broadcasting-Anteil 5.950 Yen (44,52 Euro) und damit=
=20
einen Aufpreis von 7,2 Prozent gegen=FCber dem heutigen B=F6rsenschlusskurs=
 der=20
Aktie. Die =DCbernahmeofferte hat einen Gesamtwert von 73,4 Mrd. Yen (549,2=
=20
Mio. Euro). Das Angebot soll morgen, Dienstag, starten und bis zum 21.=20
Februar 2005 laufen.

Mit der =DCbernahme der Mehrheit an Nippon Broadcasting will Fuji TV nach=20
eigenen Angaben seine Position auf dem Markt f=FCr digitale =DCbertragungen=
=20
st=E4rken. Der Rundfunksender, der selbst 22,5 Prozent der Anteile an Fuji=
=20
h=E4lt und Gr=FCndungsmitglied des TV-Senders ist, hat der Transaktion=
 bereits=20
zugestimmt. Laut FT sind beide Firmen seit Jahren immer wieder=20
Kooperationen eingegangen. Erst im vergangenen Jahr hatte Fuji TV gemeinsam=
=20
mit Nippon Broadcasting in ein 58 Mrd. Yen (434,3 Mio. Euro) teures=20
topmodernes Digitalstudio investiert. Au=DFerdem bedeute die m=F6gliche=20
Mehrheits=FCbernahme auch einen Sieg der Aktieninhaber um den=20
Aktion=E4rsrechts-Aktivisten Yoshiaki Murakami, der wiederholt einen Merger=
=20
der beiden Unternehmen gefordert hatte, schreibt die FT.


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Sony Ericsson dreht ins Plus
Konzern verkauft 42 Mio. Mobiltelefone

Tokio/Stockholm (pte, 18. Januar 2005 09:49) - Das schwedisch-japanische=20
Handy-Joint-Venture Sony Ericsson http://www.sony-ericsson.com hat im=20
abgelaufenen Gesch=E4ftsjahr dank guter Resultate beim Verkauf von=20
UMTS-Handys sein Ergebnis ins Plus gedreht. Wie das Unternehmen heute,=20
Dienstag, bekannt gab, betrug der Nettogewinn im Vorjahr 316 Mio. Euro.=20
2003 war noch ein Verlust von 86 Mio. Euro in den B=FCchern des Konzerns=20
gestanden. Gleichzeitig legte der Umsatz von 4,7 auf 6,5 Mrd. Euro zu.=20
http://www.sonyericsson.com/spg.jsp?cc=3Dglobal&lc=3Den&ver=3D4001&template=
=3Dpc1_1_1&zone=3Dpc&lm=3Dpc1&prid=3D2731

Insgesamt hat Sony Ericsson im abgelaufenen Gesch=E4ftsjahr 42,3 Mio.=20
Mobiltelefone verkauft, um 15 Millionen mehr als noch ein Jahr zuvor. "2004=
=20
war ein gutes Jahr f=FCr uns, da das Unternehmen die Gewinnzone erreicht hat=
=20
und in eine Wachstumsphase eingetreten ist", sagte Sony-Ericsson-Pr=E4sident=
=20
Miles Flint. Das Unternehmen konnte vor allem bei seinen 3G-UMTS-Handys=20
erfolgreich abschneiden, aber auch bei GSM-Modellen wie der S700-, der=20
K700- und der K500-Serie.

Auch im vierten Quartal hat der schwedisch-japanische Konzern noch einmal=20
deutlich zugelegt. "Das starke Wachstum im 4. Quartal wurde von einem=20
erfolgreichen Start unseres neuesten UMTS-Handys gepusht. Das legt den=20
Grundstein f=FCr die zuk=FCnftige Erweiterung unseres 3G-Portfolios",=
 erkl=E4rte=20
Flint. In Q4 konnte der Umsatz im Jahresvergleich um 40 Prozent auf knapp=20
=FCber zwei Mrd. Euro gesteigert werden. Dabei wurde ein Nettogewinn von 55=
=20
Mio. Euro erzielt, ein Plus von 28 Prozent gegen=FCber dem Vorjahr.


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=ABNicht nur Tr=FCmmer einsammeln=BB
Uno-Konferenz =FCber Katastrophenschutz in Japan

In der vor zehn Jahren von einem Erdbeben weitgehend zerst=F6rten=
 japanischen=20
Stadt Kobe ist am Dienstag eine internationale Konferenz =FCber den Schutz=
=20
vor Naturkatastrophen er=F6ffnet worden. Im Zentrum der Arbeiten stehen die=
=20
Vorbeugung und der Schutz der Bev=F6lkerung vor den Katastrophen.


tf. Tokio, 18. Januar

Am Dienstag ist in der westjapanischen Hafenstadt Kobe eine Uno-Konferenz=20
=FCber Massnahmen zum Katastrophenschutz er=F6ffnet worden. Datum und Ort=
 der=20
Konferenz wurden keinesfalls zuf=E4llig gew=E4hlt. So f=E4llt die=
 Veranstaltung=20
zeitlich zusammen mit zahlreichen Anl=E4ssen zur Erinnerung an das schwere=
=20
Hanshin-Erdbeben von Kobe, dem vor zehn Jahren, am fr=FChen Morgen des 17.=
=20
Januar 1995, =FCber 6400 Menschen zum Opfer gefallen waren und das die=20
vollst=E4ndige Zerst=F6rung von =FCber 100 000 Geb=E4uden zur Folge hatte.=
 Die=20
erwarteten 3000 Delegierten aus rund 150 L=E4ndern d=FCrften in Kobe zwar=
 kaum=20
mehr Spuren dieses verheerenden Bebens sehen, zumal die Stadt den=20
Wiederaufbau schon fast vollst=E4ndig abgeschlossen hat. Wenn der seit=
 Jahren=20
geplanten Konferenz gleichwohl eine hohe Aktualit=E4t zukommt, dann aufgrund=
=20
des schweren Seebebens und der nachfolgenden Flutwellen vom vergangenen 26.=
=20
Dezember. Das tragische Ereignis wird das beherrschende Thema der bis=20
Samstag dauernden Veranstaltung darstellen.
Zehn Prozent f=FCr Katastrophenschutz

In einer =FCber Video =FCbertragenen Rede betonte Uno-Generalsekret=E4r Kofi=
=20
Annan mit Verweis auf die Tsunami-Katastrophe, dass es keinesfalls gen=FCge,=
=20
nur die Tr=FCmmer einzusammeln; vielmehr gehe es darum, s=E4mtliche=
 Lektionen=20
zu lernen, wie eine solche Katastrophe in Zukunft vermieden werden k=F6nne.=
=20
Bereits die Investition verh=E4ltnism=E4ssig kleiner Summen, so Annan=
 weiter,=20
k=F6nne helfen, die Folgen unvermeidbarer Naturereignisse auf Mensch und Gut=
=20
zu verringern. Eines der wichtigsten Ziele der Konferenz d=FCrfte sein,=20
Gebernationen in mehr oder weniger verbindlicher Form zur Finanzierung=20
entsprechender Vorsorgemassnahmen in armen L=E4ndern zu motivieren. In=20
welcher Gr=F6ssenordnung dies geschehen k=F6nnte, konkretisierte bei der=20
Konferenzer=F6ffnung Jan Egeland, Direktor f=FCr Nothilfe bei der Uno.=
 Egeland=20
unterbreitete den Delegierten den Vorschlag, in Zukunft zehn Prozent aller=
=20
f=FCr Nothilfe ausgegebenen Gelder f=FCr Massnahmen des Katastrophenschutzes=
 zu=20
verwenden.
Japanisches Fr=FChwarnsystem

Den Diskussionen =FCber den Aufbau eines Fr=FChwarnsystems f=FCr Tsunami im=
=20
Indischen Ozean d=FCrfte in Kobe ebenfalls eine gewichtige Bedeutung=20
zukommen, zumal ein solches System bei der j=FCngsten Katastrophe wohl=20
Tausenden von Menschen das Leben h=E4tte retten k=F6nnen. Eine prominente=
 Rolle=20
kommt dabei dem Gastgeberland Japan zu, das f=FCr die Region des Pazifischen=
=20
Ozeans bereits vor =FCber f=FCnfzig Jahren ein Warnsystem aufgebaut hat.=
 Dank=20
einem feinen Netzwerk von Seismographen, komplexen Computersimulationen und=
=20
umfassenden Datenbanken vermag es heute bereits drei Minuten nach der=20
Registrierung eines Bebens gef=E4hrdete K=FCstenregionen vor drohenden=
 Tsunami=20
zu warnen. Auch die Delegierten Deutschlands haben angek=FCndigt, an der=20
Konferenz ein eigenes Alarmsystem f=FCr die Staaten am Indischen Ozean zu=20
pr=E4sentieren; im Vergleich mit Japan, wo gegen zwanzig Prozent aller=20
weltweit registrierten Erdbeben anfallen, d=FCrfte man aber =FCber einen=20
ungleich bescheideneren Erfahrungsschatz verf=FCgen.

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R=FCckschlag f=FCr Volkswagen in China

us. (Peking)
Die Zeiten, da die in China hergestellten Modelle von Volkswagen die=20
Strassenbilder in den chinesischen St=E4dten dominierten, neigen sich dem=20
Ende zu. In den vergangenen Jahren hat alles, was in der Automobilindustrie=
=20
Rang und Namen hat, den chinesischen Markt entdeckt, der wegen steigender=20
Kaufkraft und eines Aufschwungs bei den Konsumkrediten zu einem=20
automobilistischen Eldorado zu werden verspricht. Beobachter sehen China=20
mittelfristig zum weltweit zweitgr=F6ssten Automobilmarkt nach den USA=20
aufsteigen. Entsprechend riesig sind die Produktionskapazit=E4ten, die=20
bereits installiert sind oder die in absehbarer Zeit in Betrieb genommen=20
werden. Absehbar sind auch ein intensivierter Wettbewerb unter den Grossen=
=20
der Autobranche und ein sich versch=E4rfender Preiskampf. Entwicklungen beim=
=20
Absatz und beim Marktanteil von VW in China best=E4tigen dies. Gem=E4ss=20
j=FCngsten Angaben wurden im letzten Jahr von VW 6% weniger Autos in China=
=20
abgesetzt, derweil Hyundai, Toyota und General Motors zweistellige=20
Zuwachsraten hatten verzeichnen k=F6nnen. Der Anteil von Volkswagen am=20
chinesischen Automobilmarkt ist von 31,7% im Boomjahr 2003, als VW sein=20
Verkaufsvolumen in China um einen Drittel zu steigern vermocht hatte, auf=20
26,4% im Jahr 2004 zur=FCckgegangen. Ob es bald zu einer Trendwende kommen=
=20
k=F6nnte, ist fraglich. Neben immer neuen Modellen, die auf den chinesischen=
=20
Markt kommen, gibt es weitere bremsende Faktoren wie Pekings Sorgen um die=
=20
wachsende Abh=E4ngigkeit des Landes von der ausl=E4ndischen Erd=F6lversorgun=
g,=20
Sparmassnahmen der =F6ffentlichen Hand und neue Engp=E4sse bei der=20
Verkehrsinfrastruktur.

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Sony verdient weniger
Elektronikriese senkt Gewinn- und Umsatzerwartungen

Tokio (pte, 20. Januar 2005 11:05) - Der japanische Elektronikriese Sony=20
http://www.sony.co.jp wird sein bis 31. M=E4rz laufendes Gesch=E4ftsjahr mit=
=20
weniger Umsatz als erwartet abschlie=DFen. Wie das Unternehmen heute,=20
Donnerstag, bekannt gab, soll der Umsatz bei 7,15 Bio. Yen (53,4 Mrd. Euro)=
=20
und damit um f=FCnf Prozent unter den Erwartungen liegen. Schlechter als=20
erwartet soll es auch beim operativen Gewinn laufen, der statt 160 Mrd. Yen=
=20
(1,2 Mrd. Euro) nur rund 110 Mrd. Yen (820 Mio. Euro) betragen wird.=20
Aufgrund geringerer Steuerzahlungen soll der Nettogewinn aber um 40 Mrd.=20
Yen (300 Mio. Euro) =FCber den Erwartungen liegen, teilte Sony mit.

Der Nettogewinn wird im Gesamtjahr auf 150 Mrd. Yen (1,1 Mrd. Euro)=20
gesch=E4tzt, hie=DF es weiters. Als Gr=FCnde f=FCr das schw=E4chere=
 Abschneiden bei=20
Umsatz und operativem Gewinn nannte Sony lapidar "=C4nderungen im=20
Gesch=E4ftsumfeld in der Elektronik-Branche". Vor allem schw=E4chere Ums=E4t=
ze=20
bei Computerchips, DVD-Rekordern, tragbaren Audioplayern und Vaio PCs=20
h=E4tten dazu gef=FChrt, dass die Umsatzprognose gesenkt werden m=FCsse.

Sony war bereits in den vergangenen Jahren mit starker Konkurrenz durch=20
billigere asiatische Anbieter wie Samsung konfrontiert. In einigen=20
Produktbereichen ist es hinter seine Rivalen zur=FCckgefallen: Bei=20
LCD-Fernsehern etwa hinter seinen japanischen Mitbewerber Sharp und bei=20
DVD-Rekordern hinter Matsushita, berichtet das Wall Street Journal.


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Chinesischer Bekleidungshersteller sponsert NBA
Basketball soll in China popul=E4rer werden

Peking (pte, 21. Januar 2005 08:30) - Die National Basketball Association=20
(NBA) http://www.nba.com hat mit dem chinesischen Bekleidungshersteller=20
Li-Ning http://www.li-ning.com.cn einen strategischen Marketingdeal=20
getroffen. Li-Ning wirbt in der NBA f=FCr seine Produkte und wird sich daf=
=FCr=20
in China f=FCr Basketball einsetzen, so das Portal AdAge.com=20
http://www.adage.com .

Li-Ning wurde 1990 vom ehemaligen Olympia-Athleten Li Ning gegr=FCndet. Er=
=20
ist einer der meistverehrten Sportler Chinas. Seine Firma hat den=20
bestverkauften Turnschuh entworfen. 2003 machte Li-Ning einen Umsatz von=20
145 Mio. Dollar. Die Firma hofft, dass der Deal mit der NBA den Einstieg in=
=20
den westlichen Markt erleichtert. Li-Ning will zu einem Ernst zunehmenden=20
Konkurrenten von Nike und Adidas werden. Daf=FCr, dass Li-Ning Werbung in=
 der=20
NBA machen darf, wird Li-Ning helfen, die NBA-Pr=E4senz in China zu=
 verst=E4rken.

China produziert Basketball-Fans am laufen Band. Vor allem seit der Chinese=
=20
Yao Ming weltweite Ber=FChmtheit erlang, als er 2002 zu den Houston Rockets=
=20
kam. Laut TSN Sport ergab eine Studie, dass 85 Prozent aller Chinesen=20
NBA-Fans sind. Basketball sei bei den Jugendlichen Sportart Nummer eins.


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LCD-TV-Markt dank Preisverfall auf H=F6henflug
DisplaySearch: 16 Mio. verkaufte Ger=E4te 2005

Taipeh (pte, 21. Januar 2005 08:20) - Der anhaltende Preisverfall wird im=20
laufenden Jahr f=FCr einen Nachfrageboom auf dem weltweiten LCD-TV-Markt=20
sorgen. Bis zum Jahresende sollen den Marktforschern von DisplaySearch=20
http://www.displaysearch.com zufolge 16 Mio. Ger=E4te =FCber den Ladentisch=
=20
gehen. Laut dem Chef der taiwanesischen Niederlassung von DisplaySearch,=20
David Hsieh, hat die Nachfrage nach LCD-TV-Ger=E4ten bereits Ende des=20
vergangenen Jahres angezogen. Im Schlussquartal 2004 wurden drei Mio. der=20
Flachbildschirmfernseher mit einer Bildschirmdiagonale von mehr als zehn=20
Zoll (25,4 Zentimeter) ausgeliefert.

Dabei sollen vor allem die Ger=E4te mit einer Bildschirmdiagonale zwischen=
 29=20
und 32 Zoll zum neuen Trend werden und im Jahr 2005 einen Marktanteil von=20
30 Prozent erobern. Derzeit erh=F6he etwa LG Philips LCD unabl=E4ssig die=20
Kapazit=E4ten in seinem 6G-Werk und produziere mehr 32 Zoll LCD-TV-Panels,=
=20
sagte Hsieh im Gespr=E4ch mit dem asiatischen Branchenportal DigiTimes. In=
=20
diesem Jahr w=FCrden auch die taiwanesischen Hersteller nachziehen und damit=
=20
f=FCr ein steigendes Angebot in diesem Segment sorgen, so Hsieh.

Die Preise befinden sich entsprechend weiter im Sinkflug. Erst vor kurzem=20
ist der durchschnittliche Verkaufspreis (ASP) f=FCr 32 Zoll LCD-TV-Panels=20
nach Angaben der Marktanalysten von WitsView Technology auf 675 Dollar=20
gefallen. Hsieh rechnet f=FCr dieses Jahr mit Preisen zwischen 500 und 550=
=20
Dollar. Der Preis f=FCr ein LCD-TV-Ger=E4t dieser Gr=F6=DFenordnung k=F6nnte=
 bis zum=20
Jahresende von derzeit rund 2.300 Dollar auf 1.700 bis 1.800 Dollar st=FCrze=
n.


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Fast 100 Mio. Internet-User in China
Zunahme um 18 Prozent innerhalb eines Jahres

Peking (pte, 21. Januar 2005 08:35) - In China wird die Zahl der=20
Internetuser demn=E4chst die 100-Mio.-Marke erreichen. Laut vom China=20
Internet Network Information Centre (CINIC)=20
http://www.cnnic.net.cn/en/index/index.htm ver=F6ffentlichten Zahlen waren=
=20
zum Stichtag 31. Dezember 2004 insgesamt 94 Mio. Chinesen online. Dies=20
bedeutet ein Plus von 18,2 Prozent, berichtet China Daily.=20
http://www.china.org.cn

Bei den chinesischen Internet-Usern gibt es, anders als in den=20
Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macao, ein betr=E4chtliches Gender Gap.=
=20
So sind in dem Riesenreich wesentlich mehr M=E4nner als Frauen online.=20
Insgesamt sind nur 39,4 Prozent der chinesischen Nutzer Userinnen. Dagegen=
=20
herrscht in Hongkong und Macao unter den Onlinern praktischer=20
Geschlechter-Parit=E4t.

Im =DCbrigen sind die User im Reich der Mitte wie in den meisten L=E4ndern=
 auch=20
vor allem jung, gebildet und im st=E4dtischen Milieu angesiedelt. Mehr als=
=20
zwei Drittel aller Nutzer gehen haupts=E4chlich von zu Hause aus ins Netz,=
=20
rund 40 Prozent haben dar=FCber hinaus auch in B=FCros, Internet-Kaffees und=
=20
Schulen Zugang zum World Wide Web. Wesentlichste Gr=FCnde, um online zu=20
gehen, sind E-Mails, Nachrichten und Suchmaschinen. Neun von zehn Chinesen=
=20
bezeichnen E-Mails als den wesentlichsten Grund f=FCr ihren Netzzugang.=20
Online-Banking f=FChrt noch ein Schattendasein. Wang Gang, ein Manager der=
=20
Industrial and Commercial Bank of China, ist aber hier f=FCr die Zukunft=20
optimistisch. Die n=E4chsten zehn Jahre w=FCrden f=FCr Online-Banking in=
 China=20
ein goldenes Zeitalter werden.


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Chinesische Suchmaschine Sohu (NASDAQ: SOHU) in Deutschland
Suchmaschinen-Marketing in China: Ein Seminar der Webeffekt AG schildert=20
Anforderungen und Chancen
Dinslaken (pts, 21. Januar 2005 11:00) - China geh=F6rt weltweit zu den=20
chancenreichsten Wirtschaftsregionen. Und die Ansprache neuer Kunden =FCber=
=20
Internet-Suchdienste wie Google und Yahoo etabliert sich aufgrund ihrer=20
Effizienz zunehmend als feste Gr=F6=DFe im Werbemix. Da liegt folgende Idee=
=20
nahe: Neue Kunden in China =FCber Suchmaschinen gewinnen!

Vor diesem Hintergrund liefern auf einem durch die Webeffekt AG=20
ausgerichteten Seminar ausgewiesene Experten am 28.02.2005 in D=FCsseldorf=
=20
wertvolle Informationen aus erster Hand.

F=FCr die Besucher d=FCrfte von besonderem Interesse sein, dass sich wohl=20
erstmalig und speziell im Rahmen dieser Veranstaltung ein chinesischer=20
Suchservice in Deutschland pr=E4sentiert: Die in China zu den f=FChrenden=20
Anbietern z=E4hlende Sohu.com, seit dem Jahr 2000 an der US-B=F6rse NASDAQ=
=20
notiert. Millionen Chinesen nutzen t=E4glich die Angebote von Sohu.com,=20
welche neben der Websuche z.B. auch Email-Dienste, Internet-Zug=E4nge und=20
Shopping-M=F6glichkeiten umfassen.

Das Seminar liefert Antworten auf folgende Fragen:
=B7       Welche konkreten Werbem=F6glichkeiten zur Neukundengewinnung=
 bietet=20
der chinesische Suchdienst Sohu.com?
=B7       Wie gestalten sich die allgemeinen unternehmerischen Anforderungen=
=20
an den Markteintritt in China?
=B7       Wo liegen die Besonderheiten des Suchmaschinen-Marketings in=
 China?=20
Wie suchen Chinesen? Welche Voraussetzungen m=FCssen Sie erf=FCllen,=20
um         erfolgreich neue Kunden und Gesch=E4ftspartner in China =FCber=20
Suchmaschinen zu gewinnen?
=B7       Chinesen bevorzugen chinesische Worte und Schriftzeichen bei der=
=20
Suche nach westlichen Firmenbezeichnungen und Marken.=20
Wertvolle        Gesch=E4ftskontakte gehen so verloren. Wie sehen=20
L=F6sungskonzepte f=FCr die Herausforderung aus?
=B7       Wie k=F6nnen Unternehmen ihren Suchmaschinen-Erfolg in China=20
=FCberwachen? Wie ihre Wettbewerber beobachten? Wo liegen Potenziale f=FCr=
=20
mehr  Gesch=E4ft?

Die Webeffekt AG ( http://www.Webeffekt.de und http://www.Webeffekt.cn )=20
betreut im Rahmen des Suchmaschinen-Marketings zahlreiche Unternehmen=20
international und so auch in China. "China stellt aufgrund seiner=20
wirtschaftlichen Dynamik aber auch wegen der kulturellen und sprachlichen=20
Unterschiede eine besondere Herausforderung f=FCr das=
 Suchmaschinen-Marketing=20
dar", erkl=E4rt Robert Biermann, Vorstand der Webeffekt AG. Und er erg=E4nzt=
:=20
"Unser Seminar soll konkrete M=F6glichkeiten aufzeigen, wie diese=20
Besonderheiten in Wettbewerbsvorteile umgem=FCnzt werden k=F6nnen."

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Nokia will Billig-Handys nach Asien bringen
Ein-Chip-L=F6sung von Texas Instruments soll Handykosten senken

Dallas/Espoo (pte, 24. Januar 2005 15:55) - Der finnische Handyriese Nokia=
=20
http://www.nokia.com will durch die Einbindung der Ein-Chip-L=F6sung des=20
texanischen Halbleiterproduzenten Texas Instruments (TI) http://www.ti.com=
=20
g=FCnstige Einsteigerhandys f=FCr die schnell wachsenden M=E4rkte in Indien=
 und=20
China produzieren. Eine entsprechende Kooperation gaben beide Konzerne=20
heute, Montag, bekannt.

Die Technologie erm=F6gliche es, kleinere, schmalere Ger=E4te mit den=
 aktuellen=20
Sprach-, Daten- und Multimedia-F=E4higkeiten auszustatten, ohne Gr=F6=DFe=
 und=20
Stromverbrauch erh=F6hen zu m=FCssen, hei=DFt es in einer entsprechenden=20
Aussendung. Mithilfe der TI-Technologie kann ein Gro=DFteil der f=FCr ein=
 Handy=20
ben=F6tigten Elektronik, unter anderem das digitale Basisband, SRAM und=20
analoge Funktionen, in einen einzigen Chip integriert werden. Die erste=20
Version der TI-Chipl=F6sung zielt auf den sprachbasierten Handymarkt.=20
Ein-Chip-L=F6sungen f=FCr GPS, WLAN und UMTS sollen laut TI folgen.

Handys mit integrierter Ein-Chip-L=F6sung sollen voraussichtlich erst 2006=
=20
auf den Markt kommen, schreibt das Wall Street Journal. Mit seinen Pl=E4nen,=
=20
noch im Laufe dieses Jahres mit der Massenproduktion f=FCr den Chip zu=20
beginnen, habe sich TI aber fast ein Jahr Vorsprung vor seinen Rivalen=20
erk=E4mpft. So will Qualcomm im ersten Quartal 2006 Halbleiterhersteller mit=
=20
seinem Ein-Chip-Design f=FCr CDMA-Handys beliefern.


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LG verdoppelt Gewinne
S=FCdkoreaner wollen Handyabsatz 2005 auf 62 Millionen steigern

Seoul (pte, 25. Januar 2005 15:49) - Der s=FCdkoreanische Elektronikkonzern=
=20
LG Electronics http://www.lge.com hat im abgelaufenen Gesch=E4ftsjahr 2004=
=20
seinen Gewinn gegen=FCber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Unter dem Strich=
=20
standen 1,53 Bio. Won (1,14 Mrd. Euro) zu Buche. Der Umsatz legte um 22,2=20
Prozent auf 24,7 Bio. Won (18,4 Mrd. Euro) zu, teilte LG heute, Dienstag,=20
mit. Dabei profitierten die S=FCdkoreaner vor allem vom Boom auf dem=
 Handymarkt.

Die Ums=E4tze der Handysparte stiegen im Jahresvergleich um 56,6 Prozent auf=
=20
9,2 Bio. Won (6,8 Mrd. Euro). Ein besonders starkes Wachstum verzeichnete=20
der Konzern nach eigenen Angaben auf den 3G-M=E4rkten Europas und=20
Nordamerikas. Insgesamt konnte LG im Jahr 2004 rund 44 Mio. Handys=20
absetzen. Im laufenden Gesch=E4ftsjahr soll der Handyabsatz noch um 40=20
Prozent gesteigert werden. F=FCr 2005 rechnet LG mit 62 Mio. verkauften=
 Handys.

Im abgelaufenen vierten Quartal wies LG einen Gewinn von 143,6 Mrd. Won=20
(106,8 Mio. Euro) aus und drehte das Ergebnis gegen=FCber dem=20
Vorjahresquartal damit ins Plus. Im Schlussquartal 2003 hatten vor allem=20
hohe Abschreibungen auf das Joint Venture LG Philips Displays zu einem=20
Quartalsverlust von 17,2 Mrd. Won (12,8 Mio. Euro) gef=FChrt, schreibt das=
=20
Wall Street Journal. Der Umsatz legte gegen=FCber dem Vorjahreszeitraum um=
 20=20
Prozent auf 6,52 Bio. Won (4,85 Mrd. Euro) zu.

F=FCr das Jahr 2005 prognostiziert LG Ums=E4tze zwischen 28 (20,8 Mrd. Euro)=
=20
und 30 Bio. Won (22,3 Mrd. Euro). Insgesamt 3,5 Bio. Won (2,6 Mrd. Euro)=20
sollen im laufenden Gesch=E4ftsjahr in Technologien sowie Forschung und=20
Entwicklung investiert werden. Mehr als 50 Prozent des gesamten=20
Investitionsvolumens will der Konzern dabei auf drei seiner Kernsparten -=20
Digital-TV, Plasma Display Panels und Handys - konzentrieren.


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China f=FCrchtet: Mt. Everest schrumpft
Experten sollen "Dach der Welt" neu vermessen

Peking/London (pte, 25. Januar 2005 15:49) - China will den Mouth Everest=20
http://www.mounteverest.net neu vermessen. Die Gr=FCnde daf=FCr sind=
 Angaben,=20
wonach der h=F6chste Berg der Welt wegen der globalen Erw=E4rmung um 1,3=
 Meter=20
geschrumpft sein soll. Die H=F6he des Everest, der an der Grenze zwischen=20
China und Nepal liegt, ist seit langem ein Ausl=F6ser zahlreicher=20
Kontroversen, berichtet BBC-Online http://news.bbc.co.uk .

Erstmals wurde der Mount Everest von indischen Forschern im Jahr 1954=20
vermessen. Die Wissenschaftler bedienten sich eines so genannten=20
Theodoliten und haben die H=F6he des Berges mit 8.848 Metern errechnet. 1999=
=20
haben US-Forscher den Berg erneut vermessen. Damals arbeiteten die=20
Wissenschaftler bereits mit einem GPS. Das Ergebnis, das auch von der=20
National Geographic Society best=E4tigt wurde, war =FCberraschend: Die=20
Gipfelh=F6he wurde um zwei Meter h=F6her als 1954 berechnet.

Doch nun hat die globale Erw=E4rmung auch daf=FCr gesorgt, dass die=20
Himalaya-Gletscher langsam zur=FCckgehen. Der Mount Everst soll sogar um=
 mehr=20
als einen Meter geschrumpft sein. Chinesische Wissenschaftler sollen nun=20
bis M=E4rz die exakte H=F6he des h=F6chsten Berges der Welt ermitteln. Egal=
 wie=20
hoch der Everest auch sein mag, er bleibt definitiv der h=F6chste Berg des=
=20
blauen Planeten. Au=DFerdem sorgen Bewegungen in den tektonischen Platten=20
daf=FCr, dass sich das gesamte Himalaya-Massiv stetig um einen Zentimeter im=
=20
Jahr hebt.


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ellow Allert f=FCr Bagle.AZ
Trend Micro warnt vor neuer Wurm-Migration
Tokio (pte, 28. Januar 2005 08:30) - Der japanische Security-Spezialist=20
Trend Micro http://www.trendmicro.com hat einen globalen "Yellow Allert"=20
ausgel=F6st. Die Ausbreitung des Wurms "Bagle.AZ" soll damit so rasch wie=20
m=F6glich verhindert werden. Die neue Bagle-Migration verbreitet sich =FCber=
=20
infizierte Dateianh=E4nge und tarnt sich als Best=E4tigung f=FCr einen=20
angeblichen E-Mail-Versand oder eine Registrierung.

Absenderadressen werden gef=E4lscht (spoofed), sodass beim Anwender der=20
Eindruck entsteht, die Nachricht stamme aus einer seri=F6sen Quelle. Nach=
 der=20
Infektion sammelt Bagle zus=E4tzliche E-Mail-Adressen, um das befallene=20
System als Ausgangspunkt f=FCr eine weitere Verbreitung zu nutzen. Weiters=
=20
legt der Wurm eine Kopie von sich selbst in =F6ffentlichen Dokumentenordnern=
=20
ab. Nach einer erfolgreichen Infektion beendet der Wurm laut Trend Micro=20
verschiedene Prozesse, die mit Antivirus- und Sicherheitsprogrammen in=20
Zusammenhang stehen. Zus=E4tzlich versucht er Verbindungen mit bestimmten=20
Web-Sites herzustellen um JPG-Dateien herunter zu laden. Abschlie=DFend=20
=F6ffnet Bagle.AZ noch zuf=E4llige TCP-Ports und hinterl=E4sst so=
 Hintert=FCren f=FCr=20
Virenprogrammierer und Hacker.

"Es ist nicht =FCberraschend, dass Bedrohungen wie Bagle oder Mydoom noch=20
immer aktiv sind", kommentiert Jamzu Yaneza, Analyst bei Trend Micro. "Die=
=20
Virenprogrammierer testen kontinuierlich neue Social-Engineering Methoden=20
und Verbreitungstechniken um die Infektionsrate ihrer Malicious-Codes=20
erneut zu steigern", so Yaneza.


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Harte Preisk=E4mpfe in der digitalen Welt der Konsumelektronik

tf. (Tokio)
Der Preiskampf bei Produkten der Konsumelektronik setzt den Herstellern=20
hart zu. Unl=E4ngst musste die s=FCdkoreanische Samsung Electronics f=FCr=
 das=20
Weihnachtsquartal einen R=FCckgang des Betriebsgewinns um 42% bekanntgeben.=
=20
Am Donnerstag doppelte die japanische Konkurrenz nach: W=E4hrend das=20
operative Ergebnis bei NEC um 39% einbrach, betrug das Minus bei Sony 13%.=
=20
Dass im vergangenen Quartal die Preise etwa f=FCr DVD-Recorder oder=
 Fernseher=20
mit Flachbildschirm um 30% einbrachen, ist mit der Digitalisierung der=20
Elektronikwelt zu erkl=E4ren. So gestaltet sich bei digitalen Produkten die=
=20
Preisdifferenzierung weit schwieriger als bei analogen Produkten. Die=20
Schl=FCsselkomponenten, etwa Fl=FCssigkristallanzeigen (LCD) oder=
 Halbleiter,=20
sind zusehends standardisiert und jedermann zug=E4nglich, was die Fertigung=
=20
solider Endprodukte auch Billiganbietern erm=F6glicht; bei Audio-Produkten,=
=20
bei denen die Komponenten je nach Hersteller meist stark voneinander=20
abwichen, war dies anders. Nicht von ungef=E4hr konnte beim Videorecorder=20
erst acht Jahre nach Markteinf=FChrung eine Halbierung der Preise beobachtet=
=20
werden, w=E4hrend die Frist bei DVD-Recordern nur zwei Jahre betrug. Die=20
Konzerne richten ihren Fokus daher verst=E4rkt auf die eigene Produktion von=
=20
Einzelkomponenten, da dies h=F6here Gewinne verspricht als nur die=
 margenarme=20
Endfertigung. Dieselbe Strategie wird aber von allzu vielen Firmen=20
verfolgt, was etwa bei LCD schon zu =DCberkapazit=E4ten und entsprechenden=
=20
Preiseinbr=FCchen gef=FChrt hat. Ein baldiges Ende der Deflation in der=20
digitalen Konsumwelt ist daher noch nicht in Sicht.

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Anhaltender Preiskampf belastet NTT DoCoMo
F=FCr Gesamtjahr erster Umsatzr=FCckgang der Firmengeschichte prognostiziert
Tokio (pte, 28. Januar 2005 13:26) - Der anhaltende Preiskampf auf dem=20
japanischen Mobilfunkmarkt hat dem Marktf=FChrer NTT DoCoMo=20
http://www.nttdocomo.com in den ersten drei Quartalen seines laufenden=20
Gesch=E4ftsjahres (bis 31. M=E4rz 2005) einen Umsatzr=FCckgang beschert. Der=
=20
Verkauf seiner Anteile am US-Mobilfunker AT&T Wireless im Oktober 2004=20
brachte den Japanern dagegen einen Gewinnsprung ein. Der Umsatz im=20
Neunmonatszeitraum sank um 4,8 Prozent auf 3,64 Bio. Yen (27 Mrd. Euro),=20
teilte das Unternehmen heute, Freitag, mit. Beim Nettogewinn verzeichnete=20
der Mobilfunkprovider ein Plus von 53,1 Prozent auf 756,5 Mrd. Yen (5,6=20
Mrd. Euro).

Im abgelaufenen dritten Quartal hat der Verkauf der AT&T-Anteile zu einer=20
Verdoppelung des Nettogewinns auf 421 Mrd. Yen (3,1 Mrd. Euro) gef=FChrt.=
 Der=20
Quartalsumsatz gab aber im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent auf 1,19=20
Bio. Yen (8,8 Mrd. Euro) nach, berichtet das Wall Street Journal (WSJ).=20
Dazu f=FChrten vor allem die Preisnachl=E4sse, die DoCoMo-Kunden von einem=
=20
Wechsel zu anderen Betreibern abhalten sollten. Der schon seit Monaten=20
sinkende durchschnittliche Kundenumsatz fiel gegen=FCber dem Vorquartal=20
weiter von 7.340 (54,55 Euro) auf 7.170 Yen (53,28 Euro).

NTT DoCoMo h=E4lt f=FCr das Gesamtjahr an seinen Prognosen fest und rechnet=
=20
weiterhin mit einem Umsatzr=FCckgang von 4,5 Prozent auf 4,82 Bio. Yen (35,8=
=20
Mrd. Euro). Laut WSJ muss der japanische Mobilfunkriese damit erstmals in=20
der Unternehmensgeschichte r=FCckl=E4ufige Ums=E4tze ausweisen. Das=
 Nettoergebnis=20
soll vor allem dank der Gewinne aus dem Anteilsverkauf um 17 Prozent auf=20
758 Mrd. Yen (5,63 Mrd. Euro) zulegen.

Neben Umsatz verzehrenden Preisnachl=E4ssen plagen den Konzern laut WSJ=20
au=DFerdem hohe Kosten im Rahmen der Gewinnung neuer Kunden f=FCr sein=20
3G-Netzwerk FOMA. Zum Jahresende verzeichnete NTT DoCoMo 8,5 Mio.=20
3G-Kunden. Insgesamt z=E4hlte der Provider 47,9 Mio. User.


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Canon legt kr=E4ftig zu
2005 soll dank Digitalkameraboom erneut Umsatz- und Gewinnplus bringen

Tokio (pte, 28. Januar 2005 15:52) - Canon http://www.canon.com hat im=20
abgelaufenen Gesch=E4ftsjahr 2004 seinen Nettogewinn um 24,5 Prozent auf=20
343,3 Mrd. Yen (2,55 Mrd. Euro) gesteigert und damit im f=FCnften Jahr in=20
Folge ein Rekordergebnis eingefahren. Der Konzernumsatz setzte ebenfalls zu=
=20
neuen H=F6henfl=FCgen an und legte um 8,4 Prozent auf 3,47 Bio. Yen (25,75=
 Mrd.=20
Euro) zu, teilte das Unternehmen heute, Freitag, mit. Das Ergebnis wurde=20
vor allem vom anhaltend starken Gesch=E4ft mit Multifunktionskopierern,=20
Digitalkameras und Drucker getrieben.

Im vierten Quartal 2004 konnte Canon seinen Nettogewinn um 7,8 Prozent auf=
=20
80,8 Mrd. Yen (599,6 Mio. Euro) steigern. Der Quartalsumsatz legte=20
gegen=FCber dem Vorjahreszeitraum um 9,6 Prozent auf 981,1 Mrd. Yen (7,3=
 Mrd.=20
Euro) zu. Dabei haben aggressive Kostenreduzierungen, ein striktes=20
Lagerhaltungs-Management sowie die hoch automatisierte Produktion f=FCr=
 einen=20
Ausgleich von Preisr=FCckgang und Dollarschw=E4che gesorgt, schreibt das=
 Wall=20
Street Journal (WSJ).

Im laufenden Gesch=E4ftsjahr 2005 wird Canon nach eigenen Prognosen das=20
sechste Jahr in Folge ein Umsatz- und Gewinnplus verzeichnen k=F6nnen. Das=
=20
Unternehmen rechnet mit einem Nettogewinn in H=F6he von 359 Mrd. Yen (2,66=
=20
Mrd. Euro) und einem Jahresumsatz von 3,63 Bio. Yen (26,94 Mrd. Euro). Im=20
boomenden Digitalkamerabereich, in dem Canon mit dem japanischen=20
Konkurrenten Sony um die Spitzenposition auf dem Weltmarkt k=E4mpft, will=20
Canon im laufenden Gesch=E4ftsjahr 16,8 Mio. Ger=E4te ausliefern. Dabei=
 rechnet=20
Canon mit einer weiter steigenden Nachfrage nach Digitalkameras in Europa=20
und China, so das WSJ.


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Sumo-Wrestling im Land von Ronaldo & Co
Japanische Emigranten brachten Sportart nach Brasilien
Sao Paulo (pte, 29. Januar 2005 09:00) - Der japanische Traditionssport=20
Sumo-Wrestling ist in Brasilien zu einer beliebten Sportart avanciert. Das=
=20
s=FCdamerikanische Land z=E4hlt nach Angaben der New York Times=20
http://www.nytimes.com derzeit eine japanische Minderheit in der H=F6he von=
=20
1,5 Mio. Menschen. Mittlerweile kommen einige der talentiertesten=20
Sumo-Ringer aus Brasilien, die dann in Japan gro=DFe Erfolge feiern. So auch=
=20
im Jahr 1990 als ein Brasilianer mit japanischer Abstammung zur=FCck nach=20
Japan ging und dort die Sumo-College-Meisterschaft gewann.

Bis in die Mitte der 1990er Jahre wurde Sumo-Wrestling in Brasilien=20
haupts=E4chlich von japanischen Immigranten und deren Nachkommen betrieben.=
=20
Heute sind 70 Prozent der Wrestler Brasilianer ohne japanische Abstammung.=
=20
Zur=FCckzuf=FChren ist diese Entwicklung auf den lokalen Verband, der f=FCr=
 eine=20
enorme Popularisierung des Sports gesorgt hat. Auf =F6ffentlichen Pl=E4tzen=
=20
wurden Sumo-Wettk=E4mpfe abgehalten und somit auch f=FCr die Breite Masse=20
zug=E4nglich gemacht. In Brasilien z=E4hlt die Sumo-Confederation=
 mittlerweile=20
2.000 Mitglieder.

Sumo ist eine der =E4ltesten japanischen Kampfk=FCnste und soll sich vor=
 1.500=20
Jahren aus einer Tradition f=FCr die Anbetung der G=F6tter in der=20
Shinto-Religion entwickelt haben. Nach Brasilien kam der Sport vor einem=20
Jahrhundert durch japanische Immigranten. Im Jahr 1914 wurde bereits die=20
erste brasilianische Sumo-Meisterschaft abgehalten. Die Erhaltung der=20
japanischen Kultur hatte f=FCr diese Generation oberste Priorit=E4t, da eine=
=20
R=FCckkehr nach Japan immer eingeplant war. Heute soll Sumo-Wrestling f=FCr=
 die=20
j=FCngeren Generationen ein Teil der Erhaltung des eigenen kulturellen Erbes=
=20
sein. Als reine Profession kann der Sport jedoch nur in Japan ausge=FCbt=
 werden.


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Chinas Unterhaltungselektronik-Branche im Aufwind
Marktwachstum von 48,5 Prozent bis 2008 prognostiziert
Peking (pte, 29. Januar 2005 09:45) - Der chinesische=20
Unterhaltungselektronik-Markt wird zu einem neuen H=F6henflug ansetzen und=
=20
soll bis zum Jahr 2008 um 48,5 Prozent zulegen, berichtet China Radio=20
International (CRI) unter Berufung auf die Marktforscher von Euromonitor=20
International http://www.euromonitor.com . Dabei profitiert die Branche=20
unter anderem vom steigenden Vertrauen der Chinesen in ein anhaltendes=20
Wirtschaftswachstum sowie den anziehenden Haushaltseinkommen in dem=20
Riesenreich.

Die optimistische Vorhersage der Marktforscher baut weiterhin auf eine im=20
Vergleich mit den Industrienationen niedrige Verbreitungsrate der meisten=20
Home-Video- und -Audioprodukte. Ein =DCbriges soll die Politik der=20
chinesischen Regierung beisteuern, die =FCber h=F6here Einkommen, ein=20
Hausbesitzprogramm sowie den leichteren Zugang zu Privatkrediten die=20
Inlandsnachfrage ankurbeln will.

Ein weiterer Grund f=FCr den Aufschwung der Unterhaltungselektronik-Branche=
=20
besteht f=FCr die Marktforscher darin, dass nach einer Anfang der 80er Jahre=
=20
begonnenen ersten Konsumwelle die damals erworbenen Ger=E4te nun=
 ausgetauscht=20
werden m=FCssten. Au=DFerdem dr=E4ngen zwischen 2004 und 2008 rund 80 Mio.=
 junger=20
Chinesen auf den Arbeitsmarkt, die weitaus Technik begeisterter als ihre=20
Eltern sind und mit einem h=F6heren Gehalt ausgestattet sein werden.

Selbst die durch die steigende Technisierung der chinesischen Haushalte und=
=20
die wachsende Anzahl von Produktionsst=E4tten im Land verursachte=20
Stromknappheit soll CRI zufolge zum Wachstum der=20
Unterhaltungselektronik-Branche beitragen. Aufgrund der Stromausf=E4lle in=
=20
weiten Teilen Chinas werde die Nachfrage nach Strom sparenderen Produkten=20
wachsen.


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Asiatische Chiphersteller legen Patentstreit bei
Chinesische SMIC zahlt 175 Mio. Dollar an TSMC
Hsinchu/Shanghai (pte, 31. Januar 2005 13:19) - Der weltgr=F6=DFte=20
Auftragshersteller f=FCr Halbleiter, Taiwan Semiconductor Manufacturing=20
(TSMC) http://www.tsmc.com , hat einen knapp drei Jahre w=E4hrenden=20
Patentkrieg mit seinem chinesischen Rivalen Semiconductor Manufacturing=20
International (SMIC) http://www.smics.com beigelegt. Im Rahmen der Einigung=
=20
muss SMIC dem taiwanesischen Chiphersteller 175 Mio. Dollar zahlen, teilten=
=20
beide Unternehmen mit. Dar=FCber hinaus vereinbarten die Konkurrenten die=20
gegenseitige Lizenzierung ihrer Produkte bis zum Jahr 2010.

Laut Vereinbarung wird TSMC alle anh=E4ngigen Verfahren vor Gerichten in=20
Taiwan, Kalifornien und vor der US-amerikanischen Internationalen=20
Handelskommission (ITC) http://www.usitc.gov fallen lassen. TSMC will zudem=
=20
auf die Klage wegen Industriespionage verzichten, obwohl die Vereinbarung=20
f=FCr die Chinesen keinen Zugang zu den Gesch=E4ftsgeheimnissen des=20
Chipherstellers bedeute, hei=DFt es in einer entsprechenden Aussendung.=20
Weitere Details der Einigung seien vertraulich.

Mit der Vereinbarung ziehen die beiden Rivalen einen Schlussstrich unter=20
ihren =FCber drei Jahre dauernden Patentstreit. Die Auseinandersetzungen=20
hatten im M=E4rz 2002 begonnen, als TSMC eine ehemalige Angestellte vor=
 einem=20
taiwanesischen Gericht wegen Industriespionage f=FCr SMIC angeklagt hatte,=
=20
schreibt das Wall Street Journal. Im Dezember 2003 klagten die Taiwanesen=20
dann vor einem kalifornischen Gericht wegen Patentverletzung und dem=20
Diebstahl von Firmengeheimnissen gegen SMIC. Im August 2004 wurde=20
schlie=DFlich ein =E4hnliches Verfahren vor der ITC angestrengt (pte=20
berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=3D040823033 ).

SMIC hat im abgelaufenen vierten Quartal des Gesch=E4ftsjahres 2004 seinem=
=20
Umsatz gegen=FCber dem Vorjahreszeitraum auf 291,8 Mio. Dollar verdoppelt.=
=20
Aufgrund der Patentzahlungen sei eine detailliertere Bekanntgabe des=20
Ergebnisses vorerst noch nicht m=F6glich, teilte das Unternehmen heute,=20
Montag, mit. F=FCr das laufende erste Gesch=E4ftsquartal 2005 rechnet SMIC=
 mit=20
sinkenden Verkaufspreisen und einem R=FCckgang bei der Zahl verkaufter=
 Wafer.


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Sharp legt zweistellig zu
Gesamtjahresprognose bekr=E4ftigt
Tokio (pte, 1. Februar 2005 10:45) - Der japanische Elektronikkonzern Sharp=
=20
http://sharp-world.com hat im abgelaufenen dritten Quartal seines=20
Gesch=E4ftsjahres 2004/05 dank der anhaltend starken Nachfrage nach=20
LCD-TV-Ger=E4ten bei Umsatz und Gewinn zweistellig zugelegt. Der=20
Quartalsumsatz stieg gegen=FCber dem Vorjahreszeitraum um 12,1 Prozent auf=
=20
650,6 Mrd. Yen (4,8 Mrd. Euro) an. Beim Gewinn legte das Unternehmen um=20
17,5 Prozent auf 20,9 Mrd. Yen (154,4 Mio. Euro) zu, teilte Sharp heute,=20
Dienstag, mit.

Im Neunmonatszeitraum konnte Sharp seinen Umsatz um 13,9 Prozent auf 1,91=20
Bio. Yen (14,1 Mrd. Euro) steigern. Der Nettogewinn legte im Vergleich zu=20
den ersten drei Quartalen des Vorjahres um 31,7 Prozent auf 60,2 Mrd. Yen=20
(444,7 Mio. Euro) zu. Das laufende Gesch=E4ftsjahr hat laut Sharp mit=20
steigenden Exporten und einer starken Nachfrage nach digitalen Produkten=20
begonnen. Die Entwicklung habe sich jedoch zum Ende des dritten Quartals=20
hin abgeschw=E4cht. Hohe Umsatzzuw=E4chse verzeichnete der Elektronikriese=
 bei=20
LCD-TV-Ger=E4ten sowie LCD-Panels f=FCr Fernseher und Handys. Die Ums=E4tze=
 mit=20
Flash-Memory-Chips gaben dagegen aufgrund von Preisr=FCckg=E4ngen auf dem=20
Chipmarkt nach.

Sharp bekr=E4ftigte seine Prognose f=FCr das Gesamtjahr und geht weiterhin=
 von=20
einem Umsatzplus von 12,1 Prozent auf 2,53 Bio. Yen (18,7 Mrd. Euro) und=20
einem Gewinnsprung von 23,5 Prozent auf 75 Mrd. Yen (554 Mio. Euro) aus.=20
Mitte Januar 2005 hatte Sharp den Bau einer zweiten LCD-Fabrik in der=20
Pr=E4fektur Mie angek=FCndigt (pte berichtete:=20
http://www.pte.at/pte.mc?pte=3D050112044 ). Der japanische Konzern will rund=
=20
1,1 Mrd. Euro in das Werk stecken. Der Produktionsbeginn ist f=FCr Oktober=
=20
2006 geplant.


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Chinas Wachstum schafft Probleme

Licht und Schatten der markanten Expansion

Trotz der erkl=E4rten Absicht der Regierung in Peking, das Wachstum zu=20
d=E4mpfen, ist Chinas Wirtschaft im vergangenen Jahr am st=E4rksten=
 gewachsen=20
seit 1996. Die Entwicklung gibt Anlass sowohl zu Sorge als auch zu=
 Zuversicht.


us. Hongkong, 1. Februar

Im Fr=FChjahr 2004 hatte Ministerpr=E4sident Wen Jiabao erkl=E4rt, dass man=
=20
fortan ein =ABnachhaltiges Wachstum=BB anstreben werde, das weniger auf die=
=20
absolute H=F6he des Zuwachses als auf die Eind=E4mmung von Nebenwirkungen=
 der=20
Wirtschaftsentwicklung wie einem wachsenden Reichtumsgef=E4lle und=20
Umweltzerst=F6rungen ausgerichtet sein werde. Noch am Apec-Gipfel im=20
vergangenen Sp=E4therbst erkl=E4rte Staats- und Parteichef Hu Jintao, dass=
 das=20
Jahr 2004 mit einem leicht reduzierten Wachstum von 9% abschliessen werde.=
=20
Schliesslich erh=F6hte die Zentralbank im Oktober erstmals in neun Jahren=
 die=20
Leitzinsen. Als vor wenigen Tagen das Nationale Statistische B=FCro bekannt=
=20
gab, dass im vierten Quartal 2004 das Wirtschaftswachstum auf 9,5%=20
gestiegen ist und f=FCr das volle Jahr ein Wachstum von ebenfalls 9,5%=20
verzeichnet werden musste (vgl. NZZ vom 26. 01. 05), wurde deutlich, dass=20
das Ziel einer =ABweichen Landung=BB, einer massvollen Konjunkturd=E4mpfung,=
 noch=20
nicht erreicht worden ist.
Zahlreiche Lichtblicke

Mit dem Plus von 9,5% verzeichnete die chinesische Wirtschaft 2004 das=20
st=E4rkste Wachstum seit 1996. Das Ergebnis kam auch f=FCr zahlreiche=20
ausw=E4rtige =D6konomen =FCberraschend, die auf eine geringere Wachstumsrate=
=20
gesetzt hatten. Chinas rasch gewachsene Bedeutung f=FCr die Weltwirtschaft=
=20
bedingt, dass die Wachstumsrate wohl auch weit oben auf der Traktandenliste=
=20
des auf den 4./5. Februar angesetzten Treffens der G-7 in London stehen=20
wird. Das Dr=E4ngen, dass China den Aussenwert seiner W=E4hrung, die=
 Leitzinsen=20
oder gar beides erh=F6he, d=FCrfte an Kraft noch gewinnen, zumal eine=
 Analyse=20
der Daten erkennen l=E4sst, dass das Wirtschaftswachstum im vergangenen Jahr=
=20
vor allem auch auf eine sehr gute Performance im Aussenhandel=20
zur=FCckzuf=FChren ist. Hinter den Bem=FChungen der chinesischen Regierung,=
 die=20
Konjunktur zu d=E4mpfen, stehen nicht nur =F6kologische oder soziale=20
=DCberlegungen. In erster Linie d=FCrfte es darum gehen, den Aufbau einer=20
gef=E4hrlichen Spekulationsblase zu verhindern sowie ein Abgleiten in die=20
Inflation zu vermeiden.

W=E4hrend auf der einen Seite das erneut sehr hohe Wachstum einiges=20
Kopfzerbrechen ausl=F6sen wird, gibt es auf der andern Seite auch zahlreiche=
=20
Lichtblicke. Der wichtigste ist sicher derjenige, dass Bef=FCrchtungen, die=
=20
Regierung in Peking k=F6nnte zu heftig auf das Bremspedal treten und es=20
k=F6nnte wie in den neunziger Jahren zu einer =ABharten Landung=BB kommen,=
 f=FCrs=20
Erste zerstreut worden sind. Nicht zuletzt auch die internationalen=20
Rohwarenm=E4rkte und Industriesektoren wie die Stahlproduktion hatten=20
Bef=FCrchtungen =FCber einen R=FCckschlag verlauten lassen. Zu den=
 Lichtblicken=20
geh=F6ren ferner zwei Entwicklungen. Zum einen scheint man die inflation=E4r=
e=20
Entwicklung unter Kontrolle gebracht zu haben. F=FCr den Dezember wurde bei=
=20
den Konsumentenpreisen ein Zuwachs von 2,4% vermeldet, der deutlich unter=20
den Zahlen des vergangenen Sommers und Fr=FChherbstes liegt. Zum Zweiten=20
verweisen =D6konomen auf die willkommene Entwicklung, dass das starke=20
Wachstum bei einem r=FCckl=E4ufigen Investitionsvolumen erfolgte, dass es=
 also=20
neben dem florierenden Aussenhandel auch eine bemerkenswerte Zunahme des=20
Binnenkonsums zur Ursache hatte.
Strukturelle Ver=E4nderungen

Es wird sich die Nachhaltigkeit des Trends erst noch weisen m=FCssen, aber=
=20
bereits in seiner jetzigen Gestalt ist er ein sehr positives Indiz f=FCr die=
=20
strukturelle Ver=E4nderung des Wirtschaftswachstums. Zwar h=E4ngt Chinas=20
Bruttoinlandprodukt noch immer zur H=E4lfte vom Staats-=ABTropf=BB ab, doch=
=20
zeichnet sich eine markante Akzentverschiebung ab. =D6konomen weisen darauf=
=20
hin, dass 2004 das Volumen der Kapitalinvestitionen, die zu einem grossen=20
Teil vom Staat get=E4tigt werden, um 25,8% wuchs. Im ersten Quartal 2004=20
hatte die Rate noch bei 43,5% gelegen, im vergangenen Dezember belief sie=20
sich auf 21,3%. W=E4hrend sich das Wachstum bei der Industrieproduktion=20
verlangsamte, beschleunigte es sich im Landwirtschafts- und im=20
Dienstleistungsbereich - eine Entwicklung, die sehr wohl den=20
konjunkturpolitischen Absichten der Regierung entspricht. Aus=20
ordnungspolitischer Perspektive ist ganz besonders die St=E4rkung des=20
privatwirtschaftlichen Teils der Wirtschaft zu begr=FCssen. Je mehr Geld in=
=20
die Taschen der B=FCrger und in den privaten Konsum fliesst, desto st=E4rker=
=20
reduziert sich der Anteil des Staates an der Gesamtwirtschaft. In dieser=20
Hinsicht muss die starke Zunahme der Einkommen der privaten Haushalte als=20
positives Ergebnis des vergangenen Jahres herausgestrichen werden. W=E4hrend=
=20
die st=E4dtischen Haushalte =FCber 7,7% mehr Mittel verf=FCgten, belief sich=
 der=20
Zuwachs bei l=E4ndlichen Haushalten auf 6,8%. Letzteres ist auch das=
 Ergebnis=20
einer erstmals seit f=FCnf Jahren wieder gestiegenen Getreideproduktion.

Das Wachstumsgef=E4lle zwischen Stadt und Land ist damit stark=20
zur=FCckgegangen, auch wenn es noch enormen Nachholbedarf gibt. Positiv zu=
=20
vermelden ist schliesslich auch der Umstand, dass die Detailhandelsums=E4tze=
=20
im Jahr 2004 um 13,3% stiegen. Einsame Spitze war die Zunahme der Verk=E4ufe=
=20
von Mobiltelefonen um nicht weniger als 41,7%, w=E4hrend bei den Privatautos=
=20
ein Nachfrager=FCckgang zu verzeichnen war.

Blickt man auf diese insgesamt erfreuliche Entwicklung des vergangenen=20
Jahres, so wird die konjunkturpolitische Aufgabe f=FCr 2005 umso=
 schwieriger.=20
Vieles muss angesichts der v=F6lligen Undurchsichtigkeit der politischen=20
Entscheidungsmechanismen im Dunkeln bleiben, doch erscheint eine weitere=20
Erh=F6hung der Leitzinsen vorderhand noch immer wahrscheinlicher als eine=20
Anpassung des Aussenwerts des Yuan.

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LCD-Preisverfall dr=FCckt schwer auf Hitachi-Ergebnis
Operativer Gewinn fast halbiert - Gesamtjahresprognose deutlich reduziert
Tokio (pte, 2. Februar 2005 12:14) - Sinkende Nachfrage und anhaltender=20
Preisverfall auf dem Unterhaltungselektronikmarkt haben dem japanischen=20
Elektronikkonzern Hitachi http://www.hitachi.com im abgelaufenen dritten=20
Quartal die Bilanz verhagelt. Zwar erwirtschaftete der Elektronikriese ein=
=20
Umsatzplus von vier Prozent auf 2,1 Bio. Yen (15,5 Mrd. Euro), das=20
operative Ergebnis brach aber um 46 Prozent auf 34,4 Mrd. Yen (254,1 Mio.=20
Euro) ein, teilte das Unternehmen heute, Mittwoch, mit.

Laut Hitachi waren vor allem der pl=F6tzliche Abfall im LCD-Gesch=E4ft und=
 der=20
anhaltende Preisverfall bei Servern und Festplatten f=FCr den deutlichen=20
R=FCckgang des operativen Gewinns verantwortlich. Einnahmen aus dem=20
B=F6rsengang des gemeinsam mit NEC betriebenen DRAM-Chipherstellers Elpida=
=20
Memory lie=DFen dagegen den Nettogewinn von 2,5 Mrd. Yen (18,5 Mio. Euro) im=
=20
Vorjahresquartal auf 26,6 Mrd. Yen (196,5 Mio. Euro) anschwellen.

Hitachi reduzierte aufgrund der Quartalsergebnisse seine Prognose f=FCr das=
=20
laufende Gesch=E4ftsjahr (31. M=E4rz 2005) deutlich und geht nun von einem=
=20
Umsatz in H=F6he von 8,84 Bio. Yen (65,3 Mrd. Euro) aus, nachdem es noch im=
=20
Oktober einen Jahresumsatz von 8,9 Bio. Yen (65,7 Mrd. Euro) angek=FCndigt=
=20
hatte. Das operative Ergebnis soll nach den j=FCngsten Berechnungen 260 Mrd.=
=20
Yen (1,9 Mrd. Euro) erreichen. Urspr=FCnglich waren 300 Mrd. Yen (2,2 Mrd.=
=20
Euro) geplant. Beim Nettogewinn reduzierte Hitachi seine Erwartungen um die=
=20
H=E4lfte und rechnet f=FCr das Gesamtjahr mit 50 Mrd. Yen (369 Mio. Euro).


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Taipeh wird zu riesigem Hotspot
Netzwerk mit 10.000 Access Points
Taipeh (pte, 2. Februar 2005 13:00) - Die taiwanesische Hauptstadt Taipeh=20
soll zu einem einzigen riesigen Hotspot werden, an dem der drahtlose Zugang=
=20
zum Internet f=FCr praktisch die gesamte Bev=F6lkerung von jedem Ort aus=20
m=F6glich wird. Wie das asiatische IT-Portal DigiTimes berichtet, wurde ein=
=20
entsprechender Vertrag zwischen Qware Systems & Services=20
http://www.qware.net und der taiwanesischen Stadtverwaltung unterschrieben.=
=20
Im Endausbau soll das WiFly genannte System =FCber 10.000 Access Points=20
verf=FCgen. Qware erhofft sich f=FCr WiFly bis Jahresende rund 200.000=
 Kunden.

Ende des n=E4chsten Jahres sollen bereits eine Mio. Taiwanesen zu den Usern=
=20
von WiFly geh=F6ren, schreibt DigiTimes. In der ersten Ausbaustufe soll=
 WiFly=20
eine Fl=E4che mit rund 20 Prozent der Einwohnerschaft von Taipeh City=20
abdecken. In der zweiten Ausbaustufe soll die Abdeckungsrate 50 Prozent und=
=20
im Endausbau, der f=FCr Dezember des laufenden Jahres angepeilt ist, 90=20
Prozent betragen, sagte Qware-Chef Chun-nan Kuo. Zum Start gibt es bereits=
=20
10.000 registrierte User, die den Dienst bis Ende April kostenlos nutzen=20
k=F6nnen.

Taiwan ist nicht die einzige Metropole, die ein derart umfangreiches WLAN=20
(Wireless LAN)-Projekt auf die Beine stellen will. Vorigen Herbst hatte die=
=20
US-Millionen-Metropole Philadelphia ein ehrgeiziges Projekt angek=FCndigt,=
=20
mit dem allen 1,6 Mio. Einwohnern der Stadt ein drahtloser Zugang zum=20
Internet erm=F6glicht werden soll.


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Heftige Medienkontroverse =FCber TV-Zensur in Japan
Dokumentation =FCber Sexsklavinnen im 2.Weltkrieg auf Parteidruck gek=FCrzt

Tokio (pte, 2. Februar 2005 15:00) - Eine 2001 ausgestrahlte Dokumentation=
=20
=FCber Sexsklavinnen in den 30er und 40er Jahren hat Japans Medienlandschaft=
=20
gespalten und alte Wunden aufgerissen. Ein Artikel in der linken=20
Tageszeitung Asahi http://www.asahi.com/english/index.html =FCber die=20
angebliche Teilzensur der Dokumentation hat vergangene Woche zur Entlassung=
=20
von Katsuji Ebisawa, dem 70-j=E4hrigen Chefs des =F6ffentlich-rechtlichen=20
Fernsehsenders NHK http://www.nhk.or.jp/english gef=FChrt. Asahi beschuldigt=
=20
den Sender, auf Druck der konservativen Regierungspartei LPD heikle Teile=20
aus der Dokumentation entfernt zu haben.

Japan, das die Aufarbeitung seiner dunklen Vergangenheit sehr vorsichtig=20
betreibt, hat in mehreren ostasiatischen Staaten Kriegsverbrechen begangen.=
=20
Die Dokumentation widmet sich den Chinesinnen, Thail=E4nderinnen, Filipinas=
=20
und Koreanerinnen, die in den 30er und 40er Jahren in japanischen=20
Milit=E4rbordellen zur Prostitution gezwungen worden sind. Zwei Politiker=
 der=20
LPD geben zu, sich mit der Programmleitung des Fernsehsenders getroffen zu=
=20
haben, jedoch nur um die Chefs des Senders darum zu bitten, objektiv zu=20
bleiben. Das Budget der NHK wird =FCbrigens von einem Komitee der LPD=
 genehmigt.

Die konservativen Tageszeitungen Yomiuri und Sankei stehen geeint hinter=20
dem NHK und werfen Asahi eine Verdrehung der Fakten vor. Hinter dem Angriff=
=20
des linken Blattes vermutet die franz=F6sische Zeitung Le Monde jedoch nicht=
=20
nur uneigenn=FCtzige Motive. So geh=F6rt zum Medienimperium Asahi auch ein=
=20
privater Fernsehsender, TV Asahi, der mit NHK konkurriert. Ein weiterer=20
Beweggrund f=FCr das aggressive Vorgehen von Asahi d=FCrfte wohl auch ein=20
trauriges Ereignis in der japanischen Mediengeschichte vor fast 18 Jahren=20
sein. Am 3. Mai 1987 st=FCrmten zwei Radikale die Redaktion von Asahi und=20
schossen zwei Journalisten nieder. Einer von ihnen starb. Dennoch sind=20
beide Attent=E4ter bis heute auf freiem Fu=DF.


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Chinas Festnetzriesen vor Einstieg ins Mobilfunkgesch=E4ft
China Telecom und China Netcom wollen gemeinsam Handynetz betreiben

Peking (pte, 4. Februar 2005 11:42) - Chinas gr=F6=DFter Festnetzbetreiber=
=20
China Telecom http://www.chinatelecom.com.cn/english will ins=20
Mobilfunkgesch=E4ft einsteigen und hat den Kauf eines der Netze des=20
Mobilfunkproviders China Unicom angek=FCndigt. Laut China-Telecom-Pr=E4siden=
t=20
Wang Xiaochu soll das Mobilfunknetz gemeinsam mit dem zweitgr=F6=DFten=20
Festnetzbetreiber China Netcom betrieben werden, berichtet das Wall Street=
=20
Journal (WSJ) heute, Freitag.

Es habe vor allem auf geografischer Basis Sinn, ein landesweites Netz=20
gemeinsam mit China Netcom zu betreiben, sagte Wang. W=E4hrend China Telecom=
=20
den S=FCden Chinas kontrolliert, ist China Netcom vor allem im Norden des=20
Riesenreiches aktiv. F=FCr beide Betreiber bedeutet der Kauf des Netzwerks=
=20
den Zugang zum profitableren Mobilfunkgesch=E4ft. Au=DFerdem k=F6nnten in=
 Zukunft=20
kombinierte Dienste angeboten werden.

China Unicom betreibt zwei unterschiedliche Netzwerkinfrastrukturen. Im=20
CDMA-Netz telefonieren rund 28 Mio. User, im GSM-Netz werden 84,27 Mio.=20
Kunden betreut. Einziger Konkurrent ist China Mobile, der gr=F6=DFte=20
Mobilfunkprovider des Landes. Analysten urteilen zwiesp=E4ltig =FCber den=20
geplanten Deal. Auf der einen Seite w=E4re die =DCbernahme des Netzes gut=
 f=FCr=20
die gesamte chinesische Telekomindustrie. Andererseits w=FCrde sich China=20
Unicom trotz finanzieller Vorteile zwei starke Mitbewerber erschaffen,=20
schreibt das WSJ.


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Chinas Outsourcing-Industrie krankt
Konkurrent Indien bleibt stark
China (pte, 5. Februar 2005 10:15) - Trotz des enormen Aufschwungs der=20
chinesischen Technologie-Wirtschaft zeigt sich Chinas Outsourcing-Industrie=
=20
weit abgeschlagen hinter dem Nachbarland Indien. Zu diesem Ergebnis kommt=20
eine McKinsey-Studie http://www.mckinsey.com . Denn die chinesischen=20
IT-Ums=E4tze betragen nur knapp die H=E4lfte jenes Umsatzes von 12,7 Mrd.=20
Dollar, denn indische IT-Firmen erwirtschaften, berichtet der=20
Nachrichtendienst Cnet.

Den Hauptgrund f=FCr diese Situation sieht die Studie in der Kleinheit der=
=20
chinesischen Unternehmen. Chinesische IT-Anbieter sind generell zu klein=20
als dass sie f=FCr westliche Unternehmen risikolose und verl=E4ssliche=20
Partnerunternehmen sein k=F6nnten. Nur f=FCnf von Chinas =FCber 8.000=20
Softwareanbietern haben mehr als 2.000 Angestellte. Im Gegensatz dazu haben=
=20
15 der gesch=E4tzten 3.000 indischen Softwareanbieter mehr als 2.000=20
Angestellte. "Es wird noch Jahre dauern, bevor China eine Bedrohung f=FCr=20
seinen Nachbarn auf diesem Gebiet darstellt." prognostiziert der Bericht.

Der indischen IT-Branche ist es gelungen international Annerkennung zu=20
erlangen und ein globales Klientel zu akquirieren. Firmen wie Infosys=20
Technologies, Tata Consultancy Services und Wipro Technologies z=E4hlen zu=
=20
den Aush=E4ngeschildern. China und Indien konkurrieren insbesondere um den=
=20
US-amerikanischen Markt. Die Auslagerung von Auftr=E4gen in das Ausland -=20
kurz Offshore Outsourcing - wird zwar einerseits von US-Kritikern als=20
Bedrohung f=FCr die US-amerikanische Technologievorherrschaft gesehen,=20
dennoch bringt sie der US-Wirtschaft gro=DFe Vorteile.

Eine =C4nderung und zuk=FCnftige Verbesserung der chinesischen=
 Marktsituation=20
ist laut Studie in Ans=E4tzen erkennbar. Chinas IT-Ums=E4tze stiegen in den=
=20
Jahren 1997 bis 2003 um j=E4hrlich 42 Prozent auf 6,8 Mrd. Dollar. Dabei=20
stieg sowohl die Zahl der ausgebildeten Ingenieure und Softwarespezialisten=
=20
in den vergangenen Jahren kontinuierlich an, als sich auch die Zahl der=20
englischsprachigen Arbeitskr=E4fte in den Jahren von 2.000 bis 2004 auf 24=
=20
Millionen verdoppelte. Eine vermehrte Konsolidierungspolitik zur St=E4rkung=
=20
und Vergr=F6=DFerung der chinesischen Unternehmen k=F6nne zwar in Ans=E4tzen=
=20
festgestellt werden, so McKinsey. Doch bevor diese Ma=DFname fruchte sei es=
=20
wahrscheinlicher, dass indische Unternehmen expandieren und chinesische=20
Konzerne =FCbernehmen.


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China h=E4lt Rekord an inhaftierten Journalisten
Auch USA im Visier von Journalistenorganisation
New York (pte, 5. Februar 2005 12:15) - Laut Studie des Komitees zum=20
Schutze von Journalisten (CPJ) http://www.cpj.org sind vergangenes Jahr in=
=20
China 42 Journalisten wegen Aus=FCbung ihres Berufes in Haft gewesen. Im=20
bev=F6lkerungsreichsten Staat sind damit zum sechsten Mal in Folge die=20
meisten Journalisten eingesperrt. In den Gef=E4ngnissen von Burma, China,=20
Eritrea und Kuba sitzen =FCber drei Viertel aller inhaftierten Journalisten=
=20
weltweit. Insgesamt befanden bis Ende Dezember 2004 122 Journalisten im=20
Gef=E4ngnis - 16 weniger als im Vorjahr.

Kuba h=E4lt mit 23 verhafteten Reportern den zweiten Platz, gefolgt von=20
Eritrea (17) und Burma (elf). 74 Journalisten sind wegen angeblicher=20
Gef=E4hrdung des Staates, Volksverhetzung, Verrat von Staatsgeheimnissen=
 oder=20
wegen Handlungen, die sich gegen Staatsinteressen richten, verhaftet=20
worden. "Das Schwergewicht der Vorw=E4nde, dass Staatsinteressen sind durch=
=20
die Journalisten gef=E4hrdet sind, zeigt den Hang repressiver Regime,=20
kritische Journalisten einfach einzusperren", kommentiert Ann Cooper,=20
Pr=E4sidentin von CPJ, die Studie.

2004 befindet sich mit dem zu Hausarrest verdonnerten US-Journalisten Jim=20
Taricani von WJAR-TV auch die USA auf der Liste der Staaten, die Reporter=20
in Aus=FCbung ihrer T=E4tigkeit verhaftet haben. Die Studie der in New York=
=20
ans=E4ssigen Organisation erfasst alle Journalisten, die von Regierungen=20
verhaftet werden. Verschwundene oder von nichtstaatlichen Gruppen entf=FChrt=
e=20
Reporter werden nicht erfasst.


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Wenn der Wind weht aus Korea

Eine Fernsehserie bringt die Japanerinnen ins Schw=E4rmen


Die japanische Zeitung =ABAsai=BB hat =ABYon- sama=BB - sama ist das h=F6chs=
te=20
Honorativ in der japanischen Sprache - zum popul=E4rsten Wort Japans f=FCr=
 das=20
Jahr 2004 gek=FCrt. Hinzu kommen Begriffe wie =ABYon-fluenza=BB oder=
 =ABYon-room=BB.=20
Hinter diesen phantasievollen Wortneusch=F6pfungen verbirgt sich nicht nur=
=20
ein sch=F6ner Mann, ein Koreaner mit dem Namen Yong Joon Bae (32), sondern=
=20
ein interessantes Ph=E4nomen, genannt =ABHanryu=BB, was man etwa mit=
 =ABKorea-Wind=BB=20
=FCbersetzen kann.

Der inzwischen zum Helden der Japanerinnen mittleren Alters aufgestiegene=20
koreanische Schauspieler wurde schlagartig bekannt durch eine koreanische=20
Fernsehserie mit dem Titel =ABWintersonate=BB, die zum ersten Mal 2003 in=
 Japan=20
gesendet und danach mehrmals wiederholt wurde. Darin verk=F6rpert er einen=
=20
Architekten, der nicht nur einf=FChlsam und verst=E4ndnisvoll ist, sondern=
 bis=20
zuletzt seiner grossen ersten Liebe die Treue bewahrt. Keine Frau k=F6nne,=
=20
wie es heisst, seinem L=E4cheln widerstehen. Ausgestattet mit mehreren=20
lukrativen Werbevertr=E4gen in Japan und Korea, stieg er inzwischen zum=20
begehrtesten Junggesellen Koreas auf.
Korea-Boom in Japan

Die Popularit=E4t der Serie war so =FCberw=E4ltigend, dass daraus ein=20
Gesamtgewinn von 2,3 Milliarden Dollar allein f=FCr das Jahr 2004=20
erwirtschaftet wurde. Der Tourismus nach Korea nahm stark zu, koreanische=20
Sprachkurse in Japan boomten wie noch nie, und die Fotoalben von Yong Joon=
=20
Bae wurden in unz=E4hligen Exemplaren verkauft. In Japan hat sich als Folge=
=20
ein vielversprechender Markt f=FCr koreanische Kulturg=FCter wie Filme, TV-=
=20
Dramen und Popul=E4rmusik aufgetan. =DCber das Ph=E4nomen =ABHanryu=BB kam=
 in Japan=20
ein Diskurs in Gang, ein Diskurs, der die Einsch=E4tzung koreanischer Kultur=
=20
grundlegend ver=E4ndert hat. Diese Entwicklung ist besonders bemerkenswert,=
=20
r=FCckt man die durch die koloniale Vergangenheit belasteten schwierigen=20
Beziehungen beider L=E4nder in den Blick.

Der =ABHanryu=BB begann Mitte der neunziger Jahre, als Korea neben Pop- und=
=20
Tanzmusik den asiatischen Nachbarn Fernsehdramen zu exportieren begann. So=
=20
konnte Korea auch die Serie =ABWintersonate=BB 2002 an Taiwan, Hongkong und=
=20
China verkaufen. Mehr noch: Der =ABKorea-Wind=BB hat inzwischen Vietnam,=20
Usbekistan, Algerien, Ghana, Jordanien und =C4gypten erreicht. Aber erst als=
=20
der =ABHanryu=BB 2003 Japan erfasste, wuchs sich der =ABWind=BB zu einem=
 m=E4chtigen=20
Sturm aus, denn der japanische Markt hat eine ganz eigene Dimension.

Die =ABWintersonate=BB erz=E4hlt eine Dreiecksgeschichte von zwei M=E4nnern=
 und=20
einer Frau, in der sich die =FCblichen Ingredienzien wie erste Liebe,=20
Trennung, Ged=E4chtnisverlust, Familiengeheimnis und zuletzt=20
Familienzusammenhalt vereinen, um ein perfektes, koreanisch-sentimentales=20
Melodrama zu formen. Als besonders sch=F6n wird die winterlich verschneite=
=20
zauberhafte Gebirgslandschaft der Kangwon-Provinz empfunden, die den=20
Schauplatz bildet und zusammen mit der suggestiv-melancholischen Musik eine=
=20
starke Atmosph=E4re erzeugt. Die Drehorte sind inzwischen zum Pilgerziel=20
japanischer Touristen geworden.

Fragt man nach Gr=FCnden dieses Erfolgs, werden in Japan verschiedene=20
Faktoren genannt. Durch die gemeinsam ausgetragene Fussball-=20
Weltmeisterschaft 2002 sei eine bis dahin unbekannte emotionale N=E4he zu=20
Korea entstanden. Man spricht auf der koreanischen Seite gar von einer=20
=ABstillen Revolution=BB. Diese erreichte Ann=E4herung habe den Erfolg der=
=20
=ABWintersonate=BB erm=F6glicht. Ein weiterer Faktor habe mit der=
 Ver=E4nderung der=20
japanischen Gesellschaft selber zu tun: In den achtziger Jahren hat sich in=
=20
Japan eine Tendenz durchgesetzt, die man als =ABdie Hinwendung zum privaten=
=20
Gl=FCck=BB bezeichnen kann. Die schwierige Aufbauphase nach dem Krieg war=20
vor=FCber und der Wohlstand gesichert. Die in der Nachkriegszeit=20
ausschlaggebende Parole =ABAufopferung des Einzelnen zum Wohle des Ganzen=BB=
=20
hat inzwischen ihre G=FCltigkeit verloren. Die =ABWintersonate=BB kommt zur=
=20
rechten Zeit in diese kulturelle Atmosph=E4re Japans.

Weiter zu nennen w=E4ren die verschiedenen Traditionen der Dramenproduktion=
=20
und das unterschiedliche Familienleben in beiden L=E4ndern. In der=20
japanischen Familie sind die Einzelnen sehr bem=FCht, andere nicht zu=
 st=F6ren,=20
und halten sich daher emotional sehr zur=FCck. Die Koreaner sind dagegen=20
offen und spontan; der Familienzusammenhalt ist viel enger, emotionaler und=
=20
darum auch konfliktreicher. Schliesslich besitzt in Korea ein Sujet,=20
n=E4mlich die reine, romantische Liebe, anders als in Japan, eine lange=20
Tradition. So entdecken Japanerinnen in einem koreanischen Drama eine=20
Projektionsfl=E4che f=FCr ihre Erinnerungen und Sehns=FCchte.
Der Stoff der Sehnsucht

Die =ABWintersonate=BB und der darauf reitende =ABHanryu=BB haben den=20
japanisch-koreanischen Vers=F6hnungsprozess um eine emotionale Dimension=20
erweitert. Viele Japanerinnen, die im letzten Jahr die Drehorte in Korea=20
besuchten, bekannten sich offen dazu, dass sie nun eine emotionale N=E4he=
 zum=20
Land und zu seinen Menschen empfinden. Von der japanischen Kolonialmacht=20
als primitiv und minderwertig gebrandmarkt, konnten die Koreaner lange=20
nicht unbefangen auf die eigene Kultur blicken. Der unerm=FCdliche Eifer der=
=20
Koreaner galt daher in den letzten Jahrzehnten dem Ziel, es endlich den=20
Japanern zu zeigen. Nun ist ein Seufzer der Erleichterung unter den=20
Koreanern zu vernehmen. Der =ABHanryu=BB wird vermutlich das bisher=
 ambivalente=20
Verh=E4ltnis der Koreaner zur eigenen Kultur bereinigen. Ein grosser=20
Nutzniesser dieser ganzen Entwicklung d=FCrfte auch die koreanische=20
Minderheit in Japan sein, denn sie musste jahrzehntelange Unterdr=FCckung=20
erdulden. Es ist erstaunlich, was ein sch=F6ner Mann und eine melancholische=
=20
Liebesgeschichte alles anrichten k=F6nnen.

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Fujitsu gibt LCD-Gesch=E4ft ab
Marktf=FChrer Sharp st=E4rkt Produktionsleistung
Tokio (pte, 7. Februar 2005 13:08) - Fujitsu http://www.fujitsu.com trennt=
=20
sich von seinem schw=E4chelnden LCD-Gesch=E4ft und wird die in der=20
Konzerntochter Fujitsu Display Technologies (FDTC) zusammengefassten=20
Flachbildschirmaktivit=E4ten an den japanischen Konkurrenten Sharp=20
http://sharp-world.com abgeben. Ein entsprechender Rahmenvertrag sei=20
bereits unterschrieben, teilten beide Unternehmen heute, Montag, mit. Sharp=
=20
wird aller Voraussicht nach die 450 Mitarbeiter der LCD-Sparte sowie die=20
Yonago-Fabrik in der japanischen Pr=E4fektur Tottori =FCbernehmen. Konkrete=
=20
Details wie der Kaufpreis werden derzeit diskutiert und sollen im M=E4rz=
 2005=20
in einer endg=FCltigen Vereinbarung festgeschrieben werden.=20
http://www.fujitsu.com/global/news/pr/archives/month/2005/20050207-02.html

Mit FDTC =FCbernimmt Sharp Forschung und Entwicklung sowie Herstellungs- und=
=20
Vertriebsaktivit=E4ten von Fujitsus LCD-Gesch=E4ft. Die Fujitsu-Tochter=20
produzierte bisher hochqualitative LC-Displays vorrangig f=FCr den Einsatz=
 in=20
PC-Monitoren. Entsprechend der lebhaften Nachfrage aus dem Handy- und=20
Spielkonsolenbereich will Sharp mit der geplanten Transaktion seine=20
Entwicklungs- und Produktionsleistung vor allem bei kleinen und mittleren=20
LCDs st=E4rken. Dar=FCber hinaus hat der weltgr=F6=DFte LCD-Produzent=
 bereits Mitte=20
Januar 2005 den Bau eines milliardenschweren Werks f=FCr gro=DFfl=E4chige=20
LCD-Panels angek=FCndigt.

F=FCr Fujitsu bedeutet der Ausstieg aus dem wettbewerbsintensiven Markt nach=
=20
eigenen Angaben die M=F6glichkeit, sich weiter zu konsolidieren und seine=20
Ressourcen effektiver aufzuteilen. Sinkende Nachfrage und der anhaltende=20
Preisverfall im LCD-Bereich hatten zuvor schon dem japanischen=20
Elektronikkonzern Hitachi die Bilanz verhagelt und f=FCr eine Halbierung des=
=20
operativen Gewinns im abgelaufenen dritten Gesch=E4ftsquartal gesorgt.


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 Tue,  8 Feb 2005 14:04:46 +0100 (CET)
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Date: Tue, 08 Feb 2005 14:04:45 +0100
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Werbeboom beschert Chinas Onlineportalen Gewinnplus
Sina und Sohu legen zweistellig zu

Peking/Shanghai (pte, 8. Februar 2005 13:42) - Kräftige Zuwächse bei den 
Werbeeinnahmen haben den chinesischen Online-Portalen Sina 
http://english.sina.com und Sohu http://english.sohu.com im abgelaufenen 
Geschäftsjahr satte Gewinne beschert. Auch beim Umsatz verzeichneten die 
Internetfirmen zweistellige Wachstumsraten. Sohu, Betreiber von Chinas 
größtem Onlineportal, steigerte seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 
28 Prozent auf 103,2 Mio. Dollar. Beim Gewinn legte das Unternehmen um 
35 Prozent auf 35,6 Mio. Dollar oder 0,89 Dollar pro Aktie zu.

Sohu-CEO Charles Zhang sprach gar von einem "beispiellosen" Erfolg der 
Onlinewerbung im Geschäftsjahr 2004. Der Werbeumsatz kletterte um 89 
Prozent auf 55,7 Mio. Dollar. Im Schlussquartal zeichnete das 
Kerngeschäft mit Werbung und gesponserter Suche laut Zhang bereits für 
zwei Drittel des Gesamtumsatzes verantwortlich. Im laufenden ersten 
Quartal 2005 rechnet Sohu mit Umsätzen zwischen 22,5 und 23,5 Mio. 
Dollar. Die Online-Werbung soll mit 14,5 bis 15 Mio. Dollar zum Umsatz 
beitragen. Sohu stellt für das erste Quartal einen Gewinn von 0,14 bis 
0,16 Dollar pro Aktie in Aussicht.

Einen ähnlichen Online-Werbeboom verzeichnete im abgelaufenen 
Geschäftsjahr auch Konkurrent Sina. Der Internetportalbetreiber 
steigerte seine Werbeumsätze um 59 Prozent auf 65,4 Mio. Dollar. Beim 
Gesamtumsatz legte Sina um 75 Prozent auf 200 Mio. Dollar zu und 
erzielte das nach eigenen Angaben beste Ergebnis der 
Unternehmensgeschichte. Die zusätzlichen Werbemillionen trieben den 
Nettogewinn auf 66 Mio. Dollar, der sich damit gegenüber dem Vorjahr 
mehr als verdoppelte.

Für das laufende erste Quartal 2005 prognostizierte Sina Umsätze 
zwischen 43 und 47 Mio. Dollar. Die Einnahmen aus der Online-Werbung 
sollen sich auf 16,5 bis 17 Mio. Dollar summieren. Beim Gewinn rechnet 
das Internetunternehmen mit elf bis 13 Mio. Dollar.

From hs@aikidojournal.de  Tue Feb  8 19:37:15 2005
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 Tue,  8 Feb 2005 19:37:14 +0100 (CET)
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Date: Tue, 08 Feb 2005 19:37:13 +0100
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Hitachi und Panasonic forcieren Plasma-Business
2005 wird ein enormer Anstieg des Marktes erwartet

Tokio (pte, 8. Februar 2005 15:10) - Zukünftig werden Hitachi 
http://www.hitachi.com und Panasonic http://www.panasonic.com auf dem 
Sektor der Plasma-Displays zusammenarbeiten. Die Unternehmen haben ein 
umfassendes Abkommen im Bereich Plasma Display Business (PDP) 
ausgearbeitet, welches die Weiterentwicklung und den Ausbau des 
Plasma-TV-Marktes vorsieht. http://www.hitachi.com/New/cnews/050207.pdf

Beide Unternehmen gelten als führende Spezialisten auf dem Sektor der 
Plasma-Technologie. Ihre Zusammenarbeit in den nächsten Jahren zielt auf 
die weitere Entwicklung der Color-PDP-Technologie sowie den globalen 
Ausbau des Plasma-TV-Marktes ab. Die genauen Bedingungen der 
Zusammenarbeit werden von den Unternehmen noch ausgearbeitet. Vier 
zentrale Punkte der Zusammenarbeit konnten von Unternehmen bereits 
festgelegt werden. Dazu zählen die Bereiche Research und Diagnostics 
(R&D), Produktion, Marketing sowie die Lizenz- und Patent-übergreifende 
gemeinsame Verwaltung der entwickelten Produkte.

Vor dem Hintergrund der zunehmenden weltweiten digitalen 
Datenübertragung ist der Bedarf für den Ausbau des Plasma-TV-Marktes 
gegeben, so die Unternehmen. Laut einer Studie der Techno Systems 
Research http://www.t-s-r.co.jp entfallen 90 Prozent des globalen 
Plasma-Marktes auf großformatige Flachbild-TV-Geräte. Für die nächsten 
Jahre erwarten die Analysten einen enormen Anstieg des Marktwachstums. 
pte berichtete: 
http://www.pte.at/pte.mc?pte=050128040&phrase=plasma%20fernsehen

Wie erst diese Woche bekannt wurde, konnte Hitachi die Fujitsu Hitachi 
Plasma Display Limited (FHP) als neues Tochterunternehmen übernehmen. 
Hitachis Stellenwert als Plasmaspezialist wird sich durch den Kauf der 
mehrheitlichen Anteile an dem Plasma-Display-Joint-Venture von Fujitsu 
stärken. Der Deal soll bis Ende März vollzogen werden. Hitachi wird 
demnach eine Beteiligung von 30,1 Prozent an Fujitsu akquirieren. Diese 
Übernahme soll die Plasma-Technologieforschung und die elektronischen 
Entwicklungen auf dem Marktsektor vorantreiben, so das Unternehmen.

Auch Panasonic vermeldet einen weiteren Ausbau im Bereich des 
Plasma-Sektors. In den kommenden zwei Monaten soll in einem neuen 
920-Mio.-Dollar-Betrieb die Produktion von Plasma-Panelen beschleunigt 
werden. Bis Ende März sollen die Details der weiteren Zusammenarbeit von 
Hitachi und Panasonic geklärt sein.

From hs@aikidojournal.de  Thu Feb 10 19:48:41 2005
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 Thu, 10 Feb 2005 19:48:40 +0100 (CET)
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Chinesen bringen Alcatel und Co. unter Zugzwang
Westliche Telekomausrüster müssen billiger anbieten

Shenzen/Paris (pte, 10. Februar 2005 15:50) - Westliche 
Telekom-Ausrüster wie Alcatel kommen durch die Konkurrenz aus China 
zunehmend unter Druck. Mit günstigen Preisen machen Firmen wie Huawei 
Technologies http://www.huawei.com ihren Konkurrenten aus Europa und den 
USA Kunden abspenstig. Die Anbieter aus dem Westen müssen ihrerseits 
darauf reagieren: "Sie zwingen uns, billiger anzubieten", erklärte 
Philippe Germond, Chief Operating Officer bei Alcatel, gegenüber dem 
Wall Street Journal. Vielfach setzen Telekom-Provider die chinesische 
Preiskeule nur deshalb ein, um von westlichen Anbietern günstigere 
Konditionen zu erhalten.

Mit der nunmehrigen Entwicklung kehrt sich die Geschichte gleichsam um. 
Die französische Alcatel hatte als eine der ersten ihren Fuß nach China 
gesetzt und ein Joint Venture mit einem einheimischen Partner gegründet, 
das später komplett übernommen wurde. Nunmehr beschäftigen die Franzosen 
6.000 Leute in China, zehn Prozent des weltweiten Personals. 
Gleichzeitig haben chinesische Anbieter wie Huawei ihre Segel Richtung 
Westen gesetzt und sind seit geraumer Zeit erfolgreich nicht nur auf 
asiatischen Märkten, sondern auch in Europa, Afrika und Lateinamerika 
unterwegs.

Huawei hat etwa erst kürzlich den US-Konzern Motorola und den 
schwedischen Konzern Ericsson bei einem Millionen schweren Auftrag aus 
Thailand ausgestochen. Darüber hinaus haben die Chinesen den ersten 
Schritt auf die europäische 3G-Bühne gesetzt und werden für den 
niederländischen Provider Telfort ein UMTS-Netzwerk errichten. 
Schließlich war Huawei auch bei Kunden in Deutschland, Spanien, Schweden 
und Frankreich erfolgreich.

Alcatel spielt die Erfolge seiner Konkurrenten aus dem Reich der Mitte 
herunter: "Es gibt jetzt einen ziemlichen Hype um chinesische Anbieter, 
nur weil sie erst seit ein paar Jahren da sind. Und immer, wenn sie 
einen Deal gewonnen haben, gibt es ein ziemliches Getöse", erklärte 
Germond. Nach Marktanteilen gerechnet seien die Chinesen in Europa noch 
immer unbedeutend und in den USA praktisch nicht vorhanden. "Ein 
wesentlicher Unterschied ist der Service-Level und das Know-how 
bezüglich Produkt-Integration, das wir unseren Kunden bieten können. 
Wenn die Chinesen da mithalten wollen, müssen sie weltweit Ingenieure 
und Techniker rekrutieren und sind dann gezwungen, ihre Preise zu erhöhen."



From hs@aikidojournal.de  Sat Feb 12 18:23:53 2005
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Herber Rückschlag für Chinas Diplomatie

Pjongjangs zweifacher Affront gegenüber Peking

Seit drei Jahren engagiert sich Peking verstärkt in den Bemühungen um 
die nukleare Abrüstung Nordkoreas und investiert einiges diplomatisches 
Kapital in diese Frage. Nordkoreas jüngste Verlautbarungen dürften in 
Peking für einige Verlegenheit sorgen.
	
	


us. Kunming, 11. Februar

Die Ankündigung Pjongjangs, dass es die Teilnahme an den 
Sechsergesprächen über die nukleare Abrüstung suspendiere und dass es im 
Besitze von Kernwaffen sei, trifft die Pekinger Diplomatie gleich in 
zweifacher Weise. Zum einen hatte China mit seiner Gastgeberrolle viel 
diplomatisches Prestige in die Sechsergespräche investiert. Zum andern 
hatte Peking die nordkoreanische Versicherung, über keine Kernwaffen zu 
verfügen, stets als Tatsache akzeptiert. Der jüngste nordkoreanische 
Affront, der mitten ins chinesische Neujahr hineinplatzte, ist von 
chinesischer Seite mit äusserster Zurückhaltung kommentiert worden. Ein 
Sprecher des chinesischen Aussenministeriums gab der Hoffnung Ausdruck, 
dass Nordkorea bald wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren werde. 
Die Erklärung, dass Nordkorea über Kernwaffen verfüge, wurde nicht 
kommentiert.
Rückenschuss

Während der letzten zwei Jahre hatte Peking drei Runden der sogenannten 
Sechsergespräche über die Bühne gebracht. Eine vierte für letzten 
September angekündigte Runde konnte wegen Nordkoreas Weigerung, daran 
teilzunehmen, nicht durchgeführt werden. Damals war man allgemein davon 
ausgegangen, dass Pjongjang die Gespräche platzen liess, weil es erst 
die amerikanischen Präsidentschaftswahlen abwarten wollte. Die jüngsten 
nordkoreanischen Schachzüge deuten allerdings auf andere, weiter 
reichende Beweggründe hin. Die Ankündigung des Rückzugs von den 
Gesprächen und die gleichzeitige Bestätigung, Nordkorea sei im Besitz 
von Kernwaffen, kamen auch für Peking überraschend.

Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass ein chinesischer 
Emissär zur Wiederbelebung der Gespräche nach Pjongjang reisen werde. 
Was aus dieser Mission nun werden soll, scheint derzeit völlig offen. 
Erste Verlautbarungen aus chinesischen akademischen Kreisen, die sich 
mit der Sicherheits- und der Nordkoreapolitik befassen, lassen zwei 
Meinungen erkennen. Auf der einen Seite stehen diejenigen, welche die 
Bedeutung der nordkoreanischen Erklärung herunterspielen und daran 
erinnern, dass auch in der Vergangenheit Pjongjang vor neuen 
diplomatischen Schachzügen die offizielle Tonlage hat schriller werden 
lassen. Auf der andern Seite stehen jene, welche Nordkoreas jüngstes 
Vorgehen als verantwortungslos oder gar als impertinenten Rückenschuss 
für Pekings Anstrengungen, in einer gefährlichen Krise als ehrlicher 
Vermittler aufzutreten, kritisieren.
Chinesische Ambivalenz

Tatsache ist jedoch, dass Peking mit seiner Ambivalenz im Verhalten 
gegenüber Nordkorea selbst zu dieser verwickelten Situation beigetragen 
hat. Seit dem Verschwinden der Sowjetunion ist China der wichtigste 
wirtschaftliche Partner Nordkoreas. Insbesondere auch über die aus China 
erfolgende Zufuhr von wichtigen Energiequellen könnte Peking erheblichen 
Druck auf Pjongjang ausüben. Anderseits wird von chinesischer Seite 
immer wieder darauf verwiesen, dass der eigene Einfluss auf Nordkorea 
beschränkt sei. Sicher sind dem Druck, den Peking anbringen könnte, 
Grenzen gesetzt. Einerseits herrschen historische Animositäten zwischen 
Chinesen und Koreanern, anderseits hat das Regime in Pjongjang 
offensichtlich seine Untertanen so gut im Griff, dass auch 
schwerwiegende Wirtschaftskrisen zu keinen politischen Erschütterungen 
führen. Doch darf auch nicht vergessen werden, dass Peking aus 
Eigeninteresse einen Kollaps des Regimes in Nordkorea verhindern will. 
Zum einen befürchtet man bei einem Chaos in Nordkorea einen den 
äussersten Nordosten Chinas destabilisierenden Flüchtlingsstrom. Zum 
andern will Peking um keinen Preis, dass bei einer Vereinigung der 
beiden Korea die amerikanischen Truppen bis zu jener nördlichen Grenze 
aufrücken können, an der sie kurzfristig schon einmal während des 
Korea-Kriegs gestanden hatten.
-- 
http://www.aikidojournal.fr &
www.aikidojournal.de (Editions Aikidojournal S.A.R.L Online)
http://www.urlaub-europa.com (Die Website für Urlaub in Europa)
http://www.chateau-du-blat.fr (Chateau du Blat Website)
Tel.: +33/475.39.56.32
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From hs@aikidojournal.de  Sat Feb 12 18:25:20 2005
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 Sat, 12 Feb 2005 18:25:14 +0100 (CET)
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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] nordkorera :-(( - aus NZZ
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Nordkorea exekutiert laut Hilfsorganisation Flüchtlinge

Öffentliche Hinrichtungen
	
	
(sda/Reuters) Nordkorea hat nach Angaben einer südkoreanischen 
Hilfsorganisation im vergangenen Monat 70 von China abgeschobene 
Flüchtlinge hingerichtet.

Etwa acht oder neun der nordkoreanischen Flüchtlinge seien öffentlich 
exekutiert worden, um Landsleute vor der Flucht nach China 
abzuschrecken, teilte die private Kommission für die Hilfe 
nordkoreanischer Flüchtlinge am Freitag mit. Sie berief sich auf 
Informanten in China.

Eine unabhängige Bestätigung für die Angaben gab es nicht, doch gilt die 
Gruppe als zuverlässig, was Informationen aus Nordkorea angeht. In 
südkoreanischen Regierungskreisen hiess es, man wisse nichts über 
derartige Hinrichtungen.

China ist der einzige verbliebene wichtige Verbündete der 
kommunistischen Führung Nordkoreas und schiebt häufig nordkoreanische 
Flüchtlinge in ihre Heimat ab. Es wird angenommen, dass sich bis zu 
300'000 Nordkoreaner in China versteckt halten. Hinter den Kulissen 
bemüht sich Südkorea um die Ausreisegenehmigung für die Menschen in den 
Süden.
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Boom für chinesisches Digital-Fernsehen
DTV-Produktion im Vorjahr verdoppelt

Peking (pte, 16. Februar 2005 07:35) - Mit dem Wohlstand öffnet sich 
Chinas Markt auch für höherpreisige Produkte der 
Unterhaltungs-Elektronik. Laut einem Bericht des taiwanesischen 
IT-Dienstes DigiTimes ist es im Vorjahr zu einem regelrechten Boom bei 
Digital-Fernsehern (DTV) im Reich der Mitte gekommen. Die Zahl der 
produzierten DTVs hat sich 2004 praktisch verdoppelt. Im laufenden Jahr 
soll der Markt nochmals um 50 Prozent anwachsen und ein Volumen von 7,2 
Mio. Stück erreichen, berichtet DigiTimes unter Berufung auf Zahlen des 
Marktforschungsinstitutes iSuppli http://www.isuppli.com .

Der Output geht vor allem auf das Konto einheimischer Produzenten - 
insgesamt 94 Prozent der im Vorjahr produzierten Digital-Fernseher 
stammen aus den Fabrikshallen von Skyworth, TTE, Konka, Hisense, 
Changhong und Xoceco. Das Verhältnis soll sich in diesem Jahr ähnlich 
gestalten. Der überwiegende Teil der in China produzierten Geräte bleibt 
im Land. 92 Prozent der Fernseher gehen an einheimische Konsumenten.

Laut iSuppli treffen dabei sinkende Preise und steigender Wohlstand im 
Reich der Mitte aufeinander. Einerseits können sich immer mehr Chinesen 
teure Unterhaltungs-Elektronik-Produkte leisten - so soll die Zahl der 
Familien, die auf ein jährliches Haushaltseinkommen von jenseits von 
10.000 Dollar kommen, im laufenden Jahr auf 15 Millionen ansteigen. 
Andererseits geben die Preise nach. Die begehrtesten DTV-Produkte in 
China sind derzeit 42-Zoll-Plasma-Displays bzw. 32-Zoll-LCD-Sets. Bei 
diesen Produktgruppen wird bis zum Jahresende ein Preisverfall auf 1.210 
Dollar oder sogar noch weniger erwartet, schreibt iSuppli.
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NTT DoCoMo will sich aus PHS-Geschäft zurückziehen
Alternativer Mobilfunkstandard in Japan auf dem Rückzug

Tokio (pte, 18. Februar 2005 11:49) - Der größte japanische 
Mobilfunkkonzern NTT DoCoMo http://www.nttdocomo.com will sich von 
seinem unprofitablen PHS-Geschäft trennen und in Zukunft mehr auf den 
Ausbau seiner internationalen Mobilfunkaktivitäten setzen. Wie das Wall 
Street Journal (WSJ) heute, Freitag, berichtet, kämpft das als billigere 
Alternative zu den herkömmlichen Mobilfunkstandards entwickelte Personal 
Handyphone System (PHS) mit schwindenden Nutzerzahlen. Bei NTT DoCoMo, 
dem zweitgrößten PHS-Anbieter des Landes, schreibt die Sparte seit 
Jahren rote Zahlen. Eine endgültige Entscheidung über den Ausstieg stehe 
allerdings noch aus, heißt es bei den Japanern.

PHS, das vor allem durch hohe Sprachqualität und attraktive Preise 
punkten kann, hat sich aufgrund der sinkenden Handypreise der 
herkömmlichen Mobilfunkstandards nie außerhalb Asiens etablieren können. 
Das System kämpft vor allem nach dem Markteintritt der 3G-Dienste mit 
stetig sinkenden Userzahlen. Bei NTT DoCoMo sank die Zahl der PHS-Kunden 
Ende Januar 2005 auf 1,4 Millionen. Den Spitzenwert erreichte der Dienst 
bereits im Herbst 1997 mit rund 2,1 Mio. Kunden, schreibt das WSJ. Die 
Sparte fuhr im Neunmonatszeitraum bis Ende 2004 einen operativen Verlust 
von 17 Mrd. Yen (123,6 Mio. Euro) ein.

Sollte sich NTT DoCoMo ganz aus dem PHS-Geschäft zurückziehen, bliebe 
Marktführer Willcom, ehemals PHS-Tochter des japanischen Telekomkonzerns 
KDDI, als einziger großer Anbieter auf dem japanischen PHS-Markt übrig. 
KDDI hatte im Vorjahr den Großteil seiner PHS-Sparte DDI Pocket an die 
US-Beteiligungsgesellschaft Carlyle und den Technologiekonzern Kyocera 
verkauft und rund 2,1 Mrd. Dollar erlöst
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Strenge Auflagen für chinesisches Online-Geld
30.000 Yuan Strafen für Verstoß gegen Bestimmungen

Peking (pte, 18. Februar 2005 17:35) - In China schieben die Behörden 
der Online-Darstellung der eigenen Währung einen Riegel vor. Laut einem 
aktuellen Bericht der Nachrichtenagentur Xinhua http://www.xinhua.org 
drohen Personen und Geschäftsleuten, die dagegen verstoßen, Strafen von 
bis zu 30.000 Yuan (2.800 Euro).

Ein entsprechender Gesetzesentwurf werde derzeit durch die chinesische 
Zentralbank verbreitet, heißt es in dem Bericht. Demnach müssen User die 
Erlaubnis einholen, wenn sie ein Bild eines Geldscheines online 
veröffentlichen wollen. Darüber hinaus muss ein Wasserzeichen angebracht 
werden, das zumindest ein Drittel des Bildes bedeckt, berichtet Xinhua.

Deutlich sichtbar muss auf dem Online-Bild die Aufschrift "Not For 
Circulation" angebracht sein. Ansonsten darf weder das Design der 
Währung verändert noch das Bild beeinträchtigt werden. Jede Veränderung 
des Bildes, "die die staatliche Einheit gefährdet oder die chinesische 
Kultur beschmutzt", muss ebenfalls unterbleiben, heißt es in dem Bericht.
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China: Langer Marsch zur Akzeptanz von TV-Handys
Hohe Preise und fehlende Breitbandkapazitäten als Barrieren

Peking (pte, 21. Februar 2005 07:35) - Das Fernsehen via Handy muss in 
China weiter auf den Durchbruch warten. Bisher stellen vor allem der 
hohe Preis sowie fehlende Breitbandkapazitäten noch schier 
unüberwindliche Barrieren dar, berichtet die chinesische 
Nachrichtenagentur Xinhua. Laut einer Studie der Marktforscher von IMS 
Research http://www.imsresearch.com sollen bereits im Jahr 2010 rund 120 
Mio. Handyuser über ihr Mobiltelefon Fernsehsendungen empfangen können. 
Den Asiaten wird dabei eine besondere Affinität zu der neuen Technologie 
nachgesagt.

In der Hoffnung auf einen lukrativen Markt haben die chinesischen 
Provider China Unicom und China Mobile bereits im Frühsommer 2004 
TV-Angebote für ihre Handykunden gelauncht. Trotz viel versprechender 
Zukunft steckt der Markt für entsprechende Dienstleistungen in China 
aber immer noch in den Kinderschuhen. Bisher verhinderten die begrenzten 
Breitbandkapazitäten, die eingeschränkte Auswahl an Endgeräten sowie das 
Fehlen von entsprechenden Standards einen Aufschwung des Marktes. Chinas 
Fernsehprogramme werden derzeit noch über 2,5 oder 2,75G-Netzwerke auf 
die Handys der User übertragen.

Auf die Entwicklung des Fernsehens via Handy drückten aber vor allem die 
hohen Preise. So muss ein China-Unicom-Kunde für ein einstündiges 
Programm derzeit mindestens 200 Yuan (18,5 Euro) berappen. Zudem kostet 
ein TV-fähiges Handy den User mit 5.000 Yuan (462 Euro) rund dreimal so 
viel wie ein herkömmliches Modell. Zurzeit ist auch die Dauer des 
Fernsehkonsums auf dem Handy arg eingeschränkt. Der hohe Stromverbrauch 
sorgt dafür, dass der Akku nach einer Stunde Übertragung schlapp macht. 
Trotzdem setzen die Provider weltweit auf TV-Handys. In Zeiten, in denen 
die sprachbasierten Dienste extremem Wettbewerbsdruck unterliegen, 
versprechen Multimediadienste wie die TV-Übertragung lukrativere 
Profitmöglichkeiten für die Telekomkonzerne.

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Nokia setzt auf China
Reich der Mitte soll zum größten Markt des Handyriesen aufsteigen

Nokia
Peking (pte, 23. Februar 2005 11:52) - Der finnische Handyriese Nokia 
http://www.nokia.com setzt beim Kampf um weltweite Marktanteile voll auf 
China. Das Reich der Mitte ist vor allem strategisch sehr wichtig für 
Nokia. Im vergangenen Jahr kletterten die Umsätze in China gegenüber dem 
Vorjahr um 44 Prozent auf 3,6 Mrd. Dollar. "Ich wäre nicht überrascht, 
wenn China innerhalb der nächsten drei Jahre zu Nokias größten Markt in 
punkto Umsatzerlöse wird", sagte Nokia-Chef Jorma Ollila heute, 
Mittwoch, im Rahmen eines Chinabesuchs. 
http://press.nokia.com/PR/200502/981765_5.html

Laut Nokia soll sich innerhalb der kommenden fünf Jahre die Zahl der 
Mobilfunkuser in China fast verdoppeln. Derzeit zählt das Riesenreich 
rund 335 Mio. Handynutzer. In den Städten soll vor allem der Austausch 
alter Geräte gegen neue das Wachstum treiben. Zudem sollen verstärkt 
User in den ländlichen Gebieten gewonnen werden. Weltweit rechnet Nokia 
bis zum Jahr 2010 mit drei Mrd. Handyusern, fast ein Viertel von ihnen 
werden für China erwartet.

China spielt für den finnischen Handyriesen bereits jetzt auch eine 
große Rolle bei Herstellung und Vertrieb sowie als Forschungs- und 
Entwicklungszentrum. Im laufenden Jahr will Nokia aufgrund der anhaltend 
hohen Nachfrage sowohl seine Produktionskapazität als auch den Bereich 
Forschung und Entwicklung in China weiter ausbauen. Laut Wall Street 
Journal verfügt Nokia in China bereits jetzt über 80 Niederlassungen, 
vier Fabriken und Verkaufsbüros in 400 chinesischen Städten.

Zu Preissenkungen soll es bei Nokia in diesem Jahr allerdings nicht 
kommen, schreibt das Handelsblatt. Für die gesamte Branche sei ein 
Sinken der Preise angesichts des starken Wettbewerbs aber 
wahrscheinlich, so Ollila. Die taktisch motivierten Preisnachlässe, mit 
denen Nokia im vergangenen Jahr gegen den Rückgang seiner Marktanteile 
kämpfte, hätten sich positiv auf Absatz und Marktanteile ausgewirkt.

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From hs@aikidojournal.de  Wed Feb 23 18:31:56 2005
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 Wed, 23 Feb 2005 18:31:56 +0100 (CET)
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Sina wehrt sich gegen Shanda-Übernahme
Onlineportal initiiert so genannte "Giftpille"

Peking (pte, 23. Februar 2005 17:18) - Das chinesische Onlineportal Sina 
http://english.sina.com hat sich gegen eine drohende Übernahme durch den 
Konkurrenten Shanda http://www.shanda.com.cn zur Wehr gesetzt und eine 
so genannte "Giftpille" (poison-pill) initiiert. Sina will mit einer 
Kapitalerhöhung reagieren, falls ein außen stehendes Unternehmen seine 
Anteile erhöht oder gar ein feindliches Übernahmeangebot lanciert, 
berichtet das Wall Street Journal (WSJ) heute, Mittwoch.

Im Rahmen der Kapitalerhöhung sollen Alteigentümer die Aktien zum halben 
Preis kaufen dürfen. Das vom Aufsichtsrat aufgelegte Abwehrprogramm soll 
gestartet werden, sobald Shanda weitere 0,5 Prozent der Sina-Aktien 
übernimmt. Solche so genannten "Giftpillen" sind laut WSJ übliche 
Abwehrstrategien für Unternehmen, die Ziele von feindlichen Übernahmen 
darstellen.

Anfang dieser Woche hatte Shanda mitgeteilt, dass es rund 19,5 Prozent 
der Anteile an Sina übernommen und dafür rund 230 Mio. Dollar auf den 
Tisch gelegt hat. Shanda bezeichnete den Kauf der Sina-Anteile als 
strategische Investition. Eine Übernahme oder Beeinflussung der 
Kontrolle bei Sina sei nicht ausgeschlossen, hieß es bei Shanda.
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Paste statt Bohrer in der Dentalmedizin
Kleine Karieslöcher mit synthetischem Zahnschmelz behandelbar

Tokio (24. Februar 2005 11:13) - Der von allen Zahnarztpatienten so 
"heiß geliebte Bohrer" könnte bei kleinen Löchern schon bald 
verschwinden: japanische Forscher des FAP Dental Institute haben nämlich 
einen artifiziellen Zahnschmelz entwickelt, der in diesem Fall zur 
Verwendung kommen könnte, berichten die Forscher im Wissenschaftsmagazin 
Nature http://www.nature.com . Ein gewichtiger Vorteil wäre dabei 
nämlich auch die Tatsache, dass der Zahn damit besser erhalten bliebe, 
da beim Bohren immer auch gesunde Zahnteile entfernt werden müssen, um 
die Füllung haltbar zu machen.

Die Paste besteht aus modifiziertem Hydroxyapatit, einem 
Hauptbestandteil des menschlichen Zahnschmelzes. Wird Hydroxyapatit mit 
fluoridhaltigen Stoffen behandelt, wie etwa Fluoridzahncremes, so 
entsteht das schwerer lösliche Fluorapatit. Nach dem Auftragen verbindet 
sich dieser Stoff offensichtlich mit dem natürlichen Zahnschmelz. Das 
macht das Bohren anschließend unnotwendig. Die japanischen Forscher um 
Kazue Yamagishi sind derzeit aber nicht die einzigen Wissenschaftler, 
die nach Alternativen zum Bohren suchen. Im Vergleich zur sauren 
Phosphat-Fluorid-Lösung, die Bohren ebenso unnötig macht, bietet diese 
neue Paste allerdings wesentliche Vorteile, da sie sich besser mit dem 
Zahnschmelz verbindet, während bei der Phosphat-Fluorid-Lösung 
Zwischenräume bleiben.

Einen Nachteil hat die Paste allerdings schon: Eine Berührung des 
Zahnfleisches ist unbedingt zu vermeiden, da es zu Entzündungen kommen 
kann. Liz Kay von der British Dental Association findet die Entdeckung 
der japanischen Forscher als nicht wirklich neu. "Im Prinzip reicht es 
aus, zweimal täglich mit einer Fluorzahnpaste die Zähne zu reinigen, um 
gegen Karies vorzubeugen", meint die Medizinerin.

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Sumitomo Mitsui wirft das Handtuch

Rückzug des Übernahmeangebotes für UFJ Holdings
	
	
tf. Tokio, 25. Februar

Der erste öffentlich ausgetragene Bieterwettbewerb um die Übernahme 
einer japanischen Grossbank hat ein Ende gefunden. Das landesweit 
drittgrösste Bankhaus, die Sumitomo Mitsui Financial Group, zog am 
Freitag offiziell sein Angebot für die nationale Nummer vier, UFJ 
Holdings, zurück. Damit wird der Weg frei für eine Fusion von UFJ mit 
Japans zweitgrösster Bank Mitsubishi Tokyo Financial Group. Dass 
Sumitomo Mitsui beim Übernahmekampf, der Nippons Finanzwelt während acht 
Monaten in Atem gehalten hatte, das Handtuch wirft, kommt wenig 
überraschend. So erschien das Werben um UFJ zusehends aussichtsloser. 
Wenngleich man den Chefs der finanziell auf wackligen Beinen stehenden 
UFJ eine «Fusion unter Gleichen» angeboten hatte und zudem einen 
grosszügigen Aktienaustausch im Verhältnis 1:1 offerierte, der die 
kleinere Bank mit rund 35 Mrd. $ bewertete, machte die umworbene Braut 
stets klar, dass der Wunschpartner Mitsubishi Tokyo heisst.
«Nicht im Interesse der Aktionäre»

In ihrer Begründung schreibt Sumitomo Mitsui, dass der Blick auf die 
jüngsten Bewegungen der Aktienkurse den Schluss nahelege, dass eine 
Mehrzahl der Investoren und Marktteilnehmer einen Zusammenschluss von 
Mitsubishi Tokyo und UFJ billigen würden. Da zudem die Vorbereitungen 
für ein solches Zusammengehen stetig voranschreiten würden, sei es nicht 
länger im Interesse der Aktionäre von Sumitomo Mitsui und UFJ, am Ziel 
einer Fusion festzuhalten. Trotz dem Rückschlag wird betont, dass man 
nicht zuletzt durch eine Stärkung bestehender und den Aufbau neuer 
Geschäftseinheiten den eigenen Firmenwert zu steigern versuche. Was dies 
genau impliziert, wird zwar offen gehalten. Doch ist es seit Anfang 
dieses Monats kein Geheimnis mehr, dass Sumitomo Mitsui grosses 
Interesse hat an engeren Banden mit dem landesweit zweitgrössten 
Brokerunternehmen Daiwa Securities. Die beiden Unternehmen haben aber 
bereits eine Zusammenlegung ihrer Einheiten für Wagniskapital per 
Oktober angekündigt.
Sumitomos Hadern mit Platz drei

Auf dasselbe Datum soll auch der Zusammenschluss von Mitsubishi Tokyo 
und UFJ zu der nach Massgabe des gemeinsamen Vermögens (1,8 Bio. $) 
weltgrössten Bank über die Bühne gehen. Das vor Wochenfrist von Tokyo 
Mitsubishi unterbreitete Angebot, für je 100 UFJ-Aktien 62 eigene 
Papiere zu offerieren und somit für die Übernahme von UFJ rund 29 Mrd. $ 
zu investieren, muss von den Aktionären der beiden Firmen zwar noch 
offiziell abgesegnet werden. Nachdem nun aber Sumitomo Mitsui das etwas 
grosszügigere Angebot zurückgezogen hat, dürfte diesem Plazet nichts 
mehr im Wege stehen. Da Mitsubishi Tokyo dem künftigen Partner bereits 
eine Finanzspritze für einen rascheren Abbau von dessen Problemkrediten 
verabreicht hat und die beiden Häuser auch sonst konkrete Vorbereitungen 
für eine Fusion in Angriff genommen haben, erscheint ein Übungsabbruch 
als unwahrscheinlich. Mit der anstehenden Konsolidierung dürfte sich 
daher die Zahl japanischer Grossbanken bald auf drei reduzieren: 
Sumitomo Mitsui erschiene innerhalb dieses Trios hinter der Mizuho 
Financial Group und der neuen Mitsubishi UFJ Financial Group als 
kleinstes Institut. Das Hadern mit diesem undankbaren Platz mag 
erklären, weshalb Sumitomo Mitsui derart lange seinen hoffnungslosen 
Kampf um UFJ nicht aufgeben wollte.
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Gewerbeverein: China soll endlich mit der Produktpiraterie aufhören!
Und dafür müsste sich doch die Europäische Union einsetzen!

Wien (pts, 27. Februar 2005 22:20) - Die Europäische Union hat zwar eine 
Produktpiraterie-Richtlinie - aber das scheint die Nachahmer in der 
Volksrepublik China wenig zu kratzen - so der Österreichische 
Gewerbeverein (ÖGV), dem Dokumente zu dreisten Nachahmungen vorliegen.

Waren es früher noch die Original-Lampenkataloge, deren englische 
Schrift mit chinesischen Schriftzeichen und Bruchteil-Preisangaben 
überklebt waren, so geht es nun ans Eingemachte. Jetzt werden etwa 
deutsche Maschinen zur Herstellung von Polyester 1:1 gespranzt.

Dabei wird in den chinesischen Katalogen dreist sogar noch darauf 
hingewiesen, dass es sich um geprüfte Technologien des namentlich 
genannten deutschen Innovators handelt. Natürlich dringen die Chinesen 
damit nicht in Unionsgebiet ein: Indien, Pakistan, Ägypten und die 
Türkei sind Exportziele für die High-Tech-Fakes.

Die betroffenen Unternehmen selbst müssen gute Miene zum bösen Spiel 
machen. Wer verscherzt es sich mit dem 1,3 Milliarden-Einwohner-Markt 
mit einem jährlichen BIP-Wachstum um die zehn Prozent?

In dieser Situation - so der ÖGV - wäre es doch wohl ein vordringliches 
Ziel, dass sich die Europäische Kommission der Anliegen der Geschädigten 
annimmt. Im Wettlauf gegen die Kopisten kann nur handelspolitische 
Rückendeckung aus Brüssel helfen.

Man ist wohl merkwürdig berührt, wenn mit dem nicht mehr zu erreichenden 
EU-Lissabon-Ziel - die EU soll danach bis 2010 wirtschaftsstärkster Raum 
der Welt sein - Vorgaben gemacht werden, die man durch EU-Untätigkeit 
konterkariert. Denn immerhin sind ja insbesondere Mittelständler von der 
illegalen Imitation der Chinesen betroffen. Wer geistiges Eigentum nicht 
schützen kann - und die EU benimmt sich hier reichlich hilflos - muss 
damit rechnen, dass keines mehr produziert wird. Und dann kann man sich 
das Lissabon-Protokoll gerahmt an die Wand hängen!

Das offizielle Peking fördert den Export der Raubkopien über deren 
staatliche Banken kräftig mit. In China selbst sind die Chancen vor 
Gericht Recht zu erhalten, in illegalen Kopierfällen denkbar gering. 
Selbst General Motors wirft da schon einmal das Handtuch!

Bei 25 EU-Kommissionsmitgliedern wird doch einer ressortzuständig sein, 
sich erbarmen und den Mumm aufbringen, einmal nach Peking zu reisen, um 
über die Missstände, die insbesondere europäische KMU treffen, Klartext 
zu sprechen!

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Schutz geistigen Eigentums in China mangelhaft
Absicherung von Patenten zentrale Herausforderung für internationale 
Investoren

Wien (pts, 1. März 2005 09:00) - Zwei Drittel aller internationalen 
Unternehmen, die in China aktiv sind, sehen in der fehlenden Absicherung 
von Patenten ein zentrales Problem bei der weiteren Erschließung des 
Marktes. 83% haben bereits konkrete Maßnahmen zum besseren Schutz 
geistigen Eigentums im Reich der Mitte ergriffen. Zu diesem Ergebnis 
kommt die aktuelle Studie "Intellectual Property Protection in China" 
von Roland Berger Strategy Consultants. Ein zu starker Fokus auf 
rechtliche Mechanismen und fehlende systematische Vorgehensweise 
verhindern jedoch eine effektive Ausnutzung aller Möglichkeiten. Ideal 
ist ein Mix aus Maßnahmen zur Absicherung von Herstellungsprozessen und 
Produkten, aktivem Personalmanagement und rechtlichen Maßnahmen unter 
Einbeziehung des Topmanagements, meinen die Strategieberater.

"Verletzungen des Immaterialgüterrechts betreffen in China alle 
Wirtschaftssparten. Am weitesten verbreitet sind aber nicht Fälschungen 
im Software-, Film- und Musikbereich, sondern der - wesentlich 
komplexere und technisch anspruchsvollere - Nachbau von 
Industrieprodukten", erklärt Rupert Petry, Mitglied der Geschäftsleitung 
im Wiener Büro von Roland Berger. So sind, laut einer Umfrage der 
Commercial Times, 56% aller PKW mit kopierten Komponenten ausgestattet 
und die Mehrheit chinesischer Batterien - immerhin 50% der 
Weltproduktion - sind gefälschte Versionen von bekannten Marken. Aber 
auch im Softwarebereich ist Missbrauch weit verbreitet: Nur 5% der 
installierten Microsoft-Pakete in China wurden legal erworben. "Die 
chinesische Regierung hat Copyright-, Patent- und Trademark-Gesetze zwar 
umfangreich reformiert, die Umsetzung lässt aber zu wünschen übrig. Wir 
gehen davon aus, dass sich das Problem noch verschlimmern wird, ehe die 
Maßnahmen zu greifen beginnen", so Petry.

Erfolgreiche Maßnahmen zum Schutz geistigen Eigentums
Obwohl es sich bei der Verletzung des geistigen Eigentumsrechts um ein 
bedeutendes strategisches Problem handelt, ist in nur 9% der Unternehmen 
das Topmanagement mit der Lösung des Problems betraut. "Die 
Verantwortung wird häufig an Juristen abgegeben, die in den wenigsten 
Fällen einen tieferen Einblick in Unternehmensprozesse und 
Produktgestaltung haben", meint der Berater.

In der Praxis am effektivsten erwiesen sich Maßnahmen zur Absicherung 
von Herstellungsprozessen. Dazu zählt die Dezentralisierung von Know-how 
ebenso wie die Zusammenarbeit mit Kunden für maßgeschneiderte Lösungen 
und das Fernhalten wichtiger Produktionsschritte aus China. Kostspielig 
und nicht immer erfolgreich sind Maßnahmen zur Absicherung des Produkts 
durch den Einbau von technischen Hürden, die Kennzeichnung mit 
Hologrammen und Mikrochips oder die Verknüpfung des Produkts mit 
bestimmten Dienstleistungen.

Maßnahmen im Personalbereich sind in China durch die hohe Fluktuation 
nur sehr schwer durchzuführen. Ziel ist es, Mitarbeiter möglichst lange 
an das Unternehmen und dadurch an das Produkt zu binden. Auch rechtliche 
Maßnahmen greifen auf Grund von mangelnder Umsetzung der bestehenden 
Gesetze oft nicht.

Österreichische Unternehmen in China
Derzeit existieren in China rund 200 Niederlassungen österreichischer 
Firmen. Unternehmen wie Lenzing, AT&S oder Andritz verfolgen 
strategische Interessen, um sich wichtige Weltmarktanteile zu sichern. 
Auch immer mehr Klein- und Mittelbetriebe gehen ins Reich der Mitte, um 
Standortvorteile zu nutzen und vom lokalen Marktwachstum zu profitieren.

Vor- und Spitzenreiter ist der Chiphersteller AT&S. Mit einem Volumen 
von 120 Mio. EUR wagten die Steirer die größte Investition, die ein 
österreichisches Unternehmen je in China getätigt hat. Darüber hinaus 
plant AT&S bis 2006 die Errichtung eines Leiterplattenwerks im Wert von 
rund 100 Mio. EUR. Aber auch der Gummi- und Kunststoffkonzern Semperit, 
die Lenzing AG und der Feuerfestkonzern RHI verfügen über 
Produktionsstätten in China.

"Chancen gibt es auch für die österreichischen Automobilzulieferer. BMW, 
Mercedes und Volkswagen verlagern ihr Geschäft immer stärker nach China, 
um dem gesättigten europäischen Markt auszuweichen. Manchen geht der 
Boom am Automarkt aber zu schnell, vor Überhitzung wird gewarnt", so Petry.

Exporte nach China boomen
Den wertmäßig größten Teil der österreichischen Exporte nach China 
machen Maschinen, Industrieanlagen und Fahrzeuge aus. Einen Schwerpunkt 
bilden dabei Anlagen für die Eisen- und Stahlerzeugung, für die 
Kunststoffverarbeitung und die Papierherstellung sowie der mittlerweile 
sehr bedeutende Umweltbereich. Insbesondere mit speziellem Know-how und 
Nischenprodukten können österreichische Unternehmen punkten.

Die Studie "Intellectual Property Protection in China" steht ab 1. März 
2005, 13:30 Uhr, im Internet unter 
http://www.rolandberger.at/pressemitteilungen.html zum Download bereit.

Über Roland Berger Strategy Consultants
Roland Berger Strategy Consultants, 1967 gegründet, ist eine der 
weltweit führenden Strategieberatungen. Mit 31 Büros in 22 Ländern ist 
das Unternehmen erfolgreich auf dem Weltmarkt aktiv. 1.630 Mitarbeiter 
haben im Jahr 2004 einen Honorarumsatz von 530 Mio. EUR erwirtschaftet. 
Die Strategieberatung ist eine unabhängige Partnerschaft im 
ausschließlichen Eigentum von mehr als 130 Partnern.

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120 Mio. Chinesen bis Ende 2005 online
Unabhängige Analysen erwarten 134 Mio. Nutzer zum Jahresende

Peking (pte, 1. März 2005 15:55) - Der Online-Boom in China ebbt nicht 
ab. Das Ministerium für Informationsindustrie prognostiziert für 2005 
eine Zunahme der Internetnutzer im Reich der Mitte um 28 Prozent, 
berichtet die Nachrichtenagentur Xinhua. 
http://www.xinhuanet.com/english/ Bis Ende 2005 sollen somit 120 Mio. 
Chinesen online sein.

Unabhängige Analysten wie "Analysis International" halten diese 
Voraussage gar für zu konservativ. Ihrer Einschätzung nach werden bis 
Jahresende sogar 134 Mio. Chinesen online sein. Die Zahl der 
Internetnutzer in China steigt bereits seit einigen Jahren rapide an. Im 
vergangenen. Jahr erhöhte sie sich um 18,2 Prozent auf 94 Mio. User. 
1997 waren es noch überschaubare 620.000.

Als Hauptgrund, das Internet zu nutzen, nennen neun von zehn Chinesen 
das Abfragen von E-Mails. Als weitere Gründe werden Nachrichten und 
Suchmaschinen genannt. Wenig genutzt wird bisher das Online-Banking.

Einen regelrechten Boom kann dagegen das Online-Gaming verzeichnen. Die 
Umsätze hier stiegen im vergangenen Jahr um fast 400 Prozent auf 2,5 
Mrd. Yuan (228 Mio. Euro); weitere Steigerungen werden erwartet.

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Intel Japan erhält gelbe Karte
Regierung vermutet unfaire Geschäftspraktiken

Tokyo (pte, 8. März 2005 13:00) - Japans Wettbewerbsbehörde (FTC) hat
eine Verwarnung gegen den Chipproduzenten Intel http://www.intel.com
ausgesprochen und Handlungsempfehlungen für das Unternehmen formuliert.
Dies berichtet die Online-Ausgabe des Wall Street Journal heute,
Dienstag. Dem amerikanischen Chip-Giganten werden unfaire
Geschäftspraktiken gegenüber japanischen Konkurrenten vorgeworfen. Die
FTC hat bisher noch keine Strafe gegen Intel verhängt. Sie ließ aber
verlauten, dass eine Bestrafung durchaus denkbar sei, wenn Intel seine
Geschäftspraktiken nicht ändert.

Vor elf Monaten wurden bereits drei der japanischen Intel-Büros von der
FTC durchsucht ( pte berichtete:
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=040408014 ). Die FTC vermutete
damals, dass PC-Fabrikanten von Intel angewiesen wurden,
Konkurrenzprodukte zu meiden. Intels Anteil am japanischen Markt war mit
78 Prozent im Jahr 2002 bereits enorm. Der Vorsprung konnte bis 2004
sogar auf 90 Prozent ausgebaut werden, obwohl Advanced Micro Devices
Inc. (AMD) http://www.amd.com , ein kalifornischer Mitbewerber, nach
Meinung von Marktbeobachtern die Performance seiner Produkte verbessern
konnte. AMD zählte zeitweilig fünf große japanische PC-Produzenten zu
seinen Abnehmern. Von diesen fünf sind jetzt nur noch drei übrig
geblieben. AMD musste zehn Prozent einbüßen, der Anteil am japanischen
Markt beträgt 2004 nur noch acht Prozent.

In einem Statement verteidigte Intels Führung die Geschäftspraxis des
Unternehmens und bezeichnete sie als fair und gesetzeskonform. Das
Unternehmen hat nun zehn Tage Zeit, um auf die Warnung der FTC zu
reagieren. Bevor über die nächsten Schritte entschieden wird, will Intel
die Vorwürfe zunächst in Ruhe abwägen.
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aus Berner Zeitung vom 12.03.2005
Japaner feiern den 4-Sterne-Berg
Der Berg ruft, und schon jubeln die Japaner: Noch bevor die 
Weltausstellung 2005 in der Stadt Aichi ihre Tore Ã¶ffnet, loben 
japanische Medien den Schweizer Pavillon als einen der schÃ¶nsten der 125 
ausstellenden LÃ¤nder.

Noch 13-mal schlafen, dann Ã¶ffnet der Berg seine HÃ¶hlen, und die Massen 
strÃ¶men ins Innere der Schweiz: Â«Der BergÂ» heisst der Schweizer Beitrag 
zur Weltausstellung 2005 im japanischen Aichi. Im Innern einer 
HolzhÃ¼lle, geformt zum hohen Gebirgszug und bespannt mit einer 
fotorealistischen Membran, finden die Besucher verschiedenste Exponate 
aus Schweizer Ausstellungen und Sammlungen. ErÃ¶ffnet wird die Expo 2005 
am 25. MÃ¤rz 2005.

Doch schon jetzt gibt es fÃ¼r die Schweizer Organisatoren Grund zum 
Jubeln: Seit Tagen kursiert in Japan ein Ranking der rund 125 
ausstellenden Nationen und Organisationen respektive ihrer Pavillons. 
Und siehe da: Als einziges Projekt der europÃ¤ischen BinnenlÃ¤nder erhÃ¤lt 
4 von 5 mÃ¶glichen Sternen: Â«Der BergÂ» (Schweiz), realisiert von der 
Gruppe Panorama 2000 im Auftrag von PrÃ¤senz Schweiz. Nur die USA und 
SÃ¼dkorea bekamen auch den fÃ¼nften Stern.
Realisiert hat das Ranking ein Ã¶rtlicher ReisefÃ¼hrer zur Expo 2005, der 
damit den Besuchern Tipps fÃ¼r besondere SehenswÃ¼rdigkeiten geben will.

Der gewagte Spagat

Die unerwartete Werbung freut, wie kÃ¶nnts auch anders sein, Botschafter 
Johannes Matyassy, GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer von PrÃ¤senz Schweiz. FÃ¼r das 
Schweizer Projekt sei dies Â«extrem wichtigÂ», da dies zeige, dass der 
Spagat gelungen sei: etwas zu realisieren, das bei den Japanern ankomme 
und gleichzeitig nicht in der Schweiz zerzaust werde. Â«Und das alles im 
Zeitplan und im BudgetrahmenÂ», so der PrÃ¤senz-Schweiz-Chef.

Matyassy erklÃ¤rt sich den frÃ¼hen Erfolg aber auch ganz profan: Das 
Schweizer Projekt habe davon profitiert, dass die Schweizer Â«am 
weitesten fortgeschrittenÂ» seien. Das wiederum habe dazu gefÃ¼hrt, dass 
die Expoleitung von Aichi 2005 allen Besuchergruppen, die in den letzten 
Wochen etwas hÃ¤tten sehen wollen, den Schweizer Pavillon gezeigt habe. 
Durch dieses Â«geschickte VorgehenÂ» habe man so fÃ¼r Goodwill sorgen 
kÃ¶nnen. Goodwill steht ohnehin zuoberst auf der PrioritÃ¤tenliste fÃ¼r den 
Schweizer Auftritt an der ersten Weltausstellung des neuen Jahrtausends.

Der heilige Berg

PrÃ¤senz Schweiz will die japanischen Eigenheiten berÃ¼cksichtigen und hat 
eine Mischung von Klischees und Moderne gewÃ¤hlt. Â«Der BergÂ», so 
Matyassy, Â«ist in der Schweiz etwas sehr Traditionelles â€“ in Japan aber 
ist der Berg etwas Heiliges und steht fÃ¼r Dynamik.Â» Also habe man auch 
auf jede Ironie verzichtet â€“ wer erinnert sich noch an Â«Suiza no existeÂ» 
(Â«Die Schweiz existiert nichtÂ»), das Motto des Schweizer Auftrittes an 
der Weltausstellung von Sevilla 1992? â€“ und als Sujet einen begehbaren 
Berg gewÃ¤hlt, dessen Innenleben die Schweiz Â«vom Mythos bis zur ModerneÂ» 
zeige: Zu sehen ist von einem Ausschnitt aus Hans Ernis 
Landi-1939-Panorama bis zum Ballon des Weltumfliegers Bertrand Piccard 
Â«die Schweiz von heuteÂ», wie sich die Expoorganisatoren ausdrÃ¼cken.

Einmal vor Ã–sterreich

Dass die Japaner den Schweizer 4-Sterne-Berg bejubeln, wird ausser die 
Ausstellungsmacher auch viele daheim Gebliebene freuen kÃ¶nnen: Denn fÃ¼r 
einmal hat die Schweiz wieder die Nase vorn vor der immer 
Ã¼bermÃ¤chtigeren Alpenkonkurrenz Ã–sterreich. Die Ã–sterreicher sind auch 
auf dem ExpogelÃ¤nde in Japan direkte Nachbarn der Schweiz. Und bauen tut 
fÃ¼r beide die gleiche Firma mit Weltrenommee: die NÃ¼ssli-Gruppe mit 
Stammhaus im thurgauischen HÃ¼ttwilen. Aber, so NÃ¼ssli-Spartenleiter 
Martin HÃ¼bscher, fÃ¼r die Schweizer habe man bereits seit letztem Oktober 
bauen kÃ¶nnen; in Ã–sterreich habe die Vergabe lÃ¤nger gedauert. Inzwischen 
stehen beide Gebilde: die Holzrodelbahn der Ã–sterreicher und der 
Holzberg der Schweizer.

Der fehlende Schlaf

Nur einer findet momentan kaum Schlaf: Manuel Salchli, Leiter 
Weltausstellungen und Olympische Spiele bei PrÃ¤senz Schweiz. 13 Tage vor 
der ErÃ¶ffnung hÃ¤lt der japanische Zoll das eingeflogene Schweizer 
Geschirr immer noch fest. Grund: Es mÃ¼sse chemisch analysiert werden.
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China als Breitband-Supermacht
Zahl der Highspeed-User mehr als verdoppelt

Taipeh (pte/21.03.2005/07:45) - China befindet sich auf dem Weg zur 
Breitband-Supermacht, berichtet das asiatische IT-Portal Digitimes unter 
Berufung auf Zahlen des kalifornischen Marktforschungsinstitutes iSuppli 
http://www.isuppli.com . Demnach hat sich die Zahl der User von ADSL & 
Co. im vergangenen Jahr um zwölf Millionen auf 23,1 Millionen mehr als 
verdoppelt. Bis zum Jahr 2008 soll die Zahl der Breitband-Nutzer im 
Reich der Mitte auf über 77 Millionen ansteigen.

Im laufenden Jahr erwartet iSuppli bei den Chinesen, die via Highspeed 
ins Internet einsteigen, einen Zuwachs von rund 50 Prozent auf 35,7 
Millionen. Die führende Breitband-Technologie ist in China ADSL. 
Festnetzbreitband werde auch 2005 zulegen, allerdings werde sich die 
Zuwachsrate verlangsamen, meinen die kalifornischen Marktforscher. 2006 
werde der chinesische Breitband-Boom seinen Zenit erreichen, danach soll 
sich die Entwicklung laut den Prognosen abkühlen.

Die chinesischen Betreiber prüfen derzeit neue Angebote, um den 
entscheidenden durchschnittlichen Umsatz pro Kunden (Average Revenue Per 
User - ARPU) anzuheben. Dazu zählen etwa Videoangebote. China Telecom 
und China Netcom etwa haben bereits Internet-TV (IPTV) in mehr als 20 
Städten gelauncht. Bis zum Jahresende wollen sie damit 300.000 Kunden 
gewinnen.
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China Unicom mit Umsatzsprung

Nettogewinn bleibt unter Analystenerwartungen

Hongkong (pte/24.03.2005/14:30) - Der zweitgrößte chinesische 
Mobilfunkprovider China Unicom http://www.chinaunicom.com.hk hat im 
abgelaufenen Geschäftsjahr 2004 sowohl Umsatz als auch Gewinn 
gesteigert, blieb aber beim Nettoergebnis unter den 
Analystenerwartungen. Der Umsatz kletterte gegenüber dem Vorjahr um 17,3 
Prozent auf 79,33 Mrd. Yuan (7,4 Mrd. Euro). Der Nettogewinn stieg um 
vier Prozent auf 4,39 Mrd. Yuan (408,6 Mio. Euro) oder 0,349 Yuan (0,03 
Euro) pro Aktie, teilte das Unternehmen heute, Donnerstag, mit. 
Analysten hatten laut Wall Street Journal mit einem Gewinn von 5,18 Mrd. 
Yuan (482,1 Mio. Euro) gerechnet.

Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Kunden des chinesischen Providers 
auf insgesamt 112,1 Millionen, ein Plus von 22,5 Prozent gegenüber dem 
Vorjahr. Damit beläuft sich der Marktanteil von China Unicom in dem 
Riesenreich auf 35,6 Prozent. Die Zahl der GSM-Kunden kletterte dabei um 
16,1 Prozent auf 84,3 Millionen. Der durchschnittliche Umsatz pro Kunden 
betrug in diesem Bereich 49,4 Yuan (4,6 Euro). Im CDMA-Bereich konnte 
der Provider seine Userzahl auf 27,8 Millionen mit einem ARPU von 85,3 
Yuan (7,94 Euro) steigern. Insgesamt verschickten die Chinesen im 
vergangenen Jahr mehr als 44 Mio. SMS-Nachrichten über das Netz des 
Unternehmens.

Laut Unternehmenschef Chang Xiaobing will China Unicom die Entwicklung 
seines CDMA-Geschäfts weiter vorantreiben. Größere Anstrengungen sollen 
vor allem bei der Erweiterung des Geschäftskundenbereiches unternommen 
werden. "China Unicom unternimmt alles was möglich ist, um die 
Einführung von Markt orientierten Operationen und Service-Mechanismen 
voranzutreiben", so Chang. Dadurch könne das Unternehmen besser an 
Konsumentenwünschen und Markttrends teilhaben und darauf reagieren. 
China Unicom will seinen Anteilseignern eine Dividende von 0,1 Yuan 
(0,01 Euro) pro Aktie zahlen.
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Toshiba zu Millionenstrafe verurteilt

Japanischer Elektronikriese soll Geschäftsgeheimnisse gestohlen haben

San Jose (pte/24.03.2005/13:00) - Ein kalifornisches Gericht hat nach 
wochenlangen Verhandlungen den japanischen Elektronikkonzern Toshiba 
http://www.toshiba.co.jp und dessen US-Tochter Toshiba America 
Electronic Components zu einer Geldstrafe in Höhe von rund 380 Mio. 
Dollar verurteilt. Toshiba habe Geschäftsgeheimnisse des US-Rivalen 
Lexar Media http://www.lexar.com gestohlen und seine treuhänderischen 
Pflichten verletzt, teilte Lexar in der Nacht auf heute, Donnerstag, in 
einer Aussendung mit.

Darüber hinaus will Lexar vor Gericht eine einstweilige Verfügung gegen 
die Einfuhr von Toshiba-Chips in die USA erwirken. Das Unternehmen 
erwartet sich zudem weitere Entschädigungszahlungen. Außerdem sei ein 
Verfahren wegen Patentverletzungen in zehn Fällen vor einem 
US-Bundesgericht anhängig, hieß es bei Lexar. Das Urteil sende eine 
klare Message an Toshiba, dass diese Art von unternehmerischem Benehmen 
nicht akzeptiert werde, sagte Lexars Anwalt Eric Whitaker. Als 
strategischer Partner und Board-Mitglied hätte Toshiba mit äußerst guten 
Absichten handeln müssen, so Whitaker.

Bei dem Streit geht es um Technologien für Flash-Memory-Chips. Im Jahr 
1996 hatte Toshiba laut Lexar das Unternehmen um Zusammenarbeit gebeten 
und im Zuge dessen Informationen über Lexars Technologien erhalten, 
berichtet das Wall Street Journal. Kurz darauf habe Toshiba mit dem 
Speicherhersteller SanDisk, einem Konkurrenten von Lexar, einen geheimen 
Deal über den Austausch von Technologien geschlossen. Toshiba hatte 
dagegen argumentiert, dass es die umstrittenen Technologien selbst 
entwickelt habe.
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China Telecom mit doppeltem Gewinn
Kundenzahl klettert auf 187 Millionen

Hongkong (pte/31.03.2005/15:52) - Chinas größter Telekomkonzern China 
Telecom http://www.chinatelecom.com.cn/english hat im abgelaufenen 
Geschäftsjahr 2004 seinen Gewinn mehr als verdoppelt und fuhr 28 Mrd. 
Yuan (2,61 Mrd. Euro) ein. Im Vorjahr hatte ein Plus von 13,88 Mrd. Yuan 
(1,3 Mrd. Euro) zu Buche gestanden. Der Umsatz kletterte um 6,4 Prozent 
auf 161,2 Mrd. Yuan (15 Mrd. Euro), teilte der Provider heute, 
Donnerstag, mit. Dabei konnte das Unternehmen nach eigenen Angaben 
sowohl im regionalen Telekomgeschäft als auch bei den Internet-Services 
punkten.

Als Umsatztreiber erwies sich der kräftige Kundenzuwachs. China Telecom 
konnte die Kundenzahl im vergangenen Jahr um 16 Prozent auf 186,65 
Millionen, darunter 42,2 Mio. Kunden des Wireless-Services Little Smart, 
steigern. Dabei legte allein die Zahl der Breitbandkunden um 91 Prozent 
auf 13,84 Millionen zu, berichtet das Wall Street Journal. Im laufenden 
Geschäftsjahr will der Konzern rund 55,8 Mrd. Yuan (5,2 Mrd. Euro) 
investieren. Das Geld soll in den Ausbau der Infrastruktur sowie die 
Vorbereitungen für 3G-Dienste gesteckt werden.

Vor allem Kurznachrichten und Breitband-Services sollen in diesem Jahr 
den Umsatz antreiben. Dagegen werde sich das Kundenwachstum im 
Festnetzbereich abkühlen, da immer mehr Kunden zum Mobilfunk wechselten, 
hieß es bei China Telecom. China ist von der Userzahl her gesehen der 
größte Telekommarkt der Welt. Dabei hat die Zahl der Mobilfunkuser 
bereits die der Festnetzkunden überflügelt. Bei einer vergleichsweise 
geringen Penetrationsrate von 26 Prozent telefonieren rund 340 Mio. 
Chinesen mobil. Die Zahl der Festnetzkunden hält bei 320 Millionen.

Derweil befindet sich das Reich der Mitte auf dem Weg zur 
Breitband-Supermacht. Nach Berechnungen der kalifornischen Marktforscher 
von iSupply hat sich die Zahl der Breitbanduser im vergangenen Jahr auf 
23,1 Millionen mehr als verdoppelt. Bis zum Jahr 2008 soll die Zahl der 
Chinesen, die via Highspeed ins Internet einsteigen, auf über 77 
Millionen ansteigen.

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Dokdo oder Takeshima

Recht und Geschichte in der Strasse von Korea
	
	

In einem «Brief an das Volk» warnt der südkoreanische Präsident Roh Moo 
Hyun vor einem «diplomatischen Krieg» mit Japan - letzte Etappe in einem 
jüngst wieder hochgekochten alten Streit um zwei Felsen im Meer, 
zusammen so gross wie vier Sportplätze. Takeshima, erklärte kürzlich in 
Seoul ein japanischer Diplomat, dem der für sein Metier so wichtige Takt 
nicht eben zweite Natur ist, sei historisch und nach internationalem 
Recht japanisches Territorium. Dokdo, wie die Koreaner die unbewohnten 
Riffe nennen, sei unverbrüchlich koreanisch, entgegnen diese. Proteste 
auf der Strasse, ganz Aufgeregte schneiden sich vor der japanischen 
Botschaft Finger ab: Mit ihrem Blut wollen sie das Heimatland 
verteidigen. Das japanische Aussenministerium wiegelt ab. Japan arbeite 
an guten Beziehungen mit dem Nachbarn, und im Übrigen könne man mit dem 
Takeshima/Dokdo-Problem zum Internationalen Gerichtshof nach Den Haag gehen.

Unparteiische entscheiden zu lassen, ist das kein fairer und sinnvoller 
Vorschlag? Zur Lösung von Territorialkonflikten kann der Internationale 
Gerichtshof nur angerufen werden, wenn beide Parteien einverstanden 
sind. Seoul hat den Gang nach Den Haag bisher abgelehnt und wird ihn 
auch jetzt nicht beschreiten. Darin die Angst zu unterliegen zu sehen, 
hiesse freilich, die historische Dimension des Problems zu verkennen. 
Wenn ein Land Grund hat, daran zu zweifeln, dass das Völkerrecht etwas 
anderes ist als das Recht des Stärkeren, dann ist es Korea. Denn das 
Völkerrecht war das Instrument, mit dem die schiere Existenz des 
koreanischen Staates eliminiert und seine Annexion durch Japan ins Werk 
gesetzt wurde. Japans Kolonialherrschaft über Korea, betonen japanische 
Politiker noch heute, war rechtmässig. Für Korea ist Den Haag mit 
besonders schlechten und schmerzhaften Erinnerungen verbunden. - Der vor 
hundert Jahren geschlossene, vom amerikanischen Präsidenten Theodore 
Roosevelt vermittelte Vertrag von Portsmouth zur Beendigung des 
Russisch-Japanischen Kriegs machte Korea zum japanischen Protektorat. 
Roosevelt bekam den Friedensnobelpreis. Korea verlor das Recht, seine 
aussenpolitischen Belange selbst wahrzunehmen. Der koreanische Kaiser 
Kojong versuchte, das zu verhindern, indem er 1907 drei Abgesandte zur 
zweiten internationalen Friedenskonferenz nach Den Haag schickte, um 
gegen den Protektoratsvertrag Protest einzulegen. Sie hatten jedoch 
keinen Erfolg, ja sie wurden nicht einmal angehört, denn die 43 
versammelten Staaten akzeptierten als Teilnehmer in zirkulärer Logik nur 
souveräne Staaten, eben die, die zur Konferenz eingeladen waren.

Staatenlose Gebiete konnten sich «die Mächte» nach den Vorstellungen des 
Völkerrechts des 19. Jahrhunderts aneignen, ja ihr Status als solche 
bestand wesentlich darin, dass sie das taten. Japan war erst vor kurzem 
in diesen erlauchten Kreis aufgestiegen. Nachdem die Amerikaner die 
Japaner Mitte des Jahrhunderts mit vorgehaltenen Kanonen dazu gezwungen 
hatten, ihr Land dem internationalen Verkehr zu öffnen, hatten ihre 
Politiker früh erkannt, dass die einzige Möglichkeit, der 
Kolonialisierung zu entgehen, darin bestand, selbst zur Kolonialmacht zu 
werden - und zu expandieren.

Die koreanische Halbinsel war nach Okinawa und Hokkaido das 
nächstliegende Ziel der Expansion. Obwohl sich das Königreich seit 
Jahrhunderten selbst regiert hatte, arbeitete Tokio seit den 1870er 
Jahren systematisch daran, seine Eigenstaatlichkeit zu unterminieren, zu 
welchem Zwecke es sich sehr geschickt des bis dahin nur als Diktat der 
Mächte über sogenannte Vertragshäfen geltenden internationalen Rechts 
bediente. Auf diese Weise gelang es Japan, sich als Garant des 
internationalen Rechts in Ostasien zu profilieren und gleichzeitig 
seinen Anspruch auf Korea zu zementieren. Beide Seiten dieses Prozesses 
waren unauflösbar miteinander verknüpft. Japan erhielt sich seine 
Unabhängigkeit dadurch, dass es Korea die seine nahm. Auf der 
Friedenskonferenz in Den Haag wurde Korea mit Einverständnis der 
Staatengemeinschaft durch Japan vertreten. Der Eliminierung seiner 
Existenz wurde auf diese Weise durch das internationale Recht der 
Stempel der Legalität aufgedrückt. In einem Geheimabkommen vom Juli 1905 
tauschten Washington und Tokio die Vorherrschaft der USA in den 
Philippinen gegen die Japans in Korea. In der anglo-japanischen Allianz 
einen Monat später wurden Indien und Burma gegen Korea aufgerechnet. Bei 
der Haager Friedenskonferenz 1907 brauchte Tokio nicht mehr zu fürchten, 
dass sein Anspruch auf Korea angefochten würde.

Just in dieser Zeit, im Januar 1905, erklärte Tokio die heute 
umstrittenen Inseln zu japanischem Staatsgebiet. Im Februar desselben 
Jahres machte die Korea gegenüberliegende Präfektur Shimane Takeshima 
zum Teil eines Verwaltungsdistrikts. Jetzt, hundert Jahre später, hat 
die Präfektur den 22. Februar zum «Tag Takeshimas» erklärt, was die 
Koreaner mindestens ebenso verbittert, wie dass das japanische 
Aussenministerium eine Website unterhält, in der die heutige koreanische 
Kontrolle über die Inseln als Verstoss gegen internationales Recht 
bezeichnet wird.

Die japanische Regierung behauptet, die Erklärung von 1905 habe nichts 
mit der Annexion der koreanischen Halbinsel zu tun. Die koreanische 
Regierung hingegen betrachtet diese Erklärung als Teil von Japans 
Kolonialpolitik und tut alles, damit dieser Gedanke in der Bevölkerung 
wach bleibt. Deshalb schlagen die Wellen wieder einmal hoch um die 
Felsen von Dokdo/Takeshima, um die zu streiten sich aus materiellen 
Gründen gewiss nicht lohnt. Zwar spricht man von reichen Fischgründen; 
weitaus bedeutender aber sind die historischen Abgründe

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China stockt Handyproduktion auf
Fünf neue Hersteller zugelassen - Mehr F&E-Anstrengungen gefordert

Peking 04.04.2005/08:10 - Die chinesische Entwicklungs- und 
Reformkommission NDRC http://www.ndrc.gov.cn hat fünf neuen 
Handyherstellern die Produktion im Reich der Mitte erlaubt. Im Zuge der 
Zulassung erhielten Shenzhen Huawei, Qingdao Hisense, Dalian Daxian 
Pantech, Ningbo Aux und Jiangsu Gaotong entsprechende Lizenzen von der 
Regierungsbehörde, berichtet der Branchendienst Cellular News. Unter den 
zugelassenen Unternehmen befinden sich drei Neulinge auf dem 
Telekommarkt. Die anderen beiden sind bereits als Auftragsfertiger in 
Erscheinung getreten und wollen nun in den Direktverkauf einsteigen. 
Zusammen dürfen die fünf Unternehmen nach den Lizenzvereinbarungen pro 
Jahr bis zu elf Mio. Handys herstellen.

"Das ist der erste Schub von Unternehmen, die ihre Lizenzen nach den 
neuen, im vergangenen Monat eingeführten, Bestimmungen erhalten", hieß 
es bei der NDRC. Mit den neuen Regeln soll der Prozess für die 
Zustimmung zu Investitionen in die Mobilfunkproduktion standardisiert 
werden. Die Regierungsbehörde appellierte außerdem an die neuen 
Mobilfunkhersteller, verstärkt in Forschung und Entwicklung zu 
investieren, um auf dem zunehmend wettbewerbsintensiven Markt bestehen 
zu können.

Die chinesischen Produzenten kämpfen derzeit noch mit einem erheblichen 
technologischen Rückstand gegenüber den westlichen Herstellern sowie mit 
dem Problem, dass auch die chinesischen User zunehmend auf 
Highend-Produkte setzen. Außerdem treten sich die Hersteller in dem 
Riesenreich mittlerweile buchstäblich auf die Füße. Vor vier Jahren 
haben die Regulierungsbehörden bereits 24 Unternehmen eine Lizenz zur 
Handy-Produktion gegeben.

In den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres wurden nach 
Berechnungen des chinesischen Handelsministeriums 111 Mio. Handys aus 
dem Reich der Mitte ins Ausland verkauft. Damit kam im Jahr 2004 rund 
jedes fünfte weltweit verkaufte Handy aus dem Reich der Mitte. 
Allerdings dominieren ausländische Produzenten den chinesischen Export. 
Zwei Drittel aller ausgeführten GSM-Handys kommen etwa aus den 
Fabrikhallen, die Nokia, Motorola, Siemens und Co. in China unterhalten.
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LG und Matsushita legen PDP-Patentstreit bei
Gegenseitiges Lizenzabkommen unterzeichnet

Seoul/Tokio 04.04.2005/10:29 - Der südkoreanische Elektronikkonzern LG 
Electronics http://www.lge.com und sein japanischer Konkurrent 
Matsushita http://www.panasonic.co.jp/global haben einen seit Monaten 
schwelenden Patentstreit beigelegt und ein gegenseitiges Lizenzabkommen 
unterzeichnet. Die Vereinbarung umfasst nicht nur die umstrittenen 
PDP-Patente (Plasma Display Panel), sondern soll auch auf die Bereiche 
PC und DVD ausgedehnt werden, hieß es in einer Mitteilung LGs an die 
südkoreanische Finanzaufsichtsbehörde. Im Rahmen des Lizenzabkommens 
werden außerdem alle anhängigen Rechtsstreitigkeiten und 
Einfuhrverbotsverfahren zwischen den beiden Streithähnen gestoppt, 
berichtet das Wall Street Journal (WSJ) heute, Montag.

Nach Angaben eines LG-Sprechers wird der südkoreanische Konzern dem 
japanischen Rivalen im Zuge der Einigung keine Lizenzgebühren zahlen. 
"Jedes Unternehmen wird dem anderen erlauben seine Patente in drei 
Bereichen - PDPs, PCs und DVDs - zu nutzen", so der Konzernsprecher. Im 
Rahmen der Vereinbarung wollen die beiden Rivalen nach eigenen Angaben 
in Zukunft auch in anderen Geschäftsbereichen wieder stärker 
zusammenarbeiten, schreibt das WSJ.

LG will nach der Aufhebung seines Einfuhrstopps unverzüglich wieder mit 
der Lieferung von PDPs nach Japan beginnen. Der Patentstreit zwischen 
den beiden Konzernen war im November 2004 eskaliert, nachdem 
Verhandlungen über ein Lizenzabkommen gescheitert waren. Matsushita, 
besser bekannt unter dem Markennamen Panasonic, zog daraufhin wegen 
Verletzung einer patentierten Technologie zur Wärmeregulierung bei der 
Herstellung von PDPs vor Gericht und forderte einen Einfuhrstopp der 
LG-Produkte nach Japan. LG antwortete kurz darauf mit einer Gegenklage 
und einem eigenen Antrag auf Einfuhrstopp
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Hitachi mit neuem Rekord bei Speicherdichte
230 Gigabits pro Quadratzoll dank vertikaler Aufzeichnung

Tokio 04.04.2005/12:57 - Hitachi Global Storage Technologies (HGST) 
http://www.hgst.com hat einen neuen Rekord bei der Speicherdichte für 
Festplatten geschafft. Wie die New York Times (NYT) heute, Montag, 
berichtet, ermöglicht die vertikale Aufzeichnung ("Perpendicular 
Recording") eine Speicherdichte von 230 Mrd. Bites oder 230 Gigabits pro 
Quadratzoll.

Bisheriger Rekordhalter war Toshiba mit 206 Mrd. Bits pro Quadratzoll. 
Toshiba setzt ebenfalls auf die "Perpendicular Recording"-Technologie. 
Ein Bit ermöglicht zwei verschiedene Zustände, Null oder Eins. Durch die 
vertikale Beschreibung anstelle der bisher üblichen Längsbeschreibung 
("Longitudinal Recording") wird Platz gespart. Dadurch werden 
Festplatten noch kleiner und billiger produziert. Erste kommerzielle 
Produkte mit der neuen Technologie werden laut NYT von Toshiba im Jahr 
2007 erwartet.

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Millionenschwerer Betrug bei der Bank of China	
	


us. Hongkong, 3. April

Die Reihe der Bankenskandale in China reisst nicht ab. Am Sonntag 
berichtete die Tageszeitung «China Daily», dass die Bank of China am 
Samstag einen Manager in Peking wegen Betrugs im Umfang von 645 Mio. 
Yuan entlassen hat. Bei dem Betrugsfall soll es sich um Kredite handeln, 
die einer Pekinger Immobiliengesellschaft 2000 und 2002 für ein grosses 
Wohnbauprojekt gewährt worden waren. Die Gelder sollen nie dem 
vorgesehenen Zweck zugeführt worden sein.
Endemische Korruption

Bereits Ende Januar war bei der Bank of China (BOC) ein Riesenbetrug bei 
der Filiale in der im Nordosten Chinas gelegenen Industriestadt Harbin 
aufgedeckt worden. Damals soll sich die Schadenssumme auf mehrere 
hundert Mio. Yuan belaufen haben. Die BOC gehört zu den vier grossen 
chinesischen Geschäftsbanken, die sich im Staatsbesitz befinden und die 
während des laufenden Jahres einen internationalen Börsengang anstreben. 
Ende 2003 hatte die Regierung der BOC und der China Construction Bank je 
22,5 Mrd. $ aus den Devisenreserven zukommen lassen, mit denen diese die 
enorme Last der faulen Kredite abtragen sollten. Aber auch die übrigen 
zwei der vier grossen chinesischen Geschäftsbanken stehen nicht mit 
weisser Weste da. Vor weniger als zwei Wochen waren bei der Agricultural 
Bank of China Betrügereien im Umfang von 115 Mio. Yuan aufgedeckt 
worden. Ein Manager der Construction Bank of China wurde verhaftet, 
nachdem er der Veruntreuung angeklagt worden war. Vor kurzem trat der 
CEO der Construction Bank of China unter Korruptionsverdacht zurück. 
Bereits sein Vorgänger hatte mit einem ähnlichen Schatten belastet sein 
Amt abgegeben.
Ein schwer geniessbarer Risiko-Cocktail

Die chinesischen Behörden sind sich der Problematik all dieser 
Entwicklungen bewusst. Diese kommen zu einem höchst ungünstigen 
Zeitpunkt, da auf der einen Seite die Bankenaufsichts-Kommission die 
Reputation der chinesischen Banken zwecks Internationalisierung und 
Professionalisierung zu verbessern sucht und da auf der andern Seite 
China im nächsten Jahr seinen Finanzsektor in starkem Ausmasse der 
ausländischen Konkurrenz öffnen wird. Hinzu kommt, dass das Land derzeit 
vor allem im Hochpreissegment des Immobilienmarkts auf eine gefährliche 
Spekulationsblase zusteuert, deren Platzen naturgemäss im Finanzsystem 
gravierende Spuren hinterlassen würde.
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Amnesty: Nirgends so viele Hinrichtungen wie in China
Menschenrechtsorganisation ver=F6ffentlicht Statistik


In keinem Land der Welt werden nach Angaben der
Menschenrechtsorganisation Amnesty International so viele Menschen
hingerichtet wie in China. Dort seien im vergangenen Jahr mindestens
3400 Menschen exekutiert worden, teilte die Organisation am Dienstag
mit. Danach folgten der Iran mit mindestens 159, Vietnam mit 64 und die
USA mit 59 Hinrichtungen.

=20
Weltweit sei die Todesstrafe im Jahr 2004 an mindestens 3797 Menschen in
25 L=E4ndern vollstreckt worden, teilte die Menschenrechtsorganisation am
Dienstag mit.=20
Als Basis f=FCr die angegebene Zahl von mindestens 3400 Hinrichtungen in
China gab Amnesty Internetberichte =FCber Exekutionen anl=E4sslich
bestimmter Feiertage und =FCber Hinrichtungen im Rest des Jahres an.=20

Keine offiziellen Angaben

Auf dem Nationalen Volkskongress im M=E4rz 2004 habe ein Delegierter
allerdings gesagt, in China w=FCrden j=E4hrlich fast 10.000 Menschen
hingerichtet. Die chinesische Regierung weigere sich bisher, offizielle
Angaben dazu zu machen.=20
Die Organisation bezeichnete es als erfreulich, dass im vergangenen Jahr
Bhutan, Griechenland, Samoa, Senegal und die T=FCrkei die Todesstrafe f=FCr
alle Vergehen abgeschafft h=E4tten.=20

In 76 L=E4ndern legal

Scharfe Kritik =FCbte sie dagegen an den Entscheidungen der Regierungen
Iraks und Sri Lankas, die Todesstrafe wieder zu vollstrecken. Insgesamt
halten laut Amnesty noch 76 L=E4nder an der Todesstrafe fest, 120 haben
sie im Gesetz oder in der Praxis abgeschafft.=20
Mit Blick auf die derzeit in Genf tagende UNO-Menschenrechtskommission
forderte ai, die Kommission solle klarstellen, dass Todesurteile gegen
Minderj=E4hrige gegen das V=F6lkergewohnheitsrecht verstie=DFen. Im Jahr 20=
04
sei die Todesstrafe bei zur Tatzeit Minderj=E4hrigen nach Informationen
von Amnesty im Iran und China vollstreckt worden. Die
Menschenrechtsorganisation begr=FC=DFte ausdr=FCcklich, dass der Oberste
Gerichtshof der USA im M=E4rz 2005 die Todesstrafe f=FCr minderj=E4hrige T=
=E4ter
abgeschafft hat.=20

ZDF Heute, Mit Material von AP
http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/13/0,3672,2284621,00.html

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Japan holt mit der Weltausstellung in Nagoya neuen Schwung

Wer die Vorbereitungen der Japaner auf die Weltausstellung in Nagoya,
die am Karfreitag ihre Tore =F6ffnen wird, beobachtet, kann sich des
Eindrucks eines D=E9j=E0-vu nicht erwehren. Ebenso wie anl=E4sslich der
Winterolympiade 1998 in Nagano hat die Regierung von langer Hand
geplant. Das im bergigen Hinterland gelegene Nagano wurde damals mit dem
Shinkansen und dem Ausbau des Autobahnnetzes begl=FCckt, um die
Verbindungen zur Hauptstadt noch schneller zu machen. Wenn es um die
Expo in der Pr=E4fektur Aichi geht, ist ebenfalls mit der grossen Kelle
angerichtet worden. Der in der Ise-Bucht, etwa 35 Kilometer s=FCdwestlich
von Nagoya, situierte, dem Meer abgewonnene Flughafen hat mehr als 8
Milliarden Franken gekostet. Dieses Tor zur Expo werden auch Ausl=E4nder
zu nutzen wissen. Wer noch etwas Zeit =FCbrig hat, kann bei einem
Abstecher nach Kyoto oder zum Shinto- Schrein in Ise ein anderes Gesicht
Japans kennen lernen.

=ABWeisheit der Natur=BB lautet das Motto der Weltausstellung von
Aichi/Nagoya. Ein Spaziergang im seit Jahrhunderten gegen
zivilisatorische Ausw=FCchse abgeschirmten Naturwald von Ise w=FCrde den
Kontrast zu den ersten Eindr=FCcken nach der Anreise im Land der
aufgehenden Sonne als sehr schroff erscheinen lassen. Die Verst=E4dterung
an der Pazifik-K=FCste ist enorm - man wird fast erschlagen. Ein in der
Nacht aufgenommenes Satellitenbild l=E4sst die geballte Agglomeration
sofort erkennen; dichte Siedlungsgebiete erstrecken sich vom S=FCdzipfel
der Hauptinsel Honshu um Hunderte von Kilometern =FCber Tokio hinaus in
den Norden, wobei das Auge des Reisenden sich in den selten
aufblitzenden Zwischenabschnitten kaum zu erholen vermag. Im
Landesinnern dagegen halten sich sch=F6ne Reiskulturen, Teeplantagen oder
wilde Bambushaine versteckt. Nippon ist ein Land der Gegens=E4tze. Ebenso
ist der Umgang der Japaner mit der Natur ambivalent. Das
Reinigungsritual vor dem Besuch einer religi=F6sen St=E4tte oder vor dem
Eintauchen in ein von vulkanischem Thermalwasser gespeistes Bad ist
hochentwickelt. Wie vertr=E4gt sich dies aber damit, dass Fl=FCsse und
Uferpartien r=FCcksichtslos als M=FCllhalde missbraucht werden?

Aichi ist Toyota-Land. Nicht wenige St=E4dte rund um Nagoya tragen in
ihrem Namen die f=FCr japanische Ohren wohlklingende Silbe =ABToyo=BB, was
Reichtum verspricht. Mit Toyota, w=F6rtlich =FCbersetzt =ABReiches Feld=BB,=
 hat
Japan eine der weltweit feinsten Industrie-Adressen vorzuweisen. Der
Plan, schon 2010 mit General Motors gleichzuziehen, scheint nicht
verwegen. Auch Toyota nimmt sich das Motto =ABWeisheit der Natur=BB zu
Herzen. Die Ingenieure tr=E4umen von einem Motor, der =FCberhaupt keine
Immissionen mehr an die Umwelt abgibt - eine schwer zu erf=FCllende, aber
umso faszinierendere Zielsetzung. Experimente mit hybriden Materialien
und mit Wasserstoff angetriebenen Autos - das t=F6nt verlockend.
Technologiefeindlichkeit ist in Nippon, ganz anders als in vielen
L=E4ndern Europas, ein Fremdwort. Zur Experimentierfreudigkeit geh=F6rt,
Inlandgew=E4chse mit brutaler Offenheit Neuem auszusetzen. Als die
Kapitalgeber von Nissan am Ende ihres Lateins angelangt waren, holten
sie mit Renault und dem l=E4ngst zum japanischen Idol emporstilisierten
Carlos Ghosn frische Kr=E4fte ins Land. Die Strategie klappte, und erneut
wurde der Beweis erbracht, dass die Japaner gerne importieren oder
kopieren, wenn sie von dieser Seite ein besseres Resultat erwarten
d=FCrfen.

Der kometenhafte Aufstieg Chinas hat in Nippon einige Verunsicherung
ausgel=F6st. War =ABJapan bashing=BB schon schlimm, ist es jetzt mit =ABJap=
an
passing=BB noch schlimmer geworden. Obwohl sich tats=E4chlich westliche
Augen immer =F6fter zuerst und wom=F6glich ausschliesslich auf das =ABReich
der Mitte=BB richten, kann die Tatsache nicht weggewischt werden, dass
Japan noch l=E4ngere Zeit die zweitgr=F6sste Wirtschaftsnation der Welt
bleiben wird. Ein oberfl=E4chlicher Blick auf die Landkarte l=E4sst eine
verletzliche Inselgruppe draussen im Pazifik erkennen. Das ist Klischee.
Nat=FCrlich l=E4sst sich die wirtschaftliche Potenz mit Zahlen, welche
vergleichbare Schweizer Werte konstant um rund das F=FCnfzehnfache
=FCbertreffen, statistisch untermauern. Die weltweit gr=F6ssten
Devisenreserven, mehr aber die h=F6chsten privaten Ersparnisse beweisen,
dass vieles nicht auf Sand gebaut worden ist. Es gibt Millionen von
Japanern, die ihr Geld auf die hohe Kante gelegt haben. Demgegen=FCber hat
der Staat ungesund hohe Schulden im Umfang von =FCber 150 Prozent des
Bruttoinlandproduktes angeh=E4uft.

Einem Irrtum unterl=E4ge ein ausl=E4ndischer Betrachter, wenn er zwischen
Japan und China in wirtschaftlichen Belangen einen Gegensatz
konstruieren wollte. Nippon profitiert von China, und das Umgekehrte
gilt ebenfalls; der Handel bl=FCht. Japan wusste die Zeichen nach dem Ende
der chinesischen Kulturrevolution und dem Regimewechsel - von Mao zu
Deng Xiaoping - richtig zu deuten. In bester Erinnerung ist noch, wie in
den fr=FChen achtziger Jahren amerikanische und europ=E4ische Studenten sich
in Peking haupts=E4chlich mit literarischen Aspekten der Sinologie
besch=E4ftigten, wogegen aus Japan Vertreter der gr=F6ssten Handelsh=E4user
und Banken hordenweise eintrafen. China hat die USA als gr=F6sster
Handelspartner Nippons schon abgel=F6st. Die gegenseitige Befruchtung ist
offensichtlich; manche fragen sich gar, ob das seit =FCber einem Jahrzehnt
von Deflation geplagte Japan ohne diese Infusion nicht in einer
Depression gelandet w=E4re.

Es wird - vor allem f=FCr die Strategen der japanischen
Ministerialb=FCrokratie - interessant sein zu beobachten, aus welchem Land
die meisten Besucher zur Aichi-Expo str=F6men werden. Sind es noch die
Amerikaner, oder sind es schon die Chinesen oder gar die Koreaner? Wer
durch die europ=E4ische Brille schaut, =FCbersieht oft, dass im
intra-asiatischen Austausch, der weit =FCber das Wirtschaftliche
hinausgeht, trotz historischen Ressentiments viel Dynamik am Werk ist.

Werner Enz

			=09
Reise auf der Tokaido mit Hiroshige
	=09
nz. Die Pr=E4fektur Aichi liegt auf der Route zwischen Kyoto und Tokio und
damit auf der seit Jahrhunderten wichtigen Lebensader Tokaido
(=ABK=FCstenstrasse im Osten=BB). Die Illustrationen in dieser Beilage sind
einem Buch des Prestel-Verlags* entnommen, welches Utagawa Hiroshige
(1797-1858) gewidmet ist. Im Werk von Hiroshige, dem grossen Meister des
japanischen Farbholzschnitts, hat die Serie zu den =AB53 Stationen der
Tokaido=BB eine herausragende Bedeutung. Auf einer Reise von Edo (Tokio)
nach Kyoto, die er im Auftrag des Shoguns zusammen mit hohen
W=FCrdentr=E4gern antrat, um den Kaiser mit Geschenken zu beehren,
beobachtete Hiroshige ein reges Treiben, kostete auf der f=FCr damalige
Verh=E4ltnisse sehr weiten Strecke lokale Delikatessen und liess sich
durch die Natursch=F6nheiten - die heutzutage leider vielenorts einer
Betonw=FCste gewichen sind - zu seinen unvergesslichen Malereien
inspirieren. Hiroshige wird besungen als Meister des fl=FCchtigen
Augenblicks. Sein ausgepr=E4gter Sinn f=FCr Farbe und Poesie zeigt sich in
der sehr weit entwickelten F=E4higkeit, Nebel, Regen, Mondlicht oder
Schnee in Bilder voller Atmosph=E4re umzusetzen. Der auf dieser Seite
abgebildete Farbholzschnitt zeigt den Hafen Miya, der heute in einem
Aussenbezirk von Nagoya liegt.=20

* Hiroshige; von Matthi Forrer. Prestel-Verlag, M=FCnchen. Erstmalige
Publikation anl=E4sslich der Ausstellung der Royal Academy of Arts, London
1997.


22. M=E4rz 2005, Neue Z=FCrcher Zeitung
http://www.nzz.ch/2005/03/22/kt/articleCMJXC.html

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 =?ISO-8859-15?Q?s_den_USA?=
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China schielt auf IT-Outsourcing-Aufträge aus den USA
Mangel an qualifizierten Softwareentwicklern mit Sprachkenntnissen

Peking/Washington (pte/06.04.2005/07:35) - Chinas 
Outsourcing-Unternehmen verstärken ihre Anstrengungen um auf dem 
internationalen Markt mitmischen und sich ein größeres Stück vom 
Auftragskuchen US-amerikanischer Konzerne abschneiden zu können. Schon 
heute ist das aufstrebende Reich der Mitte laut der Unternehmensberatung 
A.T. Kearney http://www.atkearney.com die erste Alternative zur 
Outsourcing-Macht Indien. Noch mangelt es den Chinesen aber vor allem an 
Kenntnissen der englischen Sprache, dem Bewusstsein für das Recht an 
geistigem Eigentum sowie qualifizierten Führungskräften, schreibt das 
Wall Street Journal. Laut A.T.-Kearney-Analyst Simon Bell kann es noch 
fünf bis zehn Jahre dauern, bis China in punkto Outsourcing zu einem 
ernst zu nehmenden Rivalen Indiens aufsteigt.

Um die Sprachschwierigkeiten zu beseitigen hat etwa Wicresoft, das Teile 
des technischen Supports für den US-Softwareriesen Microsoft abwickelt, 
spezielle Maßnahmen ergriffen. So lehren englischsprachige Mitarbeiter 
bei Wicresoft ihren chinesischen Kollegen die Feinheiten der 
US-amerikanischen Formulierungen. Schwer wiegt allerdings auch der 
Mangel an qualifizierten Fachkräften. "Es gibt sehr viele 
Computerspezialisten in China aber wenig Softwarespezialisten", erklärte 
Joseph Hsu, Chef der Symbio Group, die in Peking und Wuhan tätig ist. 
Während es in Indien rund 200.000 Softwarespezialisten mit 
Führungsqualitäten gebe, belaufe sich deren Zahl in China auf gerade 
1.000, so Wicresoft-Präsidentin Ingrid Wang. Den chinesischen 
Outsourcing-Unternehmen bleibt deshalb oft nichts anderes übrig, als 
teure Projektmanager aus den USA oder Indien anzustellen oder ihre 
Mitarbeiter entsprechend auszubilden, was sechs Monate oder länger 
dauern kann.

Außerdem macht den Chinesen im internationalen Wettbewerb die Sorge der 
US-Unternehmen um den Schutz ihres geistigen Eigentums zu schaffen. Auch 
fehle die Unterstützung der IT-Outsourcing-Industrie durch die 
Regierung, klagen Branchenvertreter. Laut einer McKinsey-Studie ist aber 
vor allem die Fragmentierung der chinesischen Outsourcing-Branche dafür 
verantwortlich, dass China in diesem Bereich international noch nicht 
mithalten kann. So gibt es in China rund 8.000 Anbieter von 
Softwareservices. Fast drei Viertel beschäftigen weniger als 50 
Angestellte. Nur fünf kommen auf mehr als 2.000 Mitarbeiter. Im 
Outsourcing-Land Indien gibt es weniger als 3.000 
Softwareservices-Firmen. Chinas IT-Outsourcing-Markt werde niemals 
wachsen, wenn weiterhin 10.000 kleine Unternehmen um einen Auftrag 
kämpfen, sagte Wang.
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Asiatische Chiphersteller kämpfen mit Umsatzeinbußen
Leichte Erholung im Monat März

Taipeh (pte/07.04.2005/14:56) - Zwei der weltgrößten Auftragshersteller 
für Halbleiter, Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) 
http://www.tsmc.com und United Microelectronics (UMC) http://www.umc.com 
, haben zum Auftakt des Geschäftsjahres 2005 teils kräftige 
Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Während Marktführer TSMC im 
abgelaufenen Quartal einen Umsatzrückgang von 3,2 Prozent auf 55,65 Mrd. 
Neue Taiwan Dollar (NTD / 1,37 Mrd. Euro) verzeichnete, brachen die 
Umsätze beim Wettbewerber UMC gegenüber dem Vorjahresquartal um fast 20 
Prozent auf 20,29 Mrd. NTD (498,3 Mio. Euro) ein, teilten die 
Unternehmen heute, Donnerstag, mit.

Im März zogen die Umsätze der beiden Chiphersteller gegenüber dem 
Vormonat aufgrund verbesserter Waferverkäufe zwar wieder leicht an, 
waren aber im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ebenfalls rückläufig. Bei 
TSMC kletterten die Märzerlöse gegenüber dem Februar um 2,4 Prozent auf 
17,6 Mrd. NTD (432,2 Mio. Euro). UMC verzeichnete ein Umsatzplus von 14 
Prozent auf sieben Mrd. NTD (171,9 Mio. Euro). Im Vergleich zum 
Vorjahreszeitraum schrumpften die Umsätze allerdings um 11,8 Prozent 
(TSMC) und 22,2 Prozent (UMC).

Laut Finanzchefin Lora Ho lag das Quartalsergebnis des Chipriesen TSMC 
im Bereich der eigenen Erwartungen. TSMC hatte bereits Ende Januar 2005 
einen Rückgang der Waferlieferungen im einstelligen Prozentbereich in 
Aussicht gestellt. Außerdem rechnete das Unternehmen mit einer 
Bruttomarge zwischen 38 und 40 Prozent. Während der weltweite Chipumsatz 
nach Berechnungen des Industrieverbandes Semiconductor Industry 
Association im Jahr 2004 um 28,5 Prozent auf 213,8 Mrd. Dollar 
angestiegen ist, wird für das laufende Geschäftsjahr eine Stagnation des 
Marktes prophezeit.
-- 
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 Tue, 12 Apr 2005 16:14:53 +0200 (CEST)
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Date: Tue, 12 Apr 2005 16:11:19 +0200
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Die 4. China International Consumer Goods Fair (CICGF)

China 12.04.2005/11:30 - Die 4. CICGF wird im Zeitraum 8.-12. Juni 2005 
in Ningbo (Nähe Shanghai), China stattfinden. Die Messe ist die ideale 
Gelegenheit für Besucher aus aller Welt Informationen auszutauschen und 
für ihr Business zu werben.

Die China International Consumer Goods Fair (CICGF), genehmigt vom 
Staatsrat und gesponsert vom Handelsministeriums der Volksrepublik China 
und der Regierung der Provinz Zhejiang, ist die größte und bekannteste 
internationale Konsumgütermesse in China, hochwertig und in großem Rahmen.

Die Messe unterteilt sich in 9 Ausstellungsbereiche: Haushaltstextilien, 
Bekleidung, Haushaltsgeräte, Produkte der Leichtindustrie, Handwerk, 
Nahrungs- und Genussmittel und eine Überseeausstellung. Berühmte 
Unternehmen, berühmte Marken und neue Produkte aus dem In- und Ausland 
werden zu sehen sein.

Die gesamte Fläche beträgt: 90.000 m2 mit 1.650 Ständen und 10.000 
Produkten.

In den drei vorausgegangenen und äußerst erfolgreichen Veranstaltungen 
kamen auf der CICGF mehr als 1000 Unternehmen aus 28 Provinzen und 
Wirtschaftszentren Chinas zusammen, die über 20.000 Käufer aus 110 
Ländern und Regionen anzogen. Das Volumen der getätigten Abschlüsse 
erreichte 1.771 Milliarden US $.

Seien Sie willkommen auf der Messe.
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Date: Tue, 12 Apr 2005 16:19:28 +0200
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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] china_Chinas =?ISO-8859-15?Q?Telekomausr=FCster_schnappen_si?=
 =?ISO-8859-15?Q?ch_Deals_in_Indien?=
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Chinas Telekomausrüster schnappen sich Deals in Indien
Millionenschwere Aufträge für ZTE und Huawei

Neudelhi/Peking (pte/12.04.2005/15:48) - Die zwei größten chinesischen 
Telekomausrüster ZTE http://www.zte.com.cn/English und Huawei 
http://www.huawei.com haben sich im Rahmen der Indienreise des 
chinesischen Premierministers Wen Jiabao im Gleichschritt 
millionenschwere Aufträge an Land gezogen. ZTE wird so dem indischen 
Provider Atlas Interactive in einem 208 Mio. Dollar schweren Deal 
500.000 Breitbandzugänge einrichten. Huawei hat sich einen dreijährigen 
Vertrag im Wert von 70 Mio. Dollar gesichert, nach dem es der indischen 
HFCL Infotel Festnetz- und Mobilfunk-Equipment liefern wird, berichtet 
die BBC heute, Dienstag.

Erst am Wochenende hatte Jiabao im Rahmen seines Besuchs auf dem 
Subkontinent die indischen IT- Unternehmen zur Zusammenarbeit aufgerufen 
und wollte ein "asiatisches Jahrhundert" einläuten. Jiabao und sein 
indischer Amtskollege Manmohan Singh haben Verträge unterzeichnet, mit 
denen die Rivalen ihre Wirtschaftsbeziehungen verbessern und die 
Zusammenarbeit stärken wollen. Indien hat rund 100 Mio. Mobilfunk- und 
Festnetzuser. Vor allem im Mobilfunkbereich soll Indien, dessen 
Penetrationsrate gegenüber vergleichbaren Schwellenländern 
hinterherhinkt, kräftig zulegen. Innerhalb der kommenden drei Jahre soll 
sich die Zahl der Handyuser auf 100 Millionen mehr als verdoppeln.

Von dem zu erwartenden Auftragskuchen auf dem Wachstumsmarkt wollen 
naturgemäß auch die chinesischen Ausrüster kräftig mit verdienen. Allein 
ZTE, zweitgrößter Telekomausrüster des Reiches der Mitte, will bis 2006 
sein Auslandsgeschäft um 40 Prozent steigern. Wie das Unternehmen 
gestern, Montag, mitteilte, hat es im abgelaufenen Geschäftsjahr beim 
Gewinn um 23,7 Prozent auf 1,27 Mrd. Yuan (119 Mio. Euro) zugelegt. Die 
Umsätze kletterten im Vergleich zum Vorjahr um 24,5 Prozent auf 21,2 
Mrd. Yuan (1,99 Mrd. Euro). In der vergangenen Woche hatte ZTE 
angekündigt, ein F&E-Zentrum in Pakistan errichten zu wollen. ZTE plant 
Investitionen in Höhe von 350 Mio. Dollar.
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 Thu, 14 Apr 2005 09:18:46 +0200 (CEST)
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Date: Thu, 14 Apr 2005 09:16:48 +0200
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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] =?ISO-8859-15?Q?china=5Fschr=E4nkt_Medienmarkt_f=FCr_Ausl=E4?=
 =?ISO-8859-15?Q?nder_ein?=
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China schränkt Medienmarkt für Ausländer ein
Werbeausgaben in einem Jahr um 25 Prozent gestiegen

Beijing 14.04.2005/07:00 - Ernüchterung hat sich bei den internationalen 
Medienkonzernen breit gemacht, nachdem die chinesische Regierung nach 
der zuerst großzügigen Öffnung ihres Medienmarktes wieder einen 
Rückzieher gemacht hat. Ausländische Medienunternehmen können in Chinas 
Markt einsteigen, wenn sie Joint Ventures mit chinesischen TV-, Film- 
oder Radiofirmen eingehen. Diese Regelung wurde nun empfindlich 
eingeschränkt, indem ausländische Produktionsfirmen nicht mehr als ein 
Joint Venture eingehen dürfen. Die neue Einschränkung trifft vor allem 
News Corp. http://www.newscorp.com , Viacom http://www.viacom.com und 
Sony http://www.sony.com , die sich bislang am stärksten am chinesischen 
Medienmarkt engagieren.

Mit der neuen Regel soll verhindert werden, dass ausländische 
Unternehmen eine Reihe von Joint Ventures eingehen um sich auf subtile 
Art und Weise im gesamten Land auszubreiten. Viacom hat als einziges 
Unternehmen mehr als nur ein Joint Venture angekündigt. Zwischen dem 
zweitgrößten einheimischen Medienunternehmen Shanghai Media Group (SMG) 
www.smg.sh.cn und Viacoms Kinderkanal Nickleodeon ist eine strategische 
Partnerschaft geplant um Content zu produzieren. SMG hat die Zahl seiner 
Digital-TV-Abonnenten innerhalb von sieben Monaten auf 500.000 
verdoppeln können. Interesse besteht auch noch an einer Zusammenarbeit 
mit dem viertgrößten Unternehmen in der Branche, Southern Media.

China ist ein Hoffnungsmarkt für die Medienbranche, mit dem Potenzial 
der Weltgrößte zu werden. 1,6 Mrd. Menschen und die Olympischen Spiele 
2008 in Peking lassen keine Werberseele im kapitalistischen Westen kalt. 
Die Branche sitzt bereits ungeduldig in den Startlöchern um sich die 
größten Happen zu sichern. Im vergangenen Jahr stiegen in China die 
Werbeausgaben für Druck- und Fernsehmedien um 25 Prozent auf 34,2 Mrd. 
Euro. Fernsehen gehört noch zu den Neuheiten im Land. Der einzige 
landesweite Sender ist die China Central Television http://www.cct.com . 
Daneben gibt es kleine lokale Fernsehstationen.


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Date: Thu, 14 Apr 2005 14:18:50 +0200
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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] Spannungen zwischen China und Japan =?ISO-8859-15?Q?versch=E4rfe?=
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Spannungen zwischen China und Japan verschärfen sich

Probebohrungen als neuer Streitpunkt

Die Spannungen zwischen China und Japan haben sich verschärft. Chinas 
Regierung protestierte scharf gegen Japans Pläne für Probebohrungen nach 
Öl- und Gasvorkommen in einem umstrittenen Gebiet im Ostchinesischen Meer.
	
	

(sda/Reuters) Der Sprecher des Aussenministeriums in Peking, Qin Gang, 
sprach von einer «ernsten Provokation». China habe bereits formell 
protestiert und behalte sich das Recht auf weitere Schritte vor. Nach 
den antijapanischen Demonstrationen wegen Vorwürfen über eine 
Verharmlosung japanischer Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg in China 
belastet der Streit das Verhältnis noch zusätzlich.

Ungeachtet von Warnungen Pekings hatte die Regierung in Tokio am 
Mittwoch das Ausschreibungsverfahren eingeleitet, mit dem japanischen 
Unternehmen die Rechte für Probebohrungen gewährt werden. Auf 
chinesischer Seite hatte gleichwohl das Ölunternehmen China National 
Offshore Oil Corp (CNOOC) bereits mit Probebohrungen begonnen, wogegen 
Japan protestiert hatte.

Aus japanischer Sicht reichen die Gasfelder in die japanische 
Wirtschaftszone, die China aber nicht anerkennt. Aus Verärgerung, dass 
Peking seiner Forderung nach einer Beendigung der Erkundungen nicht 
nachkommt, hatte Tokio vor zehn Tagen angedroht, sonst selbst 
Probebohrungen einzuleiten.
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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] japan_Start-up und TV-Sender buhlen um Radio
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Japan: Start-up und TV-Sender buhlen um Radio
Einigung zwischen Livedoor und Fuji TV in Sicht

Tokyo (pte/15.04.2005/15:10) - Das japanische Start-up-Unternehmen 
Livedoor http://www.livedoor.co.jp ist auf dem Weg zu einer Einigung mit 
Japans größtem Privatfernsehsender Fuji Television Network 
http://www.fujitv.co.jp im Übernahmestreit um den Radiosender Nippon 
Broadcasting System. Das freche Start-up-Unternehmen mit dem 
32-jährigen, für Japans Managerkultur ungewöhnlichen Chef, Takafumi 
Horie (Bild), hat in den vergangenen zwei Monaten mehr als die Hälfte 
der Anteile am Radiosender gekauft. Dieser überraschende Angriffskauf 
ist Fuji TV, der zuvor die Kontrolle über Nippon Broadcasting hatte, 
nicht gut bekommen.

Der Konflikt wird in Japan mit großem Interesse verfolgt, da feindliche 
Übernahmen dieser Art sehr selten sind, berichtet die New York Times. 
Der KOnflikt hat viele kleine japanische Unternehmen in 
Verteidigungsstellung gebracht, aus Angst vor einer Welle feindlicher 
Aufkäufe derselben Art. Livedoors Aktie stieg an der Tokyoter Börse um 
fast 13 Prozent auf 3,07 Dollar. Sprecher beider Unternehmen 
bestätigten, dass sie sich in Gesprächen befinden, verrieten jedoch 
keine Details.

Durch die Übernahme des Radiosenders will Horie den Wert beider 
Unternehmen steigern. Livedoor bietet Internet-Services an und will in 
Zukunft mit Radio im Internet seine Dienste erweitern. Durch den 
Mehrheitsanteil an Nippon Broadcasting könnte Livedoor auch Einfluss auf 
Fuji TV und seine Programmgestaltung ausüben sowie den Zugang zu dessen 
Sendungen erhalten, um sie über das Internet auszustrahlen.
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 =?ISO-8859-15?Q?in_Europa?=
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Mitsubishi Electric: Aus für Handys in Europa
Absatz zuletzt von einer Mio. auf 700.000 Stück gefallen

Tokio (pte/15.04.2005/10:36) - Der japanische Handyproduzent Mitsubishi 
Electric http://www.mitsubishielectric.com/ wird künftig keine 
Mobiltelefone in Europa mehr verkaufen. Gleichzeitig wird das 
Unternehmen seine Forschungs- und Entwicklungsabteilung in Frankreich 
schließen. Über den Zeitplan dafür soll erst nach Gesprächen mit 
Belegschaftsvertretern entschieden werden, teilte Mitsubishi Electric mit.

Als Grund für den Stopp des Handy-Verkaufs in Europa gibt der japanische 
Produzent die Wettbewerbssituation, vor allem die starke Konkurrenz 
durch Nokia, Motorola und andere Mitbewerber an. Das Unternehmen hatte 
im per 31. März abgelaufenen Geschäftsjahr 700.000 Mobiltelefone in 
Europa verkauft. Ein Jahr zuvor konnte Mitsubishi Electric noch eine 
Mio. Geräte auf dem Kontinent verkaufen.

Mitsubishi Electric hatte den europäischen Handy-Markt Anfang des Jahres 
2000 betreten. Die französische R&D-Abteilung war neben ihrem 
eigentlichen Aufgabenbereich, der Forschung und Entwicklung, anfangs 
auch für den Verkauf zuständig. Diese Zuständigkeit wurde im Herbst des 
Vorjahres in die Niederlande abgegeben. Mitsubishi Electric will seine 
Verkaufsaktivitäten in Europa einstellen, wenn alle in den Lagern 
befindlichen Handys verkauft worden sind. After-Sales-Dienstleistungen 
sollen allerdings aufrecht erhalten bleiben.

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Ausschreitungen bei neuen anti-japanischen Protesten in China

Spannungen zwischen Peking und Tokio

	In China ist es zu neuen anti-japanischen Protesten gekommen. 
Zehntausende demonstrierten am Samstag in Schanghai, wie die amtliche 
Nachrichtenagentur Xinhua meldete.
	
	(sda/dpa/afp/Reuters) Weit über 10'000 Personen marschierten auf das 
japanische Konsulat in Schanghai und bewarfen es mit Steinen, Tomaten 
und Flaschen. Dabei gingen mehrere Scheiben zu Bruch, wie ein Sprecher 
der japanischen Botschaft in Peking mitteilte. Das Konsulat war von 
zusätzlichen Sicherheitskräften geschützt.

Japan forderte die chinesische Regierung auf, die Demonstranten zu 
stoppen. Die chinesischen Behörden müssten Massnahmen ergreifen und 
«illegale und gewalttätige Handlungen» bei den Protesten unterbinden, 
sagte der Botschaftssprecher weiter.
Geschäfte und Autos demoliert

Die chinesische Polizei rief die Demonstranten in Schanghai über 
Lautsprecher auf, ihren Protest zu beenden. Viele verharrten dennoch vor 
dem Konsulatsgebäude. Nach Angaben von Reportern der Nachrichtenagentur 
AFP beschädigte die aufgebrachte Menge in der Gegend auch japanische 
Geschäfte und Autos. Im Stadtzentrum stürmte der wütende Mob ein 
japanisches Restaurant. Rund 1000 Demonstranten zerbrachen Scheiben und 
drangen in das Gebäude ein. Sie schleppten Holzbretter und Bambustafeln 
auf die Strasse und setzten diese in Brand. Der einzige anwesende 
Polizist konnte die Menge nicht aufhalten. Erst später traf Verstärkung 
ein, das Restaurant und die Feuerstelle wurden abgesperrt.

Auch in der südwestlich von Schanghai gelegenen Stadt Hangzhou gingen am 
Samstag mehr als 1000 Personen aus Protest gegen Japan auf die Strasse.

Auslöser für die Proteste ist gemäss chinesischen Medien die Genehmigung 
eines neuen japanischen Schulbuchs, das die Kriegsvergangenheit Japans 
verharmlose.

Japans Aussenminister erwartet

In Peking sicherte ein Grossaufgebot von Sicherheitskräften den Platz 
des Himmlischen Friedens, der mit Touristen überfüllt war. Strenge 
Sicherheitsvorkehrungen herrschten auch an der japanischen Botschaft. 
Die Polizei in Peking, wo am Sonntag der japanische Aussenminister 
Nobutaka Machimura erwartet wird, hatte ausdrücklich vor ungenehmigten 
Demonstrationen in der Hauptstadt gewarnt.

Detaillierte Aufrufe zu den Demonstrationszügen in Schanghai waren trotz 
starker Zensur auf chinesischen Internetseiten aufgetaucht.

Die Botschaften Japans und der USA hatten ihre Staatsbürger in China zur 
Vorsicht aufgerufen. Bereits am vergangenen Wochenende hatte es Proteste 
mit mehr als 20'000 Personen gegeben, bei denen die japanische Botschaft 
mit Steinen und Flaschen attackiert worden war.
Schmähparolen in Tokio

In Tokio beschmierten Unbekannte in einem mutmasslichen Racheakt die 
Residenz des chinesischen Botschafters mit Schmähparolen. Briefkasten, 
Namensschild und die Gegensprechanlage wurden von Graffiti in roter 
Farbe überzogen, wie die Nachrichtenagentur Kyodo meldete.

Beim chinesischen Generalkonsulat in Osaka in Westjapan ging ein 
Drohbrief ein, in dem eine Rasierklinge lag, wie ein Polizeisprecher 
sagte. Nach den Demonstrationen vom letzten Wochenende hatte das 
Generalkonsulat bereits einen Brief mit einer Patrone erhalten.

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China signalisiert Bereitschaft zur Entspannung

Hu Jintao auf Südostasientour
	
us. Peking, 21. April

In dem vor bald drei Wochen begonnenen Gerangel zwischen China und Japan 
scheint Peking seinen Willen zur Entspannung zu signalisieren. Das 
bisher deutlichste offizielle Signal wurde am Dienstagabend vom 
chinesischen Aussenminister Li Zhaoxing gegeben. Laut einer Meldung des 
staatlichen Fernsehens hat Li in Peking 3500 Funktionäre in Peking 
ermahnt, nicht an unbewilligten Manifestationen teilzunehmen.

Diese Entwicklung kommt vor einer ausgedehnten Südostasienreise des 
Staats- und Parteichefs Hu Jintao. Hu flog am Mittwoch nach Brunei. 
Danach wird er am afroasiatischen Gipfel in Indonesien teilnehmen, mit 
dem des 50. Jahrestags der Konferenz von Bandung gedacht werden wird, 
die 1955 die Bewegung der blockfreien Staaten ins Leben rief. Mehrere 
südostasiatische Staaten hatten sich in den letzten Tagen über die 
Eskalation der Streitereien zwischen Japan und China besorgt gezeigt. 
Dabei dürfte es wohl weniger um Sympathien für Tokio gegangen sein, 
dessen Vertretungen in Peking und Schanghai vom chinesischen Mob 
belagert und verunstaltet worden waren. Vielmehr bereitet den Staaten 
Südostasiens Sorge, dass ein in Xenophobie und Aggressivität 
verfallendes China die Region insgesamt in Mitleidenschaft ziehen könnte.

Vom Gastgeber Indonesien wird etliche Hoffnung in ein bilaterales 
Treffen von Hu Jintao mit Japans Ministerpräsidenten Koizumi am Rande 
des Gipfels gesetzt. Der japanische Aussenminister Nobutaka Machimura, 
der Anfang Woche in Peking weilte, soll ein solches Treffen angeregt 
haben. Inzwischen hat auch der Uno-Generalsekretär Annan seiner Hoffnung 
auf das Zustandekommen eines solchen Treffens Ausdruck gegeben. Noch ist 
allerdings höchst ungewiss, ob es tatsächlich dazu kommen wird. Sollten 
sich die antijapanischen Proteste in China neu beleben, so dürfte 
Koizumi wohl kaum zum Gespräch bereit sein. Als antichinesisch zu 
wertende Zwischenfälle in Japan wiederum würden es Hu verunmöglichen, 
sich mit Koizumi an einen Tisch zu setzen.

Der chinesische Aussenminister Li erinnerte am Dienstagabend daran, dass 
es während der letzten 2000 Jahre einen ausgedehnten friedlichen und 
freundschaftlichen Austausch zwischen Japan und China gegeben habe. Die 
Verbesserung der chinesisch-japanischen Beziehungen erfordere eine 
«korrekte Sicht der Geschichte», mahnte Li deshalb noch einmal. 
Insgesamt habe das chinesische Volk aber freundschaftliche Gefühle 
gegenüber Japan. Offensichtlich sollen diese ersten offiziellen Worte 
der Mässigung zur Kühlung der erhitzten Gemüter dienen. Unverkennbar war 
von Anfang an, dass die antijapanischen Proteste zu einem grossen Teil 
von den Behörden geduldet oder gar gesteuert worden waren. Es wird sich 
in den kommenden Tagen zeigen müssen, ob die Obrigkeit, so denn die von 
Li anvisierte Entspannung deren Intentionen entspricht, allfällige neue 
Proteste von vornherein unterbinden kann.
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Japan entschuldigt sich für Besatzungspolitik

Koizumi geht auf Peking zu

Japans Ministerpräsident Koizumi hat sich für das Leid entschuldigt, das 
in der Vergangenheit durch japanische Aggression in asiatischen Ländern 
entstanden ist. Hintergrund der Entschuldigung sind die anhaltenden 
anti-japanischen Proteste in China.
	
	
(ap) «In der Vergangenheit hat Japan durch seine Kolonialherrschaft und 
Aggression den Menschen in vielen Ländern gewaltigen Schaden und Leid 
zugefügt», sagte Koizumi beim Asien-Afrika-Gipfel in der indonesischen 
Hauptstadt Jakarta. Der japanische Ministerpräsident betonte am Freitag 
zudem die «tiefe Reue» seines Landes für die Besatzungspolitik während 
des Zweiten Weltkriegs.
Proteste wegen Schulbuch

Die Ansprache folgte auf schwere Vorwürfe Chinas, Koizumis Regierung 
verharmlose japanische Kriegsverbrechen. Die Zulassung eines japanischen 
Schulbuchs, in dem nach Ansicht Pekings japanische Kriegsverbrechen 
verharmlost werden, hat in China Proteste und Ausschreitungen gegen 
japanische Einrichtungen ausgelöst.

Die chinesischen Behörden liessen die Demonstranten zunächst gewähren, 
was zu einer schweren Krise in den Beziehungen zwischen den beiden 
Staaten führte. Peking weigerte sich, sich für die Übergriffe zu 
entschuldigen und erklärte wiederholt, die japanische Haltung habe die 
nationalen Gefühle des chinesischen Volkes tief verletzt.
Peking prüft Treffen

Koizumi hofft, am Rande des zweitägigen Gipfeltreffens in Jakarta ein 
klärendes Gespräch mit dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao führen zu 
können. Peking hat erklärt, ein Treffen werde geprüft. Inhaltlich ging 
Koizumis Erklärung vom Freitag nicht über frühere Entschuldigungen 
japanischer Regierungen für die Besatzungspolitik im Zweiten Weltkrieg 
hinaus.
China protestiert gegen Schrein-Besuch

80 japanische Parlamentarier besuchten unterdessen am Freitag einen 
umstrittenen Schrein zu Ehren der 2,5 Millionen japanischen Kriegstoten, 
darunter auch hingerichtete Kriegsverbrecher. Besuche japanischer 
Politiker am Yasukuni-Schrein stossen in China und anderen asiatischen 
Staaten regelmässig auf Empörung. Minister waren in der Delegation nicht 
vertreten.

China protestierte scharf gegen den Besuch von japanischen Abgeordneten 
am umstrittenen Kriegerdenkmal Yasukuni in Tokio. Die chinesische 
Regierung sei «sehr unzufrieden über das negative Handeln einiger 
japanischer Politiker».
50 Jahre nach Bandung

Der indonesische Präsident Yudhoyono betonte zur Eröffnung des Gipfels 
der blockfreien Staaten die Gemeinsamkeiten zwischen den beiden 
Kontinenten. «Heute stehen sich die Söhne und Töchter Asiens und Afrikas 
hier als Gleiche gegenüber», sagte der Staatschef.

Das Treffen von Vertretern aus fast 100 Staaten, darunter knapp 50 
Staats- und Regierungschefs, knüpft an die Konferenz von Bandung 1955 
an, die als Geburtsstunde der Blockfreien-Bewegung gilt. Am Ende des 
zweitägigen Treffens soll eine Erklärung über die künftige Stärkung der 
Beziehungen zwischen Afrika und Asien stehen.
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Starkes Wachstum in Asien

Straumann steigert Umsatz im ersten Quartal um 16 Prozent

Der Zahnimplantate-Hersteller Straumann blickt auf ein gutes erstes 
Quartal zurück. Das Unternehmen konnte die Umsätze auf 125,6 Millionen 
Franken steigern. Firmengründer Thomas Straumann hat seine Beteiligung 
um 2,1 Prozent reduziert.
	
	
(ap) Der Zahnimplantate-Produzent Straumann hat den Umsatz im ersten 
Quartal dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahresquartal um 16,4% auf 
125,6 Mio. Fr. gesteigert. In Lokalwährungen nahmen die Verkäufe um 
18,9% zu, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte.

Am stärksten war das Wachstum in der Region Asien/Pazifik. Für das ganze 
Jahr rechnet Straumann mit einer Umsatzzunahme von einem Fünftel in 
lokalen Währungen und einer Erhöhung der Gewinnmarge um einen Prozentpunkt.

Das Unternehmen gab zudem eine Transaktion unter seinen Grossaktionären 
bekannt. Verwaltungsratspräsident Rudolf Maag stockte seine Beteiligung 
von 6,1 auf 8,2% auf, während Firmengründer Thomas Straumann seine 
Beteiligung im gleichen Ausmass von 38,8 auf 36,7% reduzierte.
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China als Fluch und Segen für Japan

Immer engere Handelsverflechtung
	
tf. Tokio, 21. April

Um die politischen Beziehungen zwischen Japan und China steht es dieser 
Tage gar nicht gut, und die jüngsten Auseinandersetzungen um Tokios 
Geschichtsverständnis und Pekings Duldung - oder gar Förderung - 
antijapanischer Ausschreitungen haben eine eigentliche Eiszeit im 
sino-japanischen Verhältnis bewirkt. Dass von einer solchen Abkühlung 
aber zumindest auf wirtschaftlicher Ebene keine Rede sein kann, haben 
die am Donnerstag vom Tokioter Finanzministerium veröffentlichten 
Handelsstatistiken für das Fiskaljahr 2004/05 (per Ende März) gezeigt 
(vgl. Tabelle). Vielmehr bestätigen sie das rasch wachsende Gewicht, das 
dem Reich der Mitte auch für Japans Volkswirtschaft zukommt. Erstmals 
fiel dabei der Güteraustausch mit China (inkl. Hongkong) in einem 
Fiskaljahr grösser aus als jener mit den USA. So ist China bereits für 
rund 20% des gesamten japanischen Handels verantwortlich, derweil der 
entsprechende Anteil der USA 18% beträgt. Relativierend beizufügen ist 
jedoch, dass die USA wohl weiterhin der wichtigste Endabnehmer 
japanischer Exporte sein werden, dass viele der Ausfuhren bei der 
Endfertigung aber neu den Umweg über China oder Hongkong nehmen dürften.

Japans Regierungssprecher, Hiroyuki Hosoda, betonte am Donnerstag die 
politischen Implikationen der jüngsten Wirtschaftsdaten. Wenn China 
bereits der wichtigste Handelspartner Japans sei, spiegle dies nicht nur 
die grosse Bedeutung der Bande zwischen den beiden Ländern. Es zeige 
auch, wie wichtig es sei, die derzeitigen Probleme ernsthaft anzugehen. 
Dies scheint umso wichtiger, als die Aussenwirtschaft - als bisher 
wichtigster Konjunkturmotor für Japan - in zunehmendem Mass an Dynamik 
verliert. Der im März erzielte Handelsbilanzüberschuss sank bereits im 
dritten Monat in Folge, und zwar um 0,2%, wobei die Exporte im 
Vorjahresvergleich um 6,2% auf 5,4 Bio. Yen und die Importe um 7,8% auf 
4,3 Bio. Yen zulegten. Es waren dies vor dem Hintergrund rekordhoher 
Einfuhren aus China (+11,3%) deutlich schwächere Zahlen, als sie von 
Ökonomen prognostiziert worden waren. Zwar ist weiterhin eine Expansion 
der Ausfuhren zu beobachten. Das sich abschwächende Exportwachstum taugt 
aber immer weniger zur Belebung der seit rund einem Jahr stagnierenden 
Konjunktur. Entsprechend kommen Zweifel auf, ob Japans Aussenwirtschaft 
auch im laufenden Fiskaljahr den Handelsbilanzüberschuss wird steigern 
können; im Fiskaljahr 2004/05 stieg dieser Saldo im dritten Jahr in 
Folge, wenngleich noch um eher bescheidene 1,3%.
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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] Chinesische Technologie-Entwicklung mit Hindernissen
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Chinesische Technologie-Entwicklung mit Hindernissen
Noch immer Hürden auf dem Weg zu innovativer Gesellschaft

Stanford, Kalifornien 25.04.2005/07:15 - China entwickelt sich mit 
Riesenschritten zu einer Technologiemacht, weist aber andererseits noch 
immer beträchtliche Mängel in manchen Bereichen auf. Diese zwiespältige 
Diagnose wurde auf einem Meeting der US-China Economic and Security 
Review Commission http://www.uscc.gov/ , eines Beratergremiums des 
US-Kongresses gestellt, berichtet der Branchendienst Cnet. So würde dem 
Land noch immer eine Kultur fehlen, die Innovationen begünstigt.

Der frühere Verteidigungsminister William Perry, nun bei der 
Hoover-Institution tätig, stellt eine eher pessimistische Diagnose: 
China würde sich nicht ausreichend in der Grundlagenforschung 
engagieren. Daher würde der Aufstieg des Riesenreiches zu einer 
technologischen Macht nicht bedeuten, dass das Land mit eigenen 
Innovationen von sich reden macht. "Was ich von China heute sehe, ist 
reine Produktentwicklung", erklärte Perry.

Bei dem Meeting äußerten sich andere Experten jedoch positiver zur 
Technologieentwicklung im Reich der Mitte. "Die chinesischen Techniker 
eignen sich derzeit Wissen an wie es früher ihre taiwanesischen Kollegen 
getan haben, um zu Fachleuten in der Chiperzeugung zu werden", sagte 
Carl Everett von der Venture-Capital-Firma Accel Partner. "In der 
Zukunft werden aus China wesentliche Innovationen kommen", erklärte 
Everett. Die Techniker in China würden derzeit so ausgebildet wie es die 
Taiwanesen in den 70er-Jahren des vorigen Jahrhunderts wurden.

Die Augen der USA richten sich derzeit mit zunehmender Besorgnis auf 
China. Die Vereinigten Staaten befürchten selbst einen Verlust ihrer 
Vormachtstellung im Technologie-Bereich und die zunehmende Abwanderung 
von Arbeitskräften etwa nach China. "Unser Bildungssystem ist lausig", 
sparte etwa Pat Gelsinger, Spitzenmanager beim Chipriesen Intel, beim 
Intel Developer Forum in San Francisco im März nicht mit harscher 
Kritik. "Und wir haben eine schwache Infrastruktur, die langsam 
verfällt", kritisierte Gelsinger: "Als US-Staatsbürger fürchte ich um 
die Wettbewerbsfähigkeit meines Landes."
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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] Zahlreiche Tote bei =?ISO-8859-1?Q?Zugungl=FCck?= in Japan
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Zahlreiche Tote bei Zugungl=FCck in Japan
Pendlerzug entgleist 400 Kilometer westlich von Tokio

In Japan ist ein vollbesetzter Zug gegen ein Wohnhaus gerast und hat
mindestens 50 Menschen in den Tod gerissen. Bei dem schwersten
Zugungl=FCck in Japan seit vier Jahrzehnten wurden nach Angaben von
Polizei und Feuerwehr mindestens 417 Menschen verletzt, darunter auch
Sch=FCler.

25.04.2005
=20
Zitat
Der Zug fuhr so schnell, wir fuhren in eine Kurve ein und ich habe nicht
geglaubt, dass wir es schaffen w=FCrden. Ein Passagier


Das Ungl=FCck ereignete sich gegen 9.20 Uhr Ortszeit kurz nach der Rush
Hour in Amagasaki nahe Osaka, rund 400 Kilometer von Tokio entfernt, als
aus zun=E4chst unbekannter Ursache f=FCnf von sieben Wagen eines
Expresszuges in einer Kurve entgleisten. Augenzeugen schilderten, sie
h=E4tten das Gef=FChl gehabt, dass der erst 23 Jahre alte Zugf=FChrer zu
schnell fuhr. Sein Schicksal war zun=E4chst noch unklar.=20
"=DCberall war ein Meer von Blut"

    "Ich kann nicht glauben, dass ich =FCberlebt habe", sagte eine
sichtlich schockierte Frau. "=DCberall war ein Meer von Blut". Der
Frontwagen raste in das im Erdgeschoss gelegene Parkdeck des sechs Meter
entfernten Wohnhauses. Der zweite wurde auf weniger als die H=E4lfte
seiner Breite zusammengequetscht und klebte um die Hausecke geknickt an
dem Geb=E4ude. Nach Angaben der Bahngesellschaft JR West war der
Zugf=FChrer, der erst =FCber elf Monate Berufserfahrung verf=FCgt, beim
vorherigen Bahnhof acht Meter zu weit gerollt und hatte zur=FCcksetzen
m=FCssen. Er sei darauf 90 Sekunden versp=E4tet abgefahren.=20

Zitat
Ich kann nicht glauben, dass ich =FCberlebt habe.
Ein Passagier


=DCberlebende schilderten, wie der Zug daraufhin ungew=F6hnlich
beschleunigte, als ob der Fahrer den Zeitverlust habe aufholen wollen.
"Der Zug fing an zu wanken, dann entgleiste er. Keiner wusste, was
passiert und jeder schrie um Hilfe", schilderte ein =DCberlebender im
Fernsehen. In den Abteilen brach Chaos und Panik aus, die Menschen
st=FCrzten =FCbereinander. "Wir wurden alle auf die linke Seite geworfen.
Fahrg=E4ste brachen einen Riss in der Zugwand auf, so dass wir heraus
konnten", schilderte die 14-j=E4hrige Michi Yamashita.=20
V=F6llig zerst=F6rte Abteile

    Rettungskr=E4fte versuchten mit Metallschneidern und Seilen weitere
Opfer aus den v=F6llig zerst=F6rten vorderen Zugabteilen zu bergen. Vier
Menschen im Wageninneren seien am Leben, hie=DF es. Berichten zufolge
sollen unter den Verletzten auch Fu=DFg=E4nger sein. Unter den teils schwer
Verletzten befinden auch mehrere Sch=FCler und Studenten.=20
Da ihre Tragen wegen des Ausma=DFes des Ungl=FCcks nicht ausreichten,
benutzten Rettungskr=E4fte auch Zugsitze. "Wenn ich daran zur=FCck denke,
kann ich keine Bahn mehr fahren", sagte eine Frau. Dabei gilt Japans
Zugsystem, das t=E4glich von etwa 60 Millionen Menschen benutzt wird,
allgemein als eines der sichersten der Welt. Unklar war zun=E4chst, ob
erh=F6hte Geschwindigkeit oder das Verhalten des noch wenig erfahrenen
Zugf=FChrers Schuld an dem Ungl=FCck ist.


Zug-Geschwindigkeit unklar

    Bereits im vergangenen Juni war der junge Zugf=FChrer auf einer
anderen Linie etwa 100 Meter zu weit an einem Bahnhof vorbeigefahren, an
dem er eigentlich h=E4tte halten sollen. Die Ungl=FCcksstrecke ist nach
offiziellen Angaben mit keinem Ger=E4t ausgestattet, dass im Fall
=FCberh=F6hter Geschwindigkeit den Zug automatisch bremst. Das in dem Gebiet
eingesetzte Schaltger=E4t geh=F6re zu dem =E4ltesten Typ, das =FCber eine s=
olche
Funktion nicht verf=FCge. Die H=F6chstgeschwindigkeit an der an einer Kurve
liegenden Unfallstelle betr=E4gt 70 Kilometer pro Stunde. Wie schnell der
Zug fuhr, ist unklar.=20
Inspekteure fanden Anzeichen, dass ein Stein oder etwas anderes auf den
Gleisen gelegen haben k=F6nnte. Doch ob dies urs=E4chlich f=FCr das Ungl=FC=
ck
war, k=F6nne man noch nicht sagen. Die Zentralregierung in Tokio richtete
einen Krisenstab ein. Ministerpr=E4sident Junichiro Koizumi forderte die
Betreiber auf, daf=FCr zu sorgen, dass es nicht noch einmal zu solch einem
Unfall kommt. Es war das schlimmste Zugungl=FCck in Japan seit 1963, als
161 Menschen nahe Tokio bei einer Zugkollision ums Leben gekommen waren.


von Lars Nicolaysen, dpa
(c) 2005, ZDF
http://www.heute.de/ZDFheute/drucken/1,3733,2291211,00.html


--=20
                   Webmaster Editions Aikido Journal                 =20
http://de.aikidojournal.net/              http://fr.aikidojournal.net/
           Nothing is impossible... Everything is relative!         =20


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EU nimmt chinesische Textilien ins Visier

Dramatischer Anstieg der Importe im ersten Quartal

EU-Handelskommissar Mandelson will bei neun Produkten die seit 
Jahresbeginn stark gestiegenen Textileinfuhren aus China genauer unter 
die Lupe nehmen. Diese Untersuchungen können zu befristeten 
Importbeschränkungen führen, falls Peking dem nicht durch 
Selbstbeschränkungen zuvorkommt.
	
Ht. Brüssel, 24. April

Der für Handelsfragen zuständige EU-Kommissar Peter Mandelson hat am 
Sonntag vor den Medien angekündigt, er werde in neun Produktkategorien 
die Einleitung von Untersuchungen der EU-Textileinfuhren aus China 
beantragen. In seinem Visier sind T-Shirts, Pullover, Blusen, Strümpfe 
und Socken, Herrenhosen, Damenmäntel, Büstenhalter, Flachs- oder 
Ramiegarn sowie Flachsgewebe. Sieben dieser Produkte gehören zu jenen 
zwölf Kategorien, für die der europäische Textilhersteller-Verband 
Euratex im März Schutzmassnahmen verlangt hat; T-Shirts und Garn hat die 
Kommission hinzugefügt. Alle neun Fälle begründete Mandelson damit, dass 
die Einfuhren im ersten Vierteljahr gegenüber der Vorjahresperiode je 
nach Kategorie mengenmässig um 51% (Garn) bis 534% (Pullover) gestiegen 
seien. Damit sind in allen Fällen die Anfang April von der EU 
definierten «Alarmzonen» überschritten worden. Auch eine Anzahl weiterer 
Kategorien scheint laut Mandelson Anlass zur Sorge zu geben, doch 
müssten diese noch genauer analysiert werden.

Drosselung ab Sommer?

Die Untersuchungen müssen noch vom Kommissionskollegium genehmigt 
werden, was in den nächsten Tagen im schriftlichen Verfahren problemlos 
erfolgen dürfte. Danach werden während maximal 60 Tagen die Auswirkungen 
der Importsteigerungen unter die Lupe genommen, wobei neben den 
Implikationen für die EU-Textilindustrie auch die allfällige Verdrängung 
von Einfuhren anderer Handelspartner, Preissenkungen zugunsten der 
Konsumenten und Ähnliches berücksichtigt werden sollen. Parallel dazu 
werden informelle Konsultationen mit China aufgenommen. Mandelson 
betonte, die Untersuchungen würden nicht automatisch zu Schutzmassnahmen 
führen. Er appellierte vielmehr an die chinesische Regierung, die 
Möglichkeit weiterer Selbstbeschränkungen zu prüfen.

Schutzklausel bis Ende 2008

Bleibt dieser Appell aber ungehört und ergeben die Untersuchungen in 
allen oder einzelnen Sektoren eine «schwere Marktstörung», kann die 
Kommission in Absprache mit den Mitgliedstaaten formelle Konsultationen 
mit China fordern; in Notfällen will sie dies im Dringlichkeitsverfahren 
bereits früher tun. Dabei kann sie sich auf die bis Ende 2008 gültige 
besondere Schutzklausel für Textilien berufen, die Peking im Protokoll 
über den Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO) akzeptiert hat. Im 
Falle einer Konsultationsforderung muss China laut dem Protokoll seine 
Ausfuhren in das Gebiet des Antragstellers (hier also in die EU) bei den 
betroffenen Produktkategorien vorübergehend auf das Niveau der ersten 12 
der 14 vorausgegangenen Monate zuzüglich einer Steigerung um 7,5 
(Wollprodukte: 6)% drosseln. Geschieht dies nicht, darf die EU diese 
Drosselung im Rahmen weiterer Schritte über Einfuhrbegrenzungen zunächst 
bis Ende Jahr durchsetzen.

Mandelsons Dilemma

Die Import-Schwemme, die in manchen Mitgliedstaaten zu einem Politikum 
ersten Ranges geworden ist, ist auf die Abschaffung der bis anhin von 
der EU, den USA und anderen angewandten Textil-Einfuhrquoten per 1. 
Januar zurückzuführen. Diese wurde in der Uruguay- Runde der WTO 
vereinbart, so dass die Industrie eigentlich zehn Jahre Zeit zur 
Vorbereitung auf die neuen Marktgegebenheit zur Verfügung gehabt hätte. 
Mandelson versuchte vor den Medien einen mittleren Kurs zwischen der 
Forderung von Euratex sowie Mitgliedstaaten wie Italien und Frankreich 
nach raschem Schutz und den etwa von Schweden geäusserten 
Protektionismus- Bedenken zu steuern. Einerseits sagte er, der Anstieg 
sei in einigen Kategorien «ziemlich dramatisch» und die EU könne nicht 
einfach zuschauen. Es sei die Zeit für weitere Schritte gekommen. 
Anderseits betonte er, dass es nur um einen vorübergehenden, nicht um 
einen dauerhaften Schutz gehe und dass die EU-Textilindustrie diesen 
dringend zur Anpassung an die neuen Verhältnisse nutzen müsse. Auch 
räumte er ein, dass der Importanstieg zum Teil auch auf europäische 
Unternehmen zurückzuführen sei, die in China fertigen liessen.

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Zahl der Toten nach Zugunglück in Japan auf über 80 gestiegen

Bahn fuhr vermutlich zu schnell

Auch einen Tag nach dem schwersten Zugunglück in Japan seit über 40 
Jahren stand die genaue Zahl der Toten noch nicht fest. Bis 
Dienstagabend wurden 81 Leichen geborgen, eine unbekannte Zahl weiterer 
Opfer wurde noch unter den Trümmern vermutet. Mit Überlebenden wurde 
nicht mehr gerechnet.
	
	
(ap) Noch am Morgen waren zwei Verschüttete lebend geborgen worden. 
Ursache des Unfalls vom Montag war laut Medienberichten vermutlich 
überhöhte Geschwindigkeit.

Die Polizei gehe davon aus, dass der Zug mit 100 statt der erlaubten 70 
Kilometer pro Stunde unterwegs war, berichtete der japanische 
Fernsehsender NHK.

Die Ermittler bargen am Dienstag auch den Fahrtenschreiber des Zuges, 
der Aufschluss geben könnte über die Geschwindigkeit kurz vor dem 
Unfall. Dabei war in Amagasaki ein voll besetzter Pendlerzug in einer 
Kurve entgleist und in einen neunstöckigen Wohnblock geprallt. 456 
Personen wurden verletzt.

Bei einem der geretteten Überlebenden handelt es sich nach Angaben der 
Feuerwehr um einen 19-jährigen Studenten. Er hatte sich bei dem Unfall 
schwere Beinverletzungen zugezogen und wurde in stark geschwächtem 
Zustand ins Spital gebracht. Kurz zuvor war bereits eine andere Person 
sicher geborgen worden.
Rücktritte erwägt

Die genaue Unfallursache stand auch am Dienstag noch nicht fest. Der Zug 
hatte knapp zwei Minuten Verspätung. Etwa zehn Verkehrsexperten 
untersuchten die Gleise am Unfallort. Die Polizei überprüfte die Akten 
der zuständigen Eisenbahngesellschaft. Mehrere Spitzenmanager des 
Unternehmens erwägen nach Medienberichten ihren Rücktritt.

Verkehrsminister Kazuo Kitagawa kündigte eine sorgfältige Überprüfung 
der Sicherheitsvorkehrungen im Zugverkehr an. Er werde alle 
Bahngesellschaften anweisen, in den kommenden Tagen Inspektionen 
auszuführen, sagte er vor Journalisten. Es gelte herauszufinden, wie es 
zu diesem tragischen Unfall habe kommen können.

Beim letzten schweren Zugunglück in Japan im November 1963 kamen in 
Tsurumi bei Tokio 161 Personen ums Leben.
Neue Entgleisung

Unterdessen entgleiste am Dienstag erneut ein Zug in Japan. Dabei wurde 
ein Mensch verletzt. Bei dem Unglück stiess im Norden des Landes ein Zug 
an einem Bahnübergang mit einem Lastwagen zusammen und sprang aus den 
Schienen. Der Lastwagenfahrer wurde leicht verletzt.

Der Lastwagenanhänger hatte genau an dem Bahnübergang ein Rad verloren. 
Obwohl der Fahrer Alarm auslöste, konnte der herannahende Zug nicht mehr 
rechtzeitig halten.
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Bremsspuren in Chinas Wirtschaft	
	

us. (Peking) Seit rund einem Jahr gilt für Chinas Wirtschaft das von 
Ministerpräsident Wen Jiabao geprägte Motto eines «nachhaltigen 
Wachstums». Nicht mehr wie in der Vergangenheit soll es um ein Wachstum 
um jeden Preis gehen. Vielmehr soll eine Konjunktur, die in mancher 
Hinsicht als überhitzt gilt, zu einer «weichen Landung» gebracht werden. 
Experten streiten sich nicht nur darüber, ob es möglich sein wird, die 
Bildung einer Spekulationsblase beziehungsweise deren Platzen zu 
vermeiden. Es gehen auch die Meinungen darüber auseinander, ob die 
Absichtserklärung des Premiers bereits Wirkung gezeitigt hat. Dass das 
BIP im vierten Quartal des letzten Jahres um 9,5% gewachsen ist, legt 
eigentlich den Schluss nahe, dass es mit der Dämpfung des Wachstums 
nicht so weit her ist. In der jüngsten Ausgabe von «Macro Focus» geht 
die Bank Sarasin der Frage nach, «wie stark China auf die Bremse 
getreten» ist. Der Analytiker kommt richtigerweise zum Schluss, dass es 
keinen Sinn hat, sich bei der Urteilsfindung allein auf die offiziellen 
BIP-Zahlen zu verlassen. Diese sind in einem Land, das nach wie vor dem 
administrativen Zentralismus huldigt, höchst unzuverlässig. Besseren 
Aufschluss geben dagegen die Statistiken zu Chinas Aussenhandel. Bei 
diesen findet die Studie der Bank denn auch eine Reihe von Indizien, 
dass der Tritt aufs Bremspedal bereits seine Wirkung zu zeitigen 
begonnen hat. Rohmaterialpreise, aber auch der Aussenhandel mehrerer 
ostasiatischer Länder zeigen erste Spuren der chinesischen 
Konjunkturdämpfung. Ob es in China selbst zu einer in jeder Hinsicht 
«weichen Landung» kommen wird, ist nach wie vor eine offene Frage.

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China als Goldgrube für Gameindustrie
Fatale Folgen für Spieler stellen Geschäft in Schatten

Peking 27.04.2005/13:33 - Die stark wachsende Anzahl von Onlinespielern 
in China hat nicht nur positive Auswirkungen. Wie die BBC 
http://news.bbc.co.uk/berichtet hat das übermäßige Spielen von 
Onlinegames bereits zu mehreren Todesfällen in China geführt. Die 
Gameindustrie lässt sich von solchen Vorfällen aber nicht abschrecken, 
angesichts des enormen Wachstums auf dem chinesischen 
Online-Gaming-Markt. Vergangenes Jahr gab es in China 100 Mio. 
Internetbenutzer. Ein Fünftel davon spielte Onlinegames.

Internationale Konzerne schielen schon begierig auf den 
verheißungsvollen Markt. Auch Chinas Regierung bleibt nicht untätig und 
plant sogar die Gründung einer Akademie für die Entwicklung von 
Internetspielen. Dort sollen vor allem "sinnvolle" Spiele entwickelt 
werden. Der Boom belohnt nun einen 31-jährigen Chinesen, der vor sechs 
Jahren eine Firma für Onlinegames gründete, mit dem Titel des 
zweitreichsten Mannes in China. Insgesamt belief sich der Wert von 
Chinas Onlingame-Industrie auf 600 Mio. Dollar. Das entspricht einem 
Anstieg um 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Bedenklich sind die Auswirkungen, die der Online-Game-Boom auf die Leben 
mancher Chinesen hat. Nachdem ein 41-jähriger Mann beim Onlinegame "The 
Legend of Mir 3" nach vielen Tagen und Stunden genügend Punkte gesammelt 
hat, um ein virtuelles Drachenschwert zu erhalten, borgte er es einem 
anderen Spieler. Der hat es jedoch um 900 echte Dollars weiterverkauft. 
Das Gericht konnte dem 41-jährigen nicht helfen, da keine Gesetzgebung 
für virtuelles Eigentum existiert. Also übte der Verzweifelte 
Selbstjustiz und tötete den Betrüger. Protagonisten einer weiteren 
tragischen Begebenheit sind zwei Jugendliche, die nach einer 
Online-Game-Nacht im Internetcafe auf dem Weg nach Hause auf 
Eisenbahngleisen eingeschlafen sind. Für viele Chinesen sind Onlinegames 
eine Flucht aus dem realen Leben, das für viele zumehmend unwichtiger 
wird als die virtuelle Welt.

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Matsushita mit Umsatz- und Gewinnplus
Restrukturierungskosten drücken auf Ergebnisse des Schlussquartals

Osaka 28.04.2005/15:50 - Der japanische Elektronikkonzern Matsushita 
http://www.panasonic.co.jp , besser bekannt unter dem Markennamen 
Panasonic, hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2004/05 deutlich mehr 
verdient als im Vorjahr und legte auch beim Umsatz zweistellig zu. Hohe 
Restrukturierungskosten drückten allerdings auf die Ergebnisse des 
Schlussquartals, in dem die Verluste ausgeweitet wurden. Der 
Jahresumsatz des Elektronikriesen kletterte gegenüber dem 
Vergleichszeitraum um 16 Prozent auf 8,7 Bio. Yen (63,6 Mrd. Euro), 
teilte Matsushita heute, Donnerstag, mit. Der operative Gewinn legte um 
58 Prozent auf 308,5 Mrd. Yen (2,3 Mrd. Euro) zu. Den Nettogewinn konnte 
Matsushita um 39 Prozent auf 58,5 Mrd. Yen (428 Mio. Euro) steigern.

Dabei profitierte das Unternehmen über das Jahr hinweg von einem 
deutlichen Anstieg der Nachfrage nach Unterhaltungselektronik. Die erste 
Hälfte des abgelaufenen Geschäftsjahres glänzte laut Matsushita mit 
einer höheren Kaufbereitschaft der Kunden und einer kräftigen Nachfrage 
im Vorfeld der Olympischen Spiele in Athen. In der zweiten 
Geschäftsjahreshälfte wirkten sich dagegen der Abschwung der 
Elektronikindustrie, der Preisverfall bei digitalen Geräten und 
steigende Materialkosten negativ auf die Matsushita-Bilanz aus.

Im Schlussquartal des abgelaufenen Geschäftsjahres (31. März 2005) 
musste Matsushita unter anderem aber auch dank hoher 
Restrukturierungskosten so Verluste in Höhe von 33,2 Mrd. Yen (242,9 
Mio. Euro) hinnehmen. Im Vorjahresquartal war dagegen ein Verlust von 
5,3 Mrd. Yen (38,8 Mio. Euro) angefallen, berichtet das Wall Street 
Journal. Der Umsatz stieg um 17 Prozent auf 2,1 Bio. Yen (15,4 Mrd. 
Euro). Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Matsushita mit 
stagnierenden Umsätzen. Der operative Gewinn soll nur leicht, um sieben 
Prozent, auf rund 330 Mrd. Yen (2,41 Mrd. Euro) anwachsen. Beim 
Nettogewinn stellte das Unternehmen dank erheblich geringerer Kosten ein 
Plus von 88 Prozent auf 110 Mrd. Yen (804,8 Mio. Euro) in Aussicht.

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"Outdoor" Highspeed-Memory-Stick
Mobiler 4GB-Datenspeicher für extreme Temperaturen

Tokio 29.04.2005/13:32 - Sony http://www.sony.com hat seine Recording 
Media Produktlinie um einen neuen 4GB Memory Stick erweitert. Überzeugen 
soll der "Highspeed"-Stick vor allem durch Übertragungsraten von bis zu 
80 Megabits pro Sekunde (Mbps) und seiner hohen Widerstandsfähigkeit 
gegenüber extremen Temperaturschwankungen.

Durch die hohe Speicherkapazität von vier Gigabyte eignet sich der 
"MSX-4GN" vor allem für die Archivierung und den Transport von Fotos und 
Videoaufnahmen mit hoher Auflösung sowie für umfangreiche 
Präsentationsdateien. Laut Sony können damit bis zu 1.100 Fotos einer 
sieben Megapixel-Kamera und bis zu 1.500 Fotos einer fünf 
Megapixel-Kamera gespeichert werden. Im Cyber-shot VX Fine Mode finden 
sogar an die 50 Minuten Film Platz auf dem Speicher. Selbst bei 
Außentemperaturen zwischen minus 25 und plus 85 Grad Celsius ist der 
Stick laut Sony einsetzbar. Er kann deshalb auch auf Fotosafaris, im 
Ewigen Eis oder im Dschungel zum Speichern digitaler Daten verwendet werden.

Das Multimediatool wird mit einer großen Auswahl an Adaptern und 
Anschlussmöglichkeiten angeboten und eignet sich für alle, die mit 
modernen Digitalgeräten arbeiten. Ein integrierter Schreibschutzschalter 
soll das versehentliche Löschen von Daten verhindern. Ein störungsfreier 
Datenaustausch ist durch das robuste Design und geschützte Kontakte 
(10-polig, mit Führungsnut) gewährleistet. Gedacht ist der portable 
Speicher vor allem für professionelle Anwender, die viel unterwegs sind 
und ihre Daten stets bei sich haben müssen. Der Sony Memory Stick PRO 
MSX-4GN ist ab sofort erhältlich und wandert zu einem Preis von rund 950 
Euro über den Ladentisch.

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Die Tyrannei hinter Japans Pünktlichkeit

Nationale Gewissensprüfung nach dem jüngsten Bahnunglück

tf. Tokio, 2. Mai

Pünktlichkeit gilt weltweit als Tugend. Und zu den herausragenden 
Meistern terminlicher Zuverlässigkeit gehören zweifellos die Bewohner 
Japans. Dies gilt in besonderem Mass mit Blick auf die in aller Regel 
auf die Sekunde genau an- und abfahrenden Züge Nippons. Seit dem 
schweren Bahnunglück von Amagasaki, bei dem vor einer Woche 107 Personen 
den Tod fanden und 460 Personen verletzt wurden, erscheint diese Tugend 
indes in einem weniger ruhmvollen Licht. Die laufenden Ermittlungen 
legen nämlich den Schluss nahe, dass der 23-jährige Zugführer Ryujiro 
Takami wohl absichtlich mit überhöhter Geschwindigkeit in eine 
Rechtskurve gerast war, und zwar, um eine Verspätung von eineinhalb 
Minuten aufzuholen. Der Zug kippte aus den Schienen und schleuderte 
gegen einen Wohnblock - die Aufholjagd zur Wiedergutmachung weniger 
Sekunden endete in einer Katastrophe.
Klima der Angst und Einschüchterung

Man könnte das Unglück von Amagasaki mit dem unheilvollen Übereifer 
eines einzelnen Lokomotivführers abtun und ad acta legen. In den 
vergangenen Tagen ans Tageslicht gelangte Informationen zeigen jedoch, 
dass dem Verhalten des beim Unglück ebenfalls ums Leben gekommenen 
Zugführers eine Arbeitsumgebung zugrunde lag, welche die Hintanstellung 
von Sicherheitsüberlegungen zugunsten der Pünktlichkeit geradezu 
förderte. In Japans Öffentlichkeit ist dieser Tage denn auch eine 
eigentliche Gewissensprüfung zu beobachten, in der nicht zuletzt die 
Frage gestellt wird, ob die Tugend der Pünktlichkeit nicht längst zu 
einer eigentlichen Obsession verkommen ist, mit potenziell fatalen 
Folgen. Als Indiz für eine solche Entwicklung werden dabei vor allem die 
Praktiken des 1987 privatisierten Bahnunternehmens JR West gesehen, bei 
dem Takami angestellt gewesen war.

Gewerkschaftsvertreter erzählen von einem Klima der Angst und 
Einschüchterung, in dem die Lokführer von JR West angesichts des dichten 
Fahrplans zur absoluten Pünktlichkeit ihrer Züge angehalten werden. 
Verspätungen werden in einer internen Wegleitung des Unternehmens denn 
auch als ein Verrat am Vertrauen der Kunden umschrieben. Und wer sich 
eines solchen Verrats schuldig macht, hat bei JR West mit einer 
besonders erniedrigenden Form der Bestrafung zu rechnen. Es erwartet ihn 
nämlich eine sogenannte «Tagesschicht-Nacherziehung». Während dieser zum 
Teil wochenlangen Nacherziehung werden die fehlbaren Angestellten von 
ihren Hauptaufgaben suspendiert. In engen Kammern müssen sie sinnlos 
Handbücher abschreiben, Entschuldigungsschreiben verfassen, die Gründe 
für das eigene Fehlverhalten notieren oder in seitenlangen Aufsätzen all 
jene Unannehmlichkeiten auflisten, die der eigene Fehler den Bahnkunden 
wohl verursacht hat. Dass man dabei von Instruktoren angeschrien und als 
Nichtsnutz beschimpft wird, gehört zum Prozedere solcher Nacherziehung, 
die eher an Gehirnwäsche erinnert, unter dem Fetisch der Pünktlichkeit.
Demütigende Bestrafung

Nicht immer findet die Bestrafung aber im dunklen Kämmerlein statt. Ein 
Zugführer, der unplanmässig an einer Station vorbeigefahren war, musste 
sich unlängst in seiner offiziellen Berufsuniform auf den Bahnsteig 
stellen, um während des ganzen Tages nichts anderes zu tun, als die 
ankommenden Kollegen in ihren Zügen zu grüssen. Es war dies nicht nur 
eine Demütigung für den fehlbaren Zugführer. Für die ankommenden 
Kollegen war es auch ein klares Signal, was sie im Falle eigener 
Vergehen zu erwarten hatten. Bisweilen enden die 
Disziplinierungsversuche tragisch. Im Herbst 2001 wurde etwa ein 
44-jähriger Zugführer mit zuvor tadellosem Leistungsausweis wegen eines 
ungeplanten Stopps seines Zuges von 60 Sekunden in ein Büro gesperrt, wo 
er im Rahmen seiner «Nacherziehung» ebenfalls von Vorgesetzten 
angeschrien wurde, derweil er schriftlich immer und immer wieder seinen 
Fehler zu bereuen hatte. Auf die Toilette durfte er nur, wenn ihm dies 
erlaubt wurde. Am Ende des dritten Tages seines Erziehungsprogramms 
erzählte er Freunden, dass er die Tortur nicht länger aushalte. Am Tag 
danach fand man ihn erhängt in seiner Wohnung.

In einem am Montag in der japanischen Tageszeitung «Asahi Shimbun» 
erschienenen Kommentar wird mit gutem Grund die Frage gestellt, ob ein 
solches «Erziehungssystem» geeignet sei, um die Leistungen von 
Angestellten zu steigern und namentlich das Bewusstsein für die 
Sicherheit zu schärfen. In Erinnerung gerufen wird, dass der beim 
Unglück getötete Zugführer im vergangenen Juni bereits einmal während 13 
Tagen in eine solche Nacherziehung gesteckt worden war. Als er daher am 
Montag vergangener Woche mit seinem Zug bei der letzten Bahnstation vor 
dem Unglücksort um 40 Meter über die Haltelinie hinausgefahren war und 
deshalb eine Verspätung von 90 Sekunden verursacht hatte, wusste er nur 
zu genau, was er von seinen Chefs zu erwarten hatte. Er wies daher den 
Schaffner an, der Bahnzentrale eine geringere Distanz als die 40 Meter 
zu melden, was dieser auch tat. Währenddessen machte er sich daran, die 
Verspätung gegenüber dem Fahrplan möglichst rasch wieder aufzuholen.
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"Jetzt sind wir an der Reihe"
Indien und China entdecken die Freundschaft und erschÃ¼ttern die 
Weltordnung. Gemeinsam wetten sie auf eine neue Phase der Globalisierung 
â€“ und ihre goldene Zukunft.
Vor ein paar Monaten war Bruno SÃ¤lzer zum ersten Mal in Indien. Ein 
bisschen Ã¤ngstlich stand er da, am Ausgang des Oberoi Hotels in Delhi, 
und wartete auf seinen Wagen, ein bisschen mÃ¼de sah er aus nach dem 
Interview-Marathon, den er gerade hinter sich gebracht hatte. Zeitungen, 
Modejournale, Fernsehmagazine â€“ sie alle wollten vom Hugo-Boss-Chef 
wissen, warum es ihn ausgerechnet jetzt nach Indien zieht und wie viele 
Shops er in welchen StÃ¤dten wann zu erÃ¶ffnen gedenkt. Acht Interviews in 
fÃ¼nf Stunden â€“ SÃ¤lzer war froh, als es endlich vorbei war. Was er nicht 
wusste: Die grÃ¶ÃŸte Anstrengung stand ihm noch bevor. Eine 
Stadtrundfahrt, und, am nÃ¤chsten Tag, der kleine Abstecher zum Taj Mahal.

Stadtrundfahrt, Abstecher â€“ in Indien bedeutet das immer noch 
Verkehrschaos. In Old Delhi stinkt die Stadt zum Himmel, FuÃŸgÃ¤nger, 
Rikschas und MotorrÃ¤dchen schreien, klingeln, hupen um die Wette, 
verkeilen sich ineinander zu einem groÃŸen Stau aus Bettlern, HÃ¤ndlern, 
Pilgern, unentwirrbar, chaotisch, laut und dreckig. Bis zum 200 
Kilometer entfernten Taj Mahal sind es vier Stunden LandstraÃŸe, vorbei 
an FahrrÃ¤dern, Traktoren, Ochsenkarren und notorisch Ã¼berladenen Lkws â€“ 
da muss sich auch Bruno SÃ¤lzer im Fond eines Mercedes in hinduistischer 
Gelassenheit Ã¼ben.

Gute Etikette als TÃ¼rÃ¶ffner

Zwei Shops hat Hugo Boss in Indien, einen in Delhi, einen in Mumbai, 
beide kaum zwei Jahre alt, jeweils im Umfeld der besten Stadthotels â€“ 
weit weg von der Wirklichkeit drauÃŸen. 60 Shops hat Hugo Boss in China, 
verteilt auf mehrere StÃ¤dte, in schicken FlughÃ¤fen, lÃ¤ssigen Malls â€“ 
mitten im modernen Leben. In Indien erÃ¶ffnet Boss dieses Jahr noch einen 
Shop â€“ in China 15. â€žNochâ€œ, sagt SÃ¤lzer, â€žsind Indien und China zwei 
verschiedene Welten.â€œ

Und doch zwei Welten, die zusammen passen. Seit vergangene Woche die 
MinisterprÃ¤sidenten von China und Indien, Wen Jiabao und Manmohan Singh, 
davon sprachen, die Welt â€žneu zu ordnenâ€œ, drÃ¤ngt eine Frage aus den 
Hinterzimmern politischer Strategiezirkel auf die Tagesordnung von 
Unternehmern und Managern: Was bedeutet der Aufstieg der beiden 
Milliardenstaaten fÃ¼r die globale Ã¶konomische Ordnung? DÃ¤mmert am 
Horizont ein â€žasiatisches Jahrhundertâ€œ?

Singapurs StaatsgrÃ¼nder Lee Kuan Yew prophezeit, dass der Aufstieg 
Chinas und Indiens die Welt â€žerschÃ¼tternâ€œ werde; das National 
Intelligence Council, Denkschmiede des US-Geheimdienstes CIA, kommt zu 
dem Ergebnis, dass die beiden LÃ¤nder zu globalen SupermÃ¤chten 
heranwachsen â€“ mit Ã¤hnlich â€ždramatischenâ€œ Folgen fÃ¼r die Welt wie der 
Aufstieg der USA im 20. Jahrhundert.

GewÃ¼rzt werden die Projektionen mit eindrucksvollen Zahlen (siehe 
Grafiken Seite 28). Neben Vietnam weisen China (9,7 Prozent 1991 bis 
2003) und Indien (5,8 Prozent) die weltweit hÃ¶chsten Wachstumsraten auf; 
Goldman Sachs rechnet damit, dass die beiden LÃ¤nder in 10 bis 30 Jahren 
den USA als zweit- und drittgrÃ¶ÃŸte Volkswirtschaften nachfolgen â€“ und 
Japan auf den vierten Platz verdrÃ¤ngen. Der bilaterale Handel zwischen 
China und Indien schnellte seit 2000 um 350 Prozent auf 13,6 Milliarden 
Dollar in 2004 empor â€“ bei einem komfortablen HandelsÃ¼berschuss zu 
Gunsten Indiens.

Kennen Sie sich in China aus? Machen Sie die Probe aufs Exempel im 
Wissenstest...

Dieser Ãœberschuss â€“ fÃ¼r Indien ist er von eminenter Bedeutung. Bereits 
die Nukleartests 1998 waren der Donnerschlag einer kolonialistisch 
gekrÃ¤nkten Nation: Damals ging es den Indern weniger darum, mit einer 
â€žHindu-Bombeâ€œ Pakistan und China zu erschrecken, als vielmehr darum, 
ihren Anspruch auf internationale Geltung zu unterstreichen.

Die Welt antwortete, indem sie Indien auch wirtschaftspolitisch Ã¼bersah 
â€“ und durch den stÃ¤ndigen Vergleich mit China als Verlierer eines 
Wettrennens stigmatisierte. TatsÃ¤chlich hat sich Indien durch den 
rasanten chinesischen Erfolg in eine Art nationalen 
Minderwertigkeitskomplex hineingesteigert, der sich in Ã¼bertriebenen 
Abwehrreaktionen gegen auslÃ¤ndische Kritik an BÃ¼rokratie, Zollschranken 
und Korruption Ã¤uÃŸerte â€“ und in einem Ã¼bertriebenen Stolz auf den 
â€žindischen Wegâ€œ.

Ein Stolz, der in der unsinnigen Behauptung einer langsameren, aber umso 
nachhaltigeren Entwicklung gipfelte â€“ und eine schnellere Ã–ffnung des 
Landes verhinderte. Es war nicht die Sorge vor den sozialen Konsequenzen 
auslÃ¤ndischer Investitionen, weshalb Politik und staatlich 
protektionierte Industriefamilien Hand in Hand die wirtschaftliche 
Liberalisierung verzÃ¶gerten, sondern die Angst vor dem Verlust der 
PfrÃ¼nde, vor zu groÃŸem Innovationsdruck und internationaler Konkurrenz.

Die Ironie der Geschichte will es, dass sich Indien nun seiner 
geopolitischen Bedeutung ausgerechnet an der Seite Chinas einen 
entscheidenden Schritt nÃ¤her gekommen fÃ¼hlt. PlÃ¶tzlich ist nicht mehr 
von China gegen Indien die Rede. Nicht mehr von China vor Indien. 
Sondern nur noch von China und Indien: Welch ein Imagegewinn fÃ¼r Delhi!

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Toyota mit kräftigem Absatzplus

Abstand zu General Motors weiter verkleinert
	
	

(sda/dpa) Der japanische Autokonzern Toyota hat den Abstand zum 
Branchenprimus General Motors (GM) weiter verkürzt. Der Toyota-Absatz 
stieg in dem Ende März abgeschlossenen Geschäftsjahr um 10,3% auf 7,4 
Millionen Fahrzeuge.

GM hatte im Jahr 2004 die Verkäufe lediglich um 1,7% auf 8,24 Millionen 
Einheiten gesteigert. Der Umsatz von Toyota stieg um 7,3% auf 18,55 
Billionen Yen (211,8 Mrd. Franken), wie das Unternehmen am Dienstag 
mitteilte. Der operative Gewinn nahm im Geschäftsjahr 2004/05 lediglich 
um 0,3% auf 1,67Billionen Yen (19,1 Mrd. Franken) zu.

Das Unternehmen erwirtschaftete einen um 0,8% höheren Reingewinn von 
1,17 Billionen Yen. Unter anderem hatten die hohen Stahlpreise die 
Produktion verteuert und der schwache Dollar machte Verkaufserfolge in 
den USA bei der Umrechnung in Yen zunichte.
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 Tue, 10 May 2005 15:46:48 +0200 (CEST)
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Date: Tue, 10 May 2005 15:46:59 +0200
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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] Grossauftrag =?ISO-8859-15?Q?f=FCr_Boeing_aus_Japan?=
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Grossauftrag für Boeing aus Japan

Japan Airlines bestellt 60 Flugzeuge

Boeing hat einen Grossauftrag aus Japan an Land gezogen. Japan Airlines 
hat 30 Boeing 787 Dreamliner und 30 Boeing 737-800 bestellt. Das 
Auftragsvolumen beläuft sich auf 5,3 Mrd. Dollar.
	

(sda/Reuters) Der amerikanisch Flugzeugbauer und Airbus- Rivale Boeing 
hat Aufträge von Japan Airlines in der Höhe von 5,3 Mrd. Dollar unter 
Dach und Fach gebracht.

Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, hat die japanische 
Fluggesellschaft Verträge zur Lieferung von 30 Boeing 787 Dreamliner und 
30 Boeing 737-800 unterzeichnet.

Das Volumen des Geschäfts bezieht sich auf die Listenpreise. Zudem habe 
Japan Airlines Kaufoptionen für 20 weitere Maschinen vom Typ 787 sowie 
zehn weitere Boeing 737.

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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] Toshiba und Microsoft kooperieren
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Toshiba und Microsoft kooperieren
Lizenzabkommen für PCs und Unterhaltungselektronik geschlossen

Tokio (13.05.2005/14:10 - Der japanische Elektronikkonzern Toshiba 
http://www.toshiba.co.jp und US-Softwareriese Microsoft 
http://www.microsoft.com werden in Zukunft enger zusammenarbeiten. Wie 
das Wall Street Journal (WSJ) heute, Freitag, berichtet, haben die 
beiden Unternehmen ein gegenseitiges Lizenzabkommen getroffen. Demnach 
haben beide Parteien das Recht, Patente in den Bereichen Computer und 
Unterhaltungs-Equipment des jeweils anderen frei zu benutzen.

Laut einer Toshiba-Sprecherin beinhaltet der Deal auch Softwarepatente 
in den genannten Bereichen. Über finanzielle Details des Abkommens wurde 
aber nichts bekannt gegeben. Die Vereinbarung ist nach Angaben der 
Unternehmen bereits Ende April dieses Jahres getroffen worden, kam aber 
erst jetzt an das Licht der Öffentlichkeit. Toshiba hofft, durch das 
Lizenzabkommen seine Entwicklungskosten zu senken und bei der 
Produktentwicklung schneller voran zu kommen.

Für Microsoft stehe die Vereinbarung in Einklang mit dem im Dezember 
2003 vorgenommenen Strategiewechsel, wonach der Konzern sein geistiges 
Eigentum auch gegenüber anderen öffnen wolle, um sich bei der 
Technologieentwicklung die Unterstützung von Partnern zu sichern, hieß 
es bei Microsoft. Weil sich das Wachstum auf dem traditionellen PC-Markt 
zunehmend abschwächt, verstärkt Microsoft derzeit seine Anstrengungen, 
einen Fuß auf den Erfolg versprechenden digitalen 
Unterhaltungselektronik-Markt zu setzen, schreibt das WSJ.
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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] Zwei Seiten, ein China
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«Zwei Seiten, ein China»

China empfängt erneut einen taiwanischen Oppositionellen

Der chinesische Präsident Hu Jintao hat erneut einen taiwanischen 
Oppositionspolitiker empfangen. Dabei machte China Taiwan einen 
Vorschlag für die Wiederaufnahme von Gesprächen. Grundlage für eine 
Beilegung des jahrzehntealten Konflikts soll das Prinzip «zwei Seiten, 
ein China» sein. Der taiwanische Präsident Chen lehnte das Angebot 
umgehend ab.
	

	China hat Taiwan einen Kompromiss für die Wiederaufnahme von Gesprächen 
vorgeschlagen. Dies erklärte Präsident Hu Jintao nach einem historischen 
Treffen mit dem taiwanischen Oppositionspolitiker James Soong in Peking.

Die beiden machten das neue Angebot am Donnerstag in Peking in einer 
gemeinsamen Erklärung öffentlich. Grundlage für künftige Gespräche mit 
dem Ziel einer Beilegung des jahrzehntelangen Konflikts zwischen der 
Insel und dem Festland soll demnach das Prinzip «zwei Seiten, ein China» 
sein.

Voraussetzung bleibe jedoch, dass Taiwan das Ein-China-Prinzip 
anerkenne, sagte Hu. Dann sei eine militärische Konfrontation 
ausgeschlossen. Für den Fall, dass Taiwan auf das Angebot eingeht, bot 
Peking erstmals auch Konsultationen über eine Freihandelszone und andere 
Konzessionen an.
Chen lehnt Angebot ab

Der nach Unabhängigkeit strebende Präsident Taiwans, Chen Shui Bian, 
wies das Angebot Chinas indes umgehend zurück. «China ist keinerlei 
Kompromiss eingegangen und hat nichts Neues angeboten», sagte Chen in 
einem Fernsehinterview.

Chen lehnt das seit 1992 zwischen beiden Seiten vereinbarte 
Ein-China-Prinzip als Bedingung für Gespräche ab. China betrachtet 
Taiwan als abtrünnige Provinz und droht mit Gewalt, falls sich Taiwan 
formell für unabhängig erklären sollte.
China hofiert Opposition

Der Vorsitzende der taiwanischen Volkspartei, Soong, ist nach dem 
Kuomintang-Führer Lien Chan bereits der zweite Oppositionsführer, der in 
Festlandchina empfangen wird.

Das Treffen mit Hu war der Höhepunkt seiner neuntägigen Reise durch 
China. Peking umwirbt die Opposition Taiwans, während sie Präsident Chen 
zu isolieren sucht.

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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] 100-Dollar-Laptop kann bald in Produktion gehen
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100-Dollar-Laptop kann bald in Produktion gehen
Negroponte erwartet Bestellungen von drei Mio. Stück aus China

Tokio 18.05.2005/09:05 - Das Massachusetts Institute of Technology's 
Media Lab (MIT) http://laptop.media.mit.edu/ , das an der Entwicklung 
eines 100-Dollar-Laptops für Entwicklungsländer arbeitet, erwartet im 
kommenden Monat eine erste Bestellung. Bevor das Pilotprojekt starten 
kann, sind Bestellungen von etwa sechs Mio. Stück erforderlich, meldet 
Computerworld.com. "Das Ziel unseres Projektes ist es, jedem Kind einen 
Laptop zu verschaffen", sagte Nicholas Negroponte, Vorsitzender und 
Gründer von MIT.

Gleichzeitig mit den Laptops sollen die Städte, in denen die Kinder 
leben, Breitbandzugang zum Internet erhalten. Außerdem soll der Lehrplan 
der Schulen in diesen Städten um Fächer erweitert werden, in denen der 
Umgang mit den neuen Techniken gelehrt wird.

Derzeit laufen bereits Verhandlungen mit mehreren Ländern. Negroponte 
erwartet eine Bestellung von drei Mio. Laptops aus China und eine 
weitere Bestellung von einer Mio. der Geräte aus Brasilien. Drei weitere 
Nationen sollen in Zukunft dazu kommen: Jeweils ein Land in Afrika, im 
Nahen Osten und in Südostasien. Im nächsten Jahr soll dann mit der 
Produktion des Laptops begonnen werden.

Der Computer wird nicht in Geschäften erhältlich sein, er kann nur von 
der jeweiligen Landesregierung in größeren Mengen bestellt werden. 
Dadurch kann der Preis überhaupt erst so niedrig gehalten werden, denn 
die Kosten für Vertrieb, Marketing und dergleichen fallen weg. Ein 
zweiter Kostenfaktor, das Betriebssystem, wird ebenfalls niedrig 
gehalten. Die Geräte werden alle mit Linux-Betriebssystemen ausgestattet.

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From hs@aikidojournal.de  Wed May 18 10:15:24 2005
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Tokios Börse erholt

Die Börse in Tokio hat sich nach sieben Handelstagen mit Verlusten 
leicht erholt. Der Nikkei-Index für die 225 führenden Werte stieg um 
0,09 Prozent oder 10,02 Punkte auf 10 835,41 Punkte.
Tokios Börse erholt / Keystone

Der breiter gefasste Topix legte um 0,24 Prozent bzw. 2,62 Punkte auf 
1109,19 Punkte zu. Der US-Dollar wurde am Nachmittag (Ortszeit) mit 
107,62/65 Yen notiert nach 107,14/17 Yen zur selben Zeit am Vortag. Der 
Euro kostete 1,2608/11 Dollar vergleichen mit 1,2635/38 Dollar am Dienstag.

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China pocht auf autonome Wirtschaftspolitik

Lange Liste von Versprechen

Auf einem Wirtschaftsforum in Peking prognostizierte Chinas Führung 
weiterhin starkes und nachhaltiges Wachstum und machte Versprechungen an 
Auslandsinvestoren, wies aber Druck Richtung Aufwertung des Yuan zurück.
		
omn. Peking, 18. Mai

China sollte es eigentlich kaum nötig haben, um Aufmerksamkeit für sein 
Wachstum zu buhlen und seinen Anspruch auf einen Platz in der 
Spitzenliga der «global players» zu demonstrieren. Eine 
durchschnittliche Wachstumsrate von 8,6% in den letzten vier Jahren, 
ausländische Direktinvestitionen von über 60 Mrd. $ (2004) und 
Devisenreserven von 610 Mrd. $ sprechen eine deutliche Sprache. Auch ist 
es kein Geheimnis, dass Chinas Aussenhandel die internationalen 
Warenströme mehr beeinflusst als je zuvor. Und wenn die Prognose der 
Pekinger Führung aufgeht, das Bruttoinlandprodukt des Jahres 2000 bis 
zum Jahr 2020 zu vervierfachen und dann ein Pro-Kopf-Einkommen von 3000 
$ zu erwirtschaften, ahnt man die Dimensionen der Entwicklung und deren 
Auswirkungen auf den Rest der Welt.
Massive Propaganda

Warum also der riesige Wirbel mit über 70 Konzernchefs und 800 Ökonomen 
aus China und aus den 500 weltweit grössten Unternehmen, mit einem 
Redemarathon in der Grossen Halle des Volkes, mit mehr als 600 
Journalisten? Warum das fast imperial anmutende Gepränge am Pekinger 
Himmelstempel, wo früher Chinas Kaiser opferten, um sich das «Mandat des 
Himmels» zu sichern? Das am Mittwoch beendete, vom Wirtschaftsmagazin 
«Fortune» und von zahlreichen anderen Sponsoren arrangierte Fortune 
Global Forum fand nach Schanghai (1999) und Hongkong (2001) zum dritten 
Mal in China statt und sollte vor allem den Eindruck von Stabilität und 
Nachhaltigkeit vermitteln. Sichere Investitionsbedingungen wurden 
angepriesen, und es wurde signalisiert, dass sich die aufsteigende 
Wirtschaftsmacht nicht als Bedrohung, sondern als Partner für den Rest 
der Welt versteht.

Mit der rasch erfolgenden Globalisierung würden China und Asien schnell 
zu einer neuen Wachstumsmaschine für die Welt, während der weltweite 
Boom auch gewichtige Möglichkeiten für China und Asien generiere, sagte 
Staats- und Parteichef Hu Jintao und versprach die weitere Öffnung von 
Chinas Märkten, neue Anlageoptionen und bessere Gesetze zum Schutz 
internationaler Investoren. Die Vervierfachung des Bruttoinlandprodukts 
bis 2020 werde nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Demokratie, 
die Wissenschaft und Technik und die soziale Harmonie fördern, 
prognostizierte Hu, vermied aber jede Aussage über politische Reformen 
oder gar die Abkehr von der Einparteienherrschaft hin zum Pluralismus. 
Stattdessen versprach er mehr Rechtssicherheit für die inzwischen über 
500 000 vom Ausland mit Investitionen geförderten Unternehmen. Hu suchte 
internationale Befürchtungen über die chinesische Exportschwemme zu 
zerstreuen: China exportiere ja nicht nur in grossen Dimensionen, 
sondern kaufe derzeit jährlich auch für 500 Mrd. $ ein. Überdies werde 
man noch mehr gegen die Produktpiraterie unternehmen, grosse Summen in 
den Umweltschutz und die nachhaltige Entwicklung investieren und sich 
langfristig auch von Energieimporten unabhängig machen.
Nicht nur Beifall

Es gab zwar viel Beifall für die Gastgeber, aber nicht allen Teilnehmern 
am Forum waren die lichten Visionen Hus geheuer. Mehrere Kritiker riefen 
nach besserem Schutz des intellektuellen Eigentums und der Patente. Die 
schleppende Reform des Finanz- und Bankensektors kam ebenso zur Sprache 
wie die oft noch ungenügende Rechtssicherheit, die weit verbreitete 
Bürokratie, Willkür und Korruption der Amtsträger und Geschäftspartner. 
Vor allem aber drohen gerade jetzt Konflikte mit den westlichen 
Handelspartnern über die Textilschwemme, über die als Folge des 
China-Booms stark anziehenden Rohstoffpreise und vor allem über die 
starre Ankopplung der Landeswährung Yuan an den US-Dollar.

Ministerpräsident Wen Jiabao reagierte umgehend: China werde den 
Wechselkurs für den Yuan anpassen, aber zu seiner Zeit und auf seine 
Weise. Man werde sich jedem internationalen Druck auf die Veränderung 
der Währungsparität widersetzen, sagte der Regierungschef und 
wiederholte, was auch vom US-Notenbankchef Alan Greenspan und von vielen 
US-Ökonomen behauptet wird: Das Leistungsbilanzdefizit der USA sei 
selbstverschuldet und habe mit dem Yuan nur wenig zu tun. Mehrere 
ausländische Teilnehmer des Wirtschaftsforums schlossen sich dieser 
Sicht an. Der Handel mit China mache nur 10% des US-Aussenhandels aus, 
sagte Stuart Gulliver, Investmentspezialist der HSBC. Selbst wenn der 
Yuan um 25% aufgewertet würde, bedeutete dies allenfalls eine 
Verringerung des US-Handelsbilanzdefizits um 2,5%. Andere Sprecher 
warnten sogar davor, dass eine rasche Aufwertung des Yuan zu Turbulenzen 
in der chinesischen und damit auch in der weltweiten Wirtschaft führen 
könnte. Die Botschaft aus Peking: Man arbeite an der Reform des 
Währungsmanagements, werde sich dabei aber nicht unter Druck setzen 
lassen und sei dagegen, diese Frage zu politisieren.

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China weitet den Devisenhandel aus

Yuan-Dollar-Bindung bleibt bestehen
	
	omn. Peking, 18. Mai

China hat am Mittwoch begonnen, den Umfang seines Handels mit 
Fremdwährungen auszuweiten. Die starre Anbindung der Landeswährung Yuan 
an den US-Dollar bleibt aber weiterhin bestehen; der «Greenback» wird 
unverändert für Y 8.27 gewechselt. Gemäss Angaben der Zentralbank werden 
ab sofort sieben zusätzliche Währungen gegen den US-Dollar getauscht. Zu 
den sieben Währungen gehören der Euro, der australische Dollar, das 
britische Pfund, der japanische Yen, der Kanada-Dollar, der 
Schweizerfranken und der Hongkong-Dollar. Zudem wird neu auch das 
Devisenpaar Euro - Yen gehandelt. Der chinesische Yuan kann wie bisher 
gegen den US-Dollar, den Hongkong-Dollar, den japanischen Yen und den 
Euro getauscht werden.

Die Ankündigung der Ausweitung des Devisenhandels hatte in den 
vergangenen Wochen zu Spekulationen geführt, wonach gleichzeitig mit der 
Ausweitung auch der Yuan aufgewertet werden sollte. Der Zentralbankchef 
Zhou Xiaochuan hatte diese Gerüchte jedoch schon am Freitag letzter 
Woche dementiert. Ministerpräsident Wen Jiabao sagte zum Wochenanfang, 
dass sich China keinem ausländischen Druck auf die Yuan-Bindung an den 
Dollar beugen werde. Es werde an einer Reform des Wechselkurssystems 
gearbeitet, hiess es, aber China werde zu eigenen Bedingungen und zu 
einem selbstgewählten Zeitpunkt handeln. Die Medien hatten in jüngster 
Zeit mehrfach über Investitionen berichtet, die von einer Yuan- 
Aufwertung profitieren würden. Dabei sollen grössere Beträge an 
Fremdwährungen in Yuan umgetauscht worden sein, um von einer allfälligen 
Aufwertung der chinesischen Währung zu profitieren. Die Zentralbank 
setzte dem Spekulationsfieber kürzlich eine Senkung der Obergrenzen für 
Yuan-Käufe entgegen. Auch Privatkunden müssen nun beim Umtausch von 
Fremdwährungen in Yuan den Eigenbedarf nachweisen können.

Laut Angaben der zentralen Nachrichtenagentur Xinhua zog der 
Zentralbankchef keine Verbindung zwischen der gestern erfolgten 
Ausweitung des Währungshandels und dem Wechselkurs des Yuan. Li Yang, 
Direktor des Instituts für Finanzen an der Chinesischen Akademie für 
Gesellschaftswissenschaften, sagte jedoch, ein effektiver Devisenmarkt 
sei eine Voraussetzung für die Reform des Yuan-Wechselkurses. Der 
Wechselkurs von 1 $ zu Y 8.27 war 1994 festgelegt worden. Auch während 
der Asienkrise veränderte China den Dollar-Yuan-Kurs nicht.


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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] 51 Kumpel in Kohlegrube in China =?ISO-8859-15?Q?versch=FCttet=5F?=
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51 Kumpel in Kohlegrube in China verschüttet

Folgenschwere Explosion in Chengde

Durch eine Gasexplosion in einem Kohlebergwerk in Chengde nördlich von 
Peking sind am Donnerstag 51 Bergleute verschüttet worden. Ihr Schicksal 
war ungewiss.
		
(sda/dpa) Es sei völlig unklar, wie die Situation da unten aussehe, 
sagte ein Mitarbeiter der Nuan Er Hu Grube. «Wir wissen nicht, ob sie 
noch leben oder tot sind», ergänzte ein Funktionär der 
Sicherheitsbehörde in der Provinz Hebei. Zum Zeitpunkt des Unglückes in 
den frühen Morgenstunden seien 85 Bergleute unter Tage gewesen, 
berichteten die Behörden. 34 hätten sich retten können.
Anweisung zum Förderstopp

Nach Angaben der Sicherheitsbehörde förderte das Bergwerk «illegal», 
nachdem die Bergwerksleitung vor kurzem wegen Sicherheitsmängeln 
angewiesen worden sei, den Betrieb vorerst einzustellen. Ein Mitarbeiter 
im Büro des Bergwerks wusste nach eigenen Angaben allerdings nichts von 
einer Anweisung zum Förderstopp. Bereits im Januar 2002 waren in der 
Unglücksgrube bei zwei Gasexplosionen 27 Kumpel ums Leben gekommen.
Chinas Bergbau öfters betroffen

Die Explosion setzt eine Serie von Unglücken im Bergbau in China fort, 
wo mehr Kumpel ums Leben kommen als irgendwo sonst in der Welt. Im 
vergangenen Jahr haben nach offiziellen Angaben 6027 Menschen allein in 
Kohlegruben ihr Leben verloren. Die Zahl getöteter Kumpel - gemessen an 
der Fördermenge - ist in China 100 Mal grösser als in den USA und 30 Mal 
höher als in Südafrika.

Eklatante Sicherheitsmängel, rückständige Ausrüstung, mangelnde 
behördliche Aufsicht und der hohe Förderdruck wegen des Energiemangels 
durch Chinas starkes Wirtschaftswachstum werden als Hauptursachen für 
die viele Grubenunglücke genannt.


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Ein chinesischer Larry King

Erfolgreiche Talkshow eines frÃ¼heren Propagandisten

Chinas Medienlandschaft verÃ¤ndert sich rasant. Bei den elektronischen 
Medien hat ein aggressiver Wettbewerb um Marktanteile eingesetzt, der 
die politische Kontrolle erschwert. Bei Dragon TV in Schanghai wird dem 
Vorbild Larry Kings nachgeeifert.
	
	


Kl. Peking, im Mai

Die Aussichten, in der Hierarchie der roten Mandarine einmal ziemlich 
weit oben zu landen, hÃ¤tten fÃ¼r den jungen Bauingenieur und 
Parteigenossen Pan Jieke kaum besser sein kÃ¶nnen. Mit 27 Jahren war er 
bereits Vizechef der Propagandaabteilung im Bauministerium der 
Zentralregierung in Peking. Das war ein Karrierestart, von dem die im 
Schnitt um eine ganze Generation Ã¤lteren Kollegen von Pan nicht einmal 
zu trÃ¤umen gewagt hÃ¤tten. Umso Ã¼berraschender war es, dass diese 
glÃ¤nzend begonnene FunktionÃ¤rslaufbahn schon nach drei Jahren - das war 
1988 - abrupt endete. Und dann war es auch noch der Minister selbst, der 
mit einem gut gemeinten Rat dafÃ¼r sorgte, dass sein ZÃ¶gling zum 
Aussteiger wurde.
China-USA-Bayern-China

Er solle doch einmal ins Ausland gehen und sich die Welt ansehen, wie 
sie wirklich ist, hatte sein Chef ihm damals empfohlen. Das hat Pan dann 
auch grÃ¼ndlich gemacht. Die Auszeit, die er sich in den USA und in 
Europa nahm, dehnte sich auf zehn hÃ¶chst abwechslungsreiche Jahre aus. 
Aus Jieke wurde ein nicht weniger ambitionierter Jack. Der baute nach 
seiner RÃ¼ckkehr ein privates Medienunternehmen auf und ist seit Januar 
jeden Freitagabend auf den Spuren seines amerikanischen Starvorbilds 
Larry King bei Dragon TV in Schanghai auf Sendung. In seiner auf Anhieb 
ziemlich populÃ¤ren Talkshow Â«21@21Â» plaudert er mit internationalen 
Promis von Madeleine Albright bis JÃ¶rg Immendorf Ã¼ber die grossen 
Probleme der Welt und die sehr menschlichen Seiten von Erfolg und Scheitern.

Dies ist Infotainment einmal anders als im realsozialistischen 
Holzschnittformat und dient als Â«Fenster, um dem heimischen 
Fernsehpublikum ein StÃ¼ck weit zu vermitteln, wie die Welt draussen 
wirklich istÂ». Weil das vom Anspruch her durchaus aufklÃ¤rerisch gemeint 
ist, fÃ¤llt das, was Pan Ã¼ber seinen frÃ¼heren Job und die nach wie vor 
gÃ¼ltige Rollendefinition der chinesischen Medien als Â«Kehle und ZungeÂ» 
der Partei zu sagen hat, noch etwas provozierender aus. Â«PropagandaÂ», so 
sieht der 46-jÃ¤hrige TV-Produzent und Talkshow-Gastgeber das heute, Â«ist 
der untaugliche Versuch, den Leuten etwas einzureden, woran sie schon 
lange nicht mehr glauben, und ein absoluter QuotenkillerÂ».

Die ersten paar Jahre verbrachte er im Pizza- Taxi und als fliegender 
JuwelierhÃ¤ndler in New York, dann kam das Studium in Harvard und als 
letzte Station Ingolstadt in Oberbayern, bevor er 1997 fÃ¼r seinen neuen 
Job als ChefverkÃ¤ufer von Audi in China schliesslich die Heimreise 
antrat. Was das Multitalent mit der Â«feinen Nase fÃ¼rs MarketingÂ» (Pan 
Ã¼ber Pan) und der ebenso gut entwickelten Begabung zur 
Selbstinszenierung von seinen diversen HÃ¤utungen erzÃ¤hlt, liefert 
brauchbaren Stoff fÃ¼r einen zeitgenÃ¶ssischen chinesischen 
Entwicklungsroman. Das neue Kapitel verspricht das spannendste zu 
werden. Denn da taucht der Ex-Propagandist als einer der prominenteren 
Namen in der Spezies der Jungunternehmer auf, die in wachsender Zahl 
zielstrebig darauf hinarbeiten, das staatliche Medienmonopol zu knacken 
und sich in das lukrative GeschÃ¤ft mit den traumhaft sprudelnden 
Werbegeldern (in der Fernseh- und Printmedienwerbung wurden 2004 
insgesamt rund 23 Milliarden Dollar umgesetzt) einzuklinken.
Ãœber 200 Fernsehanstalten

Als Pan Anfang 2003 nach einem Trainingsvorspiel als Moderator bei 
Rupert Murdochs chinesischem Partnersender Phoenix TV seine 
Produktionsfirma, die Pan Media Corporation Ltd. mit Sitz in Hongkong 
und in Peking, mit einem Startkapital von 500 000 Dollar und einem 
jungen, international zusammengesetzten Team grÃ¼ndete, wurden die Karten 
im Mediensektor, dem letzten Reservat sozialistischen Volkseigentums, 
gerade neu gemischt. Dies geschah nicht aus einem plÃ¶tzlichen 
Liberalisierungsimpuls heraus, sondern als Antwort auf einen Ã¶konomisch 
wie medienpolitisch gleichermassen abschreckenden Befund. Denn die 
Ã¼ppige Subventionspraxis der um mediales Standortprestige 
konkurrierenden Provinzen und Metropolen hatte gerade auch bei den 
elektronischen Medien ein parasitÃ¤res Wachstum begÃ¼nstigt mit der Folge, 
dass in China neben dem Staatssender CCTV (China Central Television) 
mehr als 200 regionale und lokale Fernsehanstalten Ã¼ber rund 3000 KanÃ¤le 
schwer verkÃ¤ufliche Massenware vertreiben.

Die Konsequenz, die fÃ¼r die Medienlandschaft die einschneidendste 
Strukturreform im postrevolutionÃ¤ren China bedeutet, heisst 
Konsolidierung durch kommerziellen Wettbewerb und Innovation, durch die 
kontrollierte Ã–ffnung auch des Fernsehens fÃ¼r private chinesische und 
auslÃ¤ndische Beteiligungen an der technischen Modernisierung und der 
Programmgestaltung. Die Rezeptur zeigt Wirkung, und das mit einer 
Eigendynamik, bei der sich die Kontrolleure statt am Steuer nun 
zunehmend im BremserhÃ¤uschen wiederfinden. Etwa bei dem aggressiv 
gefÃ¼hrten Wettbewerb um Marktanteile, mit dem potente regionale 
Konglomerate der CCTV die nationale Spitzenstellung und 
MeinungsfÃ¼hrerschaft streitig machen. Seitdem sich die Sender zu einem 
wesentlichen Teil Ã¼ber Werbeeinnahmen finanzieren, heisst das auch, dass 
fÃ¼r die Programmmacher im Zweifel nicht die ideologische Vorgabe, 
sondern die Einschaltquote zÃ¤hlt.

Eine zÃ¼ndende Projektidee, der richtige Partner und erfolgreiches 
Marketing - das sind die Spielregeln des GeschÃ¤fts, und da unterscheidet 
sich der chinesische Medienunternehmer neuen Typs kaum von seinen 
westlichen Kollegen. Den starken Partner fand Pan in der Shanghai Media 
Group (SMG), die seit ihrer GrÃ¼ndung 2001 mit einem enormen 
Expansionstempo und globalen Ambitionen die Rolle des Branchenprimus 
anstrebt. Entsprechendes Aufsehen erregte der Coup, mit dem der 
Multimediakonzern, zu dem auch der Satellitensender Dragon TV gehÃ¶rt, 
neulich dem Pekinger Rivalen CCTV erstmals die Ãœbertragungsrechte fÃ¼r 
die Spiele der chinesischen Fussballnationalliga wegschnappte.

Da passte es gut zusammen, dass Pan mit seinem werbekrÃ¤ftig als 
chinesische Adaption von Larry King vermarkteten Talkshow-Konzept auf 
die Klientel zielt, die Dragon TV unter seinen potenziell 600 Millionen 
Zuschauern als Zielgruppe besonders im Auge hat. Das ist die stÃ¤dtische 
Mittelschicht, und da vor allem die jungen, gebildeten und gut 
verdienenden Aufsteiger, die nach der Beobachtung eines chinesischen 
Fernsehkritikers von dem Programmangebot mehr erwarten als die Aussicht, 
Â«sich in der allabendlichen Endlosschleife aus Â‹soap operasÂ›, Â‹dating 
showsÂ› und geklonten Quizformaten zu Tode zu amÃ¼sierenÂ».
Publikumsgeschmack getroffen

Gemessen am Erfolg, mit dem die 30-Minuten- Sendung Â«21@21Â» seit ihrem 
Start eine der besten Quoten im Abendprogramm des Senders einfÃ¤hrt, 
trifft dieser spezifische Mix offensichtlich ziemlich genau den 
Geschmack des umworbenen Publikums: Internationale Stars aus dem 
ShowgeschÃ¤ft, aus Politik und Wirtschaft einmal aus der NÃ¤he und im 
direkten GesprÃ¤ch - das kommt im chinesischen Fernsehen nicht hÃ¤ufig vor 
und lÃ¤uft von selbst. Wenn Nicole Kidman, Arnold Schwarzenegger oder der 
chinesisch-amerikanische Stararchitekt I. M. Pei aus ihrem Leben 
erzÃ¤hlen, dann ist das fÃ¼r eine junge Generation, die von Aufstieg und 
Karriere trÃ¤umt, nach neuen Ideen und alternativen LebensentwÃ¼rfen 
sucht, nicht bloss Unterhaltung. Das alles wird prÃ¤sentiert als eine Art 
von interkulturellem Dialog, von dem Pan zumindest hofft, dass er seine 
Zuschauer dazu anregt, Â«sich und die chinesische Welt auch einmal von 
aussen zu betrachtenÂ».

Wenn es nach Jack Pan geht, dann soll es nicht mehr lange dauern, bis er 
mit Â«Larry King liveÂ» gleichziehen und seine Talkshow ebenfalls live 
ausstrahlen kann. Doch da fangen die Anomalien an, die den Einstieg in 
diesen Medienmarkt fÃ¼r einheimische und erst recht fÃ¼r auslÃ¤ndische 
Unternehmen zu einem Abenteuer mit Â«chinesischen CharakteristikenÂ» 
machen. Der Pein, sich jedes einzelne Interview vorab von der 
zustÃ¤ndigen Informations- und PropagandabehÃ¶rde genehmigen zu lassen und 
ein halbes Jahr oder lÃ¤nger auf den Bescheid zu warten, ist Pan 
entgangen, weil der Hauptsitz seines Unternehmens in Hongkong ist. Um 
halbwegs sicher zu sein, dass seine aus eigener Tasche vorfinanzierten 
Produktionen dann auch gesendet werden, muss er sich seine 
Interviewpartner dennoch sehr genau ansehen und aufwendig recherchieren, 
ob und was sie irgendwann einmal an kritischen Unfreundlichkeiten Ã¼ber 
China gesagt haben kÃ¶nnten. Dass man starke Nerven und einen langen Atem 
braucht, um es in diesem GeschÃ¤ft zu etwas zu bringen, fasst der 
Mitgesellschafter und GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer von Pan Media, Steve Chung, in 
einem Satz zusammen: Â«Es ist ein stÃ¤ndiger Kampf, und der beginnt jeden 
Tag aufs Neue.Â»

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Toyota rückt auf Platz zwei vor

Japaner überholen Ford in der Verkaufsstatistik

Der global stark expandierende japanische Autokonzern Toyota ist in der 
Weltrangliste der verkaufsstärksten Autohersteller 2004 auf den zweiten 
Platz nach General Motors (GM) aufgerückt.
	
	
(sda/dpa) Toyota verdrängte Ford nach Berechnungen der amerikanischen 
Fachzeitschrift «Automotive News» auf Platz drei. GM verkaufte demnach 
im vergangenen Jahr 8,1 (Vorjahr: 8,0) Mio. Autos, Toyota 6,7 (6,1) Mio. 
und Ford 6,4 (6,5) Mio. Stück. Volkswagen lag mit 5,1 (5,0) Mio. 
Einheiten unter den global absatzstärksten Autoherstellern auf Platz 
vier, gefolgt von DaimlerChrysler mit 4,7 (4,4) Mio. Stück.

Auf den Plätzen sechs bis 13 lagen PSA/Peugeot-Citroen, Nissan, Honda, 
Hyundai, Renault, Fiat, Suzuki und Mitsubishi.

Der globale Autoabsatz aller Autofirmen ist nach Darstellung von 
«Automotive News» um 5,5% auf 61,4 Mio. Wagen gestiegen. Dabei wurden 
nur Autohersteller erfasst, die mindestens 10'000 Autos verkaufen.

Die europäischen Anbieter behaupteten ihren globalen Marktanteil von 
33,5 Prozent. Die japanischen Autofirmen kamen auf 30,9 Prozent 
Marktanteil und legten damit um 0,9 Prozentpunkte zu. Der Marktanteil 
der nordamerikanischen Autohersteller fiel um 1,4 Punkte auf 24 Prozent.
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China macht im Textilstreit Zugeständnisse

Ankündigung von Ausfuhrzöllen

China hat im Streit mit der EU und den USA um seine Textilexporte 
Zugeständnisse gemacht. Das Finanzministerium in Peking kündigte an, die 
Ausfuhrzölle für 74 Produktgruppen ab dem 1. Juni um durchschnittlich 
400 Prozent zu erhöhen.
	
(sda/afp) China reagiert damit am Freitag auf den gewachsenen Druck aus 
Washington und Brüssel: Die USA haben wegen der seit Jahresbeginn rasant 
gestiegenen Textileinfuhren aus China bereits Importbeschränkungen 
verhängt, die EU hat diese angedroht.
Kehrtwendung nach Drohung mit WTO

Noch am Donnerstag hatte Chinas Handelsminister betont, Peking werde in 
dem Streit nicht nachgeben und notfalls sein Recht bei der 
Welthandelsorganisation WTO durchsetzen. Die betroffenen Produktgruppen 
gehören zu 148 Kategorien, für die China schon zum 1. Januar die 
Ausfuhrzölle erhöht hatte, als die weltweiten Textilquoten aufgehoben 
wurden. Im Schnitt lagen die Aufschläge bisher bei zwei bis vier Prozent 
des Warenwertes. Diese werden nach einer vom Finanzministerium 
veröffentlichten Tabelle nun verdrei- bis verfünffacht. Gleichzeitig 
wird Leinengarn - bisher noch nicht den Ausfuhrzöllen unterworfen - mit 
der Exportabgabe belegt.

Bei diesem Produkt hat die EU-Kommission mit Importbeschränkungen 
gedroht, sollten China seine Ausfuhr nach Europa nicht selbst 
einschränken. Bei Woll- und Reithosen werden die bisherigen Zölle mit 
dem Faktor 15 multipliziert, bei Baumwollhosen für Frauen mit dem Faktor 
13. Allerdings senkte China auch die Ausfuhraufschläge in drei 
Kategorien auf ein Viertel und hob sie in zwei weiteren Gruppen 
vollständig auf.

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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] Muhai Tang neuer Chefdirigent von =?ISO-8859-15?Q?Z=FCrcher_Ka?=
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Muhai Tang neuer Chefdirigent von Zürcher Kammerorchester

Nachfolger von Howard Griffiths

Muhai Tang wird neuer Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Zürcher 
Kammerorchesters (ZKO). Er tritt sein Amt auf die Saison 2006/07 an.
	
(sda) Der Chinese löst Howard Griffiths ab, der nach zehn Jahren neue 
Herausforderungen sucht. Der am Freitag vor den Medien unterzeichnete 
Vertrag sieht eine Zusammenarbeit für vier Jahre vor - verlängerbar auf 
fünf Jahre. Vereinbart ist, das Tang pro Saison mindestens 30 Konzerte 
selbst dirigiert. Wie ZKO-Geschäftsleiter Thomas Pfiffner sagte «dürfen 
es auch 40 sein».

Der Umstand, dass die Nachfolge von Griffiths schon frühzeitig geregelt 
werden konnte, erlaube einen nahtlosen Übergang von der bisherigen zur 
neuen Leitung, freute sich ZKO-Vereinspräsident Hans Heinrich Coninx. 
Muhai Tang beteilige sich bereits an der Planung der künftigen Saison 
und auch für das Orchester sei es besser, wenn die Zukunft klar sei.

Muhai Tang ist zurzeit Chefdirigent der Finischen Nationaloper in 
Helsinki, wo sein Vertrag gerade rechtzeitig für den Wechsel nach Zürich 
ausläuft. Er verfügt über ein breites Repertoire im Sinfonie- und 
Opernbereich - das ZKO ist aber das erste Kammerorchester, das er leiten 
wird.

Muhai Tang wuchs in Schanghai auf, wo er am Konservatorium studierte. 
Ein Stipendium ermöglichte ihm weitere Studien in München. Start zur 
europäischen Karriere war 1983 ein Engagement durch Herbert von Karajan. 
Seither dirigiert Tang regelmässig international renommierte Orchester 
in der ganzen Welt.

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China brüskiert Japan

Besuch in Japan kurzfristig abgebrochen

China hat Japan mit der überraschenden Absage eines Treffens von 
Vizeministerpräsidentin Wu Yi mit Regierungschef Koizumi am Montag 
brüskiert.
	
	
(sda/dpa) Vor dem Hintergrund der Spannungen zwischen beiden Ländern 
wurde der vorzeitige Abreise der chinesischen Ministerin aus Japan von 
Politikern als «unhöflich» beschrieben. Die erfahrene Krisenmanagerin 
sollte bei ihrem Besuch eigentlich die angeschlagenen Beziehungen wieder 
kitten.

Unmut im Aussenministerium

Ein hoher Beamter des japanischen Aussenministeriums äusserte seinen 
Unmut. China solle sich «etwas mehr an diplomatische Umgangsformen 
halten», wurde er von der Nachrichtenagentur Kyodo zitiert. 
Kabinettschef Hiroyuki Hosoda wusste nur von «plötzlichen Pflichten in 
China».

Von japanischer Seite wurde bestritten, dass die Absage mit den 
umstrittenen Besuchen von Koizumi im Yasukuni-Schrein zusammenhängt. Auf 
Fragen, ob dies der Grund sein könnte, sagte Koizumi selbst: «Ich habe 
keine Ahnung.» Im Vorfeld des Treffens hatte der Regierungschef noch am 
Freitag seine Pilgergänge zu dem Shinto-Heiligtum in Tokio verteidigt, 
wo auch verurteilte Kriegsverbrecher geehrt werden.

Vor der Abreise sagte Wu Yi in einer Rede, die Beziehungen seien auf dem 
niedrigsten Stand seit 30 Jahren.
Umstrittene Schrein-Besuche

Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao hatte am Sonntag in Peking im 
Gespräch mit Parteiführern der beiden Regierungsparteien Japans die 
Schrein-Besuche scharf kritisiert und gewarnt, die Beziehungen könnten 
«in einem Augenblick zerstört» werden. Wie japanische Zeitungen 
berichteten, kritisierte der Präsident auch Schulbücher, die Japans 
Kriegsvergangenheit beschönigten, sowie die Sicherheitskooperation 
Japans mit den USA in der Taiwanfrage.

Auf mehrmalige Nachfrage schwieg das Aussenministerium in Peking 
beharrlich zu den Gründen für die Abreise. Die amtlichen chinesischen 
Medien stellten ihre Reise in Japan vielmehr als Erfolg dar. Auch wurde 
die Kritik von Präsident Hu Jintao nicht verbreitet.

Nach Einschätzung chinesischer Beobachter würde die Regierung die Gründe 
für die Abreise auch nicht öffentlich machen, um die Stimmung gegen 
Japan nicht anzuheizen. Mit Mühe hatte Chinas Regierung im April teils 
gewalttätige antijapanische Proteste schliesslich unterbunden.


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Mitsubishi noch tiefer in den roten Zahlen

Letztes Jahr weniger Autos verkauft

Der krisengeschüttelte japanische Autobauer Mitsubishi Motors ist nach 
dem Ende der finanziellen Hilfe von DaimlerChrysler noch tiefer in die 
roten Zahlen gerutscht. Im abgelaufenen Geschäftsjahr fuhr das 
Unternehmen einen Verlust von 474,8 Milliarden Yen (3,5 Milliarden Euro) 
ein. Der Umsatz verringerte sich um 16 Prozent.
	
	
(ap) Im Vorjahr hatte der Verlust von Mitsubishi bereits 215 Milliarden 
Yen betragen. Mitsubishi leidet vor allem auf dem japanischen Heimmarkt 
weiterhin unter den Folgen von vertuschten Mängeln. Der weltweite Absatz 
ging im abgelaufenen Jahr auf 1,31 Millionen Einheiten zurück, wie der 
Konzern mitteilte. Der Umsatz sank auf 2,1 Billionen Yen.

Auch im laufenden Geschäftsjahr rechnet Mitsubishi mit roten Zahlen. 
Erwartet wird ein Verlust von 64 Milliarden Yen (470 Millionen Euro) bei 
einem Umsatz von 2,2 Billionen Yen (15,9 Milliarden Euro).

DaimlerChrysler hatte Mitsubishi Motors im April vergangenen Jahres 
weitere Finanzspritzen verweigert und sich nicht an einer 
Kapitalerhöhung beteiligt. Der deutsch-amerikanische Autobauer hält am 
japanischen Hersteller mittlerweile nur noch rund 13% der Anteile.


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Aufräumen ist noch keine nachhaltige Strategie für Japans Banken	
	

tf. (Tokio) Zugegeben, das Schlimmste scheint vorüber zu sein für Japans 
Grossbanken. Unter dem hohen Druck der Finanzaufsicht wurden in den 
vergangenen Jahren die Bilanzen von Problemkrediten entledigt und die 
Kapitalstruktur gestärkt. Der Anteil fauler Kredite an den 
Gesamtausleihungen dürfte bei den sieben führenden Instituten denn auch 
unter 3% gefallen sein, ein Drittel des zu Beginn dieses Jahrzehnts 
gemessenen Niveaus. Dennoch, dass die blosse Entsorgung von Altlasten 
noch keine nachhaltige Strategie begründet, verdeutlicht der 
Jahresausweis von Branchenführer Mizuho Financial Group. So verdankt 
sich der Anstieg des Reingewinns ausschliesslich einer einmaligen 
Rückerstattung von Steuern. Auf operativer Ebene bleibt die Lage 
ungemütlich, und der betriebliche Gewinn sank um 16%. Noch immer ist 
nämlich beim Geschäft mit Unternehmenskrediten - dem wichtigsten 
Ertragspfeiler für Japans Banken - keine Trendumkehr erkennbar: Seit 
nunmehr 87 Monaten in Folge sinken die Bankausleihungen an Firmen, und 
angesichts eines Zinsniveaus nahe null schaut bei diesem Geschäft nur 
gerade eine Nettomarge von 20 Basispunkten heraus. Während die über hohe 
Geldreserven verfügenden Unternehmen ihre Investitionen mit eigenem 
Cashflow finanzieren, finden die Finanzinstitute für ihre hohen 
Depositen kaum mehr Anlagemöglichkeiten. Entsprechend dringlich ist eine 
Diversifizierung der Einnahmenstruktur. Erst wenn sich diese in den 
Gewinnen niederschlägt oder Japans Firmen wieder vermehrt Bankkredite 
nachfragen, kann von einer stabilen Erholung des Banksektors gesprochen 
werden.


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«Glücklichster Mann Chinas» überlebt zweites Grubenunglück»	
	

(sda) Der Chinese Sun Jisheng hat bereits zwei Mal ein Grubenunglück 
überlebt. Deshalb ist er von den staatlichen Medien zum «glücklichsten 
Mann Chinas» gekürt worden. Bei dem Grubenunglück in China, bei dem am 
vergangenen Donnerstag mindestens 45 Bergarbeiter starben, war er der 
einzige, den die Rettungskräfte bislang lebend bergen konnten, wie die 
amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Montag berichtete.

Auch bei einer Explosion, die 2002 im selben Kohlebergwerk Huanerhe nahe 
der Stadt Chengde in der Provinz Hebei 29 seiner Kollegen tötete, entkam 
Sun unverletzt. Bei der Gasexplosion in der vergangenen Woche war Sun 
verschüttet worden, zwei Tage lang galt er als vermisst. Am Samstag fand 
ihn ein Rettungstrupp schwer verletzt.

Nachdem seine Geschichte bekannt wurde, kürten die staatlichen Medien 
ihn daraufhin am Sonntag zum «glücklichsten Mann Chinas». Zum Zeitpunkt 
der Explosion hatten sich laut Xinhua 85 Arbeiter im Schacht des 
Bergwerks aufgehalten. 34 von ihnen konnten sich retten, Sun wurde 
geborgen, 45 starben. Fünf Arbeiter wurden am Montag noch vermisst. 
Allein im vergangenen Jahr starben in China nach offiziellen Angaben 
mehr als 6000 Bergleute bei Unglücken. Unabhängige Experten gehen sogar 
von fast 20'000 Toten aus.


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Schlagabtausch zwischen Tokio und Peking

Gegenseitige Schuldzuweisungen nach dem jüngsten Eklat

Die Hoffnung auf eine Entspannung des sino-japanischen Verhältnisses hat 
am Dienstag erneut einen Dämpfer erhalten. Nachdem am Vortag Chinas 
Vizeministerpräsidentin Wu Yi einen Japan-Besuch abgebrochen hatte, 
machten sich Tokio und Peking gegenseitig für den Eklat verantwortlich. 
Die Fronten scheinen verhärteter denn je.
	
tf. Tokio, 24. Mai

Einen Tag nach dem abrupten Abbruch des Japan-Besuchs von Chinas 
Vizeministerpräsidentin Wu Yi haben sich Tokio und Peking am Dienstag 
gegenseitig die Schuld für die Verschlechterung des ohnehin bereits sehr 
angespannten bilateralen Verhältnisses in die Schuhe geschoben. Der 
rhetorische Schlagabtausch führte einmal mehr vor Augen, dass die noch 
vor Monatsfrist nach einem Treffen von Japans Regierungschef Koizumi und 
Chinas Präsidenten Hu aufgekommenen Hoffnungen auf eine Entschärfung der 
sino-japanischen Krise auf wackligem Fundament ruhten.
Yasukuni-Schrein als Stein des Anstosses

Bei der belasteten Vergangenheit der beiden Länder und beim 
Hauptstreitpunkt, den Besuchen Koizumis im Yasukuni-Schrein, ist 
keinerlei Annäherung der Positionen zu beobachten. Im umstrittenen 
Schrein im Zentrum Tokios werden neben Japans rund 2,5 Millionen 
Kriegstoten auch die Seelen von 14 verurteilten Kriegsverbrechern 
verehrt, weshalb China die Stätte nicht zuletzt als Glorifizierung von 
Japans militaristischer Vergangenheit betrachtet.

Von japanischen Regierungspolitikern wurden die überraschende Rückreise 
von Wu und die damit einhergegangene Absage eines geplanten Treffens mit 
Koizumi als unhöflicher Akt und als Verstoss gegen internationale 
Gepflogenheiten kritisiert. Aussenminister Nobutaka Machimura zeigte 
sich zwar darum bemüht, die Brüskierung vom Vortag als Kleinigkeit 
darzustellen, die sich nicht auf die Beziehungen der beiden Länder 
auswirken werde. Gleichwohl beklagte er, dass es von chinesischer Seite 
keine Worte der Entschuldigung gegeben habe. Auch Koizumi wusch seine 
Hände in Unschuld, und er betonte sein Unverständnis für das Verhalten 
der chinesischen Seite.

Deutlich anderer Ansicht zeigt man sich erwartungsgemäss in China. 
Nachdem noch am Vortag angeblich «wichtige und dringende Verpflichtungen 
in Peking» als Begründung für Wus Abreise vorgeschoben worden waren, 
nannte ein Sprecher des chinesischen Aussenministeriums am Dienstag die 
wahren - und letztlich wenig überraschenden - Gründe: So zeigte man sich 
in Peking in erster Linie brüskiert über Äusserungen japanischer 
Politiker im Verlauf der vergangenen Woche zum kontroversen 
Yasukuni-Schrein. Die Äusserungen zum Schrein hätten die Atmosphäre 
verdorben, die sich Peking für ein Treffen zwischen Koizumi und Wu 
gewünscht habe, erklärte der Sprecher. In jüngerer Vergangenheit seien 
aus Japan eine Reihe von Kommentaren zu vernehmen gewesen, die dem 
sino-japanischen Verhältnis wenig förderlich gewesen seien.
Koizumi zeigt sich uneinsichtig

Zwar wurde Koizumi in der Begründung nicht explizit als Hauptschuldiger 
erwähnt. Dass sich der Zorn des chinesischen Regimes aber primär gegen 
Japans Regierungschef richtet, ist offensichtlich. So hat Koizumi in 
jüngerer Vergangenheit - unter anderem auch während des achttägigen 
Aufenthalts von Wu in Japan - verschiedentlich Kommentare abgegeben, die 
wenig Zweifel daran aufkommen lassen, dass er dem Yasukuni- Schrein auch 
im laufenden Jahr seine Ehre erweisen wird; offen scheint demnach allein 
der Zeitpunkt der Visite. Noch im vergangenen Monat, als in China 
antijapanische Ausschreitungen für eine rapide Verschlechterung des 
bilateralen Verhältnisses gesorgt hatten, hatte Koizumi eher zweideutige 
Worte gewählt. Ob er dem Schrein, den er letztmals im Januar 2004 
besucht hatte, auch im laufenden Jahr eine Visite abstatten werde, liess 
er dabei zumindest offen.

Zwar hat Peking am Dienstag erneut betont, dass sich viele Probleme 
zwischen Japan und China einfach lösen liessen, wenn Japans 
Regierungsvertreter von Besuchen des Yasukuni- Schreins absehen würden. 
Koizumis Reaktion legt jedoch den Schluss nahe, dass er seine 
nationalistische Überzeugung als wichtiger einschätzt als eine 
politische Entspannung mit dem wichtigsten Handelspartner. Diese 
unnachgiebige Haltung garantiert ihm zwar den Applaus 
rechtskonservativer Politiker, die in Japan in den vergangenen Jahren 
deutlich an Gewicht und Einfluss gewonnen haben und die nichts stärker 
eint, als wenn ausländische Regierungen - und namentlich das 
aufstrebende China - den politischen Druck auf Tokio zu erhöhen 
versuchen. In zunehmendem Masse sind aber auch kritische Einwände am 
Verhalten Koizumis zu vernehmen, etwa aus Wirtschaftskreisen, wo man auf 
eine Stabilisierung des Verhältnisses mit dem boomenden Riesenreich 
drängt. Auch in den Kommentaren japanischer Zeitungen dominierte am 
Dienstag die Einschätzung, dass die Unnachgiebigkeit Koizumis zumindest 
mitverantwortlich sei, dass einmal mehr eine gute Gelegenheit zur 
Verbesserung der Beziehungen mit Peking verpasst wurde.


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Wachstum und Reichtum in China

Weitreichende soziale Folgen der Modernisierung

2004 hatte Chinas Ministerpräsident, Wen Jiabao, Nachhaltigkeit als 
Basis einer neuen Wachstumsstrategie vorgegeben. Dazu ist nun das von 
Staats- und Parteichef Hu Jintao gesteckte Ziel einer harmonischen 
Gesellschaft hinzugekommen. China sucht mit den sozialen Implikationen 
der raschen Modernisierung zu Rande zu kommen.
	
	
us. Peking, im Mai

Jede Führungsgeneration Chinas muss ihre Entwicklungsvorstellungen in 
griffige Formen zusammenfassen. Für Deng Xiaopings Reformen geschah dies 
unter dem Slogan «Reich zu werden, ist wunderbar». Jiang Zemin 
hinterliess das Konzept der «drei Vertretungen», mit dem die Öffnung der 
Kommunistischen Partei für breitere Bevölkerungsschichten, besonders 
auch für Unternehmer, umrissen wurde. Nachdem sie bald drei Jahre an der 
Macht ist, artikuliert die vierte Führungsgeneration mit Staats- und 
Parteichef Hu Jintao und Premier Wen Jiabao an der Spitze mit dem Ziel 
eines nachhaltigen Wachstums und einer harmonischen Gesellschaft ihr 
eigenes Vorhaben. Es geht ihr darum, das wirtschaftliche Wachstum besser 
mit den Bedürfnissen der Umwelt und mit den vorhandenen Ressourcen in 
Übereinstimmung zu bringen und eine ausgeglichenere Entwicklung des 
Wohlstands im Land zu gewährleisten.
Akzentuierte Probleme

Hinter diesen jüngsten Vorgaben stehen akute Probleme, die durch ein 
Jahrzehnt mit stürmischem Wirtschaftswachstum akzentuiert worden sind. 
In manchen Regionen des Riesenlandes hat die wirtschaftliche Entwicklung 
zu grossflächigen Umweltschäden geführt, die dringend nach Behebung 
rufen. Auch haben sich in den letzten Jahren die Anzeichen gehäuft, dass 
die vorhandenen Ressourcen mit der rasanten Expansion der 
Wirtschaftstätigkeit nicht immer Schritt zu halten vermögen. Die Folgen 
davon sind Stromknappheit und Engpässe im Transportsystem. Schliesslich, 
und dies ist die politisch akuteste Herausforderung, hat sich während 
der letzten zwei Jahrzehnte die Schere bei Einkommen und Vermögen der 
Chinesen sehr weit geöffnet, und auch das Wohlstandsgefälle zwischen den 
Regionen ist grösser geworden.

Mit dem laufenden Jahr geht Chinas zehnter Fünfjahresplan zu Ende. In 
einer wirtschaftspolitischen Grundsatzerklärung vor der unlängst 
abgehaltenen Jahrestagung des Nationalen Volkskongresses bezeichnete 
Ministerpräsident Wen Jiabao das Jahr 2005 als von zentraler Bedeutung 
für eine solide makroökonomische Entwicklung. Konkret gab er für 2005 
ein Wachstum von 8% vor, was gegenüber dem Vorjahr zwar eine leichte 
Abschwächung, aber doch bloss eine Wachstumskonsolidierung auf nach wie 
vor sehr hohem Niveau bedeutete. Wen umriss das Dilemma, in dem sich die 
Regierung konjunkturpolitisch befindet: «Wir müssen ein rasches 
Wirtschaftswachstum aufrechterhalten und gleichzeitig die Strukturen der 
Volkswirtschaft verbessern.»
Fiskalische Massnahmen

Die angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt lässt keine namhafte Abkühlung 
der Konjunktur zu. Allein im städtischen Umfeld kommen 2005 11 Mio. 
neue, einen Job suchende Arbeitskräfte auf den Markt. Gleichzeitig muss 
die Regierung auch ein Augenmerk auf die Preisentwicklung haben. Ziel 
ist es, im laufenden Jahr den Anstieg der Konsumentenpreise unter 4% zu 
halten. Sollte dies nicht gelingen, müsste die Zentralbank, die 
letztmals im vergangenen Herbst die Zinsen heraufgesetzt hat, erneut 
aktiv werden.

Angestrebt wird eine weitere Erhöhung der Einkommen. Sie sollen 2005 für 
die städtische Bevölkerung um real 6%, in ländlichen Gegenden um real 5% 
wachsen. Im Visier hat die Regierung dabei vor allem die 
einkommensschwachen Schichten: Die gefährdete soziale Stabilität solle 
gewahrt bleiben, meinte Wen Jiabao vor dem Volkskongress. Den 
Abgeordneten sagte der Premier auch eine Reduktion und schliesslich die 
Abschaffung der landwirtschaftlichen Steuern zu. Finanzminister Jin 
Renqing sekundierte Wen mit der Ankündigung, dass mit fiskalischen 
Mitteln die Absichten der Regierung, den Armen zu helfen und das Gefälle 
beim Einkommen zu verringern, realisiert werden sollen: «Wir werden die 
Einkommenssteuer nutzen, um die Unterschiede zu vermindern.» Unter 
anderem kündigte der Minister auch eine Sonderhilfe im Umfang von 80 
Mrd. Yuan für die Bauern an.
Wachsendes Einkommensgefälle

Einem in Tageszeitungen veröffentlichten Grundsatzartikel war unlängst 
zu entnehmen, dass gemäss Angaben der Chinesischen Akademie für 
Sozialwissenschaften die Einkommensunterschiede zwischen den Angehörigen 
verschiedener sozialer Schichten stark im Steigen begriffen sind. Das 
verfügbare Pro-Kopf-Einkommen bei den wohlhabenden 10% der chinesischen 
Bevölkerung sei mehr als achtmal höher als jenes der 
einkommensschwächsten 10%. Das Vermögen der reichsten 10% der 
Bevölkerung entspreche der Hälfte des Gesamtvermögens der Bevölkerung, 
während die ärmsten 10% bloss einen Anteil von 1% beanspruchen könnten. 
Eine im selben Artikel erwähnte Online-Umfrage ergab, dass 76% der 
Befragten sich über das wachsende Reichtumsgefälle beunruhigt zeigen und 
68% eine weitere Ausweitung desselben für wahrscheinlich erachten. 
Makroökonomische Untersuchungen gehen davon aus, dass während der 
nächsten 20 bis 30 Jahre eine weitere Zunahme des Reichtumsgefälles zu 
verzeichnen sein wird.

Es ist naheliegend, dass solche Perspektiven in einem Land, in dem der 
grösste Teil der Bevölkerung sich noch an eine Zeit der absoluten 
Einkommens- und Vermögensegalität erinnert, für Unzufriedenheit und 
Beunruhigung sorgen. Auch viele, die anerkennen, dass es ihnen heute 
erheblich besser geht als zu Maos Zeiten, zeigen sich über die 
Neureichen und ihren ostentativ demonstrierten Konsum empört. Von 
namhaften chinesischen Wirtschaftsexperten wird demgegenüber zu bedenken 
gegeben, dass wachsende Einkommens- und Vermögensunterschiede ein 
notwendiger Teil der Wirtschaftsreformen seien. Auch sei es in einem 
Entwicklungsland wie China nur normal, dass es ein markantes 
Wohlstandsgefälle zwischen den ländlichen und den städtischen Regionen 
gebe. Während von den einen der Einsatz fiskalischer Instrumente zur 
Reduktion der Unterschiede befürwortet wird, sehen andere die 
Akkumulation von Privatkapital und privatem Vermögen im derzeitigen 
Entwicklungsstadium Chinas als positiv an. Es sei dies Teil des 
Übergangs von der Plan- zur Marktwirtschaft, wo die Menschen, die 
grössere Fähigkeiten besässen und mehr Leistung erbrächten, 
richtigerweise besser entlöhnt würden.
Zurück zur Einfachheit

Betont wird auch von den Gegnern einer neuerlichen, voreiligen 
Nivellierung durch fiskalische und andere Massnahmen, dass die illegale 
Akquisition von Reichtum scharf zu bekämpfen sei. Es seien die 
Reichtümer, die aus Bestechung, Betrug und Klientelismus resultierten, 
die für Unzufriedenheit sorgten. Die Regierung hat der Korruption den 
Kampf angesagt, doch ist dies, wie die praktisch täglich erfolgenden 
Meldungen über neue Bestechungsfälle zeigen, ein überaus schwieriges 
Unterfangen. Zudem erschweren das Fehlen eines funktionierenden 
Rechtsstaats sowie die Tatsache, dass die Partei nach wie vor über dem 
Gesetz steht, die wirksame Bekämpfung der Korruption. Vorerst dürfte die 
Obrigkeit zur Besänftigung des Volkszorns weiterhin zum bewährten Mittel 
greifen, von Zeit zu Zeit mit der scharfen Bestrafung hoher Funktionäre 
Exempel zu statuieren. Auch ist bereits absehbar, dass es in den 
kommenden Jahren denjenigen, die über viel neuen Reichtum verfügen, zu 
raten ist, ihn nicht allzu provokativ zur Schau zu stellen. Mit ihrem 
betont volksbezogenen Führungsstil haben Wen Jiabao und Hu Jintao 
bereits erkennen lassen, dass nach den Boomjahren unter Jiang Zemin und 
Zhu Rongji heute wieder Einfachheit und Selbstbescheidung im Vordergrund 
stehen.


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Pekings berühmteste Brücke - Mahnmal der Niederlage

Die Marco-Polo-Brücke als fester Begriff im historischen Bewusstsein der 
Chinesen

Die gegen Ende des 12. Jahrhunderts erbaute Lugou-Brücke gehört zu den 
schönsten Zeugnissen der traditionellen chinesischen Baukunst. Marco 
Polo soll die Brücke besucht haben, die sechs Jahrhunderte später zum 
Schauplatz eines wichtigen Siegs der in China vordringenden japanischen 
Truppen werden sollte.
	
	
us. Peking, im April

Über Jahrhunderte hinweg gehörte die Lugou- Brücke zur einzigen 
Fernstrasse, die Peking mit dem Süden Chinas verband. Das 267 Meter 
lange und 7,5 Meter breite Bauwerk aus Marmor soll den China-Reisenden 
Marco Polo stark beeindruckt haben und sollte Jahrhunderte später seinen 
Namen tragen. Dass die Brücke in der Volksrepublik allen Schülern zu 
einem festen Begriff wurde, dafür sorgten die Japaner am 7. Juli 1937, 
sechs Jahre nach der Eroberung der Mandschurei.
Heroischer Abwehrkampf

Der Zwischenfall an der Marco-Polo-Brücke war eine wichtige Wegmarke im 
Japanisch-Chinesischen Krieg. Die Vernichtung der die Brücke bewachenden 
chinesischen Truppen durch eine drückend überlegene japanische 
Streitmacht war das Vorspiel zum Fall von Peking, und dieser wiederum 
sollte den Japanern die Besetzung weiter Teile der chinesischen 
Kerngebiete erleichtern. Heute ist die Brücke per Auto in einer halben 
Stunde Fahrt vom Tiananmen-Platz zu erreichen. Zurzeit sind umfassende 
Bauarbeiten im Gange, um das eindrückliche Bauwerk dem Tourismus 
zugänglich zu machen. Ein paar hundert Meter von der Brücke entfernt, in 
dem noch heute von einer intakten Mauer umgebenen Städtchen Wanpin, 
findet sich ein kleines Museum zur Geschichte der japanischen Besetzung 
Chinas. Das Ausstellungsgebäude wird allerdings zurzeit ebenfalls einer 
Renovation unterzogen.

In den Tagen, da es in mehreren chinesischen Städten zu teilweise 
gewalttätigen antijapanischen Protesten gekommen ist, hat man 
beschlossen, wieder einmal die Marco-Polo-Brücke zu besuchen. Abermals 
beeindruckt die Schönheit dieses Bauwerks mit seinen kaiserlichen Stelen 
und mit seinen nahezu fünfhundert, delikat in Stein gehauenen Löwen als 
Zierfiguren. Wie viele andere Infrastrukturbauten, so zeugt auch die 
Marco- Polo-Brücke von der bemerkenswerten Fähigkeit der Chinesen, 
Funktionalität und Ästhetik zu verbinden. Doch die Fahrt zur Brücke, die 
an einem Tag stattfindet, da Pekings Hauptstadt von einem der 
gefürchteten Staubstürme des Frühlings heimgesucht wird, gewährt auch 
einen Einblick in die zwiespältige chinesische Realität, die von 
denjenigen, die das Reich der Mitte bereits als neue Weltmacht wähnen 
oder fürchten, häufig verdrängt wird.

Die Stadtausfahrt auf der Autobahn ist beinahe so eindrücklich wie in 
den USA. Und die sich ins Agrarland ausbreitenden Vororte mit ihren 
modernen Hochhäusern bekräftigen das Image eines China, in welchem die 
Bäume scheinbar ohne jegliches Hindernis in den Himmel wachsen. Doch bei 
näherem Zusehen entdeckt man, dass viele Menschen noch immer in äusserst 
bescheidenen Verhältnissen leben müssen. Nur eine halbe Stunde von den 
blitzblanken Glaspalästen und Shopping-Malls entfernt herrschen in der 
Umgebung der Marco-Polo-Brücke die dörflichen Verhältnisse eines 
Drittweltlandes.

In einem Schulgeschichtsbuch, das von den Vierzehnjährigen durchgenommen 
wird, liest man vom heroischen Abwehrkampf der hoffnungslos unterlegenen 
chinesischen Soldaten an der Marco-Polo-Brücke. Ausgelöst wurde der 
Zusammenstoss durch die Forderung der Japaner, einen vorgeblich 
entführten Wehrmann in Wanpin aufzutreiben. Als diesem Begehren nicht 
stattgegeben wurde, begannen sie mit dem Artilleriebeschuss der Stadt. 
Noch heute sind dessen Auswirkungen in der Form von Einschusslöchern an 
der Stadtmauer zu erkennen. Im Nahkampf bei der Brücke, so das 
Schulgeschichtsbuch, starben beinahe alle chinesischen Soldaten, von 
denen etliche sich mit nichts anderem als Säbeln gegen die vorrückenden 
Japaner zur Wehr setzen konnten. «Eher sterben wir im Kampf, als dass 
wir als Sklaven ohne Land überleben», sollen die chinesischen Soldaten, 
so lernen die Schüler, zum Wahlspruch gehabt haben.
Verwundete Seele

Der Abwehrkampf an der Marco-Polo-Brücke steht symbolkräftig für die 
komplexen Gefühle, die China in der vor allem im letzten Jahrhundert 
sehr tragischen Auseinandersetzung mit dem Nachbarn Japan geprägt haben. 
Die verwundete Seele, die auch in den Texten der Schulgeschichtsbücher 
erkennbar wird, resultiert aus der Erkenntnis, dass man als ein um ein 
Mehrfaches grösseres Land und eine in mancher Hinsicht viel ältere 
Zivilisation der Geschlossenheit des japanischen Imperiums beinahe 
zwangsläufig unterlegen war. Bis zu den jüngsten antijapanischen 
Demonstrationen wirkt diese Ambivalenz nach. Die Chinesen fühlen sich 
nicht nur durch Aktionen wie die symbolträchtigen offiziellen Besuche in 
Tokios Yasukuni-Schrein oder die Zulassung eines offensichtlich der 
Geschichtsklitterung zuzurechnenden japanischen Schulbuches provoziert 
und erniedrigt. Im Hinterkopf schlummert auch die alte Furcht, dass 
Japan, obschon es deutlich kleiner ist, wegen seiner Dynamik und vor 
allem wegen seiner nationalen Disziplin auch weiterhin jederzeit eine 
Bedrohung bilden könnte. Im Grunde genommen weiss man um die eigenen 
Schwächen, die aus der häufigen Zerstrittenheit der Chinesen 
untereinander resultierten.

Letztlich hätte sich der Zwischenfall an der Marco-Polo-Brücke wohl 
vermeiden lassen, wenn sich China um jene Zeit nicht in einem brutalen 
Bürgerkrieg und fortdauernden Kämpfen zwischen regionalen Warlords 
zerfleischt hätte. Im Grunde genommen vermittelt der heroische Kampf an 
Pekings berühmtester Brücke nur einmal mehr die Lehre, dass auch die 
mutigste Selbstaufopferung nichts bewirken kann, wenn die Führung versagt.


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Masse und Macht

Ein Rundgang über den monumentalen Tiananmen-Platz in Peking

Hauptstädtische Plätze sind eine Visitenkarte für die Geschichte und die 
Kultur eines Landes. Pekings Platz des Himmlischen Friedens, der Ort des 
Studentenmassakers von 1989, demonstriert die Arroganz, Bedrohlichkeit 
und Verletzlichkeit totaler Macht.
	
	
Von Urs Schoettli

Jedes Jahr, wenn in der Grossen Halle des Volkes das Plenum des 
Nationalen Volkskongresses zusammentritt, und alle vier Jahre, wenn in 
demselben stalinistischen Gebäudekomplex die Delegierten des Kongresses 
der Kommunistischen Partei sich versammeln, wird der Platz (vor dem Tor) 
des Himmlischen Friedens von Polizei, Militär und Geheimdienstagenten 
hermetisch abgeschlossen. Wie zu den Zeiten, als hinter den Mauern der 
Verbotenen Stadt die Kaiser residierten, wird auch heute den Untertanen 
der Kontakt zu den Mächtigen, die über ihr Schicksal befinden, rigoros 
verwehrt. Bloss bei sorgfältig orchestrierten Inspektionsreisen der 
Parteibosse vermag der eine oder andere einen Blick auf die Spitze der 
herrschenden Dynastie zu werfen.
IMPERIALE DIMENSIONEN

Der Tiananmen-Platz gilt als der grösste Platz der Welt. Seine 
Dimensionen sind so enorm, dass man ihn eigentlich gar nicht als 
geschlossene Einheit wahrnimmt. Traditionelle städtebauliche Eckpunkte 
sind der Zugang zur Verbotenen Stadt und das ihm direkt gegenüber 
stehende Haupttor, Qianmen. Dessen beide mächtige Gebäude gehörten einst 
zu den Wehrbauten, welche die dem Kaiserpalast vorgelagerte Altstadt 
umschlossen. Flankiert wird der Platz des Himmlischen Friedens von einer 
wilden Mischung von Baustilen. Einzelne Gebäude lassen den russischen 
Einfluss zur Zeit der vorletzten Jahrhundertwende erkennen, während die 
beiden monumentalen Komplexe des Museums zur Geschichte der chinesischen 
Revolution und der Grossen Halle des Volkes das neue Zeitalter des 
kommunistischen Totalitarismus verkörpern, das mit der auf dem 
Tiananmen-Platz am 1. Oktober 1949 erfolgten Ausrufung der Volksrepublik 
begonnen hat. Zum seit einiger Zeit nicht mehr genutzten Erbe dieser 
jüngsten über das Reich der Mitte herrschenden Dynastie gehören auch die 
den Aussenmauern der Verbotenen Stadt vorgelagerten Tribünen, die einen 
an die Paraden erinnern, die zur Hochzeit des realsozialistischen 
Monumentalismus von Pankow bis Pjongjang zu den Ritualen der Herrschaft 
des Proletariats gehört hatten. Im Mittelpunkt des imperialen Platzes 
steht das Mausoleum mit dem mumifizierten Staatsgründer Mao und davor 
das in der Tradition kaiserlicher Stelen gestaltete Denkmal für die 
Helden des Volkes.

Es wird in jüngster Zeit in westlichen Medien viel über einen frisch 
erstarkenden chinesischen Nationalismus spekuliert. Da die ideologische 
Legitimität der Kommunistischen Partei längst einem ausgeprägten macht- 
und wirtschaftspolitischen Pragmatismus hat Platz machen müssen, sei, so 
lautet das Argument, Peking verstärkt gezwungen, auf der Klaviatur des 
Patriotismus zu spielen. Als Indiz für diese Entwicklung gelten auch die 
jüngsten antijapanischen Proteste. Wer die neuere Geschichte des Reichs 
der Mitte aufmerksam studiert und auch das distanzierte Verhältnis der 
Chinesen zum Staat, ja zu jeder den Familienverband übersteigenden 
Gemeinschaft berücksichtigt, wird hinter die These vom Nationalismus ein 
grosses Fragezeichen setzen müssen. Jedenfalls lassen sich im Alltag, 
wenn sich auf dem Tiananmen-Platz die Massen der Besucher aus allen 
Gegenden des Riesenreiches tummeln und die imposanten Zeugnisse der 
Staatsmacht vorgezeigt bekommen, keine Zeichen einer patriotischen 
Ergriffenheit erkennen. Die Gruppen benehmen sich beim Rundgang durch 
die Grosse Halle des Volkes oder durch den Kaiserpalast viel lauter und 
respektloser als etwa die Besucher im Schweizer Bundeshaus. Abends beim 
Einzug der riesigen Fahne, die gegenüber dem Eingangstor zur Verbotenen 
Stadt mit dem weltbekannten und seit dem Tiananmen-Massaker infamen 
Porträt von Mao flattert, zieht ein kleiner Trupp von Soldaten auf. Die 
jungen Männer, die im Blitzlichtgewitter blinzeln, machen im Vergleich 
mit den Wachen, die in London oder Washington aufmarschieren, einen 
harmlos bäuerlichen Eindruck.

In jüngster Zeit haben Chinas eindrückliche wirtschaftliche Fortschritte 
von Tokio bis London und Washington die Sicherheitsstrategen auf den 
Plan gerufen. Wieder einmal geht des Gespenst von der «gelben Gefahr» um 
die Welt, und in einem unlängst veröffentlichten Bericht sieht die 
amerikanische Heritage Foundation das Reich der Mitte als «eine 
aufstrebende Macht in der Weltpolitik», die sich immer ausgeprägter zum 
Hauptgegner der USA entwickeln werde. Es gebe kaum eine internationale 
Herausforderung, in welcher Peking nicht eine Rolle spiele. «Mit seiner 
immer stärker entwickelten Machtbasis, die sich aus Wirtschaftswachstum, 
politischer Stabilität und wachsenden militärischen Kapazitäten nährt, 
sieht China sein Wiedererstehen als eine eigenständige Weltmacht als 
eine Gewissheit an.»
VERLETZLICHKEITEN

Tatsache ist, dass ein Blick hinter die in mancher Hinsicht 
Potemkinschen Kulissen staatlicher Allmacht ein China enthüllt, das 
enorme Verletzlichkeiten aufweist. Wie kann man von politischer 
Stabilität sprechen, wenn ein einzelner Bürger, der auf dem 
Tiananmen-Platz ein Protestplakat hochhält, gleich von einer Gruppe von 
Sicherheitsagenten abgeführt wird. Tiananmen ist umringt von den 
Institutionen absoluter Macht, die weder durch eine Religion noch durch 
eine Bürgergesellschaft in Schranken gehalten wird, und dennoch ist 
gleichzeitig stets die Zerbrechlichkeit dieser Herrschaftsbasis fühlbar. 
Die ausgedehnte Anlage der Verbotenen Stadt hat trotz ihren riesigen 
Dimensionen die Verletzlichkeit aller menschlichen Ambitionen an sich. 
Es ist keine Festungsanlage, welche die Menschen abschreckt. Ihre Türme 
und Mauern bestechen eher durch ästhetische denn militärische 
Qualitäten. Und dennoch steht der Sitz der letzten chinesischen Kaiser 
als Mahnmal für politische Traditionen, die bis heute den Übergang vom 
Untertanen zum mündigen Bürger verwehrt haben. Die Grosse Halle des 
Volkes beherbergt die Sessionen eines Parlaments, das nichts zu sagen 
und nichts zu kontrollieren hat.

Das Museum der Revolutionsgeschichte lehrt eine Geschichte, die der 
Propaganda verpflichtet ist, und im Mittelpunkt des Platzes liegt noch 
immer der Leichnam eines Mannes aufgebahrt, der zu den grössten 
Massenverbrechern der Menschheit gehört. Nirgendwo um den 
Tiananmen-Platz herum gibt es eine Institution, welche die staatliche 
Machtfülle brechen könnte - ausser am südlichen Ende des Platzes, wo das 
Gewirr der Basars des alten Peking beginnt. Hier herrscht die 
Umtriebigkeit von Märkten und Geschäften in orientalischer Buntheit. Die 
Uniformität, welche der Maoismus gebracht hatte, ist längst geschwunden. 
Noch gibt es keine politische Wahl, doch auf dem Markt sind wie 
seinerzeit bei der industriellen Revolution in Grossbritannien die alten 
Hierarchien und feudalistischen Abhängigkeiten längst zerbrochen worden.

Dass auf dem Platz des Himmlischen Friedens nicht notwendigerweise 
Friedhofsruhe zu herrschen braucht, davor fürchtet sich die Obrigkeit. 
Unvergessen sind die Manifestationen im Frühling 1989, die blutig 
niedergeschlagen wurden. Noch immer ist dies eine teure Rechnung, die 
dereinst zu begleichen sein wird. Zu den die Zeiten übergreifenden 
Idealen der chinesischen Staats- und Gesellschaftslehre gehört die 
Harmonie, der himmlische Frieden. Unter dieser das Mandat des Himmels 
rechtfertigenden Ordnung pflegt sich das Reich der Mitte seit Urzeiten 
in stolzer Abgrenzung zur tribalistischen Zerstrittenheit der Barbaren 
und zur Anarchie als Zentrum der zivilisierten Welt zu sehen. Heute ist 
China mit der Herausforderung konfrontiert, dass eine immer komplexere 
Gesellschaft nach neuen Instrumenten der Machtkontrolle und Machtteilung 
ruft, mit denen allein zu gewährleisten ist, dass die dunklen Wolken des 
Absolutismus, die noch immer über dem Platz des Himmlischen Friedens 
dräuen, sich ohne eine gewitterhafte Entladung verziehen können.
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Die Stimme des Stammes

Allzu Glattes von Aki Shimazaki
	
	Eine rührselige Geschichte, die uns die in Kanada ansässige, aus Japan 
stammende, französisch schreibende Aki Shimazaki da erzählt. Ein junger 
Mann heiratet auf Wunsch seiner Familie, bleibt kinderlos, lässt sich - 
auf Wunsch der Familie - scheiden, heiratet - gegen den Wunsch der 
Familie - eine Waise mit unehelichem Kind, und die neue Familie wird 
zusammen alt und glücklich. Rührselig wie das Hollywoodkino, einfach 
geschrieben und einfach gestrickt, mit Analogien und Koinzidenzen, die 
so glatt aufgehen, wie das im Leben nie geschieht. Und mit einer 
ornamentalen Symbolik, die noch einmal sagt, was die Erzählung ohnehin 
sagt: nicht störend, diese Bilder, nur unnötig, und auch recht hübsch. 
Ein Mann rudert gegen die Strömung.

Die Strömung der gesellschaftlichen Konventionen war im Japan der Zeit 
zwischen den beiden Weltkriegen besonders stark. Shimazakis Erzählung 
gibt einige zeitgeschichtliche Indizien, die zugleich die kritische 
Distanz der Autorin signalisieren: japanischer Expansionismus, schlechte 
Behandlung der Koreaner im Land, Omiai: das bis heute praktizierte 
System der Verheiratung durch Vermittlung eines Dritten, 
Konventionalitätsdruck in Familie und Gesellschaft . . . Von diesen 
sorgfältig placierten Details abgesehen, plätschert die Geschichte von 
den beiden Liebenden aber im Zeitlosen, und die Gesellschaftskritik 
verliert durch den braven Edelmut der Charaktere und ihrer Handlungen 
jegliche Schärfe. Der reiche Mann heiratet die arme Frau und freut sich 
über das uneheliche Kind, das ihm, dem Unfruchtbaren, geschenkt wird. Am 
Ende, als der Mann schon ein Greis ist, stellt sich heraus, dass er 
selbst ebenso «zweifelhafter Herkunft» ist wie seine Frau. Wie in den 
«gewagten» europäischen Erzählungen aus vergangenen Jahrhunderten wird 
die Kühnheit dadurch belohnt, dass sie sich im Rückblick als eigentlich 
unnötig erweist. Die Stimme des Stammes, um nicht zu sagen: die des 
Blutes setzt sich durch.

«Wasurenagusa» hat zwei Teile, zwischen diesen liegt fast ein halbes 
Jahrhundert. Doch die Stimme des Ich-Erzählers hat sich überhaupt nicht 
verändert, seine Wahrnehmung ist die gleiche, als wäre er gar nicht 
gealtert, und auch die Gesellschaft ist gleich, als wäre keine Atombombe 
gefallen und als hätte das Land keinen Modernisierungsschub hinter sich. 
Die Erzählung wirkt auch durch diese erzähltechnische Unbekümmertheit 
wie ein Märchen, und vielleicht sollte man das Büchlein beim zweiten Mal 
von Beginn weg als solches lesen: Dann könnte man auch das Rührende der 
Geschichte ohne Widerstände hinnehmen und sich den Tränen ergeben, etwa 
so, wie es dem sich klug und erwachsen wähnenden Zuseher hin und wieder 
im dunklen Kinosaal ergeht, wenn er sich in die Hollywood-Bilder 
versenkt, um geschneuzt und geläutert daraus hervorzugehen.

Leopold Federmair

Aki Shimazaki: Wasurenagusa. Roman. Aus dem Französischen von Bernd 
Wilczek. Verlag Antje Kunstmann, München 2005. 120 S., Fr. 26.80.
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Wenn die kleinen Kaiser flügge werden

Chinas Studenten zwischen Emanzipation und Konformität

Das Leben von Chinas Oberschülern ist ganz auf die 
Hochschul-Aufnahmeprüfung ausgerichtet. Lernen allein jedoch genügt 
spätestens im Studium nicht mehr. Gewöhnt daran, als Einzelkinder rundum 
umsorgt zu werden, sehen sich die Erstsemester plötzlich in die 
Selbständigkeit entlassen. Gewisse Schutzzonen bieten die in China 
grundsätzlich von Mauern umgebenen Campus.
	
Von Michael Ostheimer

Die Studenten an der Peking-Universität haben es geschafft - zumindest 
grundsätzlich. Hart nämlich ist die Auslese unter Chinas künftigen 
Akademikern. Nur wer eine ausnehmend hohe Punktzahl in der nationalen 
Hochschul-Aufnahmeprüfung erreicht hat, bekommt die Chance, an der 
ältesten staatlichen und (neben der benachbarten und eher natur- und 
ingenieurwissenschaftlich orientierten Qinghua-Universität) 
renommiertesten Universität Chinas zu studieren. Deren Absolventen haben 
hervorragende Berufsaussichten, aber auf ihnen lastet auch ein 
historisches Erbe. Denn Chinas Geschichte des 20. Jahrhunderts ist eng 
mit der Peking-Universität verbunden. 1919 machte sie das Zentrum der 
kulturellen und nationalrevolutionären 4.-Mai-Bewegung aus, hier 
sortierte der junge Aushilfsbibliothekar Mao Zedong Bücher, hier 
unterrichtete mit Lu Xun der Begründer der modernen chinesischen 
Literatur. 70 Jahre später nahmen die Studentenproteste, die mit dem 
Tiananmen-Massaker am 4. Juni 1989 ihr blutiges Ende fanden, von hier 
ihren Ausgang.

Über dem von hohen Steinmauern umgebenen Campus weht ein laues 
Frühlingslüftchen. Der am nordwestlichen Stadtrand liegende ehemalige 
kaiserliche Garten, auf dessen Gelände heute die Peking-Universität 
residiert, bildet eine der wenigen Oasen in Chinas Metropole. Draussen, 
wo man vor 50 Jahren noch Reis anbaute und bis vor kurzem noch 
Eselskarren sehen konnte, tobt der geschäftige Trubel des IT-Bezirks 
Haidian. Drinnen schlendern Liebespärchen Hand in Hand durch die 
dunstige Mittagssonne, umrunden Jogger den namenlosen See, das 
Wahrzeichen der Uni, memorieren auf Steinbänken eifrige Lerner lauthals 
englische Vokabeln.
GLEICHE REGELN FÜR ALLE

Die Kluft, die sich für chinesische Jugendliche mit dem Sprung an die 
Hochschule auftut, ist enorm. Aufgewachsen in der Regel als behütete 
Einzelkinder, von denen um der guten Noten willen die Niederungen des 
Alltags sowie die Verlockungen des Heranreifens ferngehalten wurden, 
heisst es nunmehr für sie, auf eigenen Beinen zu stehen. Zwar verspricht 
das geregelte Campus- Leben Halt, verlangt aber auch grosse 
Anpassungsleistungen. Soziale Kompetenz wird gross geschrieben. Die ist 
auch gefragt, treffen doch plötzlich grossstadterprobte Unternehmer- und 
Kaderkinder, die finanzielle Sorgen nur vom Hörensagen kennen, auf 
Bauernkinder aus entlegenen Gegenden, die ihre Heimat noch nie verlassen 
haben und für deren Unterstützung die gesamte Verwandtschaft 
zusammenlegt. Doch die Regeln sind für alle gleich: Sie haben sich zu 
viert oder zu sechst ein Zimmer in den - nach Geschlechtern getrennten - 
Wohnheimen zu teilen und die vier Studienjahre bis zum Bachelor- Examen 
im Klassenverband nach Stundenplan zu verbringen.

Zimmer- und Klassenverband bilden die Schicksalsgemeinschaften, aus 
denen der Stoff für die Komödien und Tragödien der Adoleszenz erwächst. 
Die jungen Erwachsenen stehen vor der doppelten Aufgabe, dauerhaft 
miteinander auszukommen und zugleich ihre Persönlichkeit zu entfalten. 
Der Germanistik-Professor Wang Bingjun bringt das Dilemma auf die Frage: 
«Wie sollen chinesische Studenten Individualität entwickeln, wenn sie 
nie ein Zimmer für sich allein haben?» Erschwerend kommt hinzu, dass 
oftmals starke Interessenunterschiede unter den Kommilitonen herrschen. 
Da das Ergebnis in der Hochschul- Aufnahmeprüfung auch über den 
Fächerzugang entscheidet, stehen viele angehende Studenten vor dem 
Problem, zwischen dem Ansehen einer Hochschule und dem Wunschfach 
abwägen zu müssen. Ist eine der Top-Unis erreichbar, gibt in der Regel 
das für die chinesische Gesellschaft charakteristische, geradezu 
magische Statusdenken den Ausschlag. Um Teil einer renommierten 
Institution zu werden, stellt man persönliche Interessen hintan und 
nimmt etwa in Kauf, anstatt Wirtschaftswissenschaften eine Fremdsprache 
oder gar Philosophie zu studieren.

Vor allem für die Studienanfänger stellt die Mischung aus Emanzipation 
von den Eltern, Konformitätsdruck und einer für das weitere Fortkommen 
notwendigen Selbstdisziplin oft eine Überforderung dar. Sie reagieren 
darauf mit einer chronischen Scheu vor der Aussenwelt. Sosehr das 
Bewusstsein, einer bestimmten Hochschule anzugehören, als 
Distinktionsmerkmal gegenüber anderen Studenten verinnerlicht wird, so 
sehr gilt das Motto: Die Mauern meines Campus bedeuten die Grenzen 
meiner Welt. Gegenüber den Reizen des urbanen Lebens sind Chinas 
Jungakademiker - und dies nicht nur aus Geldmangel - in der Regel 
unempfänglich. Gelegentlich streifen sie zum Vergnügen durch 
Shoppingcenter, Geburtstage und bestandene Examen feiern sie mit dem 
Besuch eines Restaurants oder einer Karaoke-Bar. Innenansichten von 
Museen, Theatern oder gar Kneipen und Diskotheken gehören zur Mangelware.
UNZÄHLIGE KLUBS

Allerdings muss einem auch auf dem Campus nicht langweilig werden. An 
jeder Hochschule gibt es unzählige Studentenklubs, die sich zumal 
sportlichen Aktivitäten widmen. Daneben werden, da während der Schulzeit 
engere Beziehungen zwischen den Geschlechtern tabu sind, im Studium die 
ersten Erfahrungen mit der Liebe gemacht. Mangelnde Reife und 
romantische Sehnsucht treffen dabei auf einen sich zusehends wandelnden 
gesellschaftlichen Moralkodex. Waren vor einigen Jahren in der 
Öffentlichkeit gezeigte Vertrautheiten schlichtweg undenkbar, bevölkern 
heutzutage mangels entsprechender Rückzugsorte allenthalben turtelnde 
Liebespärchen den Campus. Im Übrigen aber heisst es warten, denn 
Schwangerschaften und Eheschliessungen sind während des 
Bachelor-Studiums von offizieller Seite (noch) nicht erlaubt.

Relativ ungezügelt ausleben können sich chinesische Studenten vor dem 
Computer. Mehrere Stunden am Tag im Internet zu verbringen, ist die 
Regel. Man lernt sich in Chatrooms kennen, lädt in Internetforen seinen 
Frust ab oder vertreibt seine Freizeit mit Computerspielen. Auch Handys 
sind aus dem studentischen Alltag nicht wegzudenken. Taucht irgendein 
Problem auf, verspricht der Griff zum Handy die Lösung. Gemäss dem in 
China weit verbreiteten situativen Denken lautet die Devise: erst 
kommunizieren, dann überlegen. Überhaupt spiegelt das allgemein hohe 
Mitteilungsbedürfnis den Wunsch wider, stets auf dem Laufenden zu sein. 
Kaum endet der Unterricht, wird «gesimst», als wäre man tagelang nicht 
erreichbar gewesen.

Im Unterricht dagegen erlaubt sich kaum jemand Unbotmässigkeiten. 
Sogleich nach der Kulturrevolution, während deren jede Form von 
Geistesarbeit und Unterordnung anrüchig war, wurde die konfuzianische 
Tradition wiederbelebt, wonach der Lehrer als ehrwürdige Autorität gilt. 
Am staatlich verordneten Lehrertag gibt es dann für die laoshi, wie 
gleichermassen Schul- und Hochschullehrer heissen, üblicherweise 
Glückwunschkarten und Nelken. Vor diesem Hintergrund gehört es in Chinas 
Hochschullandschaft zu den wohl bemerkenswertesten Entwicklungen der 
letzten Jahre, dass der Frontalunterricht vielfach abgelöst wurde durch 
dialogische Lernformen und eine offene Gesprächskultur.
OBLIGATORISCHER POLIT-UNTERRICHT

Nichts geändert hat sich am obligatorischen Polit-Unterricht, der über 
Marxismus, Maoismus und Dengismus bis hin zu Morallehre und 
Militärtheorie reicht. Man erträgt gleichgültig, was man nicht ändern 
kann. Denn für Politik interessieren sich heutzutage nur noch wenige 
Studenten, auch Philosophie und neue künstlerische Entwicklungen stehen 
nicht mehr hoch im Kurs. Gefragt nach den Zielen, antwortet Chinas 
akademischer Nachwuchs in der Regel einmütig: eine gute Stelle bekommen 
und viel Geld verdienen. Dies gestaltet sich zunehmend schwieriger. 
Betrug die Zahl der Studienanfänger 1998 nur etwa eine Million, waren es 
2004 bereits viermal so viel. Obwohl Chinas Akademikerquote noch weit 
hinter der westlicher Industrieländer herhinkt, hat sich die 
Arbeitsmarktsituation für die Absolventen in den letzten Jahren 
erheblich verschlechtert. Ein Prädikatsexamen allein reicht nicht mehr 
aus, um aus verschiedenen Stellenangeboten wählen zu können, gegenwärtig 
sind zudem Praktika, Bewerbungsinitiative oder Beziehungen gefragt. 
Daher drängen immer mehr wegen des erhofften Qualifikationsvorteils ins 
Master-Studium oder wollen im Ausland studieren.

Chinas Hochschüler müssen sich behaupten gegen den Klammergriff aus 
einer schier ungezügelten Marktlogik und einem sozialistisch 
imprägnierten Konfuzianismus. Eines frühen Morgens stand ich vor einer 
müden Klasse, die gerade Formationstanzübungen für eine 
Grossveranstaltung am Nationalfeiertag hinter sich gebracht hatte. Als 
ich mein Mitgefühl ausdrückte, entgegnete eine Studentin: «Wir brauchen 
kein Mitleid, wir brauchen Verständnis!» Erst hinterher wurde mir klar: 
Hinter dem Ausspruch verbirgt sich nicht nur ein interkulturelles 
Problem, sondern auch der Wunsch nach Veränderung.
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China, in seiner Blüte betrachtet

Barbara Beuys über ein Frauenleben der Song-Zeit
	
Von Christiane Hammer

Zu Zeiten, da zahllose Köpfe aufgrund wenig hinterfragter 
China-Klischees voll sind von politischem Wunschdenken und Phantasien 
über unermessliche, noch unausgeschöpfte ökonomische Potenziale, ist es 
wohltuend, einmal einen tiefen Blick in die Geschichte dieses Landes zu 
werfen. Ein Buch, wie es in der deutschsprachigen China- Literatur 
selten zu finden ist, hilft da auf anregende Weise bei der Versachlichung.

Mit «Der Preis der Leidenschaft. Chinas grosse Zeit: Das dramatische 
Leben der Li Qingzhao» hat Barbara Beuys einen ebenso faktenreichen wie 
unterhaltsamen Rundum- und Hintergrundblick aufs «Reich der Mitte» 
vorgelegt. Dabei ist ihr fast fünfhundert Seiten starkes Buch keineswegs 
nur eine Biografie über Chinas bekannteste Dichterin Li Qingzhao (1084 
bis etwa 1155), wie im Untertitel angekündigt. Vielmehr verschwindet 
diese exemplarische Figur fast in einem üppigen Sittengemälde der 
chinesischen Gesellschaft nicht nur der Song-Zeit (960 bis 1279), 
sondern der chinesischen Kultur insgesamt.
SÄMTLICHE LEBENSBEREICHE

Schon bevor die literatur- und kunstsinnige Titelheldin in dieser 
Comédie humaine à la chinoise das erste Mal auftaucht, werden 
buchstäblich sämtliche Lebensbereiche Chinas (Geschichte, Staat, 
Verwaltung, Recht, Gesellschaft und Kaiserhof, Wirtschaft und 
Landwirtschaft, Technik, Industrie und Stadtentwicklung, Familie und 
Medizin, nicht zuletzt auch Philosophie, Religion, Literatur, Kunst und 
Musik) erzählend veranschaulicht. Da geht es um Allianzen und 
Koalitionen zum persönlichen Vorteil, um Aufstiege, Abstürze, 
Verbannungen und Rehabilitierungen aufgrund höfischer Intrigen und 
kaiserlicher Launen.

Dank Beuys' lebhaften Schilderungen kann man aber ebenso eintauchen ins 
Alltagsleben der im Einzugsgebiet des Gelben Flusses gelegenen 
Song-Hauptstadt Kaifeng, bis zu deren Eroberung durch die Jurchen eine 
von mehreren Millionenmetropolen im alten China. Man besucht 
Theateraufführungen und Familienfeste, erfreut sich an schmackhaftem 
Essen und am guten Leben überhaupt. Doch auch auf Gefängnisse und 
Gerichtsbarkeit, welche die Song-Dynastie weit fortschrittlicher 
erscheinen lassen als die heutige Volksrepublik und ihr 
(Un-)Rechtswesen, richtet sich die Neugier der Autorin.

Für Beuys ist die Tatsache «beschämend», dass die reiche Landkarte von 
Chinas Geschichte und Kultur hierzulande «bisher ein weisser Fleck» 
geblieben ist. Um nun bei den vielen Nicht-Experten «Interesse und 
Neugier für einen bisher unbekannten historischen Kontinent» zu wecken 
und ihnen diesen fernen Kulturkosmos zu erschliessen, wälzt sie in 28 
Kapiteln die Realien wieder und wieder um, bringt sie, angereichert mit 
Zitaten von Konfuzius, aus dem Buch der Lieder, den Gesammelten 
Tang-Gedichten, in immer neue Zusammenhänge, so dass sie in immer neuen 
Schleifen auftauchen. Dieses pädagogische Prinzip der Repetition ermüdet 
freilich auf die Dauer etwas - wer merkt sich all die fremden Namen, die 
vielen Daten? Man muss schon ein Freund detailliertester Beschreibungen 
sein, um wirklich jede Seite mit gleich bleibender Aufmerksamkeit zu lesen.

Jedenfalls verfährt die Autorin nach gut chinesischer Methode, das Alte 
zum Verständnis des Neuen herbeizuziehen, gibt es doch kaum etwas, was 
nicht mit Analogien zum Hier und Heute in Beziehung gesetzt würde: 
Zeittypische weinselige Zusammenkünfte allseits gebildeter Männer und 
Frauen, anlässlich deren gemalt und gedichtet wurde, werden zu «Partys». 
Die Sozialverhältnisse der Song-Zeit erscheinen als «Wirtschaftswunder» 
in einer «Marktwirtschaft», mit «leitenden Beamten» wie dem intriganten 
Kanzler Zhao Tingzhi und seinem kunstliebenden Sohn Mingcheng, dem 
Gatten der Li Qingzhao, denen «Bodyguards» zustanden.

Solche manchmal etwas plakativen Aktualisierungen dienen vor allem der 
Kenntlichmachung von Frauen jenseits ihrer Marginalisierung in einer 
männerdominierten Gesellschaft. Beuys fängt mit ihrem aufklärerischen 
Programm bei den Müttern an und schildert die Frauen als Trägerinnen und 
Vermittlerinnen von Sitte, Bildung und Kultur (konfuzianischer, 
taoistischer wie buddhistischer Prägung). Herausgestellt wird ihre 
unverzichtbare Rolle als intellektuell gleichberechtigte Partnerinnen 
ihrer Männer - zumindest in hochgestellten Beamten- und Adelsfamilien 
wie jenen, denen Li Qingzhao und ihr Mann Zhao Mingcheng entstammten.

Dieses Paar ist ebenso real wie ideal, denn bei der seit ihrem 
sechzehnten Lebensjahr dichtenden Li Qingzhao und ihrem um drei Jahre 
älteren Gatten handelt es sich einerseits um durchaus typische Vertreter 
einer umfassend gebildeten Beamtenkaste, die mit ihrem kritischen Geist 
und ihrer loyal-idealistischen Arbeitsmoral beispielhaft für die 
neokonfuzianischen Schriftgelehrten jener Zeit stehen. Andererseits sind 
sie mit ihrer offenkundig harmonischen, wenngleich kinderlosen Ehe, 
ihren gleichgerichteten Interessen und ihrer staatsfernen Leidenschaft 
für Kunst, Altertümer und Literatur als Ausnahmeerscheinungen anzusehen.
PROBLEMATISCHE NACHDICHTUNGEN

Ob das Buch der Dichterin als realer Person tatsächlich näherkommt, sei 
angesichts der spärlichen Datenlage zu Leben und Werk (rund 80 Gedichte 
und einige Prosatexte, darunter ein autobiografisches Nachwort, sind 
erhalten) mit einem kleinen Fragezeichen versehen: Wann immer Li in 
diesem Buch als Autorin selbst zu Wort kommt, geschieht es in Form einer 
«Nachdichtung» der Nicht-Sinologin Beuys. Wo diese ihre Schlüsse über 
Charakter und Verhaltensweisen aus Gedichttexten (auch von anderen 
grossen Autoren wie Li Bai, Du Fu oder Qu Yuan) nicht eindeutig belegen 
kann, behilft sie sich mit «gesundem Menschenverstand», der ihnen 
Plausibilität verleiht: «Die junge Frau konnte ihren Ehemann tatsächlich 
nur zweimal im Monat in die Arme schliessen. Wen wundert es, dass ihr 
dies zu wenig ist.»

Ohnehin schon problematische Übersetzungen verschiedenster Herkunft 
werden noch einmal stilistisch «übergebürstet» und modernisiert - mit 
allen Gefahren der Fehl- oder Überinterpretation. In diesem Zusammenhang 
wäre es lohnend gewesen, zusätzlich zur bereits ausgiebig konsultierten 
älteren Sekundärliteratur beispielsweise noch die Arbeit von Dorothee 
Dauber, «Geschliffene Jade. Zum Mythos der Song-Dichterin Li Qingzhao» 
(2000), auszuwerten. Denn hierin wird, ausgehend von zeitgenössischen 
Quellen und neuen Eigenübersetzungen, sowohl der glorifizierende Mythos 
um die Person als auch der ihr aufgrund ihrer Selbständigkeit anhängende 
Ruf der «Frivolität» revidiert.

Diese Einschränkung verblasst freilich vor dem stupenden 
kulturgeschichtlichen Wissen, das Barbara Beuys so spannend und 
leserfreundlich zu einem so lebendigen Panorama aufbereitet hat, dass 
man sie ohne Zögern auf eine Stufe mit Jonathan Spence stellen kann, dem 
Meistererzähler unter den Gegenwarts-Sinologen. Dass China ein halbes 
Jahrtausend vor Deutschland «seinen Goethe» hatte (nämlich das im 
Elternhaus von Li Qingzhao verkehrende Universalgenie Su Dongpo) oder 
dass Europa erst mit der industriellen Revolution jenen 
Zivilisationsstand erreichte, der in China schon Jahrhunderte zuvor 
Standard gewesen war - diese Demut kann das «alte Europa» bei Beuys lernen.

Barbara Beuys: Der Preis der Leidenschaft. Chinas grosse Zeit: Das 
dramatische Leben der Li Qingzhao. Verlag Carl Hanser, München 2004. 488 
S., mit Literaturhinweisen und einer Karte, Fr. 44.50.
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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] Japaner wollen bei Supercomputern wieder an die Spitze
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Japaner wollen bei Supercomputern wieder an die Spitze
Rechner soll eine Billiarde Rechenoperationen pro Sekunde schaffen

Tokio 31.05.2005/10:05 - Die japanische Regierung will mit einem 
gigantischen Projekt den Thron im weltweiten Kampf um Supercomputer 
wieder zurückerobern. Die Regierung hat den Startschuss zur Entwicklung 
eines Rechners gegeben, der bis März 2011 fertig gestellt werden und 
eine Billiarde Rechenoperationen pro Sekunde schaffen soll, gab das 
japanische Wissenschafts- und Technologieministerium 
http://www.mext.go.jp/english/ bekannt. Damit würde der neue 
Supercomputer den bisherigen Rekordhalter, IBMs BlueGene/L, um mehr als 
das Siebenfache übertreffen.

Die USA und Japan liefern sich traditioneller Weise einen Wettlauf um 
die Spitze bei den leistungsfähigsten Rechnern. Erst IBMs BlueGene hatte 
die jahrelange Dominanz von Rechnern aus dem Land der aufgehenden Sonne 
gebrochen. Der Big-Blue-Rechner bringt es auf eine Bestleistung von 
135,5 Teraflops, also 135 Bio. Rechenschritten pro Sekunde. Die Maschine 
steht im Lawrence Livermore National Laboratory http://www.llnl.gov und 
wird von der nationalen Atombehörde eingesetzt.

Der von Japan geplante Superrechner soll vor allem bei medizinischen 
Berechnungen zum Einsatz kommen. Unter anderem soll die Maschine genaue 
Simulationen darüber ermöglichen, wie Medikamente vom Körper aufgenommen 
werden und zu bestimmten Organen gelangen. Mit der Entwicklung wurden 
die Konzerne NEC und Hitachi sowie die Universität von Tokio und die 
Kyushu Universität beauftragt.

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Bericht über verschollene japanische Soldaten soll falsch sein

Erfolglose Suche auf Mindanao

Der Bericht über zwei japanische Soldaten, die sich seit dem Zweiten 
Weltkrieg auf den Philippinen verstecken hatten, soll nach Angaben des 
Unterhändlers falsch gewesen sein.
	
	
(ap) Wie die Zeitung «Yomiuri» am Mittwoch berichtete, sagte der Mann, 
er habe die beiden Alten in den Bergen von Mindanao getroffen und 
festgestellt, dass sie keine Japaner seien. Sie hätten nicht sagen 
können, wo sie geboren seien oder welcher Einheit sie angehörten.

In Medienberichten hatte es zuvor geheissen, die beiden Gesuchten hätten 
sich am Ende des Zweiten Weltkriegs in den Bergen von Mindanao 
versteckt, nachdem sie von ihrer Division getrennt worden waren. Später 
hätten sie zwar nach Japan zurückkehren wollen, zugleich aber 
befürchtet, vor ein Kriegsgericht gestellt zu werden.

Laut der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo handelt es sich 
möglicherweise um den 87-jährigen Yoshio Yamakawa und den 83-jährigen 
Tsuzuki Nakauchi. Japanische Diplomaten, die Kontakt mit den Männern 
aufnehmen wollten, wurden in der vergangenen Woche nach vier Tagen 
vergeblichen Wartens wieder aus der Stadt General Santos abgezogen. Der 
japanische Kabinettsminister Hiroyuki Hosoda erklärte, dessen ungeachtet 
werde weiter versucht, Kontakt zu den Männern aufzunehmen.

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Von der Redaktion empfohlen  Yoko Ono: Horizontal Memories
  	
Umfassende Einzelausstellung der 1933 geborenen japanischen Künstlerin 
mit Installationen, Skulpturen, Filmen, Fotos sowie musikalischen Werken.
Rubrik
		
Kunst
Zeit
		
Samstag, 4. Juni 2005 bis
Sonntag, 14. August 2005
Adresse
		
Migros Museum
Limmatstr. 270
8005 Zürich
Öffnungszeiten
		
Di12:00 - 18:00
Mi12:00 - 18:00
Do12:00 - 20:00
Fr12:00 - 18:00
Sa11:00 - 17:00
So11:00 - 17:00
Infotelefon
		
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Link
		
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EMC repliziert Daten von Köln nach Tokio
Toyota Motorsport überbrückt 12.000 Kilometer in Echtzeit

09.06.2005/09:58 - EMC hat im Auftrag der Toyota Motorsport GmbH (TMG) 
eine vollautomatische Datenreplikation zwischen Neuss bei Köln und Tokio 
realisiert. Über eine Entfernung von mehr als 12.000 Kilometern hinweg 
hat EMC mittels einer von T-Systems bereit gestellten Breitbandleitung 
eine Datenmenge von 16 Gigabyte pro Stunde zwischen den zwei verbundenen 
EMC Symmetrix DMX 800-Systemen ausgetauscht. Das ist die größte 
Entfernung, über die bisher eine Datenreplikation diesen Umfangs 
gelungen ist. Der Formel 1-Rennstall kann bei Bedarf mithilfe dieser 
Direktverbindung die schnelle Übermittlung von wichtigen 
CAD-Konstruktionsdaten über große Entfernungen hinweg sicher stellen. 
Zielsetzung des Tests war die technologische Machbarkeit für mittel- bis 
langfristig geplante Projekte. T-Systems, McData und Ciena waren am Test 
neben EMC beteiligt

Netzwerkanbindung über Kontinente hinweg
Mittels einer DS3-Leitung der Deutschen Telekom mit einer Kapazität von 
45 Megabit pro Sekunde, zwei Eclipse 1620 SAN Router von McData sowie 
zwei CN2000 Storage Extension Platform von Ciena erzielte EMC eine 
Leitungsauslastung von 97 Prozent. Zusätzlich zur Datenübertragung plant 
TMG die Nutzung der Verbindung zwischen Deutschland und Japan auch als 
mögliche Brücke zwischen den LAN- und SAN-Topologien beider Standorte. 
Dadurch können beispielsweise auch Telefon- oder Videoübertragungen in 
großem Umfang erfolgen. "Wir sind beeindruckt vom Ergebnis des 
Technologietests", sagt Waldemar Klemm, Manager IT Systems bei TMG. 
"Erstmalig wurde ein komplett automatisierter, protokollierter und 
sicherer Datentransfer über eine solche Distanz realisiert. Die 
Hauptaufgabe unserer IT ist die Sicherung der in Rennen und Tests 
gesammelten Daten und deren Verwaltung. Um diese künftig auch 
reibungsloser und schneller zwischen Köln und unserer japanischen 
Muttergesellschaft austauschen zu können, haben wir diesen Test als 
Proof-of-Concept in Auftrag gegeben. EMCs Aufgeschlossenheit gegenüber 
neuen technologischen Anforderungen bestätigt uns in der Partnerschaft 
mit dem Speicherhersteller." Im Rahmen eines Abkommens über Storage 
Managed Services ist EMC außerdem seit Herbst 2004 für die Planung, den 
Aufbau und Betrieb der gesamten Speicherinfrastruktur der Toyota 
Motorsport GmbH verantwortlich.

EMC - where information lives
Die 1979 gegründete EMC Corporation (NYSE: EMC) mit Hauptsitz in 
Hopkinton, USA, ist weltweit führender Anbieter von Speicher-Produkten 
und Services. EMC bietet Komplettlösungen für die Speicherung von 
Informationen durch ein Information Lifecycle Management (ILM). Dies 
ermöglicht Unternehmen den kostengünstigsten Nutzen aus ihren Daten in 
den verschiedenen Phasen des Informationsflusses zu ziehen.
Im Geschäftsjahr 2004 (31.12.) erzielte die EMC Corporation 8,23 
Milliarden Dollar Umsatz. Die 1997 gegründete EMC Computer Systems 
Austria GmbH ist die Zentrale für den Bereich Osteuropa, den Mittleren 
Osten und Süd Afrika.


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 Fri, 10 Jun 2005 09:01:05 +0200 (CEST)
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Date: Fri, 10 Jun 2005 09:02:04 +0200
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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] Japanischer =?ISO-8859-15?Q?Sch=FCler_wirft_Sprengsatz_in_?=
 =?ISO-8859-15?Q?Klassenzimmer?=
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Japanischer Schüler wirft Sprengsatz in Klassenzimmer

53 Verletzte bei Anschlag
	
	
(ap) Ein Oberschüler hat am Freitag eine Art Sprengsatz in das 
Klassenzimmer einer Schule in Südjapan geworfen und damit nach Angaben 
der Polizei 53 Personen verletzt. Bei dem Täter handele es sich um einen 
18-jährigen Schüler, sagte ein Polizeisprecher der Präfektur Yamaguchi. 
Er sei verhaftet worden. Bei dem Sprengsatz habe es sich vermutlich um 
einen Feuerwerkskörper in einem Glas gehandelt. Die Verletzten seien in 
einem Krankenhaus behandelt worden.


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Date: Mon, 20 Jun 2005 14:18:02 +0200
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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] Niederlage =?ISO-8859-15?Q?f=FCr_Japan_bei_Waltagung_in_?=
 =?ISO-8859-15?Q?Korea?=
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Niederlage für Japan bei Waltagung in Korea
Die von Japan angeführten Nationen der Walfangbefürworter haben in der 
Internationalen Walfangkommission IWC eine Abstimmungsniederlage 
hinnehmen müssen.

Zwergwal-Fangquote soll erhöht werden / KeystoneAm ersten Tag der 57. 
IWC-Jahrestagung im südkoreanischen Ulsan wurde ein japanischer Antrag 
mehrheitlich abgelehnt, die Diskussionen über Schutzgebiete für die 
Meeressäuger und andere Themen von der Tagesordnung zu nehmen.

Auch der Vorschlag, künftig bei den IWC- Konferenzen nur noch geheim 
abstimmen zu lassen, scheiterte knapp mit 27 gegen 30 Stimmen. Die IWC 
zählt zurzeit 66 Mitglieder.

Artenschutzverbände befürchten, dass sich nach 19 Jahren die 
Mehrheitsverhältnisse zu Gunsten der Walfangbefürworter ändern könnten. 
Dies sei allerdings bisher nicht eindeutig abzusehen, sagte ein 
IWC-Mitarbeiter in Ulsan. Einige der 66 Mitgliedsländer hätten bisher 
keine Delegation geschickt oder besässen noch keine Stimmberechtigung.

Die Walfangnationen Japan, Norwegen und Island wollen seit Jahren das 
Walfangverbot aufheben, das 1986 zum Schutz der gefährdeten Grosswale in 
Kraft getreten ist. Dieses Moratorium wurde jedoch von Japan sowie 
Island immer wieder im Namen des umstrittenen wissenschaftlichen 
Walfangs umgangen.

Japan will seine Fangquote für Zwergwale für «wissenschaftliche Zwecke» 
mehr als verdoppeln. Gleichzeitig solle die Jagd auf als bedroht 
geltende Tiere wie Buckelwale ausgedehnt werden, kündigte das Land zu 
Beginn der Tagung an. Ab Ende Jahr wolle Japan im südlichen Eismeer rund 
850 Zwergwale jährlich fangen.

Nach einer Quotenregelung darf die japanische Walfangflotte bislang 
jedes Jahr 400 Wale töten, diese Zahl kann um zehn Prozent über- oder 
unterschritten werden.

Die internationale Gemeinschaft wirft Japan vor, das seit 19 Jahren 
bestehende Verbot des kommerziellen Walfangs durch die angebliche Jagd 
zu «wissenschaftlichen Zwecken» immer wieder zu umgehen.



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From hs@aikidojournal.de  Wed Jun 22 10:14:45 2005
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 Wed, 22 Jun 2005 10:14:43 +0200 (CEST)
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Date: Wed, 22 Jun 2005 10:16:03 +0200
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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] Japan scheitert auch am zweiten Tag der Walfangkonferenz
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Japan scheitert auch am zweiten Tag der Walfangkonferenz

Walfangmoratorium bleibt in Kraft

Wie bereits am Montag sind auch zweiten Tag der Jahrestagung der 
Internationalen Walfangkommission die Anträge Japans knapp gescheitert. 
So bleibt das seit 1986 bestehende Moratorium für kommerziellen Walfang 
bestehen. Dennoch werden jährlich Hunderte Wale getötet.
	
	
(ap) Das Walfangmoratorium, das seit 1986 in Kraft ist, bleibt bestehen. 
Die Internationale Walfangkommission hat am Dienstag auf ihrer 
Jahrestagung in Südkorea die Verlängerung des Moratoriums für den 
kommerziellen Walfang beschlossen.

Von den 66 Mitgliedern stimmten 29 gegen den japanischen Vorschlag, den 
Walfang wieder aufzunehmen. 23 stimmten dafür, fünf enthielten sich. Für 
eine Aufhebung des Walfangverbots ist eine Drei-Viertel-Mehrheit 
erforderlich.

Japan und andere Befürworter des Walfangs wussten, dass praktisch keine 
Chance für eine Aufhebung des Verbots bestand. Sie hatten jedoch 
gehofft, für einen japanischen Vorschlag zur Unterstützung des 
begrenzten kommerziellen Fangs eine einfache Mehrheit zu gewinnen. Das 
hätte einen Meinungsumschwung in der Kommission zu Gunsten der Anhänger 
des Walfangs bedeutet.

Bereits am Montag hat Japan mit Versuchen, den Schutz der Meeressäuger 
auszuhöhlen, Schiffbruch erlitten, wenn auch knapp. Offenbar kamen die 
Wale auch deshalb noch einmal davon, weil Delegierte jener Länder, die 
Japan und Norwegen unterstützen könnten, nicht pünktlich zur Abstimmung 
in Ulsan erschienen sind.


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From hs@aikidojournal.de  Thu Jun 23 12:05:39 2005
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 by localhost (mail.hilotec.net [127.0.0.1]) (amavisd-new, port 10025)
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 Thu, 23 Jun 2005 12:05:37 +0200 (CEST)
Received: from [62.39.209.85] (85.209.39-62.rev.gaoland.net [62.39.209.85])
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	by sv02.hilotec.net (Postfix) with ESMTP id 0E21D20002D
	for <asieninfo@lists.aikidojournal.net>; Thu, 23 Jun 2005 12:05:37 +0200 (CEST)
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Date: Thu, 23 Jun 2005 12:06:59 +0200
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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] Nikkei erreicht =?ISO-8859-15?Q?h=F6chsten_Stand_seit_Mitt?=
 =?ISO-8859-15?Q?e_April?=
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Nikkei erreicht höchsten Stand seit Mitte April
	
	
TOKIO (AWP/dpa-AFX) - Der japanische Nikkei-Index hat am Donnerstag bei 
niedrigen Umsätzen auf dem höchsten Stand seit Mitte April geschlossen. 
Damit hat der Index in neun von zehn der vergangenen Handelstage zugelegt.

Angetrieben von einem Bericht des Finanzministeriums über steigenden 
Optimismus bei den Unternehmen stieg das Börsenbarometer für 225 
Standardwerte um 0,26 Prozent auf 11.576,75 Punkte. Der breiter gefasste 
TOPIX legte um 0,06 Prozent auf 1.174,02 Punkte zu.

Der hohe Ölpreis belastete laut Händlern die Kurse von Autobauern und 
Fluggesellschaften. Toyota-Aktien verloren 0,5 Prozent auf 3.940 Yen. 
Honda schlossen 0,55 Prozent leichter auf 5.440 Yen. Nissan-Papiere 
verbilligten sich um 0,4 Prozent auf 1.101 Yen. Japan Airlines büßten 
0,3 Prozent auf 302 Yen ein. All Nippon Airways gaben 0,3 Prozent auf 
338 Yen nach.

Dagegen waren die meisten Aktien aus der Chemie-, Zement- und 
Versorgerbranche gefragt. Auch Japan Tobacco gewannen 1,3 Prozent auf 
1,53 Millionen Yen. Zuvor wurde eine Klage von Ex-Rauchern abgewiesen.


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Date: Thu, 23 Jun 2005 12:10:44 +0200
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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] Fast-Food-Kette verkauft Walfleisch-Burger
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Fast-Food-Kette verkauft Walfleisch-Burger

600 Wale pro Jahr getötet

Die Restaurants einer Fast-Food-Kette in Nordjapan bieten ihren Kunden 
eine lokale Besonderheit: Walfleisch-Burger. Die Kette wolle die 
Tradition des Essens von Walfleisch erhalten, hiess es.
	
	
(ap) Der Burger mit dem frittiertem Fleisch eines Zwergwals, Gemüse und 
Mayonnaise kostet in den zehn «Lucky-Pierrot» Restaurants von Hakodate 
380 Yen (4.50 Franken). Hakodate war einst ein Zentrum des japanischen 
Walfangs.

Die Sprecherin des Unternehmens erklärte, das Fleisch stamme aus dem 
offiziellen Fang zu Forschungszwecken. «Menschen in anderen Ländern 
glauben vielleicht, das ist merkwürdig, aber es ist unsere Kultur», 
sagte sie. Das Fleisch werde so zubereitet, dass es nicht rieche und 
nach Rind oder Thunfisch schmecke.
Japan plant Verdoppelung des Walfangs

Auf der Jahrestagung der Walfangkommission wurde Japan am Dienstag in 
einer Resolution aufgefordert, seine Pläne für eine Verdopplung des 
Fangs zu angeblichen Forschungszwecken fallen zu lassen. Der japanische 
Antrag auf ein Ende des seit zwei Jahrzehnten geltenden Walfangverbots 
wurde abgelehnt.

Japanische Fischer töten jährlich mehr als 600 Wale in der Antarktis und 
im Nordwestpazifik.


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Japan: Noch schnellere Züge bis 2011
"Bullet-Train" mit Ohren soll schneller bremsen können

Tokio 27.06.2005/15:40) - Japan http://www.japanrail.com will bei 
Geschwindigkeiten im Zugsverkehr, noch ein Stück zulegen: Bis 2011 soll 
die neueste Version des Shinkansen mit den Mickey-Mouse-Ohren in Betrieb 
gehen. Der Zug soll bis zu 360 km/h schnell fahren. Damit er im Falle 
von Erdbeben oder anderen Notfällen schneller zum Stillstand kommt, hat 
er am Dach ohrähnliche Flossen, die als Luftwiderstandsbremsen zum 
Einsatz kommen, berichtet BBC-Online http://news.bbc.co.uk .

Insgesamt erreicht die neue Testversion des "Bullet-Train" Fastech 360S 
eine Höchstgeschwindigkeit von 405 km/h. Die East Japan Railway 
http://www.jreast.co.jp/e/index.html , der größte Bahnbetreiber Japans, 
wollte nach eigenen Aussagen aber nicht nur den schnellsten Zug der Welt 
konzipieren. "Die Testläufe sollen auch dazu dienen, 
Sicherheitsstandards und Lärmschutz zu erhöhen", so ein 
Unternehmenssprecher. Die Tests der neuen Züge haben am vergangenen 
Wochenende zwischen den beiden nordjapanischen Städten Sendai und 
Kamikita begonnen.

Japans Eisenbahnen gelten als pünktlichste Verkehrsmittel der Welt. Erst 
vor wenigen Wochen war ein Vorortezug entgleist, weil der Lokführer 
versucht hatte, eine Verspätung von einigen Minuten durch höhere 
Geschwindigkeiten aufzuholen.

Die derzeit schnellsten Eisenbahnzüge sind der französische TGV, der 
Sanyo Shinkansen, der von der West Japan Railway betrieben wird und der 
Eurostar zwischen London, Paris und Brüssel.


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Freihandel mit China im Visier

Ministertreffen der EFTA-Staaten in Liechtenstein

Die EFTA-Minister trafen sich am Montag im Fürstentum Liechtenstein zu 
ihrem Halbjahrestreffen. Im Mittelpunkt des Treffens stand die 
Diskussion über die strategische Ausrichtung der EFTA-Beziehungen zu 
Ländern ausserhalb der EU. Erörtert wurden ferner die Perspektiven von 
Freihandelsabkommen mit China und anderen asiatischen Ländern. Die 
Schweiz wurde durch Bundesrat Joseph Deiss vertreten.
	
	
G. M. Vaduz, 27. Juni

Fragen der künftigen EFTA-Drittländerpolitik und die Umsetzung der im 
Jahre 2002 revidierten EFTA-Konvention standen im Mittelpunkt des 
Treffens der EFTA-Minister in Liechtenstein. Die Minister bekräftigten 
nach einer Mitteilung die Verpflichtung ihrer Staaten auf das von der 
WTO geschaffene multilaterale Handelssystem. Der Verbesserung des 
Zugangs zu Drittmärkten komme eine grosse Bedeutung zu. Die EFTA-Länder 
haben inzwischen ein Netz von 14 Freihandelsabkommen mit Partnern in 
Südostasien, im Mittelmeerraum und in Übersee abgeschlossen, um den 
Zugang zu Drittmärkten zu verbessern.
Vor einer strategischen Neuausrichtung

Die EFTA-Drittländerpolitik, hatte Rita Kieber-Beck, Liechtensteins neue 
Aussenministerin und Vorsitzende des Treffens, schon im Vorfeld des 
Ministertreffens angedeutet, stehe vor einer strategischen 
Neuausrichtung. Diese Neuorientierung hänge mit der Frage zusammen, ob 
neu den Wirtschafts- und Handelsinteressen der EFTA- Staaten erste 
Priorität vor der Parallelität mit der EU eingeräumt werden soll. In 
diesem Kontext berieten die Minister laufende und geplante Initiativen 
zur Ausweitung des Freihandelsnetzes der EFTA mit Asien. Die 
Verhandlungen mit der Republik Korea sollen in diesem Jahr abgeschlossen 
werden, während mit Thailand formelle Verhandlungen im Herbst auf der 
Agenda stehen. Mit Indonesien besteht die Absicht, einen vertieften 
Dialog über eine Verhandlungsaufnahme zu führen, mit Japan als dem 
derzeit wichtigsten EFTA-Handelspartner in Asien streben die 
EFTA-Staaten ebenfalls einen Ausbau des Handels an. Wie einer Mitteilung 
zu entnehmen ist, haben die Wirtschaftsbeziehungen mit China hohe 
Priorität für die Freihandelsassoziation.
Auf der Suche nach gemeinsamem Nenner

Im Hinblick auf Abkommen mit den rasch wachsenden Volkswirtschaften in 
Asien bekräftigte Liechtensteins Aussenministerin Rita Kieber-Beck, dass 
die Einigung auf gemeinsame Verhandlungsplattformen eine Herausforderung 
darstelle, weil die einzelnen EFTA-Staaten aufgrund ihrer 
unterschiedlichen Wirtschaftsstrukturen recht unterschiedliche 
Interessen verfolgten. Die Minister erörterten neben der Ausweitung des 
Freihandelsnetzes in Asien auch die laufenden Verhandlungen im südlichen 
Afrika und ihr Engagement in der sich entwickelnden Freihandelszone im 
Mittelmeer. Sie begrüssten laut Mitteilung auch das gute Funktionieren 
des EWR-Abkommens im erweiterten europäischen Binnenmarkt und 
bekräftigten die Bedeutung des gleichzeitigen Beitritts der neuen 
Mitglieder zur EU und zum EWR.


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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] Chinesische Invasion mit westlicher Munition_aus_nzz
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	Wall-Street-Notizen
Chinesische Invasion mit westlicher Munition	
	
dek. (New York) China beschäftigt derzeit die Banker an der Wall Street. 
Der Fokus liegt mittlerweile nicht mehr auf der Frage, ob die 
chinesische Währung, der Yuan, aufgewertet werden soll, sondern vielmehr 
auf der wachsenden Bereitschaft chinesischer Unternehmen, amerikanische 
Gesellschaften zu kaufen. Vor knapp einem Jahr setzte die Akquisition 
der PC-Sparte von IBM durch Lenovo, das ist ein chinesischer 
PC-Hersteller, eine Welle in Gang, die seither weiter gewachsen ist. 
Kürzlich schlugen Unternehmen aus dem Reich der Mitte gleich zweimal zu. 
Zuerst kam das Angebot für Maytag, einen traditionsreichen 
amerikanischen Haushaltsgerätehersteller. Vergangene Woche folgte dann 
der Coup von China National Offshore Oil Corporation (CNOOC), mit dem 
Angebot für Unocal. Das kalifornische Erdölunternehmen hat bereits ein 
Angebot über 18 Mrd. $ von Chevron und wird nun von CNOOC mit einer 
Zusatzprämie von rund 10% umworben. Ob die Chinesen diesen Schachzug 
tatsächlich ausführen und die erste Grosstransaktion zwischen China und 
den USA erfolgreich abschliessen können, wird sich in den nächsten 
Wochen zeigen. In den Wall-Street-Sitzungszimmern ist die Aufmerksamkeit 
zu Recht gestiegen. Ist die jüngste Welle aus China bloss eine 
Eintagsfliege oder der Anfang eines dynamischen Trends? Spielt das Reich 
der Mitte nun auch an der Wall Street eine führende Rolle? *

Um die vermeintliche Invasion aus China besser zu verstehen, lohnt sich 
ein genauer Blick auf die Motive der jeweiligen Transaktionen. Gewisse 
Parallelen zwischen dem IBM-, Maytag- und Unocal-Geschäft sind nämlich 
sichtbar. Zum einen suchen die Chinesen traditionsreiche Unternehmen mit 
gutem Markennamen und Marketing-Know-how. Letzteres ist nach wie vor rar 
in China, und der Weg über Akquisitionen ist eine Form der 
Know-how-Beschaffung. Im Fall von Unocal spielen natürlich die 
Erdölvorräte in Asien eine zentrale Rolle, doch auch hier dürfte es 
CNOOC nicht nur auf das schwarze Gold, sondern auch auf das 
Management-Wissen der Amerikaner abgesehen haben. Zum anderen haben sich 
die Chinesen in all diesen Fällen sehr westlich und professionell 
verhalten. Amerikanische Investmentbanken wurden angeheuert, um die Due 
Diligence durchzuführen und den Preis festzulegen. Dass die Chinesen so 
professionell vorgehen, erhöht ihre Glaubwürdigkeit und zeigt, dass es 
sich bei diesen Transaktionen um nüchterne Geschäftsstrategien handelt. *

Eine zentrale Frage ist jedoch, wieso die Chinesen gerade jetzt 
zuschlagen und ob solche Deals auch in Zukunft zu erwarten sind. Grund 
für die aggressive Haltung chinesischer Manager ist zweifelsohne das 
billige Geld, das ihnen von den staatlich kontrollierten Geschäftsbanken 
zur Verfügung gestellt wird. Das wachsende Handelsbilanz-Plus zwischen 
China und den USA vereinfacht es den Banken, Liquidität freizumachen. 
Die chinesischen Manager nehmen diese Liquiditätsspritze gerne an und 
versuchen, davon so schnell wie möglich zu profitieren. Wie lange das 
noch so weitergehen kann, ist schwer zu prognostizieren. Einige Experten 
meinen, dass das Wirtschaftswachstum in China blasenähnliche Formen 
angenommen hat. Falls diese Euphorie nachlässt, wird es wohl auch bei 
den Geschäften mit Fusionen und Übernahmen um die Chinesen ruhiger.


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«Ich bin nur ein einfacher buddhistischer Mönch»

Zum 70. Geburtstag des Dalai Lama

Das geistliche Oberhaupt des Lamaismus und weltliche Oberhaupt der 
Exil-Tibeter feiert am Mittwoch seinen siebzigsten Geburtstag. Der Dalai 
Lama nützt den Wirbel um seine Person, um auf die ungelöste Tibet-Frage 
aufmerksam zu machen. Sein Bekenntnis zur Gewaltlosigkeit und für 
friedliche Konfliktlösungen haben ihm den Nobelpreis eingebracht.
	

Am 6. Juli 1935 wurde im tibetischen Dorf Taktser der Bauernsohn Lhamo 
Thondup geboren. Zwei Jahre später erkannten Mönche in dem kleinen 
Jungen die Reinkarnation des 13. Dalai Lama, der im Jahr 1933 
verschieden war. Er erhielt den Mönchsnamen Tenzin Gyatso und wurde mit 
religiösen Unterweisungen auf seine künftige Aufgabe vorbereitet. Am 22. 
Februar 1940 erfolgte in der tibetischen Hauptstadt Llasa seine 
Inthronisierung als 14. Dalai Lama (wörtlich «Höchster des Ozeans des 
Wissens »). Fortan gilt er als Verkörperung des Bodhisattva 
(Buddha)Avalokiteshvara und ist das geistliche Oberhaupt des Lamaismus 
(siehe Link).

«Ich bin nur ein einfacher buddhistischer Mönch, nicht mehr und nicht 
weniger» soll der Dalai Lama seine Aufgabe in dieser Welt umschreiben. 
«His holiness», seine Heiligkeit, ist jedoch für die meisten Tibeter 
Hoffnungsträger und Identifikationsfigur zugleich. Seine religiösen 
Studien setzte er während vieler Jahre in zahlreichen tibetischen 
Klöstern fort. Erst 1959, dem Jahr seiner Flucht aus dem von China 
besetzten Tibet, schloss er als Geshe Llarampa ab. Dieser Titel 
entspricht einem Doktorat der buddhistischen Philosophie.
Gewaltlosigkeit als Konzept

Tenzin Gyatso ist jedoch nicht nur Religionsführer, er leitet vom 
indischen Dharamsala aus auch die tibetische Exilregierung. Zwar bekennt 
sich der Mahatma-Gandhi-Verehrer immer wieder zu Gewaltlosigkeit in der 
Tibet-Frage, doch bleibt er ein unermüdlicher Verfechter der 
Unabhängigkeit des Hochlandstaates. Selbstbewusst forderte er 1987 vor 
dem amerikanischen Kongress die Errichtung einer Friedenszone in Tibet 
und forderte China zu Gesprächen auf.

Zwei Jahre später erhielt der 14. Dalai Lama den Friedensnobelpreis. Er 
habe, begründete das Komitee, mit seiner alles-umfassenden 
Friedensphilosophie konstruktive Lösungsvorschläge für internationale 
Konflikte, die Erhaltung der Menschenrechte sowie für einen globalen 
Umweltschutz geschaffen.

Bisher ist es dem tibetischen Oberhaupt nicht gelungen, China zu einem 
Einlenken zu bewegen. Es haben zwar Gespräche stattgefunden, doch die 
gegenwärtige Siedlungspolitik macht deutlich, das Tibet in der nächsten 
Zeit kaum grössere Autonomie geniessen wird.
Besuch in der Schweiz

Durch seine charismatischen Auftritte in fast fünfzig Ländern und 
zahlreiche Bücher hat der Dalai Lama vor allem im Westen zahlreiche 
Anhänger gefunden. Seine öffentlichen Vorträge sind meistens ausgebucht. 
Vom 5. bis zum 12. August wird er im Zürcher Hallenstadion «über den 
Weg, der die Leid schaffenden Emotionen überwindet» unterweisen.

Am 2. August wird der Dalai Lama das Kloster Einsiedeln besuchen. 
Nachmittags findet in der Klosterkirche eine interreligiöse Begegnung 
statt, wo um den Frieden in der Welt gebetet wird. Danach trifft die 
tibetische Delegation die in Einsiedeln tätigen Benediktinermönche zum 
Gespräch.

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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] Norwegische Seegurken =?ISO-8859-15?Q?f=FCr_chinesische_Gour?=
 =?ISO-8859-15?Q?mets=09?=
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Norwegische Seegurken für chinesische Gourmets	
	
bm. Tromsö, im Juli

Der norwegische Reichtum beruht zum grossen Teil auf Öl und Fisch. Jetzt 
haben Meeresforscher und Fischer möglicherweise eine weitere 
Einnahmequelle entdeckt. Der Schatz liegt direkt vor der Küste des 
Landes und kann ohne grossen Aufwand gehoben werden. Die Rede ist von 
Seegurken, auch Seewalzen oder Seewürste genannt. Die zur Gruppe der 
Holothurien gehörenden Stachelhäuter sind weitläufig mit Seesternen und 
Seeigeln verwandt. Bis anhin wurden sie von den Fischern jeweils als 
lästiger Beifang von Krebsen und Krabben wieder über Bord gekippt.

Nun haben sich aber die Forscherin Margareth Kjerstad und der Reeder und 
Krabbenfischer Jan Kare Brunnvoll aus der Seehafenstadt Alesund daran 
erinnert, dass die zigarrenförmigen Seegurken in China begehrt sind. Sie 
werden dort für umgerechnet zwischen 300 und 500 Franken je Kilogramm 
gehandelt. «Seegurken werden in China seit Jahrhunderten gegessen, aber 
man schafft es heute nicht, den Bedarf entweder durch Fang oder Zucht zu 
decken», erklärte Kjerstad gegenüber der Osloer Tageszeitung 
«Aftenposten». «Darum sehen wir grosse Chancen für unsere norwegischen 
Seegurken.» Ein gemeinsames Projekt von Forschern, Exporteuren und 
Reedern habe bereits vielversprechende Resultate gezeigt. Eine Tonne 
Seegurken habe man nach China geschickt. Dort seien die Reaktionen so 
positiv gewesen, dass das Projekt fortgesetzt werden solle.

In neuen Forschungsprojekten sollen nun die bisher wenig bekannten 
Lebensumstände der Seegurken ergründet werden. 31 Arten leben entlang 
der norwegischen Küste in Tiefen zwischen 20 und 1200 Metern. Die 
häufigste Art wird durchschnittlich 25 Zentimeter gross, ist sehr 
eiweissreich und enthält unter anderem die Vitamine A, B und C. Man kann 
sie roh, gebraten oder gekocht essen. Spezielle chemische Komponenten 
machen sie ausserdem interessant für den Gesundheitsmarkt in Asien.

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Hoher Pekinger Emissär in Pjongjang	
	

us. Peking, 12. Juli

Tang Jiaxuan, chinesischer Staatsrat und ehemaliger Aussenminister, ist 
am Dienstag als Emissär des chinesischen Präsidenten nach Pjongjang 
geflogen. Die Visite von Tang erfolgt, wenige Tage nachdem das 
nordkoreanische Regime die Bereitschaft erklärt hat, an den seit 
längerem sistierten Sechsparteiengesprächen über Nordkoreas Atomprogramm 
wieder teilzunehmen. Die vierte Gesprächsrunde soll am 25. Juli in 
Peking beginnen. Drei Treffen waren praktisch ergebnislos verlaufen. An 
den Gesprächen nehmen neben Nordkorea und dem Gastgeber China die USA, 
Japan, Südkorea und Russland teil.

Ostasien-Experten sind der Meinung, dass Druck sowie Hilfsversprechen 
vor allem aus Südkorea und aus China die Nordkoreaner veranlasst haben 
könnten, ihre starre Obstruktionspolitik aufzugeben. Über das Ausmass 
des chinesischen Einflusses in Pjongjang wird seit langem spekuliert. 
Wiederholt hat Washington in den letzten Monaten Peking gemahnt, mehr 
Druck auf Nordkorea auszuüben. Fest steht, dass China vor allem als 
Zugang zu Rohstoffen und Energieträgern für Nordkorea von strategischer 
Bedeutung ist. China kann zudem an einer nordkoreanischen atomaren 
Aufrüstung kein Interesse haben, da Pjongjangs Bombe in der Region, 
besonders auch in Japan denjenigen Kräften Auftrieb verleihen müsste, 
die ebenfalls nach Nuklearwaffen drängen.

Anderseits wird Pekings Einfluss auf Pjongjang durch drei Faktoren 
begrenzt. Zum einen gibt es traditionelle Animositäten zwischen Chinesen 
und Koreanern. Zum andern weiss die nordkoreanische Führung, dass Peking 
kein Interesse an einer durch Sanktionen noch verschärften 
Verschlechterung der Wirtschaftslage im Norden der koreanischen 
Halbinsel haben kann. Bereits während der letzten Jahre hatte der Zulauf 
von nordkoreanischen Flüchtlingen in chinesischen Grenzregionen zu 
Unzufriedenheit geführt. Schliesslich hat China aus geopolitischen 
Gründen kein Interesse an einem Kollaps des nordkoreanischen Regimes, 
würde doch eine koreanische Wiedervereinigung bedeuten, dass zum ersten 
Mal seit dem Koreakrieg wieder US-Truppen zur koreanisch-chinesischen 
Grenze Zugang hätten.


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Eine chinesische Vase für 15 Millionen Pfund

Asiatisches Kunstwerk in London versteigert
	
	Die Summe von 15,688 Millionen Pfund für eine Porzellanvase - da reibt 
man sich die Augen und will es kaum glauben. Nein, nicht etwa ein 
Gemälde von Picasso oder van Gogh, sondern eine chinesische Vase aus dem 
14. Jahrhundert war während einer Londoner Auktion einem Bieter die 
sensationelle Summe von 15,688 Millionen Pfund (35,5 Millionen Franken) 
wert. Das ist verwunderlich für westliches Kunstverständnis, gilt doch 
die angewandte Kunst, zu welcher das Porzellangefäss zweifellos gehört, 
gegenüber der bildenden Kunst seit je als zweitrangig. Nicht aber so in 
Asien, wo auch heute noch in Museen für asiatische Kunst Keramik neben 
Malerei und Schriftkunst als gleichwertig präsentiert wird.

	Bei dem Porzellankrug, der am 12. Juli bei Christie's in London während 
einer Auktion für Keramik und Kunstobjekte aus China versteigert wurde, 
handelt es sich allerdings um ein ganz besonderes Objekt. Die aus der 
Yuan-Dynastie (1279-1368) stammende Guan-Vase mit einem Durchmesser von 
33 und einer Höhe von 27 Zentimetern ist mit einer kobaltblauen Glasur 
versehen. Solche Glasuren fanden erst später während der Ming-Zeit 
grosse Verbreitung. Zwar sind vereinzelte Beispiele mit 
unterglasurblauer Bemalung bereits aus der Tang-Zeit (618-907) bekannt, 
erst aber zur Zeit der Yuan gelangte die Technik des blauweissen 
Porzellans in Jingdezhen zu voller Entfaltung. Damit ist die Vase ein 
sehr frühes und äusserst seltenes Beispiel für das berühmte blauweisse 
Porzellan Chinas. Solche Yuan-Vasen waren üblicherweise mit feinen 
Szenen der zeitgenössischen Literatur dekoriert. So auch die in London 
versteigerte, die eine Szene aus dem Konflikt zwischen den historischen 
Staaten Yan und Qi zur Zeit der Streitenden Reiche wiedergibt.

Erst kürzlich in einer holländischen Privatsammlung entdeckt, gilt 
dieses Gefäss als das nunmehr achte von bis zu ihrem Auftauchen weltweit 
nur sieben bekannten Exemplaren von vergleichbarer Qualität. Es wurde 
von einem holländischen Marinekapitän in China erstanden, der während 
des Ersten Weltkriegs in Peking stationiert war. Es ist das teuerste je 
an einer Auktion gehandelte asiatische Kunstwerk. Ersteigert wurde es 
von der traditionsreichen Londoner Asiatica-Kunsthandlung Eskenazi Ltd.


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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] Warum sagen Japaner nicht, was sie wirklich denken?
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Warum sagen Japaner nicht, was sie wirklich denken?
Die besondere Bedeutung von â€žVielleicht etwas schwierig!â€œ im Land der 
aufgehenden Sonne

	TÃ¼bingen (pts/14.07.2005/07:30) - Japaner sagen "Ja", wenn sie "Nein" 
meinen und umgekehrt! Zumindest ist dies eine der hÃ¤ufigsten Aussagen 
europÃ¤ischer Manager mit GeschÃ¤ftserfahrung im Land der aufgehenden 
Sonne. Ihre Erfahrungen spiegeln das typische Bild eines japanischen 
GeschÃ¤ftsmanns wider - eine freundlich lÃ¤chelnde Maske, die wenig oder 
keine GefÃ¼hlsregung verrÃ¤t. Was sich hinter der Fassade verbirgt, bleibt 
fÃ¼r die meisten europÃ¤ischen GeschÃ¤ftsleute ein RÃ¤tsel.

	Hat der japanische Kunde nun zugestimmt oder abgelehnt? Warum kann er 
sich trotz intensiver Nachfrage nicht konkret Ã¤uÃŸern? "Solche 
Unsicherheitsfaktoren und UnverstÃ¤ndnis fÃ¼r das Verhalten des anderen 
verursachen hÃ¤ufig Frustration. Sie kÃ¶nnen die GeschÃ¤ftskommunikation 
stark belasten und sogar zu einem Abbruch der Beziehung fÃ¼hren", weiÃŸ 
Bernd K. Zeutschel, Inhaber und GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer des Seminarveranstalters 
Global Competence Forum. "Es ist bedauerlich, denn Japan ist nach wie 
vor ein Markt mit erheblichen Potenzialen fÃ¼r europÃ¤ische Investoren. 
Doch allzu oft scheitern lukrative GeschÃ¤ftsabschlÃ¼sse an 
MissverstÃ¤ndnissen und Unkenntnis der landesspezifischen 
GeschÃ¤ftsgepflogenheiten. Wer in Nippon geschÃ¤ftlich unterwegs ist, 
sollte sich auf jeden Fall intensiv mit den japanischen 
GeschÃ¤ftsgewohnheiten auseinander setzen", rÃ¤t der Auslandsexperte und 
empfiehlt in diesem Zusammenhang sein interkulturelles 
Managementtraining "GESCHÃ„FTSERFOLG IN JAPAN". Das Seminar, welches von 
namhaften Japan-Experten und Trainern durchgefÃ¼hrt wird, bietet den 
Teilnehmern essentielle Hilfestellungen fÃ¼r ihre GeschÃ¤ftsbeziehungen.

	Die japanische GeschÃ¤ftskultur unterscheidet sich erheblich von der 
europÃ¤isch geprÃ¤gten Denk- und Lebensweise. Daher kommt es besonders in 
Japan stÃ¤rker als in anderen LÃ¤ndern darauf an, ein VerstÃ¤ndnis fÃ¼r die 
BeweggrÃ¼nde und die landestypischen Verhaltensregeln der 
GeschÃ¤ftspartner zu entwickeln. Beispielsweise basiert die 
deutschsprachige Kommunikation auf Sachlichkeit und bietet keinen Platz 
fÃ¼r Emotionen und falsche RÃ¼cksichtnahme. Die Japaner dagegen schÃ¤tzen 
Indirektheit und absichtliche AmbiguitÃ¤t. Harmonie und Einklang haben 
oberste PrioritÃ¤t. Selbst kleine Meinungsunterschiede gelten als 
peinlich und bergen ein erhebliches Konfliktpotenzial. Wird ein Problem 
als "etwas schwierig" bezeichnet, ist dies bereits als Synonym fÃ¼r "das 
geht auf keinen Fall" zu werten.

	Auf solche und andere Eigenheiten der japanischen 
GeschÃ¤ftskommunikation bereitet "GESCHÃ„FTSERFOLG IN JAPAN" auf 
praxisorientierte Weise vor. Das interaktive Seminar vermittelt 
relevante Kenntnisse Ã¼ber die GeschÃ¤ftsmentalitÃ¤t der japanischen 
Kunden, Lieferanten oder Mitarbeiter, die fÃ¼r ein erfolgreiches 
Zusammenarbeiten unerlÃ¤sslich sind. Im Verlauf des interaktiven 
Managementtrainings werden wirksame Kommunikations- und 
Verhandlungsstrategien geÃ¼bt und landesspezifische Besonderheiten der 
Kultur analysiert. MÃ¶gliche Konfliktsituationen werden geschildert und 
Wege aufgezeigt, diese auf gesichtswahrende Weise zu lÃ¶sen. Ein 
besonderes Augenmerk wird auf typische Fehler gelegt, die EuropÃ¤ern bei 
der Kommunikation mit Japanern unterlaufen kÃ¶nnen und die es zu 
vermeiden gilt. Weitere Schwerpunkte sind die Vorbereitungen fÃ¼r 
Verhandlungen in Japan und der adÃ¤quate Empfang von japanischen 
GeschÃ¤ftspartnern in Deutschland. "GESCHÃ„FTSERFOLG IN JAPAN" ist somit 
der SchlÃ¼ssel fÃ¼r den langfristigen Aufbau einer erfolgreichen 
GeschÃ¤ftsbeziehung nach Nippon.

	Bei Interesse an "GESCHÃ„FTSERFOLG IN JAPAN" sind nachfolgend die 
nÃ¤chsten Termine und Veranstaltungsorte genannt: 06./07. September 2005 
in Heidelberg und 17./18. Oktober 2005 in Karlsruhe. Am 28./29. 
September 2005 findet das Seminar auÃŸerdem im Ã¶sterreichischen Salzburg 
statt.

	Das Seminarprogramm ist unter http://www.gcforum.de/broschure_IKJP.pdf 
im Internet aufrufbar. Aufgrund limitierter Teilnehmerzahlen empfiehlt 
der Veranstalter eine frÃ¼hzeitige Buchung des Seminars. Weitere 
Informationen sind erhÃ¤ltlich bei Global Competence Forum, 
SchlossbergstraÃŸe 10, D-72070 TÃ¼bingen,
Tel. +49 7071 55970, Fax +49 7071 559730, http://www.gcforum.de , 
mailto:info@gcforum.de . KÃ¼rzlich wurde auch eine Dependance in 
Ã–sterreich erÃ¶ffnet, wo Global Competence Forum unter folgender Adresse 
zu erreichen ist: MariahilferstraÃŸe 123/3, 1060 Wien, Tel. +43 1 
59999259, Fax +43 1 59999260, http://www.gcforum.at , 
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Received: from sv02.hilotec.net ([127.0.0.1])
 by localhost (mail.hilotec.net [127.0.0.1]) (amavisd-new, port 10025)
 with ESMTP id 29732-02 for <asieninfo@hilotec.net>;
 Thu, 14 Jul 2005 11:21:54 +0200 (CEST)
Received: from [80.119.245.117] (117.245.119-80.rev.gaoland.net [80.119.245.117])
	(using TLSv1 with cipher DHE-RSA-AES256-SHA (256/256 bits))
	(No client certificate requested)
	by sv02.hilotec.net (Postfix) with ESMTP id 422D720002D
	for <asieninfo@lists.aikidojournal.net>; Thu, 14 Jul 2005 11:21:54 +0200 (CEST)
Message-ID: <42D62EBB.6010505@aikidojournal.de>
Date: Thu, 14 Jul 2005 11:22:03 +0200
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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] Japaner retten =?ISO-8859-15?Q?=ABNemo=BB?=
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Japaner retten «Nemo»

Zuchtfarmen für populäre Clownfische als Mittel gegen Überfischung
	
	«Findet Nemo» ist in Japan leichter gesagt als getan: Aus Sorge vor 
Überfischung der seit dem Film-Hit «Findet Nemo» populären Clownfische 
betreiben Berufsschüler in Japan erfolgreich die Aufzucht der kleinen 
Meeresbewohner.

	Gegenwärtig werden an der Okayama University of Science Vocational 
School monatlich rund 3000 «Nemos» gezüchtet, doch soll die Zahl auf 
10'000 erhöht werden, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am 
Donnerstag berichtete.

	Die Studenten hatten beim Pflanzen von Korallen im Meer um die Insel 
Ishigaki festgestellt, dass sich dort immer weniger Clownfische tummeln. 
Daraufhin begannen sie mit der Zucht. Es sei das erste Mal, dass 
Clownfische in Japan in einer grossen Zahl gezüchtet würden, hiess es. 
Sie seien insbesondere unter Kunden mit Kindern beliebt.


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 Thu, 14 Jul 2005 12:21:41 +0200 (CEST)
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	(using TLSv1 with cipher DHE-RSA-AES256-SHA (256/256 bits))
	(No client certificate requested)
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Date: Thu, 14 Jul 2005 11:35:18 +0200
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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] Peking =?ISO-8859-15?Q?schr=E4nkt_Pressefreiheit_weiter_ei?=
 =?ISO-8859-15?Q?n?=
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Peking schränkt Pressefreiheit weiter ein
Chinesische Sender dürfen nicht mit Ausländern kooperieren

	Peking /14.07.2005/11:27 - Ein Verbot für chinesische Fernseh- und 
Radiostationen, Partnerschaften mit ausländischen Rundfunkanstalten 
einzugehen, verschärft erneut die Einschränkungen der Pressefreiheit in 
China. Wie das Wall Street Journal berichtet, ist derzeit noch nicht 
klar, welche Folgen der neue Erlass auf bereits bestehende 
Partnerschaften wie zum Beispiel das Joint Venture zwischen Viacoms 
http://www.viacom.com Kindersender Nickelodeon und einigen chinesischen 
Partnern haben wird.

	Chinesischen Rundfunkanbietern ist es zusätzlich verboten, 
Leasingverträge über ihre Kanäle mit ausländischen Unternehmen 
abzuschließen. Diese Regelung ist am 7. Juli dieses Jahres in Kraft 
getreten. Die Regierung begründet diese Entscheidung mit dem "ungesunden 
Einfluss", den fremde Kulturen auf die chinesische Mentalität ausüben. 
Für die Rundfunksender ist das neue Gesetz ein herber Schlag, denn die 
meisten sind auf das Geld der ausländischen Investoren angewiesen. Der 
Wettbewerb auf dem schnelllebigen Markt ist hart und nur wenige der 
Rundfunkanbieter erhalten noch staatliche Fördermittel.

	Nachdem vor zwei Jahren die Auflagen für einen 24-Stunden-Newskanal 
gelockert worden waren, sind diese neuen Sanktionen nun ein weiterer 
Rückschritt. Neben dem Radio und dem Fernsehen wird in China auch das 
Internet stark kontrolliert. Erst kürzlich wurde der 
Suchmaschinenbetreiber Google bezichtigt, die Zensurmethoden zu 
unterstützen, indem bei der News-Suche neue, regierungskritische 
Nachrichten ausgelassen werden


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Date: Fri, 15 Jul 2005 08:56:52 +0200
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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] Sony macht Apple in Japan Konkurrenz
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Sony macht Apple in Japan Konkurrenz
Network Walkman verweist iPod Shuffle auf Platz zwei

Tokio /15.07.2005/08:03

	Mit einer neuen Generation von digitalen Music-Playern ist Sony 
http://www.sony.com auf dem besten Wege, den Konkurrenten Apple 
http://www.apple.com mit seinem iPod Shuffle vom Markt zu drängen. 
Bereits im Mai und Juni dieses Jahres konnten die Network Walkmen von 
Sony den iPod Shuffle auf den zweiten Platz verweisen, berichtet das 
IT-Portal Cnet. Es sei allerdings noch zu früh um von einer 
Rückeroberung des Musikmarktes durch Sony, der vor 26 Jahren mit dem 
Walkman den Markt stürmte, zu sprechen.

	"Es steht außer Frage, dass Sony das Potenzial hat, viel 
konkurrenzfähiger zu sein", sagte Tim Bajarin, Analyst eines 
US-amerikanischen Marktforschungsunternehmens. "Sony könnte sich 
innerhalb der nächsten drei Jahre zu einem gefürchteten Gegner von Apple 
entwickeln." Einer Studie des Marktforschungsunternehmens BCN zu folge 
hat sich Sonys Marktanteil bei den Flash Memory Playern in Japan von 
vier Prozent im März dieses Jahres auf 27 Prozent im Mai und Juni 
steigern können. Der Anteil von Apple sei unter die Marke von 20 Prozent 
gesunken. Sony hat bisher keine offiziellen Prognosen über 
Verkaufszahlen bekannt gegeben.

	Die neue Produktlinie von Sony besticht dabei vor allem durch ihr 
Design - die Network Walkmen ähneln Parfumflakons. "Design ist einer der 
wichtigsten Faktoren für die Konsumenten, wenn sie einen Player kaufen", 
so Shinichi Iwata von Sony. "Sie sind zu einem Accessoire geworden - 
bestechendes Design ist also ein Muss." Ein weiterer Vorteil der 
Sonyprodukte sind ihre besonders langlebigen Akkus, die nach dem 
Aufladen bis zu 50 Stunden lang Musik spielen. Der Preis scheint dagegen 
kein bedeutendes Kriterium zu sein, denn das Sony-Produkt ist teurer als 
der iPod Shuffle.


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From hs@aikidojournal.de  Wed Jul 27 17:13:33 2005
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	for <asieninfo@hilotec.net>; Wed, 27 Jul 2005 17:13:33 +0200 (CEST)
Received: from sv02.hilotec.net ([127.0.0.1])
 by localhost (mail.hilotec.net [127.0.0.1]) (amavisd-new, port 10025)
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 Wed, 27 Jul 2005 17:13:30 +0200 (CEST)
Received: from [62.39.204.174] (unknown [62.39.204.174])
	(using TLSv1 with cipher DHE-RSA-AES256-SHA (256/256 bits))
	(No client certificate requested)
	by sv02.hilotec.net (Postfix) with ESMTP id 576CB200048
	for <asieninfo@lists.aikidojournal.net>; Wed, 27 Jul 2005 17:13:29 +0200 (CEST)
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Date: Wed, 27 Jul 2005 17:12:57 +0200
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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] Japaner schaffen weiblichen Androiden
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Japaner schaffen weiblichen Androiden
Roboter sieht aus wie fünfjähriges japanisches Mädchen

Osaka 27.07.2005/15:50 - Den bisher menschlichsten Roboter haben 
Wissenschaftler der University of Osaka http://www.osaka-u.ac.jp gebaut: 
Repliee-Q1 sieht aus wie ein fünfjähriges japanisches Mädchen. Sie hat 
eine weiche Silikonhaut und verfügt darüber hinaus über Sensoren, die 
ihr erlauben wie ein echter Mensch zu reagieren, berichtet BBC-Online 
http://news.bbc.co.uk . Die Forscher haben sogar Augenschlag und Atmung 
imitiert, damit der Roboter menschenähnlicher wird.

Repliee-Q1 kann die Hände wie ein Mensch heben und sieht tatsächlich dem 
Vorbild Homo sapiens ähnlich. Allerdings kann sie bis jetzt nur sitzen. 
Daran arbeiten die Forscher noch, denn sie hat 31 Bedienungsteile, die 
zur Bewegung des Oberkörpers dienen. "Eines Tages werden solche Roboter 
so täuschend ähnlich aussehen, dass man glaubt sie wären echte 
Menschen", zeigt sich Hiroshi Ishiguru, der Schöpfer von Repliee-Q1 
überzeugt. Ishiguru hat viele Roboter entwickelt. "Es hat allerdings 
etwas gedauert, ehe ich realisiert habe, wie wichtig das Aussehen des 
Roboters eigentlich ist." Nach Ansicht des Forschers verleihe ein 
Roboter mit menschlichen Zügen eine andere Art von Präsenz.

Repliee-Q1 kann den Kopf in neun Richtungen bewegen und mit dem Arm 
gestikulieren. Vier hochsensible Berührungssensoren unter der Haut des 
linken Arms erlauben dem Roboter unterschiedlich auf Berührungen zu 
reagieren. Um den Bewegungsablauf möglichst echt zu machen, haben die 
Forscher mithilfe von Computern menschliche Bewegungen analysiert und 
eingespielt. "Repliee-Q1 kann mit Menschen interagieren und reagiert auf 
Berührungen. Es ist ein sehr befriedigendes Gefühl", meint Ishiguru, der 
allerdings bei weitem noch nicht zufrieden mit seinem Androiden ist.


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 Thu, 28 Jul 2005 07:42:05 +0200 (CEST)
Received: from [80.119.244.108] (108.244.119-80.rev.gaoland.net [80.119.244.108])
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Date: Thu, 28 Jul 2005 07:41:21 +0200
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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] High-Speed-Fotodrucker =?ISO-8859-15?Q?f=FCr_digitale_Prints?=
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High-Speed-Fotodrucker für digitale Prints
Sony launcht weltweit schnellsten Thermosublimationsdrucker

Tokio /28.07.2005/07:00 - Der japanische Elektronikkonzern Sony 
http://www.sony.com hat nach eigenen Angaben den weltschnellsten 
Thermosublimations-Printer gelauncht. Für einen Ausdruck im 
Standardformat 10 x 15 cm benötigt der Rollen-Drucker UP-DR150 nur acht 
Sekunden. Ein Ausdruck im Format 13 x 18 bewältigt der Highspeed-Printer 
in etwa 20 Sekunden.

Insgesamt stehen vier unterschiedliche Druckformate und drei 
Bildoberflächenstrukturen (matt, glänzend und strukturiert) zur Auswahl. 
Das Farbsublimationsdruckverfahren des UP-DR150 garantiert dabei laut 
Sony randlose Ausdrucke mit natürlichen Farben und übergangslosen 
Farbverläufen. Die Druckkapazität des Printers liegt bei 550 Ausdrucken 
im Format 10 x 15 cm oder 335 Prints im Format 13 x 18, ohne dass das 
Druckmedium gewechselt werden muß.

Das Druckvolumen pro Stunde beträgt je nach Bildformat zwischen 200 und 
500 Fotos. Die Feinabstimmung der Farbgebung lässt sich anhand eines 
Testbildes mit Grauwerten (mit Vergleich Vorher/Nachher) leicht 
bestimmen. Für eine schnelle Übertragung der Bilddaten von einem PC oder 
Foto-Terminal sorgt eine schnelle High-Speed USB 2.0-Schnittstelle.

Gedacht ist der Printer für den Einsatz in Foto-, Elektronik- und 
Telekommunikationsgeschäften, aber auch für Handelsketten und 
Supermärkten. Kunden halten damit in kürzester Zeit Papierabzüge von den 
neuesten Schnappschüssen in den Händen. Für Fotohändler, die bisher auf 
eine preisgünstige Lösung für Digitalfotos gewartet haben, ist der 
UP-DR150 laut Hersteller ebenfalls eine gute Wahl. Der Fotodrucker ist 
mit dem Betriebssystemen Microsoft Windows 2000 und XP Pro kompatibel 
und geht ab sofort zu einem Preis von 2.600 Euro über den Ladentisch.


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From hs@aikidojournal.de  Thu Jul 28 12:14:27 2005
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Sony kämpft mit roten Zahlen
54 Mio. Euro Verlust im ersten Quartal

Tokio 28.07.2005/11:15 - Der japanische Elektronik- und Medienkonzern 
Sony http//:www.sony.com kämpft mit roten Zahlen und hat die 
Jahresprognosen drastisch senken müssen. In dem Ende Juni 
abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal fiel ein Verlust von 7,3 Mrd. 
Yen (54,1 Mio. Euro) an, teilte Sony heute, Donnerstag, in Tokio mit. 
Als Grund für den Einbruch wird der Preisverfall in der Branche genannt.

Vor einem Jahr hatte der Konzern noch einen Gewinn von 23,3 Mrd. Yen 
ausgewiesen. Der Umsatz sank um 3,3 Prozent auf 1,56 Billionen Yen (11,5 
Mrd. Euro). Beim operativen Ergebnis verbuchte Sony ein Minus von 15,3 
Mrd. Yen nach einem Plus von 9,8 Mrd. Yen ein Jahr zuvor.

Die Gesamtjahresprognose für den Nettogewinn senkte Sony von 80 auf 10 
Mrd. Yen und die für den operativen Gewinn von 160 auf 30 Mrd. Yen. Die 
alten Prognosen waren erst im April abgegeben worden. Der Umsatz wird 
nicht mehr bei 7,45 Billionen Yen erwartet, sondern nun bei 7,25 
Billionen. Im Gegenzug dazu sollen die Restrukturierungsausgaben von 72 
auf 88 Mrd. Yen steigen.


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Milliardenauftrag für Boeing aus China	
	

	China will beim amerikanischen Flugzeughersteller Boeing 50 Maschinen 
des neuen Langstreckenjets 787 «Dreamliner» bestellen. Das Geschäft mit 
einem Umfang von sechs Milliarden Dollar soll im August unterzeichnet 
werden, wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am 
Freitag berichtete.

	Die ersten Maschinen des neuen spritsparenden Flugzeugtyps, auf den 
Boeing im Konkurrenzkampf mit Airbus sehr grosse Hoffnungen setzt, 
sollen noch vor den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking an China 
ausgeliefert werden. Zu den Kunden gehören dem Bericht zufolge Air 
China, China Eastern Airlines, Hainan Airlines, Xiamen Airlines und 
Shanghai Airlines.


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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] Chinas =?ISO-8859-15?Q?W=E4hrung_im_Visier_der_Spekulant?=
 =?ISO-8859-15?Q?en?=
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Chinas Währung im Visier der Spekulanten

Neuland für die Obrigkeit

	Wenige Tage nach der bescheidenen Aufwertung des Yuan setzt Peking die 
höchsten Autoritäten ein, um klar zu machen, dass derzeit keine weiteren 
währungspolitischen Schritte zu erwarten sind. Ob sich die Spekulanten, 
die auf einen weiteren Wertzuwachs der chinesischen Währung setzen, 
davon beeindrucken lassen, ist fraglich.
	
Peking, 28. Juli

	Niemand Geringeres als der chinesische Staats- und Parteichef Hu Jintao 
liess am vergangenen Dienstag verlauten, China werde seine «vorsichtige 
Haushalts- und Geldpolitik fortsetzen und die Beständigkeit und 
Stabilität seiner makroökonomischen Politik aufrechterhalten». 
Gleichentags teilte die Zentralbank mit, dass es «in der absehbaren 
Zukunft» keine Neubewertung des Yuan geben werde. Einen Tag zuvor hatte 
ein Mitglied des monetären Ausschusses der Zentralbank, Li Deshui, 
erklärt, China werde seine Währung noch mindestens fünf Jahre lang nicht 
voll konvertibel machen. Li begründete dies mit der Kapitalkraft der 
Hedge-Funds und mit dem «relativ schwachen chinesischen Finanzsystem». 
Die verschiedenen Stellungnahmen deuten darauf hin, dass Peking zurzeit 
alle Kräfte bündelt, um riesige spekulative Kapitalflüsse, die auf eine 
kräftige Aufwertung des Yuan hoffen, abzuwehren.
Neue Risiken

	Die Bindung des Yuan an den Dollar, die Ende letzter Woche nach rund 
zehn Jahren aufgehoben worden ist, war für die Modernisierung und das 
rasche Wachstum der chinesischen Wirtschaft von grossem Wert. Zwischen 
1980 und 1995, als kein Dollar-Peg bestand, hatte es bei Chinas 
Inflations- und Wachstumsraten wilde Ausschläge gegeben. Die Furcht vor 
neuer Volatilität hatte die chinesischen Behörden lange Zeit dazu 
bewogen, jede Modifikation ihrer strikten Währungspolitik rundweg 
abzulehnen, bis sie nun amerikanischem Druck nachgeben mussten. 
Spekulanten setzen nun bereits darauf, dass Washington mit dem kleinen 
Aufwertungsschrittchen von 2,1% auf die Dauer nicht zufrieden zu stellen 
sei.

	Die Orientierung des Yuan an einem Währungskorb, die an die Stelle der 
festen Dollarbindung getreten ist, spiegelt Chinas 
aussenhandelspolitische Realitäten besser als die reine Dollarbindung. 
Auch sehen Experten die Tatsache, dass der Yuan neu täglich in einer 
Bandbreite von plus oder minus 0,3% gegenüber dem Dollar und gar noch 
mehr gegenüber dem Euro und dem Yen floaten darf, als einen Schritt in 
die richtige Richtung. Bereits wird erwartet, dass diese Bandbreite in 
Zukunft erweitert werde und dass damit Chinas makroökonomische 
Entwicklung stärker von Preisen denn von administrativen Verfügungen 
geprägt werden dürfte.

	Chinesische Firmen, die am Aussenhandel teilhaben, werden nun rasch 
lernen müssen, mit dem Währungsrisiko umzugehen. Hier wird 
wahrscheinlich noch viel Lehrgeld zu bezahlen sein. In einem 
bemerkenswert offenen Artikel, der am 27. Juli in der Tageszeitung «The 
Asian Wall Street Journal» erschienen ist, meint zudem der 
stellvertretende CEO der Schanghaier Börse, Fang Xinghai, dass die 
Devisenhandelsabteilung der chinesischen Zentralbank zur erfolgreichen 
Umsetzung des neuen Währungsregimes «ihre technischen Fähigkeiten 
verbessern und gegenüber spekulativem Verhalten auf dem Devisenmarkt 
wachsam sein müsse».
Bewährungsprobe für die Modernisierer

	Es gibt bereits etliche Anzeichen, dass viele Anleger auf weitere 
Aufwertungsschritte spekulieren, die kumuliert den Vorstellungen 
Washingtons von einer kräftigen Korrektur nach oben entsprechen würden. 
Die chinesischen Behörden dürften nun die für sie neue Erfahrung machen, 
wie, wenn erst einmal der Appetit geweckt worden ist, alle Dementis und 
Warnungen letztlich nichts nützen. Der Zufluss von Kapitalien in die 
chinesische Währung von aussen oder auch die Umwandlung von 
Dollarguthaben bergen aber die grosse Gefahr in sich, dass besonders auf 
dem Immobilienmarkt die bereits bestehende Spekulationsblase noch 
zusätzlich gefördert wird. Es wird aufschlussreich sein zu verfolgen, 
wie Peking diese neue Herausforderung in den kommenden Wochen und 
Monaten meistern wird. Sie stellt für die Protagonisten einer 
fortlaufenden Modernisierung der chinesischen Volkswirtschaft eine 
grosse Bewährungsprobe dar.




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 =?ISO-8859-15?Q?_weckt_Hoffnungen?=
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Rückgang der Arbeitslosigkeit in Japan weckt Hoffnungen

Niedrigster Stand seit sieben Jahren
	
N. B. Tokio, 29. Juli

	Die Arbeitslosenquote ist im Juni in Japan um 0,2 Prozentpunkte auf 
4,2% gefallen. So niedrig lag diese Zahl in der zweitgrössten 
Volkswirtschaft der Welt seit fast sieben Jahren nicht mehr. Zwar ist 
für die jüngste Entwicklung zu guten Teilen der Rückgang der Gesamtzahl 
von Erwerbspersonen verantwortlich, doch auch der Anteil von 
Stellenangeboten pro Arbeitssuchenden hat sich verbessert. Seitdem die 
Arbeitslosenquote Anfang 2003 mit 5,5% den höchsten Stand der 
Nachkriegszeit erreicht hatte, ist sie jetzt wieder stetig gesunken. 
Nunmehr erhöhen die Unternehmen nach Jahren der Sanierung und des 
Schuldenabbaus auch die Zahl der Festanstellungen, während sie zuvor 
durch befristete Arbeitsverhältnisse flexibler bleiben wollten. Der 
Haushalts- Sektor fühle nun die gute Entwicklung der Unternehmen, 
kommentierte Wirtschaftsminister Heizo Takenaka.
Dämpfer bei den Konsumausgaben

	Nachdem die flexiblen Lohnbestandteile angesichts von Rekordgewinnen 
der Unternehmen bereits im vergangenen Jahr wieder nach oben korrigiert 
worden waren, zogen im Mai auch die festen Saläre an. Dies lässt 
Ökonomen und Politiker hoffen, dass die Privathaushalte deshalb ihren 
Konsum ausweiten und so die japanische Wirtschaft nachhaltig auf 
Wachstumskurs halten werden. Doch das ist noch lange nicht ausgemacht. 
Im zweiten Quartal verdiente ein japanischer Haushalt durchschnittlich 
immer noch leicht weniger als im Jahr zuvor. Entsprechend sanken auch 
die Ausgaben der Haushalte im Jahresvergleich um real 1,7%. Im Juni 
allein gaben die privaten Haushalte saisonal bereinigt 1,4% weniger aus 
als im Vormonat. Im Jahresvergleich waren es magere 0,1% mehr.

	In den Monaten Januar bis März war der Konsum der Privathaushalte für 
rund die Hälfte des realen Wachstums der japanischen Wirtschaft von 1,2% 
verantwortlich. Für das zweite Quartal - die erste Schätzung wird am 12. 
August veröffentlicht - rechnen Ökonomen nun entsprechend mit einem 
schwächeren Wachstum. Dafür sprechen auch die jüngsten Produktionsdaten 
der Unternehmen: Zwar erholte sich die Industrieproduktion im Juni 
gegenüber dem Vormonat um 1,5%. Da aber im Mai wegen der schwachen 
Exportentwicklung ein kräftiger Rückgang erfolgte, ist für das zweite 
Quartal mit einer Einbusse zu rechnen.
Die Deflation hält sich hartnäckig

	Dämpfend auf den Konsum wirkt weiterhin die nach sieben Jahren immer 
noch nicht endgültig überwundene Deflation. Der Verbraucherpreisindex 
fiel nach einem Anstieg im Mai im Juni wieder um 0,5%. Auch die Kernrate 
des Konsumentenpreisindexes, in dem die stark schwankenden 
Lebensmittelpreise nicht berücksichtigt werden, lag um 0,1% unter dem 
Vorjahresniveau.


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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] Der kleine Mauerfall
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Der kleine Mauerfall

Ein historisches Schriftstellertreffen zwischen Nord- und Südkorea

Erstmals seit sechzig Jahren sind in der vergangenen Woche in Pjongjang 
Schriftsteller aus Nord- und Südkorea zusammengekommen. Vom Treffen geht 
die Hoffnung aus, dass sich die ideologischen Gräben auf der Halbinsel 
endlich überwinden lassen.
	
	
	Am frühen Morgen des 23. Juli 2005 versammelten sich Schriftsteller aus 
beiden Korea und der koreanischen Diaspora am Vulkansee des 
Baekdu-Berges in Nordkorea. Als die Sonne aufging und die grandiose 
Berglandschaft zu leuchten begann, wurden abwechselnd Gedichte 
rezitiert, Passagen aus Romanen und persönliche Eindrücke vorgetragen. 
Symbolischer konnten der Ort und der Zeitpunkt für das erste Treffen von 
Autoren aus Süd- und Nordkorea seit der Teilung nicht sein. Denn der 
Vulkansee, der den schönen Namen «Himmel-Erde-See» trägt, liegt nicht 
nur auf dem höchsten Berg Koreas, sondern der Berg selber ist jener Ort, 
an dem sich der Gründungsmythos Koreas abspielt. Dan-gun, der 
Gründungsvater, soll einst hier herabgestiegen sein. Nun sind die 
koreanischen Schriftsteller an diesem Ort versammelt, um das erste 
Treffen nach sechzig Jahren zu feiern. Man spricht schon von einem 
«Wendepunkt der koreanischen Literaturgeschichte» und gar von einem 
«kleinen Mauerfall». Die Erwartungen, die man an diese Begegnung der 
geistigen Elite richtet, sind gross.
Getrennte Wege

	Die letzte Zusammenkunft von Autoren aus Nord- und Südkorea fand am 13. 
Dezember 1945 in Seoul statt. 19 Schriftsteller aus dem Norden waren 
angereist, um sich mit Kollegen aus dem Süden über die Gründung eines 
gesamtkoreanischen Schriftstellerverbandes zu beraten. Die Teilnehmer 
waren von der Sorge geleitet, die gerade fünf Monate alte Teilung des 
Landes könnte für immer sein. Es war ein verzweifelter Versuch, die 
Sprache und die jahrtausendealte gemeinsame Literaturtradition vor der 
endgültigen Teilung zu bewahren. Das Vorhaben wurde jedoch von der 
politischen Entwicklung überrannt. Die 1946 geplante Veranstaltung 
konnte nicht mehr stattfinden. Von da an ging die koreanische Literatur 
getrennte Wege. Nach dem Koreakrieg verwandelte sich die 
Demarkationslinie am 38. Breitengrad zur dichtesten Grenze der Welt.

	Das Treffen im Juli zeigt aber, dass die Grenze trotz der immer 
wiederkehrenden Atomwaffenkrise durchlässiger geworden ist. Eine 
zunehmend pragmatische Nord-Politik hat ein solches Ereignis ermöglicht. 
Im Bereich der Wirtschaft ist der Erfolg der neuen Politik am 
deutlichsten sichtbar. In den achtziger Jahren entstand eine Bewegung, 
die als die «Nordkorea-besser-kennen-lernen-Bewegung» bezeichnet wird. 
Da wollte man auch die nordkoreanische Literatur lesen. Aber in Südkorea 
standen weder Werke nordkoreanischer Autoren noch von Autoren, die aus 
dem Süden freiwillig nach Norden gegangen waren, zur Verfügung. Erst 
1987 wurde der Bann aufgehoben. Aber das sogenannte 
Staatssicherheitsgesetz verbot jeden Privatkontakt ohne Genehmigung der 
Regierung. 1988 haben sich dennoch Autoren aus den beiden Landesteilen 
über ein Treffen im kommenden Jahr in Panmunjom verständigt. Jedoch 
wurde die gesamte von dem Lyriker Ko Un angeführte südkoreanische 
Delegation auf dem Weg dorthin von der südkoreanischen Polizei verhaftet 
und abgeführt.

	Der nordkoreanische Lyriker Oh Young-jae, der als Mitglied seiner 
Delegation in Panmunjom auf die Kollegen aus dem Süden wartete, schrieb 
ein Gedicht mit dem Titel «Leer ist der Platz», das heute noch die Wand 
im Büro des «Schriftstellerverbandes für die nationale Literatur» in 
Seoul ziert. Der bekannte südkoreanische Autor Hwang Sok-yong - seine 
Heimat liegt in Nordkorea - reiste 1989 nach Pjongjang und konnte danach 
nicht nach Südkorea zurückkehren. Er blieb in Berlin im Exil. Bei seiner 
Rückkehr 1993 wurde er verhaftet und zu sieben Jahren Gefängnis 
verurteilt. Erst 1998 kam er dank einer Amnestie frei. Jetzt ist er als 
Teil der Delegation mit dabei, und diese Reise bedeutet für ihn eine 
besondere Genugtuung. Er hat schon mit dem nordkoreanischen Romancier 
Hong Suk-zung, mit dem ihn eine Freundschaft verbindet, ein gemeinsames 
Projekt vereinbart. Hong Suk-zung erhielt 2004 als erster 
nordkoreanischer Autor den südkoreanischen «Manhae-Literaturpreis».


Begegnungen und Pläne

	Nordkorea selber scheint sich vorsichtig zu öffnen. Werke 
südkoreanischer Autoren werden den Lesern im Norden zugänglich gemacht, 
so dass viele Teilnehmer aus dem Süden über die Kenntnisse der Kollegen 
aus dem Norden erstaunt waren. Die vom Lyriker Ko Un angeführte 
98-köpfige Delegation südkoreanischer Autoren flog am 20. Juli im 
Direktflug von Inchon nach Pjongjang, wo 100 nordkoreanische 
Schriftsteller auf sie warteten. Hinzu kamen noch 10 Autoren aus der 
koreanischen Diaspora. Die Eröffnung fand im Kulturpalast in Pjongjang 
statt. Danach setzte man das Programm fort am Baekdu-Berg.

	Neben vielen persönlichen Begegnungen, die als Humus für die weitere 
Entwicklung dienen werden, sind drei Punkte im Abschlussdokument von 
Bedeutung. Erstens soll ein Verband mit dem Namen «Nationaler 
Schriftstellerverband 15. Juni» gegründet werden, dem Autoren aus Nord- 
und Südkorea als Mitglieder beitreten können. Zweitens ist eine 
Literaturzeitschrift, eine Art Verbandsmagazin, geplant. Autoren aus 
Nord und Süd dürfen dort ihre Werke veröffentlichen. Nordkoreanische 
Autoren haben seit dem gescheiterten Treffen 1989 die Zeitschrift 
«Literatur für Wiedervereinigung» herausgegeben, deren Nummer 65 im 
Frühjahr erschienen ist. Darin wurden viele Werke südkoreanischer 
Autoren aufgenommen. Man hofft, diese Zeitschrift als gemeinsames 
Hausmagazin fortführen zu können. Drittens soll ein Literaturpreis mit 
dem Namen «Wiedervereinigungsliteraturpreis 15. Juni» gestiftet und 
einem koreanischen Autor verliehen werden - unabhängig davon, wo er lebt.


Optimismus

	Diese drei Punkte werden künftigen Begegnungen der Schriftsteller einen 
institutionellen Rahmen geben. Manche gehen sogar einen Schritt weiter 
und träumen schon von einer föderalen Struktur der Literatur. Verlage, 
Zeitungen und Magazine sollen an nordkoreanische Autoren Aufträge 
erteilen dürfen und südkoreanische Autoren in nordkoreanischen 
Literaturzentren arbeiten. Das nächste Treffen wird voraussichtlich im 
Juni nächsten Jahres im Süden stattfinden. Die südkoreanische Seite 
blickt mit Spannung darauf, ob Nordkorea tatsächlich seine 
intellektuelle Elite in grosser Zahl in den Süden schicken wird. Denn 
Südkorea liess schon durchblicken, dass mindestens 50 Autoren anreisen 
müssen, damit ein vergleichbares Treffen zustande kommt.

	Die Öffnung im Bereich der Wirtschaft ist das eine, das andere jene im 
geistigen Bereich. Nordkorea hat bis jetzt sorgfältig jeden gross 
angelegten Kontakt hier vermieden, um das System als solches nicht zu 
gefährden. Da aber in diesem Fall die Initiative von der 
nordkoreanischen Seite ausging, blickt man im Süden mit einem gewissen 
Optimismus in die Zukunft. Die südkoreanischen Autoren sehen schon 
allein in der Begegnung einen grossen Schritt nach vorn und sind 
zuversichtlich, die ideologische Trennwand mit Hilfe der Literatur 
durchlässiger zu machen.


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Kein Durchbruch bei Nordkorea-Verhandlungen in Sicht	
	
(sda/dpa) Bei den Sechs-Länder-Gesprächen über das nordkoreanische 
Atomprogramm zeichnet sich noch kein Durchbruch ab. Die Delegierten 
setzten ihre Gespräche am Dienstag, dem achten Verhandlungstag, in 
Peking fort. Doch nach den Worten des amerikanischen Chefunterhändlers 
Christopher Hill bestehen noch immer «viele Differenzen». Deswegen sei 
es bisher noch zu keiner Einigung über eine gemeinsame 
Abschlusserklärung gekommen.

Der japanische Aussenminister Machimura erklärte, die Gespräche in 
Peking könnten noch bis zum Ende dieser Woche dauern. Die amerikanische 
Delegation wollte am Dienstag zu einem bilateralen Treffen mit Gastgeber 
China zusammenkommen. China hatte am Vortag einen zweiten Entwurf für 
eine Abschlusserklärung vorgelegt, nachdem sich die Konferenzteilnehmer 
nicht auf eine erste Fassung hatten einigen können.

Die Sechsergespräche, an denen ausserdem noch Südkorea, Japan und 
Russland teilnehmen, waren vor einer Woche nach 13-monatiger 
Unterbrechung wieder aufgenommen worden.


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Geduld Japans mit den USA am Ende

Verhängung von Strafzöllen - strittige Antidumpingpolitik

	Nach der EU und Kanada verhängt nun auch Japan Strafzölle gegenüber 
amerikanischen Einfuhren. Stein des Anstosses ist Washingtons Politik, 
die Einnahmen aus Antidumpingmassnahmen direkt amerikanischen Firmen 
zufliessen zu lassen, eine Politik, die auch von der 
Welthandelsorganisation für unzulässig befunden wird.
	
	
tf. Tokio, 1. August

	Japan hat am Montag die handelspolitische Front gegenüber den USA 
gestärkt und wegen Amerikas umstrittener Antidumpingregeln die 
Verhängung von Strafzöllen angekündigt. Ab Anfang September dieses 
Jahres sollen gemäss einer Mitteilung des Handelsministeriums 15 
Produkte, von denen bisher 14 zollfrei aus den USA eingeführt werden 
konnten, mit einem Zoll von 15% belastet werden. Es ist das erste Mal, 
dass Japan gegenüber einem Handelspartner zu einer solchen 
Sanktionsmassnahme greift. Unter den betroffenen Importgütern befinden 
sich neben verschiedenen Arten von Kugellagern nicht zuletzt auch 
Stahlprodukte aus den USA.
Rückendeckung durch die WTO

	Zwar dürfte der bilaterale Handel zwischen den beiden grössten 
Volkswirtschaften durch den Entscheid kaum gross aus dem Lot geraten. So 
waren die von den Strafzöllen ins Visier genommenen Produkte im 
Kalenderjahr 2004 in der japanischen Importstatistik nur für 13,3 Mrd. 
Yen (120 Mio. Fr.) verantwortlich - ein Betrag, der nach der Einführung 
der Zölle laut Schätzungen japanischer Beamter um 5,6 Mrd. Yen sinken 
wird. Gewichtiger dürfte jedoch der politische Druck sein, der mit den 
Sanktionen einhergeht. Schliesslich befindet sich Japan mit seinem Frust 
ob Washingtons Antidumpingpolitik in prominenter Gesellschaft: So hatten 
Anfang Mai dieses Jahres bereits die Europäische Union (EU) und Kanada 
aus demselben Grund Handelssanktionen gegenüber den USA eingeführt.

	Stein des Anstosses ist die von Washington im Oktober 2000 in Kraft 
gesetzte und gemeinhin als Byrd Amendment bekannte Antidumpingpolitik. 
Sie sieht vor, die Einnahmen aus Antidumpingmassnahmen nicht der 
Staatskasse, sondern direkt jenen amerikanischen Unternehmen zukommen zu 
lassen, die den entsprechenden Fall initiiert oder unterstützt haben. 
Ausländische Firmen beklagen, dass sie durch eine solche Praxis quasi 
doppelt bestraft würden: So würden die eigenen Waren durch die 
Antidumpingpolitik nicht nur verteuert, sondern die amerikanischen 
Konkurrenten durch Washingtons indirekte Form der Subventionierung auch 
zusätzlich gestärkt. Auch die Welthandelsorganisation (WTO) betrachtet 
das System als widerrechtlich: Die Genfer Organisation forderte daher 
die USA bereits im Januar 2003 zu einer Aufhebung des Gesetzes bis Ende 
2003 auf. Das Ultimatum verstrich aber folgenlos, weshalb im November 
2004 mehrere WTO-Mitglieder zu Gegenmassnahmen ermächtigt wurden.
Druck auf Washington verstärken

	Zu diesen Mitgliedern zählt auch Japan. In Tokio zeigte man sich 
gegenüber Washington aber lange Zeit geduldig und versuchte, den 
wichtigen Handelspartner, mit dem man bereits wegen Japans Importstopp 
auf amerikanischen Fleischeinfuhren in den Haaren liegt, im Gespräch zu 
einer Änderung der Politik zu bewegen. Das Anrennen gegen die 
international heftig kritisierte, innenpolitisch jedoch beliebte 
Antidumpingpolitik blieb aber ohne Wirkung. Noch immer sei das strittige 
Gesetz vom amerikanischen Kongress nicht einmal debattiert worden und 
die Wahrscheinlichkeit seiner baldigen Abschaffung müsse als sehr tief 
betrachtet werden, hält das japanische Handelsministerium in seiner 
Mitteilung enttäuscht fest. Mit der Verhängung der Strafzölle, die 
jährlich an die unter dem Byrd Amendment erfolgenden Ausschüttungen an 
US-Unternehmen angepasst werden sollen, wolle man daher primär den Druck 
auf den amerikanischen Kongress erhöhen.


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«Ich bin nur ein einfacher buddhistischer Mönch»

Vom Bauernjunge zum Dalai Lama

	Das geistliche Oberhaupt des Lamaismus und weltliche Oberhaupt der 
Exil-Tibeter feierte kürzlich seinen siebzigsten Geburtstag. Der Dalai 
Lama nützt den Wirbel um seine Person, um auf die ungelöste Tibet-Frage 
aufmerksam zu machen. Sein Bekenntnis zur Gewaltlosigkeit und für 
friedliche Konfliktlösungen haben ihm den Nobelpreis eingebracht.
	

	Am 6. Juli 1935 wurde im tibetischen Dorf Taktser der Bauernsohn Lhamo 
Thondup geboren. Zwei Jahre später erkannten Mönche in dem kleinen 
Jungen die Reinkarnation des 13. Dalai Lama, der im Jahr 1933 
verschieden war. Die Mönche waren auf der Suche nach dem Nachfolger 
monatelang im Land umhergereist. Die Zeichen und Hinweise, die auf den 
Bauernjungen deuteten, sind öffentlich nicht bekannt. Er erhielt den 
Mönchsnamen Tenzin Gyatso und wurde mit religiösen Unterweisungen auf 
seine künftige Aufgabe vorbereitet.

	Am 22. Februar 1940 erfolgte in der tibetischen Hauptstadt Llasa seine 
Inthronisierung als 14. Dalai Lama (wörtlich «Höchster des Ozeans des 
Wissens »). Fortan gilt er als Verkörperung des Bodhisattva (Buddha) 
Avalokiteshvara und ist das geistliche Oberhaupt des Lamaismus, der 
tibetischen Form des Buddhismus (siehe Link).

	«Ich bin nur ein einfacher buddhistischer Mönch, nicht mehr und nicht 
weniger» soll der Dalai Lama seine Aufgabe in dieser Welt umschreiben. 
«His holiness», seine Heiligkeit, ist jedoch für die meisten Tibeter 
Hoffnungsträger und Identifikationsfigur zugleich. Seine religiösen 
Studien setzte er während vieler Jahre in zahlreichen tibetischen 
Klöstern fort. Erst 1959, dem Jahr seiner Flucht aus dem von China 
besetzten Tibet, schloss er als Geshe Llarampa ab. Dieser Titel 
entspricht einem Doktorat der buddhistischen Philosophie.
Gewaltlosigkeit als Konzept

	Tenzin Gyatso ist jedoch nicht nur Religionsführer, er leitet vom 
indischen Dharamsala aus auch die tibetische Exilregierung. Zwar bekennt 
sich der Mahatma-Gandhi-Verehrer immer wieder zu Gewaltlosigkeit in der 
Tibet-Frage, doch bleibt er ein unermüdlicher Verfechter der 
Unabhängigkeit des Hochlandstaates. Selbstbewusst forderte er 1987 vor 
dem amerikanischen Kongress die Errichtung einer Friedenszone in Tibet 
und forderte China zu Gesprächen auf.

	Zwei Jahre später erhielt der 14. Dalai Lama den Friedensnobelpreis. Er 
habe, begründete das Komitee, mit seiner alles-umfassenden 
Friedensphilosophie konstruktive Lösungsvorschläge für internationale 
Konflikte, die Erhaltung der Menschenrechte sowie für einen globalen 
Umweltschutz geschaffen.

	Bisher ist es dem tibetischen Oberhaupt nicht gelungen, China zu einem 
Einlenken in der Tibet-Frage zu bewegen. Es haben zwar Gespräche 
stattgefunden, doch die gegenwärtige Siedlungspolitik macht deutlich, 
das Tibet in der nächsten Zeit kaum grössere Autonomie geniessen wird.
Grosse Popularität

	Durch seine charismatischen Auftritte in fast fünfzig Ländern und 
zahlreiche Bücher hat der Dalai Lama vor allem im Westen zahlreiche 
Anhänger gefunden. Seine öffentlichen Vorträge sind häufig ausgebucht. 
Dies weiss der oberste Tibeter auch zu nutzen, seine Auftritte sind 
indirekt immer auch eine Manifestation für ein freies Tibet.


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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] China verkauft mehr Hightech-Produkte ins Ausland
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China verkauft mehr Hightech-Produkte ins Ausland
Computer und Co. machen fast ein Drittel der Gesamtexporte aus

Peking 02.08.2005/12:13 - China hat in den ersten sechs Monaten deutlich 
mehr Hightech-Produkte ins Ausland verkauft als noch im 
Vorjahreszeitraum. Nach Berechnungen des chinesischen 
Wirtschaftsministeriums http://english.mofcom.gov.cn kletterte das 
Volumen der Exporte von Computern, Handys und Elektronik-Produkten um 
32,4 Prozent auf 93,52 Mrd. Dollar. Damit machen Hightech-Produkte mit 
einem Anteil von 27,3 Prozent schon fast ein Drittel der Gesamtexporte 
des Riesenreichs aus, berichtet das taiwanesische Onlineportal Digitimes.

	Laut den Ministeriumszahlen sind Computer weiterhin Chinas beliebtestes 
IT-Exportgut. Hier stieg das Exportvolumen um 27,7 Prozent auf 46,4 Mrd. 
Dollar. Im Kommunikationssektor legte das Volumen der exportierten Waren 
um 33,5 Prozent auf 29 Mrd. Dollar, bei Elektronikartikeln um 32,6 
Prozent auf 10,9 Mrd. Dollar zu.

	Beim Import von IT-Produkten waren die Chinesen im abgelaufenen 
Halbjahr dagegen vergleichsweise zögerlicher. Das Importvolumen von 
Hightech-Produkten stieg im Vergleich zum ersten Halbjahr 2004 um 20,2 
Prozent auf 86,74 Mrd. Dollar. Damit hat die Einfuhr von Computern und 
Co. einen Anteil von 28,7 Prozent am Gesamtimport. Größter Posten bei 
den IT-Importen waren im abgelaufenen Halbjahr die Elektronikartikel mit 
einem Volumen von 43,29 Mrd. Dollar (plus 27,2 Prozent).

	Am beliebtesten sind die IT-Produkte "made in China" offenbar in den 
USA und Europa. Der Wert der in die USA gelieferten Hightech-Produkte 
beläuft sich auf 22,1 Mrd. Dollar (plus 23,6 Prozent). In die Länder der 
Europäischen Union lieferten die Chinesen IT-Waren im Wert von 21,37 
Mrd. Dollar (plus 22,9 Prozent). China selbst importiert dagegen den 
größten Teil der benötigten Hightech-Produkte von den asiatischen 
Nachbarn wie den ASEAN-Staaten, Japan oder Taiwan.


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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] Peking im Kampf gegen =?ISO-8859-15?Q?t=F6dliche_Schweineseuch?=
 =?ISO-8859-15?Q?e?=
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Peking im Kampf gegen tödliche Schweineseuche
Mindestens 40 Menschen gestorben

Peking/London 02.08.2005/15:55 - Ganz genau scheint es niemand zu 
wissen, wie groß die Opferzahl der Schweinekrankheit, hervorgerufen 
durch das Bekaterium Streptococcus suis, tatsächlich ist. BBC-Online 
http://news.bbc.co.uk berichtet nun darüber, dass der Verkauf von 
Schweinefleisch aus dem Südwesten der Provinz Szechuan verboten wurde. 
Mindestens 36 Menschen sind bisher daran gestorben, 198 Fälle sind 
bekannt gegeben worden.

	Anderen inoffoziellen Meldungen zufolge wurden viele der toten Schweine 
aber nicht ordnungsgemäß entsorgt. Erstmals ist von dieser Art der 
Erkrankung im Juni 2005 aus Szechuan berichtet worden. In den 
vergangenen Tagen sind jedoch auch Fälle aus der Provinz Guangdong und 
Hongkong bekannt geworden. Heute, Dienstag, hat die Bejing-Times, 
berichtet, dass 4.000 Tonnen Schweinefleisch und Schweineprodukte aus 
Szechuan vom Verkauf zurückgezogen wurden. Darüber hinaus wurden 
Richtlinien für die Verhinderung der Erkrankung erlassen. Hinzu kommt 
das private Schlachtungsverbot und das Verbot, Schweinefleisch in 
Restaurants zu servieren, das nicht aus Tieren von Quarantäne stammt.

	In ländlichen Gegenden versuchen Bauern jedoch, um den drohenden 
Verlust zu entgehen, infiziertes Schweinefleisch zu verkaufen. 
"Haushalte halten sich nicht an die Regeln, die eine Eindämmung der 
Seuche notwendig machen würde", berichtet die Bejing-Times. Die 
Regierung der Provinz Szechuan reagiert nun mit einer 
Aufklärungskampagne, um einen weiteren Ausbruch der Krankheit zu verhindern.

	Gestern, Montag, forderte die Weltgesundheitsorganisation WHO China 
auf, weitere Tests an Schweinen durchzuführen. Die hohe 
Sterblichkeitsrate könnte nämlich auch bedeuten, dass andere Faktoren 
neben dem Krankheitserreger vorhanden sein könnten. "Andere Bakterien, 
Viren oder Gifte könnten dafür verantwortlich sein", meint WHO-Sprecher 
Bon Dietz. Streptococcus suis überlebt im Kot, Staub und in Kadavern.


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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] Dalai Lama im Internet
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Dalai Lama im Internet

Symposium der UniversitÃ¤t ZÃ¼rich wird direkt Ã¼bertragen

	Am Mittwoch ist der Dalai Lama Gast der UniversitÃ¤t ZÃ¼rich am 
Â«Neuroscience SymposiumÂ» und diskutiert dort mit Forschern Ã¼ber die 
moderne Neurowissenschaft. Die Veranstaltung kann im Internet 
mitverfolgt werden.
	


	i. Im Rahmen der gemeinsamen Veranstaltung Â«UniversitÃ¤t und ETH laden 
ein: Der Dalai Lama im DialogÂ». findet am Mittwoch das Symposium zum 
Thema Â«NeuroscienceÂ» statt. Dieses ist seit lÃ¤ngerem ausgebucht, kann 
aber live im Internet mitverfolgt werden (siehe Link). Der Dalai Lama 
diskutiert mit Forschern Ã¼ber die moderne Neurowissenschaft, wie der 
Rektor der UniversitÃ¤t, Hans Weder, bekannt gab. Die Aufzeichnungen 
kÃ¶nnen auch nachtrÃ¤glich als Streaming Video heruntergeladen werden. Die 
Veranstaltung wird in englischer Sprache durchgefÃ¼hrt.

	Anschliessend erÃ¶ffnet der religiÃ¶se FÃ¼hrer der Tibeter im 
VÃ¶lkerkundemuseum die beiden Ausstellungen Â«Die 14 Dalai Lamas â€“ Tibets 
Reinkarnationen des Bodhisattva AvalokiteshvaraÂ» und Â«Der 14. Dalai Lama 
â€“ Unterwegs fÃ¼r den FriedenÂ» mit Photographien von Manuel Bauer, der den 
Dalai Lama wÃ¤hrend lÃ¤ngerer Zeit begleitet hat.

	Am Dienstag hat der religiÃ¶se FÃ¼hrer der Tibeter dem Kloster Einsiedeln 
einen Besuch abgestattet. AnlÃ¤sslich einer interreligiÃ¶sen Veranstaltung 
in der Klosterkirche, betete der Dalai Lama mit den Teilnehmern um 
Frieden in der Welt. Anschliessend zog er sich zu einem privaten 
GesprÃ¤ch mit den BenediktinermÃ¶nchen in das Klosters zurÃ¼ck.


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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] Japan fordert China zu mehr Transparenz auf
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Japan fordert China zu mehr Transparenz auf

Missmut ob Pekings rasanter Aufrüstung
	
tf. Tokio, 2. August

	Die rasante Aufrüstung der chinesischen Streitkräfte wird von Japan mit 
wachsender Besorgnis beobachtet. In ihrem am Dienstag veröffentlichten 
Jahresbericht räumt Japans Verteidigungsagentur (JDA) der Modernisierung 
von Chinas Militär denn auch einen besonders gewichtigen Platz ein. Mit 
einigem Unbehagen wird darauf verwiesen, dass der ostasiatische Nachbar 
im laufenden Jahr das Verteidigungsbudget um 12,6 Prozent auszudehnen 
gedenke, womit Peking bereits im 17. Jahr in Folge einen Anstieg um über 
10 Prozent plane. Zwar betonte der Chef der JDA, Yoshinori Ono, bei der 
Präsentation des Berichts, dass man China nicht als militärische 
Bedrohung betrachte - eine Bemerkung, die wohl primär dazu diente, das 
bilaterale Verhältnis, das jüngst durch antijapanische Ausschreitungen 
in China grossen Belastungen ausgesetzt worden war, nicht noch 
zusätzlich zu strapazieren. Festgehalten wird im Bericht aber 
vielsagend, dass genau beobachtet werden müsse, ob Chinas Aufrüstung 
nicht allenfalls über die Notwendigkeit einer blossen Selbstverteidigung 
hinausgehe.
Augenmerk auf die Kriegsmarine

	Besondere Aufmerksamkeit schenkt Japan den als «energisch» bezeichneten 
Aktivitäten der chinesischen Kriegsmarine. Die Beunruhigung hat einen 
konkreten Grund. So war im vergangenen November nahe der südjapanischen 
Insel Okinawa ein atomar betriebenes Unterseeboot Chinas in japanisches 
Hoheitsgewässer vorgedrungen. Der Zwischenfall, der von Peking als 
blosses Versehen bezeichnet wurde, wird von Tokio als Hinweis auf die 
verstärkten Aktivitäten der chinesischen Marine in grenznahen Gewässern 
gewertet. Man habe Peking dazu aufgefordert, so der Bericht, die Gründe 
für das regere Engagement der Marine zu erklären, in der Hoffnung, durch 
Transparenz auch Vertrauen zu schaffen.

	Durchsichtigkeit gehört aber kaum zu den Stärken des chinesischen 
Regimes, auch nicht mit Blick auf die Höhe der Militärausgaben. So 
kritisiert Japan, dass die von Peking angekündigten Ausgabensteigerungen 
stets nur einen Teil von Pekings wahren Ausgaben spiegelten und man auch 
in Chinas Berichten zur Militärpolitik vergeblich nach detaillierten 
Angaben suche. Ono forderte China am Dienstag denn auch einmal mehr zu 
grösserer Transparenz bezüglich der Verteidigungspolitik und der 
militärischen Kapazitäten auf.


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Chinesischer Ölkonzern gibt im Bieterkampf um Unocal auf

Weg frei für US-Ölriesen Chevron

Der chinesische Ölkonzern Cnooc hat seine Bemühungen um Übernahme des 
US-Unternehmens Unocal aufgegeben. Als Grund gab Cnooc den 
«beispiellosen» politischen Druck in den USA gegen die Offerte der 
Chinesen an.

	(sda/afp/dpa) Cnooc hatte mit 18,5 Mrd. Dollar rund eine Milliarde 
Dollar mehr als der amerikanische Ölkonzern Chevron geboten, der 
ebenfalls an Unocal interessiert ist. Es habe ernsthafte Überlegungen 
gegeben, das Übernahmeangebot weiter aufzustocken, hiess es am Dienstag 
in Peking.

	Wegen des politischen Drucks sei davon allerdings Abstand genommen 
worden. Die Bestrebungen des chinesischen Unternehmens waren auf 
massiven Widerstand im amerikanischen Kongress gestossen. Mit dem 
Verzicht von Cnooc steht nun dem Kauf von Unocal durch den 
amerikanischen Ölriesen Chevron nichts mehr im Wege.

	Die Unocal-Aktionäre sollen auf einer Generalversammlung am Mittwoch 
kommender Woche über das Angebot von Chevron entscheiden. Dieses liegt 
bei 17,1 Mrd. Dollar.


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Von Sorgen und Freuden der Multis in China

Gute Aussichten bei wechselhaftem Klima

	Kein weltweit tätiges Unternehmen kommt heute ohne eine starke 
China-Präsenz aus. Multinationale Gesellschaften sind beliebte 
Investoren und Arbeitgeber, können aber auch leicht ins Visier von 
Chauvinisten geraten. Die in Gang kommende Expansion chinesischer 
Investoren im Westen dürfte die Akzeptanz der Multis in China stärken.
	
us. Peking, Ende Juli

	Vor etwas über zwanzig Jahren waren multinationale Gesellschaften in 
China eine Seltenheit. Volkswagen und Sanyo gehörten zu den frühen 
Pionieren, während die meisten sich für ein bedeutendes Engagement im 
Reich der Mitte Zeit liessen. Heute kann es sich niemand mehr leisten, 
in einem Land, in dem gemäss Regierungsstatistiken per Ende 2004 rund 
eine halbe Million Unternehmen mit ausländischer Beteiligung registriert 
waren und Auslandinvestitionen von insgesamt 560 Mrd. $ getätigt worden 
waren, nicht präsent zu sein. Rund 90% aller Fortune-500-Gesellschaften 
haben sich in China mit Direktinvestitionen engagiert, 33 haben 
inzwischen ihren regionalen Asien-Hauptsitz in Schanghai etabliert. Die 
Schanghaier Stadtbehörden, die ihre Stadt im Wettbewerb nicht nur mit 
Singapur und Hongkong, sondern in der weiteren Zukunft auch mit Tokio 
sehen, haben in jüngster Zeit mehrere Massnahmen ergriffen, um die 
Attraktivität der Metropole im Jangtse-Delta als Unternehmenssitz zu 
steigern.

Beliebte Arbeitgeber

	Die multinationalen Gesellschaften sind in China, wie auch in anderen 
Schwellenländern, beliebte Arbeitgeber. Trotz allen Modernisierungen 
gehört China vor allem bei der Lohnentwicklung und bei den 
Arbeitsbedingungen nach wie vor nicht zu den Industrieländern. So 
geniesst auch im Reich der Mitte, wer für ein bekanntes internationales 
Unternehmen arbeitet, besonderes Prestige. Man verfügt in der Regel 
nicht nur über ein höheres Salär und bessere Sozialleistungen, als wenn 
man für einen chinesischen Arbeitgeber arbeitet. Die Tätigkeit in einem 
Multi nimmt sich auch gut in Lebenslauf und Leistungsausweis aus. 
Beliebt sind multinationale Gesellschaften ferner bei den Konsumenten, 
weil sie Produkte mit einem gewissen Renommee und mit in der Regel hoher 
Qualität anbieten. Es fällt auf, dass, sobald die elementarsten 
Bedürfnisse gedeckt sind, die Menschen sehr rasch ein Markenbewusstsein 
zu entwickeln beginnen. So bietet Nestlé zu einem Niedrigstpreis Snacks 
in Kleinstquantitäten an, um das Produkt unter die Massen zu bringen. 
Die rasch wachsenden Mittelschichten bergen für den Konsum von 
Markenprodukten ein gewaltiges Potenzial. Man braucht am Samstag nur in 
einer beliebigen Provinzstadt einen McDonald's zu besuchen, um sich ein 
Bild davon zu machen, wie viel die Menschen in Sozialprestige zu 
investieren bereit sind. Für das, was eine dreiköpfige Familie für Fast 
Food auf den Ladentisch legt, könnte sie ein viel reichhaltigeres und 
schmackhafteres Mahl in einer chinesischen Garküche erstehen.
Unterschwellige Xenophobie

	Schliesslich ist eine starke China-Präsenz von internationalen 
Unternehmen auch aus der Sicht all derjenigen Kräfte in der chinesischen 
Gesellschaft und Führung, die sich der Modernisierung des Landes und 
seiner Wirtschaft verschrieben haben, ein Aktivposten. Man sieht diese 
Unternehmen als eine wichtige Quelle für den technologischen 
Fortschritt. Symbolhaft dürfte dafür der Hochgeschwindigkeitszug stehen, 
der Schanghai mit dem neuen Flughafen in Pudong verbindet. Jenseits 
dieser positiven Aspekte gilt es jedoch auch, das stets vorhandene 
Potenzial an chauvinistischen Regungen im Blick zu behalten. 
Erniedrigungen in der jüngeren Geschichte, die dem Reich der Mitte von 
auswärtigen Mächten, insbesondere von Grossbritannien und Japan, 
zugefügt wurden, sind im kollektiven Gedächtnis fest verankert. Sie 
lassen sich leicht zur Stimulierung von Xenophobie mobilisieren. 
Ereignisse wie die Handelsstreitigkeiten mit den USA und der EU können 
deshalb rasch zu Klagen über China- Feindlichkeit führen, und bei 
solchen Vorhaltungen braucht es nur wenig, bis man sich in der 
nationalen Ehre verletzt fühlt. Bei alldem können multinationale 
Gesellschaften mit hohem Profil zu einer beliebten Zielscheibe werden.

	Bei der Analyse von Vorurteilen, Obstruktionen oder gar virulenter 
Ablehnung, mit denen sich multinationale Gesellschaften in China 
konfrontiert sehen können, ist ein Blick auf Indien aufschlussreich. Im 
Gegensatz zum anderen asiatischen Milliardenvolk haben die Chinesen eine 
noch sehr kurze Erfahrung mit internationalen Markenprodukten und 
multinationalen Gesellschaften. In Indien sind diese schon seit mehreren 
Generationen ansässig und beliefern den Markt mit international 
bekannten Markennamen. Die Folge dieser teilweise bis ins vorletzte 
Jahrhundert reichenden Präsenz ist, dass viele Produkte als einheimisch 
angesehen werden, obschon sie von einem global tätigen Unternehmen 
hergestellt werden. Man denke etwa an die Produkte von Hindustan Lever. 
Dies macht es im Vergleich zu China erheblich schwieriger, den 
Wettbewerb mit patriotischen Appellen zu bestreiten. Die häufige 
Missachtung von Regeln zum Schutz des geistigen Eigentums, durch welche 
die einheimischen Firmen gegenüber internationalen Konkurrenten unfaire 
Vorteile erhalten, ist ein besonders ärgerliches und für die Betroffenen 
kostspieliges Phänomen.
Wachsende Abhängigkeiten

	Insbesondere wenn es um die Mobilisierung von chauvinistischen Regungen 
geht, sind Chinesen notorisch schwer berechenbar. Wie zuletzt die 
antijapanischen Ausschreitungen gezeigt haben, kann es plötzlich zu 
Ausbrüchen kommen. Anderseits hegen die Menschen im Reich der Mitte auch 
einen starken Hang zum Pragmatismus. So kamen trotz aufgepeitschter 
Stimmung bei den antijapanischen Protesten in Schanghai beispielsweise 
die in grossen Schauräumen ausgestellten japanischen Autos nicht zu 
Schaden, und die Attraktion und das Prestige der grossen japanischen 
Marken scheinen ebenfalls nicht gelitten zu haben. Es ist dieser 
Pragmatismus, der für die Zukunft zuversichtlich stimmen kann. Noch 
immer wird von der internationalen Öffentlichkeit China vor allem als 
Destination für ausländische Investitionen wahrgenommen. Inzwischen ist 
aber ein gegenläufiger Prozess im Gange. Chinesische Unternehmen 
beginnen, im grossen Stil im Ausland einzukaufen. Bereits sehen Experten 
China auf demselben Weg, den Japan in den achtziger Jahren eingeschlagen 
hatte, als plötzlich amerikanische Trophäen in japanischen Besitz 
übergingen. In der Tat ergibt die Strategie der externen Expansion, die 
Peking in jüngster Zeit auch zur Minderung von Währungsrisiken, die sich 
aus dem riesigen Devisenbestand ergeben, eingeschlagen hat, ökonomischen 
Sinn. Ein wenig beachteter Seitenaspekt bei der Erhöhung des 
Aussenwertes des Yuan ist die Tatsache, dass dadurch die 
Kaufkraftkapazitäten der Chinesen in Übersee noch gesteigert werden. - 
Aus der Sicht der in China tätigen multinationalen Gesellschaften muss 
das verstärkte und in den kommenden Jahren voraussichtlich eskalierende 
Auslandengagement chinesischer Unternehmer und chinesischer Investoren 
ein Bonus sein. Die Integration Chinas in die Weltwirtschaft hat während 
des letzten Vierteljahrhunderts isolationistische Tendenzen und die 
politische Sprunghaftigkeit in China kräftig zurückgebunden. Zwar mag es 
noch in manchen Bereichen, vor allem auch bei der Transparenz von 
politischen Entscheidungsprozessen, einen riesigen Nachholbedarf geben, 
doch gehört das heutige China einer völlig anderen Welt an als jenes der 
Mao-Zeit. Es steht zu erwarten, dass mit dem Streben der chinesischen 
Unternehmen ins Ausland die gegenseitigen Abhängigkeiten wachsen werden, 
und dies, so lehrt die Geschichte der Weltwirtschaftsordnung, ist 
allemal eine positive Entwicklung. Auch die Multis in China werden von 
diesem neuen Fundament gemeinsamer Interessen profitieren können.


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 =?ISO-8859-15?Q?rtal_verkraften?=
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Toyota muss Gewinnrückgang im ersten Quartal verkraften
Absatzziele werden aber trotzdem erhöht

	Tokio 03.08.2005/12:46 - Der weltweit zweitgrößte Autohersteller Toyota 
Motor http://www.toyota.com muss im abgelaufenen Quartal einen 
Gewinnrückgang verkraften. Grund dafür sind hohe Investitionen in neue 
Werke und Technologie. Diese Kosten überlagerten nach 
Unternehmensangaben heute, Mittwoch, die weltweit soliden Absätze. Für 
das Gesamtjahr hob Japans führender Autohersteller seine Absatzziele an 
und bekräftigte zugleich seine Gewinnprognose. Die Gewinne könnten nach 
Einschätzung von Analysten allerdings auf Grund von Währungseffekten 
deutlich höher ausfallen.

	Im abgelaufenen ersten Geschäftsquartal (per Ende Juni) sei der 
operative Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um 9,7 Prozent auf 405,13 Mrd. 
Yen (rund 2,98 Mrd. Euro) gesunken, teilte Toyota mit. Damit verfehlte 
das Unternehmen die Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit 443,33 
Mrd. Yen gerechnet hatten. Auch der Reingewinn sank und zwar um 6,9 
Prozent auf 266,90 Mrd. Yen. Hier hatten Analysten im Schnitt 315,78 
Mrd. Yen erwartet. Der Umsatz zog indes um gut zehn Prozent auf 4,98 
Bill. Yen an. Für die Gruppe hob Toyota das Ziel für den weltweiten 
Absatz für 2005/06 auf 7,97 Mio. Stück von zuvor 7,85 Mio. an.

	Der Konzern ist mit neue Fabriken auch in Tschechien, Polen und Mexiko 
vertreten. In den nächsten Jahren sollen noch weitere in China, im 
US-Bundesstaat Texas, Russland und Kanada folgen. Zudem erhöht Toyota 
wegen der starken Nachfrage unter anderem nach kleineren Lastwagen seine 
Kapazitäten an verschiedenen bereits existierenden Standorten. Der 
Anstieg des Dollar zum Yen über die vom Unternehmen angenommenen 105 Yen 
für das Geschäftsjahr könnten Toyota indes einen deutlich höheren Gewinn 
bescheren als erwartet - vorausgesetzt die Entwicklung hält an.


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Protest gegen Dalai-Lama-Marke

China verhindert österreichische Briefmarke

	Die chinesische Botschaft in Wien hat im Aussenministerium gegen die 
Herausgabe einer Sondermarke durch die österreichische Post - offenbar 
mehrfach - interveniert. Die österreichische Post hatte bereits letztes 
Jahr den Plan bekanntgegeben, zum 70. Geburtstag des Dalai Lama am 7. 
Juli 2005 eine Sonderbriefmarke aufzulegen. Ohne Angabe von Gründen 
wurde dieses Projekt ad acta gelegt.
	

  Die offiziellen Interventionen der chinesischen Botschaft wurden 
nunmehr durch die österreichische Aussenministerin Ursula Plassnik laut 
einem Bericht der «Salzburger Nachrichten» schriftlich bestätigt.

	Im Mai dieses Jahres wollte der Wiener Tibet-Aktivist und 
Briefmarkensammler Heinz Stoff auf eigene Initiative - was in Österreich 
grundsätzlich möglich ist - 20'000 selbst gestaltete 
Dalai-Lama-Sondermarken herausgeben. Schon damals hatte Stoff berichtet, 
ein Beamter der Post habe ihn im letzten Moment angerufen und dabei 
zugegeben, dass das Briefmarkenprojekt «auf Grund sehr massiver 
Interventionen der chinesischen Botschaft» aufgegeben werden müsse.
Keine Angaben von Gründen

	Der Beamte habe ihm erläutert, dass sich das Unternehmen vergeblich 
bemüht habe, der chinesischen Seite den Unterschied zwischen einer 
«offiziellen» Briefmarke der österreichischen Post und einer 
«personalisierten» Marke zu erläutern. Der chinesische Diplomat habe 
argumentiert, dass tibetische Exilorganisationen das Erscheinen der 
Marke «als Erfolg feiern» würden.

	Offiziell hiess es damals von Seiten der Post AG lediglich, sie behalte 
sich vor, die Genehmigung von personalisierten Briefmarken ohne Angabe 
von Gründen abzulehnen. Dies sei gemäss Geschäftsordnung jederzeit möglich.

	Laut «Salzburger Nachrichten» wurden dem Tibet-Aktivisten allerdings 
100 Exemplare seiner Dalai-Lama-Marke überlassen. Sie dürften bald über 
beträchtlichen Sammlerwert verfügen.


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Ausländische Medien in China unter Druck

Zensur und Chauvinismus im Kulturbereich

	Während die wirtschaftliche Modernisierung Chinas unter der vierten 
Führungsgeneration vorderhand weiter voranschreitet, zeichnet sich im 
politischen Bereich eine deutliche Verschärfung der obrigkeitlichen 
Kontrolle ab. In diese Richtung zielen auch die jüngsten Bestimmungen 
für ausländische Medien auf dem chinesischen Markt.
	
us. Hongkong, 4. August

	Wer die politische Entwicklung in China aufmerksam verfolgt, hat 
während der letzten Monate einige aufschlussreiche neue Akzente 
registrieren können. Zum einen war der resolute Aufstieg von Staats- und 
Parteichef Hu Jintao von der nominellen zur dominanten Nummer eins in 
der chinesischen Hierarchie festzustellen. Hu hat sich vor allem auf dem 
internationalen Parkett profiliert und mit seiner hektischen, an Chinas 
Sicherheits- und Versorgungsinteressen orientierten Diplomatie die 
restliche Führungsgarde in den Hintergrund verdrängt. Zum anderen ist 
unverkennbar, dass in China im Medien- und Kulturbereich wieder ein 
kälterer Wind bläst. Dies manifestierte sich bereits wiederholt in der 
Verhaftung von Journalisten, die des Verrats von Staatsgeheimnissen 
beschuldigt wurden. Hinzu kamen eine Verschärfung der Zensurmassnahmen 
beim Internet sowie Warnungen von Parteikadern vor missliebigen externen 
Einflüssen. In denselben Zusammenhang gehören auch die jüngsten 
Verordnungen für eine vermehrte Kontrolle der ausländischen Medien in China.


Komplexe Hintergründe

	Vor wenigen Tagen liessen die Propagandaabteilung der Regierung, das 
Kulturministerium und weitere Staatsorgane über die chinesische Presse 
neue Regeln für den Zugang von ausländischen Medien und 
Kulturerzeugnissen auf den chinesischen Markt verkünden. Laut diesen 
Mitteilungen wurde die Neuzulassung von ausländischen 
Satellitenprogrammen eingefroren. Es wurden auch die Richtlinien für die 
Einfuhr von und die Kontrolle über ausländische Televisionsprogramme, 
Bücher und Zeitungen verschärft. Ferner wurde angekündigt, dass die 
Aufsicht über bereits in China vorhandene ausländische Fernsehkanäle 
verstärkt würde. Zum einen geht es bei einigen dieser Massnahmen, die 
unter anderem die Gesuche von Disney und Viacom, Fernsehkanäle für den 
chinesischen Markt zu errichten, auf die lange Bank schieben, um den 
Kommerz. China hat sich in den letzten Jahren gegenüber ausländischen 
Medienunternehmen geöffnet und einigen unter diesen lukrative 
Geschäftsmöglichkeiten verschafft. Medienzaren wie Murdoch haben dies 
den chinesischen Behörden mit «politisch hochkorrektem» Verhalten verdankt.

	Die kulturellen und kommerziellen Gesichtspunkte dürften bei den 
jüngsten Massnahmen jedoch nur eine vordergründige Rolle spielen. 
Insgesamt ist in China eine Verstärkung des nationalen 
Selbstbewusstseins, ja in gewissen Bereichen eine prononcierte Neigung 
zum Chauvinismus nicht zu verkennen. Ereignisse wie Washingtons 
unverhüllter Widerstand gegen die Übernahme eines amerikanischen 
Erdölgiganten durch eine chinesische Unternehmung geben den 
patriotischen Kräften zusätzlichen Auftrieb. Zu den Rechtfertigungen, 
die für die neuen restriktiven Massnahmen gegen ausländische Medien und 
Kulturerzeugnisse ins Feld geführt werden, gehören denn auch die beiden 
Argumente, dass China seine Kultur gegen externe Einflüsse zu schützen 
habe und dass beim Kulturaustausch mit dem Ausland China ein riesiges 
Defizit aufweise.


Verhärtung des politischen Klimas

	Zum komplexen Hintergrund der gesamten Massnahme gehört aber auch die 
unverkennbare Verhärtung des politischen Klimas im Lande. Erst vor 
kurzem ging eine Aufforderung an die Bürger durch die Medien, sich 
systemkonformer zu verhalten. Es steht hinter dieser Haltung der 
Obrigkeit auch die Furcht vor wachsenden sozialen Spannungen im Lande, 
die, so nicht rechtzeitig die Zügel angezogen werden, der Partei die 
absolute Kontrolle erschweren könnten. Es ist in der weiteren 
Perspektive schliesslich auch damit zu rechnen, dass eine Führung, die 
sich im Innern mit wachsenden Herausforderungen konfrontiert sieht und 
die China in der Welt im Gegenwind wähnt, auch im wirtschaftlichen 
Bereich gegen chauvinistische Regungen nicht gefeit ist.


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Hoher Einsatz des Regierungschefs in Japan

Abstimmung über Postreform als Vertrauensfrage

Der japanische Ministerpräsident Koizumi will eine Parlamentsabstimmung 
über die Privatisierung der Post mit der Vertrauensfrage verbinden. Im 
Falle einer Niederlage droht er mit Neuwahlen. Seine Gegner innerhalb 
der Regierungspartei wanken zwischen offener Ablehnung der Postreform 
und Sorge um ihr Parlamentsmandat.
	
	
tf. Tokio, 5. August

	Japans Politik bewegt sich derzeit in unruhigen Gewässern. Noch nie 
seit ihrem Antritt vor bald viereinhalb Jahren stand die Regierung von 
Ministerpräsident Koizumi auf wackligerem Fundament als dieser Tage. 
Grund für das hohe Mass an Unsicherheit ist die in der kommenden Woche - 
voraussichtlich am Montag - stattfindende Abstimmung im Oberhaus über 
das von Koizumi mit hohem persönlichem Einsatz vorangetriebene Gesetz 
zur Privatisierung der Post. Der Regierungschef hat das Votum zur 
eigentlichen Vertrauensabstimmung erklärt und für den Fall einer 
Niederlage die Ansetzung von Neuwahlen im Unterhaus in Aussicht 
gestellt. Die entsprechend mit Hochspannung erwartete Abstimmung hätte 
ursprünglich schon am Freitag über die Bühne gehen sollen. Aus Sorge, 
noch nicht genügend Stimmen mobilisiert zu haben, entschied sich die 
Regierungskoalition jedoch kurzfristig für deren Verschiebung.
Vor dem Showdown im Oberhaus

	Die Reform der Post stösst innerhalb der regierenden und von Koizumi 
präsidierten Liberaldemokratischen Partei (LDP) auf heftige Opposition. 
Grund ist zum einen, dass das fein verzweigte System der rund 25 000 
Postämter für die LDP seit je eine wichtige Maschinerie zur 
Mobilisierung von Wählerstimmen darstellt, zumal die namentlich in 
ländlichen Regionen hoch angesehenen Posthalter in aller Regel stramme 
Unterstützer der Regierungspartei sind. Zum anderen herrscht die im 
Sparkassen- und Lebensversicherungsgeschäft tätige Post über 
Kundengelder in der astronomischen Höhe von rund vier Billionen Franken, 
was sie zum weltweit grössten Finanzinstitut macht. Ein grosser Teil 
dieses Geldes diente in der Vergangenheit nicht zuletzt zur Finanzierung 
der japanischen Staatsverschuldung. Eine Privatisierung der Post würde 
somit von Japans Politikern künftig etwas mehr Ausgabendisziplin 
verlangen - eine Aussicht, der viele LDP-Vertreter wenig abgewinnen können.

	Das Unterhaus, das gemäss Verfassung über stärkere 
Gestaltungsmöglichkeiten verfügt als das Oberhaus, hat das Gesetzespaket 
bereits Anfang Juli verabschiedet, mit einem hauchdünnen Mehr von nur 
gerade fünf Stimmen. Die meisten Prognosen, die dieser Tage in Japan 
herumgeboten werden, deuten nun darauf hin, dass es im Oberhaus gar noch 
knapper werden dürfte. Kaum jemand wagt sich daher auf die Äste hinaus, 
und laut der Zeitung «Asahi» geht selbst Koizumi davon aus, dass wohl 
ein Mehr von nur einer Stimme oder zwei Stimmen den Ausschlag geben 
wird. In der 242 Sitze zählenden Kammer verfügt die LDP nämlich nur über 
114 und der Koalitionspartner von der Neuen Komeito über 24 Sitze. Falls 
somit mindestens 18 LDP-Vertreter mit der Opposition gegen die Vorlage 
stimmen sollten, wäre die Vorlage gescheitert. Ein solches Scheitern 
liegt durchaus im Bereich des Möglichen. 12 LDP-Parlamentarier haben 
bereits öffentlich ihre Ablehnung angekündigt, und rund 20 weitere 
hadern laut eigenen Angaben noch mit ihrem Entscheid, den sie übrigens 
im Parlament nicht anonym, sondern unter Namensnennung zu fällen haben.

	Sollte Koizumi seine Drohung wahr machen und für den Fall einer 
Niederlage Neuwahlen ankündigen, stünden dem Inselstaat turbulente 
Zeiten bevor. Dass die zerstrittene LDP beim Urnengang mit schweren 
Stimmenverlusten rechnen müsste, wäre offensichtlich. Denkbar wäre aber 
auch eine Aufspaltung der LDP in eine reformorientierte und Koizumi 
freundlich gesinnte Partei auf der einen Seite und eine 
strukturkonservative Gruppierung - etwa um den notorischen 
Koizumi-Kritiker Shizuka Kamei - auf der anderen Seite. Freuen würde 
sich an einem solchen Szenario, wie es dieser Tage im hochsommerlichen 
Tokio hitzig debattiert wird, primär die oppositionelle Demokratische 
Partei. Diese hat in den vergangenen Jahren - und jüngst bei den 
Lokalwahlen in Tokio - markant zulegen können. Sollte daher das Gerangel 
um die Postreform in einer eigentlichen Selbstzerfleischung der LDP 
enden, würde vielleicht endlich die Stunde schlagen, da man die seit 
rund einem halben Jahrhundert fast ununterbrochen an der Regierungsmacht 
stehenden Liberaldemokraten von der Staatsspitze würde ablösen können.
Nervosität innerhalb der LDP

	Zwar sind solche Gedanken eher theoretischer Natur. Gleichwohl ist die 
Nervosität innerhalb der LDP greifbar. Selbst Parlamentarier, die dem 
Premierminister sehr nahe stehen, etwa der frühere Regierungschef 
Yoshiro Mori, versuchen, Koizumi von seiner angeblich rachsüchtigen Idee 
einer Neuwahl abzubringen. Mori meinte gegenüber seinem ehemaligen 
Zögling diese Woche warnend, dass wohl rund die Hälfte der LDP- 
Vertreter ihr Unterhausmandat verlieren würde und dass er für den Fall 
von Neuwahlen den Vorsitz über jene Faktion, in der auch Koizumi gross 
geworden war, aufgeben würde. Beim Regierungschef scheinen solche 
Drohungen aber ohne grosse Wirkung abzuprallen. Da er in rund einem Jahr 
von seinem Amt wird zurücktreten müssen, ist er mehr denn je um sein 
politisches Erbe besorgt. Und dass zu diesem Erbe nicht zuletzt die 
Reform der Post zählen soll, hat er in den vergangenen Jahren nie 
verheimlicht.


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Über eine Million Chinesen flüchten vor Taifun

Metropole Shanghai schwer getroffen

Über eine Million Menschen sind an der Ostküste Chinas vor dem Taifun 
«Matsa» geflüchtet. Der Wirbelsturm, dessen Windgeschwindigkeiten die 
Stärke zwölf überschritten, fegte am Samstag mit sintflutartigem Regen 
über die Küstenprovinz Zhejiang hinweg. Die Hafenstadt Shanghai, wo 
erste Opfer gemeldet wurden, war schwer betroffen.
  	

	(sda/dpa) Ein Arbeiter wurde getötet, zwei verletzt, als eine 
Unterkunft auf einer Baustelle einstürzte. Weitere Opfer wurden in den 
Küstengebieten befürchtet. Die zwei Flughäfen der grössten 
Geschäftsmetropole Chinas wurden gesperrt.

	Der Katastrophenschutz in der Nachbarstadt Hangzhou schlug Alarm, der 
Sturm könne schlimmere Auswirkungen haben als Taifun «Rananim» im 
Vorjahr, bei dem 164 Menschen ums Leben gekommen waren.

	In besonders gefährdeten Küstenregionen wurden vorsichtshalber 1,24 
Millionen Menschen in Sicherheit gebracht, wie amtliche Medien 
berichteten. Flüsse und Stauseen schwollen gefährlich an. Vor Hochwasser 
wurde gewarnt. Deiche sind durch vorausgegangene heftige Niederschläge 
bereits aufgeweicht. An der Küste drohten Flutwellen. «Matsa» ist der 
laotische Name für einen Fisch.


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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] Mehrere Zehntausend an Gedenkfeier in Hiroshima
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Mehrere Zehntausend an Gedenkfeier in Hiroshima

Atombomben-Abwurf vor 60 Jahren

	Etwa 55'000 Menschen haben am Samstag in Hiroshima der Opfer der ersten 
Atombombe vor 60 Jahren gedacht. Die amerikanische Bombe «Little Boy» 
hatte die Stadt im Westen Japans weitgehend ausgelöscht. Im Zentrum der 
Gedenkfeier stand der Aufruf zur weltweiten Abschaffung von Nuklearwaffen.
	

	(sda/afp/reuters/dpa) Am 6. August 1945 hatte die amerikanische 
Atombombe «Little Boy» die Stadt im Westen Japans weitgehend 
ausgelöscht. Drei Tage später wurde eine zweite Bombe auf Nagasaki 
geworfen. Mehr als 300'000 Menschen kamen um. Noch heute sterben 
jährlich Tausende an den Spätfolgen der Strahlung wie Leukämie oder 
verschiedenen Formen von Krebs.


	In Hiroshima schlugen ein Kind und ein Hinterbliebener eines Opfers um 
8 Uhr 15 gemeinsam die Glocke am Mahnmal im Friedenspark der Stadt. Die 
unter einer sengenden Sonne versammelte Menge hielt für eine Minute 
inne. Zuvor hatten viele Menschen Räucherkerzen angezündet, Blumen 
niedergelegt und stille Gebete gesprochen. Auch Regierungschef Junichiro 
Koizumi legte einen Kranz nieder. Den Opfern der durch die Bombe 
erzeugten Hitzewelle von mindestens 6000 Grad wurde symbolisch Wasser 
gespendet. Tauben stiegen in den Himmel auf.
Annan: Konzertiertes Handeln nötig

	Uno-Generalsekretär Kofi Annan rief in einer verlesenen Botschaft zu 
konzertiertem Handeln auf, um eine «Kaskade der nuklearen 
Weiterverbreitung» zu verhindern. Die Welt habe bisher wenig gegen die 
Verbreitung von Atomwaffen erreicht. Noch immer gebe es Zehntausende 
dieser Waffen.

	Die Stadt Hiroshima hatte neben im Ausland lebenden Opfern auch 
Regierungsvertreter aus 38 Ländern zu der Gedenkzeremonie eingeladen, 
darunter aus den fünf Atommächten USA, China, Grossbritannien, Russland 
und Frankreich. Doch von diesen fünf Ländern schickte laut Medien 
lediglich Russland einen Gesandten.

	
	Hiroshimas Bürgermeister Tadatoshi Akiba warf den Atommächten vor, mit 
ihrem «selbstsüchtigen» Festhalten an Kernwaffen «das Überleben der 
Menschheit aufs Spiel zu setzen». Er forderte die Atommächte auf, sich 
bis 2020 aller Kernwaffen zu entledigen. Premier Koizumi sagte, Japan 
werde bei der nuklearen Abrüstung die «führende Rolle in der 
internationalen Gemeinschaft» spielen. Sein Auftritt wurde von Protesten 
begleitet. Pazifisten warfen dem engen Verbündeten der USA wegen der 
Entsendung japanischer Soldaten in den Irak eine «heuchlerische» Politik 
vor.


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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] Keine Einigung mit Nordkorea
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Keine Einigung mit Nordkorea

Gespräche werden für drei Wochen suspendiert

Die Sechs-Nationen-Gespräche über Nordkoreas Atomprogramm sind für drei 
Wochen suspendiert worden. Die Gespräche sollen Ende Monat wieder 
aufgenommen werden, sagte Chinas Chef-Unterhändler Wu Dawei am Sonntag 
nach einem Treffen.
		
	(sda/dpa/afp/reuters) Trotz dreizehntägiger Verhandlungen blieben die 
Sechs-Nationen- Gespräche bislang ohne greifbare Fortschritte. Bei den 
Gesprächen geht es vor allem um die Atomwaffen, die Nordkorea eigener 
Darstellung zufolge gebaut hat. Nach Informationen von Geheimdiensten 
verfügt das Land über Plutonium für neun Bomben.
USA fordern Ende nuklearer Aktivitäten

	Die USA fordern, dass Nordkorea sämtliche nuklearen Aktivitäten 
einschliesslich der zivilen Nutzung der Atomkraft aufgibt. Als 
Gegenleistung winkten dem verarmten und isolierten Nordkorea 
Wirtschaftshilfe, Energielieferungen sowie eine Normalisierung der 
Beziehungen zu den USA und anderen Teilnehmern an den Gesprächen.
Zuversichtlicher chinesischer Unterhändler

	«Wenn wir unsere Arbeit mit der Besteigung eines Berges vergleichen: 
Wir haben bereits den Gipfel gesehen. Unsere Verhandlungspause soll uns 
dazu dienen, dass wir ihn sanfter erreichen», erklärte der chinesische 
Unterhändler Wu. Sie hätten bereits mehr Einigkeit erzielt als in den 
drei Runden zuvor. Nordkoreas Unterhändler Kim Kye-gwan sagte, die USA 
trügen die Schuld für die Stagnation in den Verhandlungen. Er hoffe, 
Washington werde während der Pause seine Forderung nach einem Verzicht 
auf ein Atomprogramm zu friedlichen Zwecken aufgeben.

	Die USA und Japan dagegen machten die Führung in Pjöngjang 
verantwortlich. Nordkorea geht es laut dem amerikanischen Vertreter 
Christopher Hill nicht nur um ein ziviles Nuklearprogramm allgemein, 
denn das Land bestehe auch auf einem Leichtwasser-Reaktor.
Neustart der Sechs-Nationen-Gespräche

	Die Sechs-Nationen-Gespräche waren am Dienstag vergangener Woche nach 
mehr als einem Jahr Unterbrechung wieder aufgenommen worden. Beteiligt 
sind neben den beiden koreanischen Staaten und den USA China, Japan und 
Russland.


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Japan steht vor Neuwahlen

Nach Abstimmungsniederlage Koizumis im Oberhaus

Das japanische Oberhaus hat am Montag die Privatisierung der Post 
abgelehnt. Japans Ministerpräsident Koizumi hatte die Postprivatisierung 
zum Herzstück seiner Wirtschaftspolitik gemacht. Nun will der 
Regierungschef Neuwahlen ansetzen.
	
	
	(sda/dpa/ap) Der japanische Ministerpräsident Koizumi will nach dem 
Scheitern seiner Postreform im Oberhaus das Parlament neu wählen lassen. 
Wie japanische Medien am Montag berichteten, setzte Koizumi in Absprache 
mit dem Koalitionspartner Komeito die Unterhaus-Neuwahl auf den 11. 
September an.
Grösste Privatbank der Welt

	Die Privatisierung der Post, die die grösste Privatbank der Welt 
hervorbringen sollte, war zuvor mit etlichen Stimmen aus seiner 
Liberaldemokratischen Partei (LDP) im Oberhaus gescheitert. Die 
Neuwahlentscheidung wurde vom Rundfunk- und Fernsehsender NHK und der 
Nachrichtenagentur Kyodo gemeldet. NHK zufolge stimmten 22 
LDP-Abgeordnete gegen die Privatisierung. Die Opposition stellte danach 
einen Misstrauensantrag gegen Koizumis Regierung. Das Oberhaus hatte 
zuvor mit 125 gegen 108 Stimmen die Postreform abgelehnt.
Furcht vor Stellenabbau

	Auch LDP-Abgeordnete sagten, die Reform werde zu einer Verschlechterung 
des Postdienstes in ländlichen Gegenden und Entlassungen führen. Das 
Unterhaus hatte der Privatisierung im vergangenen Monat mit knapper 
Mehrheit zugestimmt. Die federführend von Wirtschaftsminister Takenaka 
entworfene Reform sollte die grösste Privatbank der Welt schaffen: Bei 
der Post sind in Spareinlagen und Versicherungsgeschäften 330 Billionen 
Yen (umgerechnet rund 4 Billionen Franken) deponiert.
Enge Verknüpfung mit der Regierungspartei

	Die Bank finanzierte der seit 50 Jahren fast ununterbrochen regierenden 
LDP in der Vergangenheit zahlreiche öffentliche Bauprojekte. Zudem sind 
unter den 400'000 Mitarbeitern der Post zahlreiche LDP-Anhänger. Viele 
Liberaldemokraten fürchten nun um die Machtbasis der Partei. Takenaka 
bezeichnete die Ablehnung als «grossen Schlag gegen Japans Zukunft und 
Wirtschaft».

	Kabinettsekretär Hosoda sagte, Koizumi sei als Ministerpräsident 
angetreten, um Japan zu reformieren. «Falls dies nicht von Abgeordneten 
verstanden wird, gibt es keine andere Möglichkeit, als das Urteil des 
Volkes einzuholen», sagte er. Bei der Postreform handele es sich zudem 
um ein Wahlversprechen. Koizumi warb seit zehn Jahren für eine Postreform.

LDP könnte Regierungsmacht verlieren

	Die Auseinandersetzung könnte die politische Landkarte Japans 
verändern, in der die LDP seit dem Zweiten Weltkrieg mit Ausnahme der 
Jahre 1993 und 1994 die Regierung stellte. Einer der Führer des 
LDP-Widerstands gegen die Postreform, Shizuka Kamei, schloss bereits am 
Sonntag nicht aus, dass der Streit die LDP zum zweiten Mal in die 
Opposition zwingen könnte.


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Date: Mon, 08 Aug 2005 10:07:53 +0200
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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] Tote bei Taifun in China.
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Tote bei Taifun in China.	
	

	Der Taifun «Matsa» hat an der ostchinesischen Küste schwere 
Verwüstungen angerichtet. Mindestens vier Personen kamen um. Über eine 
Million Menschen flüchteten vor dem Wirbelsturm, dessen 
Windgeschwindigkeiten die Stärke zwölf überschritten. Schanghai war 
weitgehend lahmgelegt. Die zwei Flughäfen wurden zeitweise gesperrt.(dpa)


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Subject: [Aikidojournal-Asieninfo] Koizumi setzt in Japan Neuwahlen an
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Koizumi setzt in Japan Neuwahlen an

Parlamentsauflösung nach gescheiterter Postreform

Die von Japans Ministerpräsident Koizumi zur Vertrauensfrage erklärte 
Postprivatisierung ist am Montag im Oberhaus deutlich gescheitert. 
Koizumi kündigte gleichentags Neuwahlen an. Die Zerstrittenheit der 
regierenden LDP eröffnet der Opposition die unerwartete Chance, das 
faktische Regierungsmonopol der LDP zu beenden.
	
	tf. Tokio, 8. August

	Der japanische Ministerpräsident Koizumi hat am Montag eine schwere 
Niederlage einstecken müssen, die sein politisches Überleben ungewisser 
denn je erscheinen lässt. Mit überraschend deutlichem Mehr votierte das 
Oberhaus, die zweite Kammer des japanischen Parlaments, in einer seit 
Wochen mit Hochspannung erwarteten Abstimmung gegen ein Gesetzespaket 
zur Privatisierung der Post. Zwar hätte das Reformvorhaben theoretisch 
noch gerettet werden können, wenn das Unterhaus, das Anfang Juli knapp 
für die Vorlage votiert hatte, in einer zweiten Abstimmung mit 
Zweidrittelmehrheit die erste Zustimmung bekräftigt hätte.
Riskantes Spiel

	Koizumi, der die Privatisierung der Post als Herzstück seiner 
Reformpolitik betrachtet, hatte die Abstimmung im Oberhaus indes zur 
Vertrauensfrage erklärt und für den Fall einer Niederlage mit Neuwahlen 
gedroht. Das riskante Spiel, mit dem Koizumi seine Kritiker in der 
regierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP) zu zähmen gehofft hatte, 
ging nicht auf. Die Koizumi feindlich gesinnten LDP-Vertreter wagten die 
Revolte gegen ihren Premierminister. Im 242 Sitze zählenden Oberhaus 
stimmten am Montag 125 Abgeordnete gegen das Gesetz zur 
Postprivatisierung und 108 dafür. Das unerwartet deutliche Scheitern der 
Vorlage bedeutet, dass sich von den 114 LDP-Politikern 22 dem 
oppositionellen Lager anschlossen, das geeint gegen die Vorlage stimmte, 
und 8 sich ihrer Stimme enthielten.
Liebesentzug für Abweichler

	Koizumi, der auch Präsident der LDP ist, rief nach Bekanntgabe des 
Resultats eine Krisensitzung des Kabinetts ein. An dieser Sitzung 
bestätigte er erwartungsgemäss seinen Plan, das Parlament aufzulösen und 
Neuwahlen anzusetzen, und zwar ungeachtet zahlloser Ratschläge von 
Politikern, die dieses Ansinnen in den vergangenen Tagen bisweilen als 
«politischen Selbstmord» bezeichnet hatten. Koizumi blieb seinem Wort 
treu. Laut den Angaben der Neuen Komeito, der Koalitionspartnerin der 
LDP, dürfte die Neuwahl bereits am 11. September stattfinden. Neu zu 
bestellen gilt es dann das noch am Montagabend aufgelöste Unterhaus, 
zumal das Oberhaus, wo Koizumi am Montag seine Schlappe erlitt, vom 
Premierminister aus Verfassungsgründen nicht aufgelöst werden kann.

	Japans politisches System, das seit dem Amtsantritt von Koizumi im 
April 2001 an der Regierungsspitze eine ungewohnt lange Phase 
personeller Konstanz erlebt hat, sieht sich damit unversehens mit einer 
Führungskrise konfrontiert. So ist derzeit äusserst ungewiss, ob die 
seit rund einem halben Jahrhundert fast ununterbrochen in der 
Regierungsverantwortung stehende LDP auch nach dem anstehenden Wahlgang 
noch den Ministerpräsidenten stellen wird. Die Auseinandersetzung um die 
Privatisierung der Post hat die ohnehin schon sehr tiefen Gräben 
innerhalb der Partei noch vertieft. Zudem hat Parteipräsident Koizumi in 
den vergangenen Wochen angekündigt, dass jene Abweichler, die der 
Privatisierung der Post ihre Zustimmung verweigerten, bei einer Neuwahl 
nicht mehr auf die offiziellen Wahllisten der LDP gesetzt würden. Er 
steht daher vor der Herausforderung, innert weniger Tage wählbare 
Nachfolger zu finden für immerhin 51 Parlamentarier, die im Juli im 
Unterhaus gegen die Vorlage gestimmt hatten.

	Die von ihrem eigenwilligen Präsidenten mit Liebesentzug bestraften 
LDP-Politiker dürften sich dabei kaum widerstandslos ihrem Schicksal 
fügen. Entweder werden sie als unabhängige Kandidaten ins Rennen steigen 
oder mit einer neu zu gründenden Partei gegen Koizumi Stimmung machen. 
Wie auch immer: Die bisher geeint der LDP zugefallenen Stimmen werden 
bei der Wahl zwei rivalisierenden Gruppierungen zukommen. Freuen kann 
sich an dieser Aussicht die gewichtigste oppositionelle Kraft im Land, 
die Demokratische Partei Japans (DPJ). Diese hat in den vergangenen 
Jahren markant an Gewicht zugelegt, und ein stetig grösser werdender 
Teil der Bevölkerung erkennt in ihr eine valable Alternative zur 
«ewigen» Regierungspartei LDP. Der Chef der DPJ, Katsuya Okada, erklärte 
am Montag denn auch, seine Partei habe lange auf diesen Tag 
hingearbeitet und nun sei endlich die Gelegenheit für einen 
Regierungswechsel da.
Skepsis in der Bevölkerung

	Koizumi hofft derweil, einen solchen Wechsel verhindern zu können. 
Seine Strategie zielt darauf ab, mit einer hohen Zustimmung des 
Wahlvolks für eine von reformfeindlichen Kräften gereinigte LDP seine 
umstrittenen Reformpläne - und namentlich die von ihm schon seit zehn 
Jahren angestrengte Postprivatisierung - rechtzeitig vor dem Ende seiner 
Amtszeit im September 2006 doch noch aufgleisen zu können. Fraglich ist 
jedoch, ob es ihm in den kommenden Wochen gelingen wird, die Bevölkerung 
von der angeblichen Dringlichkeit eines Umbaus der Post zu überzeugen. 
Ein grosser Teil des Stimmvolkes hat in den vergangenen Tagen nämlich 
eher mit Erstaunen zur Kenntnis genommen, dass Koizumi für das 
Postgesetz seine politische Zukunft zu riskieren bereit ist. So zeigen 
Umfragen, dass diesem eigentlichen Steckenpferd des Ministerpräsidenten 
von den meisten Japanern eine eher untergeordnete Priorität beigemessen 
wird.


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Offene Revolte gegen Koizumi	
	

	Während mehr als vier Jahren machten sie die Faust im Sack. Am Montag 
jedoch mochten Koizumis Gegner innerhalb der regierenden 
Liberaldemokratischen Partei (LDP) den Frust gegenüber ihrem 
Regierungschef und Parteipräsidenten nicht länger unterdrücken. Sie 
wagten die Revolte gegen den seit April 2001 amtierenden 
Ministerpräsidenten. Bei der Abstimmung über die von Koizumi zur 
Vertrauensfrage erklärte Postreform liessen sie ihn fallen und stimmten 
zusammen mit der Opposition gegen die Reform. Koizumi löste das 
Unterhaus noch am Montag auf, und bereits am 11. September soll es zu 
Neuwahlen kommen.

	Dass Koizumi in seiner Partei ebenso viele Feinde wie Freunde hat, ist 
bekannt. Seit seinem Amtsantritt kann er sich der Unterstützung der LDP 
nicht sicher sein. Die Gründe sind naheliegend. Den Befindlichkeiten 
alter Parteibonzen schenkte Koizumi nämlich von Anfang an wenig 
Beachtung. Öffentliche Bauaufträge, die der Partei zuvor als teure 
Wahlgeschenke dienten, wurden zusammengestrichen. Die LDP-Faktionen 
verloren ihr Mitspracherecht bei Regierungsentscheiden, und bei der 
Ernennung von Ministern wurden auch Kandidaten von ausserhalb der Partei 
in hohe Chargen gehievt.

	Der Widerstand der LDP-Vertreter gegen eine Privatisierung der Post hat 
denn auch nicht allein mit dem umstrittenen Gesetz zu tun. Gewiss: Dass 
Koizumi die Post, die über ihr Sparkassen- und Versicherungsgeschäft 
über das gigantische Vermögen von vier Billionen Franken verfügt, dem 
Einfluss der Politiker entziehen will, zielt ins Mark der Partei und 
schürt dort Ängste. So haben die Gelder der Post - des weltgrössten 
Finanzinstituts - in den vergangenen Jahrzehnten nicht zuletzt die 
Spendierfreudigkeit der LDP finanziert. Kommt hinzu, dass die zahllosen 
Posthalter als lokale LDP-Vertraute wichtige Stimmenbeschaffer sind.

	Dennoch: Die Gründe für die Ablehnung der Postreform liegen tiefer. Nie 
anfreunden konnten sich zahlreiche Politiker der LDP nämlich mit dem 
Stil Koizumis. Erstmals seit allzu langer Zeit steht an der Spitze von 
Regierung und Partei ein Politiker, der sich nicht primär dem Schmieden 
von Kompromissen mit LDP-Garden in dunklen Hinterzimmern verpflichtet 
fühlt, sondern der auch einsame Entscheide fällt, wenn er von deren 
Richtigkeit überzeugt ist. Namentlich auf wirtschaftlicher Ebene kam 
solche Führungsstärke dem Land zugute; ein Beispiel ist die erfolgreich 
orchestrierte Bankenreform.

	Dass sich Koizumi ungeachtet der Missachtung seiner Parteikritiker 
während einer für japanische Verhältnisse aussergewöhnlich langen Zeit 
an der Regierungsspitze behaupten konnte, hat primär mit seiner 
Popularität zu tun. Bei jedem Anzeichen innerparteilicher Opposition 
drohte er mit der Ausschreibung von Neuwahlen. Die Aufmüpfigen zogen 
sich in der Folge wieder auf die Hinterbänke zurück. Sie wussten, dass 
die LDP zahlreiche ihrer Mandate der Beliebtheit ihres telegenen Führers 
zu verdanken hatte und die Partei sich den offenen Widerstand nicht 
leisten konnte.

	Jüngst sind aber auch die astronomisch hohen Beliebtheitswerte Koizumis 
auf irdisches Niveau gesunken. Seine
